[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von räumlichen Gegenständen
aus Filz oder filzartigen Materialien sowie einer Vorrichtung zur Herstellung solcher
Produkte.
[0002] Aus der
US 4,714,647 sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Herstellung eines Filzbands bekannt.
Dazu ist ein um zwei Rollen umlaufendes poröses Band vorgesehen, oberhalb dessen mehrere
Spinnbalken vorgesehen sind. Diese geben geschmolzenen Kunststoff in Faserform ab.
Durch Vakuum wird dieser auf dem porösen sich unter den Düsenbalken fortbewegenden
Band abgelegt. Die sich bildende Faserschicht wird als Faserflor-Band abgezogen. Es
entsteht ein flächenhaftes Gebilde.
[0003] Ein ähnliches Verfahren zur Herstellung schmelzgeblasener Vliesstoffe ist aus der
DE 199 56 368 A1 und aus der
US 3,825,379 bekannt, die auch Aufschluss über den Aufbau entsprechender Schmelzblasköpfe geben.
Der von den Schmelzblasköpfen erzeugte Faserstrom wird auf eine Kollektortrommel geleitet
und dann von dieser als Band abgenommen. Es entsteht ein flächenhaftes Vlies. Aus
der
DE 10 2004 030 393 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung genoppter Vliesstoffe bekannt. Dazu wird ein Faserflor
auf einer Siebtrommel mit einer Lochstruktur abgelegt. Beim Verfestigen mittels Wasserstrahlen
bilden sich durch die vorhandenen Löcher die gewünschten Noppen an dem Vliesstoff.
[0004] Außerdem beschreibt die
WO 01/53587 A1 die Herstellung räumlich geformter Vliesstoffe durch Umformen eines zunächst flächenhaften
Vlieses in einer entsprechenden Formvorrichtung.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung ein kostengünstiges Verfahren zum Herstellen von dreidimensional
geformten Gegenständen aus ungeordneten Fasern, insbesondere Büstenhalterkörbchen
anzugeben.
[0006] Weiter ist es Aufgabe der Erfindung eine entsprechende zur Durchführung des Verfahrens
geeignete Vorrichtung anzugeben.
[0007] Diese Aufgaben werden mit dem Verfahren nach Anspruch 1 und der Vorrichtung nach
Anspruch 11 gelöst:
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zur Aufnahme eines Faserflors oder Faservlies
ein Träger bereitgestellt, der eine dem herzustellenden Gegenstand entsprechende Form
aufweist. Auf diesem Träger werden Fasern ungeordnet abgelegt. Es entsteht ein noch
wenig oder nicht verfestigter Körper, der dann durch geeignete Maßnahmen zu einem
Vlies oder Filzkörper verfestigt werden kann. Damit ist für die dreidimensionale Gestaltgebung
kein Zusatzarbeitsgang erforderlich. Bereits beim Ablegen der zum Beispiel extrudierten
Fasern auf dem Träger wird die dreidimensionale Form gebildet. Die "dreidimensionale
Form" ist in zumindest zwei verschiedenen Richtungen gekrümmt. Der Träger kann dazu
entsprechende konvexe oder konkave Formen aufweisen. Im Fall der Herstellung von Büstenhaltern
hat der Träger die Innenform oder die Außenform des später gewünschten Körbchens.
[0008] Der Träger kann eine poröse oder siebartige Struktur aufweisen. Durch eine Druckdifferenz
an dem Träger können die Fasern gezielt auf diesem abgelegt werden. Zur Erzeugung
der Druckdifferenz kann ein Unterdruck unter dem Träger genutzt werden. Auch kann
ein beim Extrudieren von Fasern bestehender Überdruck das Ablegen der Fasern auf dem
Träger unterstützen. Durch Abziehen des entstehenden Bandes mit den entsprechenden
Formen nach einer Richtung entsteht so ein schon dreidimensionale Formen aufweisendes
Tuch mit dem gewünschten Körbchen oder sonstigen Formen. Das Tuch kann dann durch
weitere Bearbeitungsschritte, zum Beispiel Thermobonden, Imprägnieren, Wasserstrahlverfestigen
oder ähnliches verfestigt werden.
[0009] Vorzugsweise kann eine erste Verfestigung des Faserflors bereits auf dem Träger vorgenommen
werden. Dazu kann zum Beispiel in Nachbarschaft eines Spinnbalkens ein Wasserstrahldüsenbalken
angeordnet sein, der eine erste Vorverfestigung und Fixierung der Fasern vornimmt,
bevor eine weitere Fixierung zum Beispiel in Form eines Thermobonding-Prozesses und/oder
einer Wasserstrahlverfestigung erfolgt.
[0010] Weiter kann vorgesehen sein, dass die Körbchen oder sonstigen 3D-Formen aus dem hergestellten
verfestigten Tuch durch geeignete Maßnahmen ausgeschnitten werden, zum Beispiel durch
einen Stanzvorgang oder durch einen Laserschneidvorgang. Auch kann sich eine weitere
Bearbeitung, beispielsweise durch Bedrucken, Säumen, Konfektionieren usw. anschließen.
[0011] Die Verfestigung des Faserflors durch Wasserstrahlen wird bevorzugt. Ergänzend oder
alternativ kann die Verfestigung jedoch auch durch andere formlose Medien, wie beispielsweise
Gasstrahlen, Strahlen eines organischen Fluids, Wärme, einen Klebstoff oder ein sonstiges
Klebemittel oder Lösungsmittel erfolgen. Dies gilt sowohl für die Vorverfestigung
des Faserflors auf dem Träger wie auch für eine sich an die Abnahme des noch nicht
vollständig verfestigten Filztuchs oder Vliesstoffs von dem Träger anschließende Verfestigung.
[0012] Das vorgestellte Verfahren gestattet die Kombination unterschiedlicher Fasermaterialien
in dem dreidimensionalen Filzkörper. Zum Beispiel können nacheinander Fasern aus verschiedenen
Materialien auf dem Träger abgelegt werden. Es bilden sich so in dem Faserflor Lagen
aus unterschiedlichen Fasern, die dann in dem fertigen Tuch bzw. Filzkörper untereinander
verbundene Schichten mit unterschiedlichen Eigenschaften bilden. Zum Beispiel können
strukturgebende feste Faserschichten und Fasern, die einen Tragekomfort erbringen,
miteinander kombiniert werden.
[0013] Alternativ ist es möglich, in dem Tuch oder Filzkörper ein Gemisch aus verschiedenen
Fasern anzuordnen, um die Eigenschaften verschiedener Fasermaterialien miteinander
zu kombinieren.
[0014] Auch ist es möglich, Bikomponentenfasern zu nutzen, die beispielsweise einen Kern
aus einem ersten Material und eine Umhüllung aus einem zweiten Material haben. Wenn
Büstenhalterkörbchen hergestellt werden sollen, ist es in der Regel gewünscht, dass
sie eine gewisse Elastizität haben. Dazu werden die extrudierten Fasern beispielsweise
so erzeugt, dass sich die einzelne Faser kräuselt und dadurch einen Elastizitätseffekt
bewirkt. Die gekräuselte oder ungekräuselte Faser kann aus einem Elastomer bestehen.
Es kann eine Bikomponentenfaser dadurch hergestellt werden, dass eine Komponente die
Festigkeitskomponente darstellt und beispielsweise in der Mitte als Seele angeordnet
ist. Eine äußere Komponente kann die Seele einhüllen und den Weichheitsgrad der Faser
bestimmen.
[0015] Wird ein Fasermehrschichtaufbau, beispielsweise zur Herstellung Büstenhalterkörbchen
gewünscht und befindet sich die Körbcheninnenseite auf der dem Träger zugewandten
Seite, werden zum Beispiel zuerst die weichen Fasern durch einen ersten Spinnbalken
abgelegt. In einem zweiten Spinnbalken werden dann die Fasern aufgebracht, die den
elastischen Halt des Gebildes ausmachen. Ein dritter Spinnbalken kann dazu vorgesehen
sein, Fasern aufzubringen, die sich in einem späteren Arbeitsgang zum Beispiel bedrucken
lassen. Ist der Träger hingegen auf der Körbchenaußenseite angeordnet ist die Ablagereihenfolge
der Fasern umgekehrt.
[0016] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:
Figur 1 Spinnbalken und einen dreidimensionalen Träger zur Erzeugung eines dreidimensionalen
Faserflors, in schematisierter Darstellung,
Figur 2 die Herstellung des Faserflors in der Vorrichtung nach Figur 1, in schematisierter
Darstellung,
Figur 3 die Verfestigung des Faserflors, in einer schematisierten Darstellung,
Figur 4 einen vergrößerten Ausschnitt aus dem erzeugten räumlichen geformten Vlies,
Figur 5 eine alternative Möglichkeit zur Verfestigung des Faserflors, in schematisierter
Darstellung,
Figur 6 die Herstellung eines Faserflors auf einem der gewünschten Außenform eines
Büstenhaltermaterials entsprechenden Träger.
[0017] In Figur 1 ist eine Faserlegevorrichtung 1 schematisch veranschaulicht, die zur Herstellung
von räumlichen, d.h. dreidimensional geformten Vliesen dient. Zu der Faserlegevorrichtung
1 gehört ein Träger 2, der mindestens eine, vorzugsweise aber mehrere, 3D-Formen 3,
4 aufweist. Diese 3D-Formen 3, 4 sind beispielsweise ungefähr halbkugelförmige oder
anderweitig ausgebildete dreidimensionale Formen. Beispielswiese können die 3D-Formen
3, 4 eine dem Körbchen eines Büstenhalters entsprechende Form aufweisen, um Büstenhalter
herzustellen. Die 3D-Formen können Erhebungen oder Vertiefungen sein. Sie haben zumindest
stellenweise eine Oberfläche, die an der gleichen Stelle sowohl in Trägerlängsrichtung
als auch in Trägerquerrichtung gekrümmt ist.
[0018] Der Träger 2 besteht vorzugsweise aus einem porösen oder auch siebartigen Material.
Er kann als endloses, zum Beispiel um zwei oder mehrere Rollen geschlungenes Band
ausgebildet sein, an dem die 3D-Formen 3, 4 vorgesehen sind. Insoweit ist in Figur
1 lediglich ein Ausschnitt aus dem Träger 2 dargestellt. Die gegebenenfalls angetriebenen
Rollen, um die der Träger 2 geschlungen ist, sind nicht weiter veranschaulicht.
[0019] Zu der Faserlegevorrichtung 1 können außerdem ein oder mehrere Düsenbalken 5, 6,
7 gehören, die jeweils mit einer Reihe von Schmelzblasdüsen 8, 9, 10 besetzt sind.
Diese dienen dazu, aus geschmolzenem Kunststoff Fasern zu extrudieren, um diese auf
den Träger 2 aufzubringen. Während die Düsenbalken 5, 6, 7 vorzugsweise ortsfest angeordnet
sind, wird der vorzugsweise als endloses Band ausgebildete Träger 2 vorzugsweise in
der in Figur 1 durch eine Pfeil 11 veranschaulichten Trägerlängsrichtung quer zu den
Düsenbalken 5, 6, 7 unter diesem vorbei bewegt.
[0020] Optional kann an dem Ende der von den Düsenbalken 5, 6, 7 gebildeten Reihe oder zwischen
benachbarten Düsenbalken 5, 6 eine Vliesverfestigungseinrichtung 12, zum Beispiel
in Gestalt eines Düsenstreifens, angeordnet sein. Diese kann dazu eingerichtet sein,
einen Wasserstrahlvorhang auf den Träger 2 zu richten.
[0021] Alternativ können ein oder mehrere der Schmelzblasdüsen 8, 9, 10 durch Einrichtungen
ersetzt sein, die dazu eingerichtet sind, vorgefertigte Fasern, beispielsweise Naturfasern,
auf den Träger 2 aufzubringen. Weiter können die Düsenbalken 5, 6, 7 gleichartig oder
unterschiedlich ausgebildet sein. Sie können dazu eingerichtet sein, Fasern aus gleichen
oder unterschiedlichen Kunststoffen auf den Träger 2 aufzubringen. Außerdem können
eine oder mehrere der Düsenstreifen 5, 6, 7 dazu eingerichtet sein, aus verschiedenen
Komponenten bestehende Fasern zu erzeugen, beispielsweise Fasern mit einem Kern aus
einem ersten Material und eine Hülle aus einem zweiten Material.
[0022] Mit der aus Figur 1 schematisch ersichtlichen Faserlegevorrichtung kann ein dreidimensionaler
Faserflor hergestellt werden, wie es in Figur 2 angedeutet ist. Der sich in Richtung
des Pfeils 11 bewegende Träger 2 läuft unter den Düsenbalken 5, 6, 7 hindurch. Damit
treffen zuerst die von der Schmelzblasdüse 8 abgegebenen Fasern 13, dann die von der
Schmelzblasdüse 9 abgegebenen Fasern 14 und dann die von der Schmalzblasdüse 10 abgegebenen
Fasern 15 auf den Träger 2 bzw. die bereits darunter liegende Faserschicht. Es bildet
sich auf den hier näherungsweise halbkugelförmigen 3D-Formen 3, 4 ein Faserflor 16.
Dieser kann vollkommen lose sein. Wird die Vliesverfestigungseinrichtung 12 vorgesehen
und betrieben, ist der Faserflor 16 zumindest teilverfestigt. Das Anlagern der Fasern
13, 14, 15 an den Träger 2 kann durch einen von den Schmelzblasdüsen 8, 9, 10 ausgehenden
Luftstrom sowie gegebenenfalls durch einen Unterdruck gefördert werden, der an die
Unterseite des Trägers 2 angelegt sein kann. Der Faserflor 16 kann schichtweise aufgebaut
sein. Zum Beispiel können die Fasern 13 aus einem flauschigen gut hautverträglichen
Material bestehen. Die Fasern 14 können beispielsweise aus einem vorwiegend elastischen,
haltgebenden und stützenden Material bestehen, während die Fasern 15 aus einem der
vorigen Materialien oder auch aus einem dritten Material bestehen können, beispielsweise
einem für die Außenfläche eines Büstenhalters vorgesehenen bedruckbaren, färbbaren,
gefärbten oder anderweitigem Material.
[0023] Das gegebenenfalls vorverfestigte Faserflor wird an einer Seite fortwährend von dem
sich bewegenden Träger 2 abgenommen und einer Verfestigungseinrichtung 17 zugeführt,
wie sie aus Figur 3 hervorgeht. Diese kann aus einer Reihe von Düsen 18 bis 24 bestehen,
die beispielsweise feine Wasserstrahlen oder Strahlen eines sonstigen gasförmigen
oder flüssigen Fluids auf den Faserflor 16 richten. Die Düsen 18 bis 24 können gegebenenfalls
auf lediglich einer Seite des Faserflors 16 oder auch auf beiden Seiten desselben
angeordnet sein. Die auf den Faserflor 16 einwirkenden Strahlen sind in Figur 3 schematisch
veranschaulicht. Sie dienen dazu, aus dem relativ losen Faserflor 16 unter Beibehaltung
der ursprünglich von dem Träger 2 vorgegebenen dreidimensionalen Form ein verfestigtes
filzartiges Vlies bzw. einen Vlieskörper 25 zu erzeugen.
[0024] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel haben die Düsen 18 bis 24 eine zueinander parallele
Ausrichtung. Es ist aber auch möglich, die Düsen 23 bis 24 in Anpassung an die räumliche
Form des gewünschten Filzkörpers auszurichten. Weiter ist es, wie in Figur 5 angedeutet
ist, möglich, den Faserflor 16 zum Verfestigen auf einem geeigneten zum Beispiel siebartigen
Träger 26 zu halten.
[0025] Figur 4 veranschaulicht einen Ausschnitt aus einem so erhaltenen Vlieskörper 25.
Der Vlieskörper 25 ist, wie ersichtlich, mehrschichtig, hier zweischichtig, aufgebaut.
Er besteht aus einer ersten Faserschicht 26, beispielsweise bestehend aus weichen
gekräuselten Fasern und einer außen liegenden zweiten Faserschicht 27, bestehend aus
Fasern aus einem anderen Material. Die beiden Faserschichten 26, 27 sind innig miteinander
verbunden und in sich verfilzt bzw. verfestigt. Sie folgen der von dem Träger 2 ursprünglich
vorgegebenen Form. Aus dem derartig hergestellten Vlieskörper 25 lassen sich die gewünschten
3D-Filzkörper, beispielsweise Kleidungsstücke, beispielsweise Büstenhalterrohlinge,
ausschneiden. Diese können dann weiteren Bearbeitungsschritten zugeführt werden, in
denen sie beispielsweise besäumt, bedruckt und/oder konfektioniert werden.
[0026] Das Verfahren ist vorstehend an einem Träger 2 erläutert worden, der die Hohlform,
d.h. die Innenseite des herzustellenden Filzkörpers festlegt. Wie in Figur 6 veranschaulicht,
kann der Träger 2' jedoch auch derart angeordnet werden, das er die konvexe Außenform
des herzustellenden Körpers definiert. Wiederum sind ein oder mehrere Düsenbalken
5, 6, 7 mit Schmelzblasdüsen 8, 9, 10 oder anderen zur Abgabe von Fasern eingerichteten
Einrichtungen vorgesehen. An einer geeigneten Stelle, zum Beispiel zwischen den Düsenbalken
6, 7 oder auch an einem Ende der von den Düsenbalken 5, 6, 7 gebildeten Reihe, ist
die optionale Vliesverfestigungseinrichtung 12 vorgesehen. Außerdem können weitere
derartige Vliesverf,estigungsvorrichtungen zwischen den anderen Düsenbalken 5, 6 vorgesehen
sein. Die Fasern 13, 14, 15 werden, wie vorstehend beschrieben, auf den Träger 2'
aufgebracht und bilden einen relativ losen gegebenenfalls vorverfestigten Faserflor
16. Dieser kann aus einem einzigen Material oder, wie es bevorzugt wird und in Figur
6 dargestellt ist, mehrschichtig aufgebaut sein. Der vorverfestigte Faserflor kann
dann wiederum einer Verfestigungseinrichtung 17 zugeführt werden wie es in Figur 3
schon dargestellt ist.
[0027] Anstelle des dargestellten Wasserstrahlverfestigungsverfahrens oder zusätzlich zu
demselben können auch andere Bearbeitungsschritte vorgenommen werden, wie beispielsweise
Thermobonden, Imprägnieren oder dergleichen.
[0028] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von räumlichen Gegenständen aus
einem Vlies bzw. Filz werden Fasern auf einer Form abgelegt, die vorzugsweise luftdurchlässig
ist. Die Fasern können durch Unterdruck unter der Form an diese angezogen werden.
Die Form hat vorzugsweise mehrere räumliche Strukturen, die die Form des sich bildenden
Faserflors bestimmen und zumindest angenähert der gewünschten Endform entsprechen.
Durch das nachfolgende Verfestigen des so gewonnen geformten Faserflors wird ein räumlich
dreidimensionaler Filzgegenstand erreicht. Bei diesem Verfahren werden nachträgliche
Verformschritte überflüssig oder auf ein geringes Maß reduziert, so dass das herzustellende
Material keinen wesentlichen Verzug erfährt.
Bezugszeichen
[0029]
- 1
- Faserlegevorrichtung
- 2
- Träger
- 3, 4
- 3D-Formen
- 5, 6, 7
- Düsenbalken
- 8, 9, 10
- Schmelzblasdüsen
- 11
- Richtung
- 12
- Vliesverfestigungseinrichtung
- 13, 14, 15
- Fasern
- 16
- Faserflor, Faservlies
- 17
- Verfestigungseinrichtung
- 18-24
- Düsen
- 25
- Vlieskörper
- 26, 27
- Faserschicht
1. Verfahren zur Herstellung von räumlichen Gegenständen aus Filz, insbesondere von Büstenhalter-Körbchen,
mit folgenden Schritten:
Bereitstellen eines Trägers (2) mit wenigstens einer 3D-Form (3, 4),
Aufbringen eines Wirrfaserflors (16) auf die 3D-Form (3, 4) durch ungeordnetes Ablegen
von Fasern (13, 14, 15) auf dieser,
Verfestigen des vorgeformten Wirrfaserflors (16) zu einem dreidimensionalen Filzkörper
(25).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirrfaservlies (16) zur Verfestigung von dem Träger (2) abgenommen und dann verfestigt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirrfaservlies (16) durch Einwirkung eines formlosen Mediums auf das Wirrfaservlies
(16) verfestigt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das formlose Medium ein in Strahlen auf das Wirrfaservlies (16) einwirkendes Fluid,
Wärme, ein Klebemittel und/oder Lösungsmittel ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirrfaservlies (16) auf der 3D-Form (3, 4) vor dem Abnehmen vorverfestigt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zur Vorverfestigung ein in Strahlen auf das Wirrfaservlies (16) einwirkendes Fluid,
Wärme, ein Klebemittel und/oder Lösungsmittel genutzt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des Wirrfaservlieses (16) wenigstens Fasern (13) aus einem ersten
Material und Fasern (14) aus einem zweiten Material genutzt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirrfaservlies (16) Verbundfasern enthält, die jeweils aus zwei unterschiedlichen
Materialien bestehen.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung des Wirrfaservlieses (16) Fasern (13) aus einem ersten Material und
dann Fasern (14) aus einem zweiten Material nacheinander auf die 3D-Form (3, 4) aufgebracht
oder in diese eingebracht werden.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Verfestigen des Wirrfaservlieses (16) Teile aus dem Filzkörper (25) ausgeschnitten
werden.
11. Vorrichtung zur Herstellung von räumlichen Gegenständen aus Filz, insbesondere von
BüstenhalterKörbchen:
mit einem Träger (2) mit wenigstens einer 3D-Form (3, 4),
mit mindestens einem Faserabgabevorrichtung (5, 6, 7) zum Aufbringen eines unverfestigten
Wirrfaservlieses (16) auf die 3D-Form (3, 4) durch ungeordnetes Ablegen von Fasern
(13, 14) auf dieser,
mit mindestens einer Verfestigungseinrichtung (17) zur Verfestigung des vorgeformten
Wirrfaservlieses (16) zu einem dreidimensionalen Filzkörper (25).
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserabgabeeinrichtung (5, 6, 7) wenigstens einen Düsenbalken (5) umfasst.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserabgabeeinrichtung (5, 6, 7) Vorrichtungen (5, 6) zur Abgabe von Fasern (13,
14) aus zwei unterschiedlichen Materialien umfasst.
14. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der 3D-Form (3, 4) gegenüberliegend eine Vorverfestigungseinrichtung (12) angeordnet
ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorverfestigungseinrichtung (12) wenigstens einen Düsenbalken aufweist, der Strahlen
eines Fluids auf das Wirrfaservlies (16) richtet.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur Herstellung von räumlichen Gegenständen aus Filz, insbesondere von
Büstenhalter-Körbchen, mit folgenden Schritten:
Bereitstellen eines Trägers (2) mit wenigstens einer 3D-Form (3, 4),
Aufbringen eines Wirrfaservlieses (16) auf die 3D-Form (3, 4) durch ungeordnetes Ablegen
von Fasern (13, 14, 15) auf dieser,
Verfestigen des vorgeformten Wirrfaservlieses (16) zu einem dreidimensionalen Vlieskörper
(25) durch ein in Strahlen auf das Wirrfaservlies (16) einwirkendes Fluid.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirrfaservlies (16) zur Verfestigung von dem Träger (2) abgenommen und dann verfestigt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirrfaservlies (16) auf der 3D-Form (3, 4) vor dem Abnehmen vorverfestigt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Vorverfestigung ein in Strahlen auf das Wirrfaservlies (16) einwirkendes Fluid,
Wärme, ein Klebemittel und/oder Lösungsmittel genutzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des Wirrfaservlieses (16) wenigstens Fasern (13) aus einem ersten
Material und Fasern (14) aus einem zweiten Material genutzt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirrfaservlies (16) Verbundfasern enthält, die jeweils aus zwei unterschiedlichen
Materialien bestehen.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung des Wirrfaservlieses (16) Fasern (13) aus einem ersten Material und
dann Fasern (14) aus einem zweiten Material nacheinander auf die 3D-Form (3, 4) aufgebracht
oder in diese eingebracht werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Verfestigen des Wirrfaservlieses (16) Teile aus dem Vlieskörper (25) ausgeschnitten
werden.
9. Vorrichtung zur Herstellung von räumlichen Gegenständen aus Filz, insbesondere von
Büstenhalter-Körbchen:
mit einem Träger (2) mit wenigstens einer 3D-Form (3, 4),
mit mindestens einem Faserabgabevorrichtung (5, 6, 7) zum Aufbringen eines unverfestigten
Wirrfaservlieses (16) auf die 3D-Form (3, 4) durch ungeordnetes Ablegen von Fasern
(13, 14) auf dieser,
mit mindestens einer Verfestigungseinrichtung (17) zur Verfestigung des vorgeformten
Wirrfaservlieses (16) zu einem dreidimensionalen Vlieskörper (25), die Strahlen eines
Fluids auf das Wirrfaservlies (16) richtet.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserabgabeeinrichtung (5, 6, 7) wenigstens einen Düsenbalken (5) umfasst.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserabgabeeinrichtung (5, 6, 7) Vorrichtungen (5, 6) zur Abgabe von Fasern (13,
14) aus zwei unterschiedlichen Materialien umfasst.
12. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der 3D-Form (3, 4) gegenüberliegend eine Vorverfestigungseinrichtung (12) angeordnet
ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorverfestigungseinrichtung (12) wenigstens einen Düsenbalken aufweist, der Strahlen
eines Fluids auf das Wirrfaservlies (16) richtet.