[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Scheinwerfer, insbesondere für Kraftfahrzeuge,
umfassend mindestens eine LED-Lichtquelle mit einer Längserstreckung in Richtung ihrer
Längsachse und einen Reflektor mit einer Lichtabstrahlrichtung in Richtung einer z-Achse
eines Koordinatensystems, dessen Ursprung in einem Brennpunkt oder einer Brennebene
des Reflektors liegt. Der Reflektor weist eine Erstreckung in Richtung einer x-Achse
und einer y-Achse des Koordinatensystems auf. Die x-Achse entspricht im eingebauten
Zustand des Scheinwerfers einer Horizontalen und die y-Achse einer Vertikalen. Die
Lage der mindestens einen LED-Lichtquelle ist definiert durch einen Winkel α, der
einer Rotation der Lichtquelle um die x-Achse entspricht, einen Winkel β, der einer
Rotation der Lichtquelle um die y-Achse entspricht, und einen Winkel γ, der einer
Rotation der Lichtquelle um die Längsachse entspricht.
[0002] Bei Scheinwerfern, insbesondere bei Abblendlichtscheinwerfern oder Nebelscheinwerfern,
aber auch bei anderen Scheinwerfern ist es vorgesehen, dass sie eine Lichtverteilung
mit einer Hell-Dunkel-Grenze erzeugen, wobei die Lichtverteilung überwiegend unter
dieser Hell-Dunkel-Grenze liegt. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass Blendungen
entgegenkommender oder vorausfahrender Verkehrsteilnehmer entstehen.
[0003] In Europa ist die Hell-Dunkel-Grenze gesetzlich definiert und derart ausgebildet,
dass sie einen horizontalen Abschnitt auf der Gegenverkehrsseite und einen Bestandteil
mit einem 15°-Anstieg auf der eigenen Verkehrsseite aufweist. Bei Rechtsverkehr liegt
der Anstieg also auf der rechten Fahrbahnseite bzw. im Bereich des rechten Fahrbahnrandes.
In der beschriebenen Weise stellt sich die Hell-Dunkel-Grenze auf einem Messschirm,
der vor einem Scheinwerfer angeordnet ist, dar. Im Bereich des Übergangs von dem horizontalen
Abschnitt der Hell-Dunkel-Grenze in den Abschnitt mit dem 15°-Anstieg liegt unterhalb
der Hell-Dunkel-Grenze das Maximum der Reichweite.
[0004] Es ist dabei vorgesehen, dass die LED-Lichtquelle zum Erzeugen dieser Lichtverteilung
einen oder mehrere LED-Chips umfasst, die eine längliche Form aufweisen und deren
Längsachse (annähernd) in Fahrtrichtung ausgerichtet ist. Für heutige LED-Scheinwerfer
werden spezielle LEDs eingesetzt, die durch die Form der LED-Chips oder durch Anordnung
mehrerer Chips eine deutlich längliche (Verhältnis Länge/Breite größer als 1) Lichtquelle
bilden. Die Richtung der größten Ausdehnung der LED-Lichtquelle wird als LED-Hauptachse
oder Längsachse bezeichnet. D. h. bei derartigen LED-Lichtquelle verläuft die Längsachse
oder Hauptachse parallel zur optischen Achse bzw. zur z-Achse. Durch diese Anordnung
wird erreicht, dass für verschiedene Bereiche im Reflektor die LED-Abbilder verschiedene
Orientierungen aufweisen. Bei den sogenannten LED-Abbildern handelt es sich um die
Projektion der LEDs an einem bestimmten Reflektorbereich auf einen Messschirm oder
auf die Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug.
[0005] Um eine Lichtverteilung mit einer Hell-Dunkel-Grenze zu erzeugen, wie sie in Europa
vorgeschrieben ist, die links von der Mitte des Messschirms horizontal verläuft und
rechts unter einem Winkel von 15° ansteigt, sind im allgemeinen die Abbilder besonders
vorteilhaft, deren Orientierung ebenso horizontal bzw. 15° schräg zur Horizontalen
liegen. Dies gilt in erster Linie für Abbilder in der Nähe eines Schnittpunkts (sog.
HV-Punkt) einer auf dem Messschirm aufgetragenen Horizontalen mit einer Vertikalen.
Insbesondere gilt dies für Abbilder in einem Bereich von 0° bis +/-10° horizontal.
Darüber hinaus beginnen die Abbilder mit zunehmendem Abstand vom Ursprung HV sich
langsam zu drehen und liegen nicht mehr exakt horizontal bzw. in einem 15°-Anstieg
unterhalb der Hell-Dunkel-Grenze. Der für die Erzeugung der Hell-Dunkel-Grenze interessierende
und vom Fahrzeuglenker wahrgenommene Bereich der Hell-Dunkel-Grenze liegt aber innerhalb
des Bereichs von 0° bis +/-10° horizontal.
[0006] An der Hell-Dunkel-Grenze sind zwei Aspekte von besonderer Bedeutung: Geringe Blendung,
d.h. möglichst keine Beleuchtung oberhalb der Hell-Dunkel-Grenze, und trotzdem ein
hoher Gradient und ein großes Maximum in der Nähe der Hell-Dunkel-Grenze zur Erzeugung
einer bestmöglichen Reichweite.
[0007] Mit Hilfe der horizontal und in einem Winkel von 15° verlaufenden LED-Abbilder kann
man sehr gut eine Hell-Dunkel-Grenze erzeugen, die einen hohen Gradienten aufweist,
d. h. eine Lichtverteilung mit viel Licht unterhalb der Hell-Dunkel-Grenze und wenig
bzw. keinem Licht oberhalb der Hell-Dunkel-Grenze. Dies ermöglicht eine hohe Reichweite
der Lichtverteilung und eine geringe Blendung anderer Verkehrsteilnehmer.
[0008] Gleichzeitig ist die vertikale Ausdehnung der LED-Abbilder minimal, so dass es nicht
zu einem zu hellen Vorfeld der Lichtverteilung kommt.
[0009] Darüber hinaus sind derartige LED-Abbilder unempfindlich gegenüber Lampentoleranzen
in Fahrtrichtung, d. h. entlang der z-Achse, so dass der Fokussierung der Lichtquelle
im Reflektor relativ wenig Bedeutung zukommt. Derartige Abbilder werden bei bestehenden
Lichtquellentoleranzen parallel entlang der Hell-Dunkel-Grenze auf dem Schirm verschoben.
Eine erhöhte Blendung tritt hierdurch nicht auf.
[0010] Derartige Wendelbilder entstehen bei einem Scheinwerfer gemäss dem Stand der Technik,
bei dem der Längsachse der LED-Lichtquelle mit der z-Achse zusammenfällt, im Bereich
der horizontalen Mittelebene (x-Achse) des Reflektors bezüglich der horizontalen Abbilder
und in dem Reflektorbereich, der sich bei ca. 15° im zweiten und vierten Quadranten
des Reflektors befindet, hinsichtlich der Abbilder mit 15°-Anstieg im rechten Abbildungsrand.
[0011] Es ist daher wichtig, um eine hohe Reichweite des Scheinwerfers zu erzeugen, dass
der Reflektor eine ausreichende Breite aufweist. Vertikale Reflektorkonturen mit geringer
Breite sind daher ungünstig.
[0012] Beim Einsatz von LEDs, die gegenüber herkömmlichen Glühlampen oder Gasentladungslampen
einen beschränkten Abstrahlraum aufweisen, ist es zudem nachteilig, dass die Reflektorbereiche,
die für die Erzeugung des horizontalen Abschnitts zuständig sind, bzw. diejenigen
Reflektorbereiche, die für die Erzeugung des Abschnitts mit dem 15°-Anstieg zuständig
sind, nicht optimal ausgeleuchtet werden, so dass nur begrenzte Gradientenwerte der
Lichtstärke im Bereich der Hell-Dunkel-Grenze erzielt werden können.
[0013] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Scheinwerfer bereitzustellen, der es erlaubt,
auch Reflektoren mit vertikaler Kontur, also geringerer Breite oder anderer Kontur,
zu verwenden und derartige Reflektorkonturen optimal bezüglich ihrer Reichweite zu
nutzen. Außerdem liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, trotz der Verwendung von
LED-Lichtquellen eine besonders gute Hell-Dunkel-Grenze zu erzielen. Insbesondere
hat die vorliegende Erfindung zum Ziel, die Lage der LED-Lichtquelle relativ zum Reflektor
derart zu variieren, dass das von der LED-Lichtquelle ausgesandte Lichtbündel bei
gegebener Kontur und Form eines Reflektorbeschnitts (Ausschnitt aus der Reflexionsfläche)
diejenigen Reflektorbereiche, die LED-Abbilder zur Bildung eines bestimmten Teils
der resultierenden Lichtverteilung, z.B. der Hell-Dunkel-Grenze, erzeugen, möglichst
gut ausleuchtet.
[0014] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ausgehend von dem Scheinwerfer der eingangs genannten
Art vorgeschlagen, dass die Lage der mindestens einen LED-Lichtquelle derart gewählt
ist, dass sie ausgehend von einer Ausgangsposition um einen Winkel -90° < α < +90°,
wobei α ≠ 0° und α ≠ ±90°, und/oder einen Winkel -90° < β < +90°, wobei β ≠ 0° und
β ≠ ±90°, um die x-Achse bzw. die y-Achse gedreht ist. Vorzugsweise liegt die Lichtquelle
in der Ausgangsposition mit ihrem Mittelpunkt in etwa im Ursprung des Koordinatensystems.
[0015] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch eine Variation
der Form des Reflektors zwar die Position der LED-Abbilder variiert werden kann, nicht
jedoch deren Ausrichtung und Neigung. Deshalb wird zur Erzeugung von geneigten Abbildern,
bspw. von um 15° geneigten Abbildern zur Erzielung eines 15°-Anstiegs einer Hell-Dunkel-Grenze
der Lichtverteilung, die LED-Lichtquelle um einen bestimmten Winkel α und/oder β um
die x-Achse bzw. die y-Achse geneigt. Da die Winkel α und β ungleich 0° und ungleich
±90° sind, fällt die Längsachse der LED-Lichtquelle nicht mit der z-Achse oder der
x-Achse zusammen, sondern die Längsachse ist frei im Raum orientiert. Die Orientierung
der Längsachse der LED-Lichtquelle wird dabei mittels zweier Rotationswinkel α und
β angegeben. Durch diese Anordnung der Längsachse der LED-Lichtquelle frei im Raum
wird erzielt, dass die Reflektorgeometrie (z.B. Beschnitt, Form, Krümmung des Reflektors)
so gestaltet werden kann, dass beispielsweise die LED-Abbilder, die zur Erzeugung
des horizontalen Abschnitts der Hell-Dunkel-Grenze dienen, bzw. die Abbilder, die
zur Erzeugung des Abschnitts mit 15°-Anstieg der Hell-Dunkel-Grenze dienenden, nicht
länger im Bereich der Horizontalen bzw. bei 15° im zweiten und vierten Quadranten
angesiedelt sind, sondern aus dieser Lage heraus gedreht sind. Auf diese Weise können
auch vertikale Reflektorkonturen horizontal und um 15° geneigte Abbilder erzeugen
mit ausreichender bzw. guter Reichweite. Die Richtung der LED-Längsachse kann dabei
in Abhängigkeit von der Reflektorkontur verändert werden. Auf diese Weise sind von
Seiten des Designs mehr stilistische Freiheiten bezüglich der Reflektorkontur gegeben
und der Bauraum in einer Kraftfahrzeugscheinwerferanordnung kann optimal genutzt werden.
[0016] Darüber hinaus erlaubt die Erfindung, die Hauptabstrahlrichtungen der LED-Lichtquellen
derart auszurichten, dass sie auf diejenigen Reflektorbereiche, welche die LED-Abbilder
zur Erzeugung des horizontalen und/oder des mit 15° ansteigenden Abschnitts der Hell-Dunkel-Grenze
reflektieren, gerichtet sind. Dadurch kann ein besonders großer Gradientenwert und
damit eine sehr gute Hell-Dunkel-Grenze erzielt werden. Üblicherweise wird eine LED-Lichtquelle
derart ausgerichtet, dass sie entweder einen ersten Reflektorbereich besonders gut
anstrahlt, der den horizontalen Abschnitt der Hell-Dunkel-Grenze erzeugt, oder aber
einen anderen Reflektorbereich besonders gut anstrahlt, der den ansteigenden Abschnitt
der Hell-Dunkel-Grenze erzeugt. Zur Erzeugung der gesamten Hell-Dunkel-Grenze wird
also eine erste LED-Lichtquelle des Scheinwerfers auf den ersten Reflektorbereich
ausgerichtet und eine zweite LED-Lichtquelle des Scheinwerfers auf den anderen Reflektorbereich
ausgerichtet.
[0017] Wenn eine LED-Lichtquelle derart ausgerichtet ist, dass ihr Lichtbündel sowohl auf
den ersten Reflektorbereich als auch auf den anderen Reflektorbereich fällt, kann
die Hauptabstrahlrichtung der LED-Lichtquelle derart ausgerichtet sein, dass in etwa
die gleiche Menge an Licht auf diejenigen Reflektorbereiche, welche die LED-Abbilder
zur Erzeugung des horizontalen Abschnitts der Hell-Dunkel-Grenze reflektieren, und
auf diejenigen Reflektorbereiche trifft, welche die LED-Abbilder zur Erzeugung des
mit 15° ansteigenden Abschnitts der Hell-Dunkel-Grenze reflektieren. Eine solche Auslegung
des Scheinwerfers macht jedoch einen Knick oder eine Stufe in der Reflexionsfläche
zwischen den beiden Reflektorbereichen erforderlich.
[0018] Des weiteren kann mit dem erfindungsgemäßen Scheinwerfer eine störende zu starke
Ausleuchtung des Vorfelds des Kraftfahrzeugs verhindert werden.
[0019] Außerdem ist es mit der vorliegenden Erfindung auch möglich, eine Variation der Lichtstärkeverteilung
vorzunehmen, ohne dass es einer kompletten Neu- oder Umkonstruktion des optischen
Systems bedarf. Dies kann wichtig sein, um schnell und flexibel mit möglichst geringem
Aufwand geänderten Kundenanforderungen Rechnung tragen zu können. Durch die Drehung
der LED-Lichtquelle um die x- bzw. y-Achse und - falls gewünscht - auch um die Längsachse
der LED-Lichtquelle erhält der Entwickler von Scheinwerfern einen weiteren Parameter
an die Hand, über den er die resultierende Lichtverteilung variieren kann.
[0020] Schließlich ist es mit der vorliegenden Erfindung möglich, den Zielkonflikt zwischen
möglichst gutem Ausleuchten eines vorgegebenen Reflektorbeschnitts einerseits und
möglichst gutem Ausleuchten derjenigen Reflektorbereiche, die LED-Abbilder zur Bildung
eines bestimmten Teils der resultierenden Lichtverteilung, z.B. der Hell-Dunkel-Grenze,
erzeugen, zu lösen. Das gezielte Anstrahlen bestimmter Reflektorbereiche ist insbesondere
bei LED-Lichtquellen mit ihrem relativ engen Abstrahlwinkel wichtig. Zudem erlaubt
die Erfindung in ein- und demselben Scheinwerfer mehrere LED-Lichtquellen einzusetzen,
die aufgrund unterschiedlicher Orientierung unterschiedliche Reflektorbeschnitte (die
auch unterschiedlich geformt und konturiert sein können) ausleuchten. Das ist bei
einer nach allen Seiten abstrahlenden Glühwendel einer Glühlampe oder einem Lichtbogen
einer Gasentladungslampe nicht möglich.
[0021] Es ist insbesondere vorteilhaft, wenn die mindestens eine LED-Lichtquelle zusätzlich
noch um einen Winkel γ um die Längsachse gedreht ist. Dadurch kann die Hauptabstrahlrichtung
der Lichtquelle mit besonders großer Freiheit auf nahezu beliebige Reflektorbereiche
gerichtet und die resultierende Lichtverteilung besonders gut optimiert werden.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass eine Reflexionsfläche
des Reflektors Reflektorbereiche aufweist, die zur Erzeugung eines bestimmten Teils
einer von dem Scheinwerfer erzeugten Lichtverteilung in besonderer Weise ausgestaltet
sind, wobei die Position der Reflektorbereiche auf der Reflexionsfläche abhängig ist
von der Lage der mindestens einen LED-Lichtquelle. Das heißt, mit einer Drehung der
LED-Lichtquelle um die x-Achse und/oder um die y-Achse verschieben sich auch die Reflexionsbereiche,
die zur Erzeugung eines bestimmten Teils einer resultierenden Lichtverteilung genutzt
werden. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Lage der mindestens einen LED-Lichtquelle
derart gewählt ist, dass als Reflektorbereiche zur Erzeugung eines bestimmten Teils
der Lichtverteilung dafür besonders gut geeignete Bereiche der Reflexionsfläche genutzt
werden können. Diese zur Erzeugung eines bestimmten Teils der Lichtverteilung besonders
gut geeigneten Bereiche sind bspw. die Reflektorbereiche zur Reflexion horizontaler
bzw. um 15° ansteigender LED-Abbilder, die zur Erzeugung einer besonders guten Hell-Dunkel-Grenze
genutzt werden können.
[0023] Besondere Vorteile ergeben sich durch die beschriebene Gestaltung, wenn der Scheinwerfer
zur Erzeugung einer Lichtverteilung mit einer Hell-Dunkel-Grenze, bspw. einer Abblendlichtverteilung
oder einer Nebellichtverteilung, ausgebildet ist. Auch bei Nebelscheinwerfern lässt
sich mit den beschriebenen Maßnahmen die Hell-Dunkel-Grenze, die hier in der Regel
durchgehend horizontal verläuft, verbessern.
[0024] Es ist insbesondere vorteilhaft, wenn die mindestens eine LED-Lichtquelle ausgehend
von der Ausgangsposition, in der sie mit ihrer Längsachse in etwa auf der z-Achse
verläuft, bei unverändertem Winkel β um einen Winkel -90° < α < +90°, wobei α ≠ 0°
und α ≠ ±90°, um die x-Achse gedreht ist. Insbesondere ist vorgeschlagen, dass die
mindestens eine LED-Lichtquelle ausgehend von der Ausgangsposition, in der sie mit
ihrer Längsachse in etwa auf der z-Achse verläuft, bei unverändertem Winkel β um einen
Winkel -60° < α < -10° oder +10° < α < +60° um die x-Achse gedreht ist. Besondere
Vorteile ergeben sich, wenn die mindestens eine LED-Lichtquelle ausgehend von der
Ausgangsposition, in der sie mit ihrer Längsachse in etwa auf der z-Achse verläuft,
bei unverändertem Winkel β um einen Winkel α = 15° oder α = 30° um die x-Achse gedreht
ist. In diesem Fall sind sowohl die LED-Abbilder für den horizontalen Abschnitt der
Hell-Dunkel-Grenze als auch die Abbilder, die den 15°-Anstieg auf einem Messschirm
erzeugen, durch Bereich im Reflektor gebildet, die als Hyperbeln ausgebildet sind.
Die Scheitelpunkte der Hyperbeln liegen oberhalb der z-Achse oder der optischen Achse
des Reflektors.
[0025] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, dass der
Scheinwerfer mehrere LED-Lichtquellen aufweist, deren Mittelpunkte im wesentlichen
in einer durch den Brennpunkt des Reflektors und im Wesentlichen senkrecht verlaufenden
Ebene oder in der Brennebene des Reflektors angeordnet sind, wobei die Lage der Lichtquellen
derart gewählt ist, dass deren Längsachsen parallel zueinander verlaufen. Selbstverständlich
ist es denkbar, die Position der um die x-, y- und/oder z-Achsen gedrehten LED-Lichtquellen
ein wenig radial nach außen, das heißt weg von der z-Achse zu verlagern. In dem Bereich
zwischen den LED-Lichtquellen in der Nähe der z-Achse kann dann bspw. ein Kühlkörper
für die LED-Lichtquellen angeordnet werden. Es ist denkbar, einen gemeinsamen Kühlkörper
für alle LED-Lichtquellen des Scheinwerfers vorzusehen.
[0026] Vorteilhafterweise hat der Scheinwerfer mehrere LED-Lichtquellen, deren Mittelpunkte
im wesentlichen in einer durch den Brennpunkt des Reflektors und im Wesentlichen senkrecht
verlaufenden Ebene oder in der Brennebene des Reflektors angeordnet sind, wobei die
Lage der Lichtquellen derart gewählt ist, dass Hauptabstrahlrichtungen der LED-Lichtquellen
in einem Winkel von 45° bis 180° zueinander ausgerichtet sind. Insbesondere wird vorgeschlagen,
dass der Scheinwerfer vier LED-Lichtquellen aufweist, wobei die Lage der Lichtquellen
derart gewählt ist, dass die Hauptabstrahlrichtungen der LED-Lichtquellen in einem
Winkel von 90° zueinander ausgerichtet sind.
[0027] Dabei verlaufen die Hauptabstrahlrichtungen der LED-Lichtquellen vorzugsweise zwischen
einer von der x-Achse und der z-Achse aufgespannten horizontalen Ebene und einer von
der y-Achse und der z-Achse aufgespannten vertikalen Ebene. Besonders bevorzugt ist,
wenn die horizontale Ebene und die vertikale Ebene die Reflexionsfläche des Reflektors
in Quadranten unterteilen, wobei die Hauptabstrahlrichtungen der einzelnen LED-Lichtquellen
auf unterschiedliche Quadranten des Reflektors gerichtet sind.
[0028] Gemäß einer alternativen Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass die mindestens
eine LED-Lichtquelle ausgehend von der Ausgangsposition, in der sie mit ihrer Längsachse
in etwa auf der x-Achse verläuft, bei unverändertem Winkel α um einen Winkel -90°
< β < +90°, wobei β ≠ 0° und β ≠ ±90°, um die y-Achse gedreht ist. Gemäß einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, dass der Scheinwerfer mehrere LED-Lichtquellen
aufweist, deren Hauptabstrahlrichtungen auf mindestens einen ausgewählten Reflektorbereich
gerichtet sind, wobei die LED-Lichtquellen sowie die ausgewählten Reflektorbereiche
jeweils nebeneinander angeordnet sind. Gemäß dieser Ausführungsform werden die ausgewählten
Reflektorbereiche aus dem Reflektor herausgeschnitten. Dieser Scheinwerfer kann darauf
spezialisiert sein, lediglich einen Teil einer Lichtverteilung, bspw. eine Hell-Dunkel-Grenze,
zu erzeugen. Die herausgeschnitten Reflexionsbereiche werden beliebig relativ zueinander,
bspw. nebeneinander, übereinander, versetzt zueinander oder in einem bestimmten Muster,
angeordnet. Die den ausgewählten Reflektorbereichen zugeordneten Lichtquellen werden
so ausgerichtet, dass sie genau auf die ihnen zugeordneten ausgewählten Reflektorbereiche
treffen.
[0029] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren näher erläutert, die bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung zeigen.
Insbesondere zeigen:
- Figur 1
- eine LED-Lichtquelle zur Verwendung in einem erfindungsgemäßen Scheinwerfer gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform;
- Figur 2
- einen Ausschnitt eines aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfers mit LED-Lichtquelle;
- Figur 3
- einen Ausschnitt eines anderen aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfers mit
LED- Lichtquelle;
- Figur 4
- einen Ausschnitt noch eines anderen aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfers
mit LED- Lichtquelle;
- Figur 5
- einen Ausschnitt noch eines anderen aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfers
mit LED- Lichtquelle;
- Figur 6
- eine Zuordnung von verschiedenen Reflektorbereichen zu bestimmten LED-Abbildern in
der Lichtverteilung bei einem aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfer mit
LED- Lichtquelle, deren Längsachse auf der z-Achse verläuft;
- Figur 7
- die Ausrichtung einer LED-Lichtquelle in einem aus dem Stand der Technik bekannten
Scheinwerfer mit LED-Lichtquelle zur Erzeugung von LED- Abbildern eines horizontalen
Abschnitts einer Hell-Dunkel-Grenze einer resultierenden Lichtverteilung;
- Figur 8
- die Ausrichtung einer LED-Lichtquelle in dem aus Scheinwerfer aus Figur 7 zur Erzeugung
von LED- Abbildern eines ansteigenden Abschnitts einer Hell-Dunkel-Grenze der Lichtverteilung;
- Figur 9
- eine Zuordnung von verschiedenen Reflektorbereichen zu bestimmten LED-Abbildern in
der Lichtverteilung bei einem aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfer mit
LED- Lichtquelle, deren Längsachse auf der x-Achse verläuft;
- Figur 10
- einen durch eine LED-Lichtquelle eines aus dem Figur 11 Stand der Technik bekannten
Scheinwerfers ausgeleuchteten Reflektorbereich; bei einem aus dem Stand der Technik
bekannten Scheinwerfer mit einer LED-Lichtquelle mit längs der z-Achse verlaufender
Längsachse, einen Reflektorbereich zum Erzeugen von LED-Abbildern für die Hell-Dunkel-Grenze;
- Figur 12
- bei einem aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfer mit einer LED-Lichtquelle
mit längs der x-Achse verlaufender Längsachse, einen Reflektorbereich zum Erzeugen
von LED-Abbildern für die Hell-Dunkel-Grenze;
- Figur 13
- einen erfindungsgemäßen Scheinwerfer mit einer um den Winkel β um die y-Achse LED-Lichtquelle;
- Figur 14
- einen Ausschnitt eines aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfers mit einer
LED-Lichtquelle mit längs der z-Achse verlaufender Längsachse mit den entsprechenden
Reflektorbereichen zur Erzeugung der Hell-Dunkel-Grenze;
- Figur 15
- einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers mit einer LED-Lichtquelle mit
ausgehend von der Stellung der LED-Lichtquelle aus Figur 14 um 15° um die x-Achse
geneigter LED- Lichtquelle mit den entsprechenden Reflektorbereichen zur Erzeugung
der Hell-Dunkel- Grenze;
- Figur 16
- einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers mit einer LED-Lichtquelle mit
ausgehend von der Stellung der LED-Lichtquelle
- Figur 17
- aus Figur 14 um 30° um die x-Achse geneigter LED- Lichtquelle mit den entsprechenden
Reflektorbereichen zur Erzeugung der Hell-Dunkel- Grenze; bei einem erfindungsgemäßen
Scheinwerfer gemäß Figur 15 oder 16, einen von der geneigten LED- Lichtquelle ausgeleuchteten
Reflektorbereich zur Erzeugung der Hell-Dunkel-Grenze;
- Figur 18
- bei einem aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfer mit einer LED-Lichtquelle
mit längs der x-Achse verlaufender Längsachse, einen Reflektorbereich zum Erzeugen
von LED-Abbildern für die Hell-Dunkel-Grenze;
- Figur 19
- bei einem erfindungsgemäßen Scheinwerfer mit einer LED-Lichtquelle mit längs der x-Achse
verlaufender Längsachse nach einer Drehung der LED-Lichtquelle um einen Winkel β um
die y-Achse, einen Reflektorbereich zum Erzeugen von LED- Abbildern für die Hell-Dunkel-Grenze;
- Figur 20
- einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
und
- Figur 21
- einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers gemäß einer anderen bevorzugten
Ausführungsform.
[0030] In Figur 1 ist eine an sich aus dem Stand der Technik bekannte LED-Lichtquelle zur
Verwendung in einem erfindungsgemäßen Scheinwerfer in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen
1 bezeichnet. Die LED-Lichtquelle 1 hat eine deutlich längliche Form, das heißt das
Länge L/Breite B-Verhältnis ist größer als 1. Die LED-Lichtquelle 1 umfasst mehrere
im Wesentlichen quadratisch geformte lichtemittierende Chips (sog. LED-Chips) 2, die
übereinander angeordnet sind. Selbstverständlich kann die LED-Lichtquelle 1 auch lediglich
einen länglichen LED-Chip 2 oder mehrere nebeneinander oder versetzt zueinander angeordnete
LED-Chips 2 umfassen. Die LED-Chips 2 sind auf einem Trägerelement 3 angeordnet, das
entweder separat oder als Teil eines Kühlkörpers ausgebildet sein kann.
Üblicherweise ist die LED-Lichtquelle 1 derart in einem Kraftfahrzeugscheinwerfer
angeordnet, dass eine Längsachse der Lichtquelle 1 parallel zu einer z-Achse eines
Reflektors des Scheinwerfers (entspricht der Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs) verläuft.
Im Folgenden wird die Richtung der größten Ausdehnung der LED-Lichtquelle 1 als LED-Hauptachse
bezeichnet.
[0031] Die Figuren 2 bis 5 zeigen Ausschnitte von verschiedenen aus dem Stand der Technik
bekannten Scheinwerfern. Die Ausschnitte umfassen jeweils einen Reflektor 4 sowie
eine dem Reflektor 4 in unterschiedlichen Ausrichtungen und Lagen zugeordnete LED-Lichtquelle
1. In den Figuren 2 bis 5 ist jeweils ein kartesisches Koordinatensystem eingezeichnet,
wobei die z-Achse der Fahrtrichtung 5 des Fahrzeugs und der Hauptaustrittsrichtung
des vom Reflektor 4 reflektierten Lichts entspricht. Eine durch die x-Achse und die
y-Achse aufgespannte Ebene verläuft senkrecht zur z-Achse und durch die LED-Lichtquelle
1. Vorzugsweise liegt der Mittelpunkt der LED-Lichtquelle 1 im Ursprung des Koordinatensystems.
Der Reflektor 4 ist ellipsoid- oder paraboloidförmig oder in einer davon abweichenden
Freiform ausgebildet. Falls es sich um einen Freiformreflektor handelt, hat dieser
streng genommen nicht nur einen Brennpunkt, oder eine Brennebene. Vielmehr hat der
Freiformreflektor eine Brennpunktwolke umfassend eine Vielzahl von Brennpunkten, die
den einzelnen Freiformflächen zugeordnet sind. Zur Vereinfachung wird nachfolgend
aber auch bei Freiformreflektoren von einem Brennpunkt gesprochen. Die Reflexionsfläche
kann mit oder ohne Facetten ausgebildet sein. Die Facetten auf der Reflexionsfläche
sind üblicherweise unterschiedlich ausgebildet und weisen insbesondere voneinander
abweichende Konturen und Freiformen auf. Sie können eine beliebige Anordnung (z.B.
vertikale Strukturierung, Anordnung gemäß einem 15°-Anstieg) relativ zueinander aufweisen.
Die Reflexionsfläche kann an aneinandergrenzenden Facetten Kanten oder Sprünge aufweisen.
Es ist aber auch denkbar, dass die Facetten ohne Kanten und Sprünge kontinuierlich
ineinander übergehen.
[0032] Der Reflektor 4 kann auch als ein sog. Halbschalenreflektor ausgebildet sein, der
die LED-Lichtquelle 1 in der xy-Ebene betrachtet nicht über den gesamten Umfang von
360° umgibt, sondern lediglich über einen Teil davon, bspw. über 180°. Vor dem Hintergrund,
dass eine LED-Lichtquelle 1 Licht hauptsächlich in einen Halbraum aussendet, kann
ein Halbschalenreflektor trotz seines beschränkten Umfangswinkels praktisch das ganze
von der LED-Lichtquelle ausgesandte Licht erfassen und reflektieren. Es ist denkbar,
dass die verwendeten LED-Lichtquellen 1 einen Halbraum nicht vollständig ausleuchten
(180°-Lichtkegel), sondern lediglich in einem kleineren Bereich, bspw. einem 90°-Lichtkegel.
Dabei kann auf der Lichtaustrittsfläche der LED eine bündelnde Optik integriert sein.
Dies ist insbesondere für die Ausführungsform aus Figur 20 interessant, die weiter
unten beschrieben wird.
[0033] In Figur 2 ist die LED-Lichtquelle 1 derart relativ zum Reflektor 4 ausgerichtet,
dass die LED-Hauptachse der LED-Lichtquelle 1 parallel zur z-Achse und die Hauptabstrahlrichtung
parallel zur y-Achse verläuft. In Figur 3 verläuft die LED-Hauptachse parallel zur
y-Achse und die Hauptabstrahlrichtung ist in -z-Richtung gerichtet. Gegenüber der
Ausrichtung der LED-Lichtquelle 1 in Figur 2 wurde diese in Figur 3 also in Richtung
der x-Achse betrachtet entgegen dem Uhrzeigersinn um 90° um die x-Achse gedreht, was
einer Drehung von +90° um die x-Achse entspricht. In Figur 4 verläuft die LED-Hauptachse
parallel zur x-Achse und die Hauptabstrahlrichtung ist in y-Richtung gerichtet. Gegenüber
der Ausrichtung in Figur 2 wurde die LED-Lichtquelle 1 in Figur 4 also um 90° um die
y-Achse gedreht. Da der Ursprung der LED-Lichtquelle 1 in den Figuren 2 bis 5 im Ursprung
des Koordinatensystems angeordnet ist, kann die Lichtquelle 1 ausgehend von der Position
in Figur 2 zur Erlangung der in Figur 4 gezeigten Ausrichtung in eine beliebige Richtung
um 90° um die y-Achse gedreht werden. In Figur 5 verläuft die LED-Hauptachse parallel
zur z-Achse und die Hauptabstrahlrichtung ist in -x-Richtung gerichtet. Gegenüber
der Ausrichtung in Figur 2 wurde die LED-Lichtquelle 1 in Figur 5 also in Richtung
der eigenen Hauptachse betrachtet im Uhrzeigersinn um 90° um die LED-Hauptachse gedreht,
was einer Drehung von -90° um die LED-Hauptachse entspricht.
[0034] Bei den aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfern mit LED-Lichtquelle 1 ist
die Ausrichtung der LED-Hauptachse immer parallel zu einer der Koordinatenachsen x,
y oder z.
[0035] Bei der Auslegung von Reflektorflächen bieten sich typischerweise bestimmte Bereiche
als ideal an, um damit bestimmte Teile der resultierenden Lichtverteilung, bspw. die
Hell-Dunkel-Grenze, zu erzeugen. Andere Teile der Lichtverteilung, die durch ausgewählte
Reflektorbereiche erzielt werden können, können bspw. Beleuchtungsstärkemaxima im
Zentrum oder an einer oder beiden Seiten der Lichtverteilung oder an einer beliebig
anderen Stelle der Lichtverteilung, eine gezielte schwache (geringe Lichtstärkewerte)
Ausleuchtung eines Bereichs oberhalb der Hell-Dunkel-Grenze (z.B. zum Anstrahlen von
Verkehrszeichen) oder eine gezielte stärkere (höhere Lichtstärkewerte) Ausleuchtung
von Teilbereichen oberhalb der Hell-Dunkel-Grenze sein, in denen sich keine entgegenkommenden
oder vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer befinden, zur Erzielung eines Teilfernlichts.
Aus den genannten Reflektorbereichen entstehen durch Reflexion der LED-Lichtquelle
1 sogenannte LED-Abbilder, die parallel zur Hell-Dunkel-Grenze auf einem vor dem Scheinwerfer
angeordneten Messschirm 6 (vgl. Figuren 6 und 9) liegen.
[0036] An einer Hell-Dunkel-Grenze 7 sind zwei Aspekte von besonderer Bedeutung:
- geringe Blendung, d.h. möglichst keine Beleuchtung oberhalb der Hell-Dunkel-Grenze
7, und
- trotzdem ein hoher Gradient und ein großes Maximum in der Nähe der Hell-Dunkel-Grenze
7 zur Erzeugung einer großen Reichweite.
[0037] Hierfür ist es nötig, mehrere LED-Abbilder 8, 9 nahe der Hell-Dunkel-Grenze 7 zu
überlagern. Diese LED-Abbilder 8, 9 eignen sich sehr gut zum Bilden der Hell-Dunkel-Grenze
7 und der Reichweite. Speziell die Reichweite kann durch Überlagerung solcher LED-Abbilder
8, 9 gut gebildet werden, ohne dass sich die daraus ergebende Konzentration des Lichts
die Homogenität der Lichtverteilung auf der Straße stört.
[0038] Würden senkrechte LED-Abbilder verwendet, dann wäre die Lichtverteilung durch die
Überlagerung dieser LED-Bilder auch weit unterhalb der Hell-Dunkel-Grenze noch konzentriert,
und dieses Licht würde im Vorfeld auf der Straße eine starke Inhomogenität erzeugen.
Dies kann durch Nutzung von horizontalen bzw. von um 15° geneigten LED-Abbildern ist
eine Lichtkonzentration für die Reichweite möglich ohne im Vorfeld Inhomogenitäten
zu erzeugen.
[0039] Die Herkunft der exakt horizontalen Abbilder 8 und der exakt um 15° geneigten LED-Abbilder
9 ist bei einem Reflektor 4 mit einer LED-Ausrichtung in Fahrtrichtung (parallel zur
z-Achse) - wie bspw. in Figur 2 gezeigt - immer auf zwei Linien 10, 11 beschränkt
(vgl. Figur 6). Die Linien 10, 11 haben beide einen geraden Verlauf. Damit ist im
Grunde genommen auch der Lichtstrom festgelegt, der für diese Bereiche verwendet werden
kann. Eine durchgezogene, in etwa horizontal verlaufende Linie 10 erzeugt die horizontalen
LED-Abbilder 8, und eine gestrichelte, schräg zur Horizontalen 10 verlaufende Linie
11 erzeugt die 15°-LED-Abbilder 9. Eine Überlagerung dieser Abbilder ergibt eine recht
gute Hell-Dunkel-Grenze.
[0040] Aufgrund der typischen Abstrahlcharakteristik der LED-Lichtquelle 1 (strahlt in einen
Halbraum), wird in dieser Ausrichtung der LED-Hauptachse parallel zur z-Achse des
Reflektors 4 die LED-Lichtquelle 1 um ihre Hauptachse gedreht - wie bspw. in Figur
5 gezeigt -, damit die seitlichen Reflektorbereiche neben der LED-Lichtquelle 1 bestrahlt
werden.
[0041] Daraus ergeben sich entsprechende Reflektorbeschnitte, die beispielhaft in den Figuren
7 und 8 dargestellt sind. Dabei wird versucht, die LED-Lichtquelle 1 derart auszurichten,
dass die Hauptabstrahlrichtung der LED-Lichtquelle 1 im Wesentlichen parallel zu den
Linien 10, 11 verläuft, damit möglichst viel des von der LED-Lichtquelle 1 ausgesandten
Lichts zur Erzeugung der horizontalen LED-Abbilder 8 und der um 15° geneigten LED-Abbilder
9 genutzt werden kann. Der von der LED-Lichtquelle 1 mit einer vorgebbaren Mindestbeleuchtungsstärke
angestrahlte Bereich ist mit dem Bezugszeichen 12 bezeichnet. Der für die jeweilige
Funktion (Erzeugung horizontaler Abbilder 8 oder Erzeugung Abbilder 9 mit 15°-Anstieg)
interessierende Reflektorbereich, der auch als Reflektorbeschnitt oder Reflektorkontur
bezeichnet werden kann, ist mit dem Bezugszeichen 13 bzw. 14 bezeichnet.
[0042] Die Herkunft der exakt horizontalen LED-Abbilder 8 und der exakt um 15° geneigten
LED-Abbilder 9 ist bei einem Reflektor 4 mit einer LED-Ausrichtung quer Fahrtrichtung
5 (parallel zur x-Achse) - wie bspw. in Figur 4 gezeigt - auf andere Linien 15, 16
beschränkt (vgl. Figur 9). Damit ist im Grunde genommen auch der Lichtstrom festgelegt,
der für diese Bereiche verwendet werden kann. Zwei durchgezogene, horizontal und vertikal
verlaufende gerade Linien 15 erzeugen die horizontalen LED-Abbilder 8. Zwei gestrichelte,
hyperbelförmige Linien 16 erzeugen die 15°-LED-Abbilder 9. Eine Überlagerung dieser
Abbilder ergibt eine recht gute Hell-Dunkel-Grenze.
[0043] Aufgrund der begrenzten Abstrahlcharakteristik der LED-Lichtquelle 1, wird bei einer
Ausrichtung der LED-Lichtquelle 1 quer zur Fahrtrichtung 5 die LED-Lichtquelle 1 so
um die Hauptachse (entspricht in diesem Fall der x-Achse) gedreht, dass sie Reflektorbereiche
oberhalb der LED-Lichtquelle 1 bestrahlt. Daraus ergibt sich ein entsprechender, in
Figur 10 gezeigter Reflektorbeschnitt 17.
[0044] Ein bekannter Scheinwerfer mit einer LED-Lichtquelle 1, deren Hauptachse parallel
zur Fahrtrichtung 5 verläuft (vgl. Figur 2), sowie dessen linienförmigen Reflektorbereiche
10, 11, die zur Erzeugung der Hell-Dunkel-Grenze 7 bzw. der unmittelbar darunter angeordneten
horizontalen Abbilder 8 und um 15° ansteigenden Abbilder 9 dienen, ist in Figur 11
gezeigt. Dabei ist die LED-Lichtquelle 1 um ihre Hauptachse gedreht, um mit dem Lichtbündel
12 den vorgegebenen Reflektorbeschnitt 14 auszuleuchten. Es ist deutlich zu erkennen,
dass nur sehr kleine Abschnitte der Reflektorbereiche 10, 11 von der LED-Lichtquelle
1 angestrahlt werden und zur Erzeugung der LED-Abbilder 8, 9 genutzt werden können.
Dies gilt insbesondere für die Linie 10 zum Reflektieren der horizontalen LED-Abbilder
8.
[0045] Ein anderer bekannter Scheinwerfer mit einer LED-Lichtquelle 1, deren Hauptachse
parallel quer zur Fahrtrichtung 5 verläuft (vgl. Figur 4), sowie dessen linienförmigen
Reflektorbereiche 15, 16, die zur Erzeugung der Hell-Dunkel-Grenze 7 bzw. der unmittelbar
darunter angeordneten horizontalen Abbilder 8 und um 15° ansteigenden Abbilder 9 dienen,
ist in Figur 12 gezeigt. Es ist deutlich zu erkennen, dass nur sehr kleine Reflektorbereiche
15, 16 von der LED-Lichtquelle 1 angestrahlt werden und zur Erzeugung der LED-Abbilder
8, 9 genutzt werden können. Dies gilt insbesondere für die hyperbelförmige Linie 16
zum Reflektieren der LED-Abbilder 9 mit dem 15°-Anstieg.
[0046] Form und Kontur des Reflektorbeschnitts 14 bzw. 17 sind vom Kunden (Kraftfahrzeughersteller),
aufgrund von Designvorgaben und/oder aufgrund des zur Verfügung stehenden Bauraums
im Kraftfahrzeug vorgegeben. Mit der vorliegenden Erfindung soll eine Möglichkeit
angegeben werden, die Lage der LED-Lichtquelle 1 derart zu variieren, dass das Lichtbündel
12 bei gegebener Kontur und Form des Reflektorbeschnitts 14 bzw. 17 die Reflektorbereiche
10 und 11 bzw. 15 und 16 möglichst gut ausleuchtet. Bei der bekannten Ausführungsform
aus Figur 8 wird zwar bspw. der Reflektorbereich 11 besonders gut ausgeleuchtet, allerdings
wird ein völlig anderer Reflektorbeschnitt 14 beleuchtet als bspw. in Figur 11 gefordert.
Es gilt also, die Lage der LED-Lichtquelle 1 derart zu variieren, dass einerseits
bestimmte Reflektorbereiche 10, 11 bzw. 15, 16, welche Abbilder 8, 9 zur Bildung bestimmter
vorgegebener Teilbereiche der resultierenden Lichtverteilung, bspw. die Hell-Dunkel-Grenze
7, erzeugen, möglichst gut ausgeleuchtet werden und andererseits ein vorgegebener
Reflektorbeschnitt 14, 17 erreicht wird. Diese beiden Vorgaben zu lösen stellt einen
Zielkonflikt dar, den die Erfindung zu lösen vermag.
[0047] Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, durch eine bestimmte Ausrichtung der LED-Hauptachse
eine optimale Anpassung an gegebene Randbedingungen zu ermöglichen, insbesondere unter
Berücksichtigung der besonderen Abstrahlcharakteristik einer LED-Lichtquelle 1, die
gegen über herkömmlichen Glühlampen und Gasentladungslampen auf etwa einen Halbraum
beschränkt ist.
[0048] Die im Stand der Technik bisher verwendeten Orientierungen der LED-Lichtquellen 1
quer oder längs zur Fahrtrichtung 5 definieren bestimmte Reflektorbereiche als besonders
geeignet für die Bildung einer scharfen Hell-Dunkel-Grenze 7. Eine erfindungsgemäß
vorgeschlagene Änderung der Orientierung der LED-Lichtquelle 1 erlaubt es, diese Reflektorbereiche
an gegebene Randbedingungen anzupassen. Solche Randbedingungen sind typischerweise
der Bauraum und insbesondere die Reflektorkontur.
[0049] Ein Ausschnitt eines Beispiels für einen erfindungsgemäßen Scheinwerfer ist in Figur
13 dargestellt. Dabei ist die LED-Lichtquelle 1 gegenüber der Ausrichtung der Hauptachse
parallel zur Fahrtrichtung 5 (vgl. Figur 2), die als Ausgangsposition bezeichnet wird,
in Richtung der y-Achse betrachtet im Uhrzeigersinn um 45° gedreht worden, was einer
Drehung um -45° um die y-Achse entspricht. Die angepasste Orientierung der LED-Lichtquelle
1 eignet sich sowohl für typische Abblendlichtverteilungen, aber auch für alle anderen
Arten von Lichtverteilungen. Die Orientierung kann in jedem Fall zu einer Optimierung
der Auslegung von Reflektorflächen dienen.
[0050] Das oben erwähnte Ziel der vorliegenden Erfindung lässt sich durch eine Veränderung
der Ausrichtung der LED-Hauptachse relativ zum Reflektor 4 lösen. Ausgehend von einer
in Fahrtrichtung orientierten Hauptachse (vgl. Figur 14), verändert eine Drehung der
LED-Lichtquelle 1 um die x-Achse den Reflektorbereich, der die 15°-LED-Abbilder 9
reflektiert, wie in den Figuren 15 und 16 gezeigt.
[0051] In den Figuren 14 bis 16 sind jeweils rechts die LED-Lichtquelle 1 und deren Bezug
zum Koordinatensystem x, y, z des Reflektors 4 und links die entsprechenden, aus der
Orientierung der LED-Lichtquelle 1 resultierenden Reflektorbereiche 10, 11 zur Erzeugung
der LED-Abbilder 8, 9 für die Hell-Dunkel-Grenze 7 dargestellt. Die in Figur 14 gezeigte
Ausgangssituation entspricht im Wesentlichen dem in Figur 2 gezeigten Stand der Technik.
Die LED-Hauptachse 18 verläuft parallel zur z-Achse und zur Fahrtrichtung 5. Die Reflektorbereiche
10, 11 zur Erzeugung der LED-Abbilder 8, 9 sind gerade Linien, wie in Figur 6 bereits
gezeigt.
[0052] In der Ausführungsform nach Figur 15 wurde die LED-Lichtquelle 1 im Uhrzeigersinn
um etwa 15° um die x-Achse gedreht. In Figur 15 ist zwar eine Drehung 19 im Uhrzeigersinn
gezeigt, bei einer Betrachtung in Richtung der x-Achse, die in Figur 15 aus der Zeichenebene
herauskommt, verläuft die Drehung 19 jedoch im Uhrzeigersinn. Mithin handelt es sich
um eine Drehung 19 um -15° um die x-Achse. Als Folge der Neuorientierung der LED-Lichtquelle
1 wandern die Reflektorbereiche 10', 11' zur Erzeugung der Abbilder 8, 9 für die Hell-Dunkel-Grenze
7 nach oben und weisen einen leicht parabel- oder hyperbelförmigen Verlauf auf.
[0053] In der Ausführungsform nach Figur 16 wurde die LED-Lichtquelle 1 im Uhrzeigersinn
um etwa 30° um die x-Achse gedreht, was einer Drehung 19 um -30° um die x-Achse entspricht.
Als Folge der Neuorientierung der LED-Lichtquelle 1 wandern die Reflektorbereiche
10", 11" zur Erzeugung der Abbilder 8, 9 für die Hell-Dunkel-Grenze 7 weiter nach
oben und weisen einen stärkeren parabel- oder hyperbelförmigen Verlauf auf.
[0054] Bei der Drehung um die LED-Hauptachse verändert sich der Verlauf der Linien 10, 11
nicht. Nur eine Rotation um die anderen Achsen (x- und/oder y-Achse) führt zu einer
Änderung der Linien 10, 11. Eine Drehung um die Hauptachse definiert nur den Bereich
(Reflektorbeschnitt), der ausgeleuchtet wird. Dieser Bereich wird üblicherweise bestimmt
durch die Vorgaben des Kunden hinsichtlich der Kontur und Form des Reflektorbeschnitts.
[0055] In Figur 17 ist ein Ausschnitt aus dem erfindungsgemäßen Scheinwerfer gemäß Figur
16 mit einer angepassten Orientierung der LED-Hauptachse 18 gezeigt. Zusätzlich zu
der Neigung 19 um die x-Achse, wurde die LED-Lichtquelle bei dem in Figur 17 gezeigten
Ausführungsbeispiel auch um ihre Hauptachse 18 gedreht, um eine optimale Ausleuchtung
der Reflektorbereiche 10", 11" zu erzielen. Die angepasste Orientierung der LED-Hauptachse
macht es möglich, aus einer gegebenen Reflektorkontur 14' dennoch 15°-LED-Abbilder
9 zu erzeugen. Die Orientierung der LED-Hauptachse ist frei im Raum wählbar und so
an jede Randbedingung anpassbar.
[0056] Figur 18 zeigt einen Ausschnitt aus einem aus dem Stand der Technik bekannten Scheinwerfer
mit quer zur Fahrtrichtung orientierter Hauptachse 18 der LED-Lichtquelle 1 (vgl.
Figur 4). Die in Figur 18 gezeigte Ausrichtung der LED-Lichtquelle 1 wird in diesem
Fall als Ausgangsposition bezeichnet. Man erkennt, dass die Reflektorbereiche 16 für
die 15°-LED-Abbilder 9 (gestrichelte Linien) weniger Licht bekommen als die Reflektorbereiche
15 für die horizontalen LED-Abbilder 8 (durchgezogene Linien). Dieser Nachteil kann
ausgehend von der Ausgangsposition durch eine Drehung der LED-Lichtquelle 1 um die
y-Achse überwunden werden. Figur 19 zeigt einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen
Scheinwerfer mit entsprechend optimierter Ausrichtung der LED-Lichtquelle 1. Man erkennt,
dass nun größere Reflektorbereiche 16 für die 15°-LED-Abbilder 9 verantwortlich sind.
Dadurch lassen sich auch im Bereich des 15°-Anstiegs der Hell-Dunkel-Grenze 7 die
von Kunden oder gesetzlich geforderten Reichwertenwerte besser erfüllen.
[0057] Neben den beschriebenen Möglichkeiten zur Optimierung von Abblendlichtverteilungen
bei Scheinwerfern mit länglichen LED-Lichtquellen 1, ist die Erfindung auch geeignet
für beliebig andere Lichtverteilungen, bei denen eine definierte Ausrichtung von LED-Abbildern
8, 9 von Vorteil, gewünscht oder sogar gefordert ist.
[0058] Nachfolgend werden beispielhaft noch zwei bevorzugte Ausführungsformen von Scheinwerfern
mit erfindungsgemäß optimierter Ausrichtung der LED-Lichtquelle 1 näher beschrieben.
Eine erste Ausführungsform ist in Figur 20 gezeigt. Die dort beschriebene Ausführungsform
geht aus von dem in Figur 17 gezeigten Reflektorbeschnitt 14' bzw. der entsprechenden
Reflektorkontur. Der Reflektorbeschnitt 14' aus Figur 17 entspricht dem Reflektorabschnitt
19 im 2. Quadranten II des Scheinwerfers aus Figur 20. Mit verschiedenen Orientierungen
der LED-Hauptachsen werden vier separate Reflektorbeschnitte 19 bis 19'" ermittelt,
die im Gesamten eine runde Reflektorkontur haben, wobei aber jeder Reflektorbeschnitt
19 bis 19'" für sich in einem Bereich 15 horizontale LED-Abbilder 8 und/oder in einem
Bereich 16 15°-LED-Abbilder 9 erzeugen kann. Ein in Figur 20 gezeigter Scheinwerfer
würde aus mehreren verschieden orientierten LED-Lichtquellen 1 und vier Reflektorbereichen
19 bis 19'" eine abgeblendete Lichtverteilung liefern, die optimal für eine große
Reichweite bzw. zur Ausbildung der Hell-Dunkel-Grenze 7 geeignet ist. In dem Freiraum
im Zentrum des Scheinwerfers an die Rückseiten der LED-Lichtquellen 1 angrenzend kann
bspw. ein Kühlkörper für die LEDs angeordnet werden. Die vorgegebene Kontur des Reflektors
ist in Figur 20 durch die Linien 21 bezeichnet. Die ausgewählten Reflektorbeschnitte
19 bis 19'" passen - wie gefordert - genau in diese Reflektorkontur 21 hinein. Aufgrund
der besonderen Orientierung der LED-Hauptachse umfassen die von den LED-Lichtquellen
1 angestrahlten und ausgeleuchteten Reflektorbeschnitte 19 bis 19'" genau die Reflektorbereiche
15, 16, welche LED-Abbilder unterhalb die Hell-Dunkel-Grenze 7 erzeugen.
[0059] Ein anderes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist in Figur 21 dargestellt.
Dabei wird für eine bestimmte LED-Hauptachsenorientierung ein Reflektorbeschnitt 20
ermittelt, von dem dann mehrere nebeneinander angeordnet werden. In dem gezeigten
Ausführungsbeispiel sind drei im Wesentlichen gleich ausgebildete Reflektorbeschnitte
20 nebeneinander angeordnet und bilden im Gesamten einen schrägstehenden, länglichen
Scheinwerfer. Trotz der besonderen Form des Scheinwerfers kann dieser durch die Möglichkeit,
die LED-Lichtquelle 1 relativ zum Reflektor 4 nahezu beliebig zu drehen, die geforderten
Voraussetzungen an die resultierende Lichtverteilung besonders gut erfüllen. So könnte
der Scheinwerfer aus Figur 21, wenn er als ein Abblendlichtscheinwerfer ausgebildet
wäre, bspw. eine besonders hohe Reichweite ohne eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer
und ohne eine zu starke Vorfeldausleuchtung erzielen.
[0060] In den Figuren 22 und 23 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel gezeigt, das Ähnlichkeit
mit dem Ausführungsbeispiel aus Figur 20 hat. Im Unterschied dazu sind in den Figuren
22 und 23 jedoch die LED-Lichtquellen 1 am vorderen äußeren Rand 22 des Reflektors
bzw. der Reflektorbeschnitte 19 bis 19'" angeordnet und strahlen nach innen auf denjenigen
Reflektorbeschnitt 19 bis 19'", an dessen Rand 22 sie angeordnet sind. Im Schnitt
in der xy-Ebene aus Figur 22 strahlen die LED-Lichtquellen radial nach innen. Anhand
der Figur 23 erkennt man, dass das Lichtbündel 12 bzw. die Hauptabstrahlrichtung der
LED-Lichtquellen 1 neben der radialen Komponente auch eine Komponente in -z-Richtung
aufweist. Die Ausführungsform aus den Figuren 22 und 23 hat den Vorteil, dass die
LED-Lichtquellen 1 durch eine Blende oder Abdeckung verdeckt werden können, so dass
sie für den Betrachter von außerhalb des Scheinwerfers nicht sichtbar sind. Außerdem
können die LED-Lichtquellen 1 bei Bedarf relativ leicht von außerhalb des Reflektors
ausgewechselt werden.
[0061] Mit den Ausführungsformen der Figuren 20 bis 23 können besonders kompakte Scheinwerfer
realisiert werden, da nicht der gesamte Reflektor, sondern lediglich die interessierenden
Reflektorbereiche (die Reflektorkonturen 19, 20) Bestandteil des Scheinwerfers sind.
Der Reflektor dieser Ausführungsformen umfasst also eine Vielzahl ausgewählter Reflektorbeschnitte
19, 20. Da nur die zur Erzeugung des gewünschten Teils der Lichtverteilung interessierenden
Reflektorbeschnitte 19, 20 verwendet werden, kann ein solcher Scheinwerfer besonders
kleinbauend ausgebildet werden. Außerdem können nahezu beliebig geformte Scheinwerfer
realisiert werden, da in der Anordnung der Reflektorbereiche 19, 20 große Freiheiten
bestehen. Es ist denkbar, dass die ausgewählten Reflektorbereiche 19, 20 zur Erzeugung
des gleichen Teils oder unterschiedlicher Teile der Lichtverteilung ausgebildet sind.
[0062] Die Reflektorbeschnitte 13, 14, 17, 19, 20 sind in den Figuren vereinfachend als
Rechtecke dargestellt. Selbstverständlich können sie jede beliebig Form annehmen,
ohne dass darauf im Einzelnen näher eingegangen werden muss. Zudem ist es denkbar,
mehrere Reflektorbeschnitte individuell auszugestalten und in beliebiger Form zu einem
erfindungsgemäßen Scheinwerfer zusammenzufügen. Dabei sind weder der Anzahl der Reflektorbeschnitte,
der Art der Anordnung der Reflektorbeschnitte in dem Scheinwefer noch der Kontur der
aneinander angeordneten Reflektorbeschnitte Grenzen gesetzt. Diese können im Rahmen
der Erfindung flexibel den jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
[0063] Die Figuren 24 und 25 zeigen in schematischer Ansicht jeweils zwei am sog. Frontend
eines Kraftfahrzeugs montierte Scheinwerfer, wobei Figur 24 den Stand der Technik
zeigt und Figur 25 die im Vergleich dazu verbesserten erfindungsgemäßen Scheinwerfer.
In Figur 24 ist links ein Scheinwerfer für den Rechtsanbau am Fahrzeug und rechts
ein Scheinwerfer für den Linksanbau dargestellt. Der Reflektorbeschnitt 14 (z.B. Kontur,
Form, Krümmung, Ausrichtung) ist für beide Scheinwerfer vorgegeben, ebenso die Position
der LED-Lichtquellen 1, jeweils an der zur Fahrzeuglängsachse gerichteten Seite des
Beschnitts 14. Problematisch beim Stand der Technik ist es, dass beim Scheinwerfer
für den Linkseinbau (rechter Scheinwerfer in Figur 24) relativ wenig Licht auf den
Reflektorbereich 16 fällt und deshalb für den 15°-Anstieg der Hell-Dunkel-Grenze 7
nur ein geringer Lichtstrom zur Verfügung steht. Durch das Kippen der LED-Lichtquellen
1 bzw. deren Hauptachsen um die x- und/oder y-Achse ist dieses Problem bei der Ausführungsform
aus Figur 25 überwunden. Durch Verändern der Ausrichtung der LED-Lichtquellen 1 hat
sich der Verlauf der linienförmigen Reflektorbereiche 15, 16 ähnlich wie in den Figuren
15 und 16 gezeigt derart verlagert, dass die Reflektorbereiche 15, 16 nun weitgehend
von dem Lichtbündel 12 der LED-Lichtquellen angestrahlt werden. Somit steht ein hoher
Lichtstrom für die Erzeugung der Hell-Dunkel-Grenze 7 zur Verfügung. Bei dem Ausführungsbeispiel
von Figur 25 sind die LED-Lichtquellen 1 für den Scheinwerfer für Rechtseinbau und
den für Linkseinbau in unterschiedlicher Weise um die x- und/oder y-Achse gedreht
worden.
1. Scheinwerfer, insbesondere für Kraftfahrzeuge, umfassend mindestens eine LED-Lichtquelle
(1) mit einer Längserstreckung (L) in Richtung ihrer Längsachse (18) und einen Reflektor
(4) mit einer Lichtabstrahlrichtung in Richtung einer z-Achse eines Koordinatensystems,
dessen Ursprung in einem Brennpunkt oder einer Brennebene des Reflektors (4) liegt,
und einer Erstreckung in Richtung einer x-Achse und einer y-Achse des Koordinatensystems,
wobei die x-Achse im eingebauten Zustand des Scheinwerfers einer Horizontalen und
die y-Achse einer Vertikalen entspricht, und wobei die Lage der mindestens einen LED-Lichtquelle
(1) definiert ist durch einen Winkel α, der einer Rotation der LED-Lichtquelle (1)
um die x-Achse entspricht, einen Winkel β, der einer Rotation der LED-Lichtquelle
(1) um die y-Achse entspricht, und einen Winkel γ, der einer Rotation der LED-Lichtquelle
(1) um die Längsachse (18) entspricht, dadurch gekennzeichnet, dass die Lage der mindestens einen LED-Lichtquelle (1) derart gewählt ist, dass sie ausgehend
von einer Ausgangsposition um einen Winkel -90° < α < +90°, wobei α ≠ 0° und α ≠ ±90°,
und/oder einen Winkel -90° < β < +90°, wobei β ≠ 0° und β ≠ ±90°, um die x-Achse bzw.
die y-Achse gedreht ist.
2. Scheinwerfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine LED-Lichtquelle (1) um einen Winkel γ um die Längsachse (18)
gedreht ist.
3. Scheinwerfer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reflexionsfläche des Reflektors (4) Reflektorbereiche (10, 11; 15, 16) aufweist,
die zur Erzeugung eines bestimmten Teils (8, 9) einer von dem Scheinwerfer erzeugten
Lichtverteilung in besonderer Weise ausgestaltet sind, wobei die Position der Reflektorbereiche
(10, 11; 15, 16) auf der Reflexionsfläche abhängig ist von der Lage der mindestens
einen LED-Lichtquelle (1).
4. Scheinwerfer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lage der mindestens einen LED-Lichtquelle (1) derart gewählt ist, dass als Reflektorbereiche
(10, 11; 15, 16) zur Erzeugung eines bestimmten Teils (8, 9) der Lichtverteilung dafür
besonders gut geeignete Bereiche der Reflexionsfläche genutzt werden können.
5. Scheinwerfer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheinwerfer zur Erzeugung einer Lichtverteilung mit einer Hell-Dunkel-Grenze
(7) ausgebildet ist.
6. Scheinwerfer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine LED-Lichtquelle (1) ausgehend von der Ausgangsposition, in der
sie mit ihrer Längsachse (18) in etwa auf der z-Achse verläuft, bei unverändertem
Winkel β um einen Winkel -90° < α < +90°, wobei α ≠ 0° und α ≠ ±90°, um die x-Achse
gedreht ist.
7. Scheinwerfer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine LED-Lichtquelle (1) ausgehend von der Ausgangsposition, in der
sie mit ihrer Längsachse (18) in etwa auf der z-Achse verläuft, bei unverändertem
Winkel β um einen Winkel -60° < α < -10° oder +10° < α < +60° um die x-Achse gedreht
ist.
8. Scheinwerfer nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine LED-Lichtquelle (1) ausgehend von der Ausgangsposition, in der
sie mit ihrer Längsachse (18) in etwa auf der z-Achse verläuft, bei unverändertem
Winkel β um einen Winkel α = 15° oder α = 30° um die x-Achse gedreht ist.
9. Scheinwerfer nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheinwerfer mehrere LED-Lichtquellen (1) aufweist, deren Mittelpunkte im wesentlichen
in einer durch den Brennpunkt des Reflektors (4) und im Wesentlichen senkrecht verlaufenden
Ebene oder in der Brennebene des Reflektors (4) angeordnet sind, wobei die Lage der
Lichtquellen (1) derart gewählt ist, dass deren Längsachsen (18) parallel zueinander
verlaufen.
10. Scheinwerfer nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheinwerfer mehrere LED-Lichtquellen (1) aufweist, deren Mittelpunkte im wesentlichen
in einer durch den Brennpunkt des Reflektors (4) und im Wesentlichen senkrecht verlaufenden
Ebene oder in der Brennebene des Reflektors (4) angeordnet sind, wobei die Lage der
Lichtquellen (1) derart gewählt ist, dass Hauptabstrahlrichtungen der LED-Lichtquellen
(1) in einem Winkel von 45° bis 180° zueinander ausgerichtet sind.
11. Scheinwerfer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheinwerfer vier LED-Lichtquellen (1) aufweist, wobei die Lage der Lichtquellen
(1) derart gewählt ist, dass die Hauptabstrahlrichtungen der LED-Lichtquellen (1)
in einem Winkel von 90° zueinander ausgerichtet sind.
12. Scheinwerfer nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptabstrahlrichtungen der LED-Lichtquellen (1) zwischen einer von der x-Achse
und der z-Achse aufgespannten horizontalen Ebene und einer von der y-Achse und der
z-Achse aufgespannten vertikalen Ebene verlaufen.
13. Scheinwerfer nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontale Ebene und die vertikale Ebene die Reflexionsfläche des Reflektors
(4) in Quadranten (I, II, III, IV) unterteilen, wobei die Hauptabstrahlrichtungen
der einzelnen LED-Lichtquellen (1) auf unterschiedliche Quadranten (I, II, III, IV)
des Reflektors (4) gerichtet sind.
14. Scheinwerfer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine LED-Lichtquelle (1) ausgehend von der Ausgangsposition, in der
sie mit ihrer Längsachse (18) in etwa auf der x-Achse verläuft, bei unverändertem
Winkel α um einen Winkel -90° < β < +90°, wobei β ≠ 0° und β ≠ ±90°, um die y-Achse
gedreht ist.
15. Scheinwerfer nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheinwerfer mehrere LED-Lichtquellen (1) aufweist, deren Hauptabstrahlrichtungen
auf mindestens ausgewählte Reflektorbereiche (20) gerichtet sind, wobei die LED-Lichtquellen
(1) sowie die ausgewählten Reflektorbereiche (20) jeweils nebeneinander angeordnet
sind.