[0001] Die Erfindung betrifft einen Korrosionsschutzkörper für ein Schutzsystem für eine
Ofeninnenwand, insbesondere für eine Kesselrohrwand, mit einer Vorderseite, einer
Rückseite und mit die Vorderseite mit der Rückseite verbindenden Randseiten. Ferner
betrifft die Erfindung ein Schutzsystem für eine Ofeninnenwand sowie ein Verfahren
zum Aufbau eines Schutzsystems für eine Ofeninnenwand.
[0002] Korrosionsschutzkörper für Ofeninnenwände der eingangs genannten Art, die auch regelmäßig
die Funktion eines Hitzeschutzes für die Ofeninnenwände übernehmen, sowie aus derartigen
Korrosionsschutzkörpern aufgebaute Schutzsysteme für Ofeninnenwände sind aus dem Stand
der Technik seit langem bekannt. Sie dienen allgemein dem Schutz der Innenwände industrieller
Feuerungsöfen, beispielsweise in Müllverbrennungsanlagen, vor den bei der Verbrennung
entstehenden sehr heißen und korrosiv wirkenden Verbrennungsgasen.
[0003] Bei einem aus der Praxis bekannten Wandschutz ist die Ofeninnenwand als Kesselrohrwand
ausgebildet und durch Rohrschutzplatten verkleidet. Die Rohrschutzplatten werden dabei
durch von der Kesselrohrwand abstehende an die Wand angeschweißte Halteelemente, die
in entsprechende in die Rückseite der Rohrschutzplatten eingeformte Ausnehmungen oder
Nuten eingreifen, einzeln gehalten. Der spaltartige Zwischenraum zwischen der Kesselrohrwand
und den Rohrschutzplatten ist dabei mit einer keramisch-monolitischen Füllmasse in
Form von Mörtel oder Beton gefüllt. Eine andere Variante sieht vor, dass ein Füllen
des zwischen den Rohrschutzplatten und der zu schützenden Kesselrohrwand gebildeten
Spalts unterbleibt und er stattdessen im Betrieb des Ofens kontinuierlich von einem
Luftstrom durchströmt wird ("hinterlüftetes System").
[0004] In der
DE 10361104 A1 ist eine als Hitzeschutzkörper bezeichnete Rohrschutzplatte beschrieben. Sie umfasst
eine in die Rückseite der Platte eingeformte und zu einer Randseite des Hitzeschutzkörpers
geöffnete Nut mit T-förmigen Querschnitt, in die ein von der zu schützenden Kesselrohrwand
abstehendes Halteelement mit korrespondierendem T-förmigen Querschnitt eingreift.
Im montierten Zustand des Hitzeschutzkörpers liegt das T-förmige Hakenelement an dem
inneren Ende der Nut an, wobei es die Gewichtskraft des Hitzeschutzkörpers vollständig
aufnimmt.
[0005] In der Praxis hat sich jedoch erwiesen, dass derartige Hitzeschutzkörper mit T-Nut
keine hinreichend präzise Montage an der zu schützenden Rohrinnenwand erlauben, so
dass die Rückseiten der Hitzeschützkörper, in welche die T-Nut eingeformt ist, mit
zusätzlichen Abstandsnocken versehen werden muss, um die gewünschte Position relativ
zur zu schützenden Rohrwand unter Einhaltung eines definierten Spaltes einzunehmen.
Durch diese Abstandsnocken wird ein unerwünschter direkter Kontakt zwischen der rückseitigen
Fläche des Hitzeschutzkörpers und des zu schützenden Rohrwand hergestellt. Ferner
kommt es zu Spannungen in dem Hitzeschutzkörper für den Fall, dass die Ausrichtung
des Hitzeschutzkörpers relativ zur zu schützenden Rohrwand nicht optimal ist. An den
durch die T-Form der Nut vorgegebenen ausgeprägten Kanten entlang der Nut kommt es
im Falle dauerhafter Spannungen zur Rissbildungen, die oftmals zu einer vollständigen
Zerstörung des Hitzeschutzkörpers führen, was aufwändige Reparaturarbeiten nach sich
zieht. Ein weiterer Nachteil des vorstehend beschriebenen Hitzeschutzkörpers liegt
darin, dass aufgrund der durchgehend großen Nutöffnung zur Rückseite und einer Randseite
das Eindringen von durch Undichtigkeiten in den Spaltbereich eindringenden korrosiven
Gasen und damit die Beaufschlagung des Hakenelementes mit diesen Gasen nicht wirksam
verhindert werden kann. Entsprechend kann eine stabile Befestigung des Hitzeschutzkörpers
an der Ofenwand durch fortgesetzte Korrosion des Hakenelementes langfristig nicht
sichergestellt werden.
[0006] Ein weiterer vergleichbarer Hitzeschutzkörper mit ist aus der
US 5,243,801 bekannt. Bei diesem ist die zur einen Randseite offene Nut zur Aufnahme eines T-förmigen
Halteelementes zweigeteilt, wobei der randseitige Teil vollständig offen gestaltet
ist und der sich daran anschließende innere Teil mit T-förmigen Querschnitt ausgebildet
ist. Hier besteht umso mehr das Problem des Eindringens korrosiver Gase in die Nut,
was langfristig zur Korrosion des in die Nut aufgenommenen Haltelements führt.
[0007] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Korrosionsschutzkörper
für ein Schutzsystem für eine Ofeninnenwand, insbesondere für eine Kesselrohrwand,
mit einer Vorderseite, einer Rückseite und mit die Vorderseite mit der Rückseite verbindenden
Randseiten anzugeben, welcher einfach aufgebaut ist und eine besonders präzise Ausrichtung
an der Ofeninnenwand erlaubt, so dass ein besonders einfach und präzise durchzuführender
Aufbau eines Schutzsystems für eine Ofeninnenwand möglich wird. Ferner liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Schutzsystem für eine Ofeninnenwand sowie ein Verfahren
zu dessen Aufbau anzugeben.
[0008] Die vorstehend genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Korrosionsschutzkörper
für ein Schutzsystem für eine Ofeninnenwand nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1 dadurch gelöst, dass der Korrosionsschutzkörper an der Rückseite einen oberseitig
geschlossenen Führungskanal zur Aufnahme des freien Schenkels eines von der Ofeninnenwand
abstehenden Hakenelements aufweist, wobei der Führungskanal an wenigstens einem Ende
eine Einführöffnung für das Hakenelement aufweist, wobei die an wenigstens einem Ende
des oberseitig geschlossenen Führungskanals vorgesehene Einführöffnung von zwei Materialwangen
berandet ist.
[0009] Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Korrosionsschutzkörpers besteht daran,
dass durch die Ausbildung eines oberseitig geschlossenen Führungskanals zur Aufnahme
des Hakenelements dieses vor in den Bereich der Rückseite des Korrosionsschutzkörpers
eindringenden korrosiven heißen Gasen geschützt ist, so dass die bei den Hitzeschützkörpern
des Standes der Technik regelmäßig auftretende Korrosion der Hakenelemente praktisch
ausbleibt. Ferner wird durch die Aufnahme des Hakenelements in den geschlossenen Führungskanal
ein besonders präziser Sitz des Korrosionsschutzkörpers an der Ofeninnenwand sichergestellt,
und durch die beidseits der Einführöffnung vorgesehenen Materialwangen wird die Beweglichkeit
des in das Hakenelement eingehängten Korrosionsschutzkörpers in allen möglichen Freiheitsgraden
derart beschränkt, dass der Korrosionsschutzkörper letztlich spielfrei an der Ofeninnenwand
montierbar ist. Hierdurch wird der Aufbau eines aus Korrosionsschutzkörpern aufgebauten
Schutzsystems für eine Ofeninnenwand weiter vereinfacht und mit höherer Präzision
ermöglicht. Insbesondere kann auf die Anformung von Abstandsnoppen an der Rückseite
des Korrosionsschutzkörpers zum Zwecke der präzisen Ausrichtung des Korrosionsschutzkörpers
relativ zur Ofeninnenwand verzichtet werden, so dass keine Spannungen im Material
des Korrosionsschutzkörpers auftreten und die Gefahr der Rissbildung minimiert ist.
[0010] Der oberseitig geschlossene Führungskanal kann unterschiedliche Formen annehmen.
Bevorzugt ist er geradlinig ausgebildet. Ein gekrümmter Verlauf ist jedoch ebenso
möglich.
[0011] Nach einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist der oberseitig geschlossene Führungskanal
im Wesentlichen parallel zur Erstreckung der Rückseite angeordnet. Hierdurch ist es
möglich, den Korrosionsschutzkörper an einfachen L-förmigen Hakenelementen zu befestigen.
Als L-förmige Hakenelemente werden erfindungsgemäß solche Hakenelemente aufgefasst,
welche an ihrem freien Ende zwei im Wesentlichen rechtwinklig zueinander stehende
Abschnitte aufweisen, die gemeinsam die Form eines "L" bilden.
[0012] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der oberseitig geschlossene
Führungskanal einen runden, insbesondere einen kreisrunden Querschnitt auf. Durch
eine runde Ausbildung des Führungskanals und damit verbunden durch den Verzicht auf
die Ausbildung von Ecken und Kanten wird verglichen mit den aus dem Stand der Technik
bekannten Hitzeschutzkörpern eine keramikgerechtere Ausführung des aus einem Keramikmaterial,
wie beispielsweise Siliziumcarbid, gefertigten Korrosionsschutzkörpers erreicht. Dies
hat den Vorteil, dass die Rissbildung in dem Keramikmaterial des Korrosionsschutzkörpers,
die insbesondere von scharfen Ecken und Kanten ausgeht, wirksam eingedämmt wird. Ferner
weisen runde Geometrien produktionstechnische Vorteile insbesondere bei der Entformung
des Korrosionsschutzkörpers auf.
[0013] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist der Führungskanal an seinen
beiden Enden jeweils eine Einführöffnung für das Hakenelement auf. Dies erleichtert
die Anbringung des Korrosionsschutzkörpers an dem Hakenelement insoweit, als dass
zwei mögliche Ausrichtungen des Korrosionsschutzkörpers gewählt werden können, um
das Hakenelement in den Führungskanal einzuhaken. Ferner kann bei Bedarf der Führungskanal
auf besonders einfache Weise gereinigt werden.
[0014] Vorzugsweise ist der Korrosionsschutzkörper plattenförmig ausgebildet. Dabei können
die Vorder- und Rückseite sämtlich denkbaren Geometrien annehmen. Bevorzugt werden
solche, aus denen sich großflächige im Wesentlichen spaltfreie Schutzsysteme für große
Rohrinnenwände aufbauen lassen. Insbesondere weisen die Vorder- und Rückseite eine
viereckige, insbesondere quadratische Form auf. Ebenso ist es möglich, die Korrosionsschutzkörper
sechseckig auszubilden, so dass ein wabenförmiges Schutzsystem aus einer Vielzahl
sechseckiger Korrosionsschutzkörper aufgebaut werden kann. Der oberseitig geschlossene
Führungskanal zur Aufnahme des Hakenelementes kann vollständig in das zwischen Vorder-
und Rückseite eingeschlossene Volumen eingeformt sein. Bevorzugt weist der Korrosionsschutzkörper
jedoch auf seiner Rückseite eine Materialauswölbung auf, in die der oberseitig geschlossene
Führungskanal eingeformt ist. Dies ermöglicht eine im Wesentlichen ebene Geometrie
des Korrosionsschutzkörpers und erleichtert ferner deren Herstellung.
[0015] Die Materialauswölbung kann an annähernd beliebiger Stelle auf der Rückseite des
Korrosionsschutzkörpers angeordnet sein. Bevorzugt ist sie von den Randseiten der
Rückseite beabstandet, insbesondere mittig auf der Rückseite angeordnet.
[0016] Die Materialauswölbung kann ferner auf verschiedene Formen annehmen. Bevorzugt ist
sie achsensymmetrisch ausgebildet, wobei eine Symmetrieachse in dem Führungskanal
liegt. Dabei kann die Materialauswölbung im Querschnitt durch den Führungskanal glockenförmig
ausgebildet sein und ferner im Längsschnitt entlang des Führungskanals oder parallel
dazu trapezförmig ausgebildet sein.
[0017] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Materialauswölbung mittig
auf der Rückseite angeordnet und erstreckt sich von einer Randseite zur gegenüber
liegenden Randseite des Korrosionsschutzkörpers.
[0018] Bevorzugt sind ferner an den Randseiten parallel zur mittigen Materialauswölbung
angeordnete, weitere Materialauswölbungen vorgesehen, welche mit der mittigen Materialauswölbung
Zwischenräume einschließen, deren Geometrie an die Form der Ofeninnenwand angepasst
ist. Handelt es sich beispielsweise bei der Ofeninnenwand um eine Kesselrohrwand,
so sind diese Zwischenräume bevorzugte rinnenförmig ausgebildet, so dass insgesamt
der durch die Kesselrohrwand und die Rückseite des Korrosionsschutzkörpers jeweils
definierte Spalt stets die im Wesentlichen gleiche Breite hat.
[0019] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind die Materialauswölbungen zu
gegenüberliegenden Randseiten hin abgeschrägt. Hierdurch wird ein sich zur Rückseite
des Korrosionsschutzkörpers stark erweiterndes Volumen zwischen an diesen Randseiten
benachbart angeordnete Korrosionsschutzkörper definiert, welches sich besonders leicht
mit einer Füllmasse, beispielsweise Mörtel oder Beton, füllen lässt.
[0020] Die Eingangs genannte Aufgabenstellung wird auch durch ein Schutzsystem für eine
Ofeninnenwand, insbesondere für eine Kesselrohrwand, gelöst mit wenigstens einem von
der Ofeninnenwand abstehenden Hakenelement und wenigstens einem Korrosionsschutzkörper
nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die der jeweilige Querschnitt des Hakenelements
und des Führungskanals des Korrosionsschutzkörpers derart aufeinander abgestimmt sind,
dass der Korrosionsschutzkörper über das Hakenelement im Wesentlichen spielfrei an
der Ofeninnenwand montiert ist.
[0021] Im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Korrosionsschutzkörper genannten Vorteile
gelten für das Schutzsystem entsprechend. Insbesondere lässt sich das Schutzsystem
einfach an der Ofeninnenwand montieren, da Nacharbeiten zur präzisen Ausrichtung des
wenigstens einen Korrosionsschutzkörpers, bevorzugt einer Vielzahl von Korrosionsschutzkörpern,
praktisch entfallen.
[0022] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzsystems
ist das Hakenelement L-förmig ausgebildet.
[0023] Ferner kann das Hakenelement mit einem Überzug aus einem brennbaren Material versehen
sein. Dies hat den Vorteil, dass sich die Position des Korrosionsschutzkörpers beim
Aufbau des Schutzsystems besonders präzise einstellen lässt, da infolge des Überzugs
eine vollständige Spielfreiheit zwischen Hakenelement und Führungskanal hergestellt
ist. Insbesondere kann sogar eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Korrosionsschutzkörper
und überzogenem Hakenelement bestehen. Ist das Schutzsystem bevorzugt aus einer Mehrzahl
von Korrosionsschutzkörpern vollständig aufgebaut und wird der hierdurch ausgekleidete
Ofen in Betrieb genommen, so werden die Überzüge der Hakenelemente aufgrund der großen
Hitze verbrannt bzw. pyrolisiert, so dass die im Rahmen der Montage bereits fertig
ausgerichteten Korrosionsschutzkörper nunmehr mit geringem Spiel versehen sind und
infolgedessen geringe Lageveränderungen aufgrund thermischer Expansion möglich sind.
Hierdurch werden die Spannungen in den Korrosionsschutzkörpern des Schutzsystems weiter
verringert.
[0024] Das Schutzsystem selbst kann dadurch realisiert sein, dass der wenigstens eine Korrosionsschutzkörper
hinterlüftet, vermörtelt oder hintergossen ist.
[0025] Eine weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen geschützten Wandabschnitt einer
Ofeninnenwand, insbesondere einer Kesselrohrwand, mit einem Schutzsystem nach einem
der Ansprüche 14 bis 19.
[0026] Die eingangs genannte Aufgabe wird auch durch ein Verfahren zum Aufbau eines Schutzsystems
für eine Ofeninnenwand, insbesondere für eine Kesselrohrwand, insbesondere nach einem
der Ansprüche 14 bis 19, mit wenigstens einem von der Ofeninnenwand abstehenden Hakenelement
und wenigstens einem über das Hakenelement im wesentlichen spielfrei an der Ofeninnenwand
montierten Korrosionsschutzkörper dadurch gelöst, dass das Hakenelement mit einem
Überzug aus einem brennbaren Material versehen wird und anschließend der Korrosionsschutzkörper
in das Hakenelement eingehängt wird.
[0027] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnung
näher erläutert.
[0028] Es zeigen:
- Figur 1
- ein teilweise errichtetes Schutzsystem für eine Ofeninnenwand in perspektivischer
Ansicht,
- Figur 2
- einen Korrosionsschutzkörper für ein Schutzsystem für eine Ofeninnenwand in perspektivischer
Ansicht in einer ersten Ausführungsform,
- Figur 3
- den Korrosionsschutzkörper aus Figur 2 in Frontansicht,
- Figur 4
- ein Schutzsystem für eine Kesselrohrwand mit dem Korrosionsschutzkörper aus Fig. 2
in Draufsicht in Blickrichtung IV gemäß Fig. 5,
- Figur 5
- das Schutzsystem aus Figur 4 im vertikalen Längsschnitt,
- Figur 6
- ein Korrosionsschutzkörper in gegenüber Figur 2 abgewandelter Form,
- Figur 7
- ein Schutzsystem für eine Kesselrohrwand mit einem Korrosionsschutzkörper gemäß Figur
6 in Draufsicht in Blickrichtung VII in Fig.8 und
- Figur 8
- das Hitzeschutzsystem aus Figur 7 im vertikalen Längsschnitt.
[0029] In Figur 1 ist ein teilweise errichtetes Schutzsystem für eine
[0030] Ofeninnenwand dargestellt. Bei der Ofeninnenwand handelt es sich vorliegend um eine
Kesselrohrwand 1, welche aus parallelen Rohren 2 und die Rohre paarweise stegartig
verbindenden Rohrflossen 3 besteht. An die Rohrflossen 3 sind L-förmige Hakenelemente
4 in regelmäßigen Abständen angeschweißt. An den L-förmigen Hakenelementen 4 sind
im Wesentlichen Plattenförmig ausgebildete Korrosionsschutzkörper 5' befestigt, wie
weiter unten noch im Detail erläutert wird. Durch die Über- und Nebeneinanderreihung
der Korrosionsschutzkörper wird eine vollständige Abschirmung der Kesselrohrwand 1
und somit ein effektiver Schutz derselben erreicht. Die schmalen Fugen zwischen benachbart
angeordneten Korrosionsschutzkörpern 5' können mit einer feuerfesten Dichtmasse gefüllt
werden.
[0031] Figur 2 zeigt einen Korrosionsschutzkörper 5 in einer ersten Ausführungsform. Der
Korrosionsschutzkörper 5 ist als Platte mit quadratischer Grundfläche ausgebildet
und umfasst eine - nicht einsehbare - Vorderseite 6, eine der Vorderseite 6 gegenüberliegende
Rückseite 7 sowie die Vorderseite 6 mit der Rückseite 7 verbindende Randseiten 8,
9, 10, 11. Es versteht sich, dass neben einer quadratischen Vorder- bzw. Rückseite
6, 7 auch andere Formen möglich sind, wobei solche Formen bevorzugt werden, mit denen
sich eine vollständige Abdeckung der Kesselrohrwand 1 erreichen lassen.
[0032] An seiner Rückseite 7 weist der Korrosionsschutzkörper 5 eine Materialauswölbung
12 auf. In die Materialauswölbung 12 ist ein parallel zur Erstreckung der Rückseite
7 angeordneter, oberseitig geschlossener Führungskanal 13 eingeformt. An seinen beiden
Enden weist der Führungskanal 13 jeweils eine Einführöffnung 14 für ein Hakenelement
auf, über welches der Korrosionsschutzkörper 5 zum Zwecke des Aufbaus eines Schutzsystems
an einer Rohrinnenwand, vorliegend einer Kesselrohrwand 1, befestigt werden kann.
[0033] Beide Einführöffnungen 14 sind jeweils von zwei Materialwangen 14a, 14b berandet.
Durch die Ausbildung des Führungskanals in Kombination mit den die Einführöffnungen
14 berandenden Materialwangen 14a, 14b wird erreicht, dass die Beweglichkeit des in
das Hakenelement eingehängten Korrosionsschutzkörpers insbesondere in den Rotationsfreiheitsgraden
derart beschränkt ist, dass der Korrosionsschutzkörper 5 im Wesentlichen spielfrei
an der Kesselrohrwand 1 montierbar ist. Dadurch kann der Aufbau des aus Korrosionsschutzkörpern
5 aufgebauten Schutzsystems für die Kesselrohrwand 1 weiter vereinfacht werden. Insbesondere
ist es nicht mehr erforderlich, auf der zu schützenden Rohrwand aufliegende Abstandsnocken
an den Rückseiten der Korrosionsschutzkörper vorzusehen, was zu Spannungen und Rissen
in den Korrosionsschutzkörper führen kann. Ferner ist das in den oberseitig geschlossenen
Führungskanal 13 aufgenommene Hakenelement 4 vor dem Eindringen heißer, korrosiver
Gase geschützt, so dass die Gefahr einer langfristigen Korrosion minimiert ist.
[0034] Vorliegend ist der Korrosionsschutzkörper 5 gemäß Figur 2 für ein L-förmiges Hakenelement
ausgebildet. Dies bedeutet, dass die Materialwangen 14a, 14b zunächst einen senkrecht
zur Erstreckung der Rückseite 7 des Korrosionsschutzkörpers 5 verlaufenden Kanalabschnitt
als Einführöffnung 14 beranden, zu dem der Führungskanal 13 senkrecht, d. h. parallel
zur Rückseite 7 des Korrosionsschutzkörpers 5, angeordnet ist, wie in Figur 2 dargestellt.
[0035] Figur 3 zeigt eine Frontalansicht des Korrosionsschutzkörpers 5. In Figur 2 und Figur
3 erkennbar ist der Querschnitt der Materialauswölbung 12 achsensymmetrisch ausgebildet,
wobei eine Symmetrieachse in dem Führungskanal 13 liegt. Im Querschnitt durch den
Führungskanal 13 ist die Materialauswölbung 12 glockenförmig ausgebildet (s. auch
Fig. 4), während sie im Längsschnitt entlang des Führungskanals oder auch parallel
dazu trapezförmig ausgebildet ist, wie insbesondere in Figur 5 erkennbar.
[0036] Figur 4 zeigt eine Draufsicht eines Schutzsystems für eine Kesselrohrwand 1 mit vorliegend
zwei nebeneinander dargestellten Korrosionsschutzkörpern 5. Wie in Figur 4 erkennbar,
sind die vertikal angeordneten Seitenflächen 8, 10 leicht gewinkelt zueinander angeordnet,
so dass die Seitenflächen 10, 8 zweier benachbarter Korrosionsschutzkörper 5 eine
sich zum Spalt zwischen Korrosionskörper 5 und Kesselrohrwand 1 leicht erweiternde
Fuge bilden. Dies hat den Vorteil, dass ein zur Abdichtung der jeweiligen Fugen dienendes
Fasermaterial bei der Errichtung eines Schutzsystems relativ leicht in die Fugen eingebracht
werden kann, im Betrieb des Ofens jedoch nur schwer aus der Fuge herausgedrängt werden
kann.
[0037] In Figur 5 ist nun das Schutzsystem aus Figur 4 im vertikalen Längsschnitt mit zwei
übereinander, unmittelbar benachbart angeordneten Korrosionsschutzkörpern 5 dargestellt.
In Figur 5 ist insbesondere erkennbar, dass das L-förmige Hakenelement 4 praktisch
vollständig in die Materialauswölbung 12 des Korrosionsschutzkörpers 5 aufgenommen
ist, wobei der vertikal nach oben stehende freie Endabschnitt des Hakenelements 4
vollständig und formschlüssig in dem Führungskanal 13 aufgenommen ist, so dass er
keinerlei korrosiven Gasen ausgesetzt ist.
[0038] In Figur 5 ist ferner erkennbar, dass die horizontal angeordneten Seitenflächen 9,
11 ebenfalls leicht zueinander gewinkelt ausgerichtet sind, so dass die zwischen zwei
übereinander angeordneten Korrosionsschutzkörpern 5 gebildete Fuge sich in Richtung
der Kesselrohrwand 1 erweitert. Auch dies dient einer Sicherung eines in den Fugen
zur Abdichtung derselben befindlichen Dichtmaterials, insbesondere eines Fasermaterials.
[0039] In Figur 6 ist eine weitere Ausführungsform eines Korrosionsschutzkörpers für ein
Schutzsystem für eine Ofeninnenwand dargestellt. Vorliegend handelt es sich wiederum
um eine aus Rohren 2 und Rohrflossen 3 gebildete Kesselrohrwand. Der Korrosionsschutzkörpers
5' ist im Wesentlichen plattenförmig ausgebildet und weist einen oberseitig, d. h.
zur Rückseite des Korrosionsschutzkörpers 5' geschlossenen Führungskanal 13' auf an
dessen unterem Ende eine langlochartige Einführöffnung 14' angeordnet ist. Wiederum
ist die Einführöffnung 14' des Führungskanals 13' von zwei Materialwangen 14a', 14b'
berandet.
[0040] Wie im Falle des Korrosionsschutzkörpers 5 aus Fig. 2 ist der oberseitig geschlossene
Führungskanal 13' in einer Materialauswölbung 12' an der Rückseite des Korrosionsschutzkörpers
5' angeordnet. Die Materialauswölbung 12' ist im Querschnitt durch den Führungskanal
glockenförmig ausgebildet und erstreckt sich vorliegend von einer Randseite 9' zur
gegenüberliegenden Randseite 11'. Dabei ist die Auswölbung 12' zu den gegenüberliegenden
Randseiten unter Ausbildung von Flankenflächen 12*, welche im spitzen Winkel zur Vorderseite
6' des Korrosionsschutzkörpers 5' liegen, abgeschrägt. Durch diese Flankenflächen
12* werden durch untereinander angeordnete Korrosionsschutzkörper 5' sich sehr stark
erweiternde Bereiche 122' definiert, welche sich besonders leicht mit einer Füllmasse
befüllen lassen.
[0041] In horizontaler Richtung (s. Fig. 6 und 7) ist die Materialauswölbung 12' mittig
auf dem Korrosionsschutzkörper 5' angeordnet. An den Randseiten 8', 10' sind parallel
zur mittigen Materialauswölbung 12' weitere Materialauswölbungen 120', 121' angeordnet,
welche mit der mittigen Materialauswölbung 12' rinnenartige Zwischenräume einschließen,
deren Geometrie an die Form der Kesselrohrwand 1 angepasst ist (vgl. Fig. 7). In der
Draufsicht der Figur 7 ist erkennbar, dass diese Geometrie wellenförmig ist, wobei
sich die randseitigen Auswölbungen 120', 121' benachbarten Korrosionsschutzkörper
5' zu einem Wellenberg ergänzen. Hierdurch schließen die Korrosionsschutzkörper 5'
mit Kesselrohrwand 1 einen Spalt mit dem Wesentlichen konstanter Breite ein.
[0042] Das in den Figuren 1, 4, 5, 7 sowie 8 dargestellte Schutzsystem für die Kesselrohrwand
ist in den Ausführungsbeispielen dieser Figuren hinterlüftet, das heißt der Spalt
zwischen den Korrosionsschutzkörpern 5, 5' und der Kesselrohrwand 1 ist nicht mit
einer Betonmasse oder Mörtel gefüllt, sondern wird im Betrieb des Ofens mit Kuft durchströmt.
Eine Hinterfüllung der ist mit den Hitzeschutzkörpern 5, 5' der vorliegenden Erfindung
selbstverständlichen ebenfalls möglich.
[0043] In Figur 1 ist ferner gezeigt, dass die Hakenelemente 4 nicht direkt an die Rohrflossen
3 zwischen den Rohren 2 der Kesselrohrwand 1 befestigt sein müssen. Vielmehr ist es
möglich, die Hakenelemente 4 an Befestigungsleisten durch Schweißen, Schrauben o.dgl.
zu befestigen, was in Vormontage erfolgen kann, um eine präzise Befestigung und damit
einhergehend eine präzise Ausrichtung der Hitzeschutzkörper 5, 5' untereinander und
zur Kesselrohrwand 1 zu ermöglichen. Die Leisten 3a werden nach dem Befestigen der
Hakenelemente 4' ihrerseits an den Rohrflossen durch Schrauben, Schweißen o. dgl.
befestigt.
[0044] Mehrere Leisten 3a können untereinander angeordnet sein, so dass eine Vielzahl von
Hakenelementen 4' in definierter Weise entlang einer Rohrflosse 3 der Kesselrohrwand
1 angeordnet werden kann. Es versteht sich, dass eine einzelne Leiste auch mehr als
zwei Hakenelemente umfassen kann.
1. Korrosionsschutzkörper (5, 5') für ein Schutzsystem für eine Ofeninnenwand, insbesondere
für eine Kesselrohrwand (1), mit einer Vorderseite (6, 6'), einer Rückseite (7, 7')
und mit die Vorderseite (6, 6')mit der Rückseite (7, 7')verbindenden Randseiten (8,
8', 9, 9', 10, 10', 11, 11'),
dadurch gekennzeichnet, dass der Korrosionsschutzkörper (5, 5') an der Rückseite (7, 7') einen oberseitig geschlossenen
Führungskanal (13, 13') zur Aufnahme des freien Schenkels eines von der Ofeninnenwand
(1) abstehenden Hakenelements (4) aufweist, wobei der Führungskanal (13, 13') an wenigstens
einem Ende eine Einführöffnung (14, 14') für das Hakenelement (4) aufweist, wobei
die an wenigstens einem Ende des oberseitig geschlossenen Führungskanals (13, 13')
vorgesehene Einführöffnung (14, 14') von zwei Materialwangen (14a, 14a', 14b, 14b')
berandet ist.
2. Korrosionsschutzkörper (5, 5') nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der oberseitig geschlossene Führungskanal (13, 13') im Wesentlichen parallel zur
Erstreckung der Rückseite (7, 7') angeordnet ist
und/oder
- der oberseitig geschlossene Führungskanal (13, 13') einen runden, insbesondere einen
kreisrunden Querschnitt aufweist,
und/oder
- der Führungskanal (13) an beiden Enden jeweils eine Einführöffnung (14) für das
Hakenelement (4) aufweist.
3. Korrosionsschutzkörper (5, 5') nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Korrosionsschutzkörper (5, 5') plattenförmig ausgebildet ist.
4. Korrosionsschutzkörper (5, 5') nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Korrosionsschutzkörper (5, 5') an seiner Rückseite (7, 7') eine Materialauswölbung
(12, 12') aufweist, in die der oberseitig geschlossene Führungskanal (13, 13') eingeformt
ist.
5. Korrosionsschutzkörper (5) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Materialauswölbung (12) von den Randseiten (8, 9, 10, 11) der Rückseite (7)
beabstandet angeordnet ist und/oder
- die Materialauswölbung (12, 12') achsensymmetrisch ausgebildet ist, wobei eine Symmetrieachse
in dem Führungskanal (13, 13') liegt,
und/oder
- die Materialauswölbung (12, 12') im Querschnitt durch den Führungskanal (13, 13')
glockenförmig ausgebildet ist
und/oder
- die Materialauswölbung (12, 12') im Längsschnitt entlang des Führungskanals (13,
13') oder parallel dazu trapezförmig ausgebildet ist.
6. Korrosionsschutzkörper (5') nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Materialauswölbung (12') mittig auf der Rückseite (7') angeordnet ist und sich
von einer Randseite (9', 11') zur gegenüberliegenden Randseite (11', 9') erstreckt.
7. Korrosionsschutzkörper (5') nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
- an den Randseiten (8', 10') parallel zur mittigen Materialauswölbung (12') angeordnete,
weitere Materialauswölbungen (120', 121') angeordnet sind, welche mit der mittigen
Materialauswölbung (12') Zwischenräume einschließen, deren Geometrie an die Form der
Ofeninnenwand (1) angepasst ist, und/oder
- die Materialauswölbungen zu den gegenüberliegenden Randseiten (9', 11') unter Ausbildung
von Flankenflächen (12*) hin abgeschrägt sind.
8. Schutzsystem für eine Ofeninnenwand, insbesondere für eine Kesselrohrwand (1) , mit
wenigstens einem von der Ofeninnenwand (1) abstehenden Hakenelement (4) und wenigstens
einem Korrosionsschutzkörper (5, 5') nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die
der jeweilige Querschnitt des Hakenelements (4) und des Führungskanals (13, 13') des
Korrosionsschutzkörpers (5, 5') derart aufeinander abgestimmt sind, dass der Korrosionsschutzkörper
(5, 5') über das Hakenelement (4) im Wesentlichen spielfrei an der Ofeninnenwand (1)
montiert ist.
9. Schutzsystem nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenelement (4) L-förmig ausgebildet ist.
10. Schutzsystem nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenelement (4) mit einem Überzug aus einem brennbaren Material versehen ist.
11. Schutzsystem nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Korrosionsschutzkörper (5, 5') hinterlüftet ist.
12. Schutzsystem nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Korrosionsschutzkörper (5, 5') an der Ofeninnenwand vermörtelt ist.
13. Schutzsystem nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Korrosionsschutzkörper (5, 5') hintergossen ist.
14. Geschützter Wandabschnitt einer Ofeninnenwand, insbesondere einer Kesselrohrwand (1),
mit einem Schutzsystem nach einem der Ansprüche 8 bis 13.
15. Verfahren zum Aufbau eines Schutzsystems für eine Ofeninnenwand, insbesondere für
eine Kesselrohrwand (1), insbesondere nach einem der Ansprüche 8 bis 13, mit wenigstens
einem von der Ofeninnenwand (1) abstehenden Hakenelement (4) und wenigstens einem
über das Hakenelement (4) im Wesentlichen spielfrei an der Ofeninnenwand (1) montierten
Korrosionsschutzkörper (5, 5'),
dadurch gekennzeichnet, dass das Hakenelement (4) mit einem Überzug aus einem brennbaren Material versehen wird
und anschließend der Korrosionsschutzkörper (5, 5') in das Hakenelement (4) eingehängt
wird.