(19)
(11) EP 2 302 316 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.03.2011  Patentblatt  2011/13

(21) Anmeldenummer: 10010259.9

(22) Anmeldetag:  23.09.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41A 9/65(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME RS

(30) Priorität: 25.09.2009 DE 102009042786

(71) Anmelder: O.E. Technology LTD
10671 Athen (GR)

(72) Erfinder:
  • Watermann, Franz-Josef
    48268 Greven (DE)
  • Koch, Rudolf
    48167 Münster (DE)

(74) Vertreter: Wörz, Volker Alfred 
Dreiss Patentanwälte Postfach 10 37 62
70032 Stuttgart
70032 Stuttgart (DE)

   


(54) Magazin für eine Handfeuerwaffe


(57) Um bei einer Waffe bzw. dem Magazin (1a; 1b) einer Feuerwaffe die Funktionssicherheit auch bei Verschmutzung zu erhöhen, wird vorgeschlagen, zumindest die Innenseite (I) des Magazingehäuses (2), die in Berührung mit einer Patrone (5) kommen kann, mit einer reibungsmindernden Oberfläche auszubilden.




Beschreibung

Stand der Technik:



[0001] Magazine für das Vorhalten von Patronen in einer Feuerwaffe, insbesondere einer Handfeuerwaffe, sind in vielfältigen Ausgestaltungen vom Markt her bekannt. Die Magazine ermöglichen die Zuführung der abzufeuernden Patronen. Magazine unterscheiden sich u. a. in ihrer Form, in der Anzahl der von diesen aufnehmbaren Patronen sowie in der Anordnung der aufgenommenen Patronen. Beispielsweise werden bei Sportwaffen fünf- bis zehnschüssige Magazine verwendet. Zur Jagd zugelassene Selbstladegewehre dürfen in Deutschland nur mit einem zwei-schüssigen Magazin verwendet werden. Im Einsatz bei Polizei und Militär werden Magazine mit einem Munitionsvorrat von bis zu 200 oder mehr Patronen eingesetzt.

[0002] Eine bekannte Form des Magazins ist das sogenannte Stangenmagazin. Es findet häufig in Pistolen Anwendung und hat Kapazitäten von typischerweise zwischen 5 und 40 Patronen. Je nach Ausführungsform des Stangenmagazins können die in dem Magazin aufgenommenen Patronen in einer Reihe oder einer Mehrzahl von Reihen angeordnet sind. Häufig werden ein- und zwei-reihige Magazine verwendet; mehr-reihige (drei- oder vier-reihige) Magazine sind jedoch auch bekannt.

[0003] Ein sogenanntes Kurvenmagazin ist eine Sonderform des Stangenmagazins und wird beispielsweise bei verschiedenen Pistolen eingesetzt. In Kurvenmagazinen werden überwiegend Patronentypen verwendet, deren Hülsenkörper sich nach vorne hin konisch verjüngt oder Patronen, die einen Rand aufweisen.

[0004] Weitere Magazintypen bzw. Sonderformen sind beispielsweise das Trapezmagazin, das Tellermagazin, das Röhrenmagazin und das Schneckenmagazin.

[0005] Magazine sind überwiegend aus Stahl, Aluminium oder Kunststoffen gefertigt. Um den Vorschub der Patronen zu ermöglichen, ist in Magazinen häufig eine sogenannte Magazinfeder vorhanden, die auf ein an der untersten Patrone anliegendes Magazinzubringerstück wirkt. Um zu gewährleisten, dass die Patronen trotz der Federkraft der Magazinfeder im Magazin verbleiben, weist das Magazin sogenannte Magazinlippen am oberen Rand des Magazingehäuses auf, die die jeweils oberste Patrone in einer bestimmten Lage zwischen diesen Lippen positioniert.

[0006] Waffen werden häufig unter Bedingungen aufbewahrt bzw. eingesetzt, die eine Verschmutzung der Waffe und insbesondere des Magazins sowie der darin befindlichen Patronen zur Folge haben.

[0007] Wird die Waffe beispielsweise in einer sandigen Umgebung oder nach intensivem Kontakt mit Salz- oder Schmutzwasser eingesetzt, kann die dadurch insgesamt in der Zuführung der Patronen aufgetretene Verschmutzung die Funktionsweise der Waffe beeinträchtigen. Gelangt beispielsweise Sand in das Magazin (sogenannte Versandung), tritt meist nach wenigen Schüssen eine Ladehemmung auf; ein Zuführen der Patronen ist nicht mehr möglich. Auch intensives Schütteln oder Abklopfen des Magazins nach dem Kontakt mit Sand kann häufig das Auftreten einer Ladehemmung nicht verhindern.

[0008] Es hat sich gezeigt, dass zweireihige Magazine besonders negativ auf Versandung reagieren und dort sehr schnell ein Ausfall der Funktionstüchtigkeit in Form einer Ladehemmung auftritt.
Um sicherzustellen, dass Waffen ein Mindestmaß an Funktionssicherheit auch bei Verschmutzung garantieren, sind Prüfungsverfahren bekannt. In Deutschland gibt es beispielsweise sogenannte "Erprobungsrichtlinien zur technischen Richtlinie "Pistolen"", in denen Prüfverfahren für das Überprüfen der Funktionssicherheit bei Sand und Staub, Salzwasser, Schlamm und weiteren Verschmutzungssituationen beschrieben sind. Ein in Großbritannien geltendes standardisiertes Testverfahren ist Teil des "Ministry of Defence, Defence Standard 00-35, Issue 4 Publication Date 18 Sept. 2006", beschrieben in "Environmental Handbook of Defence Material, Part 3, Environmental Test Methods", dort beispielsweise Chapter 3-25, "Test CL25 - Dust and Sand".

[0009] Häufig bestehen Handfeuerwaffen diese Testverfahren nur dann, wenn ein verunreinigtes Magazin durch ein unverschmutztes Magazin ersetzt wird. Dies zeigt, dass die Funktionssicherheit einer Waffe in hohem Maße von der Funktionssicherheit des Magazins abhängt.

[0010] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine Zuführung von Patronen in einer Feuerwaffe zu ermöglichen und insbesondere ein Magazin für eine Feuerwaffe zu schaffen, die eine erhöhte Funktionssicherheit auch bei Verschmutzen der Handfeuerwaffe und insbesondere bei Verschmutzen des Magazins ermöglicht.

[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Magazin gelöst, das gemäß den in den Patentansprüchen genannten Merkmalen ausgebildet ist. Erfindungsgemäß werden sämtliche Teile des Magazins, die aufgrund einer Verschmutzung, beispielsweise einer Versandung, eine Ladehemmung bedingen können, mit einer stark reibungsvermindernden Oberfläche versehen. Unter reibungsmindernd oder reibungsvermindert werden im folgenden insbesondere Oberflächen verstanden, die gegenüber einer unbehandelten Oberfläche bzw. der Beschaffenheit der bisher verwendeten Oberflächen in Magazinen eine deutliche Reduzierung der Haftreibung bewirkt.

[0012] Insbesondere wird die Innen-Oberfläche des Magazins zumindest dort, wo diese in Berührung mit der Magazinfeder, dem Zuführer und/oder den Patronen ist oder bei der Verwendung treten kann, reibungsmindernd beschichtet bzw. aus reibungsverminderndem Material gefertigt. Ferner sind zumindest die InnenOberflächen des Magazins, die nur einen geringen Abstand zu beweglichen Teilen (Magazinfeder, Zuführer, Patronen) haben, ebenfalls reibungsmindernd ausgeführt. Der "geringe Abstand" bezeichnet hier einen Abstand, der in Abhängigkeit von der Größe der Schmutzpartikel bestimmt wird. Der Abstand ist "gering", wenn er zumindest in etwa der Größe (größter Durchmesser) und vorzugsweise der zwei- oder dreifachen Größe der größten Schmutzpartikel, die eine Ladehemmung erzeugen können, entspricht. Vorzugsweise ist die gesamte Innen-Oberfläche des Magazins reibungsmindernd ausgeführt.

[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Magazinfeder und/oder der Zuführer ebenfalls mit einer reibungsmindernden Oberfläche versehen.

[0014] Eine reibungsmindernde Oberfläche kann durch nachträgliche Behandlung, beispielsweise durch Aufbringen einer auf polymerisiertem Tetrafluorethan basierenden Oberflächenversiegelung, beispielsweise Teflon, erzeugt werden. Vorzugsweise werden die Oberflächen jedoch bereits bei der Herstellung des Magazins reibungsmindernd ausgestaltet. Reibungsmindernde Oberflächen sind in vielfacher Zahl, insbesondere beispielsweise aus der sogenannten Nanotechnologie, bekannt. Versuche haben gezeigt, dass mit auf Nanotechnologie basierenden Stoffen reibungsvermindert ausgestalteten Oberflächen in dem Magazin bereits eine deutliche Erhöhung der Ausfallsicherheit im Falle einer Verschmutzung erzielt werden kann.

[0015] Vorzugsweise werden die Patronenhülsen zumindest an den relevanten Oberflächen (beispielsweise jeweils die Außenseite einer zylindrischen Patronenhülse) ebenfalls oberflächenbehandelt. Dadurch wird eine nochmalige Reibungsverminderung des Gesamtsystems erreicht und eine Funktion auch bei Verschmutzung gewährleistet.

[0016] Insgesamt wird bei dem erfindungsgemäßen Magazin ein Anhaften der Schmutzpartikel durch die reibungsvermindert ausgestaltete Oberfläche verhindert oder zumindest stark reduziert, da durch die Verminderung der Haftreibung die Adhäsionskräfte zwischen den reibungsvermindert ausgeführten Oberflächen und den Schmutzpartikeln verringert werden. Die Schmutzpartikel haften somit nicht mehr so leicht an den Oberflächen an bzw. fallen bereits bei leichtem Klopfen oder Schütteln durch das Magazin hindurch bzw. in einen unteren Teil des Magazins und können folglich die Funktion des Magazins und damit die Zuführung der Patronen nicht mehr behindern.

[0017] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der Zuführer derart ausgeführt, dass dieser ein Anhaften bzw. ein Rückhalten der Schmutzpartikel weiter verhindert. Hierzu kann insbesondere die Berührungsfläche zu der Innenseite des Magazingehäuses reduziert werden, beispielsweise durch das Vorsehen von Aussparungen, so dass der aufgrund der Oberflächenbeschichtung nicht mehr anhaftende Schmutz besonders leicht in den unteren Teil des Magazins fallen kann.

[0018] Zumindest die Reibungsfläche des Zuführers zur Innenwand des Magazins wird vorzugsweise ebenfalls reibungsvermindert beschichtet bzw. aus reibungsvermindertem Material hergestellt.

[0019] Eine nochmalige Erhöhung der Funktionssicherheit wird bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen dadurch erreicht, dass die Federspannung der Magazinfeder gegenüber der jeweils herkömmlichen Federspannung erhöht wird. Dadurch wird erreicht, dass weiterhin Verschmutzungspartikel, die zwar eher lose an den Oberflächen anliegen, jedoch dennoch die Funktionssicherheit nachteilig beeinflussen können, mittels der erhöhten Federkraft überwunden werden können. Bei dieser Ausführungsform ist es vorteilhaft, die Magazinlippen zu verstärken, um dem erhöhten Federdruck gerecht zu werden und ein Positionieren einer zum Abschuss vorgesehenen Patrone zu ermöglichen. Insbesondere wenn die Magazinlippen aus Kunststoff gefertigt sind, ist eine Verstärkung zweckmäßig, um den erhöhten Anforderungen gerecht zu werden und einen vorzeitigen Verschleiß aufgrund der erhöhten Kräfte zu verhindern.

[0020] Eine Erprobung hat ferner gezeigt, dass ein Verdrehen der Feder derart, dass eine ursprünglich in Schussrichtung zeigende Seite der Feder nun entgegen der Schussrichtung zeigt, eine weitere Verbesserung der Funktionssicherheit in dem oberflächenbehandelten Magazin bewirkt.

[0021] Durch das Bereitstellen einer Munition, deren Oberfläche ebenfalls reibungsvermindert, beispielsweise mittels einer Nanobeschichtung, beschichtet ist, wird nicht nur erreicht, dass kein Schmutz an der Patronenhülse bzw. an dem Geschoss anhaften kann, sondern es wird ferner eine verbesserte Aerodynamik und daraus folgend werden verbesserte Flugeigenschaften erreicht.

[0022] Die Erfindung erhöht folglich die Funktionssicherheit der Waffe durch das erfindungsgemäß ausgestaltete Magazin bzw. die erfindungsgemäß ausgeführten Patronenhülsen und Geschosse. Durch die Reibungsverminderung der Oberflächen wird erreicht, dass die Schmutzpartikel nicht mehr anhaften können. Ferner wird durch die reibungsvermindernde Beschaffenheit der Oberflächen ein Schutz vor Korrosion geschaffen. Damit ist ein Behandeln mit Fetten oder Ölen, wie dies bisher bei den bekannten Magazinen vorgesehen ist, nicht mehr erforderlich. Gleichzeitig wird dadurch verhindert, dass in den bisher zur Schmierung und zur Korrosionsverhinderung aufgebrachten Ölen und Fetten Schmutz anhaften und somit eine Ladehemmung begünstigen kann.

[0023] Anhand der folgenden Figuren sind beispielhafte Ausführungsformen beschrieben, wobei die einzelnen Merkmale alleine oder in beliebiger Kombination die Erfindung darstellen können.

[0024] Es zeigen:
Figur 1:
eine schematisierte Darstellung eines einreihigen Magazins;
Figur 2:
eine schematisierte Darstellung eines doppelreihigen Magazins;
Figur 3:
eine schematisierte Darstellung des Führungsbereichs eines Magazins gemäß einer bekannten Ausführungsform; und
Figur 4:
eine schematisierte Darstellung des Führungsbereichs eines Magazins gemäß einer bevorzugten Ausführungsform.


[0025] Das in Figur 1 gezeigte Magazin 1a ist ein einreihiges Stangenmagazin. Das in einer Sicht in Richtung des Geschoßaustritts dargestellte Magazin 1a weist ein Magazingehäuse 2 auf. In dem Magazingehäuse 2 ist eine Magazinfeder 3 angeordnet, die auf einen Zuführer 4 mittels einer Federkraft wirkt. An den in Figur 1 oberen Enden des Magazingehäuses 2 sind Magazinlippen 6 ausgebildet.

[0026] In dem Magazin 1a sind eine Mehrzahl von Patronen 5 gezeigt, die in dem Magazingehäuse 2 zwischen dem Zuführer 4 und den Magazinlippen 6 angeordnet sind. Aus Gründern der Übersichtlichkeit ist nur eine der Patronen 5 mit dem Bezugszeichen versehen. Alles zu dieser Patrone gesagte gilt selbstverständlich auch für die anderen Patronen.

[0027] Die Magazinlippen 6 sind derart ausgebildet, dass sie die Patronen 5 trotz der von der Magazinfeder 3 aufgebrachten und auf die Patronen 5 wirkenden Federkraft sicher im Magazin halten. Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Magazinfeder 3 verstärkt. Bereits eine Verstärkung lediglich in dem der Abschussrichtung der Patrone 5 entgegen gesetzten Ende der Magazinfeder 3 bringt hierbei eine überraschende Verbesserung der Ausfallsicherheit. Besonders einfach kann dies durch eine Drehung der Magazinfeder um 180 um die Längsachse des Magazins erreicht werden. Eine Verstärkung der gesamten Magazinfeder 3 hat sich im Zusammenhang mit der Reibungsminderung als zuverlässige Maßnahme erwiesen, um das Auftreten von Ladehemmungen weiter zu reduzieren. Selbstverständlich kann vorgesehen sein, die Federkraft der Magazinfeder 3 in unterschiedlichen Bereichen um einen unterschiedlichen Betrag zu erhöhen.

[0028] Vorzugsweise sind die Magazinlippen 6 der verstärkten Federkraft entsprechend ausgeführt, um stets ein sicheres Halten der Patronen innerhalb des Magazins zu gewährleisten. Die Innenseite des Magazingehäuses 2 ist an beispielhaft mit dem Bezugszeichen A bezeichneten Berührflächen mit den Patronen 5 und an beispielhaft mit dem Bezugszeichen B bezeichneten Berührflächen mit dem Zuführer 4 in Berührung. Bei dem Einsatz des Magazins 1a in einer Waffe werden nach dem Abschuss eines Geschosses die noch verbleibenden Patronen 5 durch die Federkraft der Feder 3 nach oben nachgeführt. Dadurch bewegen sich die Berührflächen A und B entlang der Innenwand des Magazingehäuses 2 entsprechend nach oben bis zu den Magazinlippen 6. An den Berührflächen A und B bzw. an dem während der Benutzung des Magazins 1a von den Berührflächen A und B überstrichenen Bereich der Innenseite des Magazingehäuses 2 ist eine Verschmutzung besonders kritisch. Erfindungsgemäß weist deshalb zumindest der hierbei überstrichene Bereich der Innenseite des Magazingehäuses 2 eine reibungsverminderte Oberfläche auf.

[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Magazingehäuse 2 auf der Innenseite ausgebildete Führungsschienen, an welchen die Patronen 5 in dem Magazin geführt werden, so dass die Patronen keinen oder nur wenig Kontakt mit anderen Teilen des Magazingehäuses haben. Hierbei können die Führungen aus einem Material gebildet sein, an welchem sich besonders gut eine reibungsmindernde Oberfläche ausbilden lässt. Ferner können die Führungsschienen vollständig aus einem reibungsverminderten Material gebildet sein.

[0030] Beispielsweise können die Führungsschienen als Metallführungen ausgebildet sein. Ist das Magazin aus Kunststoff gefertigt so wird damit erreicht, dass eine Vielzahl der besonders auf Metallen aufbringbaren reibungsverminderten Oberflächen in dem Magazin aufbringbar sind. Ferner wird dadurch eine erhöhte Temperaturstabilität des Magazins erreicht, da auch im Falle von aufgrund von Temperatureinflüssen auftretenden Verformungen oder erhöhter Sprödigkeit des Kunststoffs des Magazingehäuses die Funktionssicherheit des Magazins durch die hiervon nicht beeinflussten Metallführungen gewährleistet ist.

[0031] Der Zuführer 4 ist zumindest an den Außenseiten, an denen er mit der Innenseite des Magazingehäuses 2 in Berührung tritt, ebenfalls reibungsmindernd ausgeführt. Damit wird auch hier verhindert, dass sich Schmutzpartikel festsetzen und die Funktionstüchtigkeit behindern können.

[0032] Bei herkömmlichen Magazinen tritt im Falle einer Verschmutzung und insbesondere einer Versandung durch die anhaftenden Schmutzpartikel nach wenigen Schüssen eine Ladehemmung auf. Aufgrund der erfindungsgemäß reibungsarm ausgeführten Innenoberflächen des Magazingehäuses 2 und der vorzugsweise ebenfalls reibungsarm ausgeführten Außenseiten der Patronenhülsen können die Schmutzpartikel nicht mehr anhaften. Dadurch wird das Auftreten einer Ladehemmung vermieden.

[0033] Es wurde beobachtet, dass insbesondere bei doppel- bzw. zweireihigen Magazinen eine Ladehemmung aufgrund einer Verschmutzung, insbesondere einer Versandung, auftritt. Eine beispielhafte Ausführungsform eines doppelreihigen Stangenmagazins ist in Figur 2 gezeigt. Die Funktion des dort abgebildeten Magazins 1b entspricht im Grundsatz dem in Figur 1 gezeigten Magazin 1a. Deshalb sind sich entsprechende Teile der Magazine 1a und 1b mit denselben Bezugszeichen bezeichnet.

[0034] Bei dem in Figur 2 gezeigten Magazin 1b sind die Patronen 5 in zwei Reihen angeordnet, wobei jede Patrone 5 das Magazingehäuse 2 an nur einer Berührungsfläche A berührt. Verglichen mit einem einreihigen Magazin wirkt bei einer zweireihigen Anordnung der Patronen ein größerer Anteil der Federkraft senkrecht auf die Innenseite des Magazingehäuses 2, wodurch die Gefahr des Entstehens einer Ladehemmung im Falle einer Verschmutzung nochmals erhöht wird. Hier wird bei einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Oberflächen und gegebenenfalls in Kombination mit einer Erhöhung der Federkraft der Magazinfeder 3 und gegebenenfalls einer Verstärkung der Magazinlippen 6 eine deutliche Erhöhung der Ausfallsicherheit erreicht.

[0035] Durch die reibungsvermindert ausgeführte Oberfläche wird erreicht, dass die Schmutzpartikel ohne weiteres in den unteren Bereich des Magazins 1a, 1b fallen.

[0036] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird in dem Magazin ein pulverförmiges Trockenschmiermittel eingebracht. Ein derartiges Trockenschmiermittel kann beispielsweise Graphit, PTFE (Polytetrafluorethylen), MoS2 (Molybdändisulfid) und/oder eine andere Substanz umfassen. Durch das Trockenschmiermittel wird erreicht, dass dieses sich an eindringende Schmutzpartikel setzt und dadurch die Reibung der Oberfläche der Schmutzpartikel reduziert wird, wodurch das Fallen der Schmutzpartikel in den unteren Bereich des Magazins nochmals erleichtert wird. Vorzugsweise wird auf ein Ölen oder Fetten des Magazins verzichtet und stattdessen wird das Trockenschmiermittel beispielsweise bei der üblichen Waffenpflege eingebracht.

[0037] Vorzugsweise ist das Magazin 1a, 1b derart ausgeführt, dass die Schmutzpartikel zumindest am unteren Teil des Magazins aus dem Magazingehäuse 2 austreten können. Hierzu können Austrittsöffnungen vorgesehen sein, die an den mit den Schmutzpartikeln in Berührung kommenden Bereichen vorzugsweise ebenfalls reibungsvermindert beschaffen sind.

[0038] Vorteilhafterweise ist die Magazinfeder 3 ebenfalls reibungsmindernd ausgeführt bzw. beschichtet. Da die Magazinfeder 3 ebenfalls an der Innenseite des Gehäuses in Berührkontakt ist (vgl. beispielhaft mit C gezeigte Berührpunkte) wird hier eine nochmals erhöhte Funktionssicherheit erreicht.

[0039] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform, bei welcher das Magazin ein mehrreihiges Magazin ist und einen Führungsbereich umfasst, durch welchen eine Verengung des Magazingehäuses in bezüglich der Patronen radialer Richtung erreicht wird, ist vorgesehen, dass der Führungsbereich zumindest im Anschluss an die Magazinwand gekrümmt ausgebildet ist.

[0040] In Figur 3 ist ein oberer Abschnitt eines Magazins gezeigt, das beispielsweise dem in Figur 2 gezeigten Magazin 1b entspricht. In Figur 3 ist ein Führungsbereich 8a gezeigt, der den Bereich zwischen den parallel verlaufenden Magazinwänden 7 des Magazingehäuses 2 und den Magazinlippen 6 bildet. Bei der in Figur 3 gezeigten bekannten Ausführungsform schließt sich der Führungsbereich 8a unter Bildung eines Winkels in einem Anschlussbereich D1 an die jeweilige Magazinwand 7 an. Dies bedeutet, dass die Patronen beim Übergang von der Magazinwand 7 zum Führungsbereich 8a zwei Auflageflächen - eine erste mit der Magazinwand 7 und eine zweite mit dem Führungsbereich 8 - besitzen. Zwischen diesen Auflageflächen, also beispielsweise im Anschlussbereich D1, können sich Schmutzpartikel ansammeln, die den Transport der Patronen negativ beeinflussen.

[0041] Demgegenüber ist in Figur 4 ein Führungsbereich 8b gezeigt, der sich in einem Anschlussbereich D2 an die jeweilige Magazinwand 7 in Form einer Krümmung anschließt und folglich keinen Winkel sondern einen Kreisbogen, möglicherweise mit veränderlichem Radius, mit den Magazinwänden 7 bildet. Dadurch wird erreicht, dass die Patronen beim Übergang von der Magazinwand 7 zum Führungsbereich 8b niemals zwei getrennte Auflageflächen bilden sondern stets mit nur einer einzigen Auflagefläche in dem Magazingehäuse geführt werden. Dies hat den Vorteil, dass der Transport der Patronen insbesondere in mehrreihigen Magazinen nochmals erleichtert wird.

[0042] Der gesamte Führungsbereich 8b kann gekrümmt ausgeführt sein, wobei der Grad der Krümmung innerhalb des Führungsbereichs 8b variieren kann, um einen besonders reibungsarmen Transport der Patronen in dem Magazin zu ermöglichen und sicherzustellen, dass die Patronen stets nur eine Auflagefläche mit der Magazinwand bzw. dem Führungsbereich aufweisen.

[0043] Jede der vorgenannten Maßnahmen kann für sich oder in Ergänzung mit einer oder mehrerer der vorgenannten Maßnahmen eingesetzt werden, um die Ausfallsicherheit im Falle einer Verschmutzung zu erhöhen. Durch eine Kombination aller vorstehend beschriebenen Maßnahmen wird eine besonders hohe Ausfallsicherheit erreicht.

[0044] Zur Reibungsverminderung sind eine Vielzahl von Wirkstoffen bekannt, die beispielsweise auf Basis von Nanostrukturen oder auf sogenanntem polymerisiertem Tetrafluorethan basieren. Grundsätzlich können alle bekannten Wirkstoffe zur Behandlung der Oberflächen in dem Magazin eingesetzt werden.


Ansprüche

1. Magazin (1a; 1b) in einer Waffe, insbesondere einer Handfeuerwaffe, das ein Magazingehäuse (2) aufweist und zur Aufnahme von Patronen (5) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die mit den Patronen (5) in Berührung kommenden Innenoberflächen eine reibungsvermindernde Oberfläche aufweisen.
 
2. Magazin (1a; 1b) nach Anspruch 1, wobei das Magazin (1a; 1b) eine Magazinfeder (3) und einen Zuführer (4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenoberfläche des Magazingehäuses (2) in den Bereichen (C), in denen eine Berührung mit der Magazinfeder (3) und/oder in den Bereichen (B), in denen eine Berührung mit dem Zuführer (4) möglich ist, reibungsmindernd ausgeführt ist.
 
3. Magazin (1a; 1b) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Magazinfeder (3) zumindest in dem Bereicht verstärkt ausgeführt ist, der auf den Teil der Patrone (5) wirkt, der der Schussrichtung entgegen gesetzt ist.
 
4. Magazin (1a; 1b) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Magazin (1a; 1b) Magazinlippen (6) aufweist und die Magazinlippen (6) zumindest an den eine Patrone (5) berührenden Oberflächen (D) reibungsmindernd ausgeführt sind.
 
5. Magazin (1a; 1b) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die zylindrische Außenfläche der Patronen (5) eine reibungsmindernde Oberfläche aufweist.
 
6. Magazin (1a; 1b) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Magazin ein mehrreihiges Magazin ist und einen Führungsbereich (8b) umfasst, durch welchen eine Verengung des Magazingehäuses (2) in bezüglich der Patronen (5) radialer Richtung erreicht wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsbereich (8b) zumindest in einem Anschlussbereich (D2) an die Magazinwand (2) gekrümmt ausgebildet ist.
 
7. Magazin (1a; 1b) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsbereich (8b) mit dem Magazingehäuse (2) zumindest in dem Anschlußbereich (D2) einen Kreisbogen bildet.
 
8. Magazin (1a; 1b) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Magazin (1a; 1b) ein pulverförmiges Trockenschmiermittel eingebracht ist.
 
9. Magazin (1a; 1b) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Bestandteil des pulverförmigen Trockenschmiermittels durch Graphit, PTFE oder MoS2 gebildet ist.
 




Zeichnung