Stand der Technik
[0001] Systeme zur Unterstützung des Einparkvorgangs für Kraftfahrzeuge sind bereits weitreichend
bekannt. Derartige Assistenzsysteme sehen eine Unterstützung für den Fahrer vor, um
es diesem zu ermöglichen, den optimalen Bahnverlauf beim Einparken des Fahrzeugs abzufahren,
wobei derartige Systeme entweder die Lenkrichtung und den Lenkeinschlag anzeigen oder
das Lenksystem des Fahrzeugs selbst betätigen, beispielsweise mittels eines elektromechanischen
Aktors.
[0002] Derartige Systeme beziehen ihre Information aus Sensorvorrichtungen, die üblicherweise
eine Vielzahl von am Fahrzeug verteilten Sensoren aufweisen, welche den Abstand zum
nächsten Objekt ermitteln. Die Sensoren sind seitlich ausgerichtet und erfassen beim
Vorbeifahren an einer potentiellen Parklücke die Tiefe der Parklücke, kombiniert mit
dem Weg, den das Fahrzeug während des Vorbeifahrens zurücklegt. Hierdurch lässt sich
beispielsweise die Länge der Parklücke erfassen. Ferner wird hierdurch ermittelt,
an welchem Ort die Parklücke beginnt und endet.
[0003] Die Druckschrift
US 2003/0074129 zeigt ein System zur Assistenz bei Einparkvorgängen für sich längs erstreckende Parklücken.
Diese Parklücken sind zum Vorwärtseinparken ausgestaltet, wobei das System die Parklücken
hinsichtlich ihrer Breite unterscheidet, um so beispielsweise Parklücken für Kleinwagen
("compact parking space") von größeren Parklücken zum Vorwärtseinparken ("full-size
parking space") zu unterscheiden. Das System weist gemäß der Größe des Fahrzeugs den
Fahrer an, welche der Parklücken geeignet sind und welche nicht. Das dort beschriebene
System ist vorgesehen, um durch entsprechende Zuordnung des Fahrzeugs zur richtigen
Parkplatzgröße parkplatzeffizient zu verwenden, und beispielsweise zu vermeiden, dass
ein Kleinwagen einen großen Parkplatz in Anspruch nimmt, obwohl ein Kleinwagenparkplatz
freisteht und ausreichend wäre. Das dort beschriebene System umfasst ferner eine GPS-Einheit,
um das Fahrzeug zu einem freien Parkplatz leiten zu können.
[0004] Systeme gemäß dem Stand der Technik (wie auch das System aus
US 2003/0074129 A1) orientieren sich lediglich an den Begrenzungen der Parklücke. Gemäß der Erfindung
wurde jedoch erkannt, dass diese Information der Abstandssensoren keine eindeutige
Information über die Parklücke bietet, da die Sensoren nicht erkennen können, ob die
Parklücke in ihrer Tiefe zusammenhängend ist oder zweigeteilt ist, beispielsweise
durch einen Radweg oder Gehweg, der sich an die Parklücken anschließt. Vielmehr dienen
die Sensoren lediglich zur Erfassung der Tiefe bis zum nächsten reflektierenden Objekt
und können nicht reflektierende Bereiche, die zum Parken vorgesehen sind (beispielsweise
ein Bereich eines freistehenden Parkplatzes) nicht von nicht reflektierenden Bereichen
unterscheiden, die nicht zum Parken vorgesehen sind (beispielsweise, wenn ein Teil
des nicht reflektierenden Abschnitts ein Teil eines Fahrradwegs ist oder ähnlich).
Insbesondere wurde erfindungsgemäß erkannt, dass die von den Sensoren gelieferte Information
sich nicht dafür eignet, die Art des Parkplatzes zu erfassen. Die Sensorinformation
erlaubt es nicht, Parkplätze, die sich längs zum Fahrweg erstrecken (zum Rückwärtseinparken)
von zum Fahrweg vertikal angeordnete Parklücken (beispielsweise zum Vorwärtseinparken)
zu unterscheiden, um somit die Art des Parkplatzes bzw. der Parklücke zu ermitteln.
Daher ergeben sich bei Systemen nach dem Stand der Technik gegebenenfalls fehlerhafte
Ansteuerungen, wenn die geplante Einparkbahn nicht zur verkehrsrechtlich vorgesehenen
Parkplatzbenutzung passt, oder der zur Verfügung stehende Parkraum durch Orientierungsfehler
nicht mit der richtigen Orientierung, d.h. längs oder quer zur Fahrbahn angefahren
wird.
[0005] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, einen Mechanismus für Einparkhilfen vorzusehen,
der eine Einparkbahn vorsieht, welche verlässlich ist und immer zur vorliegenden Parksituation
passt.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Das der Erfindung zugrunde liegende Konzept ist es, nicht nur die Breite eines Parkplatzes
zu erfassen, sondern auch dessen Orientierung zu ermitteln. Da die Ermittlung nicht
alleine durch Abstandssensordaten verlässlich vorgesehen kann, wird Orientierungsinformation
vorgesehen, die ortsabhängig ist. Auf diese Weise werden fehlerhafte Einparkbahnverläufe
vermieden, die auf den folgenden zwei uneindeutigen Parkplatzsituationen basieren.
[0007] Gemäß der ersten uneindeutigen Situation sind Parkplätze zum Vorwärtseinparken vorgesehen,
die sich aneinander reihen und senkrecht zum Fahrbahnverlauf vorgesehen sind. Derartige
Parkplatzorientierungen werden in öffentlichen Parkplätzen sehr häufig verwendet.
Sind beispielsweise drei Parkplätze nebeneinander frei, so ermittelt der Fahrzeugsensor
eine Parklücke, die auch zum Rückwärtseinparken geeignet ist, d.h. mit einer Fahrzeugorientierung
parallel zum Fahrzeugweg.
[0008] Gemäß einer zweiten uneindeutigen Situation wird eine Parkplatzlücke mit einer Länge
(in Richtung des Fahrverlaufs) erkannt, die ein Vorwärtseinparken des Fahrzeugs ermöglichen
würde, da die Breite des Fahrzeugs geringer ist als die Länge der Einparklücke. Erfasst
der Tiefensensor beispielsweise eine Tiefe der Parklücke, die für die Länge des Autos
ausreichen würde (beispielsweise, weil die nächste reflektierende Hauswand weit entfernt
ist beispielsweise aufgrund eines Fahrradwegs zwischen Parkplatzende und Häuserwand,
dann liefern die Sensordaten fälschlicherweise das Bild eines freien Parkplatzes,
der sich (aufgrund der erfassten Tiefe) senkrecht zur Fahrbahn erstreckt und ein falsches
Einparkmanöver wird eingeleitet, das gegebenenfalls zu Kollisionen mit nicht vom Sensor
zu erfassenden Objekten führt, beispielsweise Absperrungseinrichtungen zum Abtrennen
des Parkplatzbereichs vom daran angrenzenden Fahrradwegbereich, insbesondere Poller,
Pylonen, Pfosten oder hohen Bordsteinkanten.
[0009] Der Erfindung liegt die Berücksichtigung der Orientierung des Parkplatzverlaufs zugrunde,
sowie die Erkenntnis, dass Sensordaten alleine zu den oben genannten uneindeutigen
Einparksituationen führen können, die zu falschen Fahrzeugorientierungen führen. Neben
der Möglichkeit, die Orientierung des Einparkverlaufs automatisch und fehlerfrei vorzugeben,
verhindert die Erfindung auch fehlerhafte Einparkverläufe bei Systemen, bei denen
der Fahrer (fehlerbehaftet) die Parkplatzorientierung eingibt.
[0010] Das Problem der Mehrdeutigkeit wird erfindungsgemäß gelöst durch automatische Berücksichtigung
der Orientierung, wobei die Orientierungsinformation mit den Sensordaten verknüpft
wird, um in jedem Fall einen korrekten Einparkbahnverlauf vorzusehen. Der erfindungsgemäße
Rückgriff auf Parklückenorientierungsinformation basiert auf der Erkennung des Orts,
an dem sich das Fahrzeug (oder die Parklücke) befindet, sowie auf einer Datenbank,
in der die Ortsinformation verknüpft mit der Parklückenorientierungsinformation abrufbar
vorliegt. Die Orientierungsdaten werden zur Berechnung der Einparkbahn mit den Sensordaten
verknüpft.
[0011] Erfindungsgemäß wird daher ein Verfahren zur Erfassung der Orientierung einer Parklücke
für ein Fahrzeug vorgesehen. Hierbei wird Tiefeninformation entlang einer Einparkstrecke
erfasst, wobei die Einparkstrecke die Parklücke umfasst, in die das Fahrzeug eingeparkt
werden soll. Das Erfassen wird durchgeführt mittels einer Abstandssensorvorrichtung
an dem Fahrzeug (vorzugsweise an der Seite und/oder am vorderen oder hinteren Ende
des Fahrzeugs angebracht), während das Fahrzeug an der Parklücke vorbeigeführt wird.
Beispielsweise kann das Fahrzeug vorwärts an einer Parklücke vorbeigeführt werden,
wobei die Abstandssensoren den Bereich seitlich des Fahrzeugs, zur Fahrbahnbegrenzung
hingewandt, gegebenenfalls (wiederholt) abtasten. Die Tiefeninformation wird mit der
Wegstreckeninformation verknüpft, die sich aus dem Vorbeiführen des Fahrzeugs ergibt.
[0012] Ferner wird die Länge des Fahrzeugs berechnet aus dem Verlauf der Tiefeninformation
entlang der Einparkstrecke, die aus dem Vorbeiführen der Abstandsvorrichtung an der
Parklücke entlang der Einparkstrecke gewonnen wurde. Das so beschriebene Erfassen
der Parklücke ist bereits aus dem Stand der Technik bekannt. Erfindungsgemäß umfasst
das Verfahren ferner einen Schritt des Erfassens des Orts, an dem die Einparkstrecke
vorliegt. Hierzu wird beispielsweise der Ort der Einparkstrecke, der Parklücke und
insbesondere des Fahrzeugs ermittelt, indem eine Vorrichtung zur absoluten Erfassung
des Orts eine geographische Lage ermittelt. Bevorzugt wird hierbei ein GPS-Empfänger
verwendet, wobei dessen Ort (genauer: der Ort der Empfangsantenne der GPS-Vorrichtung)
ermittelt wird und eine geographische Lageninformation ausgegeben wird. Derartige
Ortserfassungen sind bereits von Navigationsgeräten bekannt. Gegebenenfalls kann die
Ortserfassung eines Navigationsgeräts verwendet werden. Ferner sieht das Verfahren
vor, Parklückenorientierungsinformation bereitzustellen, die mit Ortsinformationen,
d.h. mit Informationen bezüglich der geographischen Lage, verknüpft ist. Diese Parklückeninformation
verknüpft mit zugehöriger Ortsinformation wird in einer Datenbank vorgesehen, die
abrufbar ist. Die Ortsinformation kann insbesondere in Datenformaten vorliegen, wie
sie auch von Navigationsgeräten verwendet werden. Die Parklückeninformation kann vorgesehen
werden durch eine Winkelangabe und, in besonders einfachen Fällen, durch ein einzelnes
Bit, das je nach Wert eine senkrechte oder parallele Ausrichtung zur Fahrbahn wiedergibt.
Die Parklückenorientierungsinformation gibt für mehrere Orte die Orientierung von
dort vorliegenden Parklücken an. Vorzugsweise wird die Parklückeninformation von ganzen
Straßenzügen, Ortsteilen, Städten oder Ländern angegeben.
[0013] Gemäß einer ersten Ausführungsform wird die Parklückenorientierungsinformation dem
elektronischen Kartenmaterial eines Navigationsgeräts hinzugefügt, um so explizit
innerhalb des vorliegenden Kartenmaterials ein weiteres Datenfeld vorzusehen.
[0014] Ferner kann die Parklückenorientierungsinformation aus bereits bestehendem elektronischem
Kartenmaterial extrahiert werden, beispielsweise unter der Annahme, dass öffentliche
Parkplätze oder gewerbliche Parkplätze Parklücken aufweisen, die senkrecht zum Fahrweg
orientiert sind, wie es beispielsweise in Tiefgaragen der Fall ist.
[0015] Insbesondere kann die Parklückenorientierungsinformation durch Erfassen belegter
Parklücken erkannt werden. Hierbei wird eine Fahrstrecke abgefahren, wobei seitwärts
zur Fahrtrichtung ausgerichtete Sensoren (optische Sensoren, insbesondere eine Kamera
oder Abstandssensoren auf Ultraschall- oder Mikrowellenbasis) die bereits bestehende
Parksituation erfassen. Umfasst die bestehende Parksituation bereits belegte Parkplätze,
so kann anhand der Lücken und deren Abständen zueinander die Parklückenorientierung
erfasst werden. Hierbei werden die Lückenlänge sowie die Abstände zwischen zwei Lücke
erfasst. Lückenlänge und/oder die Abstände zwischen zwei Lücken sind bei belegten
Parkplätzen von der Parkorientierung abhängig und eindeutig dieser zuzuordnen. Insbesondere
der Abstand zwischen zwei Lücken entspricht der Länge eines parallel zur Fahrbahn
geparkten Kraftfahrzeugs, und entspricht der Breite eines Fahrzeugs, das senkrecht
zur Fahrbahn geparkt ist. Anhand von vorgegebenen Normintervallen lassen sich Breite
und Länge unterscheide, da die meisten Fahrzeuge eine Breite, die deutlich geringer
als deren Länge ist. Als Normintervall kann beispielsweise 1,5 - 2 m für eine Fahrzeugbreite
angenommen werden und beispielsweise 3 - 6 m für eine Fahrzeuglänge. Die erfassten
Abstände zwischen den Lücken können ferner gemittelt werden. Nicht in ein Intervall
passende, erfasste Abstände können von dieser Mittelung ausgenommen werden. Das Intervall
kann ferner Länderspezifisch vorgesehen werden. Die so erfasste Parkorientierung kann
in einer Datenbank (beispielsweise eines Navigationssytems) abgelegt werden, zusammen
mit den zugehörigen Ortsdaten, um eine Lernen des Systems zu ermöglichen. Die mittels
Lücken (beziehungsweise mittels Abstand zwischen Lücken) erfassten Parkorientierungsdaten
können mit weiteren, wie hier beschrieben vorgesehenen Parkorientierungsdaten zusammengenommen
werden, beispielsweise um Redundanz bei der Erfassung zu ermöglichen.
[0016] Ferner kann die Information von der Bebauungsdichte bzw. der Fahrwegbreite abgeleitet
werden, wobei beispielsweise bei Fahrwegen mit geringer Breite (wie sie in Wohngebieten
vorliegen), davon ausgegangen wird, dass aufgrund des geringen zur Verfügung stehenden
Platzes Fahrzeuge in einer Reihe entlang des Fahrwegs einzuparken sind. Daher kann
beispielsweise in Wohngebieten oder in Stadtgebieten mit geringen Straßenbreiten einer
Parklückenorientierungsinformation zugeordnet werden, der gemäß die Parklücken sich
längs zum Fahrweg erstrecken.
[0017] Ferner kann die Datenbank als beschreibbare Datenbank vorgesehen sein, wobei nach
einem Einparkprozess, auf den ein längeres Stehen (beispielsweise größer als 30 min
oder eine andere vorgegebene Dauer) stattfindet, der entsprechende Ort oder vorzugsweise
der gesamte Straßenzug gespeichert wird, zusammen mit der Orientierung, in der das
eingeparkte Auto momentan steht. So können beispielsweise bei manuell ausgeführten
Einparkvorgängen Informationen erstellt werden, die in der Datenbank gespeichert werden,
um bei späteren automatischen bzw. unterstützten Einparkvorgängen die Parklückenorientierungsinformation
diesem Ort bzw. diesem Ort einschließlich eines vorgegebenen Umkreises zuzuordnen.
Auch automatische bzw. assistierte Einparkvorgänge können zum Einlernen der Datenbank
verwendet werden, wobei zunächst ermittelt wird, ob der Einparkversuch erfolgreich
war (beispielsweise durch Ermitteln einer direkt folgenden Stehzeit des Fahrzeugs,
oder ob Korrekturen durchgeführt wurden), und daraufhin Eintragen der zugehörigen
Parklückenorientierungsinformation, verknüpft mit der zugehörigen Ortsinformation.
[0018] Die Parklückenorientierungsinformation kann durch Untersuchung der verwendeten Einparkbahn
ermittelt werden, oder kann durch eine Ausrichtungsinformation vorgesehen werden,
die sich beispielsweise aus einem Navigationsgerät auslesen lässt. Ausgangspunkt für
die Parklückenorientierungsinformation, die in die Datenbank eingetragen wird, zusammen
mit der zugehörigen Ortsinformation) kann daher erfasst werden durch: Betrachtung
des Bahnverlaufs bzw. des Einlenkwinkels während des vorher ausgeführten Einparkmanövers,
Erfassung der Ausrichtung des Fahrzeugs, mittels eines Kompasses, oder mittels eines
Navigationsgeräts, oder durch manuelle Benutzereingabe. Die Parklückenorientierungsinformation
wird vorzugsweise für eine bestimmten Ort eingetragen oder für einen Bereich, wobei
der Bereich beispielsweise durch eine Lageninformation vorgesehen sein kann, einschließlich
einer Reichweite.
[0019] Weiterhin kann sich die Parklückenorientierungsinformation nicht nur auf einen Ort,
sondern auf den gesamten Straßenzug beziehen, in dem der Ort liegt. Ferner kann sich
die Parklückenorientierungsinformation auf eine gesamte städtebauliche Einheit beziehen,
beispielsweise ein Parkareal, einen Wohnbezirk, ein Wohnviertel oder Ähnliches. Hierbei
wird davon ausgegangen, dass der gesamte Straßenzug, der gesamte Umgebungsbereich
oder die gesamte städtebauliche Einheit dieselbe Parklückenorientierungsinformation
aufweist, die für den Ort innerhalb der Straße bzw. der städtebaulichen Einheit gilt.
Ferner können Objekteinheiten wie Parkhaus, öffentlicher Parkplatz, Stadtzentrum,
Wohnviertel alleine aufgrund der Klassifikation Parklückenorientierungsinformationen
zugeordnet werden, wobei diese vorzugsweise regions- oder länderspezifisch ist. So
kann beispielsweise für Parkhäuser in Deutschland im Allgemeinen eine Parklückenorientierungsinformation
vorgesehen werden, der gemäß an einem Ort, dessen Umgebung der Objektklasse Parkhaus
bzw. öffentlicher Parkplatz zugeordnet ist, Parkplätze sich senkrecht zum Fahrbahnverlauf
erstrecken. Gleiches gilt für Objektklassen wie Gewerbegebiet, Autobahnraststätte
oder Ähnliches. In anderen Ländern können die verschiedenen Objektklassen zu anderen
Parklückenorientierungsinformation zugeordnet sein.
[0020] Die Orientierungsinformation, welche die Orientierung von Parklücken für den erfassten
Ort angibt, die aus der Datenbank abgerufen wird, umfasst ebenso das Ableiten der
Orientierungsinformation (d.h. der Parklückenorientierungsinformation) aus Objektinformationen
der Datenbank, wie oben dargelegt ist. Die Datenbank kann die Kartendatenbank einer
Navigationsvorrichtung sein, oder kann eine davon sich unterscheidende Datenbank sein,
die gegebenenfalls mit Kartendatenbanken verknüpfbar ist. Das Abrufen umfasst insbesondere
einen Speicherzugriff, wobei der Speicher ein nur Lesespeicher sein kann oder ein
Lese-Schreibspeicher (Letzteres insbesondere bei lernfähigen Systemen), wobei der
Speicher in Form eines optischen oder magnetischen Datenträgers vorgesehen sein kann
oder mittels eines nicht flüchtigen Halbleiterspeichers.
[0021] Erfindungsgemäß wird ferner die Orientierungsinformation für den erfassten Ort ausgegeben.
Die Ausgabe kann insbesondere an ein Einparkhilfesystem ausgegeben werden, das unter
anderem aufgrund der gegebenen Orientierungsinformation die Einparkbahn errechnet,
ebenso unter Berücksichtigung der erfassten Tiefeninformation oder anderer geometrischer
Informationen über die Parklücke.
[0022] Die Parklückenorientierungsinformation gibt für mehrere Orte an, ob sich die dort
vorliegende Parklücke oder Parklücken senkrecht in einer Fahrbahn erstreckt oder sich
parallel zu einer Fahrbahn erstreckt. Als Fahrbahn wird insbesondere das Fahrbahnstück
angesehen, an das die Parklücke angrenzt, oder in der die Parklücke liegt. Darüber
hinaus kann dies Fahrbahnbereiche betreffen, die in der Nähe (d.h. innerhalb eines
vorgegebenen Umkreises) des Ortes liegen. Parklückeninformation eines Ortes kann auf
Parklückeninformation eines anderen Ortes übertragen werden, sofern die Orte beispielsweise
nahe beieinander liegen (nicht mehr als eine vorgegebene Luftstreckendistanz voneinander
entfernt sind), oder sofern die Orte in vergleichbaren Gebietsklassen liegen, beispielsweise
wenn beide Orte in Bereichen öffentlicher Parkplätze liegen. Die Orientierungsinformation,
die für einen Ort vorliegt, kann für einen Bereich herangezogen werden, in dem der
Ort liegt. Der Bereich kann definiert sein durch einen Maximalabstand vor dem Ort
im Sinne eines Radius.
[0023] Die Parklückeninformation ist vorgesehen in der Datenbank, wobei die Datenbank einen
abrufbaren Speicher mit der Parkorientierungsinformation verknüpft mit zugehöriger
Ortsinformation, umfasst. Die Verknüpfung kann vorgesehen werden, indem einer Vielzahl
von Orten, beispielsweise einem Ortsbereich dieselbe Parkorientierungsinformation
zugeordnet wird. Beispielsweise mittels eines Zeigers oder eines zugehörigen Listeneintrags.
Der Speicher kann entweder nur Ortsinformation und die zugehörige Parkorientierungsinformation
und somit nur dem oben angegebenen Zweck dienen, oder kann neben der Ortsinformation
und der zugehörigen Parkorientierungsinformation geographisches Kartenmaterial umfassen,
wie es in Navigationsgeräten verwendet wird. Falls der Speicher nur Ortsinformation
und zugehörige Parkorientierungsinformation umfasst, so liegen diese Informationen
vorzugsweise in einem Datenformat vor, das sich mit geographischem Kartenmaterial,
beispielsweise einem Navigationsgerät, kombinieren lässt. Beispielsweise kann die
Parkorientierungsinformation in dem Format vorliegen, in dem Fahrtrichtungsdaten (Einbahnstraße
oder in beide Richtungen befahrbar) vorliegen oder kann zusammen mit dieser in einem
gemeinsamen Wert oder in einer gemeinsamen Variablen vorgesehen sein.
[0024] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Datenbank nicht nur zum Abrufen von
Informationen vorgesehen, sondern auch zum Einspeichern neuer Information. Hierbei
ist die Datenbank beschreibbar vorgesehen, und das Verfahren umfasst einen Schritt
des Lernens, der vorsieht, eine Fahrzeugorientierung des Fahrzeugs in geparktem Zustand
zu erfassen, der die Folge eines nicht unterstützten Einparkschritts ist. Der geparkte
Zustand kann ferner auch die Folge eines unterstützten Einparkschritts sein, der erfolgreich
verlaufen ist. Der geparkte Zustand wird beispielsweise erfasst durch Überschreiten
einer Mindeststehzeit nach Ausführen eines Parkmanövers oder Ähnliches. Der Schritt
des Lernens sieht ferner vor, die zugehörige Ortsinformation zu erfassen, und die
Fahrzeugorientierung (wie sie in geparktem Zustand vorgesehen ist), zusammen mit der
zugehörigen Ortsinformation abrufbar in der Datenbank abzulegen, beispielsweise um
bei zukünftigen Einparkschritten abgerufen zu werden und bei der Berechnung einer
Einparkbahn verwendet zu werden.
[0025] Der Ort kann erfasst werden durch Abrufen von GPS-Daten aus einem GPS-Empfänger.
Der GPS-Empfänger kann nur für diesen Zweck vorgesehen sein, beispielsweise ein GPS-Modul,
das Ortsinformationen nur zum Abrufen der zugehörigen Parklückenorientierungsinformation
bereithält. Alternativ kann der GPS-Empfänger Teil eines Navigationsgeräts sein, wobei
das Navigationsgerät eine Stelle umfasst, die die Ortsinformation abgibt. Ortsdaten
können ferner mittels eines Mobilfunkempfängers ermittelt werden. Der Mobilfunkempfänger
kann gemäß einem GSM-Standard oder gemäß dem UMTS-Standard ausgebildet sein. Weitere
Alternativen sind IS-95, IS-2000 oder andere CDMA-basierte Standards. Bei der Verwendung
eines Mobilfunkprotokolls kann der Ort ermittelt werden durch Auslesen einer Ortsinformation
aus einem Eintrag, der gemäß dem Mobilfunkstandard vorgesehen ist, gegebenenfalls
einschließlich einer Interpolation. Weitere Alternativen sind Triangulation oder die
Erfassung und der Abgleich von Scatter-Information des Funkkanals oder die Angabe
einer Zellenbezeichnung, aus der sich der Ort der Zelle schließen lässt.
[0026] Die Datenbank, welche die Parklückeninformation verknüpft mit Ortsinformation enthält,
kann abrufbar ausgeführt sein, wobei hierzu das Verfahren ferner umfasst: Absenden
der Ortsinformation und Empfangen von zugehöriger Parklückeninformation. Hierbei kann
die Datenbank in Form eines Servers vorgesehen sein und die zugehörige Datenverbindung,
über die der Datenabruf vorgesehen wird, kann zumindest zum Teil Internet-basiert
sein oder auf einem mobilen Internetdienst basieren. Alternativ kann die Datenbank
in dem Fahrzeug mitgeführt werden. Die Datenbank kann Teil einer Datenbank eines Navigationsgeräts
sein, kann innerhalb des Fahrzeugs fest montiert sein oder abnehmbar sein, beispielsweise
im Falle eines mobilen Moduls. Insbesondere kann das Verfahren kombiniert werden mit
einer Einparkunterstützung bzw. mit einem Einparkunterstützungsverfahren, das von
einem System vorgesehen wird, das automatisch gemäß einer berechneten Einparkbahn
das Fahrzeug aktiv lenkt. Die Erfindung wird daher ferner vorgesehen von einem Verfahren
zur Einparkunterstützung für Fahrzeuge, wobei das Verfahren das oben beschriebene
Verfahren zur Erfassung der Orientierung umfasst. Das Verfahren zur Einparkunterstützung
umfasst ferner den Schritt des unterstützten Einparkens, bei dem Lenkinformation dem
Fahrer des Fahrzeugs angezeigt wird über ein Display. Anstatt einer visuellen Anzeige
kann die Lenkinformation auch akustisch abgegeben werden. Bei einer aktiv unterstützenden
Variante wird Lenkinformation an ein Lenksystem des Fahrzeugs zur Umsetzung der Lenkinformation
abgegeben, wobei die Lenkinformation aufgrund von Sensordaten, die von Abstandssensoren
des Fahrzeugs ermittelt werden, und aufgrund der Orientierungsinformation ermittelt
wird. Die Lenkinformation gibt eine errechnete Einparkbahn wieder, die anhand der
Sensordaten der sich daraus ergebenden geometrischen Daten für die Parklücke und insbesondere
anhand der erfindungsgemäß ermittelten Orientierungsinformation erstellt wird. Die
Umsetzung kann vorgesehen werden durch einen Aktor, der von einer Leistungsendstufe
angetrieben wird, welche wiederum von einem Mikroprozessor direkt oder indirekt angesteuert
wird, der das erfindungsgemäße Verfahren zur Einparkunterstützung implementiert.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Einpark-Unterstützung
umfasst das Verfahren Vorsehen eines Soll-Einparkbahnverlaufs. Der Soll-Einparkbahnverlauf
wird gemäß der erfassten Parklücke erstellt und weist eine Momentankrümmung auf, die
der Lenkinformation entspricht. Daher gibt die Lenkinformation den Soll-Einparkbahnverlauf
wieder. Der Soll-Einparkbahnverlauf entspricht der Orientierungsinformation und sieht
somit vor, das Fahrzeug entweder im Wesentlichen parallel zur Fahrbahn zu versetzen,
wenn gemäß der Parklückenorientierungsinformation die Parklücke parallel zur Fahrbahn
verläuft oder der Soll-Einparkbahnverlauf sieht im Wesentlichen eine Drehung des Fahrzeugs
um 90° vor, um das Fahrzeug von der Fahrbahn in eine dazu senkrecht verlaufende Parklücke
zu manövrieren.
[0028] Insbesondere wird die Erfindung umgesetzt durch eine Speichervorrichtung, die die
Parklückenorientierungsinformation vorsieht. Die Speichervorrichtung umfasst dort
gespeicherte Parklückenorientierungsinformation, die zusammen mit zugehöriger Ortsinformation
in der Speichervorrichtung (dauerhaft) gespeichert ist, wobei die Parklückenorientierungsinformation
für die zugehörige Ortsinformation die Orientierung einer Parklücke gegenüber einer
Fahrbahn wiedergibt, in der oder zu der sich die Parklücke erstreckt. Die Speichervorrichtung
umfasst vorzugsweise ferner einen Ausgang, eingerichtet zur Ausgabe der Parklückenorientierungsinformation.
Die Speichervorrichtung umfasst ferner einen Eingang, über den Ortsinformation in
die Speichervorrichtung eingegeben werden kann, um die zugehörige Parklückenorientierungsinformation
aus der Speichervorrichtung abzurufen. Die Speichervorrichtung kann grundsätzlich
ein Nur-Lese-Speicher oder auch ein Lese-/Schreibspeicher sein, wobei bei der letzteren
Ausführung das Hinzufügen von Parklückenorientierungsinformationen zusammen mit Ortsinformationen
möglich ist. Die Speichervorrichtung kann, wie oben beschrieben, durch dauerhafte
optische magnetische Halbleiter-basierte Speicher vorgesehen sein.
[0029] Die Erfindung wird ferner umgesetzt mittels eines Navigationsgeräts, das eine derartige
Speichereinrichtung umfasst. Die Speichervorrichtung speichert neben der Parklückenorientierungsinformation
(zusammen mit der zugehörigen Ortsinformation) auch Fahrbahninformation, die zur Navigation
erforderlich ist. Die Fahrbahninformation kann vorgesehen sein durch elektronisches
Kartenmaterial, das geographische Daten wiedergibt. Das Navigationsgerät ist eingerichtet,
eine aktuell gültige Ortsinformation zu erfassen (wobei sich die aktuell gültige Ortsinformation
auf den Aufenthaltsort des Fahrzeugs bezieht). Das Navigationsgerät ist ferner eingerichtet,
die zugehörige Parklückenorientierungsinformation auszugeben, welche die Orientierung
der Parklücke gegenüber der Fahrbahn am aktuell gültigen Ort wiedergibt. Hierzu kann
das Navigationsgerät einen Ausgang aufweisen, der zur Verbindung mit einem Einparkhilfesystem
eingerichtet ist, das Einparkhilfesystem erhält somit vom Navigationsgerät die Parklückenorientierungsinformation,
um dementsprechend, unter Berücksichtigung der Sensordaten, einen Einparkbahnverlauf
vorzusehen.
[0030] Kurze Beschreibung der Zeichnungen
- Figur 1
- zeigt ein erstes uneindeutiges Verkehrsszenario mit dazugehörigen Sensordaten;
- Figur 2
- zeigt ein zweites uneindeutiges Verkehrsszenario mit dazugehörigen Sensordaten; und
- Figur 3
- zeigt ein erfindungsgemäßes System zur Ausführung der Erfindung.
[0031] In der Figur 1 ist im oberen Bildabschnitt eine Parklücke 10 dargestellt, die innerhalb
einer Einparkstrecke 20 vorliegt. Die Parklücke 10 ist begrenzt durch ein hinteres
parkendes Fahrzeug 30, durch eine vorderes parkendes Fahrzeug 32, die beide parallel
zum Fahrweg ausgerichtet sind. Das einzuparkende Fahrzeug 40 fährt zunächst die Einparkstrecke
20 ab, um die Parklücke 10 durch seitliche Sensoren 42 zu vermessen. Die Sensoren
empfangen ein Sensorbild, das in dem unteren Bildabschnitt der Figur 1 dargestellt
ist. In der unteren Bildhälfte ist entlang der Achse d der Abstand dargestellt, der
durch die Sensoren 42 ermittelt wird (beispielsweise ein Echoabstand), wobei die X-Achse
dem Straßenverlauf folgt. Für die Sensoren 42, die auch als ein einzelner Sensor vorgesehen
sein können, ergeben sich beispielhaft verschiedene Messpunkte, die in der unteren
Bildhälfte als Kreis dargestellt sind. In der Höhe der parkenden Autos 30, 32 ergibt
sich ein geringer seitlicher Abstand, wobei sich entlang der Parklücke 10 ein großer
Abstand d ergibt. Der Abstand d in der Höhe der Parklücke 10 ergibt sich durch den
Abstand zwischen den Sensoren 42 des Fahrzeugs 40 und der nächstliegenden Häuserwand
50, wobei jedoch zwischen Parkbereich und Häuserwand 50 ein Gehweg 40 vorgesehen ist,
der von der Straße durch eine Bordsteinkante getrennt ist, die aufgrund ihrer geringen
Höhe nicht erfasst werden kann, jedoch für das Fahrzeug nicht zu überwinden ist.
[0032] Die in der unteren Bildhälfte dargestellten Sensordaten ergeben ein Bild, demnach
sich das Fahrzeug senkrecht zum Fahrbahnverlauf einparken ließe, da in der Höhe der
Parklücke 10 der von den Sensoren erfasste Abstand ausreichend ist, um das Auto der
Länge nach aufzunehmen. Jedoch erfassen die Sensoren nicht, dass der Bereich 40 nicht
zum Parken vorgesehen ist, und somit die Parklücke 10 lediglich zum parallelen Einparken
geeignet ist. Hierbei wäre jedoch die Länge des Fahrzeugs 40 zu groß, so dass die
Parklücke 10 nicht zur Aufnahme des Fahrzeugs 40 geeignet ist. Ausgehend von den Sensoren
würde jedoch ein Einparkprozess durch eine Einparkunterstützung vorgesehen werden,
der das Fahrzeug 40 gemäß Einparkbahn 60 in die Parklücke einbringt, um dieses gemäß
dem Umriss 70 einzuparken. Dies wäre jedoch mit einer Kollision mit der Begrenzung
des Gehwegs 40 verbunden bzw. mit dem Blockieren des Gehwegs 40.
[0033] Ohne die erfindungsgemäß vorgesehene Parklückenorientierungsinformation könnte die
in Figur 1 dargestellte Situation nicht dahingehend aufgelöst werden, ob die Parklücke
10 zum Senkrechteinparken vorgesehen ist, oder ob die Parklücke 10 der Länge nach
zu verwenden ist und somit zu kurz für das Fahrzeug 40. Das erfindungsgemäße Verfahren
würde der Lage der Parklücke 10 eine Parklückenorientierungsinformation zuordnen,
die es dem Einparkassistenten ermöglicht, zu ermitteln, ob die Parklücke 10 als senkrechte
Parklücke verwendet werden kann, oder nicht. In der erfindungsgemäßen Datenbank ist
zum Ort der Parklücke 10 ein Eintrag hinterlegt, demgemäß dieser Ort bzw. der gesamte
Bereich bzw. Straßenzug ein Einparken nur in Längsrichtung ermöglicht und senkrechte
Einparklücken aufgrund des Gehwegs 40 nicht möglich sind.
[0034] Die Figur 2 zeigt eine zweite uneindeutige Verkehrssituation, die sich mittels des
erfindungsgemäßen Verfahrens lösen lässt. Im oberen Bildabschnitt sind zwei Fahrzeuge
30, 32 dargestellt, zwischen denen sich eine Parklücke 10 erstreckt. Die Fahrzeuge
30, 32 sowie die Parklücke 10 sind als senkrecht zur Fahrbahn ausgerichtete Parklücken
vorgesehen, wobei die Parklücke 10 aus drei einzelnen, senkrechten Parklücken besteht.
[0035] Im unteren Bildabschnitt der Figur 2 sind die zugehörigen Sensordaten dargestellt,
wobei in der Höhe der Fahrzeuge 30, 32 Echosignale erfasst werden, die sich durch
die Präsenz der Fahrzeuge 30, 32 ergeben. In Höhe der Parklücke 10 wird jedoch kein
(sicheres) Echosignal vorgesehen, da in dieser Höhe kein reflektierendes Objekt in
der Reichweite des Sensors 42 des Fahrzeugs 40 vorliegt. Es ergibt sich somit ausgehend
von den Sensordaten das Bild, dass die Parklücke 10 zum Parken in Längsrichtung ausreichend
ist und somit das Fahrzeug 40 in die Parklücke 10 eingeparkt werden kann.
[0036] Zur Erfassung der Parklücke 10 fährt das Fahrzeug 40, einschließlich des seitlichen
Sensors 42, an der Parklücke 10 entlang der Einparkstrecke 20 entlang, um den Anfang
und das Ende der Lücke 10 zu ermitteln. Nachdem das Ende in der Höhe des Fahrzeugs
32 ermittelt wurde, ergäbe sich ohne Berücksichtigung einer Parklückenorientierungsinformation
das Bild, dass zwischen den Fahrzeugen 32, 30 ein Parkplatz in Längsrichtung für das
Fahrzeug 40 zur Verfügung steht. In diesem Fall würde das Fahrzeug in eine längsseitige
Parksituation 70 gemäß der Einparkbahn 60 eingeparkt werden, wodurch unnötigerweise
zwei zusätzliche Längsparkplätze blockiert werden würden.
[0037] Um die Situation eindeutig aufzulösen, sieht das Verfahren daher vor, für den Ort
der Parklücke 10 (bzw. für den Ort des Fahrzeugs 40) eine Parklückenorientierungsinformation
aus einer Datenbank abzurufen. Die Einparkbahn 60 würde dann derart in eindeutiger
Weise erzeugt werden, dass das Fahrzeug 40 parallel zu den Fahrzeugen 30, 32 zu stehen
kommt, und somit einer der senkrecht ausgerichteten Parkplätze der Parklücke 10 besetzt
wird. Die verbleibenden Parklücken bleiben bei der Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens frei für weitere Fahrzeuge.
[0038] Die Figur 3 zeigt ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Systems, das zur Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist.
[0039] Das System von Figur 3 umfasst einen GPS-Empfänger 110 mit einer daran angeschlossenen
Antenne 112, die beide in einem Fahrzeug (nicht dargestellt) angeordnet sind. GPS-Antenne
112 und GPS-Empfänger 110 sehen aktuelle Orts- information über das Fahrzeug vor.
An den GPS-Empfänger 110 angeschlossen ist die Datenbank 120, die erste Einträge 122
umfasst, welche verschiedene Ortsinformationen wiedergeben. Die Einträge 122 können
in Längen- und Breitengraden angegeben sein, und geben insbesondere nicht nur einzelne
geographische Punkte, sondern geographische Bereiche wieder. Dieser Ortsinformation
122 ist über eine Zuordnung 124 eine Liste von Einträgen 126 zugeordnet, die Parklückenorientierungsinformationen
wiedergeben. Die Einträge 126, die Parklückenorientierungsinformationen wiedergeben,
sind somit über die Verknüpfung 124 mit den Orten 122 verknüpft. In Figur 3 symbolisch
dargestellt ist die Verknüpfung 124 der ersten beiden Ortsinformationen 122 mit einem
ersten Parklückenorientierungseintrag, sowie eine untere Zuordnung der unteren beiden
Ortsinformationen zu einer weiteren Parklückenorientierungsinformation. Die Parklückenorientierungsinformation
liegt in digitaler Form vor, beispielsweise in einfacher Form als ein Bit, das entweder
eine senkrechte oder eine längsseitige Orientierung der Parklücke zum Fahrweg wiedergibt.
In anderen Ausführungsformen können die Parkinformationseinträge diskrete Winkelangaben
sein, beispielsweise 0°, 30°, 45°, 60°, 90° oder auch in feinerer Auflösung, beispielsweise
gradweise.
[0040] Die Datenbank 120 gibt die Parklückenorientierungsinformation 126, welche der Ortsinformation
zugehört, die von dem Empfänger 110 bereitgestellt wurde, an einen Einparkassistenten
130 weiter, der ferner von einer Abstandssensorvorrichtung 140 Abstandsdaten erfasst,
vorzugsweise seitliche Abstandsdaten der Beifahrerseite des Fahrzeugs (nicht dargestellt).
Der Einparkassistent 130 (beispielsweise vorgesehen als Prozessor, dazugehörige Software
und Ein-/Ausgabeschnittstellen) errechnet anhand der Sensordaten, die von der Abstandssensorvorrichtung
140 geliefert werden, und unter Berücksichtigung der von der Datenbank 120 abgegebenen
Parklückenorientierungsinformation einen Einparkkurvenverlauf, beispielsweise in Form
von Stützpunkten, die als Winkelangaben vorliegen. Der Einparkassistent 130 kann ferner
ein Winkelsignal an einen Aktor 150 abgeben, der das vom Assistenten 130 abgegebene
elektrische Signal in eine mechanische Bewegung umwandelt, die an das Lenksystem 160
des Fahrzeugs (nicht dargestellt) weitergegeben wird. Somit wandelt der Aktor 150
Steuersignale des Einparkassistenten 130 um, um gemäß der Vorgabe des Einparkassistenten
130 das Lenksystem 160 des Fahrzeugs (nicht dargestellt) anzusteuern. Hierbei verwendet
der Einparkassistent 130 zum einen Abstandsdaten von einem Abstandssensor 140 sowie
eine Parklückenorientierungsinformation 120, um anhand dieser Orientierungsinformation
zu entscheiden, ob der vom Assistenten 130 berechnete Einparkbahnverlauf beispielsweise
entweder eine im Wesentlichen parallele Bewegung wiedergibt (entsprechend einem Parkplatz,
der sich längsseitig des Fahrbahnverlaufs erstreckt), oder den Einparkbahnverlauf
gemäß einer 90°-Wende vorzusehen, wenn die Parklückenorientierungsinformation eine
Parklückenorientierung senkrecht zum Fahrbahnverlauf vorgibt.
[0041] Die Systemkomponenten mit den Bezugszeichen 140, 130, 150 und 160 können gemäß dem
Stand der Technik ausgebildet sein und als ein übliches Einparkassistenzsystem ausgebildet
sein, das aktiv während des Einparkens das Fahrzeug lenkt. Die erfindungsgemäß hinzugezogenen
Komponenten sind die Komponenten mit den Bezugszeichen 110-126, die über einen Eingang
des Einparkassistenten 130, dessen berechneten Bahnverlauf beeinflussen, wobei insbesondere
die Ausgabe der Parklückenorientierungsinformation der Datenbank 120 dem Einparkassistenten
130 vorgibt, ob die zu berechnende Einparkbahn einem längsseitigen, parallelen Einparkmanöver
entspricht oder das Fahrzeug um 90° gedreht wird, um vorwärts (oder rückwärts) in
eine sich senkrecht zum Fahrbahnverlauf erstreckende Parklücke einzufahren.
[0042] Die Datenbank 120 kann insbesondere in bereits bestehende Einparkassistenten 130
integriert werden, vorzugsweise einschließlich eines GPS-Moduls 110, 112. Alternativ
kann nur die Datenbank in ein Fahrassistenzsystem 130 gemäß dem Stand der Technik
integriert werden, wobei der Einparkassistent 130 in diesem Fall einen Eingang umfasst,
über den dieser Ortsinformationen empfangen kann, beispielsweise von einem ebenfalls
im Fahrzeug befindlichen Navigationsgerät.
[0043] Grundsätzlich kann die Datenbank 120 auch eine entfernt gelegene Datenbank sein,
beispielsweise in Form eines Servers, wobei in diesem Fall die Verbindungen zwischen
dem GPS-Modul 110, 112 und der Datenbank einerseits und die Verbindung zwischen der
Datenbank 120 und dem Einparkassistenten 130 andererseits teilweise als Funkverbindungen
vorgesehen sind.
1. Verfahren zur Erfassung der Orientierung einer Parklücke (10) für ein Fahrzeug (40),
umfassend:
Erfassen von Tiefeninformation (d) entlang einer Einparkstrecke (20), welche die Parklücke
(10) umfasst, mittels einer Abstandssensorvorrichtung (42) an dem Fahrzeug während
das Fahrzeug an der Parklücke vorbeigeführt wird;
Berechnen der Länge der Parklücke (10) aus einem Verlauf der Tiefeninformation (d)
entlang der Einparkstrecke;
Erfassen des Orts, an dem die Einparkstrecke (20) vorliegt;
Vorsehen von Parklückenorientierungsinformation, die mit Ortsinformation (126) verknüpft
ist, in einer Datenbank (120), wobei die Parklückenorientierungsinformation für mehrere
Orte (122) die Orientierung (126) von dort vorliegenden Parklücken angibt;
Abrufen der Orientierungsinformation (126), welche die Orientierung von Parklücken
für den erfassten Ort angibt, aus der Datenbank (120); und
Ausgeben der Orientierungsinformation (126) für den erfassten Ort.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Parklückenorientierungsinformation für mehrere
Orte angibt, ob sich die dort vorliegende Parklücke (10) oder Parklücke (11) senkrecht
oder parallel in oder zu einer Fahrbahn erstreckt, an die die Parklücke angrenzt oder
in der die Parklücke liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Parklückenorientierungsinformation vorgesehen
ist in der Datenbank (120), die einen abrufbaren Speicher mit Parkorientierungsinformation
(126), verknüpft mit zugehöriger Ortsinformation (122), umfasst, wobei der Speicher
nur Ortsinformation und zugehörige Parkorientierungsinformation oder Ortsinformation,
zugehörige Parkorientierungsinformation und geographisches Kartenmaterial umfasst.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Datenbank (120) beschreibbar
vorgesehen ist und das Verfahren einen Schritt des Lernens umfasst, der vorsieht,
eine Fahrzeugorientierung des Fahrzeugs (40) in geparktem Zustand zu erfassen, der
die Folge eines nicht unterstützten Einparkschritts ist; die zugehörige Ortsinformation
zu erfassen, und die Fahrzeugorientierung zusammen mit der zugehörigen Ortsinformation
abrufbar in der Datenbank für zukünftige unterstützte Einparkschritte abzulegen.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Erfassen des Orts umfasst:
Abrufen von GPS-Daten aus einem GPS-Empfänger (110), der nur zum Abrufen der Orientierungsinformation
vorgesehen ist, oder der Teil eines Navigationsgeräts ist; oder Abrufen von Ortdaten
aus einem Mobilfunkempfänger, der gemäß einem Mobilfunkprotokoll, gemäß dem GSM-Standard
oder gemäß dem UMTS-Standard ausgebildet ist.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Parklückenorientierungsinformation
verknüpft mit Ortsinformation vorgesehen ist in der Datenbank, die fernabrufbar ausgeführt
ist, und das Verfahren ferner das Absenden der Ortsinformation an die Datenbank sowie
das Empfangen von zugehöriger Parklückenorientierungsinformation umfasst, oder wobei
die Parklückenorientierungsinformation vorgesehen ist in der Datenbank, die in dem
Fahrzeug mitgeführt in einer im Fahrzeug festmontierten oder abnehmbaren Vorrichtung,
insbesondere in einem Navigationsgerät, das im Fahrzeug vorgesehen ist.
7. Verfahren zur Einpark-Unterstützung für Fahrzeuge (40), das das Verfahren nach einem
der vorangehenden Ansprüche umfasst, sowie den Schritt des unterstützten Einparkens,
bei dem dem Fahrer des Fahrzeugs Lenkinformation angezeigt wird oder Lenkinformation
an ein Lenksystem (150, 160) des Fahrzeugs (40) zur Umsetzung der Lenkinformation
abgegeben wird, wobei die Lenkinformation aufgrund von Sensordaten, die von Abstandssensoren
des Fahrzeugs ermittelt werden, und der Orientierungsinformation ermittelt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei das Verfahren umfasst: Vorsehen eines Soll-Einparkbahnverlaufs
(60), der eine Momentankrümmung aufweist, die der Lenkinformation entspricht, wobei
der Soll-Einparkbahnverlauf der Orientierungsinformation entspricht.
9. Speichervorrichtung (120) zum Vorsehen von Parklückenorientierungsinformation, umfassend:
Parklückenorientierungsinformation (122), die zusammen mit zugehöriger Ortsinformation
(126) in der Speichervorrichtung gespeichert ist, wobei die Parklückenorientierungsinformation
für die zugehörige Ortsinformation die Orientierung einer Parklücke gegenüber einer
Fahrbahn wiedergibt, in oder zu der sich die Parklücke erstreckt, wobei die Speichervorrichtung
ferner einen Ausgang umfasst, der zur Ausgabe der Parklückenorientierungsinformation
eingerichtet ist, sowie einen Eingang, über den Ortsinformation in die Speichervorrichtung
zum Abruf der Parklückenorientierungsinformation eingegeben werden kann.
10. Navigationsgerät mit einer Speichervorrichtung nach Anspruch 9, wobei die Speichervorrichtung
neben der Parklückenorientierungsinformation zur Navigation erforderliche Fahrbahninformation
umfasst, wobei das Navigationsgerät eingerichtet ist, eine aktuell gültige Ortsinformation
zu erfassen, die zugehörige Parklückenorientierungsinformation auszugeben, welche
die Orientierung der Parklücke gegenüber der Fahrbahn am aktuell gültigen Ort wiedergibt.