[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Selbstanpassung eines Hörhilfegerätes durch
einen Benutzer an den individuellen Hörverlust des Benutzers. Ferner betrifft die
Erfindung ein Hörhilfegerät zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Jedes Hörhilfegerät sollte individuell an den jeweiligen Benutzer angepasst sein.
Die Anpassung hängt insbesondere von dem Hörverlust des Benutzers, geometrischen Faktoren
und den Vorlieben des Benutzers ab. Somit sind Messungen und Untersuchungen zur Feststellung
des Hörverlustes und der geometrischen Faktoren erforderlich und die persönlichen
Ansprüche und Wünsche des Benutzers müssen hinterfragt werden.
[0003] Die Anpassung eines Hörhilfegerätes an den individuellen Hörverlust erfolgt in der
Regel im Dialog zwischen einem Hörhilfegeräteträger und einem Akustiker. Dem Hörhilfegeräteträger
werden dabei unterschiedliche Testsignale dargeboten, die er subjektiv wahrnimmt und
zu denen er seine Eindrücke dem Akustiker mitteilt. Dieser vergleicht die Wahrnehmung
des Hörhilfegeräteträgers mit den Eindrücken Normalhörender auf das jeweilige Testsignal.
Aus den unterschiedlichen Empfindungen leitet der Akustiker Hörhilfegeräteparametereinstellungen
ab, die in der Regel zu einer verbesserten Anpassung des Hörhilfegerätes an den Hörhilfegeräteträger
führen. Dieses Vorgehen wird so lange wiederholt, bis der Schwerhörige eine Anzahl
an Testsignalen subjektiv ähnlich empfindet wie ein Normalhörender.
[0004] Die individuelle Anpassung eines Hörhilfegerätes in der oben beschriebenen Weise
ist zeitaufwendig und erfordert neben einer speziellen Apparatur die Zusammenarbeit
mit einem gut ausgebildeten Audiologen. Sie ist daher ein entscheidender Kostenfaktor
bei der Versorgung einer Person mit einem Hörhilfegerät.
[0005] Aus der Offenlegungsschrift
DE 32 05 685 A1 ist ein Hörgerät mit einem Testtongenerator bekannt, mit dem in einfacher Weise audiologische
Daten eines Benutzers gewonnen werden können. Das Hörgerät rechnet die audiologischen
Daten selbsttägig in Hörgeräteparametereinstellungen um, durch die das Hörgerät eine
Übertragungsfunktion zum Ausgleich des gemessenen Hörverlustes ausführt. Diese Art
der Hörgeräteanpassung erfordert Zeit und ein hohes Maß an Aufmerksamkeit von dem
Benutzer, bei dem es sich in der Regel um eine ältere Person handelt.
[0006] Aus der Druckschrift
EP 1 073 314 A1 ist ein Verfahren zur individuellen Anpassung der Signalverarbeitung eines Hörhilfegerätes
an einen Benutzer bekannt, bei dem mittels einer Messeinrichtung unterschiedliche
auditorische, unwillentliche Körpersignale des Benutzers erfasst und ausgewertet werden
zur automatischen Erzeugung hörgerätespezifischer Anpassparametereinstellungen. Zu
den unwillentlichen Körpersignalen zählen beispielsweise otoakustische Emissionen
(OAE) oder akustisch evozierte Potentiale (AEP). Diese Art der Hörhilfegeräteanpassung
benötigt spezielles Equipment und umfassende Kenntnisse bezüglich deren Bedienung.
[0007] Alternative Methoden nutzen telemetrische Techniken (z.B. mittels Telefon oder Internet)
um Messdaten bezüglich des Hörverlustes eines Benutzers zu erlangen. Als Beispiel
sei hierfür die Druckschrift
WO 2009/053517 A1 genannt.
[0008] In der Druckschrift
WO00/78096 A2 wird vorgeschlagen, Hörverluste in bestimmte, typische Cluster einzuteilen und Sätze
von Hörhilfegeräteparametereinstellungen für die verschiedenen Cluster vorzuhalten,
so dass ein Hörhilfegerät in einfacher Weise mit einem vorgegebenen Satz von Parametereinstellungen
an ein identifiziertes Hörverlust-Cluster angepasst werden kann. Der Benutzer bekommt
somit ein voreingestelltes Hörhilfegerät und Wünsche des Benutzers können nicht berücksichtigt
werden.
[0009] Von der Firma "America hears" können Hörhilfegeräte online bezogen werden, die in
der Firma auf Basis von Audiogrammen, die der Firma zugesandt wurden, individuell
programmiert werden. Zur Feinanpassung erhält jeder Benutzer ein PC-Programm und ein
Interface für sein Hörhilfegerät. Damit kann der Benutzer die Verstärkung und andere
Features der Signalverarbeitung selbst einstellen.
[0010] Die Firma "Hearing Help Express" bietet einen Online-Fragebogen zur Auswahl und Einstellung
eines geeigneten Hörhilfegerätes an.
[0011] In den letzten Jahren haben sich Hörhilfegeräte zur offenen Versorgung eines Benutzers
mehr und mehr am Markt etabliert. Offene Versorgung bedeutet dabei, dass der Gehörgang
durch das Hörhilfegerät bzw. die Otoplastik des Hörhilfegerätes nicht vollständig
verschlossen wird, sondern zu einem wesentlichen Teil offen bleibt. Somit kann auch
bei der Versorgung durch das Hörhilfegerät noch Direktschall zum Trommelfell gelangen.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Hörhilfegerät sowie ein Verfahren
zur Anpassung eines Hörhilfegerätes zu schaffen, die weder spezielles Equipment noch
besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten bei der Selbst-Anpassung des Hörhilfegerätes
erfordern.
[0013] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Anpassung eines Hörhilfegerätes mit den
Verfahrensschritten gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Ferner wird die Aufgabe durch ein
Hörhilfegerät mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 15 gelöst.
[0014] Unter einem Hörhilfegerät gemäß der Erfindung wird jedes Gerät verstanden, welches
ein von einem Benutzer als akustisches Signal wahrnehmbares Ausgangssignal liefert
oder dazu beiträgt, ein solches Ausgangssignal zu liefern, und das über Mittel verfügt,
die zum Ausgleich eines individuellen Hörverlustes des Benutzers dienen oder beitragen.
Insbesondere handelt es sich dabei um am Körper oder am Kopf, insbesondere am oder
im Ohr tragbare sowie ganz oder teilweise implantierbare Hörgeräte. Es sind jedoch
auch solche Geräte mit umfasst, deren vorwiegender Zweck nicht im Ausgleich eines
Hörverlustes liegt, beispielsweise Geräte der Unterhaltungselektronik (Fernsehgeräte,
Hifi-Anlagen, MP3-Player etc), oder Kommunikationsgeräte (Mobiltelefone, PDAs, Headsets
etc), die jedoch über Mittel zum Ausgleich eines individuellen Hörverlustes verfügen.
[0015] Unter einem Anpassprogramm im Sinne der Erfindung ist ein Parametersatz zu verstehen,
durch den die im Hörhilfegerät stattfindende Signalverarbeitung an den individuellen
Hörverlust des Benutzers angepasst wird. Durch entsprechende Parametereinstellungen
erfolgt insbesondere die Festlegung der Übertragungsfunktion, d.h. die Verstärkung
eines in das Hörhilfegerät eingehenden Eingangssignals in Abhängigkeit von der Signalfrequenz.
Neben den Parameterwerten für die Übertragungsfunktion können jedoch auch die Werte
einer Vielzahl anderer Parameter in einem Anpassprogramm festgelegt sein. Diese Parameter
können beispielsweise die Kompression, also die Verstärkung in Abhängigkeit des Signalpegels
des Eingangssignals, die Störgeräuschreduktion, die Richtwirkung, die Feedback-Unterdrückung
etc. betreffen.
[0016] In dem Hörhilfegerät gemäß der Erfindung sind mehrere Anpassprogramme, d.h. Parametersätze
mit fest vorgegebenen Parametereinstellungen gespeichert. Die Anpassprogramme können
beispielsweise aus den Parametereinstellungen, die von einer Vielzahl tatsächlich
durchgeführter Anpasssitzungen mit beliebigen Schwerhörigen Personen herrühren, abgeleitet
sein. Unterschiedlicher Typen von Schwerhörigkeit können beispielsweise durch Cluster-Bildung
von Verstärkungs- und/oder Kompressionseinstellungen, die auf einer Vielzahl gemessener
Audiogramme beruhen, berücksichtigt werden. Durch das Vorhalten einer begrenzten Anzahl
an Anpassprogrammen im Hörhilfegerät kann eine geeignete Anpassung an die meisten
in der Praxis auftretenden Hörverluste erfolgen. Die Parametereinstellungen für die
einzelnen Anpassprogramme können bereits unmittelbar nach der Herstellung der Hörhilfegeräte
beim Hersteller durch Programmieren der Hörhilfegeräte in diesen gespeichert werden.
[0017] Das Verfahren gemäß der Erfindung ermöglicht es dem Benutzer in einfacher Weise,
sein Hörhilfegerät an seinen individuellen Hörverlust selbst anzupassen. Es sind weder
besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten noch ein spezielles Equipment zur Anpassung
erforderlich.
[0018] Von der Anpassung eines Hörhilfegerätes an den individuellen Hörverlust eines Benutzers
ist die Anpassung eines Hörhilfegerätes an unterschiedliche Hörumgebungen zu unterscheiden.
Letztere erfolgt zumeist durch die Wahl eines geeigneten Hörprogramms, in dem das
Hörhilfegerät in der jeweiligen Hörsituation betrieben wird. Dieses beeinflusst zwar
auch die Übertragungsfunktion eines Hörhilfegerätes und es kann auch eine manuelle
Auswahl eines geeigneten Hörprogramms durch manuelle Betätigung eines Bedienelementes
durch den Benutzer erfolgen. Die Wahl des Hörprogramms kann jedoch die Grundeinstellung
eines Hörhilfegerätes zur Anpassung der Signalverarbeitung an den individuellen Hörverlust
des Benutzers nicht ersetzen. Auch die Parametersätze der Hörprogramme zur Anpassung
eines Hörhilfegerätes an unterschiedliche, gängige Hörumgebungen bzw. Hörsituationen
(Sprache in Ruhe, Sprache in Störlärm, Musik, Fahrt im Auto, Telefon, etc) können
bereits unmittelbar nach der Herstellung eines betreffenden Hörhilfegerätes beim Hersteller
festgelegt und programmiert werden.
[0019] Zur Selbstanpassung wird das Hörhilfegerät zunächst in einen Selbstanpassmodus überführt.
Dies kann beispielsweise durch die Betätigung eines Bedienelements, das auch an einer
Fernbedienung angebracht sein kann, erfolgen. Alternativ kann der Selbstanpassmodus
beispielsweise auch nach dem erstmaligen Einlegen einer Batterie oder nach einer längeren
Unterbrechung der Stromversorgung, nach dem Einschalten des Hörhilfegerätes oder nach
der Betätigung eines Reset-Schalters eingestellt sein. Die Beendigung des Selbstanpassmodus
und der Wechsel in den normalen Betrieb des Hörhilfegerätes, bei dem die Signalverarbeitung
dann in Abhängigkeit von dem ausgewählten Anpassprogramm erfolgt, kann ebenfalls durch
die Betätigung eines Bedienelementes durch den Benutzer oder automatisch ausgeführt
werden, beispielsweise wenn für einen bestimmten Zeitraum keine Betätigung eines Bedienelementes
erfolgte.
[0020] Im Selbstanpassungsmodus wird vorzugsweise zunächst ein Anpassprogramm voreingestellt,
zu dem eine Übertragungsfunktion mit einer relativ niedrigen, insbesondere der niedrigsten
Verstärkung gehört. Die Auswahl hierbei kann auch von dem vorausgehenden Betriebsmodus
abhängen. Wurde das Hörhilfegerät beispielsweise vor dem Einschalten normal ausgeschaltet,
so wird im Selbstanpassmodus zunächst das zuletzt eingestellte Anpassprogramm aktiviert.
Wurde hingegen ein Reset-Schalter betätigt, so wird nachfolgend das vorgegebene Anpassprogramm
mit der geringsten Verstärkung voreingestellt.
[0021] Im Selbstanpassmodus hat der Benutzer dann die Möglichkeit, ein anderes vorgegebenes
Anpassprogramm und damit insbesondere eine andere Übertragungsfunktion auszuwählen.
Die Auswahl erfolgt über wenigstens ein Bedienelement, das vorteilhaft an dem betreffenden
Hörhilfegerät vorhanden ist. Das Bedienelement kann sich aber auch an einem weiteren
Gerät befinden, beispielsweise an einer Fernbedienung für das Hörhilfegerät. Vorteilhaft
wird für die Auswahl ein ohnehin an dem Hörhilfegerät bzw. der Fernbedienung vorhandenes
Bedienelement verwendet, beispielsweise der Lautstärkesteller oder Programmwahlschalter.
So kann beispielsweise eine Betätigung des Lautstärkestellers derart, dass im normalen
Betriebsmodus eine Erhöhung der Lautstärke erfolgen würde, zu der Einstellung eines
Anpassprogrammes und insbesondere einer Übertragungsfunktion mit einer höheren Verstärkung
im Vergleich zu der zuvor eingestellten Übertragungsfunktion führen. Umgekehrt würde
eine Betätigung des Lautstärkestellers derart, dass im normalen Betriebsmodus eine
Erniedrigung der Lautstärke erfolgen würde, zu der Einstellung eines Anpassprogrammes
und insbesondere einer Übertragungsfunktion mit einer niedrigeren Verstärkung im Vergleich
zu der zuvor eingestellten Übertragungsfunktion führen. Das auf diese Weise zuletzt
vor dem Verlassen des Selbstanpassmodus eingestellte Anpassprogramm ist dann das ausgewählte,
für den nachfolgenden Betrieb des Hörhilfegerätes maßgebliche Anpassprogramm. Dieses
Anpassprogramm zur Anpassung des Hörhilfegerätes an den individuellen Hörverlust des
Benutzers bleibt dann so lange aktiv, bis es erneut durch die Überführung des Hörhilfegerätes
in den Anpassmodus und eine erneute Auswahl in der beschriebenen Weise geändert wird.
[0022] Von der Auswahl eines Anpassprogrammes zur grundlegenden Anpassung des Hörhilfegerätes
an den individuellen Hörverlust des Benutzers sind Anpassungen während des normalen
Betriebes des Hörhilfegerätes zu unterscheiden. Insbesondere zählen Änderungen der
Lautstärke- oder Klangeinstellung oder eine Programmumschaltung des Hörprogrammes
zur Anpassung der Signalverarbeitung an unterschiedliche Hörumgebungen nicht zu der
Selbstanpassung gemäß der Erfindung.
[0023] Die Erfindung zeigt ihre Vorzüge insbesondere bei Hörhilfegeräten für eine offene
Versorgung. Diese sind zur Versorgung leichter und mittlerer Hörverluste bestens geeignet.
Leichte und mittlere Hörverluste machen sich in der Regel hauptsächlich im mittleren
und oberen Frequenzbereich, weniger im Tieftonbereich bemerkbar. Weiterhin können
bei einer offenen Versorgung tieffrequente Schalle nahezu ungehindert zum Trommelfell
gelangen. Es ist daher in der Regel nicht erforderlich, diese Schalle besonders zu
verstärken.
[0024] Im Hochtonbereich bei der Versorgung durch ein Hörhilfegerät, der schon bei etwa
2kHz beginnt, sind der Verstärkung durch die offene Versorgung relativ enge physikalische
Grenzen gesetzt. Bei einer zu hohen Verstärkung treten in diesem Frequenzbereich vermehrt
Rückkopplungen auf. Da Hörverluste im Frequenzbereich oberhalb 2 kHz zudem in der
Regel besonders stark ausgeprägt sind, kann hier also die größtmögliche Verstärkung
gewählt werden, bei der das betreffende Hörhilfegerät noch stabil, d.h. mit nur geringer
Rückkopplungsneigung betrieben werden kann.
[0025] Aus dem oben Gesagten lässt sich leicht folgern, dass sich die Hörhilfegeräteanpassung
bei einer offenen Versorgung hauptsächlich im mittleren Frequenzbereich von ca. 500
Hz bis ca. 2 kHz vollzieht. Bei einem bevorzugten Verfahren bzw. Hörhilfegerät gemäß
der Erfindung unterscheiden sich daher die Übertragungsfunktionen der vorgegebenen
Anpassprogramme, zwischen denen die Auswahl durch den Benutzer erfolgt, zumindest
im Wesentlichen nur in dem mittleren übertragbaren Frequenzbereich, z.B. von ca. 500
Hz bis ca. 2 kHz. Im darunter liegenden Frequenzbereich, hier unterhalb 500 Hz, erfolgt
zumindest näherungsweise keine Verstärkung durch das Hörhilfegerät. Im darüber liegenden
Frequenzbereich, hier oberhalb von 2 kHz, erfolgt stets eine hohe, insbesondere die
größtmögliche Verstärkung, bei der das Hörhilfegerät noch sicher stabil betrieben
werden kann.
[0026] Durch jedes der vorgegebenen auswählbaren Anpassprogramme ist die Übertragungsfunktion
und damit der Frequenzgang des Hörhilfegerätes für den gesamten übertragbaren Frequenzbereich
festgelegt. Dabei ist es insbesondere nicht möglich, eine schmalbandige, das heißt
auf einen verhältnismäßig engen Frequenzbereich begrenzte Veränderung der Übertragungsfunktion
herbeizuführen, wie dies beispielsweise mittels eines Hörhilfegeräte-Anpassgerätes
durch einen Hörhilfegeräteakustiker möglich wäre. Dennoch lässt sich durch die Auswahl
eines vorgegebenen Anpassprogrammes und damit einer vorgegebenen Übertragungsfunktion
eine verhältnismäßig gute Anpassung an die meisten leichten bis mittleren Hörverluste
erreichen. Die Auswahl erfolgt dabei insbesondere durch das subjektive Empfinden des
Benutzers, abhängig davon, durch welches der vorgegebenen Anpassprogramme er die größte
Hilfe beim Tragen seines Hörhilfegerätes verspürt. Es sind weder exakte Messungen
bezüglich des Hörverlustes noch aufwendige Einstellungen durch einen Audiologen oder
Akustiker erforderlich.
[0027] Die Auswahl eines vorgegebenen Anpassprogrammes wird dann am Besten gelingen, wenn
dem Benutzer während der Selbstanpassung akustische Signale von dem Hörhilfegerät
zugeführt werden und er somit die Wirkung unterschiedlicher Anpassprogramme augenblicklich
erleben kann. Hierzu können dem Hörhilfegerät von außen Testsignale als Eingangssignale
zugeführt werden, z.B. über einen Computer oder eine Stereoanlage, oder aber die Testsignale
sind in dem Hörhilfegerät gespeichert oder sie werden in einem internen Signalgenerator
erzeugt. Die zugeführten Testsignale werden dann gemäß dem augenblicklich eingestellten
Anpassprogramm verarbeitet. Ist der Benutzer damit zufrieden, so beendet er den Selbstanpassmodus.
Ansonsten wählt er ein anderes Anpassprogramm.
[0028] Die Anzahl vorgegebener Anpassprogramme, zwischen denen eine Auswahl erfolgen kann,
ist im Wesentlichen nur durch den dazu vorgesehenen Datenspeicher im Hörhilfegerät
begrenzt. Bei einer einfachen Hörhilfegerätevariante können beispielsweise nur 3 unterschiedliche
Parametersätze gespeichert sein. Bei einer anderen Variante können so viele Parametersätze
gespeichert sein, dass bei der mehrmaligen oder kontinuierlichen Betätigung des betreffenden
Bedienelements der Eindruck eines gleitenden Überganges zwischen den unterschiedlichen
Anpassprogrammen entsteht.
[0029] Die Selbstanpassung des Hörhilfegerätes gemäß der Erfindung wird vorteilhaft ergänzt
durch eine individuelle Beschränkung der maximalen Lautstärke, die von dem Hörhilfegerät
erzeugt wird. Hierzu wird vorzugsweise eine automatische Messung der Unbehaglichkeitsschwelle
durchgeführt, bei der zum Beispiel das Hörhilfegerät solange die Lautstärke eines
akustischen Testsignals erhöht, bis ein Bedienelement betätigt wird. In Abhängigkeit
der zuletzt eingestellten Lautstärke erfolgt zumindest für einen bestimmten Frequenzbereich
eine Beschränkung der von dem Hörhilfegerät maximal erzeugbaren Lautstärke. Auch die
Kompressionskennlinie, das heißt die Abhängigkeit der Lautstärke des Ausgangssignals
von der Lautstärke des Eingangssignals, kann davon beeinflusst werden.
[0030] Darüber hinaus wird die erfindungsgemäße Selbstanpassung vorteilhaft weiterhin ergänzt
durch eine Messung der offenen Schleifenverstärkung. Das Messergebnis kann zur Limitierung
der maximalen Verstärkung oder zur Konfiguration einer Feedback-Unterdrückungseinrichtung
dienen.
[0031] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- ein Hörgerät gemäß dem Stand der Technik,
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm bei der Selbstanpassung, und
- Figur 3
- unterschiedliche einstellbare Übertragungskenn- linien.
[0032] Figur 1 zeigt im stark vereinfachten Blockschaltbild den Aufbau eines Hörhilfegerätes,
insbesondere eines hinter dem Ohr tragbaren Hörgerätes, nach dem Stand der Technik.
Hörgeräte besitzen prinzipiell als wesentliche Komponenten wenigstens einen Eingangswandler,
einen Verstärker und einen Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist in der Regel ein
Schallempfänger, z. B. ein Mikrofon, oder ein elektromagnetischer Empfänger, z. B.
eine Induktionsspule. Der Ausgangswandler ist meist als elektroakustischer Wandler,
z. B. Miniaturlautsprecher bzw. Hörer, oder als elektromechanischer Wandler, z. B.
Knochenleitungshörer, realisiert. Der Verstärker ist üblicherweise in eine Signalverarbeitungseinheit
integriert.
[0033] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 sind in ein zum Tragen hinter dem Ohr vorgesehenes
Hörgerätegehäuse 1 mehrere Mikrofone 2 zur Aufnahme des Schalls aus der Umgebung eingebaut.
Eine Signalverarbeitungseinheit 3, die sich ebenfalls in dem Hörgerätegehäuse 1 befindet,
verarbeitet die Mikrofonsignale und verstärkt sie. Das Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinheit
3 wird an einen Lautsprecher bzw. Hörer 4 übertragen, der ein akustisches Signal ausgibt.
Der Schall wird gegebenenfalls über einen Schallschlauch, der mit einer Otoplastik
im Gehörgang fixiert ist, zum Trommelfell des Benutzers übertragen. Die Energieversorgung
des Hörgerätes und insbesondere die der Signalverarbeitungseinheit 3 erfolgt durch
eine ebenfalls in dem Hörgerätegehäuse 1 angeordnete Batterie 5.
[0034] Figur 2 veranschaulicht in einem Ablaufdiagramm beispielhaft eine mögliche Vorgehensweise
bei der Selbstanpassung gemäß der Erfindung:
[0035] In einem ersten Schritt S1 informiert sich dabei der Benutzer über das Hörgerät und
die Vorgehensweise zur Selbstanpassung. Dies kann beispielsweise durch Lesen einer
Bedienungsanleitung erfolgen.
[0036] In einem nachfolgenden Schritt S2 erfolgt zunächst eine Anpassung der Hardware. Hierfür
ist ein Schallschlauch bzw. eine elektrische Signalleitung zwischen dem hinter dem
Ohr tragbaren Hörgerät und dem im Ohr tragbaren Ohrstück in der erforderlichen Länge
auszuwählen oder die Länge entsprechend anzupassen. Weiterhin ist die Größe des Ohrstücks,
das insbesondere als universell passendes Schirmchen (Ear-Tip bzw. Dome) ausgeführt
ist, aus einer Anzahl unterschiedlich großer Ohrstücke auszuwählen.
[0037] In einem weiteren Schritt S3 wird die Batterie in das Hörgerät eingesetzt und das
Hörgerät am Ohr befestigt und eingeschaltet. Vorzugsweise erkannt das Hörgerät die
erstmalige Inbetriebnahme automatisch und schaltet zunächst in den Selbstanpassmodus.
Vorzugsweise kann man das Hörgerät aber auch durch eine manuelle Betätigung eines
Bedienelements jederzeit in den Selbstanpassmodus versetzen.
[0038] Im Selbstanpassmodus ist zunächst das vorgegebene Anpassprogramm, das im Vergleich
zu den übrigen vorgegebenen Anpassprogrammen die Übertragungsfunktion mit der niedrigsten
Verstärkung vorgibt, voreingestellt. Durch die Betätigung des Lautstärkestellers in
einem weiteren Schritt S4 kann dann zwischen den unterschiedlichen Anpassprogrammen
gewechselt werden. Die unterschiedlichen Anpassprogramme sind in der Reihenfolge zunehmender
Verstärkung geordnet, so dass - angelehnt an den normalen Betrieb des Hörgerätes -
ein Drehen in "lauter"-Richtung zu Anpassprogrammen mit einer höheren Verstärkung
und Drehen in "leiser"-Richtung zu Anpassprogrammen mit niedrigerer Verstärkung führt.
[0039] Während der Auswahl kann der Benutzer ein akustisches Signal über das Hörgerät wahrnehmen.
Dabei erfolgt die Signalverarbeitung für das akustische Signal gemäß dem aktuell eingestellten
Anpassprogramm. Der Benutzer kann daher die Auswirkungen unterschiedlicher Anpassprogramme
auf die Signalverarbeitung augenblicklich erkennen. Das akustische Signal kann außerhalb
des Hörgerätes erzeugt werden oder im Hörgerät gespeichert sein bzw. auch erst im
Hörgerät erzeugt werden.
[0040] Der Selbstanpassmodus wird in einem weiteren Schritt S5 entweder durch die manuelle
Betätigung eines Bedienelements beendet oder automatisch, wenn im Selbstanpassmodus
für eine bestimmte Zeitdauer keines der Hörgeräte-Bedienelemente betätigt wird. Nach
der Beendigung des Selbstanpassmodus ist das zuletzt im Selbstanpassmodus ausgewählte
Anpassprogramm dann für die weitere Signalverarbeitung maßgeblich. Vorzugsweise ist
das so ausgewählte Anpassprogramm auch nach dem Aus- und Wiedereinschalten des Hörgerätes
maßgeblich.
[0041] Die Vorgehensweise zur Selbstanpassung kann um die nachfolgend beschriebenen Varianten
erweitert bzw. ergänzt werden:
[0042] An die erstmalige Auswahl eines Anpassprogrammes kann sich in einem weiteren Schritt
S6 eine Trainingsphase anschließen. Die Trainingsphase bewirkt, dass das zuletzt ausgewählte
Anpassprogramm nicht das allein maßgebliche Anpassprogramm ist, sondern dass auch
die "Vorgeschichte", das heißt zuvor ausgewählte Anpassprogramme einen Einfluss auf
die aktuell von dem Hörgerät ausgeführte Signalverarbeitung haben. Insbesondere die
Zeitdauer, für die das vor der letzten Änderung maßgebliche Anpassprogramm beibehalten
wurde, bestimmt, inwieweit zuvor ausgewählte Anpassprogramme noch einen Einfluss auf
den aktuell maßgeblichen Parametersatz haben. Hierzu ein Beispiel: Der Benutzer wählt
ein Anpassprogramm und behält dieses über einen langen Zeitraum, etwa für mehrere
Wochen, bei. Dann wählt er ein anderes vorgegebenes Anpassprogramm mit einer wesentlich
höheren Verstärkung. Dieses wird auch sofort aktiviert. Jedoch nach dem Ausschalten
und Wiedereinschalten des Hörgerätes wird durch das Hörgerät automatisch ein neues
Anpassprogramm ermittelt, bei dem die Parameter-Einstellungen im Wesentlichen mit
denen des lange beibehaltenen Anpassprogrammes übereinstimmen, jedoch geringfügig
den Parameter-Einstellungen des zuletzt eingestellten Anpassprogrammes angenähert
sind. Erst wenn der Benutzer innerhalb eines kurzen Zeitraumes häufiger Anpassprogramme
mit höherer Verstärkung wählt und diese insbesondere für einen längeren Zeitraum unverändert
beibehält, lernt das Hörgerät das geänderte Benutzerverhalten und gibt auch nach dem
Aus- und Wiedereinschalten ein Anpassprogramm mit einer entsprechend hohen Verstärkung
vor. Das Hörgerät lernt somit die Präferenzen des Benutzers, wobei einzelne und/oder
nur kurzzeitige Änderungen bei der Auswahl eines geeigneten Anpassprogrammes nicht
ins Gewicht fallen.
[0043] In der Trainingsphase ist es möglich, dass nur vorgegebene Anpassprogramme mit den
dazugehörigen Parametersätzen von dem Hörgerät eingestellt werden können. Alternativ
ist es auch möglich, dass das Hörgerät bei der automatischen Ermittlung von Parametereinstellungen
während der Trainingsphase Zwischenwerte zu den vorgegebenen Parametersätzen zulässt.
[0044] Weiterhin kann im Zuge der Selbstanpassung in einem weiteren Schritt S7 auch eine
individuelle Anpassung der maximalen Ausgangsleistung und/oder der Kompression stattfinden.
Dies geht vorzugsweise mit einer Messung der Unbehaglichkeitsschwelle einher, zu der
vorzugsweise unterschiedlich laute Testsignale durch das Hörgerät ausgegeben und die
Reaktionen des Benutzers erfasst werden. Als Testsignal eignet sich insbesondere schmalbandiges
Rauschen, beispielsweise im relevanten Frequenzbereich zwischen 500 Hz und 2 kHz,
bei dem die Lautstärke Schritt für Schritt erhöht wird. Sobald das Geräusch für den
Benutzer unangenehm wird, signalisiert er dies durch die Betätigung eines Bedienelements
und das Testsignal verstummt. Die Lautstärke des zuletzt erzeugten Signals gibt dann
die Unbehaglichkeitsschwelle vor. Die Verstärkung oder Kompression betreffende Parameter
werden dann automatisch so eingestellt, dass die Unbehaglichkeitsschwelle nicht überschritten
wird. Die Erweiterung der Selbstanpassung auf die Anpassung der maximalen Ausgangsleistung
und/oder der Kompression individualisiert die Hörgeräteanpassung noch weiter und trägt
Sicherheitsaspekten Rechnung.
[0045] Die zur Selbstanpassung erforderliche Vorgehensweise wird vorteilhaft in einer zusammen
mit einem entsprechenden Hörgerät vertriebenen Gebrauchsanleitung beschrieben. Diese
kann auch auf einem Datenträger mit den damit verbundenen multimedialen Möglichkeiten,
z.B. Grafiken, Videos etc, gespeichert sein. Die erfindungsgemäße Selbstanpassung
ist jedoch so einfach gestaltet, dass eine kurze Beschreibung der Vorgehensweise in
Papierform in der Regel völlig ausreicht.
[0046] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass der Benutzer die Anpassung der im Hörgerät
stattfindenden Signalverarbeitung an seinen individuellen Hörverlust selbst ausführen
kann. Er kann diese in den von ihm bevorzugten, realen Hörumgebungen und damit außerhalb
künstlicher Hörumgebungen, wie sie zur Anpassung bei einem Hörgeräteakustiker vorliegen,
vornehmen. Dies führt zu besseren Ergebnissen bei der Anpassung. Es werden weder ein
Audiometer noch ein Anpassgerät benötigt und auch der für die herkömmliche Anpassung
benötigte zeitliche Aufwand entfällt. Die Anpassung gemäß der Erfindung erfolgt ohne
spezielles Gerät oder Fachpersonal. Sie kann jederzeit wiederholt werden.
[0047] Aus Figur 3 sind 8 unterschiedliche Übertragungsfunktionen des Hörgerätes gemäß der
Erfindung, dargestellt durch die dazugehörigen Übertragungskennlinien, ersichtlich.
Dargestellt ist die Verstärkung P über der Frequenz f anhand einer logarithmischen
Frequenzskala. Die Übertragungskennlinien sind mit den Bezugszeichen 11 bis 18 versehen,
denen die Übertragungsfunktionen in der Reihenfolge der Bezugszeichen mit zunehmender
Verstärkung zugeordnet sind. Dies bedeutet, die Übertragungskennlinie 11 gehört zu
der Übertragungsfunktion mit der niedrigsten Verstärkung und die Übertragungskennlinie
18 gehört zu der Übertragungsfunktion mit der höchsten Verstärkung in Bezug auf ein
breitbandiges Eingangssignal mit einem bestimmten Signalpegel. Die 8 Übertragungskennlinien
gehören zu 8 vorbestimmten und auswählbaren Anpassprogrammen, durch deren Auswahl
der Benutzer das betreffende Hörgerät an seinen individuellen Hörverlust anpassen
kann. Neben den für die Übertragungsfunktionen maßgeblichen Parametereinstellungen
kann durch das jeweilige Anpassprogramm noch eine Vielzahl weiterer Parametereinstellungen
des betreffenden Hörgerätes vorgegeben sein. Diese Parametereinstellungen können beispielsweise
die Kompression, die Störgeräuschreduktion, die Richtwirkung oder die Feedback-Unterdrückung
betreffen.
[0048] Befindet sich das Hörgerät im Selbstanpassmodus, so kann zwischen den unterschiedlichen
Anpassprogrammen und damit zwischen den unterschiedlichen Übertragungsfunktionen gewechselt
werden. Beispielsweise kann durch die Betätigung des Lautstärkestellers des Hörgerätes
zu Übertragungsfunktionen mit höherer oder niedrigerer Verstärkung übergegangen werden.
Ferner ist es möglich, dass beispielsweise bei einem Hörgerät mit 8 Hörprogrammen
für unterschiedliche Hörumgebungen, die direkt durch 8 Programmwahltasten auf einer
Fernbedienung eingestellt werden können, die 8 Programmwahltasten im Selbstanpassmodus
direkt zur Auswahl eines Anpassprogrammes dienen.
[0049] Wie aus Figur 3 weiterhin ersichtlich ist, unterscheiden sich die Übertragungskennlinien
hauptsächlich im Frequenzbereich zwischen einem unteren Schwellenwert F1, im Ausführungsbeispiel
bei 500 Hz, und einem oberen Schwellenwert F2, im Ausführungsbeispiel bei 2 kHz. Unterhalb
des Schwellenwertes F1 wird ein Großteil des verstärkten Schalls durch den Vent des
Hörgerätes verloren. Dies umso mehr, je größer der Vent ist und insbesondere bei einer
offenen Versorgung. Daher ist bei einer offenen Versorgung mit einer Verstärkung unterhalb
von 500 Hz ohnehin wenig zu erreichen. Bezüglich möglicher und sinnvoller Übertragungskennlinien
kann daher unterhalb des Schwellenwertes F1 ein Bereich B1 (schraffiert dargestellt)
ausgeklammert werden. Oberhalb des Schwellenwertes F2 ist eine hohe Verstärkung infolge
des in diesem Frequenzbereich dominanten Hörverlustes der meisten Schwerhörigen erforderlich.
Die Verstärkung ist in diesem Frequenzbereich jedoch durch die Stabilität des Hörgerätes
in Bezug auf Rückkopplungen limitiert. Aufgrund der Rückkopplungsneigung ist ein ebenfalls
schraffiert dargestellter Bereich B2 bezüglich des Verlaufs möglicher Übertragungskennlinien
ausgeklammert, für den ein rückkopplungsfreier Betrieb nicht gewährleistet werden
kann. Der Verlauf der Übertragungskennlinien ist daher in diesem Frequenzbereich durch
die Kennlinie einer maximal möglichen Verstärkung, ersichtlich durch die untere Begrenzungslinie
des Bereiches B2, bzw. einen bestimmten "Sicherheitsabstand" zu dieser Begrenzungslinie
vorgegeben. Daher verbleibt ohnehin nur noch der Frequenzbereich zwischen den beiden
Schwellenwerten F1 und F2, im Ausführungsbeispiel bei 500 Hz und 2 kHz, für den eine
weitgehend freie Wahlmöglichkeit besteht.
1. Verfahren zur Selbstanpassung eines Hörhilfegerätes durch einen Benutzer an den individuellen
Hörverlust des Benutzers durch
- Überführen des Hörhilfegerätes in einen Selbstanpassmodus,
- Auswahl eines Anpassprogrammes aus einer Vielzahl im Hörhilfegerät vorgegebener
Anpassprogramme mittels eines Bedienelements,
- Beenden des Selbstanpassmodus und Betrieb des Hörhilfegerätes in Abhängigkeit des
ausgewählten Anpassprogrammes.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei im Selbstanpassmodus zunächst ein bestimmtes Anpassprogramm
voreingestellt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zunächst ein vorgegebenes
Anpassprogramm mit einer relativ niedrigen Verstärkung oder das vorgegebene Anpassprogramm
mit der niedrigsten Verstärkung voreingestellt ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Betätigung des Bedienelements
im Anpassmodus zur Einstellung eines Anpassprogrammes mit einer höheren Verstärkung
für einen bestimmten Frequenzbereich im Vergleich zu dem aktuell eingestellten Anpassprogramm
führt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Betätigung des Bedienelements
im Anpassmodus zur Einstellung eines Anpassprogrammes mit einer niedrigeren Verstärkung
für einen bestimmten Frequenzbereich im Vergleich zu dem aktuell eingestellten Anpassprogramm
führt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Auswahl aus wenigstens
3 vorgegebenen Anpassprogrammen erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zur Auswahl des Anpassprogrammes
ein akustisches Signal von dem Hörhilfegerät abgegeben wird und wobei die Signalabgabe
in Abhängigkeit des aktuell eingestellten Anpassprogrammes erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei durch die Wahl des Anpassprogrammes
die Übertragungsfunktion und/oder die Kompression und/oder die Störgeräuschreduktion
und/oder die Richtwirkung und/oder die Feedback-Unterdrückung betreffende Parameter
eingestellt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich die im Selbstanpassmodus
einstellbaren Anpassprogramme hinsichtlich der Verstärkung wenigstens im Wesentlichen
nur oberhalb eines ersten Schwellenwertes des von dem Hörhilfegerät übertragbaren
Frequenzbereichs unterscheiden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich die im Selbstanpassmodus
einstellbaren Anpassprogramme hinsichtlich der Verstärkung wenigstens im Wesentlichen
nur unterhalb eines zweiten Schwellenwertes des von dem Hörhilfegerät übertragbaren
Frequenzbereichs unterscheiden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei unterschiedliche Anpassprogramme
mittels eines Lautstärkestellers eingestellt werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich das Hörhilfegerät nach
dem Einschalten im Selbstanpassmodus befindet und das zuletzt vor dem Ausschalten
ausgewählte Anpassprogramm eingestellt wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine automatische Messung
der Unbehaglichkeitsschwelle erfolgt, wobei das Hörhilfegerät solange die Lautstärke
eines akustischen Testsignals erhöht, bis ein Bedienelement betätigt wird, und wobei
in Abhängigkeit der zuletzt eingestellten Lautstärke eine maximale Verstärkung und/oder
eine maximale Ausgangsleistung des Hörhilfegerätes zumindest für einen bestimmten
Frequenzbereich festgelegt wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei im Selbstanpassmodus eine
Messung einer offenen Schleifenverstärkung durchgeführt wird.
15. Hörhilfegerät zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 14.
16. Hörhilfegerät nach Anspruch 15 zur offenen Versorgung eines Benutzers.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur Selbstanpassung eines Hörhilfegerätes durch einen Benutzer an den individuellen
Hörverlust des Benutzers durch
- Überführen des Hörhilfegerätes in einen Selbstanpassmodus,
- Auswahl eines Anpassprogrammes aus einer Vielzahl im Hörhilfegerät vorgegebener
Anpassprogramme mittels eines Bedienelements,
- Beenden des Selbstanpassmodus und Betrieb des Hörhilfegerätes in Abhängigkeit des
ausgewählten Anpassprogrammes,
- wobei sich die im Selbstanpassmodus einstellbaren Anpassprogramme hinsichtlich der
Verstärkung wenigstens im Wesentlichen nur oberhalb eines ersten Schwellenwertes und
unterhalb eines zweiten Schwellenwertes des von dem Hörhilfegerät übertragbaren Frequenzbereichs
unterscheiden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei unterschiedliche Anpassprogramme
mittels eines Lautstärkestellers eingestellt werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich das Hörhilfegerät nach
dem Einschalten im Selbstanpassmodus befindet und das zuletzt vor dem Ausschalten
ausgewählte Anpassprogramm eingestellt wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine automatische Messung
der Unbehaglichkeitsschwelle erfolgt, wobei das Hörhilfegerät solange die Lautstärke
eines akustischen Testsignals erhöht, bis ein Bedienelement betätigt wird, und wobei
in Abhängigkeit der zuletzt eingestellten Lautstärke eine maximale Verstärkung und/oder
eine maximale Ausgangsleistung des Hörhilfegerätes zumindest für einen bestimmten
Frequenzbereich festgelegt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei im Selbstanpassmodus eine
Messung einer offenen Schleifenverstärkung durchgeführt wird.
13. Hörhilfegerät zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12.
14. Hörhilfegerät nach Anspruch 13 zur offenen Versorgung eines Benutzers.