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<SDOBI lang="de"><B000><eptags><B001EP>ATBECHDEDKESFRGBGRITLILUNLSEMCPTIESILTLVFIROMKCYALTRBGCZEEHUPLSKBAHRIS..MTNORS..SM..................</B001EP><B005EP>J</B005EP><B007EP>DIM360 Ver 2.15 (14 Jul 2008) -  1100000/0</B007EP><B053EP>Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.</B053EP></eptags></B000><B100><B110>2302952</B110><B120><B121>EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG</B121></B120><B130>A1</B130><B140><date>20110330</date></B140><B190>EP</B190></B100><B200><B210>09180807.1</B210><B220><date>20091228</date></B220><B240><B241><date>20100809</date></B241><B242><date>20100928</date></B242></B240><B250>de</B250><B251EP>de</B251EP><B260>de</B260></B200><B300><B310>09168936</B310><B320><date>20090828</date></B320><B330><ctry>EP</ctry></B330></B300><B400><B405><date>20110330</date><bnum>201113</bnum></B405><B430><date>20110330</date><bnum>201113</bnum></B430></B400><B500><B510EP><classification-ipcr sequence="1"><text>H04R  25/00        20060101AFI20100329BHEP        </text></classification-ipcr></B510EP><B540><B541>de</B541><B542>Selbstanpassung eines Hörhilfegerätes</B542><B541>en</B541><B542>Self-adjustment of a hearing aid</B542><B541>fr</B541><B542>Auto-ajustement d'un appareil d'aide auditive</B542></B540><B590><B598>3</B598></B590></B500><B700><B710><B711><snm>Siemens Medical Instruments Pte. Ltd.</snm><iid>100965558</iid><irf>2009P21553EP</irf><adr><str>Block 28, 
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<abstract id="abst" lang="de">
<p id="pa01" num="0001">Die Anpassung der von einem Hörhilfegerät durchgeführten Signalverarbeitung an den individuellen Hörverlust eines Benutzers soll vereinfacht werden. Hierfür wird in dem Hörhilfegerät eine Anzahl vorgegebener Anpassprogramme bereitgestellt, aus denen sich der Benutzer durch Betätigung eines Bedienelementes ein geeignetes auswählt. Zur Anpassung sind weder der Gang zum Hörgeräteakustiker noch spezielle Anpassgeräte erforderlich.
<img id="iaf01" file="imgaf001.tif" wi="164" he="99" img-content="drawing" img-format="tif"/></p>
</abstract><!-- EPO <DP n="1"> -->
<description id="desc" lang="de">
<p id="p0001" num="0001">Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Selbstanpassung eines Hörhilfegerätes durch einen Benutzer an den individuellen Hörverlust des Benutzers. Ferner betrifft die Erfindung ein Hörhilfegerät zur Durchführung des Verfahrens.</p>
<p id="p0002" num="0002">Jedes Hörhilfegerät sollte individuell an den jeweiligen Benutzer angepasst sein. Die Anpassung hängt insbesondere von dem Hörverlust des Benutzers, geometrischen Faktoren und den Vorlieben des Benutzers ab. Somit sind Messungen und Untersuchungen zur Feststellung des Hörverlustes und der geometrischen Faktoren erforderlich und die persönlichen Ansprüche und Wünsche des Benutzers müssen hinterfragt werden.</p>
<p id="p0003" num="0003">Die Anpassung eines Hörhilfegerätes an den individuellen Hörverlust erfolgt in der Regel im Dialog zwischen einem Hörhilfegeräteträger und einem Akustiker. Dem Hörhilfegeräteträger werden dabei unterschiedliche Testsignale dargeboten, die er subjektiv wahrnimmt und zu denen er seine Eindrücke dem Akustiker mitteilt. Dieser vergleicht die Wahrnehmung des Hörhilfegeräteträgers mit den Eindrücken Normalhörender auf das jeweilige Testsignal. Aus den unterschiedlichen Empfindungen leitet der Akustiker Hörhilfegeräteparametereinstellungen ab, die in der Regel zu einer verbesserten Anpassung des Hörhilfegerätes an den Hörhilfegeräteträger führen. Dieses Vorgehen wird so lange wiederholt, bis der Schwerhörige eine Anzahl an Testsignalen subjektiv ähnlich empfindet wie ein Normalhörender.</p>
<p id="p0004" num="0004">Die individuelle Anpassung eines Hörhilfegerätes in der oben beschriebenen Weise ist zeitaufwendig und erfordert neben einer speziellen Apparatur die Zusammenarbeit mit einem gut ausgebildeten Audiologen. Sie ist daher ein entscheidender Kostenfaktor bei der Versorgung einer Person mit einem Hörhilfegerät.<!-- EPO <DP n="2"> --></p>
<p id="p0005" num="0005">Aus der Offenlegungsschrift <patcit id="pcit0001" dnum="DE3205685A1"><text>DE 32 05 685 A1</text></patcit> ist ein Hörgerät mit einem Testtongenerator bekannt, mit dem in einfacher Weise audiologische Daten eines Benutzers gewonnen werden können. Das Hörgerät rechnet die audiologischen Daten selbsttägig in Hörgeräteparametereinstellungen um, durch die das Hörgerät eine Übertragungsfunktion zum Ausgleich des gemessenen Hörverlustes ausführt. Diese Art der Hörgeräteanpassung erfordert Zeit und ein hohes Maß an Aufmerksamkeit von dem Benutzer, bei dem es sich in der Regel um eine ältere Person handelt.</p>
<p id="p0006" num="0006">Aus der Druckschrift <patcit id="pcit0002" dnum="EP1073314A1"><text>EP 1 073 314 A1</text></patcit> ist ein Verfahren zur individuellen Anpassung der Signalverarbeitung eines Hörhilfegerätes an einen Benutzer bekannt, bei dem mittels einer Messeinrichtung unterschiedliche auditorische, unwillentliche Körpersignale des Benutzers erfasst und ausgewertet werden zur automatischen Erzeugung hörgerätespezifischer Anpassparametereinstellungen. Zu den unwillentlichen Körpersignalen zählen beispielsweise otoakustische Emissionen (OAE) oder akustisch evozierte Potentiale (AEP). Diese Art der Hörhilfegeräteanpassung benötigt spezielles Equipment und umfassende Kenntnisse bezüglich deren Bedienung.</p>
<p id="p0007" num="0007">Alternative Methoden nutzen telemetrische Techniken (z.B. mittels Telefon oder Internet) um Messdaten bezüglich des Hörverlustes eines Benutzers zu erlangen. Als Beispiel sei hierfür die Druckschrift <patcit id="pcit0003" dnum="WO2009053517A1"><text>WO 2009/053517 A1</text></patcit> genannt.</p>
<p id="p0008" num="0008">In der Druckschrift <patcit id="pcit0004" dnum="WO0078096A2"><text>WO00/78096 A2</text></patcit> wird vorgeschlagen, Hörverluste in bestimmte, typische Cluster einzuteilen und Sätze von Hörhilfegeräteparametereinstellungen für die verschiedenen Cluster vorzuhalten, so dass ein Hörhilfegerät in einfacher Weise mit einem vorgegebenen Satz von Parametereinstellungen an ein identifiziertes Hörverlust-Cluster angepasst werden kann. Der Benutzer bekommt somit ein voreingestelltes Hörhilfegerät und Wünsche des Benutzers können nicht berücksichtigt werden.<!-- EPO <DP n="3"> --></p>
<p id="p0009" num="0009">Von der Firma "America hears" können Hörhilfegeräte online bezogen werden, die in der Firma auf Basis von Audiogrammen, die der Firma zugesandt wurden, individuell programmiert werden. Zur Feinanpassung erhält jeder Benutzer ein PC-Programm und ein Interface für sein Hörhilfegerät. Damit kann der Benutzer die Verstärkung und andere Features der Signalverarbeitung selbst einstellen.</p>
<p id="p0010" num="0010">Die Firma "Hearing Help Express" bietet einen Online-Fragebogen zur Auswahl und Einstellung eines geeigneten Hörhilfegerätes an.</p>
<p id="p0011" num="0011">In den letzten Jahren haben sich Hörhilfegeräte zur offenen Versorgung eines Benutzers mehr und mehr am Markt etabliert. Offene Versorgung bedeutet dabei, dass der Gehörgang durch das Hörhilfegerät bzw. die Otoplastik des Hörhilfegerätes nicht vollständig verschlossen wird, sondern zu einem wesentlichen Teil offen bleibt. Somit kann auch bei der Versorgung durch das Hörhilfegerät noch Direktschall zum Trommelfell gelangen.</p>
<p id="p0012" num="0012">Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Hörhilfegerät sowie ein Verfahren zur Anpassung eines Hörhilfegerätes zu schaffen, die weder spezielles Equipment noch besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten bei der Selbst-Anpassung des Hörhilfegerätes erfordern.</p>
<p id="p0013" num="0013">Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Anpassung eines Hörhilfegerätes mit den Verfahrensschritten gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Ferner wird die Aufgabe durch ein Hörhilfegerät mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 15 gelöst.</p>
<p id="p0014" num="0014">Unter einem Hörhilfegerät gemäß der Erfindung wird jedes Gerät verstanden, welches ein von einem Benutzer als akustisches Signal wahrnehmbares Ausgangssignal liefert oder dazu beiträgt, ein solches Ausgangssignal zu liefern, und das über Mittel verfügt, die zum Ausgleich eines individuellen Hörverlustes<!-- EPO <DP n="4"> --> des Benutzers dienen oder beitragen. Insbesondere handelt es sich dabei um am Körper oder am Kopf, insbesondere am oder im Ohr tragbare sowie ganz oder teilweise implantierbare Hörgeräte. Es sind jedoch auch solche Geräte mit umfasst, deren vorwiegender Zweck nicht im Ausgleich eines Hörverlustes liegt, beispielsweise Geräte der Unterhaltungselektronik (Fernsehgeräte, Hifi-Anlagen, MP3-Player etc), oder Kommunikationsgeräte (Mobiltelefone, PDAs, Headsets etc), die jedoch über Mittel zum Ausgleich eines individuellen Hörverlustes verfügen.</p>
<p id="p0015" num="0015">Unter einem Anpassprogramm im Sinne der Erfindung ist ein Parametersatz zu verstehen, durch den die im Hörhilfegerät stattfindende Signalverarbeitung an den individuellen Hörverlust des Benutzers angepasst wird. Durch entsprechende Parametereinstellungen erfolgt insbesondere die Festlegung der Übertragungsfunktion, d.h. die Verstärkung eines in das Hörhilfegerät eingehenden Eingangssignals in Abhängigkeit von der Signalfrequenz. Neben den Parameterwerten für die Übertragungsfunktion können jedoch auch die Werte einer Vielzahl anderer Parameter in einem Anpassprogramm festgelegt sein. Diese Parameter können beispielsweise die Kompression, also die Verstärkung in Abhängigkeit des Signalpegels des Eingangssignals, die Störgeräuschreduktion, die Richtwirkung, die Feedback-Unterdrückung etc. betreffen.</p>
<p id="p0016" num="0016">In dem Hörhilfegerät gemäß der Erfindung sind mehrere Anpassprogramme, d.h. Parametersätze mit fest vorgegebenen Parametereinstellungen gespeichert. Die Anpassprogramme können beispielsweise aus den Parametereinstellungen, die von einer Vielzahl tatsächlich durchgeführter Anpasssitzungen mit beliebigen Schwerhörigen Personen herrühren, abgeleitet sein. Unterschiedlicher Typen von Schwerhörigkeit können beispielsweise durch Cluster-Bildung von Verstärkungs- und/oder Kompressionseinstellungen, die auf einer Vielzahl gemessener Audiogramme beruhen, berücksichtigt werden. Durch das Vorhalten einer begrenzten Anzahl an Anpassprogrammen im Hörhilfegerät kann eine geeignete Anpassung an die meisten in der Praxis<!-- EPO <DP n="5"> --> auftretenden Hörverluste erfolgen. Die Parametereinstellungen für die einzelnen Anpassprogramme können bereits unmittelbar nach der Herstellung der Hörhilfegeräte beim Hersteller durch Programmieren der Hörhilfegeräte in diesen gespeichert werden.</p>
<p id="p0017" num="0017">Das Verfahren gemäß der Erfindung ermöglicht es dem Benutzer in einfacher Weise, sein Hörhilfegerät an seinen individuellen Hörverlust selbst anzupassen. Es sind weder besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten noch ein spezielles Equipment zur Anpassung erforderlich.</p>
<p id="p0018" num="0018">Von der Anpassung eines Hörhilfegerätes an den individuellen Hörverlust eines Benutzers ist die Anpassung eines Hörhilfegerätes an unterschiedliche Hörumgebungen zu unterscheiden. Letztere erfolgt zumeist durch die Wahl eines geeigneten Hörprogramms, in dem das Hörhilfegerät in der jeweiligen Hörsituation betrieben wird. Dieses beeinflusst zwar auch die Übertragungsfunktion eines Hörhilfegerätes und es kann auch eine manuelle Auswahl eines geeigneten Hörprogramms durch manuelle Betätigung eines Bedienelementes durch den Benutzer erfolgen. Die Wahl des Hörprogramms kann jedoch die Grundeinstellung eines Hörhilfegerätes zur Anpassung der Signalverarbeitung an den individuellen Hörverlust des Benutzers nicht ersetzen. Auch die Parametersätze der Hörprogramme zur Anpassung eines Hörhilfegerätes an unterschiedliche, gängige Hörumgebungen bzw. Hörsituationen (Sprache in Ruhe, Sprache in Störlärm, Musik, Fahrt im Auto, Telefon, etc) können bereits unmittelbar nach der Herstellung eines betreffenden Hörhilfegerätes beim Hersteller festgelegt und programmiert werden.</p>
<p id="p0019" num="0019">Zur Selbstanpassung wird das Hörhilfegerät zunächst in einen Selbstanpassmodus überführt. Dies kann beispielsweise durch die Betätigung eines Bedienelements, das auch an einer Fernbedienung angebracht sein kann, erfolgen. Alternativ kann der Selbstanpassmodus beispielsweise auch nach dem erstmaligen Einlegen einer Batterie oder nach einer längeren Unterbrechung der Stromversorgung, nach dem Einschalten des Hörhilfegerätes<!-- EPO <DP n="6"> --> oder nach der Betätigung eines Reset-Schalters eingestellt sein. Die Beendigung des Selbstanpassmodus und der Wechsel in den normalen Betrieb des Hörhilfegerätes, bei dem die Signalverarbeitung dann in Abhängigkeit von dem ausgewählten Anpassprogramm erfolgt, kann ebenfalls durch die Betätigung eines Bedienelementes durch den Benutzer oder automatisch ausgeführt werden, beispielsweise wenn für einen bestimmten Zeitraum keine Betätigung eines Bedienelementes erfolgte.</p>
<p id="p0020" num="0020">Im Selbstanpassungsmodus wird vorzugsweise zunächst ein Anpassprogramm voreingestellt, zu dem eine Übertragungsfunktion mit einer relativ niedrigen, insbesondere der niedrigsten Verstärkung gehört. Die Auswahl hierbei kann auch von dem vorausgehenden Betriebsmodus abhängen. Wurde das Hörhilfegerät beispielsweise vor dem Einschalten normal ausgeschaltet, so wird im Selbstanpassmodus zunächst das zuletzt eingestellte Anpassprogramm aktiviert. Wurde hingegen ein Reset-Schalter betätigt, so wird nachfolgend das vorgegebene Anpassprogramm mit der geringsten Verstärkung voreingestellt.</p>
<p id="p0021" num="0021">Im Selbstanpassmodus hat der Benutzer dann die Möglichkeit, ein anderes vorgegebenes Anpassprogramm und damit insbesondere eine andere Übertragungsfunktion auszuwählen. Die Auswahl erfolgt über wenigstens ein Bedienelement, das vorteilhaft an dem betreffenden Hörhilfegerät vorhanden ist. Das Bedienelement kann sich aber auch an einem weiteren Gerät befinden, beispielsweise an einer Fernbedienung für das Hörhilfegerät. Vorteilhaft wird für die Auswahl ein ohnehin an dem Hörhilfegerät bzw. der Fernbedienung vorhandenes Bedienelement verwendet, beispielsweise der Lautstärkesteller oder Programmwahlschalter. So kann beispielsweise eine Betätigung des Lautstärkestellers derart, dass im normalen Betriebsmodus eine Erhöhung der Lautstärke erfolgen würde, zu der Einstellung eines Anpassprogrammes und insbesondere einer Übertragungsfunktion mit einer höheren Verstärkung im Vergleich zu der zuvor eingestellten Übertragungsfunktion führen. Umgekehrt würde eine Betätigung des Lautstärkestellers derart, dass im<!-- EPO <DP n="7"> --> normalen Betriebsmodus eine Erniedrigung der Lautstärke erfolgen würde, zu der Einstellung eines Anpassprogrammes und insbesondere einer Übertragungsfunktion mit einer niedrigeren Verstärkung im Vergleich zu der zuvor eingestellten Übertragungsfunktion führen. Das auf diese Weise zuletzt vor dem Verlassen des Selbstanpassmodus eingestellte Anpassprogramm ist dann das ausgewählte, für den nachfolgenden Betrieb des Hörhilfegerätes maßgebliche Anpassprogramm. Dieses Anpassprogramm zur Anpassung des Hörhilfegerätes an den individuellen Hörverlust des Benutzers bleibt dann so lange aktiv, bis es erneut durch die Überführung des Hörhilfegerätes in den Anpassmodus und eine erneute Auswahl in der beschriebenen Weise geändert wird.</p>
<p id="p0022" num="0022">Von der Auswahl eines Anpassprogrammes zur grundlegenden Anpassung des Hörhilfegerätes an den individuellen Hörverlust des Benutzers sind Anpassungen während des normalen Betriebes des Hörhilfegerätes zu unterscheiden. Insbesondere zählen Änderungen der Lautstärke- oder Klangeinstellung oder eine Programmumschaltung des Hörprogrammes zur Anpassung der Signalverarbeitung an unterschiedliche Hörumgebungen nicht zu der Selbstanpassung gemäß der Erfindung.</p>
<p id="p0023" num="0023">Die Erfindung zeigt ihre Vorzüge insbesondere bei Hörhilfegeräten für eine offene Versorgung. Diese sind zur Versorgung leichter und mittlerer Hörverluste bestens geeignet. Leichte und mittlere Hörverluste machen sich in der Regel hauptsächlich im mittleren und oberen Frequenzbereich, weniger im Tieftonbereich bemerkbar. Weiterhin können bei einer offenen Versorgung tieffrequente Schalle nahezu ungehindert zum Trommelfell gelangen. Es ist daher in der Regel nicht erforderlich, diese Schalle besonders zu verstärken.</p>
<p id="p0024" num="0024">Im Hochtonbereich bei der Versorgung durch ein Hörhilfegerät, der schon bei etwa 2kHz beginnt, sind der Verstärkung durch die offene Versorgung relativ enge physikalische Grenzen gesetzt. Bei einer zu hohen Verstärkung treten in diesem Frequenzbereich vermehrt Rückkopplungen auf. Da Hörverluste im<!-- EPO <DP n="8"> --> Frequenzbereich oberhalb 2 kHz zudem in der Regel besonders stark ausgeprägt sind, kann hier also die größtmögliche Verstärkung gewählt werden, bei der das betreffende Hörhilfegerät noch stabil, d.h. mit nur geringer Rückkopplungsneigung betrieben werden kann.</p>
<p id="p0025" num="0025">Aus dem oben Gesagten lässt sich leicht folgern, dass sich die Hörhilfegeräteanpassung bei einer offenen Versorgung hauptsächlich im mittleren Frequenzbereich von ca. 500 Hz bis ca. 2 kHz vollzieht. Bei einem bevorzugten Verfahren bzw. Hörhilfegerät gemäß der Erfindung unterscheiden sich daher die Übertragungsfunktionen der vorgegebenen Anpassprogramme, zwischen denen die Auswahl durch den Benutzer erfolgt, zumindest im Wesentlichen nur in dem mittleren übertragbaren Frequenzbereich, z.B. von ca. 500 Hz bis ca. 2 kHz. Im darunter liegenden Frequenzbereich, hier unterhalb 500 Hz, erfolgt zumindest näherungsweise keine Verstärkung durch das Hörhilfegerät. Im darüber liegenden Frequenzbereich, hier oberhalb von 2 kHz, erfolgt stets eine hohe, insbesondere die größtmögliche Verstärkung, bei der das Hörhilfegerät noch sicher stabil betrieben werden kann.</p>
<p id="p0026" num="0026">Durch jedes der vorgegebenen auswählbaren Anpassprogramme ist die Übertragungsfunktion und damit der Frequenzgang des Hörhilfegerätes für den gesamten übertragbaren Frequenzbereich festgelegt. Dabei ist es insbesondere nicht möglich, eine schmalbandige, das heißt auf einen verhältnismäßig engen Frequenzbereich begrenzte Veränderung der Übertragungsfunktion herbeizuführen, wie dies beispielsweise mittels eines Hörhilfegeräte-Anpassgerätes durch einen Hörhilfegeräteakustiker möglich wäre. Dennoch lässt sich durch die Auswahl eines vorgegebenen Anpassprogrammes und damit einer vorgegebenen Übertragungsfunktion eine verhältnismäßig gute Anpassung an die meisten leichten bis mittleren Hörverluste erreichen. Die Auswahl erfolgt dabei insbesondere durch das subjektive Empfinden des Benutzers, abhängig davon, durch welches der vorgegebenen Anpassprogramme er die größte Hilfe beim Tragen seines Hörhilfegerätes verspürt. Es sind weder exakte Messungen<!-- EPO <DP n="9"> --> bezüglich des Hörverlustes noch aufwendige Einstellungen durch einen Audiologen oder Akustiker erforderlich.</p>
<p id="p0027" num="0027">Die Auswahl eines vorgegebenen Anpassprogrammes wird dann am Besten gelingen, wenn dem Benutzer während der Selbstanpassung akustische Signale von dem Hörhilfegerät zugeführt werden und er somit die Wirkung unterschiedlicher Anpassprogramme augenblicklich erleben kann. Hierzu können dem Hörhilfegerät von außen Testsignale als Eingangssignale zugeführt werden, z.B. über einen Computer oder eine Stereoanlage, oder aber die Testsignale sind in dem Hörhilfegerät gespeichert oder sie werden in einem internen Signalgenerator erzeugt. Die zugeführten Testsignale werden dann gemäß dem augenblicklich eingestellten Anpassprogramm verarbeitet. Ist der Benutzer damit zufrieden, so beendet er den Selbstanpassmodus. Ansonsten wählt er ein anderes Anpassprogramm.</p>
<p id="p0028" num="0028">Die Anzahl vorgegebener Anpassprogramme, zwischen denen eine Auswahl erfolgen kann, ist im Wesentlichen nur durch den dazu vorgesehenen Datenspeicher im Hörhilfegerät begrenzt. Bei einer einfachen Hörhilfegerätevariante können beispielsweise nur 3 unterschiedliche Parametersätze gespeichert sein. Bei einer anderen Variante können so viele Parametersätze gespeichert sein, dass bei der mehrmaligen oder kontinuierlichen Betätigung des betreffenden Bedienelements der Eindruck eines gleitenden Überganges zwischen den unterschiedlichen Anpassprogrammen entsteht.</p>
<p id="p0029" num="0029">Die Selbstanpassung des Hörhilfegerätes gemäß der Erfindung wird vorteilhaft ergänzt durch eine individuelle Beschränkung der maximalen Lautstärke, die von dem Hörhilfegerät erzeugt wird. Hierzu wird vorzugsweise eine automatische Messung der Unbehaglichkeitsschwelle durchgeführt, bei der zum Beispiel das Hörhilfegerät solange die Lautstärke eines akustischen Testsignals erhöht, bis ein Bedienelement betätigt wird. In Abhängigkeit der zuletzt eingestellten Lautstärke erfolgt zumindest für einen bestimmten Frequenzbereich eine Beschränkung der von dem Hörhilfegerät maximal erzeugbaren Lautstärke.<!-- EPO <DP n="10"> --> Auch die Kompressionskennlinie, das heißt die Abhängigkeit der Lautstärke des Ausgangssignals von der Lautstärke des Eingangssignals, kann davon beeinflusst werden.</p>
<p id="p0030" num="0030">Darüber hinaus wird die erfindungsgemäße Selbstanpassung vorteilhaft weiterhin ergänzt durch eine Messung der offenen Schleifenverstärkung. Das Messergebnis kann zur Limitierung der maximalen Verstärkung oder zur Konfiguration einer Feedback-Unterdrückungseinrichtung dienen.</p>
<p id="p0031" num="0031">Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
<dl id="dl0001">
<dt>Figur 1</dt><dd>ein Hörgerät gemäß dem Stand der Technik,</dd>
<dt>Figur 2</dt><dd>ein Ablaufdiagramm bei der Selbstanpassung, und</dd>
<dt>Figur 3</dt><dd>unterschiedliche einstellbare Übertragungskenn- linien.</dd>
</dl></p>
<p id="p0032" num="0032"><figref idref="f0001">Figur 1</figref> zeigt im stark vereinfachten Blockschaltbild den Aufbau eines Hörhilfegerätes, insbesondere eines hinter dem Ohr tragbaren Hörgerätes, nach dem Stand der Technik. Hörgeräte besitzen prinzipiell als wesentliche Komponenten wenigstens einen Eingangswandler, einen Verstärker und einen Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist in der Regel ein Schallempfänger, z. B. ein Mikrofon, oder ein elektromagnetischer Empfänger, z. B. eine Induktionsspule. Der Ausgangswandler ist meist als elektroakustischer Wandler, z. B. Miniaturlautsprecher bzw. Hörer, oder als elektromechanischer Wandler, z. B. Knochenleitungshörer, realisiert. Der Verstärker ist üblicherweise in eine Signalverarbeitungseinheit integriert.</p>
<p id="p0033" num="0033">Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß <figref idref="f0001">Figur 1</figref> sind in ein zum Tragen hinter dem Ohr vorgesehenes Hörgerätegehäuse 1 mehrere Mikrofone 2 zur Aufnahme des Schalls aus der Umgebung eingebaut. Eine Signalverarbeitungseinheit 3, die sich ebenfalls in dem Hörgerätegehäuse 1 befindet, verarbeitet die Mikrofonsignale<!-- EPO <DP n="11"> --> und verstärkt sie. Das Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinheit 3 wird an einen Lautsprecher bzw. Hörer 4 übertragen, der ein akustisches Signal ausgibt. Der Schall wird gegebenenfalls über einen Schallschlauch, der mit einer Otoplastik im Gehörgang fixiert ist, zum Trommelfell des Benutzers übertragen. Die Energieversorgung des Hörgerätes und insbesondere die der Signalverarbeitungseinheit 3 erfolgt durch eine ebenfalls in dem Hörgerätegehäuse 1 angeordnete Batterie 5.</p>
<p id="p0034" num="0034"><figref idref="f0002">Figur 2</figref> veranschaulicht in einem Ablaufdiagramm beispielhaft eine mögliche Vorgehensweise bei der Selbstanpassung gemäß der Erfindung:</p>
<p id="p0035" num="0035">In einem ersten Schritt S1 informiert sich dabei der Benutzer über das Hörgerät und die Vorgehensweise zur Selbstanpassung. Dies kann beispielsweise durch Lesen einer Bedienungsanleitung erfolgen.</p>
<p id="p0036" num="0036">In einem nachfolgenden Schritt S2 erfolgt zunächst eine Anpassung der Hardware. Hierfür ist ein Schallschlauch bzw. eine elektrische Signalleitung zwischen dem hinter dem Ohr tragbaren Hörgerät und dem im Ohr tragbaren Ohrstück in der erforderlichen Länge auszuwählen oder die Länge entsprechend anzupassen. Weiterhin ist die Größe des Ohrstücks, das insbesondere als universell passendes Schirmchen (Ear-Tip bzw. Dome) ausgeführt ist, aus einer Anzahl unterschiedlich großer Ohrstücke auszuwählen.</p>
<p id="p0037" num="0037">In einem weiteren Schritt S3 wird die Batterie in das Hörgerät eingesetzt und das Hörgerät am Ohr befestigt und eingeschaltet. Vorzugsweise erkannt das Hörgerät die erstmalige Inbetriebnahme automatisch und schaltet zunächst in den Selbstanpassmodus. Vorzugsweise kann man das Hörgerät aber auch durch eine manuelle Betätigung eines Bedienelements jederzeit in den Selbstanpassmodus versetzen.<!-- EPO <DP n="12"> --></p>
<p id="p0038" num="0038">Im Selbstanpassmodus ist zunächst das vorgegebene Anpassprogramm, das im Vergleich zu den übrigen vorgegebenen Anpassprogrammen die Übertragungsfunktion mit der niedrigsten Verstärkung vorgibt, voreingestellt. Durch die Betätigung des Lautstärkestellers in einem weiteren Schritt S4 kann dann zwischen den unterschiedlichen Anpassprogrammen gewechselt werden. Die unterschiedlichen Anpassprogramme sind in der Reihenfolge zunehmender Verstärkung geordnet, so dass - angelehnt an den normalen Betrieb des Hörgerätes - ein Drehen in "lauter"-Richtung zu Anpassprogrammen mit einer höheren Verstärkung und Drehen in "leiser"-Richtung zu Anpassprogrammen mit niedrigerer Verstärkung führt.</p>
<p id="p0039" num="0039">Während der Auswahl kann der Benutzer ein akustisches Signal über das Hörgerät wahrnehmen. Dabei erfolgt die Signalverarbeitung für das akustische Signal gemäß dem aktuell eingestellten Anpassprogramm. Der Benutzer kann daher die Auswirkungen unterschiedlicher Anpassprogramme auf die Signalverarbeitung augenblicklich erkennen. Das akustische Signal kann außerhalb des Hörgerätes erzeugt werden oder im Hörgerät gespeichert sein bzw. auch erst im Hörgerät erzeugt werden.</p>
<p id="p0040" num="0040">Der Selbstanpassmodus wird in einem weiteren Schritt S5 entweder durch die manuelle Betätigung eines Bedienelements beendet oder automatisch, wenn im Selbstanpassmodus für eine bestimmte Zeitdauer keines der Hörgeräte-Bedienelemente betätigt wird. Nach der Beendigung des Selbstanpassmodus ist das zuletzt im Selbstanpassmodus ausgewählte Anpassprogramm dann für die weitere Signalverarbeitung maßgeblich. Vorzugsweise ist das so ausgewählte Anpassprogramm auch nach dem Aus- und Wiedereinschalten des Hörgerätes maßgeblich.</p>
<p id="p0041" num="0041">Die Vorgehensweise zur Selbstanpassung kann um die nachfolgend beschriebenen Varianten erweitert bzw. ergänzt werden:</p>
<p id="p0042" num="0042">An die erstmalige Auswahl eines Anpassprogrammes kann sich in einem weiteren Schritt S6 eine Trainingsphase anschließen. Die Trainingsphase bewirkt, dass das zuletzt ausgewählte Anpassprogramm<!-- EPO <DP n="13"> --> nicht das allein maßgebliche Anpassprogramm ist, sondern dass auch die "Vorgeschichte", das heißt zuvor ausgewählte Anpassprogramme einen Einfluss auf die aktuell von dem Hörgerät ausgeführte Signalverarbeitung haben. Insbesondere die Zeitdauer, für die das vor der letzten Änderung maßgebliche Anpassprogramm beibehalten wurde, bestimmt, inwieweit zuvor ausgewählte Anpassprogramme noch einen Einfluss auf den aktuell maßgeblichen Parametersatz haben. Hierzu ein Beispiel: Der Benutzer wählt ein Anpassprogramm und behält dieses über einen langen Zeitraum, etwa für mehrere Wochen, bei. Dann wählt er ein anderes vorgegebenes Anpassprogramm mit einer wesentlich höheren Verstärkung. Dieses wird auch sofort aktiviert. Jedoch nach dem Ausschalten und Wiedereinschalten des Hörgerätes wird durch das Hörgerät automatisch ein neues Anpassprogramm ermittelt, bei dem die Parameter-Einstellungen im Wesentlichen mit denen des lange beibehaltenen Anpassprogrammes übereinstimmen, jedoch geringfügig den Parameter-Einstellungen des zuletzt eingestellten Anpassprogrammes angenähert sind. Erst wenn der Benutzer innerhalb eines kurzen Zeitraumes häufiger Anpassprogramme mit höherer Verstärkung wählt und diese insbesondere für einen längeren Zeitraum unverändert beibehält, lernt das Hörgerät das geänderte Benutzerverhalten und gibt auch nach dem Aus- und Wiedereinschalten ein Anpassprogramm mit einer entsprechend hohen Verstärkung vor. Das Hörgerät lernt somit die Präferenzen des Benutzers, wobei einzelne und/oder nur kurzzeitige Änderungen bei der Auswahl eines geeigneten Anpassprogrammes nicht ins Gewicht fallen.</p>
<p id="p0043" num="0043">In der Trainingsphase ist es möglich, dass nur vorgegebene Anpassprogramme mit den dazugehörigen Parametersätzen von dem Hörgerät eingestellt werden können. Alternativ ist es auch möglich, dass das Hörgerät bei der automatischen Ermittlung von Parametereinstellungen während der Trainingsphase Zwischenwerte zu den vorgegebenen Parametersätzen zulässt.</p>
<p id="p0044" num="0044">Weiterhin kann im Zuge der Selbstanpassung in einem weiteren Schritt S7 auch eine individuelle Anpassung der maximalen<!-- EPO <DP n="14"> --> Ausgangsleistung und/oder der Kompression stattfinden. Dies geht vorzugsweise mit einer Messung der Unbehaglichkeitsschwelle einher, zu der vorzugsweise unterschiedlich laute Testsignale durch das Hörgerät ausgegeben und die Reaktionen des Benutzers erfasst werden. Als Testsignal eignet sich insbesondere schmalbandiges Rauschen, beispielsweise im relevanten Frequenzbereich zwischen 500 Hz und 2 kHz, bei dem die Lautstärke Schritt für Schritt erhöht wird. Sobald das Geräusch für den Benutzer unangenehm wird, signalisiert er dies durch die Betätigung eines Bedienelements und das Testsignal verstummt. Die Lautstärke des zuletzt erzeugten Signals gibt dann die Unbehaglichkeitsschwelle vor. Die Verstärkung oder Kompression betreffende Parameter werden dann automatisch so eingestellt, dass die Unbehaglichkeitsschwelle nicht überschritten wird. Die Erweiterung der Selbstanpassung auf die Anpassung der maximalen Ausgangsleistung und/oder der Kompression individualisiert die Hörgeräteanpassung noch weiter und trägt Sicherheitsaspekten Rechnung.</p>
<p id="p0045" num="0045">Die zur Selbstanpassung erforderliche Vorgehensweise wird vorteilhaft in einer zusammen mit einem entsprechenden Hörgerät vertriebenen Gebrauchsanleitung beschrieben. Diese kann auch auf einem Datenträger mit den damit verbundenen multimedialen Möglichkeiten, z.B. Grafiken, Videos etc, gespeichert sein. Die erfindungsgemäße Selbstanpassung ist jedoch so einfach gestaltet, dass eine kurze Beschreibung der Vorgehensweise in Papierform in der Regel völlig ausreicht.</p>
<p id="p0046" num="0046">Die Erfindung bietet den Vorteil, dass der Benutzer die Anpassung der im Hörgerät stattfindenden Signalverarbeitung an seinen individuellen Hörverlust selbst ausführen kann. Er kann diese in den von ihm bevorzugten, realen Hörumgebungen und damit außerhalb künstlicher Hörumgebungen, wie sie zur Anpassung bei einem Hörgeräteakustiker vorliegen, vornehmen. Dies führt zu besseren Ergebnissen bei der Anpassung. Es werden weder ein Audiometer noch ein Anpassgerät benötigt und auch der für die herkömmliche Anpassung benötigte zeitliche Aufwand entfällt. Die Anpassung gemäß der Erfindung erfolgt<!-- EPO <DP n="15"> --> ohne spezielles Gerät oder Fachpersonal. Sie kann jederzeit wiederholt werden.</p>
<p id="p0047" num="0047">Aus <figref idref="f0003">Figur 3</figref> sind 8 unterschiedliche Übertragungsfunktionen des Hörgerätes gemäß der Erfindung, dargestellt durch die dazugehörigen Übertragungskennlinien, ersichtlich. Dargestellt ist die Verstärkung P über der Frequenz f anhand einer logarithmischen Frequenzskala. Die Übertragungskennlinien sind mit den Bezugszeichen 11 bis 18 versehen, denen die Übertragungsfunktionen in der Reihenfolge der Bezugszeichen mit zunehmender Verstärkung zugeordnet sind. Dies bedeutet, die Übertragungskennlinie 11 gehört zu der Übertragungsfunktion mit der niedrigsten Verstärkung und die Übertragungskennlinie 18 gehört zu der Übertragungsfunktion mit der höchsten Verstärkung in Bezug auf ein breitbandiges Eingangssignal mit einem bestimmten Signalpegel. Die 8 Übertragungskennlinien gehören zu 8 vorbestimmten und auswählbaren Anpassprogrammen, durch deren Auswahl der Benutzer das betreffende Hörgerät an seinen individuellen Hörverlust anpassen kann. Neben den für die Übertragungsfunktionen maßgeblichen Parametereinstellungen kann durch das jeweilige Anpassprogramm noch eine Vielzahl weiterer Parametereinstellungen des betreffenden Hörgerätes vorgegeben sein. Diese Parametereinstellungen können beispielsweise die Kompression, die Störgeräuschreduktion, die Richtwirkung oder die Feedback-Unterdrückung betreffen.</p>
<p id="p0048" num="0048">Befindet sich das Hörgerät im Selbstanpassmodus, so kann zwischen den unterschiedlichen Anpassprogrammen und damit zwischen den unterschiedlichen Übertragungsfunktionen gewechselt werden. Beispielsweise kann durch die Betätigung des Lautstärkestellers des Hörgerätes zu Übertragungsfunktionen mit höherer oder niedrigerer Verstärkung übergegangen werden. Ferner ist es möglich, dass beispielsweise bei einem Hörgerät mit 8 Hörprogrammen für unterschiedliche Hörumgebungen, die direkt durch 8 Programmwahltasten auf einer Fernbedienung eingestellt werden können, die 8 Programmwahltasten im Selbstanpassmodus direkt zur Auswahl eines Anpassprogrammes dienen.<!-- EPO <DP n="16"> --></p>
<p id="p0049" num="0049">Wie aus <figref idref="f0003">Figur 3</figref> weiterhin ersichtlich ist, unterscheiden sich die Übertragungskennlinien hauptsächlich im Frequenzbereich zwischen einem unteren Schwellenwert F1, im Ausführungsbeispiel bei 500 Hz, und einem oberen Schwellenwert F2, im Ausführungsbeispiel bei 2 kHz. Unterhalb des Schwellenwertes F1 wird ein Großteil des verstärkten Schalls durch den Vent des Hörgerätes verloren. Dies umso mehr, je größer der Vent ist und insbesondere bei einer offenen Versorgung. Daher ist bei einer offenen Versorgung mit einer Verstärkung unterhalb von 500 Hz ohnehin wenig zu erreichen. Bezüglich möglicher und sinnvoller Übertragungskennlinien kann daher unterhalb des Schwellenwertes F1 ein Bereich B1 (schraffiert dargestellt) ausgeklammert werden. Oberhalb des Schwellenwertes F2 ist eine hohe Verstärkung infolge des in diesem Frequenzbereich dominanten Hörverlustes der meisten Schwerhörigen erforderlich. Die Verstärkung ist in diesem Frequenzbereich jedoch durch die Stabilität des Hörgerätes in Bezug auf Rückkopplungen limitiert. Aufgrund der Rückkopplungsneigung ist ein ebenfalls schraffiert dargestellter Bereich B2 bezüglich des Verlaufs möglicher Übertragungskennlinien ausgeklammert, für den ein rückkopplungsfreier Betrieb nicht gewährleistet werden kann. Der Verlauf der Übertragungskennlinien ist daher in diesem Frequenzbereich durch die Kennlinie einer maximal möglichen Verstärkung, ersichtlich durch die untere Begrenzungslinie des Bereiches B2, bzw. einen bestimmten "Sicherheitsabstand" zu dieser Begrenzungslinie vorgegeben. Daher verbleibt ohnehin nur noch der Frequenzbereich zwischen den beiden Schwellenwerten F1 und F2, im Ausführungsbeispiel bei 500 Hz und 2 kHz, für den eine weitgehend freie Wahlmöglichkeit besteht.</p>
</description><!-- EPO <DP n="17"> -->
<claims id="claims01" lang="de">
<claim id="c-de-0001" num="0001">
<claim-text>Verfahren zur Selbstanpassung eines Hörhilfegerätes durch einen Benutzer an den individuellen Hörverlust des Benutzers durch
<claim-text>- Überführen des Hörhilfegerätes in einen Selbstanpassmodus,</claim-text>
<claim-text>- Auswahl eines Anpassprogrammes aus einer Vielzahl im Hörhilfegerät vorgegebener Anpassprogramme mittels eines Bedienelements,</claim-text>
<claim-text>- Beenden des Selbstanpassmodus und Betrieb des Hörhilfegerätes in Abhängigkeit des ausgewählten Anpassprogrammes.</claim-text></claim-text></claim>
<claim id="c-de-0002" num="0002">
<claim-text>Verfahren nach Anspruch 1, wobei im Selbstanpassmodus zunächst ein bestimmtes Anpassprogramm voreingestellt wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0003" num="0003">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zunächst ein vorgegebenes Anpassprogramm mit einer relativ niedrigen Verstärkung oder das vorgegebene Anpassprogramm mit der niedrigsten Verstärkung voreingestellt ist.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0004" num="0004">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Betätigung des Bedienelements im Anpassmodus zur Einstellung eines Anpassprogrammes mit einer höheren Verstärkung für einen bestimmten Frequenzbereich im Vergleich zu dem aktuell eingestellten Anpassprogramm führt.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0005" num="0005">
<claim-text>Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Betätigung des Bedienelements im Anpassmodus zur Einstellung eines Anpassprogrammes mit einer niedrigeren Verstärkung für einen bestimmten Frequenzbereich im Vergleich zu dem aktuell eingestellten Anpassprogramm führt.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0006" num="0006">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Auswahl aus wenigstens 3 vorgegebenen Anpassprogrammen erfolgt.<!-- EPO <DP n="18"> --></claim-text></claim>
<claim id="c-de-0007" num="0007">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zur Auswahl des Anpassprogrammes ein akustisches Signal von dem Hörhilfegerät abgegeben wird und wobei die Signalabgabe in Abhängigkeit des aktuell eingestellten Anpassprogrammes erfolgt.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0008" num="0008">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei durch die Wahl des Anpassprogrammes die Übertragungsfunktion und/oder die Kompression und/oder die Störgeräuschreduktion und/oder die Richtwirkung und/oder die Feedback-Unterdrückung betreffende Parameter eingestellt werden.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0009" num="0009">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich die im Selbstanpassmodus einstellbaren Anpassprogramme hinsichtlich der Verstärkung wenigstens im Wesentlichen nur oberhalb eines ersten Schwellenwertes des von dem Hörhilfegerät übertragbaren Frequenzbereichs unterscheiden.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0010" num="0010">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich die im Selbstanpassmodus einstellbaren Anpassprogramme hinsichtlich der Verstärkung wenigstens im Wesentlichen nur unterhalb eines zweiten Schwellenwertes des von dem Hörhilfegerät übertragbaren Frequenzbereichs unterscheiden.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0011" num="0011">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei unterschiedliche Anpassprogramme mittels eines Lautstärkestellers eingestellt werden.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0012" num="0012">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich das Hörhilfegerät nach dem Einschalten im Selbstanpassmodus befindet und das zuletzt vor dem Ausschalten ausgewählte Anpassprogramm eingestellt wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0013" num="0013">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine automatische Messung der Unbehaglichkeitsschwelle erfolgt, wobei das Hörhilfegerät solange die Lautstärke eines akustischen Testsignals erhöht, bis ein Bedienelement betätigt<!-- EPO <DP n="19"> --> wird, und wobei in Abhängigkeit der zuletzt eingestellten Lautstärke eine maximale Verstärkung und/oder eine maximale Ausgangsleistung des Hörhilfegerätes zumindest für einen bestimmten Frequenzbereich festgelegt wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0014" num="0014">
<claim-text>Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei im Selbstanpassmodus eine Messung einer offenen Schleifenverstärkung durchgeführt wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0015" num="0015">
<claim-text>Hörhilfegerät zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 14.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0016" num="0016">
<claim-text>Hörhilfegerät nach Anspruch 15 zur offenen Versorgung eines Benutzers.</claim-text></claim>
</claims>
<amended-claims id="aclaims" lang="de" amend-claim-type="EPC">
<heading id="h0001">Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.</heading>
<claim id="ac-de-0001" num="">
<claim-text><b>1.</b> Verfahren zur Selbstanpassung eines Hörhilfegerätes durch einen Benutzer an den individuellen Hörverlust des Benutzers durch
<claim-text>- Überführen des Hörhilfegerätes in einen Selbstanpassmodus,</claim-text>
<claim-text>- Auswahl eines Anpassprogrammes aus einer Vielzahl im Hörhilfegerät vorgegebener Anpassprogramme mittels eines Bedienelements,</claim-text>
<claim-text>- Beenden des Selbstanpassmodus und Betrieb des Hörhilfegerätes in Abhängigkeit des ausgewählten Anpassprogrammes,</claim-text>
<claim-text>- wobei sich die im Selbstanpassmodus einstellbaren Anpassprogramme hinsichtlich der Verstärkung wenigstens im Wesentlichen nur oberhalb eines ersten Schwellenwertes und unterhalb eines zweiten Schwellenwertes des von dem Hörhilfegerät übertragbaren Frequenzbereichs unterscheiden.</claim-text></claim-text></claim>
<claim id="ac-de-0002" num="">
<claim-text><b>9.</b> Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei unterschiedliche Anpassprogramme mittels eines Lautstärkestellers eingestellt werden.</claim-text></claim>
<claim id="ac-de-0003" num="">
<claim-text><b>10.</b> Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich das Hörhilfegerät nach dem Einschalten im Selbstanpassmodus befindet und das zuletzt vor dem Ausschalten ausgewählte Anpassprogramm eingestellt wird.</claim-text></claim>
<claim id="ac-de-0004" num="">
<claim-text><b>11.</b> Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine automatische Messung der Unbehaglichkeitsschwelle erfolgt, wobei das Hörhilfegerät solange die Lautstärke eines akustischen Testsignals erhöht, bis ein Bedienelement betätigt wird, und wobei in Abhängigkeit der zuletzt eingestellten Lautstärke eine maximale Verstärkung und/oder eine maximale Ausgangsleistung des Hörhilfegerätes zumindest für einen bestimmten Frequenzbereich festgelegt wird.</claim-text></claim>
<claim id="ac-de-0005" num="">
<claim-text><b>12.</b> Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei im Selbstanpassmodus eine Messung einer offenen Schleifenverstärkung durchgeführt wird.</claim-text></claim>
<claim id="ac-de-0006" num="">
<claim-text><b>13.</b> Hörhilfegerät zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12.</claim-text></claim>
<claim id="ac-de-0007" num="">
<claim-text><b>14.</b> Hörhilfegerät nach Anspruch 13 zur offenen Versorgung eines Benutzers.</claim-text></claim></amended-claims><!-- EPO <DP n="20"> -->
<drawings id="draw" lang="de">
<figure id="f0001" num="1"><img id="if0001" file="imgf0001.tif" wi="136" he="174" img-content="drawing" img-format="tif"/></figure><!-- EPO <DP n="21"> -->
<figure id="f0002" num="2"><img id="if0002" file="imgf0002.tif" wi="147" he="233" img-content="drawing" img-format="tif"/></figure><!-- EPO <DP n="22"> -->
<figure id="f0003" num="3"><img id="if0003" file="imgf0003.tif" wi="146" he="233" img-content="drawing" img-format="tif"/></figure>
</drawings>
<search-report-data id="srep" lang="de" srep-office="EP" date-produced=""><doc-page id="srep0001" file="srep0001.tif" wi="161" he="233" type="tif"/><doc-page id="srep0002" file="srep0002.tif" wi="159" he="233" type="tif"/></search-report-data>
<ep-reference-list id="ref-list">
<heading id="ref-h0001"><b>IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE</b></heading>
<p id="ref-p0001" num=""><i>Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.</i></p>
<heading id="ref-h0002"><b>In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente</b></heading>
<p id="ref-p0002" num="">
<ul id="ref-ul0001" list-style="bullet">
<li><patcit id="ref-pcit0001" dnum="DE3205685A1"><document-id><country>DE</country><doc-number>3205685</doc-number><kind>A1</kind></document-id></patcit><crossref idref="pcit0001">[0005]</crossref></li>
<li><patcit id="ref-pcit0002" dnum="EP1073314A1"><document-id><country>EP</country><doc-number>1073314</doc-number><kind>A1</kind></document-id></patcit><crossref idref="pcit0002">[0006]</crossref></li>
<li><patcit id="ref-pcit0003" dnum="WO2009053517A1"><document-id><country>WO</country><doc-number>2009053517</doc-number><kind>A1</kind></document-id></patcit><crossref idref="pcit0003">[0007]</crossref></li>
<li><patcit id="ref-pcit0004" dnum="WO0078096A2"><document-id><country>WO</country><doc-number>0078096</doc-number><kind>A2</kind></document-id></patcit><crossref idref="pcit0004">[0008]</crossref></li>
</ul></p>
</ep-reference-list>
</ep-patent-document>
