[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil
mit einer ersten Stufe, die als Vorsteuerstufe arbeitet und ein bewegliches Düsenrohr
aufweist, und einer zweiten Stufe, die als Leistungsstufe arbeitet.
[0002] In der modernen Hydrosystemtechnik werden oftmals besonders hohe Ansprüche an das
Betriebsverhalten der verbauten Hydraulikkomponenten innerhalb eines derartigen Hydrosystems
gestellt. Insbesondere soll die verbaute Hydraulik bestimmte Hydraulikvolumenströme
bzw. -drücke hochpräzise entsprechend vorgegebener Steuersignale regulieren. Hierzu
geeignete Ventile, insbesondere Stetigventile, erlauben es, einen stetigen Übergang
der Schaltstellungen des Ventils zuzulassen. Bei den genannten Stetigventilen wird
dementsprechend ein elektrisches Eingangssignal zur Ansteuerung des Stetigventils
in ein hydraulisches Ausgangssignal umgewandelt. Zu einer Kategorie der Stetigventile
gehören die seit langem bekannten Servoventile, die eine hochpräzise und vor allem
stetige Einstellung der Ventilschaltstellung erlauben, was insbesondere in der modernen
Flugzeugtechnik als Grundvoraussetzung gilt.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind sogenannte zweistufige Servoventile bekannt, deren
Leistungsstufe einen Steuerkolben aufweist, der normalerweise in seiner Ausgangsstellung
den Volumenfluß zwischen einem Druckeingangs- und Druckausgangskanal unterbindet.
Dabei befindet sich der Steuerkolben innerhalb der Leistungsstufe in einem Druckgleichgewicht.
Zur Ansteuerung der Leistungsstufe, d.h. zur gesteuerten Auslenkung des Steuerkolbens,
die einen Volumenstrom zwischen einem Eingangs- und Ausgangskanal zuläßt, dient eine
elektrisch ansteuerbare Vorstufe, die die erforderliche Auslenkung des Steuerkolbens
bewirkt.
[0004] Eine Ausführung der Vorsteuerstufe arbeitet nach dem bekannten Düsenrohrprinzip.
Hierzu ist ein mit Hydraulikflüssigkeit versorgtes Düsenrohr beweglich in einem Drehpunkt
der Vorstufe angelenkt. Das Druckgleichgewicht des Steuerkolbens der Leistungsstufe
in der Nullpunktstellung lässt sich durch entsprechende an das Düsenrohr geknüpfte
Steuerleitungen beeinflussen. Durch die an die Vorsteuerstufe abgegebenen elektrischen
Steuersignale ist das Düsenrohr zwischen den beiden Steuerleitungen hin und her verschwenkbar,
wodurch sich der Druck gezielt auf bestimmte Stellen des Steuerkolbens der Leistungsstufe
erhöhen lässt. Die Druckänderung erzwingt eine Bewegung des Steuerkolbens aus der
Nullpunktstellung heraus, was einem stetigen Schaltübergang des Ventils entspricht.
[0005] Bei den bisher bekannten Vorsteuerstufen wird die Druckversorgung des Düsenrohrs
durch eine externe Rohrleitung erzielt, deren Anbindungspunkt anfällig gegenüber der
im Ventil während des Betriebes auftretenden Vibrationen, Druckschwankungen, sowie
Nullpunktverschiebungen ist.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, dem Fachmann ein zweistufiges Servoventil
an die Hand zu geben, das ein robusteres Verhalten bei Vibrationen, Druckschwankungen
sowie ein besseres Verhalten bei einer Nullpunktverschiebung bietet.
[0007] Die vorliegende Erfindung wird durch die Merkmalskombination des Anspruchs 1 gelöst.
Demnach ist bei einem zweistufigen elektrohydraulischen Servoventil mit einer ersten
Stufe, die als Vorsteuerstufe arbeitet und ein bewegliches Düsenrohr aufweist, und
einer zweiten Stufe, die als Leistungsstufe arbeitet, das Düsenrohr der Vorsteuerstufe
mittels eines Torsionselementes geführt, wobei die Ölzuführung des beweglichen Düsenrohrs
in das Torsionselement integriert ist. Die Vorsteuerstufe arbeitet demnach nach dem
bekannten Düsenrohrprinzip zur Ansteuerung der Leistungsstufe.
[0008] Erfindungsgemäß wird also darauf verzichtet, ein externes Rohr zur Druckversorgung
des Düsenrohrs an dieses anzulöten, sondern die Zuleitung zur Druckversorgung des
Düsenrohrs wird innerhalb des Torsionselementes integriert. Das Düsenrohr ist über
das Torsionselement um die Torsionsachse, die sich in Richtung der Längsachse des
Torsionselementes erstreckt, drehbar angeordnet. Durch diese erfindungsgemäße Anordnung
von Düsenrohr, Torsionselement und Versorgungsleitung müssen weniger Teile im operativen
Betrieb des zweistufigen elektrohydraulischen Servoventils bewegt werden. Folglich
lassen sich dadurch Vorteile hinsichtlich der Dynamik des elektrohydraulischen Servoventils
sowie der Robustheit gegenüber Vibrationseinflüssen erzielen. Der maximale Drehwinkel
des Düsenrohrs ist von der Elastizität und der Länge des Torsionselementes abhängig.
Die Torsion des Torsionselements dient gleichzeitig zur Rückstellung des Düsensrohrs.
Die Ölzuführung erfolgt durch den im Torsionselement vorhandenen Innenraum bzw. Hohlraum.
Denkbar ist aber auch, dass im Inneren des Torsionselementes hierzu noch eine extra
Leitung eingezogen ist.
[0009] In vorteilhafter Weise ist die Ölzuführung des Düsenrohrs in der neutralen Faser
des Torsionselementes angeordnet. Die neutrale Faser des Torsionselementes bezeichnet
den Bereich, in dem während eines Biegevorgangs bzw. einer Torsion keine Biegespannung
auftritt. Dadurch werden die Belastungen auf die Ölzuführung innerhalb des Torsionselements
aufgrund der auftretenden Kräfte am Torsionselement maßgeblich reduziert, wodurch
zu jeder Zeit eine ausreichende und befriedigende Ölzuführung des Düsenrohrs gewährleistet
ist. Folglich wird die Robustheit gegenüber Vibrationen und die Ventildynamik sowie
die Schaltpräzision des Ventils optimiert.
[0010] Das verwendete Torsionselement ist bevorzugt eine Drehstabfeder, in deren mittigen
Bereich auf der Längsachse das Düsenrohr angeordnet ist. Um eine symmetrische Steifigkeit
in beiden Ästen des Torsionselementes zu erlangen, die sich von dem Befestigungspunkt
des Düsenrohrs seitlich in beide Richtungen erstrecken, kann es vorgesehen sein, daß
zusätzlich zur Ölzuführungsbohrung auf einer Astseite des Torsionselementes auf dem
gegenüberliegenden Ast eine weitere Bohrung angeordnet ist. Die Ölzuführbohrung dient
zur Zuführung von Flüssigkeit der in das Torsionselement integrierten Ölzuführung.
Besonders bevorzugt sind beide genannten Bohrungen symmetrisch zum Verbindungspunkt
des Düsenrohres angeordnet. Dadurch wird nicht nur eine symmetrische Steifigkeit in
beiden Ästen des Torsionselements erreicht, sondern auch die gesamte Torsionssteifigkeit
des Torsionselementes verringert.
[0011] Denkbar ist, daß das Torsionselement aus Kupfer-Berillium und bzw. oder Titan und
bzw. oder Stahl besteht. Alle drei Materialvarianten stellen eine besonders stabile
und Vibrationsresistente Ausführungsmöglichkeit des Torsionselementes dar.
[0012] Um die Verbindung von Torsionselement und Düsenrohr abzudichten und somit einem Hydraulikflüssigkeitsverlust
vorzubeugen, kann eine Abdichtung an der Verbindung von Torsionselement und Düsenrohr
im Drehpunkt vorgesehen sein. Besonders bevorzugt ist eine radiale O-Ring-Abdichtung,
die eine vollständige Abdichtung des Düsenrohrs im Verbindungspunkt zum Torsionselement
erlaubt und die Präzision der Drehbewegung des Düsenrohrs zur Ansteuerung der Leistungsstufe
nicht wesentlich beeinflußt.
[0013] In vorteilhafter Weise ist das Düsenrohr per Presspassung mit dem Torsionselement
verbunden, wodurch eine besonders stabile und robuste Verbindung der beiden Elemente
erreicht wird.
[0014] Denkbar ist, daß die Bohrungen innerhalb des Torsionselementes mittels Kugellagerkugeln
verschließbar bzw. verschlossen sind. Denkbar ist auch, daß die Bohrungen des Torsionselementes
anstatt durch Kugellagerkugeln mittels zylindrischer Stopfen verschließbar bzw. verschlossen
sind, oder eine Kombination der beiden Verschlusstechniken angewandt ist.
[0015] In vorteilhafter Weise weist die Vorsteuerstufe eine Grundplatte auf. Diese grenzt
an den Bereich bzw. den Block der Leistungsstufe an. Die Grundplatte dient zur Aufnahme
des Torsionselementes, wobei die Längsachse des Düsenrohrs eine vertikale Stellung
einnimmt und durch die Grundplatte in Richtung der Leistungsstufe bzw. in diese hinein
geführt ist. Insbesondere ist hierbei die Abdichtung des Düsenrohrs im Drehpunktbereich
des Torsionselementes in der Grundplatte integriert. Dies entspricht einer besonders
stabilen und robusten Anordnung gegenüber Vibrationseinflüssen, die auf das zweistufige
elektrohydraulische Servoventil einwirken können.
[0016] Es kann vorgesehen sein, daß die Grundplatte gegenüber der Leistungsstufe bzw. gegenüber
dem Block der Leistungsstufe mittels einer Axialdichtung abgedichtet ist. Insbesondere
befindet sich die axiale Abdichtung im Bereich des vertikalen Verlaufs des Düsenrohrs
zwischen der Grundplatte und dem Block der Leistungsstufe.
[0017] Da sich die die Ölzuführung des Düsenrohrs aus der Ölzuführung der Leistungsstufe
erstreckt, ist es besonders vorteilhaft, daß eine Ölzuführungsleitung durch die Grundplatte
bis zum Torsionselement geführt ist. Der weitere Verlauf der Ölzuführung ist dann
erfindungsgemäß innerhalb des Torsionselementes bis zum Düsenrohr integriert. Folglich
wird bei der erfindungsgemäßen Anordnung des zweistufigen elektrohydraulischen Servoventils
gänzlich auf eine externe Druckversorgung des Düsenrohrs verzichtet. Ein Anlöten eines
externen Rohres zur Druckversorgung kann umgangen werden, wodurch sich ein besseres
und robusteres Verhalten des Servoventils bei Vibrationen, Druckschwankungen sowie
einer Nullpunktverschiebung ergibt.
[0018] Zur Schonung und weiteren Abdichtung der Ölzuführungsleitung ist es vorteilhaft,
diese mittels Axialabdichtung im Bereich zwischen Torsionselement und der Grundplatte
abzudichten. Denkbar ist hierbei der Einsatz mehrerer Dichtungsmittel, insbesondere
im Bereich des Übergangs zwischen dem Ventilblock der Leistungsstufe und der Grundplatte
sowie im Bereich zwischen Torsionselement und Grundplatte.
[0019] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten werden nun anhand eines in zwei Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen zweistufi- gen elektrohydraulischen
Servoventils im Längsschnitt,
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen zweistufi- gen elektrohydraulischen
Servoventils aus Fig. 1 im Querschnitt.
[0020] Der prinzipielle Aufbau des erfindungsgemäßen zweistufigen elektrohydraulischen Servoventils
wird in der Längsschnittdarstellung des Ventils der Fig. 1 wiedergegeben. Das Servoventil
besteht aus der Einheit Vorsteuerstufe 1 und der hydraulischen Leistungsstufe 2.
[0021] Im Inneren des Blocks der Leistungsstufe 2 ist ein Steuerkolben 3 beweglich gelagert.
Der Block der Leistungsstufe 2 weist an seiner Unterseite einen Druckeinlaßkanal PP
und die beiden Druckauslaßkanäle C1 und C2 auf. An dem Außendurchmesser des Steuerkolbens
3 sind jeweils Steuerkanten über den beiden Druckauslaßkanälen C1 und C2 ausgebildet,
deren Breite in axialer Richtung des Steuerkolbens 3 in etwa dem Durchmesser der beiden
Auslaßkanäle C1 und C2 entspricht.
[0022] Über die Druckeinlaßöffnung PP wird eine geeignete hydraulische Flüssigkeit, insbesondere
ein Hydrauliköl, in die erste Druckkammer 8a eingeführt und über die Augleichsleitung
7 zur zweiten Druckkammer 8b weitergeleitet.
[0023] Die Ausgangsstellung des Steuerkolbens 3 wird als sogenannte Nullstellung bezeichnet,
in dieser der Steuerkolben 3 mittig zentriert im Block der Leistungsstufe gelagert
ist und sich im Druckgleichgewicht befindet. In dieser genannten Nullstellung verdecken
die Steuerkanten am Steuerkolben 3 die beiden Druckauslaßkanäle C1 und C2 in vollem
Umfang, so daß kein Flüssigkeitsstrom zwischen dem Einlaßkanal PP und einem der beiden
Druckauslaßkanäle C1 und C2 ermöglicht ist.
[0024] Figur 2 zeigt einen Querschnitt entlang einer in etwa durch die Mitte des erfindungsgemäßen
Servoventils verlaufenden Schnittlinie. Auf der Oberkante des Ventilblocks der Leistungsstufe
2 ist die Grundplatte 17 der Vorsteuerstufe 1 angeordnet. Die Grundplatte 17 trägt
ein Torsionselement 11, das als Drehstabfeder 11 ausgeführt ist. Die Drehstabfeder
11 ist dabei um die Torsionsachse 12, die sich in Richtung der Längsachse der Drehstabfeder
11 erstreckt, verdrehbar auf der Grundplatte 17 gelagert, wobei die beiden Enden der
Drehstabfeder 11 fest an der Grundplatte 17 fixiert sind. Im Weiteren zeigt Figur
2 eine stufenartige Ausbildung der Drehstabfeder 11, an deren mittiger Stufe ein Düsenrohr
10 zentriert mittels Preßpassung befestigt ist. Die Längsachse des Düsenrohrs 10 verläuft
in vertikaler Richtung ausgehend von der Drehstabfeder 11 durch die Grundplatte hindurch
bis in den Ventilblock der Leistungsstufe 2 hinein. Am Ende des Düsenrohrs 10, d.h.
an der unteren Rohröffnung, sind seitlich zum vertikal verlaufenden Düsenrohr 10 versetzt
die beiden Steuerleitungen 5a, 5b innerhalb der Leistungsstufe 2 angeordnet.
[0025] Mittels einer geeigneten Vorrichtung kann auf das Düsenrohr 10 eine Kraft ausgeübt
werden, die ein Verschwenken des Düsenrohrs 10 gegen seine vertikale Ausgangsstellung
auslöst. Beispielsweise ist durch die Vorrichtung ein elektromagnetisches Feld erzeugbar,
das derart auf das Düsenrohr 10 einwirkt, so dass dieses wie in Figur 1 gezeigt entweder
nach links oder nach rechts in Pfeilrichtung verschwenkt wird, wodurch die Öffnung
des Düsenrohrs 10 entweder der Steuerleitung 5a oder der Steuerleitung 5b angenähert
wird. Die Regelung der am Düsenrohr 10 angreifenden Kraft, also der Betrag des elektromagnetischen
Feldes, erfolgt über elektrische Steuersignale, die an die Vorsteuerstufe durch eine
externe Ventilsteuerung übermittelt werden.
[0026] Durch die Schwenkbewegung des Düsenrohrs 10 wird gleichzeitig die Drehstabfeder 11
um die Torsionsachse 12 verdreht und innerhalb der Drehstabfeder 11 eine Torsionsspannung
aufgebaut, die der Drehbewegung des Düsenrohrs 10 entgegenwirkt. Nach Reduzierung
bzw. Abschalten des elektromagnetischen Feldes wird das Düsenrohr 10 durch die Torsionsspannung
innerhalb der Drehstabfeder 11 in Richtung seiner vertikalen Ausgangstellung zurückgestellt.
Es bleibt zu erwähnen, dass die Auslenkung des Düsenrohrs 10 durch die Ventilsteuerung
stetig erfolgt. Der maximale Drehwinkel des Düsenrohrs 10, sowie der Zusammenhang
zwischen angreifender Kraft und Drehwinkel, sind von der Länge und Elastizität der
Drehstabfeder 11 abhängig.
[0027] Zur Versorgung des Düsenrohrs 10 mit Hydrauliköl dient die Ölzufuhrleitung 20. Diese
entspringt am Eingang des Druckeinlaßkanals PP des Ventil blocks der Leistungsstufe
2 und erstreckt sich in diesem in vertikaler Richtung bis zur Grundplatte 17. Erfindungsgemäß
wird die Ölzuführung mittels der Ölzufuhrleitung 20 durch die Grundplatte 17 bis zur
Drehstabfeder 11 geführt, und tritt durch eine Bohrung in den Innenraum bzw. Hohlraum
der Drehstabfeder 11 ein. Somit erfolgt die weitere Ölzuführung bis zum Düsenrohr
10 nunmehr vollständig innerhalb der Drehstabfeder 11, und verläuft somit ausgehend
von der Eingangsbohrung der Drehstabfeder 11 entlang der Stufenform der Drehstabfeder
11 bis zum Verbindungspunkt des Düsenrohrs 10 mit der Drehstabfeder 11. Die vorliegende
Erfindung greift daher nicht auf eine externe Rohrleitung der Vorsteuerstufe zurück,
sondern integriert die Ölzuführung des Düsenrohrs 10 vollständig innerhalb des Torsionselementes,
insbesondere der Drehstabfeder 11. Die Verwendung einer externen Rohrleitung, die
mittels Anlöten am Düsenrohr 10 befestigt ist, weist eine ausgeprägte Anfälligkeit
gegenüber Vibrationen, Druckschwankungen sowie Nullpunktverschiebungen auf. Durch
die erfindungsgemäße Integration der Ölzuführung innerhalb des Torsionselementes kann
der genannte Verschleißpunkt ausgespart werden, woraus sich wesentliche Vorteile hinsichtlich
der Ventildynamik sowie der Robustheit gegenüber Vibrationseinflüssen erzielen lassen.
[0028] Durch die seitliche Auslenkung des Düsenrohrs 10 kann entweder die Steuerleitung
5a oder die Steuerleitung 5b mit mehr oder weniger Druck beaufschlagt werden, wodurch
innerhalb der Steuerräume 4a und 4b ein veränderter Druck auf die Stirnflächen des
Steuerkolbens 3 wirkt, der mittels der Steuersignale stetig variierbar ist.
[0029] Wird beispielsweise durch das entsprechende elektrische Steuersignal eine Drehbewegung
des Düsenrohrs 10 ausgehend von einer vertikalen Achse nach links bewirkt, so nähert
sich die Öffnung des Düsenrohrs der Steuerleitung 5b, wodurch der Großteil der aus
der Öffnung austretenden Hydraulikflüssigkeit an die Steuerleitung 5b abgegeben wird.
Folglich steigt der Druck innerhalb des Steuerraumes 4b an. Dadurch wirkt innerhalb
des Steuerraums 4b ein erhöhter Druck auf die Stirnfläche des Steuerkolbens 3 ein,
was in einer Verschiebung des Steuerkolbens 3 entlang seiner Längsachse nach rechts
resultiert. Aufgrund der Bewegung des Steuerkolbens 3 werden gleichzeitig die Steuerkanten
oberhalb des Druckauslaßkanals C1 nach rechts verschoben, wodurch der Kanal C1 geöffnet
wird. Die über den Druckeinlaßkanal PP eintretende Flüssigkeit kann über den Ausgleichskanal
7 und die Kammer 8b über den Druckauslaßkanal C1 aus dem Servoventil austreten und
beispielsweise einen an C1 angeschlossenen Verbraucher mit Hydrauliköl versorgen.
Denkbar ist hierbei, daß das vom Verbraucher zurückgeführte Öl über den Druckauslaßkanal
C2 dem Ventil zurückgeführt wird und über die gleichzeitig geöffnete Verbindung von
C2 und dem Rückflußkanal RP an den Öltank zurückgeführt wird. Die in den Steuerschieber
3 eingreifende Rückführfeder 6 ist fest mit dem Düsenrohr 10 verbunden und erzeugt
nun ein immer größer werdendes rücktreibendes Drehmoment auf das Düsenrohr 10 solange
bis dieses in die vertikale Neutraistellung zurückschwenkt. Die Drücke an den Steuerräumen
4a und 4b sind dann gleich groß. Der Steuerkolben 3 bleibt in dieser Position stehen.
Der Steuerkolbenhub ist proportional dem aufgebrachten elektrischen Steuersignal.
Davon abgeleitet ist nun der Volumenstrom von PB nach C1 bzw. C2 nach PR proportional
dem aufgebrachten elektrischen Signal.
[0030] Die Öffnung des Druckauslaßkanals C2 erfolgt analog über eine Drehbewegung des Düsenrohrs
10 in Richtung des Steuerkanals 5a.
[0031] Sämtliche Bohrungen der Drehstabfeder 11, die zum einen die Bohrung für die Ölzuführungsleitung
20 und zum anderen eine Bohrung auf der gegenüberliegenden Seite der Drehstabfeder
11 umfassen, können optional mittels Kugellagerkugeln 16 oder zylindrischen Stopfen
verschlossen werden. Um den Verbindungspunkt von Düsenrohr 10 und Drehstabfeder 11
zusätzlich abzudichten und so einem ungewollten Hydraulikflüssigkeitsverlust bzw.
Druckverlust innerhalb des Servoventils vorzubeugen, ist eine radiale O-Ring-Abdichtung
13, insbesondere im Drehpunkt 18, angeordnet. Weiterhin wird das Düsenrohr 10 im Übergangsbereich
von Grundplatte 17 zum Ventilblock der Leistungsstufe 2 durch eine axiale Abdichtung
14 abgedichtet. Zur weiteren Abdichtung der Ölzuführungsleitung 20 dienen mehrere
axiale Abdichtungen 15, die im Bereich des Übergangs zwischen Grundplatte 17 und Ventilblock
der Leistungsstufe 2, sowie im Bereich der Drehstabfeder 11 angeordnet sind.
1. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil mit einer ersten Stufe (1), die als
Vorsteuerstufe arbeitet und ein bewegliches Düsenrohr (10) aufweist, und einer zweiten
Stufe (2), die als Leistungsstufe arbeitet,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Düsenrohr (10) der Vorsteuerstufe (1) mittels eines Torsionselementes (11) geführt
ist und die Ölzuführung des beweglichen Düsenrohrs (10) in das Torsionselement (11)
integriert ist.
2. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Ölzuführung in der neutralen Faser des Torsionselement (11) befindet.
3. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Torsionselement (11) eine Drehstabfeder ist.
4. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach Anspruch 1,2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Torsionselement (11) auf einer Seite eine Ölzuführbohrung aufweist und auf der
gegenüberliegenden Seite eine zusätzliche Bohrung vorgesehen ist.
5. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Torsionselement (11) aus Titan besteht.
6. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Torsionselement (11) aus einer Kupfer-Beriliumlegierung besteht.
7. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Torsionselement (11) aus Stahl besteht.
8. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Verbindung von Torsionselement (11) und Düsenrohr (10) im Drehpunkt (18) eine
Abdichtung (13), vorzugsweise eine radial Abdichtung, vorgesehen ist.
9. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Düsenrohr (10) per Presspassung mit dem Torsionselement (11) verbunden ist.
10. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen im Torsionselement (11) mittels Kugellagerkugeln (16) verschlossen
sind.
11. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen im Torsionselement (11) mittels zylindrischen Stopfen verschlossen
sind.
12. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsteuerstufe (1) eine Grundplatte (17) aufweist, auf dieser das Torsionselement
(11) angeordnet ist und in welcher die Drehpunktsabdichtung (13) des Düsenrohr (10)
integriert ist.
13. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (17) gegenüber der Leistungsstufe (2) mittels einer Axialdichtung
(14) abgedichtet ist.
14. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ölzuführleitung (20) durch die Grundplatte (17) bis zum Torsionselement (11)
geführt ist.
15. Zweistufiges elektrohydraulisches Servoventil nach Anspruch 12, 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölzuführleitung (20) zwischen Torsionselement (11) und Grundplatte (17) mittels
Axialdichtung (15) abgedichtet ist.