[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten von Substraten,
wie z.B. Tabletten, sowie Zusammensetzungen zum Beschichten von festen Substraten
in der modernen Arzneiformulierung und Tablettenherstellung ist das Überziehen (Coaten)
von festen Darreichungsformen, wie Tabletten, mit unterschiedlichen, filmbildenden
Polymeren eine seit Jahren weit verbreitete Technik. Mit der Anwendung des so genannten
"Filmcoatings" werden verschiedene Ziele verfolgt. So kann beispielsweise die Farbe
und das Aussehen der Darreichungsform verändert werden, es kann ein bitterer Geschmack
überdeckt werden oder es wird ein Lichtschutz des Wirkstoffes oder eine Verbesserung
der Magensaftresistenz verfolgt.
[0002] Wichtige Anforderungen an einen Filmüberzug sind, dass er nicht klebrig ist, gut
an der Substratoberfläche haftet, stabil ist gegenüber mechanischer Belastung und
keine Rissbildung bei der Lagerung aufweist sowie eine ausgezeichnete Glätte und Glanz
aufweist. Zudem sollten sich die Polymere der Filmüberzugslösung schnell und einfach
herstellen und in einem Lösemittel (wie Wasser) auflösen lassen. Die Filmüberzugslösung
sollte ferner eine geringe Viskosität bei ausreichend hohem Feststoffgehalt aufweisen,
um eine gute Verarbeitung, z.B. in einem Sprühverfahren, zu gewährleisten.
[0003] Zum Überziehen von Tabletten werden seit Jahren filmbildende Polymere eingesetzt,
beispielsweise Cellulosederivate wie Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose,
Methacrylsäure-Copolymere oder auch Polyvinylalkohol-Copolymere. Auch der Einsatz
von Polymeren wie Polyethylenglykol und Polyvinylpyrrolidon als filmbildende Komponenten
in Beschichtungszusammensetzungen ist bekannt.
[0004] So wird in
GB 1 021 178 bereits 1964 eine schützende Tablettenbeschichtung für wachsbeschichtete Tabletten
aus Polyvinylpyrrolidon und Polyethylenglykol beschrieben. Im beschriebenen Verfahren
werden diese Polymere in einem organischen Lösemittel (beispielsweise Aceton, Ethanol
oder Trichlorethan) gelöst und auf das feste Substrat gesprüht. Der Feststoffanteil
liegt bei diesen Beschichtungen bei 3 bis 18 % , das Verhältnis von Polyethylenglykol
zu Polyvinylpyrrolidon in diesen Mischungen beträgt 1:1 bis 9:1. Der in
GB 1 021 178 beschriebene Filmüberzug dient in erster Linie dem Schutz der darunter liegenden
Wachsbeschichtung und soll deren Lagerstabilität erhöhen. Eine den Glanz steigernde
Wirkung des Filmüberzuges wird nicht beschrieben.
[0005] US 4,060,598 (1975) beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von beschichteten Tabletten, bei dem ein
wirkstoffhaltiger Träger mit einem polymeren Überzug versehen wird, wobei die Beschichtung
durch das Aufbringen einer wässrigen Zusammensetzung mit einer wasserunlöslichen und
einer wasserlöslichen Komponente durchgeführt wird. Die erhaltene Beschichtung bildet
eine Matrix aus wasserunlöslichen porösen Harz und einem wasserlöslichen polymeren
Material in den Matrixporen. Die Beschichtung dient dazu, den nicht magensaftresistenten
Wirkstoff zu schützen und kann zudem in einem wässrigen Beschichtungsverfahren erfolgen.
Als Beispiele für die Polymere in der wasserlöslichen Komponente werden in
US 4,060,598 unter anderem auch Polyethylenglykol und Polyvinylpyrrolidon genannt. In
US 4,060,598 werden auch Zubereitungen genannt, die sowohl Polyethylenglykol als auch Polyvinylpyrrolidon
enthalten. Diese wässrigen Zubereitungen enthalten jedoch in jedem Fall auch weitere
polymere Komponenten, wie Polyvinylacetat und Polyvinylalkohol sowie Füllstoff und
Zucker.
[0006] In
WO 2006/102446 wird eine mehrfach beschichtete pharmazeutische Zubereitung mit modifiziertem Auflöseverhalten
beschrieben. Hierbei wird ein Wirkstoff, beispielsweise 5-Aminosalicylsäure, im Kern
der Zubereitung mit einer ersten Beschichtung vor dem Angriff vor Magensäure geschützt.
Die zweite, äußere Beschichtung soll die magensaftresistente erste Schicht schützen
und kann verschiedene Polymere enthalten, wobei auch Polyvinylpyrrolidon und Polyethylenglykol
offenbart werden.
[0007] Das Dokument
EP-A 0 572 942 offenbart mehrschichtige orale pharmazeutische Zusammensetzungen, die speziell für
eine Freisetzung im Bereich des Colons geeignet sind. Die pharmazeutische Zusammensetzung
besteht aus einem Kern, der den Wirkstoff und gegebenenfalls Hilfsstoffe enthält,
einer Zwischenbeschichtung, welche die Freisetzung des Wirkstoffes in Abhängigkeit
vom pH-Wert steuern kann, und eine äußere Schicht, deren Auflösung den Prozess des
Quellens und Auflösens der Zwischenschicht startet. Die Beschichtungen können neben
einer Reihe von weiteren Bestandteilen beispielsweise Polyethylenglycol und Polyvinylpyrrolidon
enthalten.
[0008] Das Dokument
EP-A 1 232 747 offenbart Tabletten zur verzögerte Freisetzung eines Antidepressivums umfassen einen
Kern, enthaltend den Wirkstoffs Bupropion Hydrochlorid, einen Binder und ein Gleitmittel,
sowie eine Beschichtung bestehend im Wesentlichen aus einem wasserunlöslichen filmformenden
Polymer, einem Weichmacher und einem wasserlöslichen Polymer.
[0009] Das Dokument
EP-A 1 929 997 beschreibt pharmazeutische Darreichungsformen für das Antiepileptikum Oxcarbazepin,
wobei der Wirkstoff eine definierten Partikelgröße aufweist. Die Herstellung der Darreichungsform
erfolgt unter Verwendung einer Suspension des Wirkstoffs und eines hydrophilen Polymers
in einem Lösungsmittel. Unter anderem sind Polyvinylpyrrolidon, Polyethylenglycol
und Hydroxyethylzellulose als mögliche hydrophile Polymere genannt.
[0010] Das Dokument
US 2008/0031950 beschreibt eine mehrschichtige pharmazeutische Zusammensetzung enthaltend einen Kern,
welcher den Wirkstoff Tramadol langsam freisetzt (slow release matrix), und eine Beschichtung
enthaltend ein NSAID (nonsteroidal anti-inflammatory drug), welche den Wirkstoff unverzüglich
freisetzt. Zwischen diesen beiden Bereichen ist eine Beschichtung zur kontrollierten
Freisetzung (slow release coat) des Wirkstoffes Tramadol vorgesehen enthaltend ein
wasserunlösliches, wasserpermeables Polymer, insbesondere Ethylcellulose und weitere
polymere Hilfsstoffe, z.B. wasserlösliche Polymere wie Polyvinylpyrrolidon, Hydroxypropylmethylcellulose
oder Polyethylenglykol.
[0011] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung soll es ermöglichen ein Substrat, d.h. eine
vorzugsweise feste Grundlage (Träger), vorzugsweise eine pharmazeutische, kosmetische
oder agrochemische Darreichungsform, ein Saatgut, Nahrungsergänzungsmittel und / oder
ein Lebensmittel zu beschichten. Die Zusammensetzung besteht bevorzugt aus einer wässrigen
Lösung von Polyethylenglykol (Komponente A) mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht
M
w im Bereich von 1.500 bis 20.000 g/mol und einem Polyvinylpyrrolidon (Komponente B)
mit einem K-Wert im Bereich von 12 bis 90, sowie optional weiteren, nicht polymeren
Hilfsmitteln (Komponente C). Weiterhin soll die Erfindung ein verbessertes Verfahren
zur Herstellung eines beschichteten, in der Regel (festen) Substrates bereitstellen.
[0012] Wird als Substrat eine pharmazeutische Darreichungsform z.B. eine Tablette verwendet,
so kann diese einen oder mehrere Wirkstoffe (wie handelsübliche Arzneimittel-Wirkstoffe)
enthalten.
[0013] Die bekannten Polymerzusammensetzungen haben beim Aufbringen auf Substraten (wie
Tabletten) den Nachteil, häufig eine matte, unansehnliche und rauhe Oberfläche zu
erzeugen. Um solchen Substraten ein ansehnlicheres, glänzendes Aussehen zu verleihen,
und beispielsweise einem Patienten ein leichteres Schlucken der beschichteten Tabletten
zu ermöglichen, sollen Substrate mit einem (gegebenenfalls zusätzlichen) glatten und
glänzenden Film überzogen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, soll eine den Glanz
erzeugende bzw. verbessernde Beschichtung bereitgestellt und auf das Substrat aufgetragen
werden. Das Verfahren des Aufbringens der Zusammensetzung sollte einfach und bevorzugt
mit einer wässrigen Lösung durchzuführen sein. Die Beschichtung kann auch im Anschluss
an einen klassischen Filmcoatingprozess erfolgen.
[0014] Es wurde überraschenderweise gefunden, dass das Beschichten (Überziehen) von Substraten,
insbesondere stumpfen und rauhen Substraten (wie Filmtabletten), mit einer wässrigen
Lösung aus speziellen, wasserlöslichen Polyethylenglykolen (PEG) und Polyvinylpyrrolidonen
(PVP) eine deutliche Glanzverbesserung der Substrate (z.B. Tabletten) bewirkt.
[0015] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen lassen sich sehr einfach und schnell durch
Lösen der Komponenten in einem Lösemittel (insbesondere Wasser) herstellen, besitzen
niedrige Viskositäten und lassen sich auch in höherer Feststoffkonzentration mit einer
guten Aufbringungsrate z.B. in herkömmlichen Coating-Verfahren auf feste Substrate
aufbringen. Die erfindungsgemäßen Filmüberzüge zeichnen sich neben hervorragendem
Glanz und Glätte durch niedrige Klebrigkeiten und gute Lagerstabilität aus.
[0016] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen bewirken eine deutliche Glanzsteigerung von
z.B. bis zu 285%. Die Kombinationen aus Polyvinylpyrrolidon und Polyethylenglykol
bewirken, wie nachfolgend gezeigt wird, eine deutlich höhere Glanzverbesserung als
Lösungen der jeweiligen Einzelkomponenten.
[0017] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung zur Beschichtung von festen Substraten (S),
wie Arzneimitteltabletten, besteht aus:
- a) 5-20 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyethylenglykol mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht im Bereich von 1.500 bis 10.000 g/mol (Komponente A),
- b) 0,5-5 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyvinylpyrolidons mit einem K-Wert nach Fikentscher
im Bereich von 12 bis 90 (Komponente B),
- c) 65-95 Gew.-% Wasser als Lösemittel (L), sowie
- d) 0-10 Gew.-% eines oder mehrerer nicht polymerer Hilfsmittel (Komponente C),
wobei es sich bei der Zusammensetzung um eine wässrige Lösung des Polyethylenglykol,
des Polyvinylpyrrolidons und optional der nicht polymeren Hilfsmittel handelt,
und wobei die Zusammensetzung einen Polymergehalt im Bereich von 5 bis 20 Gew.-% aufweist
und Polyethylenglykol und Polyvinylpyrrolidon in einem Gewichtsverhältnis von 15:1
bis 7:1 vorliegen.
[0018] Eine weitere Ausführungsform betrifft eine Zusammensetzung zur Beschichtung von festen
Substraten bestehend aus:
- a) 5-20 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyethylenglykol mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht im Bereich von 4.000 bis 10.000 g/mol (Komponente A)
- b) 0,5-5 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyvinylpyrolidons mit einem K-Wert nach Fikentscher
im Bereich von 12 bis 30 (Komponente B)
- c) 75-95 Gew.-% Wasser als Lösemittel (L).
[0019] Die Komponente B wird vorzugsweise ausgewählt aus einem oder mehreren Polyvinylpyrrolidonen
mit einem K-Wert von 12 bis 90, vorzugsweise von 12, 17, 30, 90, insbesondere 12,
17 oder 30.
[0020] Eine weitere Ausführungsform betrifft eine Zusammensetzung zur Beschichtung von festen
Substraten, wobei die Lösung einen Polymergehalt im Bereich von 5 bis 20, insbesondere
7 bis 15 Gew.-% aufweist, und Polyethylenglykol und Polyvinylpyrrolidon in einem Gewichtsverhältnis
von 15:1 bis 7:1, insbesondere jedoch etwa 9:1 vorliegen.
[0021] Eine Zusammensetzung zur Beschichtung von festen Substraten hat sich besonders bewährt,
die enthält, beziehungsweise besteht aus:
- a) 8-10 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyethylenglykol mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht von 6000 g/mol (PEG 6000) (Komponente A),
- b) 0,5-2 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyvinylpyrolidons mit einem K-Wert nach Fikentscher
von 17 (Komponente B), sowie
- c) 88-95 Gew.-% Wasser, insbesondere 92,5 bis 95 Gew.-% Wasser.
[0022] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung beschichteter fester Substrate
(wie Tabletten), bei dem man auf ein festes Substrat (S) mindestens eine Zusammensetzung
wie oben beschrieben aufbringt.
[0023] Dieses Verfahren kann vorzugsweise die folgenden Schritte beinhalten:
- a) Herstellen einer Beschichtungslösung durch Vermischen der Komponenten A und B und
des Lösemittels L,
- b) Aufbringen der Beschichtungslösung mittels eines geeigneten Verfahrens auf das
Substrat (S),
- c) gegebenenfalls Trocknen des beschichteten Substrats durch das Aufbringen von Gas
bei einer Temperatur im Bereich von 20°C bis 80°C, sowie
- d) gegebenenfalls Polieren des beschichteten und getrockneten Substrats.
[0024] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung beschichteter fester Substrate
bei dem das Substrat (S) ausgewählt ist aus: festen pharmazeutischen, kosmetischen
und agrochemischen Darreichungsformen, Saatgut, Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln.
[0025] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung beschichteter fester Substrate
bei dem das Substrat (S) aus einer festen pharmazeutischen Darreichungsform (z.B.
einer Tablette) besteht, welche bereits mit mindestens einer polymeren Filmbeschichtung
versehen ist.
[0026] Gegenstand der Erfindung ist auch die Verwendung einer Zusammensetzung zur Herstellung
von beschichteten pharmazeutischen, kosmetischen oder agrochemischen Darreichungsformen,
von beschichtetem Saatgut, von beschichteten Nahrungsergänzungsmitteln oder von beschichteten
Lebensmitteln.
[0027] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist das beschichtete Substrat, das beschichtet
ist mit einer Zusammensetzung wie oben beschrieben. Dieses beschichtete Substrat kann
basieren z.B. auf einem Substrat (S) ausgewählt aus: pharmazeutischen, kosmetischen
und agrochemischen Darreichungsformen, Saatgut, Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln.
[0028] Als Komponente A werden wasserlösliche Polyethylenglykole (PEG) mit einem mittleren
Molekulargewicht M
w im Bereich von 1.500 bis 10.000 g/mol eingesetzt. Vorzugsweise werden folgende Polyethylenglykole
eingesetzt:
Polyethylenglykol mit einem mittleren Molekulargewicht Mw von 1.500 g/mol (PEG 1.500)
Polyethylenglykol mit einem mittleren Molekulargewicht Mw von 2.000 g/mol (PEG 2.000)
Polyethylenglykol mit einem mittleren Molekulargewicht Mw von 4.000 g/mol (PEG 4.000)
Polyethylenglykol mit einem mittleren Molekulargewicht Mw von 6.000 g/mol (PEG 6.000)
[0029] Besonders bevorzugt wird das Polyethylenglykol PEG 6.000 eingesetzt.
[0030] Als Komponente B können insbesondere Polyvinylpyrrolidone (PVP) mit einem K-Wert
nach Fikentscher im Bereich von 12 bis 90, vorzugsweise von 17 bis 30, besonders bevorzugt
mit K=17 eingesetzt werden.
[0031] Unter Polyvinylpyrrolidonen (PVP) werden polymere Verbindungen verstanden, welche
einen Anteil an Vinylpyrrolidon-Monomereinheiten von mindestens 50 % und gegebenenfalls
weitere Monomereinheiten (wie beispielsweise Vinylacetat (VAc)) aufweisen. Bevorzugt
sind Polyvinylpyrrolidone, die nahezu vollständig aus Vinylpyrrolidon-Einheiten aufgebaut
sind.
[0032] Bevorzugt sind weiterhin Zusammensetzungen mit Polyvinylpyrrolidonen (PVP) mit einem
K-Wert von 12, 17, 30, 90. Folgende Polyvinylpyrrolidone werden bevorzugt eingesetzt:
| Kollidon® 12 (BASF, Ludwigshafen DE) |
PVP mit K=12 |
| Kollidon® 17PF (BASF, Ludwigshafen DE) |
PVP mit K=17 |
| Kollidon® 30 (BASF, Ludwigshafen DE) |
PVP mit K=30 |
| Kollidon® 90F(BASF, Ludwigshafen DE) |
PVP mit K=90. |
[0033] Es können auch Copolymere aus Vinylpyrrolidon und Vinylacetat verwendet werden, z.B.
das handelsübliche Kollidon® VA64 der BASF (PVP-Vinylacetat (VAc) Copolymer).
[0034] Besonders bevorzugt werden folgende Polyvinylpyrrolidone als Komponente B in den
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eingesetzt:
| Kollidon® 17PF (BASF, Ludwigshafen DE) |
PVP mit K=17 |
| Kollidon® 30 (BASF, Ludwigshafen DE) |
PVP mit K=30. |
[0035] Die Polyvinylpyrrolidone mit K=17 werden ganz besonders bevorzugt eingesetzt.
[0036] Das mittlere Molekulargewicht der Polyvinylpyrrolidon-Komponente B wird in der Praxis
bevorzugt durch den K-Wert nach Fikentscher angegeben, der sich relativ einfach durch
Viskositätsmessungen von den entsprechenden verdünnten Polymerlösungen bestimmen lässt.
Der K-Wert berechnet sich nach der Fikentscher-Gleichung aus der relativen Viskosität
η
r :

mit:
ηr = dynamische Viskosität der Lösung/dynamische Viskosität des Lösemittels
c = Massenkonzentration an Polymer in der Lösung in g/cm3
[0037] Der K-Wert nach Fikentscher stellt somit ein Maß für das viskositätsmittlere Molekulargewicht
dar.
[0038] Im Folgenden sind die entsprechenden Molekulargewichtsbereiche der eingesetzten Polyvinylpyrrolidone
(PVP) bezogen auf das gewichtsmittlere Molekulargewicht M
w, welches etwa durch Lichtstreumessungen ermittelt werden kann, angegeben
| PVP mit einem K-Wert von 12: |
Mw 2.000 bis 3.000 g/mol |
| PVP mit einem K-Wert von 17: |
Mw 7.000 bis 11.000 g/mol |
| PVP mit einem K-Wert von 30: |
Mw 44.000 bis 54.000 g/mol |
| PVP mit einem K-Wert von 90: |
Mw 1.000.000 bis 1.500.000 g/mol. |
[0039] Als Lösemittel (L) wird Wasser, insbesondere VE Wasser (voll entsalztes Wasser) verwendet.
[0040] Optional können die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen als Komponente C nicht polymere
Hilfsstoffe enthalten, wie sie als Bestandteile für Tablettenüberzüge üblich sind.
Als Hilfsstoffe können insbesondere eine oder mehrere der nachfolgenden Komponenten
ausgewählt werden:
- a) Farbgebende Komponenten:
Farbpigmente wie z.B. Eisenoxide und Farbstoffe in wasserlöslicher oder wasserunlöslicher
Form, z.B. Chinolingelblack, Tartrazinlack, Gelborangelack, FD&C Gelb-Aluminiumlack,
Cochenillerotlack, Erythrosinlack, Azorubinlack, Indigotinlack, Erythrosin, Brillantschwarz,
Patentblau, Brilliantblau, Cochenillerot, Gelborange, Amaranth, FD&C Blau Nr. 1, Indigotin,
Betacarotin sowie Perlglanzpigmente
- b) Weißpigmente zur Erhöhung der Deckkraft des Überzuges, z.B. Titandioxid, Talkum;
Mica; Calciumcarbonat
- c) Antiklebemittel z.B. Talkum, Magnesiumstearat, Glycerolmonostearat;
- d) Füllstoffe wie z. B. Calciumhydrogenphosphate;
- e) Schaumhemmende bzw. zerstörende Stoffe wie z.B. Simethicon, Octanol;
- f) Tenside zur Verbesserung des Benetzungsverhaltens und der Spreitung, z.B. Natriumlaurylsulfat,
Sorbitanfettsäureester oder ethoxilierte Sorbitanfettsäureester, ethoxylierte Ester
von hydriertem Rizinusöl oder ethoxilierte Fettsäureester, Natriumdioctylsulfosuccinat;
- g) den pH-Wert regulierende Substanzen und Puffer wie z.B. Natriumcitrat, Citronensäure,
Phosphatpuffer, Acetatpuffer:
h) Weichmacher;
i) Schutzkolloide;
j) Geschmacksstoffe und / oder Geruchsstoffe.
[0041] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen haben den Vorteil, dass sie in der Regel
keine weiteren Hilfsmittel wie Weichmacher oder Tenside benötigen, welche negative
Begleiterscheinungen verursachen können. In einer bevorzugten Ausführungsform sind
keine weiteren Hilfsstoffe (Komponente C) in den Zusammensetzungen enthalten.
[0042] Gegenstand der Erfindung ist auch die Trockenmischung der Komponenten A und B und
gegebenenfalls C oder ein aus dieser Trockenmischung hergestelltes Granulat der Komponenten
A und B (und gegebenenfalls C), welches dann zur Herstellung der erfindungsgemäßen
glanzgebenden Filmüberzugslösungen verwendet werden kann.
Die Erfindung betrifft auch ein Kit, bestehend aus den einzelnen Komponenten der Zusammensetzung,
das dann vom Benutzer zur Herstellung der Beschichtungszusammensetzung verwendet wird.
[0043] Das Verfahren zur Herstellung beschichteter Substrate kann beispielsweise die folgenden
konkreten Schritte beinhalten:
a) Herstellen der Beschichtungslösung durch Zugabe unter Rühren der Komponenten A
und B und ggf. C im Lösemittel L,
oder optional Mischen der festen Komponenten A und B und ggf. C und anschließendes
Lösen der festen Mischung im Lösemittel L,
oder optional Lösen bzw. Dispergieren der Komponenten A, B und ggf. C in Teilen des
Lösemittels L und anschließendes Vereinigen der Lösungen,
b) Aufbringen der Beschichtungslösung mittels eines geeigneten Sprühverfahrens auf
das Substrat
c) Trocknung der Beschichtung, wobei der Filmüberzug durch das Einbringen von Luft
mit einer Temperatur im Bereich von 30°C bis 80°C sukzessive getrocknet wird,
c) Optionale Durchführung eines Polierschritts mit den beschichteten und getrockneten
Substraten.
Zu Schritt a)
[0044] Vorzugsweise erfolgt das Herstellen der Zusammensetzungen (Filmüberzugslösungen)
durch langsame Zugabe unter Rühren und vollständiges Lösen der Komponenten A und B
sowie gegebenenfalls C im Lösemittel L. Eine Erwärmung der Lösung während der Herstellung
ist in der Regel nicht erforderlich.
[0045] In einer weiterhin bevorzugten Ausführungsform werden zunächst die Komponenten A
und B sowie gegebenenfalls C gemischt und evtl. granuliert werden. Die Herstellung
der Zusammensetzung erfolgt dann durch Zugabe der festen Mischung unter Rühren zu
dem Lösemittel L.
Zu Schritt b)
[0046] Mit dem erfindungsgemäße Verfahren zur Beschichtung lassen sich prinzipiell alle
festen Substrate mit einem Polymerfilm überziehen. Beschichtet werden können z.B.
feste pharmazeutische, kosmetische und agrochemische Darreichungsformen, Saatgut,
Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel. Die zu überziehende pharmazeutische Darreichungsform
kann beispielsweise als Tablette, Kapsel, Extrudat, Pellet, Granulat, Kristall oder
Pulver vorliegen.
[0047] Es ist weiterhin möglich feste Substrate mit unterschiedlich geformten Oberflächen
zu beschichten, wobei die Oberfläche des festen Substrates beispielsweise gewölbt,
konvex oder konkav ausgebildet sein kann. So kann durch die erfindungsgemäße Zusammensetzung
auch bei festen Substraten mit Gravur eine nahezu vollständige Auskleidung der Gravur
mit einer glanzgebenden Beschichtung erzielt werden. Die festen Substrate können unterschiedliche
Formen, wie etwa rund, vieleckig, "oblong" oder "football-shape", aufweisen.
[0048] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das zu überziehende Substrat (S) ausgewählt
aus festen pharmazeutischen, kosmetischen, agrochemischen Darreichungsformen, Saatgut,
Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln.
[0049] Besonders bevorzugt erfolgt die Beschichtung auf festen Substraten, die aus einer
pharmazeutischen Darreichungsform, wie einer Tablette bestehen, welche bereits mit
mindestens einer polymeren Beschichtung (Basis-Beschichtung) ausgestattet sind.
[0050] Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dabei einfach durchzuführen, da
der glanzgebende Filmüberzug direkt nach der Basis-Beschichtung oder nach den Basis-Beschichtungen
aufgetragen werden kann. Es ist keine zusätzliche Vorrichtung erforderlich und die
Applikationsdauer ist im Vergleich zum Basis-Beschichtungsprozess kurz.
[0051] Dabei können die Basis-Beschichtungen etwa dazu dienen, den Wirkstoff zu schützen,
z.B. vor Wasser, Sauerstoff, Protonen, chemischen Bestandteilen des Überzuges sowie
vor Komponenten des Magen- und Darminhaltes oder zur Einfärbung der pharmazeutischen
Darreichungsform.
[0052] Im Kern der pharmazeutischen Darreichungsform (oder auf der Oberfläche des Substrates)
können Wirkstoffe verschiedener Indikationsgebiete eingesetzt werden, beispielsweise
pharmazeutische Wirkstoffe (Humanarzneistoffe sowie Tierarzneistoffe), Vitamine, Carotinoide,
"Nutraceuticals", Nahrungsergänzungsstoffe, Mineralstoffe und Mikro-Nährstoffe. Die
Wirkstoffe können einzeln oder in Kombination eingesetzt werden und unterschiedliche
pharmakologische und physikochemische Eigenschaften wie Lipophilie, Löslichkeit, Korngröße,
Kornstruktur und Oberfläche besitzen.
[0053] Das Aufbringen der erfindungsgemäßen Beschichtung geschieht bevorzugt in einem Sprühverfahren
und kann in den dazu geeigneten Coatingeinrichtungen durchgeführt werden. Als Beispiele
werden Horizontal-Trommelcoater, Wirbelschichtcoater, Tauschwertcoater und Dragierkessel
genannt. Für das Zerstäuben der Polymerlösung wird beispielsweise eine Zweistoffdüse
verwendet.
[0054] Hierbei ist es auch möglich, die erfindungsgemäße Beschichtung direkt im Anschluss
an eine erste Beschichtung des Substrats, beispielsweise einer pharmazeutischen Darreichungsform,
und in derselben Beschichtungsvorrichtung durchzuführen. Die erfindungsgemäße Lösung
konnte auf allen getesteten Farben und auf allen getesteten, filmbildenden Polymeren
angewendet werden.
[0055] Es können z.B. Sprühlösungen mit einem Feststoffgehalt von bis zu 30 Gew.-% appliziert
werden. Die optimalen Auftragsmengen liegen im Bereich von 0,2 bis 2 mg/cm
2.
Zu Schritt c)
[0056] Die Trocken- und Abkühlzeit liegt vorzugsweise im Bereich von 2 bis 20 Minuten bei
einer (Produkt- oder Kernbett-)Temperatur im Bereich von 20 bis 50°, insbesondere
30 bis 50°C. Der Sprühdruck liegt in der Regel im Bereich von 1 bis 3 bar.
Zu Schritt d)
[0057] An die Herstellung der Beschichtung kann sich optional ein Polierschritt anschließen.
Die Nachbehandlung (Polieren) bei niedriger Drehzahl und geringer Zuluft-Temperatur
bewirkt bei einigen Rezepturen eine weitere Verbesserung des Glanzes.
[0058] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird eine feste pharmazeutische
Darreichungsform, welche bereits mit mindestens einer Basis-Beschichtung bestehend
aus einem Polyethylenglykol/Polyvinylalkohol-Copolmeren beschichtet ist, mit einer
Zusammensetzung bestehend aus:
9 Gew.-% Polyethylenglykol mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht von 6000 g/mol
(PEG 6000) (Komponente A),
1 Gew.-% des wasserlöslichen Polyvinylpyrolidons mit einem K-Wert nach Fikentscher
von 17 (PVP-17) (Komponente B), sowie
90 Gew.-% Wasser (L)
in einem Sprühverfahren direkt anschließend an eine vorherige Beschichtung beschichtet.
[0059] Die folgenden Beispiele zeigen die glanzerzeugende Wirkung verschiedener erfindungsgemäßer
Zusammensetzungen auf bereits filmbeschichtete Tabletten mit unterschiedlichen Formen,
Farben und verschiedenen Basis-Beschichtungen.
Beispiele
[0060] Es wurden die in Tabelle 1 beschriebenen Komponenten eingesetzt:
Tabelle 1: Einsatzstoffe
| Komponente |
Bezeichnung |
Beschreibung |
| Placebokerne |
Placebokerne |
99,5% Ludipress® LCE (BASF, Ludwigshafen, DE); Mischung aus Lactose und Kollidon®
30 (BASF, Ludwigshafen, DE) als Binder |
| |
|
0,5% Mg-Stearat |
| VE-Wasser |
VE-Wasser |
Vollentsalztes Wasser |
| A |
PEG 1.500 |
Polyethylenglykol mit Mw=1.500 g/mol |
| A |
PEG 2.000 |
Polyethylenglykol mit Mw=2.000 g/mol |
| A |
PEG 4.000 |
Polyethylenglykol mit Mw=4.000 g/mol |
| A |
PEG 6.000 |
Polyethylenglykol mit Mw=6.000 g/mol |
| A |
PEG 20.000 |
Polyethylenglykol mit Mw=20.000 g/mol |
| B |
PVP K 12 |
Polyvinylpyrolidon mit K=12 |
| |
|
Handelsname Kollidon® 12 (BASF, Ludwigshafen DE) |
| B |
PVP K 17 |
Polyvinylpyrolidon mit K=17 |
| |
|
Handelsname Kollidon® 17PF (BASF, Ludwigshafen DE) |
| B |
PVP K 30 |
Polyvinylpyrolidon mit K=30 |
| |
|
Handelsname Kollidon® 30 (BASF, Ludwigshafen DE) |
| B |
PVP K 90 |
Polyvinylpyrolidon mit K=90 Handelsname Kollidon® 90F® (BASF, Ludwigshafen DE) |
| B |
PVP-VAc-Copolymer |
Handelsname Kollidon® VA64® (BASF, Ludwigshafen DE) |
| C |
Hydroxypropylmethylcellulose (3 mPas) |
Pharmacoat® 603 (Shin-etsu) |
| Basis-Coating -Typ I |
PEG-PVA-Copolymer - weiß |
Polyethylenglykol-Polyvinylalkohol-Copolymer Granulat mit weißem Pigment (Titandioxid,
Kadin) |
| |
|
Kollicoat® IR White |
| Basis-Coating - Typ II |
PEG-PVA-Copolymer - gelb |
Polyethylenglykol-Polyvinylalkohol Copolymer Granulat mit gelbem Farbstoff |
| |
|
Kollicoat® IR White + Sicovit® Gelborange (5 %) |
| Basis-Coating - Typ III |
PEG-PVA-Copolymer - rot |
Polyethylenglykol-Polyvinylalkohol Copolymer Granulat mit rotem Farbpigment |
| |
|
Kollicoat® IR White + Sicovit® Rot (5%) |
| Basis-Coating - Typ IV |
PEG-PVA-Copolymer - carmin |
Polyethylenglykol-Polyvinylalkohol Copolymer Granulat mit carmin-farbigem Farbpigment |
| |
|
Kollicoat® IR White + Carmine (5 %) |
| Basis-Coating - Typ V |
PEG-PVA-Copolymer - brilliant blue |
Polyethylenglykol-Polyvinylalkohol Copolymer Granulat mit brillant bluefarbigem Farbpigment |
| |
|
Kollicoat® IR White + Brilliant Blue (5 %) |
| Basis-Coating - Typ VI |
PEG-PVA-Copolymer - schwarz |
Polyethylenglykol-Polyvinylalkohol Copolymer Granulat mit schwarzem Farbpigment |
| |
|
Kollicoat® IR + Sicovit® Schwarz (5%) |
| Basis-Coating - Typ VII |
PEG-PVA-Copolymer /PVA - weiß |
Polyethylenglykol-Polyvinylalkohol Copolymer / Polyvinylalkohol mit weißem und roten
Farbpigment |
| |
|
Kollicoat® Protect + Kadin, Titandioxid und Sicovit® Rot |
| Basis-Coating - Typ VIII |
Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC), weiß |
Hydroxypropylmethylcellulose mit weißem Pigment (Kadin, Titandioxid) |
| Rotes Farbpigment |
Eisenoxid |
Eisenoxid, Handelsname Sicovit® Rot (BASF, Ludwigshafen DE) |
| Gelber Farbstoff |
Azofarbstoff, C.I. Acid Yellow 3 (E 110) |
Handelsname Sicovit® Gelborange (BASF, Ludwigshafen DE) |
| Weißpigment |
Kadin |
Kadin |
| Weißpigment |
Titandioxid |
Titandioxid |
[0061] Alle Prozentangaben beziehen sich, soweit nichts anderes angegeben ist, auf Gewichtsprozent,
K bezeichnet den K-Wert nach Fikentscher, M
w bezeichnet das gewichtsmittlere Molekulargewicht.
[0062] Es wurden die folgenden Geräte eingesetzt:
- Automatische Tabletten-Beschichtungs-Apparatur; Horizontal-Trommelcoater vom Typ Accela
Cota 24" (Fa. Manesty, Liverpool, GB)
- High-Shear-Mischer, Ultra Turrax (Hersteller IKA-Werke GmbH, Staufen DE)
- Flügelblattrührer mit Antrieb
- Magnetrührer
- Glasgeräte.
[0063] Eine Skizze der Beschichtungs-Apparatur (Accela Cota 24", Manesty), die vor Durchführung
des Verfahrens geeignet ist, wird in Fig. 1 wiedergegeben. Im einströmenden Luftstrom
(1) werden die Zuluft-Menge (1a), die Zuluft-Temperatur (1b) und die Zuluft-Feuchte
(1c) bestimmt. Im austretenden Luftstrom (2) wird die Abluft-Menge (2a) und die Abluft-Feuchte
(2c) bestimmt. Des Weiteren ist die Sprühdüse (3) abgebildet, wobei Sprührate (3a)
und Sprühdruck (3b) bestimmt werden können. Der Beschichtungskessel (4) rotiert mit
der Kesseldrehzahl. Im Folgenden ist eine Liste der in Fig. 1 abgebildeten Teile und
Beschichtungsparameter wiedergegeben:
(1) Zuluft
(1a) Zuluft-Menge
(1b) Zuluft-Temperatur
(1c) Zuluft-Feuchte
(2) Abluft
(2a) Abluft-Menge
(2c) Abluft-Feuchte
(3) Sprühdüse
(3a) Sprührate
(3b) Sprühdruck
(4) Beschichtungskessel.
[0064] Die Glanzmessungen erfolgten mit einem üblichen Glanzmessgerät für gewölbte Oberflächen,
z.B. vom Typ 400 Novo-Curve™ (Hersteller: Elcometer Instruments, Manchester GB). Die
Messungen wurden mit einem Messwinkel von 60° bei Raumtemperatur (20°) durchgeführt.
Der Glanzwert wird dimensionslos als Gloss Units [GU] angegeben. Es wurde jeweils
ein Mittelwert aus 10 Messungen an 10 verschiedenen Tabletten der Probe gebildet.
Beispiel 1 - Herstellen von Beschichtungslösungen (Filmüberzugslösungen) für die Basis-Beschichtung
a) Basis-Coating Typ II mit wasserlöslichem Farbstoff
[0065] Die für die Basis-Beschichtung verwendeten Mischungen wurden durch Lösen von Kollicoat®
IR White und dem Farbstoff Sicovit® Gelborange in VE-Wasser hergestellt. Dazu wurden
die Komponenten zusammen unter Rühren mit einem Blattrührer in VE-Wasser gelöst bzw.
dispergiert. Die Lösung wurde über Nacht auf einem Magnetrührer bei niedriger Drehzahl
entlüftet. Der Polymerfilm bestand zu 92,9% aus Kollicoat® IR B08/0345PC
[0066] White und zu 7,1% aus dem Farbstoff Sicovit® Gelborange. Die Lösung besaß insgesamt
einen Feststoffgehalt von 20%.
b) Basis-Coating Typ III - VI mit wasserunlöslichem Farbstoff
[0067] Kollicoat® IR White wurde unter Rühren in einem Teil des VE-Wassers dispergiert.
Seperat wurde das entsprechenden Farbpigments mit einem High-Shear-Mischer (Ultra-Turrax)
in einem anderen Teil des VE Wassers dispergiert. Die beiden Mischungen wurden unter
Rühren zusammengeführt und über Nacht durch leichtes Rühren entgast.
c) Basis-Coating Typ VII und VII mit wasserunlöslichem Farbstoff
[0068] Die für die Basis-Beschichtung verwendete Polymerlösung wurde durch Lösen des Polymers
Typ VII bzw. Typ VIII und dispergieren der Farbpigmente Titandioxid, Kadin, Eisenoxid
(Sicovit® Rot) in VE-Wasser hergestellt. Dazu wurde das Polymer in einem Teil des
Wassers gelöst und die Pigmente in einem anderen Teil des Wassers mit einem High-Shear-Mischer
(Ultra Turrax) dispergiert. Die beiden Mischungen wurden unter Rühren mit einem Blattrührer
zusammengeführt. Die Lösung wurde über Nacht auf einem Magnetrührer bei niedriger
Drehzahl entlüftet.
[0069] Der Polymerfilm Typ VII bestand zu 25 % aus Kollicoat® Protect, 67 % Kadin, 2 %Titandioxid
und zu 6 % aus Eisenoxid (Sicovit® Rot). Die Lösung besaß insgesamt einen Feststoffgehalt
von 25 %.
Der Polymerfilm Typ VIII bestand zu 75 % aus Hydroxypropylmethylcellulose, 10 % Kadin,
5 %Titandioxid und 10 % Polyethylenglykol 6000. Die Lösung besaß insgesamt einen Feststoffgehalt
von 12 %.
Beispiel 2 - Auftrag der Basis-Beschichtung
[0070] Die in den Beispielen 1 a) bis c) beschriebenen Lösungen bzw. Dispersionen wurden
separat in einer Tabletten-Beschichtungs-Apparatur (24" Accela Cota) unter den unten
aufgeführten Auftragsbedingungen auf Placebokerne aus 99,5 % Ludipress LCE® (BASF)
und 0,5 % Magnesium-Stearat aufgetragen. Als Sprühdüse wurde eine übliche Düse (Modell
930, Hersteller: Düsen-Schlick, Untersiemau DE) mit einer 1 mm-Bohrung verwendet.
Eine Skizze der Beschichtungs-Apparatur (Manesty 24" Accela Cota) ist in Fig. 1 wiedergegeben.
Bedingungen Auftragsprozess der Basis-Beschichtung:
| Sprühdruck |
2,0 bar |
| Formierluftdruck |
1,0 bar |
| Kesseldrehzahl |
15 UpM |
| Zuluft-Menge |
60 L/s |
| Abluft-Menge |
110 L/s |
| Zuluft-Temperatur |
62°C |
| Abluft-Temperatur |
45°C |
| Produkttemperatur |
37°C |
| Sprührate |
25 g/min |
| Trocken-/Abkühlzeit |
10 min |
| Auftragsmenge |
4,5 mg/cm2 |
| Batchgröße |
5 kg |
[0071] Im Anschluss an diesen Prozess wurde eine Probe von mindestens 10 Tabletten zur Glanzmessung
entnommen. Die Glanzmessung an den Filmtabletten wurde mit einem üblichen optischen
Messgerät (Typ 400 Novo-Curve™) bei einem Messwinkel von 60° bei Raumtemperatur durchgeführt.
Der Glanzwert wird wie üblich dimensionslos als "Gloss Units" [GU] angegeben.
Beispiel 3 - Herstellung der Zusammensetzungen für die Glanz-Beschichtung
[0072] Die verschiedenen Zusammensetzungen (Filmüberzugslösungen) wurden durch langsame
Zugabe und vollständiges Lösen des Polyethylenglykols und des Polyvinylpyrrolidons
(bzw. des Polyvinylpyrrolidon-Polyvinylacetat-Copolymers) in VE-Wasser hergestellt.
Die Lösungen wurden während der Herstellung mit einem Magnetrührer gerührt. Eine Erwärmung
der Lösung, während der Herstellung war nicht erforderlich. Der Polymergehalt der
Zusammensetzungen (Filmüberzugslösungen) lag bevorzugt bei 10%. Es wurden verschiedene
Polyethylenglykol und Polyvinylpyrrolidon (bzw. Polyvinylpyrrolidon Copolymer) in
verschiedenen Mengenverhältnissen eingesetzt und getestet.
Beispiel 4 - Auftragen der Zusammensetzung (des glanzgebenden Filmüberzugs)
[0073] Direkt nach dem Abkühlen der basisbeschichteten Filmtabletten aus Beispiel 2 wurden
die nach Beispiel 3 hergestellten Zusammensetzungen (Filmüberzugslösungen) in der
geeigneten Beschichtungs-Apparatur (24" Accela Cota) unter den unten aufgeführten
Auftrags-Bedingungen aufgetragen. Es wurden direkt nach dem Auftragsprozess und nach
dem Polierprozess mindestens 10 Tabletten als Proben gezogen, deren Glanzwert bestimmt
wurde. Details zum Polierprozess sind ebenfalls unten aufgeführt.
[0074] Die Glanzmessung an den Filmtabletten wurde mit einem üblichen optischen Messgerät
(Typ 400 Novo-Curve™) bei einem Messwinkel von 60° bei Raumtemperatur durchgeführt.
Der Glanzwert wird wie üblich dimensionslos als "Gloss Units" [GU] angegeben.
Bedingungen Auftragsprozess:
| Sprühdruck |
2,0 bar |
| Formierluftdruck |
1,0 bar |
| Kesseldrehzahl |
10 UpM |
| Zuluft-Menge |
60 L/s |
| Abluft-Menge |
110 L/s |
| Zuluft-Temperatur |
62°C |
| Abluft-Temperatur |
45°C |
| Produkttemperatur |
37°C |
| Sprührate |
10 g/min |
| Trocken-/Abkühlzeit |
5 min |
| Auftragsmenge |
0,5 mg/cm2 |
| Batchgröße |
5 kg |
Bedingungen Polierprozess:
| Kesseldrehzahl |
2-3 UpM |
| Zuluft-Menge |
- |
| Abluft-Menge |
- |
| Produktempeartur |
37°C - 25°C |
| Prozessdauer |
30 min. |
Beispiel 5 - Ausführliche Beschreibung eines Beispielprozesses
[0075] Für die Basis-Beschichtung wurde ein Kilogramm einer 20%igen Beschichtungslösung
vom Typ III in VE-Wasser hergestellt.
[0076] Die entgaste PEG-PVA-Copolymer (Typ III) Lösung wurde in einer Tabletten-Beschichtungs-Apparatur
(Horizontaltrommelcoater vom Typ 24" Accela Cota, Manesty) auf 5 kg Placebokerne (rund,
gewölbt, Durchmesser 9 mm) folgender Zusammensetzung aufgesprüht:
| Ludipress LCE |
99,5 Gew.-% |
| Magnesium-Stearat |
0,5 Gew.-% |
Sprühbedingungen:
| Sprühdruck : |
2,0 bar |
| Formierluftdruck : |
1,0 bar |
| Kesseldrehzahl : |
15 UpM |
| Zuluft-Menge : |
60 L/s |
| Abluft-Menge : |
110 L/s |
| Zuluft-Temperatur: |
62°C |
| Abluft-Temperatur: |
45°C |
| Produkttemperatur : |
37°C |
| Sprührate : |
25g/min |
| Trocken-/Abkühlzeit : |
5 min |
| Auftragsmenge : |
4,5 mg/cm2 |
| Sprühzeit : |
28 min |
[0077] Nach der Basis-Beschichtung waren alle Tabletten mit einem gleichmäßigen, homogenen,
carminfarbigen Film überzogen. Mindestens 10 Tabletten wurden als Probe für die Glanzmessung
entnommen.
[0078] Die Beschichtungslösung (glanzgebende Filmüberzugslösung) bestand zu neun Teilen
aus PEG 6000 und einem Teil Kollidon® 17, welche unter Rühren in 90 Teile Wasser eingearbeitet
wurden. Die festen Substanzen wurden langsam zugegeben und waren nach etwa zehn Minuten
vollständig gelöst.
[0079] Nach dem Trocknen der basisbeschichteten Tabletten in der Beschichtungs-Apparatur
(24" Accela Cota) wurden 170 g der klaren Beschichtungslösung (glanzgebende Filmüberzugslösung)
bei einer Kernbetttemperatur von ca. 36°C unter den unten angegebenen Bedingungen
aufgetragen.
Sprühbedingungen:
| Sprühdruck : |
2,0 bar |
| Formierluftdruck : |
1,0 bar |
| Kesseldrehzahl : |
15 UpM |
| Zuluft-Menge : |
60 L/s |
| Abluft-Menge : |
110 L/s |
| Zuluft-Temperatur: |
62°C |
| Abluft-Temperatur: |
45°C |
| Produkttemperatur : |
36°C |
| Sprührate : |
10g/min |
| Trocken-/Abkühlzeit : |
5 min |
| Auftragsmenge : |
0,5 mg/cm2 |
[0080] Von den getrockneten, glanzüberzogenen Filmtabletten wird ebenfalls eine Probe von
mindestens 10 Tabletten zur Glanzmessung entnommen. Die restlichen Filmtabletten werden
bei niedriger Drehzahl in der Trommel unter den unten angegeben Bedingungen abgekühlt
(Polierprozess).
Polierbedingungen:
| Kesseldrehzahl : |
2-3 UpM |
| Zuluft-Menge : |
- |
| Abluft-Menge : |
- |
| Produkttemperatur : |
37°C - 25°C |
| Prozessdauer: |
30 min. |
[0081] Im Anschluss an die Polierphase werden die abgekühlten Filmtabletten aus der Trommel
entnommen. Von zehn Tabletten wird der Glanzwert bestimmt.
[0082] Die Glanzmessung wurde wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt.
Beispiel 6 - Vergleich verschiedener Zusammensetzungen für die Glanz-Beschichtung
[0083] Für die Basis-Beschichtung wurde Lösung vom Typ II wie in Beispiel 1 beschrieben
hergestellt und wie in Beispiel 2 beschrieben auf runde, gewölbte Placebokernen (99,5%
Ludipress® LCE (BASF); 0,5% Mg- Stearat) mit einem Durchmesser von 9mm, aufgetragen.
[0084] Die Zusammensetzungen (Filmüberzugslösung) für die Glanzbeschichtung wurden wie in
Beispiel 3 beschrieben hergestellt und die Beschichtung wurde wie in Beispiel 4 beschrieben
durchgeführt, wobei jeweils die in den folgenden Tabellen 2 a) bis g) genannten PEG
und PVP im angegebenen Verhältnis eingesetzt wurden.
[0085] Die Glanzmessung wurde wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt. In den Tabellen
2a) - g) sind die Glanzwerte [GU] der entsprechenden Filmüberzugslösungen auf runden,
gewölbten Placebokernen mit einem Durchmesser von 9mm, zusammengestellt.
Tabelle 2 a) Reine PEG - Lösung
| |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
| PEG 2.000 |
5,9 |
6,8 |
| PEG 4.000 |
6,2 |
8,4 |
| PEG 6.000 |
8,0 |
- |
| PEG 20.000 |
4,9 |
6,2 |
Tabelle 2 b) Reine Kollidon® - Lösungen
| |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
| Kollidon® 17 |
3,1 |
- |
| Kollidon® 30 |
4,4 |
4,8 |
| Kollidon® VA 64 |
3,5 |
- |
Tabelle 2 c) PEG - Lösungen mit Kollidon® 12 (BASF)
| |
Verhältnis |
Verhältnis |
Verhältnis |
| |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
| |
18:1 |
9:1 |
5:1 |
| |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
| PEG 1.500 |
7,4 |
8,2 |
8,1 |
- |
7,2 |
- |
| PEG 2.000 |
5,8 |
7,8 |
6,1 |
6,9 |
8,1 |
8,3 |
| PEG 4.000 |
6,3 |
7,6 |
8,6 |
8,6 |
6,0 |
- |
| PEG 6.000 |
10,1 |
- |
11,0 |
11,8 |
10,0 |
10,7 |
| PEG 20.000 |
4,9 |
5,8 |
3,9 |
5,1 |
6,9 |
7,9 |
Tabelle 2 d) PEG - Lösungen mit Kollidon® 17 (BASF)
| |
Verhältnis |
Verhältnis |
Verhältnis |
| |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
| |
18:1 |
9:1 |
5:1 |
| |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
| PEG 1.500 |
8,0 |
8,4 |
8,6 |
8,8 |
8,0 |
7,2 |
| PEG 2.000 |
7,9 |
8,2 |
9,2 |
10,1 |
6,8 |
7,4 |
| PEG 4.000 |
9,5 |
- |
10,6 |
- |
10,0 |
7,9 |
| PEG 6.000 |
8,7 |
9,9 |
11,9 |
12,3 |
10,9 |
9,8 |
| PEG 20.000 |
- |
- |
6,8 |
8,9 |
- |
- |
Tabelle 2 e) PEG - Lösungen mit Kollidon® 30 (BASF)
| |
Verhältnis |
Verhältnis |
Verhältnis |
| |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
| |
18:1 |
9:1 |
5:1 |
| |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
| PEG 1.500 |
7,9 |
- |
9,6 |
9,8 |
8,0 |
- |
| PEG 2.000 |
- |
- |
8,4 |
- |
- |
- |
| PEG 4.000 |
9,8 |
10,6 |
8,1 |
8,4 |
9,0 |
- |
| PEG 6.000 |
8,1 |
9,4 |
9,1 |
10,1 |
8,2 |
8,7 |
| PEG 20.000 |
6,2 |
7,3 |
5,9 |
6,8 |
7,4 |
8,2 |
Tabelle 2 f) PEG - Lösungen mit Kollidon® 90 (BASF)
| |
Verhältnis |
Verhältnis |
Verhältnis |
| |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
| |
18:1 |
9:1 |
5:1 |
| |
Ohne Polierschritt |
Mit Polier- schritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polier- schritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polier- schritt |
| PEG 1.500 |
- |
- |
12,1 |
- |
- |
- |
| PEG 2.000 |
- |
- |
10,0 |
- |
- |
- |
| PEG 4.000 |
8,0 |
8,6 |
10,3 |
11,6 |
9,2 |
- |
| PEG 6.000 |
10,1 |
- |
9,7 |
- |
9,0 |
- |
| PEG 20.000 |
4,9 |
5,4 |
8,0 |
- |
5,9 |
8,0 |
Tabelle 2 g) PEG - Lösungen mit Kollidon® VA 64 (BASF)
| |
Verhältnis |
Verhältnis |
Verhältnis |
| |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
(PEG/PVP) |
| |
18:1 |
9:1 |
5:1 |
| |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
| PEG 1.500 |
- |
- |
6,4 |
- |
- |
- |
| PEG 2.000 |
- |
- |
3,8 |
7,6 |
- |
- |
| PEG 4.000 |
6,2 |
7,9 |
9,3 |
- |
9,1 |
10,4 |
| PEG 6.000 |
7,7 |
7,6 |
10,2 |
10,3 |
8,9 |
9,6 |
| PEG 20.000 |
- |
- |
6,7 |
8,1 |
- |
- |
[0086] Das Auftragen einer wässrigen Lösung aus PEG und PVP bewirkt in jedem Fall eine deutliche
Glanzverbesserung. Das gilt für alle getesteten Kombinationen. Die Kombinationen aus
PVP und PEG bewirken eine deutlich größere Glanzverbesserung als Lösungen der Einzelkomponenten.
Die Nachbehandlung (Polieren) bei niedriger Drehzahl und geringer Zuluft-Temperatur
bewirkt bei einigen Zusammensetzungen eine Verbesserung des Glanzes. Die Zusammensetzung
für die Glanz-Beschichtung kann direkt nach der Basis-Beschichtung aufgetragen werden.
Es ist keine zusätzliche Vorrichtung erforderlich und die Applikationsdauer ist im
Vergleich zum Basis-Beschichtungsprozess kurz.
Beispiel 7: Vergleich der Glanzbeschichtung auf verschiedenen Farben und Basisbeschichtungen
[0087] Für die Basis-Beschichtungen wurden Beschichtungslösungen vom Typ I - VIII wie in
Beispiel 1 beschrieben hergestellt. Es wurden Beschichtungen auf runde, gewölbte Placebokernen
(99,5% Ludipress® LCE (BASF); 0,5% Mg- Stearat) mit einem Durchmesser von 9mm wie
in Beispiel 2 beschrieben durchgeführt.
Die Zusammensetzungen für den Glanzüberzug wurden wie in Beispiel 3 beschrieben aus
9 Teilen PEG 6000, einem Teil PVP Kollidon® 17 (BASF) und 90 Teilen VE-Wasser hergestellt.
Die Beschichtungslösung wurde wie in Beispiel 4 beschrieben auf die oben beschriebenen
basisbeschichteten Tabletten aufgetragen.
[0088] Die Glanzmessung wurde wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt. Die Glanzwerte
der beschichteten Tabletten sind in Tabelle 3 angegeben.
Tabelle 3: Glanzüberzüge auf Basis-Beschichtungen verschiedener Farben und Polymeren
| Basis-Beschichtung |
Glanzwert der Basis-Beschichtung |
Glanzwert ohne Polierschritt |
Glanzsteigerung [%] |
Glanz-wert mit Polierschritt |
Glanzsteigerung [%] |
| Typ I |
4,4 |
9,8 |
124,3 |
11,1 |
153,1 |
| Typ II |
2,8 |
10,8 |
285,7 |
13,2 |
371,4 |
| Typ III |
4,0 |
10,2 |
157,1 |
- |
- |
| Typ IV |
2,5 |
8,2 |
230,6 |
- |
- |
| Typ V |
3,0 |
9,3 |
206,3 |
- |
- |
| Typ VI |
2,9 |
9,1 |
218,1 |
- |
- |
| Typ VII |
4,0 |
11,3 |
182,5 |
- |
- |
| Typ VIII |
4,2 |
10,1 |
140,5 |
10,3 |
145,2 |
[0089] Das Auftragen einer wässrigen Zusammensetzung (Filmüberzugslösung) aus PEG und PVP
bewirkt in jedem Fall eine deutliche Glanzverbesserung. Das gilt für alle getesteten
Kombinationen anwendbar, der zur Herstellung verwendeten Stoffe. Die Lösung ist auf
allen getesteten Farben und auf allen getesteten filmbildenden Polymeren anwendbar
und bewirkt eine extrem starke Glanzsteigerung von bis zu 371,4 %. Die Nachbehandlung
(Polieren) bei niedriger Drehzahl und geringer Zuluft-Temperatur bewirkt bei einigen
Zusammensetzungen eine zusätzliche Verbesserung des Glanzes.
Beispiel 8: Vergleich der Glanz-Beschichtung auf verschiedenen Tablettenformen
[0090] Für die Basis-Beschichtung wurde eine Beschichtungslösung Typ II wie in Beispiel
1 beschrieben hergestellt und auf Placebokerne aus 99,5 Gew.-% Ludipress® LCE (BASF)
und 0,5 Gew.-% Mg- Stearat wie in Beispiel 2 beschrieben auf folgende Tablettenformen
aufgetragen:
- rund, gewölbt, 6mm,
- rund, gewölbt, 9mm
- oblong 8,5mm
[0091] Die Zusammensetzungen für den Glanzüberzug wurden wie in Beispiel 3 beschrieben aus
9 Teilen PEG 6000, einem Teil PVP Kollidon® 17 (BASF) und 90 Teilen Wasser hergestellt.
Die Beschichtungslösung wurde wie in Beispiel 4 beschrieben auf die oben beschriebenen
basisbeschichteten Tabletten aufgetragen.
[0092] Die Glanzmessung wurde wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt. In Tabelle 5 sind
die Glanzwerte der beschichteten Tabletten angegeben.
Tabelle 5: Glanzbeschichtungen auf verschiedenen Tablettenformen
| |
rund, gewölbt, 6mm |
rund, gewölbt, 9mm |
oblong 8,5mm |
| |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
Ohne Polierschritt |
Mit Polierschritt |
| Ohne Glanzbeschichtung |
Visuell starke Glanzverbesserung |
- |
2,8 |
- |
3,2 |
- |
| PEG 6000/ Kollidon® 17 (9:1) |
Visuell starke Glanzverbesserung |
Visuell starke Glanzverbesserung |
10,8 |
13,2 |
10,3 |
11,8 |
[0093] Das Auftragen einer glanzgebenden Filmüberzugslösung aus PEG und PVP bewirkt in jedem
Fall eine deutliche Glanzverbesserung. Die Lösung ist auf allen getesteten Tab lettenformen
anwendbar und bewirkt eine starke Glanzsteigerung. Die Nachbehandlung (Polieren) bei
niedriger Drehzahl und geringer Zuluft-Temperatur bewirkt eine zusätzliche Verbesserung
des Glanzes.
1. Zusammensetzung zur Beschichtung von festen Substraten (S) bestehend aus:
a) 5-20 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyethylenglykol mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht im Bereich von 1.500 bis 10.000 g/mol (Komponente A),
b) 0,5-5 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyvinylpyrrolidons mit einem K-Wert nach Fikentscher
im Bereich von 12 bis 90 (Komponente B),
c) 65-95 Gew.-% Wasser als Lösemittel (L), sowie
d) 0-10 Gew.-% eines oder mehrerer nicht polymerer Hilfsmittel (Komponente C),
wobei es sich bei der Zusammensetzung um eine wässrige Lösung des Polyethylenglykol,
des Polyvinylpyrrolidons und optional der nicht polymeren Hilfsmittel handelt,
und wobei die Zusammensetzung einen Polymergehalt im Bereich von 5 bis 20 Gew.-% aufweist
und Polyethylenglykol und Polyvinylpyrrolidon in einem Gewichtsverhältnis von 15:1
bis 7:1 vorliegen.
2. Zusammensetzung zur Beschichtung von festen Substraten nach Anspruch 1 bestehend aus:
a) 5-20 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyethylenglykol mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht im Bereich von 4.000 bis 10.000 g/mol (Komponente A)
b) 0,5-5 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyvinylpyrrolidons mit einem K-Wert nach Fikentscher
im Bereich von 12 bis 30 (Komponente B)
c) 75-95 Gew.-% Wasser als Lösemittel (L).
3. Zusammensetzung zur Beschichtung von festen Substraten nach einem der Ansprüche 1
oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Komponente B ausgewählt ist aus einem oder mehreren Polyvinylpyrrolidonen mit einem
K-Wert von 12, 17, 30, 90.
4. Zusammensetzung zur Beschichtung von festen Substraten nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung einen Polymergehalt im Bereich von 5 bis 20 Gew.-% aufweist und Polyethylenglykol
und Polyvinylpyrrolidon in einem Gewichtsverhältnis von etwa 9:1 vorliegen.
5. Zusammensetzung zur Beschichtung von festen Substraten nach einem der Ansprüchen 1
bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass sie besteht aus:
a) 8-10 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyethylenglykol mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht von 6000 g/mol (PEG 6000) (Komponente A)
b) 0,5-2 Gew.-% eines wasserlöslichen Polyvinylpyrrolidons mit einem K-Wert nach Fikentscher
von 17 (Komponente B)
c) 88-95 Gew.-% Wasser.
6. Verfahren zur Herstellung beschichteter fester Substrate, bei dem man auf ein festes
Substrat (S) mindestens eine Zusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 aufbringt.
7. Verfahren zur Herstellung beschichteter fester Substrate nach Anspruch 6, enthaltend
die folgenden Schritte:
a) Herstellen einer Beschichtungslösung durch Vermischen der Komponenten A und B und
des Lösemittels L,
b) Aufbringen der Beschichtungslösung mittels eines geeigneten Verfahrens auf das
Substrat (S),
c) gegebenenfalls Trocknen des beschichteten Substrats durch das Aufbringen von Gas
bei einer Temperatur im Bereich von 20°C bis 80°C, sowie
d) gegebenenfalls Polieren des beschichteten und getrockneten Substrats.
8. Verfahren zur Herstellung beschichteter fester Substrate gemäß einem der Ansprüche
6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (S) ausgewählt ist aus: festen pharmazeutischen, kosmetischen und agrochemischen
Darreichungsformen, Saatgut, Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln.
9. Verfahren zur Herstellung beschichteter fester Substrate gemäß einem der Ansprüche
6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (S) aus einer festen pharmazeutischen Darreichungsform besteht, welche
bereits mit mindestens einer polymeren Filmbeschichtung versehen ist.
10. Beschichtetes Substrat, das beschichtet ist mit einer Zusammensetzung nach einem der
Ansprüche 1 bis 5.
11. Beschichtetes Substrat nach Anspruch 10, wobei das Substrat (S) ausgewählt ist aus
pharmazeutischen, kosmetischen und agrochemischen Darreichungsformen, Saatgut, Nahrungsergänzungsmitteln
und Lebensmitteln.
1. A composition for coating solid substrates (S) consisting of:
a) 5-20% by weight of a water-soluble polyethylene glycol with a weight-average molecular
weight in the range from 1500 to 10 000 g/mol (component A),
b) 0.5-5% by weight of a water-soluble polyvinylpyrrolidone with a Fikentscher K value
in the range from 12 to 90 (component B),
c) 65-95% by weight of water as solvent (L), and
d) 0-10% by weight of one or more non-polymeric aids (component C),
where the composition is an aqueous solution of the polyethylene glycol, of the polyvinylpyrrolidone
and optionally of the non-polymeric aids,
and where the composition has a polymer content in the range from 5 to 20% by weight
and polyethylene glycol and polyvinylpyrrolidone are present in a weight ratio of
15:1 to 7:1.
2. The composition for coating solid substrates according to claim 1 consisting of:
a) 5-20% by weight of a water-soluble polyethylene glycol with a weight-average molecular
weight in the range from 4000 to 10 000 g/mol (component A),
b) 0.5-5% by weight of a water-soluble polyvinylpyrrolidone with a Fikentscher K value
in the range from 12 to 30 (component B),
c) 75-95% by weight of water as solvent (L).
3. The composition for coating solid substrates according to either of claims 1 and 2,
wherein component B is selected from one or more polyvinylpyrrolidones with a K value
of 12, 17, 30, 90.
4. The composition for coating solid substrates according to any of claims 1 to 3, wherein
the solution has a polymer content in the range from 5 to 20% by weight, and polyethylene
glycol and polyvinylpyrrolidone are present in a ratio of about 9:1 by weight.
5. The composition for coating solid substrates according to any of claims 1 to 4, which
consists of:
a) 8-10% by weight of a water-soluble polyethylene glycol with a weight-average molecular
weight of 6000 g/mol (PEG 6000) (component A),
b) 0.5-2% by weight of a water-soluble polyvinylpyrrolidone with a Fikentscher K value
of 17 (component B), and
c) 88-95% by weight of water.
6. A process for producing coated solid substrates in which at least one composition
according to any of claims 1 to 5 is applied to a solid substrate (S).
7. The process for producing coated solid substrates according to claim 6, comprising
the following steps:
a) preparing a coating solution by mixing components A and B and the solvent L.
b) applying the coating solution by means of a suitable process to the substrate (S),
c) optionally drying the coated substrate by applying gas at a temperature in the
range from 20°C to 80°C, and
d) optionally polishing the coated and dried substrate.
8. The process for producing coated solid substrates according to either of claims 6
and 7, wherein the substrate (S) is selected from: solid pharmaceutical, cosmetic
and agrochemical delivery forms, seeds, dietary supplements and food products.
9. The process for producing coated solid substrates according to any of claims 6 to
8, wherein the substrate (S) consists of a solid pharmaceutical dosage form which
is already provided with at least one polymeric film coating.
10. A coated substrate which is coated with a composition according to any of claims 1
to 5.
11. The coated substrate according to claim 10, wherein the substrate (S) is selected
from pharmaceutical, cosmetic and agrochemical delivery forms, seeds, dietary supplements
and food products.
1. Composition pour le revêtement de substrats solides (S), constituée par :
a) 5 à 20 % en poids d'un polyéthylène glycol soluble dans l'eau ayant un poids moléculaire
moyen en poids dans la plage allant de 1 500 à 10 000 g/mol (composant A),
b) 0,5 à 5 % en poids d'une polyvinylpyrrolidone soluble dans l'eau ayant une valeur
K selon Fikentscher dans la plage allant de 12 à 90 (composant B),
c) 65 à 95 % en poids d'eau en tant que solvant (L), et
d) 0 à 10 % en poids d'un ou de plusieurs adjuvants non polymères (composant C),
la composition étant une solution aqueuse du polyéthylène glycol, de la polyvinylpyrrolidone
et éventuellement de l'adjuvant non polymère,
et la composition présentant une teneur en polymères dans la plage allant de 5 à 20
% en poids, et le polyéthylène glycol et la polyvinylpyrrolidone étant présents en
un rapport en poids de 15:1 à 7:1.
2. Composition pour le revêtement de substrats solides selon la revendication 1, constituée
par :
a) 5 à 20 % en poids d'un polyéthylène glycol soluble dans l'eau ayant un poids moléculaire
moyen en poids dans la plage allant de 4 000 à 10 000 g/mol (composant A),
b) 0,5 à 5 % en poids d'une polyvinylpyrrolidone soluble dans l'eau ayant une valeur
K selon Fikentscher dans la plage allant de 12 à 30 (composant B),
c) 75 à 95 % en poids d'eau en tant que solvant (L).
3. Composition pour le revêtement de substrats solides selon l'une quelconque des revendications
1 ou 2, caractérisée en ce que le composant B est choisi parmi une ou plusieurs polyvinylpyrrolidones ayant une
valeur K de 12, 17, 30, 90.
4. Composition pour le revêtement de substrats solides selon l'une quelconque des revendications
1 à 3, caractérisée en ce que la solution présente une teneur en polymères dans la plage allant de 5 à 20 % en
poids et le polyéthylène glycol et la polyvinylpyrrolidone sont présents en un rapport
en poids d'environ 9:1.
5. Composition pour le revêtement de substrats solides selon l'une quelconque des revendications
1 à 4,
caractérisée en ce qu'elle est constituée par :
a) 8 à 10 % en poids d'un polyéthylène glycol soluble dans l'eau ayant un poids moléculaire
moyen en poids de 6 000 g/mol (PEG 6000) (composant A),
b) 0,5 à 2 % en poids d'une polyvinylpyrrolidone soluble dans l'eau ayant une valeur
K selon Fikentscher de 17 (composant B),
c) 88 à 95 % en poids d'eau.
6. Procédé de fabrication de substrats solides revêtus, selon lequel au moins une composition
selon l'une quelconque des revendications 1 à 5 est appliquée sur un substrat solide
(S).
7. Procédé de fabrication de substrats solides revêtus selon la revendication 6, contenant
les étapes suivantes :
a) la fabrication d'une solution de revêtement par mélange des composants A et B et
du solvant L,
b) l'application de la solution de revêtement par un procédé approprié sur le substrat
(S),
c) éventuellement le séchage du substrat revêtu par l'application d'un gaz à une température
dans la plage allant de 20 °C à 80 °C, et
d) éventuellement le polissage du substrat revêtu et séché.
8. Procédé de fabrication de substrats solides revêtus selon l'une quelconque des revendications
6 ou 7, caractérisé en ce que le substrat (S) est choisi parmi : les formes médicamenteuses pharmaceutiques, cosmétiques
et agrochimiques, les graines, les compléments alimentaires et les produits alimentaires.
9. Procédé de fabrication de substrats solides revêtus selon l'une quelconque des revendications
6 à 8, caractérisé en ce que le substrat (S) est constitué par une forme médicamenteuse pharmaceutique qui est
déjà munie d'au moins un film de revêtement polymère.
10. Substrat revêtu, qui est revêtu avec une composition selon l'une quelconque des revendications
1 à 5.
11. Substrat revêtu selon la revendication 10, dans lequel le substrat (S) est choisi
parmi les formes médicamenteuses pharmaceutiques, cosmétiques et agrochimiques, les
graines, les compléments alimentaires et les produits alimentaires.