[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schlosseinheit aufweisend zumindest eine
Drehfalle mit einer Hauptrast und einer Vorrast, wobei die Drehfalle mit wenigstens
einer Sperrklinke im verschlossenen Zustand bewegungsblockiert ist. Die Erfindung
findet insbesondere Anwendung bei Kraftfahrzeugen zur Verriegelung von Türen, Klappen,
etc.
[0002] Solche Schlosseinheiten können dabei in unterschiedlichen Ausführungsvarianten zum
Einsatz gelangen. So ist es beispielsweise möglich, dass die Sperrung die Drehfalle
über die Hauptrast mit einer Sperrklinke allein erfolgt, bei der also die Anordnung
von Drehfalle und Sperrklinke so gewählt ist, dass z. B. die Kontaktkraft zwischen
Drehfalle und Sperrklinke durch die Sperrklinkendrchachse hindurch verläuft. Es sind
aber auch Ausführungsvarianten bekannt, bei denen die Sperrklinke nicht in der Lage
ist, die Drehfalle allein in der Hauptrast-Stellung zu arretieren. Dies gilt insbesondere
für Fall, wenn die Drehfalle mit einer Feder so vorgespannt ist, dass diese in die
geöffnete Stellung stets verschwenken will. Dabei erfolgt die Anordnung zwischen Sperrklinke
und Drehfalle so, dass die Kontaktkraft zwischen beiden Gesperre-Bauteilen nicht durch
die Sperrklinkendrehachse verläuft, sondern eine Komponente radial nach außen aufweist
und somit die Sperrklinke wegdrückt. Zur Sicherung der Sperrklinke an der Hauptrast
der Drehfalle kann dann ein zusätzlicher Blockadehebel vorgesehen sein, der die Öffnungsbewegung
der Sperrklinke blockiert.
[0003] Aus der
WO-2008/145230-A1 sowie aus der
EP-1512815-A1 sind Schlosseinheiten mit zwei Sperrklinken bekannt, wobei Positionserkennungsmittel
für beide Sperrklinken vorgesehen sind.
[0004] Aus der
DE-102007003948-A1 ist eine Schlosseinheit mit zwei Sperrklinken bekannt, wobei die Sperrklinken auf
einer gemeinsamen Sperrklinkendrehachse angeordnet sind.
[0005] Darüber hinaus sind auch Schlosseinheiten bekannt, die mit einer so genannten Schlosszuziehhilfe
ausgeführt sind. Mit einer solchen Zuziehhilfe wird erreicht, dass dann, wenn sich
die Drehfalle in der Vorrast-Stellung befindet, die Drehfalle mittels eines Antriebs,
insbesondere eines Elektromotors, in ihre Position Haupt-rast" aktiv verschwenkt wird,
beispielsweise auch bei gleichzeitiger Überwindung der Kraft, die beim Zuziehen der
Tür gegen die Türdichtung erforderlich ist.
[0006] Darüber wurde bereits als vorteilhaft angesehen beispielsweise die geschlossene Position
einer solchen Schlosseinheit, wenn also die Sperrklinke an der Hauptrast der Drehfalle
anliegt, zu erfassen und dann diverse Funktionen eines Kraftfahrzeuges ein- und/oder
auszuschalten. So können beispielsweise Türöffnungsleuchten im Armaturenbrett ein-
bzw. ausgeschaltet werden. Auch die automatische Fahrzeuginnenbeleuchtung kann über
die konkreten Position bzw. Stellungen der Gesperre-Bauteile und insbesondere der
Drehfalle und/oder der Sperrklinke gesteuert werden. Gegebenenfalls ist sogar ein
Motorstart nur dann möglich, wenn für alle Türen sichergestellt wird, dass alle Schlosseinheiten
beim Kraftfahrzeug ihren geschlossenen Zustand erreicht haben.
[0007] Hierfür ist es bekannt, z.B. die Lage der Drehfalle mittels Mikroschaltern zu detektieren.
So kann insbesondere auch detektiert werden, ob eine Sperrklinke in ihrer Rastposition
angeordnet ist. Derartige Systeme arbeiten aber gelegentlich mit relativ großen Toleranzen
und können häufig Extremstellungen des Gesperres, wie z. B. die Überhub-Position -
wie sie zum Beispiel bei einer Schlosszuziehhilfe realisiert wird - nicht verarbeiten,
was gelegentlich zu Fehlinterpretationen der Tastsignale führen kann.
[0008] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug auf den
Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen. Insbesondere
soll eine Schlosseinheit angegeben werden, mit der einerseits ein sicherer Betrieb
der Schlosseinheit auch bei einer automobilen Anwendung gewährleistet ist, wobei zum
anderen eine sichere und einfache Positionserkennung für die aktuelle Situation des
Gesperres ermöglicht ist. Die Schlosseinheit soll dabei konstruktiv einfach gestaltet
sein.
[0009] Diese Aufgaben werden gelöst mit einer Schlosseinheit gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängig formulierten
Patenansprüchen angegeben. Die Beschreibung, insbesondere im Zusammenhang mit den
Figuren, erläutert die Erfindung weiter und gibt zusätzliche Ausführungsbeispiele
der Erfindung an.
[0010] Die erfindungsgemäße Schlosseinheit weist zumindest eine Drehfalle mit einer Hauptrast
und einer Vorrast auf sowie eine erste Sperrklinke und eine zweite Sperrklinke, wobei
die erste Sperrklinke mit der Drehfalle über die Hauptrast und die zweite Sperrklinke
mit der Drehfalle über die Vorrast zusammenwirkt, wobei Positionserkennungsmittel
für beide Sperrklinken vorgesehen sind.
[0011] Zunächst wird also bei dieser erfindungsgemäßen Schlosseinheit davon ausgegangen,
dass die Sicherung der Drehfalle in den beiden Raststellungen ("Vorrast" und "Hauptrast")
durch verschiedene, jeweils separat und gegeneinander relativ bewegbare Sperrklinken
vorgenommen wird. Im Hinblick auf die Funktion der Sperrklinken kann auch vorgesehen
sein, dass diese neben der Arretierung der Drehfalle in einer Stellung noch andere
Funktionen erfüllen können, so dass z.B. gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung die
zweite Sperrklinke auch als Auslösehebel ausgeführt ist, an dem also ein Betätigungselement
angreift.
[0012] Mit "Vorrast" wird dabei insbesondere eine Kontur und/oder Erhebung der Drehfalle
(in Umfangsrichtung) definiert, mit der die Drehfalle in einer Position zwischen der
geöffneten Position und der geschlossenen Position arretiert werden kann, wobei sie
gleichwohl den Austritt des Schließbolzen aus einem Einlaufmaul der Schlosseinheit
verhindert. Ausgehend von dieser Vorrast-Position kann die Schlosseinheit durch den
Bediener und/oder einen Antrieb weiter gedreht werden, bis sie die Position erreicht
hat, die sie im verschlossenen Zustand ("Hauptrast") einnimmt. Um nun sicher zu gewährleisten,
dass die erste Sperrklinke mit der Hauptrast zusammenwirkt, kann die Drehfalle auch
ein wenig überdreht werden, in eine so genannte Überhub -Position. Damit kann die
erste Sperrklinke besonders geräusch- und kraftarm vor die Hauptrast, insbesondere
eine Kontur bzw. Erhebung der Drehfalle (in Umfangsrichtung oder quer dazu), verfahren
und dort beim Zurücklenken der Drehfalle zur Anlage kommen.
[0013] Die Positionserkennungsmittel dienen nun dafür, für beide Sperrklinken jeweils eine
konkrete Stellung zu detektieren. Damit wird insbesondere davon abgerückt, mehr als
2 Zustände (offen, Vorrast, Hauptrast) für die einzelne Sperrklinke zu ermitteln.
Im Gegenteil, die Rastpositionen pro Sperrklinke(n) werden hier reduziert, um einfache
und exakte Ergebnisse mit den Positionserkennungsmitteln zu erhalten.
[0014] Bei der erfindungsgemäßen Schlosseinheit, ist ein gemeinsames Positionserkennungsmittel
für beide Sperrklinken vorgesehen. Die der Drehfalle abgewandte Bereiche der beiden
Sperrklinken wirken mit einem gemeinsamen Positionserkennungsmittel zusammen. "Gemeinsam"
heißt in diesem Zusammenhang, dass das Positionserkennungsmittel so eingerichtet ist,
dass beide Stellungen der Sperrklinken erfasst und miteinander korreliert werden können.
Das gemeinsame Positionserkennungsmittel ist lokal räumlich deutlich begrenzt und
kann gegebenenfalls auch ein eigenes Gehäuse aufweisen. Das gemeinsame Positionserkennungsmittel
stellt insbesondere einen eigenständigen messtechnischen Apparat dar, der insbesondere
zeitweise einen physischen Kontakt hin zur ersten Sperrklinke und/oder zur zweiten
Sperrklinke realisiert. Aufgrund der Positionserkennung beider Sperrklinken auf diesem
lokal begrenzten Raum der Schlosseinheit sind sehr genaue und redundante Signale hinsichtlich
der aktuellen Position der ersten Sperrklinke und/oder der zweiten Sperrklinke erhältlich,
so dass insbesondere auch alle Zustände der Schlosseinheit hierüber abgefragt werden
("offen"-Stellung, "Vorrast"-Stellung, "Hauptrast"-Stellung, "Überhub"-Stellung).
Damit kann insbesondere auch gezielt eine Schlosszuziehhilfe und/oder eine Funktion
des Fahrzeugs (Beleuchtung, Warnsignal etc.) einfach und sicher aktiviert oder betrieben
werden.
[0015] Das gemeinsame Positionserken-nungsmittel umfasst einen Tastschalter. Die Erfassung
der Stellungen der Sperrklinken über Tastschalter führt zu einer sehr robusten Anordnung
mit eindeutig identifizierbaren Signalen, weil diese regelmäßig nur 2 Zustände kennen:
aktiv, nicht aktiv. Eine logische Verschaltung dieser Signale miteinander (z.B. über
geeignete elektrische Leiter) für somit zu einem einfach aufgebauten gemeinsamen Positionserkennungsmittel.
[0016] Das gemeinsame Positionserkennungsmittel ist nach Art eines so genannten Doppel-Mikroschalters
ausgeführt. Dabei gelangen als Tastelemente zwei parallel angeordnete Kontaktfahnen
zum Einsatz, die mit einer entsprechenden Tastkontur der ersten Sperrklinke bzw. der
zweiten Sperrklinke zusammenwirken. Ganz besonders bevorzugt ist dabei, dass der Doppel-Mikroschalter
bereits eine Logik umfasst, mit der aus dem elektrischen Signal des Doppel-Mikroschalters
ein einzelnes, redundantes Signal beispielsweise hin zu einer Steuerung des Kraftfahrzeuges
und/oder der Schlosseinheit weitergeleitet wird.
[0017] Bei der erfindungsgemäße Schloßeinheit sind die erste Sperrklinke in einer ersten
Ebene und die zweite Sperrklinke in einer zweiten Ebene auf einer gemeinsamen Sperrklinkendrehachse
gelagert. Auf diese Weise kann insbesondere auch ein sehr kompakter Aufbau des Gesperres
erreicht werden, wobei aufgrund der sich gegebenenfalls überlagernden Verschwenkbewegung
auch die Position bzw. Ausgestaltung des gemeinsamen Positionserkennungsmittels sehr
klein gehalten werden kann. Bevorzugt ist dabei, dass die Drehfalle und die erste
Sperrklinke in einer ersten Ebene und (nur) die (hervorstehende) Vorrast der Drehfalle
und die zweite Sperrklinke in einer benachbarten, parallelen Ebene angeordnet sind.
Die beiden Sperrklinken sind bei dieser bevorzugten Variante auf einer gemeinsamen
Sperrklinkendrehachse gegeneinander rotierbar gelagert.
[0018] Darüber hinaus wird als vorteilhaft angesehen, dass das gemeinsame Positionserkennungsmittel
so angeordnet ist, dass dieses im Zustand der Schlosseinheit, bei dem die erste Sperrklinke
mit der Drehfalle über die Hauptrast zusammenwirkt, inaktiv ist. Das heißt insbesondere,
dass das gemeinsame Positionserkennungsmittel, beispielsweise nach Art eines Tastschalters,
so angeordnet ist, dass ein Kontakt hin zu den Sperrklinken im geschlossenen Zustand
der Schlosseinheit nicht vorliegt. Auf diese Weise kann insbesondere die mechanische
Belastung des gemeinsamen Positionserkennungsmittels reduziert werden, wodurch regelmäßig
die Lebensdauer für ein solches gemeinsames Positionserkennungsmittel erhöht wird.
[0019] Ganz besonders bevorzugt findet die Erfindung Anwendung in einem Kraftfahrzeug, bei
dem zumindest eine solche Schlosseinheit, z. B. bei Türen und/oder Klappen, vorgesehen
ist.
[0020] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figuren näher
erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren besonders bevorzugte Ausführungsvarianten
der Erfindung zeigen, auf die diese jedoch nicht beschränkt ist. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1:
- eine perspektivische Darstellung des Gesperres mit Positionserkennungsmittel in einer
Schlosseinheit gemäß einer ersten Ausführungsvariante der Erfindung,
- Fig. 2:
- eine Draufsicht auf ein Gesperre einer weiteren Ausführungsvariante in der Position
"Hauptrast",
- Fig. 3:
- die Anordnung aus Fig. 2 ohne die zweite Sperrklinke,
- Fig. 4:
- die Anordnung aus Fig. 2 in der Position "Vorrast",
- Fig. 5:
- die Anordnung aus Fig. 4 ohne die zweite Sperrklinke,
- Fig. 6:
- die Anordnung aus Fig. 2 in der Position "offen",
- Fig. 7:
- die Anordnung aus Fig. 6 ohne die zweite Sperrklinke, und
- Fig. 8:
- eine weitere Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Schlosseinheit.
[0021] In Fig. 1 ist schematisch und perspektivisch ein Gesperre aus Drehfalle 2, erster
Sperrklinke 5 und zweiter Sperrklinke 6 dargestellt, das beispielsweise im Gehäuse
einer Schlosseinheit 1 angeordnet ist. Dabei ist rechts die Drehfalle 2 in ihrer geschlossenen
Position dargestellt, bei der die Drehfalle 2 mit der ersten Sperrklinke 5 in der
Position "Hauptrast" im Wirkeingriff ist. Die erste Sperrklinke 5 ist auf einer Sperrklinkendrehachse
11 drehbar gelagert, wobei auf derselben Sperrklinkendrehachse 11 auch die zweite
Sperrklinke 6 angeordnet ist. Während die erste Sperrklinke 5 und die Drehfalle 2
im Wesentlichen in einer ersten Ebene 9 angeordnet sind und somit insbesondere über
deren Umfangsflächen miteinander zusammenwirken, ist die zweite Sperrklinke 6 in einer
oberhalb davon gelegenen, zweiten Ebene 10 angeordnet. Damit ist eine Anordnung geschaffen,
bei der die zweite Sperrklinke 6 über Teilbereiche der Drehfalle 2 hinwegschwenken
kann. Ein Zusammenwirken der zweiten Sperrklinke 6 und der Drehfalle 2 erfolgt nun
in der Weise, dass die Drehfalle 2 eine Vorrast mit einer Erhebung in die zweite Ebene
10 realisiert, die als Bolzenstutzen 24 in der rechten Ecke von Fig. 1 zu erkennen
ist.
[0022] Die erste Sperrklinke 5 ist in dieser geschlossenen Situation mit einem Blockadehebel
15 gesichert, so dass die erste Sperrklinke 5 dauerhaft in Kontakt mit der Drehfalle
2 ist. Dem zufolge muss die erste Sperrklinke 5 von dem Blockadehebel 15 vorausgelöst
werden, bevor die Drehfalle 2 in Richtung der geöffneten Position verschwenken kann.
Das Vorauslösen des Blockadehebels 15 erfolgt über die zweite Sperrklinke 6.
[0023] Für die beiden Sperrklinken, die auf der gemeinsamen Sperrklinkendrechachse 11 gelagert
sind, ist ein gemeinsames Positionserkennungsmittel 7 vorgesehen. Das Positionserkennungsmittel
7 ist nach Art eines so genannten Doppel-Mikroschalters 21 ausgeführt, der eine erste
Kontaktfahne 22 und eine zweite Kontaktfahne 23 aufweist. Dabei wirken die zwei parallel
angeordnete Kontaktfahnen 22, 23 als Tastelemente zeitweise mit einer jeweils entsprechenden
Tastkontur 20 der ersten Sperrklinke 5 und/oder der zweiten Sperrklinke 6 zusammen.
Der Doppel-Mikroschalter 21 ist bezüglich der Sperrklinkendrehachse 11 gegenüberliegend
von der Drehfalle 2 angeordnet und tastet über die Tastkonturen 20 der beiden Sperrklinken
die aktuelle Position bzw. Lage der ersten Sperrklinke 5 und/oder zweiten Sperrklinke
6 ab. Damit können, wie insbesondere anhand der nachfolgend erläuterten Bewegungsabläufe,
die aktuellen Rast-Positionen der Schlosseinheit 1 sicher und redundant ermittelt
werden.
[0024] Die Fig. 2 und Fig. 3 zeigen nun eine Ausführungsvariante des Gesperres einer Schlosseinheit
in der Position "Hauptrast". In Fig. 2 sind beide, sich überlagernde Sperrklinken
5, 6 dargestellt, in Fig. 3 ist die zweite Sperrklinke 6 zur Veranschaulichung der
Position der ersten Sperrklinke 5 weggelassen.
[0025] Die Drehfalle 2 befindet sich hier in der geschlossenen Position, in der diese mit
ihrer Hauptrast 3 an der ersten Sperrklinke 5 anliegt. Es ist zu erkennen, dass die
Kontaktflächen so ausgeführt sind, dass die federvorgespannte Drehfalle 2 ein Öffnungsmoment
auf die erste Sperrklinke 5 ausführt, weil die Kontaktkraft nicht durch die Sperrklinkendrehachse
11 verläuft. Zur Sicherung der ersten Sperrklinke 5 an der Hauptrast 3 dient deshalb
der Blockadehebel 15, der durch einen entsprechenden Anschlag die erste Sperrklinke
5 bewegungsblockiert. Die zweite Sperrklinke 6 weist nunmehr einen Mitnehmer 18 auf,
der an dem Blockadehebel 15 anliegt. So kann beispielsweise durch Betätigung der zweiten
Sperrklinke 6 und einer anschließenden Rotation im Uhrzeigersinn der Mitnehmer 18
den Blockadehebel 15 gegen den Uhrzeigersinn verschwenken. Damit wird der Kontakt
des Blockadehebels 15 hin zur ersten Sperrklinke 5 gelöst und die Drehfalle 2 drückt
die erste Sperrklinke von der Hauptrast 3 selbständig weg.
[0026] Für die beiden Sperrklinken ist das gemeinsame Positionserkennungsmittel nach Art
eines Tastschalters 8 ausgeführt. In der Draufsicht ist zu erkennen, dass dieser nach
Art eines Doppel-Mikroschalters 21 mit Kontaktfahnen 22, 23 ausgeführt ist. Ebenfalls
ist zu erkennen, dass die Position der ersten Sperrklinke 5 und zweiten Sperrklinke
6 in dieser verschlossenen Position derart ist, dass der Tastschalter 8 inaktiv ist,
also keine Krafteinwirkung auf den Tastschalter 8 durch eine der beiden Sperrklinken
gegeben ist.
[0027] Die Fig. 4 und Fig. 5 zeigen nunmehr die Position "Vorrast". Diese Position nimmt
das Gesperre insbesondere beim Schließvorgang ein, wenn beispielsweise die Tür mit
nicht ausreichender Kraft gegen die Türdichtungen eines Kraftfahrzeuges gedrückt wird.
In dieser Position hat die erste Sperrklinke 5 noch nicht die Hauptrast 3 der Drehfalle
2 erreicht, sondern sie liegt an einer anderen Stelle am Umfangsbereich der Drehfalle
2 und/oder in einer Aufnahme 19 des Blockadehebels 15 an. Gleichwohl ergibt sich aus
Fig. 5, dass die erste Sperrklinke 5 in dieser ausgelenkten Position auf den für diese
Sperrklinke vorgesehenen Teil des Tastschalters 8 einwirkt, so dass dieser aktiviert
ist. Die darüber angeordnete zweite Sperrklinke 6 ist in diesem Zustand im Eingriff
mit der Drehfalle 2, nämlich über die Vorrast 4. In diesem Fall wird nun eine definierte
Lageerkennung dadurch erreicht, dass die zweite Sperrklinke 6 nicht im Eingriff mit
dem Tastschalter 8 ist.
[0028] Beispielsweise mit Hilfe einer Zuziehhilfe wird nun die Drehfalle 2 elektromotorisch
in die geschlossene Position überführt, so dass nunmehr der Kontakt der ersten Sperrklinke
5 zum Tastschalter 8 deaktiviert wird. Somit kann signaltechnisch der Zustand "Vorrast"
vom Zustand "Hauptrast" klar abgegrenzt werden.
[0029] In der geöffneten Stellung der Schlosseinheit 1 sind sowohl die erste Sperrklinke
5 als auch die zweite Sperrklinke 6 in direktem Kontakt mit ihren Teilen des Tastschalters
8, wie es sich auch aus den Fig. 6 und 7 ergibt. In dieser Stellung des Gesperres
liegen beide Sperrklinken außen, das heißt an Umfangsbereichen der Drehfalle 2, an.
Dabei gibt die Drehfalle 2 nun den Schließbolzen frei, so dass die entsprechende Tür
bzw. die Klappe des Kraftfahrzeuges geöffnet werden kann.
[0030] Aufgrund der jeweils verschiedenen Tastsignale und der Änderung der Tastsignale in
der zeitlichen Reihenfolge beim Öffnen bzw. Schließen können genau, schnell und redundant
Daten erfasst werden und weitere Funktionen zum Betrieb des Kraftfahrzeuges und/oder
der Schlosseinheit angestoßen werden, z.B. auch im Zusammenhang mit schlüssellosen
Zugangssystemen und/oder Startsystemen und/oder die Freigabe des Zündvorgangs.
[0031] Eine weitere Ausführungsvariante einer solchen Schlosseinheit 1 geht aus Fig. 8 hervor.
Gezeigt ist die "Vorrast"-Position des Gesperres. Die Schlosseinheit 1, die insbesondere
in einem Kraftfahrzeug 12 verbaut ist, wirkt dabei mit einem karosserieseitig befestigten
Schließbolzen 14 zusammen. Der Schließbolzen 14 taucht bei der Schließbewegung der
Kraftfahrzeugtür in ein Einlaufmaul 17 der Schlossplatte 13 ein und wird so zumindest
teilweise von der Drehfalle 2 umgriffen. Die Einführbewegung des Schließbolzens 14
verdreht die federvorgespannte Drehfalle 2 gegen den Uhrzeigersinn. Die erste Sperrklinke
5 wird dabei beispielsweise mittels eines federvorgespannten Blockadehebels 15 dazu
motiviert, ebenfalls gegen den Uhrzeigersinn zu verdrehen, so dass eine sichere Anlage
an der Umfangsfläche der Drehfalle 2 und anschließend ein unmittelbares Einrücken
vor die Hauptrast beim Schließvorgang gewährleistet ist. Auch die zweite Sperrklinke
6 ist federvorgespannt, so dass sie bevorzugt gegen den Uhrzeigersinn verschwenkt,
wobei dieser Schwenkbereich begrenzt ist. Dargestellt ist hierbei nun die Position
Vorrast, bei der die zweite Sperrklinke 6 mit der Vorrast 4 der Drehfalle 2 zusammenwirkt.
Nun könnte z.B. eine Schlosszuziehhilfe eingesetzt werden, die elektromotorisch die
Drehfalle 2 weiter verschwenkt, bis die erste Sperrklinke sicher vor der Hauptrast
zur Anlage kommt. Über die zweite Sperrklinke 6 kann auch ein Betätigungselement 16
angreifen, mit dem insbesondere der Öffnungs-vorgang des Gesperres eingeleitet werden
kann. Ebenfalls an der Schlossplatte 13 befestigt ist ein gemeinsames Positionserkennungsmittel
7 zur eindeutigen Identifikation der Lage von erster Sperrklinke 5 und zweiter Sperrklinke
6, so dass Auskünfte über den Zustand der Schlosseinheit 1 gewonnen werden können.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Schlosseinheit
- 2
- Drehfalle
- 3
- Hauptrast
- 4
- Vorrast
- 5
- erste Sperrklinke
- 6
- zweite Sperrklinke
- 7
- gemeinsames Positionserkennungsmittel
- 8
- Tastschalter
- 9
- ersten Ebene
- 10
- zweiten Ebene
- 11
- Sperrklinkendrehachse
- 12
- Kraftfahrzeug
- 13
- Schlossplatte
- 14
- Schließbolzen
- 15
- Blockadehebel
- 16
- Betätigungselement
- 17
- Einlaufmaul
- 18
- Mitnehmer
- 19
- Aufnahme
- 20
- Tastkontur
- 21
- Doppel-Mikroschalter
- 22
- erste Kontaktfahne
- 23
- zweite Kontaktfahne
- 24
- Bolzenstutzen