[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Krankenbett gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Kranken- und Pflegebetten müssen häufig innerhalb des Krankenhauses oder Pflegebereichs
bewegt werden, wobei Bewegungen mit und ohne einer auf dem Bett befindlichen Person
durchgeführt werden müssen.
[0003] Hierbei stellt sich für das Pflegepersonal das Problem, dass aufgrund des hohen Gewichts
des Bettes, verbunden mit engen Gängen und Türen, ein Manövrieren häufig aufwendig
und ohne anzustoßen schwierig ist. Bekannt für derartige Transportaufgaben sind sogenannte
Stretcher, welches sehr leichte und schmale Liegen sind, die ausschließlich für Transportaufgaben
vorgesehen und nicht als Ersatz für ein Kranken- und/oder Pflegebett verwendet werden.
In vielen Fällen, wie v.a. im Pflegebereich sind häufig keine Stretcher vorhanden
und Stretcher haben ferner den Nachteil, dass eine Person für den Transport mit ihnen
umgebettet werden muss.
[0004] DE 3 805 431 A1 zeigt eine Liege für die Krankenpflege mit Abstützarmen zum Verhindern des Kippens
der Liege.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Schiebeeigenschaften eines Kranken-
und/oder Pflegebettes und dabei vor allem das Ändern von der Schieberichtung zu verbessern
und so für eine bessere Manövierbarkeit auf engem Raum, wie engen Gängen oder Türöffnungen
zu optimieren.
[0006] Diese Aufgabe wird durch das Kranken- und/oder Pflegebett nach Anspruch 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß wird ein Kranken- und/oder Pflegebett mit einem Untergestell und
vier an dem Untergestell befindlichen Haupträdern und einem Obergestell mit einem
Kopf- und Fußteil bereitgestellt, wobei an einer Stirnseite des Untergestells ein
Stützelement vorgesehen ist, welches bei einer ein Kippen des Bettes auslösenden Gewichtsbelastung
auf das Kopf- oder Fußteil in Kontakt mit einem im Wesentlichen ebenen Untergrund
bringbar ist und so die Kippbewegung des Bettes auf einen Kippwinkel von max. 3°,
vorzugsweise max. 1,5° begrenzt wird. Die genannte Stirnseite entspricht der Kopf-
und/oder Fußseite des Bettes. Da das Bett also an zumindest einer Stirnseite ein Stützelement
aufweist, welche bereits bei kleinen Kippbewegungen mit dem Boden in Kontakt kommt,
wird es konstruktiv möglich, den Achsabstand der Räder zu reduzieren und dies bewirkt
eine bessere Wendigkeit beim Schieben des Bettes mit Richtungsänderungen. Und die
normalerweise mit dem Reduzieren des Achsabstands verbundene Reduzierung der Kippsicherheit
wird durch das Stützelement beseitigt, da es unmittelbar bei einsetzendem Kippen in
Kontakt mit dem Untergrund kommt. Dieser Untergrund ist der Fußboden oder die Bodenfläche,
auf welcher das Bett mit seinen Haupträdern steht. Ein Kippwinkel von max. 3° hat
den Vorteil, dass das Stützelement bei normalem Schieben deutlich oberhalb des Bodens
befindet und bei Bodenunebenheiten praktisch nie aufsetzt. Der kleinere Winkel von
max. 1,5° hat den Vorteil, dass beim Kippen nach einem entsprechend kleinen Kippwinkel
das Stützelement aufsetzt, was durch die Person im Bett angenehmer empfunden wird.
[0008] Vorzugsweise umfasst das Stützelement zumindest ein Stützrad. Auch kann das Stützelement
zwei Stützräder umfassen und es kann an jeder Stirnseite des Bettes je ein entsprechendes
Stützelement vorgesehen sein. Wenn der Untergrund nicht perfekt eben ist und z.B.
bei einer Türschwelle ein Bodenkontakt des Stützelements auftritt, so sorgt ein Stützrad
dafür, dass die Vorwärtsbewegung des Bettes möglichst wenig abgebremst wird. Alternativ
kann das Stützelement auch als eine Gleitkufe ausgeführt sein.
[0009] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Stützelement in seiner horizontalen
Entfernung zum Untergestell einstellbar. Diese Einstellbarkeit ist insbesondere dann
vorteilhaft, wenn eine Person das Bett am Fußende verlassen will, da in diesem Fall
das Stützelement in die Nähe zum Untergestell bewegt, also eingefahren werden kann.
In diesem Fall wird nämlich die Kippschutzfunktion nicht benötigt und für die Person
wird der freie Bereich zum Verlassen des Bettes entsprechend vergrößert.
[0010] Weiter kann ein Haltemittel vorgesehen sein, durch welches das Stützelement in einer
von dem Untergestell entfernten und somit ausgefahrenen Stellung einrastbar ist. Bei
dem Schieben des Bettes ist dauerhaft sicherzustellen, dass das Stützelement ausgefahren
ist und bleibt und insbesondere ist der Fall zu vermeiden, dass mit den Stützelementen
in Fahrtrichtung zeigend gegen ein Hindernis gefahren wird, welches über entsprechend
entstehende Kräfte das Stützelement gegen das Untergestell einfahren lässt und im
Anschluss aufgrund der reduzierten Kippsicherheit das Bett um diesen Widerstandspunkt
als Drehpunkt schwenkend kippt.
[0011] Das Obergestell weist eine Unterschenkellehne auf, welche zumindest teilweise unterhalb
des Obergestells schwenkbar ist und ferner ist eine Steuerung vorgesehen, durch die
bei dem Schwenken der Unterschenkellehne das Stützelement von einer ausgefahrenen
in eine eingefahrene Stellung bringbar ist. Bevorzugt ist der Begriff "bei dem Schwenken"
als zeitgleich zu verstehen, also das insbesondere das Schwenken eine langandauernde
Bewegung ist und während eines Teils dieser Bewegung wird das Stützelement eingefahren.
Aber der Begriff "bei dem Schwenken" soll insbesondere auch umfassen, dass eine direkte,
vorzugsweise unmittelbare, zeitliche oder funktionale Reihenfolge in dem Sinne gemeint
ist, dass zuerst durch die Steuerung das Stützelement eingefahren und anschließend
die Unterschenkellehne geschwenkt wird.
[0012] Dabei kann die Steuerung unterschiedlich ausgeführt sein: Zum einen kann sie als
eine elektrische oder elektronische Steuerung ausgeführt sein, welche einen Aktuator
zum Ein- und Ausfahren des Stützelements, wie insbesondere einen Linearantrieb, Elektroantrieb,
einer hydraulischen oder pneumatischen Steuerung ansteuert und ferner veranlasst die
elektrische oder elektronische Steuerung über einen weiteren Aktuator oder Antrieb
auch das Schwenken der Unterschenkellehne. Eine derartige elektrische oder elektronische
Steuerung kann über eine entsprechende Programmierung die entsprechenden Bewegungen
einfach synchronisieren.
[0013] Auch kann die Steuerung als das Zusammenspiel von der Berührung entsprechender Kontaktflächen
realisiert sein. Dabei ist an der Unterschenkellehne eine Kontaktfläche und an dem
Stützelement eine weitere Kontaktfläche vorgesehen, und über eine Berührung der Kontaktflächen
und entsprechender Kraftübertragung ist eine Abschwenkbewegung der Unterschenkellehne
auf das Stützelement koppelbar und so wird das Einfahren des Stützelements bewirkt.
Dabei kann an dem Koppelbereich jeweils eine Gleitfläche oder ein Kontaktpunkt vorgesehen
sein. Durch den direkten Kontakt werden die entsprechenden Bewegungen und deren Abfolge
in einfacher Weise definiert. Auch ist die Bewegungsabfolge umkehrbar in dem Sinne,
dass ein Hochschwenken der Unterschenkellehne in ihre horizontale Position ein Ausfahren
des Stützelements bewirkt.
[0014] Ferner kann die Steuerung durch ein Koppelelement realisiert werden. Dabei sind an
der Unterschenkellehne ein erster Koppelpunkt und an dem Stützelement ein zweiter
Koppelpunkt vorgesehen und ein Koppelelement ist an diesen Koppelpunkten eingekoppelt,
dass so die Schwenkbewegung der Unterschenkellehne über das Koppelelement auf das
Stützelement übergeleitet wird und so wird das Ein- oder Ausfahren des Stützelements
bewirkt. Dieses Koppelelement kann eine einfache Koppelstange sein, welche als Zug-
oder Druckelement an zwei Lagerpunkten - also den oben genannten Koppelpunkten - jeweils
an der Unterschenkellehne und dem Stützelement gelagert ist und so die Bewegung der
Unterschenkellehne an das Stützelement überträgt. Das Koppelelement kann auch eine
Zugseil- und/oder Bowdenzugsteuerung oder auch ein Zahngetriebe sein. Auch kann das
Koppelelement eine hydraulische Steuerung sein, in dem Sinne, dass z.B. der Antrieb
der Unterschenkellehne eine Hydraulikpumpe umfasst, welche über Hydraulikflüssigkeit
die Antriebsenergie überträgt und so die Koppelung bewirkt. Die genannten Koppelpunkte
können auch direkt an dem Antrieb vorgesehen sein.
[0015] Ferner ist bei der Steuerung vorgesehen , dass die Einfahrbewegung des Stützelements
nur aktivierbar ist, wenn die Positionsverriegelung des Haltemittels in der ausgefahrenen
Stellung des Stützelements gelöst ist.
[0016] Eine weitere Ausgestaltung beschreibt ein Kranken- und/oder Pflegebett mit einem
Untergestell und einem Obergestell, welches als Träger für eine Rückenlehne, eine
Oberschenkellehne und eine Unterschenkellehne dient, wobei die Unterschenkellehne
ein Führungsteil und ein gegen das Führungsteil verschiebbares Teleskopteil aufweist,
wobei die Unterschenkellehne in einer abgeschwenkten Lage in etwa senkrecht zu einer
ebenen Bodenfläche, welche durch die Bodenkontaktfläche der Haupträder definiert ist,
einrichtbar ist. Dabei bewirkt in der abgeschwenkten Lage der Unterschenkellehne ein
Absenken des Obergestells gegen das Untergestell ein Verschieben des Teleskopteils
gegen das Führungsteil. Der Begriff in "etwa senkrecht" beschreibt eine grundsätzlich
senkrechte Ausrichtung, was einem Schwenken der Unterschenkellehne um 90° aus der
horizontalen Normalausrichtung entspricht. Hierbei sind Winkelabweichungen von 90°
+/- 20° vorzugsweise 90° +/- 10° mit umfasst. Insbesondere ist wichtig, dass der Winkel
ausreichend groß ist, um ein verkantungsfreies Verschieben zu realisieren. Die beschriebene
Doppelfunktion des Bettabsenkens mit dem Zusammenschieben der Unterschenkellehne bedeutet,
dass ein gesonderter Antrieb eingespart werden kann. Aufgrund des Abschwenkens der
Fußlehne wird die Gesamtlänge des Bettes reduziert, was entsprechend der definierten
Aufgabe zur der Verbesserung der Manövrierbarkeit des Bettes dient. Auch lässt sich
das Bett in der so erzeugten Lage - ähnlich wie ein Rollstuhl - bewegen.
[0017] Insbesondere umfasst das Bett eine Matratze, welche an dem Führungsteil und/oder
der Oberschenkellehne fixiert ist und die beim Verschieben von dem Führungs- zu dem
Teleskopteil in eine eingeschobene Position gestaucht wird und gegenüber dem Teleskopteil
Rückstellkräfte bewirkt, welche entgegen diesem Einschieben gerichtet sind. Hierdurch
wird in einfacher Art gesichert, dass die Unterschenkellehne stets dazu tendiert auszufahren.
[0018] In einer ersten Variante kann beim Absenken des Obergestells das Teleskopteil in
Kontakt mit der Bodenfläche kommen und das Einschieben durch ein Abstützen des Teleskopteils
gegen die Bodenfläche verursacht werden. In einer zweiten Variante kann beim Absenken
des Obergestells ein Teil des Teleskopteils in Kontakt mit dem Untergestell kommen
und das Einfahren durch ein Abstützen des Teleskopteils gegen das Untergestell verursacht
werden. Der Gegenstand des Untergestells wird hierbei weit definiert und umfasst auch
Anbauteile an demselben. Die erste Variante beschreibt den einfachsten Fall des Absenkens.
Wenn zum Schutz vor z.B. möglichen Verschmutzungen der Matratze durch den Fußboden
stets ein gewisser kleiner Abstand zur Bodenfläche beibehalten werden soll, so kann
dieses durch die zweite Variante erreicht werden.
[0019] Vorzugsweise ist das Fußteil von dem Bett entfernbar und das Obergestell weist bewegliche
Haltearme zum Halten des Fußteils auf, die ferner Handgriffe umfassen, welche in eine
erhöhte Lage bringbar und geeignet sind, bei der abgeschwenkten Position der Unterschenkellehne
einer auf der Oberschenkellehne sitzenden Person das Aufstehen aus dem Bett zu erleichtern.
Das Fußteil wird dabei als die senkrecht ausgerichtete Begrenzungsplatte am Fußende
des Bettes gesehen und durch dessen Entfernung wird der Bereich der abgeschwenkten
Unterschenkellehne freigegeben über den eine aufstehende Person das Bett verlassen
kann. "Entfernbar" bezeichnet zum einen ein manuelles Entnehmen, zum anderen kann
durch eine Schwenk- und/oder Schiebebewegung das Fußteil in eine gesonderte Position
bringbar und dabei insbesondere in die horizontale Platte eines Tisches umwandelbar
sein.
[0020] Ein entsprechendes, nicht beanspruchtes, Verfahren zum Betrieb eines Kranken- und/oder
Pflegebetts mit einem Ober- und Untergestell, welches eine Unterschenkellehne mit
einem Teleskopteil und einen Führungsteil aufweist, hat einen ersten Schritt des Bewegens
der Unterschenkellehne in eine in etwa vertikale Ausrichtung und einen zweiten Schritt
des Absenkens eines Obergestells gegen ein Untergestell. Dabei bewirkt der zweite
Schritt ein Einschieben des Teleskopteils gegen das Führungsteil.
[0021] Anschließend wird eine bevorzugte Ausführungsform anhand von Figuren erläutert. Es
zeigen die Figuren ein Krankenbett gemäß:
- Fig. 1
- mit ebener Liegefläche,
- Fig. 2
- mit aufgerichteter Rückenlehne in der ersten aufgerichteten Position,
- Fig. 3
- mit einer hochgeschwenkten Oberschenkellehne,
- Fig. 4
- mit teilabgeschwenkter Unterschenkellehne,
- Fig. 5
- mit abgeschwenkter Unterschenkellehne und eingefahrenem Stützelement,
- Fig. 6
- in der komplett abgesenkten Position,
- Fig. 7
- mit Rückenlehne in der zweiten aufgerichteten Position,
- Fig. 8
- mit Anstellung des Obergestells,
- Fig. 9
- ein Detail der Rückenlehne und deren Antrieb und
- Fig. 10
- ein Detail des Stützelements.
[0022] In Fig. 1 ist ein Kranken- und/oder Pflegebett dargestellt mit einem Untergestell
10 und einem Obergestell 40, welches über zwei Linearantriebe 19a, 19b, wie z. B.
elektrische Schubspindel- oder Hydraulikantriebe gehoben und gesenkt und auch in Schrägstellungen
gebracht werden kann. Das Untergestell 10 umfasst vier Haupträder 12, mit welchen
das Bett geschoben werden kann und wobei die Haupträder 12 aufgrund einer Radbremse
(nicht dargestellt) über Betätigung des Bremshebels 14 rollgesichert werden können.
In einer Freigabeposition des Bremshebels 14 ist das zugehörige Rad, oder die zugehörigen
Räder, freigegeben und so kann das Bett gerollt werden und in einer Bremsposition
wird eine Bremskraft auf das Rad ausgeübt.
[0023] Fig. 10 zeigt einen Haltehaken 15, welcher in der genannten Freigabeposition in Eingriff
mit dem Stützelement 20 ist und so ein Einfahren des Stützelements verhindert. Wenn
das Bett gerollt werden soll, kann also das Stützelement 20 nicht unbeabsichtigt einfahren.
Einfahren ist definiert als das Reduzieren des Abstands der Gleit- oder Rollfläche
des Stützelements gegen die Haupträder 12. In der Bremsposition ist der Haltehaken
15 zurückgezogen, so dass das Stützelement eingefahren werden kann.
[0024] Auf dem Obergestell befindet sich normalerweise eine Matratze (nicht dargestellt),
welche auf der Rückenlehne 80, dem Sitzteil 72, der Oberschenkellehne 70 und der Unterschenkellehne
44 liegt. Das Sitzteil 72 ist fest mit dem Obergestell 40 verbunden und am Sitzteil
72 oder ihm benachbart befinden sich Lagerpunkte 71, 86d, über die die Oberschenkellehne
70 und die Rückenlehne 80 gelagert werden.
[0025] Fig. 3 zeigt, dass über Lagerpunkte 47 die Unterschenkellehne 44 gegen die Oberschenkellehne
70 schwenkbar ist und dabei vom Antrieb 48 angetrieben wird. Antrieb 48 ist dabei
in der Oberschenkellehen 70 gelagert. Oberschenkellehne 70 wird durch einen nicht
dargestellten Antrieb, der im Obergestell gelagert ist, angetrieben.
[0026] Die Rückenlehne 80 ist, gemäß Fig. 8 oder 9, über ein Gestänge 88b, 88c gegen einen
Lehnenträger 82 gelagert. Der Lehnenträger 82 wiederum ist über ein Gestänge 86c,
86b gegen das Obergestell 40 gelagert. Diese genannten Gestänge sind jeweils als ein
viergliedriges Koppelgetriebe ausgestaltet. Bei einem viergliedrigen Koppelgetriebe
sind jeweils vier Koppelelemente paarweise in Lagerpunkten, welche den einen Freiheitsgrad
einer Drehbewegung haben, gegeneinander gelagert. Von den Koppelelementen ist i.d.R.
ein Element angetrieben, und hierdurch lassen sich alle vier Koppelelemente in die
gewünschte Orts- und Winkellage bringen. Es kann aber auch ein manueller Antrieb realisiert
werden. Der Lehnenträger ist als stabiler Rahmen ausgeführt.
[0027] Die Unterkante des Stützelements 20 ist gegenüber der Ebene, welche durch die Unterkanten
der Haupträder 12 beschrieben wird und einem ebenen Fußboden entspricht um einen kleinen
Betrag von 7 mm nach oben versetzt. D.h. im Normalfall hat das Stützelement keinen
Kontakt zum Fußboden. Da der Verfahrweg des Stützelements ca. 210 mm beträgt, kommt
es rechnerisch bei einer Gewichtsbelastung am fußseitigen Ende des Bettes zu einer
Kippung um die fußende-seitigen Haupträder und einem entsprechenden Bodenkontakt bei
einem Kippwinkel von ca. 2°. Aufgrund der bettinternen Elastizitäten kommt es bei
diesem Kippwinkel gerade oder eventuell gerade noch nicht zu einem Abheben der kopfende-seitigen
Haupträder.
[0028] Bei dem Schieben eines Bettes ergibt sich häufig das Problem, dass sich durch das
große Gewicht des Bettes (ggf. mit dem Patienten) eine Richtungsänderung schwierig
gestaltet. Da sich das Drehmoment des Widerstands der Richtungsänderung über das Produkt
der Widerstandskräfte an den Rädern mit dem Hebel zu der Drehachse der Richtungsänderung
ergibt, ist es vorteilhaft, diese Hebellänge durch kürzere Achsabstände der Haupträder
zu reduzieren. Die damit einhergehende Reduzierung der Kippstabilität wird durch die
Stützelemente kompensiert. Da also bei einem normalen Schieben des Bettes die Stützelemente
einen gewissen Bodenabstand aufweisen, behindern sie die Roll- und Richtungsänderungseigenschaften
des Bettes nicht. Aufgrund des Stützelements wird es möglich, den Achsabstand A (Fig.3)
der Haupträder zu reduzieren. Während bei bekannten Bauformen ein Achsabstand von
1100 - 1300 mm üblich sind, so kann der Achsabstand aufgrund der Stützräder auf 920
mm reduziert werden.
[0029] Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die Abklappfunktion der Unterschenkellehne:
Um ein möglichst einfaches Hinlegen und Aufstehen aus dem Bett zu realisieren, kann
ein möglichst großer freier Bereich am Fußende geschaffen werden. Da üblicherweise
ein relativ großer Achsabstand der Haupträder gewählt wird, um die Kippsicherheit
des Bettes zu gewährleisten, kann einerseits beim Schieben des Bettes durch ein ausgefahrenes
Stützelement eine gute Kippsicherheit realisiert und nach dem Einfahren des Stützelements
ein großer freier Bereich am Fußende geschaffen werden.
[0030] Das Stützelement umfasst vorliegend zwei Räder, deren Laufrichtung in Längsrichtung
des Bettes, also einer Hauptschieberichtung verläuft. Anders als bei den Haupträdern
12 ist bei dem Stützelement keine Freiheit in der Ausrichtung der Laufrichtung um
eine Vertikalachse vorgesehen. Alternativ kann das Stützelement auch nur ein Rad oder
eine Gleitkufe aufweisen. Bei mehreren Rädern oder Gleitelementen des Stützelements
können diese über zwei Führungshülsen mit zwei Gasdruckfedern 16 verdrehsicher zu
einer Einheit verbunden sein.
[0031] Ein Beispiel eines typischen Ablaufs der unterschiedlichen Antriebsmittel des Bettes
soll seine unterschiedlichen Funktionen verdeutlichen.
[0032] In einem
ersten Schritt wird das Bett, insbesondere das Obergestell 40 über die Gestellantriebe 19a, 19b
in eine mittlere und horizontale Höhe gefahren. Diese Höhenlage ist erst für nachfolgenden
fünften Schritt wichtig und muss nicht zuerst ausgeführt werden.
[0033] In einem
zweiten Schritt wird die Rückenlehne 80 aufgerichtet, wie es im Übergang von Fig. 1 zu Fig.2 dargestellt
ist. Dabei wird der zweite Antrieb 88a nicht genutzt bzw. angetrieben, so dass der
Lehnenträger 82 ortsstabil relativ zu der Rückenlehne 80 bleibt.
[0034] Der Linearantrieb des Aufrichtmittels 86a wird ausgefahren und wirkt an dem Lehnenträger
82 und sorgt für seine Aufrichtbewegung. Durch die Aufrichtmittel 86 wird eine Dreh-Schwenkbewegung
der Rückenlehne um die erste Pivotachse P1 bewirkt. Die liegt etwa im Bereich der
Lendenwirbel einer Person, welche sich auf dem Bett befindet. Hierdurch kann ergonomisch
das natürliche Aufrichten der Person nachempfunden werden, da auch der Oberkörper
einer Person beim Aufrichten eine Schwenkbewegung um diese Achse vollziehen würde.
[0035] Wenn etwa die Rückenlehne über einen einzigen Drehpunkt auf der Höhe des Obergestells
gegen es gelagert wäre, so würde beim Aufrichten ein Punkt K, welcher dem Rücken des
Patienten (durch eine Matratze getrennt) benachbart ist, sehr weit in Richtung des
Fußendes verschoben. Hierdurch würde die Person nach vorne geschoben und im unteren
Magenbereich gedrückt. Dieses wird durch das beschriebene Schwenken verhindert. Dabei
muss die Lage der ersten Pivotachse P1 über den Verlauf des Aufrichtvorgangs in die
erste aufgerichtete Position nicht konstant bleiben, sondern kann, abhängig von der
Auslegung des Gestänges 86b, 86c seine Lage verändern. Vorteilhafter Weise bleibt
er dabei stets oberhalb einer Matratze, welche sich auf dem Bett befindet, vorzugsweise
mindestens 10 cm oberhalb der Matratze. Dieser Aufrichtvorgang ist beendet, wenn das
Aufrichtmittel eine Endposition erreicht hat. Die Rückenlehne befindet sich dann in
der ersten aufgerichteten Position und hat einen Winkel von ca. 70° +/- 5°. Die Bewegung
um die erste Pivotachse P1 erscheint einer im Bett befindlichen Person so, als ob
die Rückenlehne um einen Punkt, welcher sich auf der Höhe des Obergestells liegt,
dreht und zeitgleich dieser Punkt in Richtung des Kopfendes des Bettes verschoben
würde.
[0036] Während oder vor dem Aufrichtvorgang des zweiten Schritts kann ein
Schritt 2a durchgeführt werden, bei dem die Oberschenkellehne 70 durch einen entsprechenden
nicht dargestellten Antrieb (automatisch oder manuell) in eine erhöhte Lage gebracht
werden kann. In Fig. 3 wurde die Oberschenkellehne entsprechend erhöht. Der Winkel
der Erhöhung kann 10 - 15° betragen. Hierdurch wird verhindert, dass die Person während
des zweiten Schritts durch das Aufrichten der Rückenlehne 80 in die erste aufgerichtete
Position, zum Fußende des Bettes gedrückt wird. Der Körper der Person befindet sich
nach der Durchführung des Schritts 2a also in einer Art Vertiefung zwischen der erhöhten
Oberschenkellehne 70 und der Rückenlehne 80. Sobald die Rückenlehne in die erste aufgerichtete
Position aufgerichtet ist, kann die Oberschenkellehne 70 wieder auf eine horizontale
Lage abgesenkt werden.
[0037] Folgend kann in einem
dritten Bewegungsschritt die Unterschenkellehne 44 wie in Fig. 4 dargestellt um einen Winkel von ca. 60° teilabgeschwenkt
werden, bis ein Kontakt zwischen der Unterschenkellehne 44 und dem Stützelement 20
hergestellt ist. Da eine auf dem Bett befindliche Matratze am Fußende der Unterschenkellehne
44, genauer an deren Teleskopteil 46 (wie später näher erläutert wird) befestigt ist,
so folgt die Matratze der Abschwenkbewegung der Unterschenkellehne 44.
[0038] Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss der
vierte Schritt durchgeführt werden, in dem durch Umlegen des Bremshebels 14 in die Sperrposition
der Haupträder der Haltehaken 15 (siehe Fig. 10) aus dem Bereich des Stützelements
20 herausbewegt wird und so das Stützelement gegen das Untergestell 10 einfahren kann.
Die Sperrposition des Bremshebels 14 ist also Voraussetzung für Einleitung des Abschwenkens
der Unterschenkellehne. Dieser vierte Schritt kann auch beliebig vorgezogen werden.
Auch muss das Fußteil 50 des Bettes entfernt werden. Dieses ist mit zwei Haltearmen
52 am Obergestell 40 befestigt und seine vorzugsweise manuelle Entnahme (siehe den
Unterschied von Fig. 1 zu Fig. 5) kann als Bestandteil des vierten Schritts gesehen
werden.
[0039] Gemäß Fig. 5 wird der
fünfte Bewegungsschritt erläutert. Hierbei wird die Unterschenkellehne 44 weiter in die gleiche Richtung
in eine etwa vertikale Position geschwenkt und dabei besteht dauerhaft Kontakt zu
dem Stützelement 20, welches durch die Kontaktkräfte in Richtung des Untergestells
10 einfährt. Der Antrieb 48 der Unterschenkellehne 44 hat somit eine doppelte Funktion,
also die Winkeleinstellung der Unterschenkellehne 44 und das Einfahren des Stützelements
20. Die Einfahrbewegung wird gegen die Vorspannkraft einer Gasdruckfeder 16 durchgeführt,
welche das Stützelement in seine ausgefahrene Position drückt. Vorzugsweise werden
zwei Gasdruckfedern verwendet, welche parallel ausgerichtet sind und so eine Verwindungssteifigkeit
des Stützelements 20 gegen das Untergestell bewirken. Oben wurde erläutert, dass das
Obergestell 40 vor der Ausführung dieses Schrittes in eine horizontale und mittelhohe
Position abgesenkt oder angehoben werden muss. Eine definierte Position des Obergestells,
wie der horizontalen Mittellage ist notwendig, damit der Kontakt der Kontaktfläche
von der Oberschenkellehne 44 mit einer Kontaktfläche des Stützelement 20 exakt definiert
und so dessen Einfahrbewegung veranlasst werden kann. Nach Abschluss des fünften Bewegungsschrittes
ist die Unterschenkellehne im Wesentlichen senkrecht (d.h. ein Winkel von 90° +/-
15° vorzugsweise 90° +/- 5° zur Horizontalen) ausgerichtet und es besteht vorzugsweise
ein gewisser vertikaler Abstand von der Unterkante der abgeschwenkten Unterschenkellehne
zu der Fläche eines ebenen Fußbodens.
[0040] Da die Bewegung der Unterschenkellehne eine Schwenkbewegung ist, welche eine Linearbewegung
des Stützelements bewirkt, kann an dem Kontaktpunkt ein gewisses Gleiten einsetzen
und aufgrund der Gleit-/Reibkräfte ein Drehmoment des Stützelements nach unten (in
Richtung Boden) bewirkt werden. Um dieses Gleiten zu vermeiden, kann beim Abschwenken
der Unterschenkellehne die Oberschenkellehne um einen ausgleichenden Winkelbetrag
hochgeschwenkt werden.
[0041] Nun kann in einem
sechsten Bewegungsschritt das Obergestell über die Gestellantriebe 19a, 19b abgesenkt werden. Die Gestellantriebe
19a, 19b können wie dargestellt als Lineartriebe oder als ein Scherengetriebe ausgeführt
sein. Bei einem Scherengetriebe kann ein Antriebsgestänge über eine Drehlagerung im
Untergestell und im Obergestell in einem horizontalen Längschlitz über ein Gleitstück
gelagert sein und durch einen schwenkenden Antrieb des Antriebsgestänges und entsprechendes
Gleiten des Gleitstücks wird die Höhe des Obergestells variiert.
[0042] Bei der Absenkbewegung tritt ein Bodenkontakt von der Unterschenkellehne 44 zu dem
Fußboden ein. Da die Unterschenkellehne mehrteilig ist und ein Teleskopteil 46 und
ein Führungsteil 45 aufweist, so können letztgenannte Teile gegeneinander verschoben
werden, so dass die Höhe der abgeschwenkten Unterschenkellehne (also in vertikaler
Richtung) reduziert wird. Der Begriff "verschieben" ist weit zu verstehen und bezeichnet
insbesondere eine Bewegung des näher zueinander Bringens beider Teile. An der Unterschenkellehne
und/oder der Oberschenkellehne ist die Matratze z.B. mit einem Spanngurt befestigt.
Die Matratze ist in ihrem Fußteil, also dem Bereich, welcher auf der Unterschenkellehne
aufliegt, besonders in ihrer Längsrichtung besonders elastisch stauchbar ausgeführt,
so dass sie der Zusammenfahrbewegung der Unterschenkellehne folgen kann.
[0043] In einem
siebten Schritt - siehe den Übergang von Fig. 6 zu Fig. 7 - kann die Rückenlehne 80 in Richtung des
Fußendes des Bettes ausgeschoben werden, was als der Übergang von der ersten aufgerichteten
Position in die zweite aufgerichtete Position definiert ist und wobei eine im Bett
befindliche Person zum Fußende geschoben wird oder eine entsprechende eigene Bewegung
der Person zumindest unterstützt wird. Dabei führt der Kontaktpunkt K der Rückenlehne,
eine horizontale Bewegung von ca. 100 mm in Fußrichtung durch und dieser Punkt K wird
zeitgleich um ca. 140 mm nach oben bewegt. Die Matratze (nicht dargestellt) ist an
ihrem Kopfende mit der Rückenlehne befestigt und durch diese Befestigung wird bei
der Vertikalbewegung entsprechend die Matratze im Bereich des Rücken der Person mit
angehoben. Diese Befestigung kann als Tasche ausgeführt sein, welche sich an der Matratzenunterseite
über die Breite der Matratze erstreckt, und zum Fußende hin eine Öffnung aufweist,
in welche das obere Ende der Rückenlehne eingeschoben werden kann.
[0044] Durch das Anheben wird eine Gleitbewegung der Person entlang der Matratze nach vorne
unterstützt. Die Matratze im Gesäßbereich der Person weist eine zum Fußende des Bettes
abfallende Gleitschräge auf. Eine Vorschiebebewegung ohne gleichzeitige Anhebung der
Matratze im Rückenteil würde von der Person nämlich als eher unangenehm wahrgenommen.
[0045] Die Bewegung dieses siebten Schritts muss nicht in dieser Reihenfolge geschehen,
sondern kann beliebig, wie z.B. in Anschluss an den zweiten Schritt des Aufrichtens
der Rückenlehne in die erste aufgerichtete Position oder danach durchgeführt werden.
[0046] In einem
achten Schritt, welcher vorzugsweise manuell durchgeführt wird, werden die Haltearme 52 nach Öffnen
eines Riegels 53 schwenkend um einen Drehpunkt am Obergestell in eine mit ca. 80°
nahezu aufgerichtete Stellung gebracht. An den Haltearmen 52 befinden sich Handgriffe
54, an denen sich die Person beim Aufrichten und Aufstehen festhalten kann.
[0047] Auch können mehrere der vorgenannten Schritte gleichzeitig durchgeführt werden. So
kann insbesondere das Abschwenken der Unterschenkellehne 44 zeitgleich mit der Bewegung
der Rückenlehne in die zweite aufgerichtete Position (siebter Schritt) durchgeführt
werden. Eine Kombination dieser Schritte ist vorteilhaft, da so ein oder mehrere Antriebe
eingespart werden können. So kann bspw. der Linearantrieb 48, welcher für den Antrieb
der Unterschenkellehne zuständig ist, über einen Bowdenzug, einen Seilzug, ein Gestänge,
eine hydraulische Koppelung oder ein Koppelgetriebe mit den Führungsmitteln 88b, 88c
oder der Rückenlehne 80 verbunden sein, so dass über diesen Antrieb das Abschwenken
der Unterschenkellehne mit der zweiten Aufrichtbewegung kombiniert durchgeführt werden
kann.
[0048] Nun ist das Bett gemäß Fig. 7 in einer Position, bei der es in eine Art Sessel umgewandelt
wurde, wobei allerdings gedanklich die nicht dargestellte Matratze ergänzt werden
muss. Die Sitzfläche ist dabei in der tiefstmöglichen Position, um so dem Patienten
das Aufstehen zu ermöglichen. Im Umfang einer Ergotherapie kann die Person mit und
ohne Unterstützung des Pflegepersonals das Aufstehen üben.
[0049] In einem optionalen
neunten Schritt kann eine Neigung des Bettes um die horizontale Querachse durchgeführt werden, indem
der kopfende-seitige Gestellantrieb 19a zumindest teilweise ausgefahren und so das
Kopfende gehoben wird. Wenn nun zusätzlich der fußende-seitige Gestellantrieb 19b
ausgefahren wird, so erhöht sich die Sitzfläche und die Person wird praktisch automatisch
in eine stehende Position gebracht.
[0050] An den Längsseiten des Bettes ist ein Seitengitter 90 angeordnet, welches sich in
den Figuren in der zusammengelegten Position befindet. Es umfasst zwei Holme, welche
sich schwenkbar vertikal aufrichten lassen und Streben 92, welche entlang von Führungen
der aufgerichteten Holme nach oben parallelversetzbar sind, in einer oberen Position
einrasten können und so ein das Herausfallen der Person verhinderndes Seitengitter
erzeugen.
[0051] Es wurde erläutert, dass manche Schritte nur vor oder nach anderen Schritten durchgeführt
werden können. Eine Steuerung der einzelnen Antriebe stellt sicher, dass keine unzulässige
Bewegungsreihenfolge durchgeführt werden kann. Es wird dabei eine Mehrzahl von Sensoren
oder Endlageschalter verwendet, welche jeweils nach Erreichen einer Endlage ein Signal
an die Steuerung liefern, infolgedessen der entsprechende Antrieb gestoppt wird. Auch
ist ein Sensor oder Zustandsaufnehmer an dem Bremshebel 14 vorgesehen, welcher erkennt,
ob das Bett in der Brems- oder Freigabeposition ist, da - wie oben erläutert - das
Stützelement 20 nur bei in der Bremsposition der Haupträder in seiner Einfahrbewegung
freigegeben ist. Der Antrieb 48 der Unterschenkellehne zum Abschwenken in eine vertikale
Lage ist also nur in der genannten Bremsposition aktivierbar.
[0052] Entsprechend verhält es sich bei der Umkehrbewegung. Die Schritte können entsprechend
umgekehrt durchgeführt werden.
[0053] Um ein Reiben oder Kratzen des Teleskopteils 46 über den Fußboden zu vermeiden, lässt
die Steuerung erst ein Hochschwenken der Unterschenkelstütze zu, wenn das Obergestell
ausreichend angehoben und so ein Abstand zum Fußboden erreicht wurde. Während das
Teleskopteil 46 zum Führungsteil 45 aufgrund des Fußbodenkontakts relativ zueinander
eingeschoben wurde, so sorgen zum Ersten die Schwerkraft, zum Zweiten die in der zusammengestauchten
Matratze aufgenommenen Federkräfte und/oder zum Dritten eine im Teleskopteil 46 oder
Führungsteil 45 aufgenommene Druckfeder (nicht dargestellt) dafür, die genannten Teile
auseinander zu verschieben.
[0054] Merkmale unterschiedlicher Ausführungsformen sind frei miteinander kombinierbar.
Auch sind Bewegungsabläufe umkehrbar, in dem Sinne, dass nicht unbedingt ein Antrieb
der Unterschenkellehne ein Ein- und Ausfahren des Stützelements bewirkt, sondern,
dass alternativ ein Antrieb des Stützelements ein Ein- und Ausschwenken der Unterschenkellehne
bewirkt. Dasselbe gilt entsprechend für den Antrieb der Rückenlehne, welcher in kombinierter
Weise auch die Unterschenkellehne antreiben und wahlweise im Bereich der Rückenlehne
oder der Unterschenkellehne vorgesehen sein kann.
1. Kranken- und/oder Pflegebett, mit einem Untergestell (10) und vier an dem Untergestell
befindlichen Haupträdern (12) und einem Obergestell (40) mit einem Kopf-(60) und Fußteil
(50), wobei an einer Stirnseite des Untergestells (10) ein Stützelement (20) vorgesehen
ist, welches bei einer ein Kippen des Bettes auslösenden Gewichtsbelastung auf das
Kopf-(60) oder Fußteil (50) in Kontakt mit einem im Wesentlichen ebenen Untergrund
bringbar ist und so die Kippbewegung des Bettes auf einen Kippwinkel von max. 3°,
vorzugsweise max. 1,5° begrenzt wird,
wobei das Obergestell (40) eine Unterschenkellehne (44), welche zumindest teilweise
unterhalb des Obergestells (40) schwenkbar ist, und eine Steuerung aufweist, durch
die bei diesem Schwenken das Stützelement (20) von einer ausgefahrenen in eine eingefahrene
Stellung bringbar ist
dadurch gekennzeichnet, dass
bei der Steuerung vorgesehen ist, dass die Einfahrbewegung des Stützelements (20)
nur aktivierbar ist, wenn eine Positionsverriegelung (15) des Stützelements gelöst
ist.
2. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Stützelement (20) zumindest ein Stützrad umfasst.
3. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das Stützelement (20) in seiner horizontalen Entfernung zum Untergestell einstellbar
ist.
4. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Haltemittel vorgesehen sind, durch welche das Stützelement (20) in einer von dem
Untergestell (10) entfernten und somit ausgefahrenen Stellung, einrastbar ist.
5. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aktuator zum Ein- und Ausfahren des Stützelements (20) vorgesehen ist und die
Steuerung als eine elektrische oder elektronische Steuerung ausgeführt ist, durch
welche sowohl das Schwenken der Unterschenkellehne (44) als auch der Aktuator aktivierbar
sind.
6. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterschenkellehne (44) eine Kontaktfläche und an dem Stützelement (20) eine
weitere Kontaktfläche vorgesehen sind, und dass über eine Berührung der Kontaktflächen
eine Abschwenkbewegung der Unterschenkellehne (44) auf das Stützelement (20) koppelbar
ist, um so das Einfahren des Stützelements zu bewirken.
7. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterschenkellehne (44) ein erster Koppelpunkt und an dem Stützelement (20)
ein zweiter Koppelpunkt vorgesehen sind, ein Koppelelement an diesen Koppelpunkten
eingekoppelt ist, dass so die Schwenkbewegung der Unterschenkellehne (44) über das
Koppelelement auf das Stützelement (20) übergeleitet wird und so das Ein- oder Ausfahren
des Stützelements bewirkt wird.
8. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das
Obergestell (40) als Träger für eine Rückenlehne (80), eine Oberschenkellehne (70)
und eine Unterschenkellehne (44) dient, wobei die Unterschenkellehne ein Führungsteil
(45) und ein gegen das Führungsteil (45) verschiebbares Teleskopteil (46) aufweist,
und wobei die Unterschenkellehne (44) in einer abgeschwenkten Lage im etwa senkrecht
zu einer ebenen Bodenfläche, welche durch die Bodenkontaktfläche der Haupträder definiert
ist, einrichtbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der abgeschwenkten Lage der Unterschenkellehne (44) ein Absenken des Obergestells
(40) gegen das Untergestell (10) ein Verschieben des Teleskopteils (46) gegen das
Führungsteil (45) bewirkt.
9. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Bett eine Matratze aufweist, welche an dem Führungsteil (45) und/oder der Oberschenkellehne
(70) fixiert ist und die beim Verschieben von Führungs- zu Teleskopteil in eine eingeschobene
Position gestaucht wird und gegenüber dem Teleskopteil (46) Rückstellkräfte bewirkt,
welche entgegen diesem Einschieben gerichtet sind.
10. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der Ansprüche 8 oder 9 dadurch gekennzeichnet, dass beim Absenken des Obergestells (40) das Teleskopteil (46) in Kontakt mit der Bodenfläche
kommt und das Einschieben durch ein Abstützen des Teleskopteils (46) gegen die Bodenfläche
verursacht wird.
11. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der Ansprüche 9-10 dadurch gekennzeichnet, dass beim Absenken des Obergestells (40) ein Teil des Teleskopteils (46) in Kontakt mit
dem Untergestell (10) kommt und das Einfahren durch ein Abstützen des Teleskopteils
(46) gegen das Untergestell (10) verursacht wird.
12. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fußteil von dem Bett entfernbar ist und am Obergestell (40) bewegliche Haltearme
(52) zum Halten des Fußteils (50) vorgesehen sind, welche ferner Handgriffe (54) aufweisen,
die in eine erhöhte Lage bringbar sind und geeignet sind, bei der abgeschwenkten Position
der Unterschenkellehne (44) einer auf der Oberschenkellehne (70) sitzenden Person
das Aufstehen aus dem Bett zu erleichtern.
13. Kranken- und/oder Pflegebett gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützelement (20) über eine Linearbewegung ein- und ausfahrbar ist.
1. Hospital and/or care bed, comprising a lower frame (10) and four main wheels (12)
located on the lower frame and an upper frame (40) comprising a head part (60) and
a foot part (50), a support element (20) being provided at a front end of the lower
frame (10), which support element can be brought into contact with a substantially
planar ground surface in the case of weight loading on the head part (60) or foot
part (50) triggering tilting of the bed, and the tilting movement of the bed thus
being limited to a tilt angle of at most 3°, preferably at most 1.5°, the upper frame
(40) comprising a lower-leg rest (44), which can be pivoted under the upper frame
(40) at least in part, and a control means by which the support element (20) can be
brought from an extended position into a retracted position in the event of this pivoting,
characterised in that, in the case of the control means, it is provided that the retraction movement of
the support element (20) can be activated only when a position locking means (15)
of the support element is released.
2. Hospital and/or care bed according to claim 1, characterised in that the support element (20) comprises at least one support wheel.
3. Hospital and/or care bed according to either of the preceding claims, characterised in that the support element (20) can be adjusted in terms of the horizontal distance thereof
from the lower frame.
4. Hospital and/or care bed according to claim 3, characterised in that holding means are provided, by which the support element (20) can be locked in a
position which is remote from the lower frame (10) and is thus an extended position.
5. Hospital and/or care bed according to any of the preceding claims, characterised in that an actuator for retracting and extending the support element (20) is provided and
the control means is designed as an electric or electronic control means, by which
the pivoting of the lower-leg rest (44) and the actuator can be activated.
6. Hospital and/or care bed according to any of the preceding claims, characterised in that a contact surface on the lower-leg rest (44) and a further contact surface on the
support element (20) are provided, and in that, via touching of the contact surfaces, a downward pivoting movement of the lower-leg
rest (44) can be coupled to the support element (20), so as thus to bring about the
retraction of the support element.
7. Hospital and/or care bed according to any of the preceding claims, characterised in that a first coupling point on the lower-leg rest (44) and a second coupling point on
the support element (20) are provided, a coupling element is coupled to these coupling
points such that the pivoting movement of the lower-leg rest (44) is thus transferred
to the support element (20) via the coupling element, and thus the retraction or extension
of the support element is brought about.
8. Hospital and/or care bed according to any of the preceding claims, the upper frame
(40) serving as a carrier for a back rest (80), an upper-leg rest (70) and a lower-leg
rest (44), the lower-leg rest comprising a guide part (45) and a telescopic part (46)
which can be displaced towards the guide part (45), and it being possible to arrange
the lower-leg rest (44) in a pivoted-down position approximately perpendicular to
a planar floor surface which is defined by the floor contact surface of the main wheels,
characterised in that, when the lower-leg rest (44) is in the pivoted-down position, a lowering of the
upper frame (40) towards the lower frame (10) brings about a displacement of the telescopic
part (46) towards the guide part (45).
9. Hospital and/or care bed according to claim 8, characterised in that the bed comprises a mattress which is fixed to the guide part (45) and/or the upper-leg
rest (70) and is compressed in the event of the displacement of guide part to telescopic
part into a inserted position and, in relation to the telescopic part (46), brings
about restoring forces which are directed against this insertion.
10. Hospital and/or care bed according to either claim 8 or claim 9, characterised in that, when the upper frame (40) is lowered, the telescopic part (46) comes into contact
with the floor surface and the insertion is caused by the telescopic part (46) being
supported against the floor surface.
11. Hospital and/or care bed according to any of claims 8-10, characterised in that, when the upper frame (40) is lowered, part of the telescopic part (46) comes into
contact with the lower frame (10) and the retraction is caused by the telescopic part
(46) being supported against the lower frame (10).
12. Hospital and/or care bed according to any of the preceding claims, characterised in that the foot part can be distanced from the bed and movable holding arms (52) for holding
the foot part (50) are provided on the upper frame (40) and further comprise handles
(54) which can be brought into an elevated position and are suited to making it easier
for a person sitting on the upper-leg rest (70) to get up from the bed when the lower-leg
rest (44) is in the pivoted-down position.
13. Hospital and/or care bed according to any of the preceding claims, characterised in that the support element (20) can be retracted and extended via a linear movement.
1. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins, comprenant une structure
inférieure (10) et quatre roulettes principales (12) se trouvant sur la structure
inférieure, et une structure supérieure (40) avec une partie de tête de lit (60) et
de pied de lit (50), lit
dans lequel, sur un côté frontal de la structure inférieure (10,) est prévu un élément
d'appui de soutien (20), qui, lors d'une sollicitation de poids sur la partie de tête
(60) ou de pied (50) déclenchant un basculement du lit, peut être amené en contact
avec un sol sous-jacent sensiblement plan, en limitant ainsi le mouvement de basculement
du lit à un angle de basculement d'au maximum 3°, de préférence d'au maximum 1,5°,
et dans lequel la structure supérieure (40) présente un dosseret de support de jambes
(44), que l'on peut faire pivoter, au moins en partie, sous la structure supérieure
(40), ainsi qu'un système de commande par lequel, lors de ce pivotement, l'élément
d'appui de soutien (20) peut être amené d'une position extraite à une position rétractée,
caractérisé en ce que dans le système de commande il est prévu que le mouvement de rétraction de l'élément
d'appui de soutien (20) ne puisse être activé que lorsqu'un système de verrouillage
de position (15) de l'élément d'appui de soutien est débloqué.
2. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'élément d'appui de soutien (20) comprend au moins une roulette d'appui.
3. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'appui de soutien (20) est réglable quant à son éloignement horizontal
de la structure inférieure.
4. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon la revendication 3,
caractérisé en ce que sont prévus des moyens de retenue par l'intermédiaire desquels l'élément d'appui
de soutien (20) peut être enclenché dans une position éloignée de la structure inférieure
(10), et ainsi dans la position extraite.
5. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu un actionneur pour l'extraction et la rétraction de l'élément d'appui
de soutien (20), et en ce que le système de commande est réalisé en tant que commande électrique ou électronique
par l'intermédiaire de laquelle il est possible d'activer aussi bien le pivotement
du dosseret de support de jambes (44), que l'actionneur.
6. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que sur le dosseret de support de jambes (44) est prévue une surface de contact et sur
l'élément d'appui de soutien (20) une autre surface de contact, et en ce que par l'intermédiaire de l'entrée en contact des surfaces de contact, un mouvement
d'abaissement du dosseret de support de jambes (44) peut être couplé sur l'élément
d'appui de soutien (20), pour ainsi produire la rétraction de l'élément d'appui de
soutien.
7. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que sur le dosseret de support de jambes (44) est prévu un premier point de couplage
et sur l'élément d'appui de soutien (20), un deuxième point de couplage, un élément
de couplage étant couplé à ces points de couplage, de sorte que le mouvement de pivotement
du dosseret de support de jambes (44) est transféré, par l'intermédiaire de l'élément
de couplage, sur l'élément d'appui de soutien (20), en produisant ainsi la rétraction
ou l'extraction de l'élément d'appui de soutien.
8. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
précédentes, dans lequel la structure supérieure (40) sert de support pour un dossier
(80), un dosseret de support de cuisses (70) et un dosseret de support de jambes (44),
dans lequel le dosseret de support de jambes présente une partie de guidage (45) et
une partie télescopique (46) pouvant coulisser par rapport à la partie de guidage
(45), et dans lequel le dosseret de support de jambes (44) peut, dans une position
abaissée, être réglé pratiquement dans une position perpendiculaire à une surface
de sol plane, qui est définie par la surface de contact au sol des roulettes principales,
caractérisé en ce que dans la position abaissée du dosseret de support de jambes (44), un abaissement de
la structure supérieure (40) vers la structure inférieure (10) produit un coulissement
de la partie télescopique (46) à l'encontre de la partie de guidage (45).
9. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon la revendication 8,
caractérisé en ce que le lit comprend un matelas, qui est fixé à la partie de guidage (45) et/ou au dosseret
de support de cuisses (70), et qui, lors du coulissement de la partie de guidage par
rapport à la partie télescopique dans une position rétractée, est comprimé et produit
à l'encontre de la partie télescopique (46), des forces de rappel orientées à l'encontre
de cette rétraction.
10. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
8 ou 9, caractérisé en ce que lors de l'abaissement de la structure supérieure (40), la partie télescopique (46)
vient en contact avec la surface du sol, et la rétraction est engendrée par un appui
de la partie télescopique (46) sur la surface du sol.
11. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
8 à 10, caractérisé en ce que lors de l'abaissement de la structure supérieure (40), une pièce de la partie télescopique
(46) entre en contact avec la structure inférieure (10), et la rétraction est engendrée
par un appui de la partie télescopique (46) contre la structure inférieure (10).
12. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que la partie de pied de lit peut être retirée du lit, et sur la structure supérieure
(40) sont prévus des bras de support mobiles (52) pour le support de la partie de
pied de lit (50), qui présentent par ailleurs des poignées (54) pouvant être amenées
dans une position surélevée et adaptées, dans la position abaissée du dosseret de
support de jambes (44), à faciliter le lever hors du lit d'une personne assise sur
le dosseret de support de cuisses (70).
13. Lit d'hôpital pour malades et/ou pour prodiguer des soins selon l'une des revendications
précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'appui de soutien (20) peut être rétracté et extrait par l'intermédiaire
d'un mouvement linéaire.