[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verankerung von Richtwerkzeugen eines
Richtsystems mit wenigstens einer Grundschiene zum Aufbau eines Schienensystems, wobei
die Grundschiene ebenerdig in einem Untergrund versenkt oder wahlweise auf dem Untergrund
oder in einer variablen Richtbank montierbar ist, wobei die Grundschiene zur Aufnahme
bzw. zur Arretierung verschiedenartiger Richtwerkzeuge oberseitig einen Längsschlitz
aufweist.
[0002] Richtsysteme, insbesondere zum Richten von Karosserien von Kraftfahrzeugen, sind
schon seit langem bekannt. Solche Richtsysteme können stationär oder als variabel
positionierbare Richtbank ausgebildet sein. Solchen Systemen ist gemeinsam, dass diese
mit Schienensystemen ausgestattet sind, welche ortsfest im oder auf dem Untergrund
beispielsweise einer Werkstatt oder als Teil einer transportablen Richtbank ausgebildet
sind. Diese Schienensysteme dienen zur feststehenden und auswechselbaren Aufnahme
von Richtwerkzeugen, wie Richtsäulen, Rückhalteketten oder Befestigungssystemen, mit
welchen ein zu richtendes Fahrzeug ortsfest verankerbar ist.
[0003] Dabei sind die Schienensysteme aus mehreren Grundschienen aufgebaut, welche meist
in einer Rechteckform zueinander ausgerichtet sind und einen Richtplatz definieren,
auf welchem das zu richtende Fahrzeug positionierbar ist. Dabei kann dieser Richtplatz
derart ausgestaltet sein, dass die Grundschienen im unmittelbaren Umgebungsbereich
des Fahrzeuges und/oder unterhalb des Fahrzeuges angeordnet sind, um auch alle zu
richtenden Bauteile des Fahrzeuges mit den Richtwerkzeugen erreichen zu können.
[0004] Die für das Schienensystem verwendeten Grundschienen sind für die Verankerung im
oder auf dem Untergrund bzw. zur Anordnung in Zusammenhang mit einer Richtbank aus
mehreren Stahlprofilen aufgebaut, welche miteinander bereichsweise oder vollständig
verschweißt sind. Dabei werden in der Regel zwei U-Profile verwendet, welche "unterseitig"
über ein Flacheisen in Verbindung stehen. Dadurch ergibt sich eine C-förmige Grundform,
welche oberseitig einen sich über zumindest annähernd die gesamte Länge der Grundschiene
erstreckenden Längsschlitz aufweist. D.h., dass die U-Profile mit ihren U-Schenkeln
zueinander ausgerichtet sind und die im Betrieb unterseitigen U-Schenkel durch das
Flacheisen im Abstand voneinander feststehend miteinander verbunden sind. Dadurch
ergibt sich zwangsläufig ein "offener" Abstand der oberen U-Schenkel, durch welchen
auch der Längsschlitz definiert ist.
[0005] Auf Grund der notwendigen Schweißverbindungen der Stahlprofile untereinander ergibt
sich einerseits ein hoher Herstellungsaufwand und andererseits sind die Grundschienen
nur schwer verzugsfrei herzustellen. Insbesondere durch den Wärmeverzug durch die
Schweißkonstruktion sind derart hergestellte Grundschienen nicht als Referenzpunkte
zum Ausrichten einer Karosserie einsetzbar. Durch die notwendige Schweißkonstruktion
ergeben sich des weiteren äußerst hohe Herstellungskosten.
[0006] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Verankerung
von Richtwerkzeugen eines Richtsystem mit wenigstens einer Grundschiene zum Aufbau
eines Schienensystems zur Verfügung zu stellen, welche einerseits kostengünstig und
andererseits möglichst verzugsfrei herstellbar ist.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß zusammen mit den Merkmalen des Oberbegriffes des
Anspruches 1 dadurch gelöst, dass die Grundschiene aus einem zu einem geschlossenen,
im Wesentlichen rechteckförmigen Rohrprofil warm- oder kaltgewalzten Blechbauteil
besteht und, dass der oberseitige Längsschlitz durch einen Trennvorgang in der oberseitigen
Querwand des Rohrprofils hergestellt ist.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird eine Grundschiene zur Verfügung gestellt,
welche kostengünstig herstellbar und nach der Fertigstellung verzugsfrei ausgebildet
ist. Dazu besteht die Grundschiene aus einem Rohprofil, das aus einem warm- oder kaltgewalzten
Blechbauteil hergestellt ist. Solche Rohrprofile zeichnen sich auf Grund ihrer Herstellungsart
durch einen verzugsfreien Aufbau aus. Um zu einer C-förmigen Grundschiene zu gelangen,
ist es lediglich notwendig, in der im Einsatz oberen Querwand des rechteckigen Rohrprofils
den Längsschlitz anzubringen. Durch den Austrennvorgang wird die stabile, verzugsfreie
Grundform der Grundschiene nicht beeinträchtig, so dass eine verzugsfreie Grundschiene
entsteht. Da solche Rohrprofile in der Regel eine geschweißte Längsnaht aufweisen
und am Ende des Herstellungsprozesses spannungsarm geglüht werden, sind diese auch
verzugsfrei, so dass eine daraus hergestellte Grundschiene ebenfalls spannungsfrei
ausgebildet ist. Damit lässt sich eine erfindungsgemäße Grundschiene auch als Referenzpunkt
für Richtarbeiten einsetzen. Außerdem sind solche Rohrprofile äußerst kostengünstig
herstellbar, so das sich dies auch in geringen Herstellungskosten der Grundschiene
niederschlägt. Des Weiteren sind Rohrprofile in annähernd beliebiger Länge erhältlich,
so dass ein Schienensystem für Richtsysteme auch in beliebiger Ausgestaltung herstellbar
ist.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0010] So kann gemäß Anspruch 2 vorgesehen sein, dass der Längsschlitz durch Laserschneiden
hergestellt ist. Durch diese Ausgestaltung ist eine äußerst hohe Präzision des Längsschlitzes
bei gleichzeitig geringen Fertigungskosten erreichbar.
[0011] Weiter kann gemäß Anspruch 3 vorgesehen sein, dass in der unterseitigen Querwand
des Rohrprofils mehrere auf der Gesamtlänge der Grundschiene gleichmäßig verteilt
angeordnete Durchgangsbohrungen vorgesehen sind, über welche die Grundschiene im oder
auf dem Untergrund verankerbar ist. Durch diese Ausgestaltung ist die Grundschiene
sowohl im Untergrund versenkt als auch auf dem Untergrund in einfacher Weise sicher
und präzise positioniert verankerbar. Des Weiteren kann die Grundschiene flexibel
für ortsfest im oder auf dem Untergrund angeordnete Schienesysteme gleichermaßen eingesetzt
werden wie für variable, transportable Richtbänke. Die Durchgangbohrung könne dabei
durch eine herkömmlichen Bohrvorgang aber auch durch eine Laserschneidvorgang hergestellt
werden, was die Kosten ebenfalls mindert.
[0012] Durch die Ausgestaltung gemäß Anspruch 4 können mehrere Grundschienen zum Aufbau
eines Schienensystems - zumindest in gewissen Grenzen - gegeneinander präzise ausgerichtet
werden, so dass das gesamte Schienensystem äußerst präzise positionierbar ist. Demgemäß
ist nach Anspruch 4 vorgesehen, dass die Durchgangsbohrungen in ihrem Durchmesser
größer ausgebildet sind als der Durchmesser von zur Verankerung vorgesehenen Montageschrauben.
[0013] Weiter kann gemäß Anspruch 5 vorgesehen sein, dass das Rohrprofil im Wesentlichen
scharfkantige oder abgerundete Längskanten aufweist. Dies ist letztendlich vom eingesetzten
Rohmaterial abhängig. Des Weiteren könne die Seitenwände des Rohrprofils jeweils mit
einer Längsnut versehen sein. Durch diese Ausgestaltung wird insbesondere ein äußerst
guter halt des Rohrprofils in einem Betonboden erreicht.
[0014] Zum Erreichen einer äußerst hohen Eigenstabilität der Grundschiene kann das Rohrprofil
gemäß Anspruch 6 eine Wandstärke von 7 bis 15 mm, vorzugsweise 8 bis 10 mm aufweisen.
Die hier zu wählende Wandstärke ist im Wesentlichen von den auf das Schienesystem
einwirkenden Kräfte abhängig. Für Werkstätten, welche "ausschließlich" im Karosseriebau
für PKW tätig sind, können geringere Wandstärken ausreichend sein, während im LKW-Bereich
größere Wandstärke der verwendeten Rohrprofile notwendig sind.
[0015] Zur hochfesten Festlegung der Grundschiene im oder auf dem Untergrund eine im Untergrund
über einen aus einer aushärtenden Vergussmasse bestehenden Klebedübel verankerte Gewindestange
vorgesehen ist. Die Verwendung eines solchen Klebedübels hat insbesondere den Vorteil,
dass die Gewindestange äußerst präzise im Untergrund während der Aushärtphase der
Vergussmasse ausgerichtet werden kann.
[0016] Weiter kann hierzu zur präzisen Einstellung des Niveaus der Grundschiene zum Untergrund
gemäß Anspruch 8 vorgesehen sein, dass auf die Gewindestange eine axial verstellbare
Einstellhülse aufgeschraubt ist, auf welche die Grundschiene mit einer ihrer Durchgangbohrungen
aufsetzbar ist und, dass die Grundschiene durch eine Montageschraube feststehend auf
der Einstellhülse fixierbar ist.
[0017] Durch die Ausgestaltungen der Ansprüche 7 und 8 ist somit die Grundschiene und damit
auch ein komplettes Schienensystem präzise ausgerichtet und äußerst festsitzend mit
dem Untergrund in Verbindung bringbar, so dass ein solches Schienesystem optimal zum
präzisen Richten von Karosserien geeignet ist.
[0018] Um auch bei Verwendung einer Gewindestange mit Einstellhülse ein evtl. nachträglich
erforderliches Ausrichten der jeweiligen Grundschiene noch zu ermöglichen, kann gemäß
Anspruch 9 vorgesehen sein, dass die Einstellhülse einen radial verjüngt ausgebildeten
Kopfteil aufweist, auf welchen die Grundschiene mit einer ihrer Durchgangsbohrungen
mit Spiel aufsetzbar ist und, dass der Kopfteil zum Untergrund hin durch einen radial
erweiterten, umlaufenden Absatz begrenzt ist, auf welchen eine Stützscheibe aufsetzbar
ist, auf welcher sich die Grundschiene axial abstützt. Durch diese Ausgestaltung lassen
sich die Grundschienen parallel zur Oberfläche des Untergrundes präzise einstellen.
[0019] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist insbesondere auch für eine Installation im Bereich
einer vorhandenen Hebebühne vorgesehen. Bei normalen Reparaturarbeiten, die nichts
mit dem Richten eine Fahrzeuges zu tun haben, wird folglich die Vorrichtung, insbesondere
in Bezug auf die im oder auf dem Untergrund angeordneten Grundschiene nicht benötigt.
In diesem Fall ist gemäß Anspruch 10 vorgesehen, dass in den Längsschlitz der Grundschiene
eine versenkbare oder nach oben heraus nehmbare Füllleiste eingesetzt ist. Hierdurch
wird einerseits die Unfallgefahr verringert und andererseits auch die Verschmutzung
der Grundleiste vermindert. Eine solche Füllleiste kann aus einem U-förmigen oder
rechteckförmigen Aluminiumprofil bestehen. Des Weiteren sind auch Kunststoffprofile
oder aus Blech gebogene Edelstahlprofile. denkbar. Ein Aluminiumprofil biete allerdings
den Vorteil geringer Herstellkosten und einer hohen Stabilität bei gleichzeitig geringem
Gewicht.
[0020] Anhand der Zeichnung wird nachfolgend die Erfindung beispielhaft näher erläutert.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine verkürzte perspektivische Darstellung einer Grundschiene;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch ein zur Herstellung der Grundschiene aus Fig. 1 verwendetes Rohrprofil
in seinem Ausgangszustand;
- Fig. 3
- das Rohrprofil aus Fig. 2 mit eingebrachtem Längsschlitz im Schnitt;
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung des Rohrprofils aus Fig. 3 bzw. der fertigen Grundschiene
aus Fig. 1 mit zusätzlich vorgesehenen Durchgangsbohrungen;
- Fig. 5
- die Grundschiene aus Fig. 1 in ihrem auf bzw. in einem Untergrund montierten Zustand
im Schnitt.
- Fig. 6
- eine perspektivische Explosionsdarstellung der Bestandteile eines speziellen Montagesystems
mit einer Gewindestange, einer Einstellhülse sowie einer Montagesschraube zur Verankerung
einer Grundschiene im oder auf einem Untergrund;
- Fig. 7
- eine Schnittdarstellung einer mit dem Montagesystem nach Fig. 6 auf einem Untergrund
montierten Grundschiene.
[0021] Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Grundschiene 1 zum Aufbau eines Schienensystems,
wobei das Schienensystem als solches in der Zeichnung nicht weiter dargestellt ist.
Diese Grundschiene 1 ist in Fig. 1 in ihrer Länge verkürzt dargestellt und besteht
aus einem Rohrprofil 2, welches eine obere Querwand 3, eine untere Querwand 4 und
zwei Seitenwände 5 und 6 bildet. Wir auch aus Fig. 2 ersichtlich ist, weisen die beiden
Seitenwände 5 und 6 des Rohrprofils 2 jeweils eine Längsnut 16 bzw. 17 auf, wodurch
ein besonders guter halt der Grundschiene 1 in einem Betonboden erreicht wird. Diese
Längsnuten 16 und 17 können eine Tiefe von bis zu 3 mm und eine Breite von 2 bis 5
mm aufweisen.
[0022] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Längskanten 7, 8, 9 und 10 des Rohrprofils
bzw. der Grundschiene abgerundet ausgebildet. Je nach Art der Herstellung des Rohrprofils
2 können diese Längskanten 7 bis 10 auch im Wesentlichen scharfkantig ausgebildet
sein.
[0023] Weiter ist aus Fig. 1 ersichtlich, dass das Rohrprofil 2 bzw. die Grundschiene 1
in ihrer oberen Querwand 3 einen Längsschlitz 11 aufweist, welcher sich beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel über die gesamte Länge des Rohrprofils 2 bzw. der Grundschiene
1 erstreckt. Da dieser Längsschlitz 11 vorzugsweise durch Laserschneiden in die obere
Querwand 3 des Rohrprofils 2 eingebracht sein kann, kann dieser Längsschlitz 11 auch
kürzer oder auch unterbrochen ausgebildet sein.
[0024] Die untere Querwand 4 ist beim vorliegenden Ausführungsbeispiel mit mehreren vorzugsweise
gleichmäßig über die gesamte Länge des Rohrprofils 2 bzw. der Grundschiene 1 verteilt
angeordneten Durchgangbohrungen 12 versehen, über welche das Rohrprofil 2 bzw. die
Grundschiene 1 auf einem Untergrund oder in einem Untergrund bzw. auf einer Richtbank
ortsfest verankerbar ist. Anstatt oder ergänzend zu solchen Durchgangsbohrungen 12
können im Bedarfsfall auch seitlich überstehende Montagelaschen mit oder ohne Durchgangsbohrungen
vorgesehen sein (in der Zeichnung nicht dargestellt). Über solche Montagelaschen ist
das Rohrprofil 2 bzw. die Grundschiene 1 insbesondere für eine versenkte Anordnung
in einem Untergrund ebenfalls feststehend verankerbar, auch ohne dass eine Verschraubung
zwingend erfolgen muss. Die Durchgangsbohrungen 12 können vorzugweise ebenfalls in
einem Laserschneidverfahren in die untere Querwand 4 des Rohrprofils 2 bzw. der Grundschiene
1 eingebracht werden.
[0025] Fig. 2 zeigt eine Schnittdarstellung des Rohrprofils 2 in seinem "Urzustand" unmittelbar
nach dessen Herstellung. Ein solches Rohrprofil 2 wird in einem kontinuierlich ablaufenden
Warm- oder Kaltwalz-Prozess aus einem Blechband (in der Zeichnung nicht dargestellt)
hergestellt. Die Wandstärke des Blechbandes und damit des fertigen Rohrprofils 2 kann
dabei unterschiedlich sein und beträgt beim vorliegenden Ausführungsbeispiel vorzugsweise
etwa 8 mm bis 10 mm. Zur Profilherstellung werden durch in einer Durchlaufrichtung
nacheinander vorgesehene "innere" und "äußere" Umformwalzen zunächst die beiden "Hälften"
13 und 14 der oberen Querwand 3 an die beiden Seitenwände 5 und 6 angeformt. Anschließend
werden die Seitenwände 5 und 6 an der unteren Querwand 4 nach "oben" gebogen bis die
beiden Hälften 13 und 14 der oberen Querwand 3 auf Stoß aneinander liegen. Zur Stabilisierung
der beiden Hälften 13 und 14 der oberen Querwand 3 werden diese Hälften 13 und 14
miteinander verschweißt, so dass zwischen diesen eine Schweißnaht 15 entsteht. Da
dieser Schweißvorgang stets diverse thermische Spannungen im Rohrprofil 2 hervorruft,
findet nach dem Schweißvorgang eine Temperierung des Rohrprofils 2 im Sinne eine "Spannungsarmglühens"
statt, so dass das in Fig. 2 dargestellte Rohrprofil 2 nach dessen Herstellung frei
von Eigenspannungen und damit frei von Verzug ist.
[0026] Nach der Herstellung dieses Rohrprofils 2 wird nun der Längschlitz 11 in die obere
Querwand 3 zwischen den beiden Hälften 13 und 14 eingebracht, wie dies in Fig. 3 dargestellt
ist. Dieser Längschlitz 11 kann dabei vorzugsweise durch einen Laserschneidprozess
eingebracht werden. Dies hat einerseits den Vorteil einer äußerst geringen Wärmeeinbringung
in das Rohrprofil 2 und andererseits wird eine hohe Präzision des Längsschlitzes 11
bezüglich seiner Formgebung erreicht. Da das Rohrprofil 2 spannungsarm geglüht ist,
wird auch dessen ursprüngliche Formgebung durch das Einbringen des Längsschlitzes
11 nicht beeinflusst und bleibt präzise erhalten.
[0027] Nachdem der Längschlitz 11 in die obere Querwand 3 des Rohrprofils 2 eingebracht
ist, können nun die in Fig. 1 bereits dargestellten Durchgangsbohrungen 12 in die
untere Querwand 4 eingebracht werden. Auch hierzu kann ein Laserschneidverfahren eingesetzt
werden. Aber auch ein herkömmlicher Bohrvorgang durch Einsatz beispielsweise eines
Spiralbohrers ist vorstellbar.
[0028] Fig. 4 zeigt den fertigen Zustand des Rohrprofils 2, so dass dies auch gleichzeitig
den fertigen Zustand der Grundschiene 1 darstellt. Hierzu sei angemerkt, dass die
Durchgangsbohrungen 12 auch schon vor dem Einbringen des Längschlitzes 11 hergestellt
werden können.
[0029] Fig. 5 zeigt eine Schnittdarstellung der auf bzw. in einem Untergrund 20 angeordneten
Grundschiene 1. Für die Montage der Grundschiene 1 auf dem Untergrund 20 ist eine
Montageschraube 21 bzw. sind mehrere Montageschrauben vorgesehen, deren Durchmesser
kleiner ist als der Durchmesser der entsprechend zugehörigen Durchgangsbohrung 12.
[0030] Dadurch ist eine nachträgliche präzise Positionierung der Grundschiene 1 auf dem
Untergrund 20 sicher durchführbar.
[0031] Für eine festsitzende Verankerung der Montageschraube 21 im Untergrund 20 ist beim
vorliegenden Ausführungsbeispiel ein sogenannter in einer Sacklochbohrung 22 des Untergrundes
20 "Betondübel" 23 eingesetzt, in welche die entsprechende Montageschraube 21 eingeschraubt
ist. Um eine Relativverschiebung der Grundschiene 1 relativ zu Montageschraube 21
zu ermöglichen, ist zwischen dem Schraubenkopf 24 der Montageschraube 21 und der unteren
Querwand 4 der Grundschiene 1 eine U-Scheibe 25 mit größerem Durchmesser vorgesehen,
so dass eine festsitzende Montage der Grundschiene 1 auf dem Untergrund 20 sicher
gewährleistet ist.
[0032] Die Grundschiene 1 kann auch versenkt im Untergrund 20 angeordnet sein, wie dies
durch die Phantomlinie 30 in Fig. 5 angedeutet ist.
[0033] Weiter kann die Grundschiene 1 im Bereich der unteren Querwand 4 auch mit mehreren
gleichmäßig auf der Länge der Grundschiene 1 verteilt angeordneten und seitlich über
die Seitenwände 5 und 6 überstehenden Montagelaschen versehen sein, was für einen
festsitzenden Halt insbesondere bei einer im Untergrund 20 versenkten Anordnung von
Vorteil sein kann, da solche Monagelaschen als Widerlager im Untergrund fungieren.
Diese zu den Durchgangsbohrungen 12 alternative oder ergänzende Ausgestaltung ist
in der Zeichnung nicht dargestellt.
[0034] Auch kann die erfindungsgemäße Grundschiene 1 in Zusammenhang mit dem Richtrahmen
einer Richtbank eingesetzt werden, was in der Zeichnung nicht dargestellt ist.
[0035] In den Fig. 6 und 7 ist eine weitere Ausführungsvariante für die Befestigung der
Grundschiene 1 dargestellt.
[0036] So zeigt Fig. 6 eine perspektivische Explosionsdarstellung der zugehörigen Bestandteile
eines solchen speziellen Montagesystems.
[0037] Wie aus Fig. 6 ersichtlich ist, ist bei dieser Ausführungsvariante des Montagesystems
eine Gewindestange 35 vorgesehen, welche in ihrem oberen Endbereich zum drehenden
Antrieb bzw. zum "Gegenhalten" einen Innensechskant 36 aufweist. Dieser Gewindestange
35 ist eine Einstellhülse 37 zugeordnet, welche mit einem Innengewinde 38 auf die
Gewindestange 35 aufschraubbar und in ihrer axialen Lage in Richtung des Doppelpfeils
44 verstellbar ist.
[0038] Des Weiteren ist aus Fig. 6 ersichtlich, dass die Einstellhülse 37 in ihrem oberen
Endbereich ein radial verjüngtes Kopfteil 39 aufweist, so dass sich zwischen diesem
Kopfteil 39 und der restlichen Einstellhülse 37 ein umlaufender, nach oben gerichteter
Absatz 40 ergibt.
[0039] Im Bereich dieses Kopfteils 39 bildet die Einstellhülse 37 eine umlaufende Ringwand
42, welche durch zwei Stellschlitze 41 unterbrochen ist. Diese Stellschlitze 41 dienen
zum Ansetzen eines Schlüsselwerkzeuges, um die Axialverstellung durch Drehung der
Einstellhülse 37 zu erleichtern.
[0040] Dabei kann vorgesehen sein, dass die Einstellhülse 37 durch entsprechende Ausgestaltung
der Einstellhülse 37 selbst oder des Innengewindes 38 leicht klemmend auf die Gewindestange
35 aufschraubbar ist. Damit ist gewährleistet, dass eine einmal vorgenommene Axialeinstellung
der Einstellhülse 37 auf der Gewindestange 35 insbesondere bei der späteren Montage
einer Grundschiene fixiert ist.
[0041] Des Weiteren ist dieser Einstellhülse 37 eine Stützscheibe 43 zugeordnet, welche
auf den Kopfteil 39 der Einstellhülse 37 passend aufsetzbar ist und sich im Einsatz
axial auf dem Absatz 40 abstützt.
[0042] Zur feststehenden Montage der Grundschiene 1 auf der Einstellhülse 37 ist beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine Innensechskantschraube 45 vorgesehen, welche mit einem entsprechenden
Gewindeabschnitt 46 in das Innengewinde 38 der Einstellhülse 37 einschraubbar ist.
Für eine feststehende, klemmende Montage der Grundschiene 1 sowie eine gewisse Verstellbarkeit
der Grundschiene 1 an der Einstellhülse 37 ist des Weiteren eine U-Scheibe 47 vorgesehen.
[0043] Mittels dieses Montagesystems nach Fig. 6 ist eine Höheneinstellbarkeit einer Grundschiene
insbesondere bei unebenem Untergrund in einfacher Weise gewährleistet.
[0044] Hierzu zeigt Fig. 7 beispielhaft eine Schnittdarstellung durch den Untergrund 20,
in welchen die Bauteile aus Fig. 6, insbesondere die Gewindestange 35, eingesetzt
sind. In Fig. 7 ist dabei die Gewindestange 35 verkürzt dargestellt.
[0045] Hierzu weist der Untergrund 20 eine Sacklochbohrung 51 auf, in welche die Gewindestange
35 eingesetzt ist. Für einen festsitzenden Halt dieser Gewindestange 35 ist beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel ein sog. Klebedübel 49 vorgesehen, welcher aus einer "Vergussmasse"
besteht.
[0046] D.h., dass für das Einbringen bzw. für die feststehende Montage der Gewindestange
35 in der Sacklochbohrung 51 diese Gewindestange 35 zunächst in die vorgefertigte
Sacklochbohrung 51 eingebracht wird. Der sich zwischen der Gewindestange 35 und der
Sacklochbohrung 51 ergebende Zwischenraum wird sodann mit der Vergussmasse ausgegossen.
Diese Vergussmasse wird vorzugsweise allerdings nicht bis zur Oberfläche des Untergrundes
bzw. dem oberen Endbereich der Sacklochbohrung 51 gefüllt, sondern zunächst nur in
einem unteren Bereich, welcher es noch erlaubt, die Einstellhülse 37 auf die Gewindestange
35 aufzuschrauben. Nach Aushärten der Vergussmasse bildet sich somit zwangsläufig
der Klebedübel 49, durch welchen die Gewindestange 35 festsitzend in der Sacklochbohrung
51 des Untergrundes 20 gehalten wird.
[0047] Anschließend kann nun, sofern dies nicht vorab beim Einsetzen der Gewindestange 35
schon geschehen ist, die Einstellhülse 37 auf die Gewindestange 35 aufgeschraubt werden.
Durch entsprechende Verstellung der Einstellhülse 37 kann somit das Niveau der Grundschiene
1 relativ zum Untergrund in Richtung des Doppelpfeiles 44 eingestellt werden. Dabei
ist aus Fig. 7 erkennbar, dass die Stützscheibe 43 auf dem Kopfteil 39 aufgesetzt
ist, während der nach oben über die Stützscheibe 43 hinaus stehende Teil des Kopfteiles
39 in die Durchgangsbohrung 12 der unteren Querwand 4 der Grundschiene 1 hineinragt.
[0048] Nach der entsprechenden Höheneinstellung der Einstellhülse 37 kann nunmehr der restliche
Bereich bzw. Hohlraum 50 zwischen der Einstellhülse 37 und der Sacklochbohrung 51
durch Einbringen weiterer Vergussmasse ausgegossen werden, so dass auch die Einstellhülse
37 selbst, insbesondere bezüglich auftretender Querkräfte, festsitzend in der Sacklochbohrung
51 gehalten ist. Anschließend wird nun die Grundschiene 1 auf den Kopfteil 39 der
Einstellhülse 37 aufgesetzt, wie dies aus Fig. 7 ersichtlich ist. Es ist erkennbar,
dass der Kopfteil 39 in der Durchgangsbohrung 12 der Grundschiene 1 ein relatives
Spiel aufweist, so dass die Grundschiene 1 auch in Querrichtung des Doppelpfeiles
53 einstellbar ist.
[0049] Anschließend wird nun die Montageschraube 45 zusammen mit der U-Scheibe an der Einstellhülse
37 angesetzt. Dementsprechend steht der Gewindeabschnitt 46 der Montageschraube 45
mit dem Innengewinde 38 der Einstellhülse 37 in Verbindung. Nach der Feinjustierung
der Grundschiene auf dem Kopfteil 39 der Einstellhülse 37 in Richtung des Doppelpfeils
53 kann nunmehr die Montageschraube 45 fest angezogen werden, so dass die Grundschiene
1 sowohl in vertikaler Richtung des Doppelpfeils 44 als auch in horizontaler Richtung
des Doppelpfeils 53 in ihrer Sollposition präzise fixiert ist. Durch dieses spezielle
Montagesystem und dessen Verwendung im Bereich sämtlicher Durchgangbohrungen 12 der
Grundschiene 1 ist somit diese Grundschiene 1 präzise relativ zum Untergrund 20 insbesondere
bezüglich ihres horizontalen Verlaufs einstellbar und festsitzend fixierbar.
[0050] Bei äußerst unebenen Untergründen 20 kann im oberen Endbereich der Sacklochbohrung
51 eine radial erweiterte Einsenkung 52 (gestrichelt dargestellt) vorgesehen sein,
in welcher insbesondere die Stützscheibe 43, sofern dies notwendig ist, Platz findet.
[0051] Es ist erkennbar, dass das Montagesystem gemäß der Fig. 6 eine äußerst präzise Justierung
und feststehende Montage der Grundschiene 1 auf einem Untergrund erlaubt. Dieses System
kann selbstverständlich auch für eine versenkte Montage der Grundschiene 1 in einem
Untergrund eingesetzt werden, wie dies zu Fig. 5 bereits beschrieben wurde.
[0052] Weiter ist aus Fig. 7 erkennbar, dass in den Längsschlitz 11 der Grundschiene 1 eine
Füllleiste 55 eingesetzt ist. Diese Füllleiste 55, welche beispielsweise aus einem
U-förmigen Aluminiumprofil bestehen kann, schließt beim dargestellten Ausführungsbeispiel
oberseitig mit den beiden Hälften 13 und 14 der Grundschiene 1 bündig ab. Auch kann
diese Füllleiste 55 zumindest minimal versenkt im Längsschlitz 11 angeordnet sind.
Durch diese Füllleiste 55 wird bei Nichtgebrauch der Grundschiene 1 diese gegen Verschmutzung
geschützt. Andererseits wird auch die Unfallgefahr vermindert, insbesondere wenn die
Grundschiene 1 beispielweise im Bereich einer Hebebühne angeordnet ist. Die Füllleiste
55 sollte nicht vertikal über die Hälften 13 und 14 der Grundschiene 1 hinaus stehen,
so dass ein Überfahren des Längsschlitzes 11 bzw. der Füllleiste 55 beispielweise
mit einem Hubwagenheber möglichst nicht behindert wird.
[0053] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel stützt sich die Füllleiste 55 auf der Montageschraube
45 vertikal ab. Es ist auch vorstellbar, dass die Füllleiste 55 im Bereich der Schrauben
45 mit Aussparungen versehen ist, so dass eine axiale bzw. vertikale Abstützung auf
der U-Scheibe 47 oder auf der unteren Querwand 4 der Grundschiene 1 erfolgt.
1. Vorrichtung zur Verankerung von Richtwerkzeugen eines Richtsystems mit wenigstens
einer Grundschiene (1) zum Aufbau eines Schienensystems, wobei die Grundschiene (1)
ebenerdig in einem Untergrund (20) versenkt oder wahlweise auf dem Untergrund (20)
oder in einer variablen Richtbank montierbar ist, wobei die Grundschiene (1) zur Aufnahme
bzw. zur Arretierung verschiedenartiger Richtwerkzeuge oberseitig einen Längsschlitz
(11) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Grundschiene (1) aus einem zu einem geschlossenen, im Wesentlichen rechteckförmigen
Rohrprofil (2) warm- oder kaltgewalzten Blechbauteil besteht und,
dass der oberseitige Längsschlitz (11) durch einen Trennvorgang in der oberseitigen Querwand
(3) des Rohrprofils (2) hergestellt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Längsschlitz (11) durch Laserschneiden hergestellt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der unterseitigen Querwand (4) des Rohrprofils (2) mehrere auf der Gesamtlänge
der Grundschiene (1) gleichmäßig verteilt angeordnete Durchgangsbohrungen (12) vorgesehen
sind, über welche die Grundschiene (1) im oder auf dem Untergrund verankerbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsbohrungen (12) in ihrem Durchmesser größer ausgebildet sind als der
Durchmesser von zur Verankerung vorgesehenen Montageschrauben (21).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohrprofil (2) im wesentlichen scharfkantige oder abgerundete Längskanten (7,
8, 9, 10) aufweist und,
dass die Seitenwände (5, 6) des Rohrprofils (2) jeweils eine sich zumindest annähernd
über die gesamte Länge erstreckende Längsnut (16, 17) aufweisen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohrprofil (2) eine Wandstärke von 7 bis 15 mm, vorzugsweise 8 bis 10 mm aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur feststehenden Montage der Grundschiene (1) eine im Untergrund (20) über einen
aus einer aushärtenden Vergussmasse bestehenden Klebedübel (49) verankerte Gewindestange
(35) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Gewindestange (35) eine axial (Doppelfeil 44) verstellbare Einstellhülse
(37) aufgeschraubt ist, auf welche die Grundschiene mit einer ihrer Durchgangbohrungen
(12) aufsetzbar ist und, dass die Grundschiene (1) durch eine Montageschraube (45)
feststehend auf der Einstellhülse (37) fixierbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellhülse (37) einen radial verjüngt ausgebildeten Kopfteil (39) aufweist,
auf welchen die Grundschiene (1) mit einer ihrer Durchgangsbohrungen (12) mit Spiel
aufsetzbar ist und,
dass der Kopfteil (39) zum Untergrund (20) hin durch einen radial erweiterten, umlaufenden
Absatz (40) begrenzt ist, auf welchen eine Stützscheibe (43) aufsetzbar ist, auf welcher
sich die Grundschiene (1) axial abstützt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in den Längsschlitz (11) der Grundschiene (1) eine versenkbare oder nach oben heraus
nehmbare Füllleiste (55) eingesetzt ist.