[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs
von Anspruch 1. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 3.
[0002] Druckprodukte werden zunehmend individuell gestaltet und daher mit Unikatmerkmalen
wie beispielsweise personalisierten Informationen versehen. Es besteht daher ein zunehmendes
Interesse an Technologie, die es ermöglicht, Druckprodukte mit solchen Merkmalen zu
versehen und dadurch aufzuwerten.
[0003] Die
JP 2007/313876 beschreibt ein Verfahren, bei dem mittels eines Lasers eine Information in ein Laminat
eines Produkts gewissermaßen "eingeschrieben" wird, wobei das Laminat eine zunächst
klare Farb- oder Lackschicht umfasst, welche durch die Laserstrahlung eingefärbt wird.
Nachteilig an dieser Lösung erscheint der Umstand, dass nur eine obere Schicht des
Laminats behandelt werden kann, welche naturgemäß anfällig für Beschädigungen beim
Transport des Produktes ist, und dass nur eine zuvor klare Schicht behandelt werden
kann, während beim Drucken stattdessen zumeist pigmentierte Substanzen eingesetzt
werden.
[0004] Die
DE 10 2005 031 572 A1 offenbart ein Verfahren zum Drucken und Nachbehandeln eines Aufdrucks, bei dem auf
einen Bedruckstoff mindestens ein Aufdruck erzeugt wird und mittels eines ersten kurzwelligen
UV-Strahlers der Aufdruck nur oberflächlich und selektiv entsprechend einem Bild sowie
mittels eines zweiten langwelligen UV-Strahlers in der Tiefe polymerisiert wird. Auf
diese Weise kann der Glanzgrad des Aufdrucks dem Bild entsprechend verändert werden.
Nachteilig an dieser Lösung erscheint der notwendige, Bauraum- und Energie-fordernde
Paralleleinsatz zweier und zudem untereinander verschiedener Strahlungsquellen.
[0005] In der
DE 19822605 A1 ist ein Verfahren bei der Herstellung von beschichteten Druckpapieren beschrieben,
bei dem mit einem Kohlendioxidlaser Markierungen in eine Papierschicht eingebracht
werden, die auch überdeckt werden können und dann durchscheinen.
[0006] In der
WO 2004/069551 ist ein Verfahren beschrieben, bei dem Plastiksubstrate im Inkjetverfahren bedruckt
werden, während die Oberfläche des Substrats mit einer noch feuchten, chemisch vernetzbaren
Schicht versehen ist, und anschließend eine zweite Schutzschicht aufzutragen. Mit
diesem Verfahren soll die Dauerhaftigkeit von Inkjetbildern auf Plastiksubstraten
generell verbessert werden.
[0007] Des Weiteren ist es aus der
US 2007/0231525 bekannt, Foliengraphik dadurch zu erzeugen, dass auf ein Substrat Kleber in der Form
aufgetragen wird, wie sie die später darauf zu applizierende Folie hat. Das Einschreiben
von zusätzlicher drucktechnischer Information in die Kleberschicht ist in dieser Schrift
nicht angesprochen.
[0008] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gegenüber dem
Stand der Technik verbessertes Verfahren zu schaffen, welches es auf einfache Weise,
d.h. insbesondere mit wenig aufwendigen Mitteln, ermöglicht, dauerhafte, d.h. insbesondere
verschleißfeste oder geschützte, drucktechnische Merkmale auf bedruckten Substraten
zu erzeugen, die zumindest abschnittsweise mit Folien, vorzugsweise Metallfolien beschichtet
sind. Es ist darüber hinaus eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens zu schaffen.
[0009] Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch
1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 3 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den zugehörigen Unteransprüchen sowie
aus der Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen.
[0010] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Erzeugen eines drucktechnischen Merkmals auf
einem Substrat eines Druckprodukts, wobei in einem ersten Schritt eine erste Schicht
durch Auftragen eines Klebers erzeugt wird und in einem zweiten Schritt auf die Oberfläche
der ersten Schicht zumindest abschnittsweise eine zweite Schicht in Form einer Folie
oder Folientransferschicht aufgebracht wird, zeichnet sich dadurch aus, dass in einem
Zwischenschritt in den Kleber zumindest abschnittsweise gezielt eine dem drucktechnischen
Merkmal zugrunde liegende Information dadurch übertragen wird, dass der Kleber durch
eine die Information tragende elektromagnetische Strahlung oder Teilchenstrahlung
vor dem Aufbringen der Folie oder Folientransferschicht zumindest teilweise gehärtet
wird oder getrocknet wird.
[0011] Das erfindungsgemäße Vorsehen der Vorbehandlung in dem Zwischenschritt vor dem zweiten
Schritt ermöglicht es, auf einfache Weise dauerhafte, d.h. insbesondere verschleißfeste
oder geschützte, drucktechnische Merkmale auf Substraten zu erzeugen. Die Merkmale
werden im Wesentlichen im Zusammenwirken der Härtung des Klebers mit der Überdeckung
durch die Folie im zweiten Schritts erzeugt, wobei der visuelle Eindruck des Merkmals
oder seine bestimmte Funktionalität zum Vorschein kommt bzw. bereitgestellt wird.
Ein solches, erfindungsgemäß hergestelltes Merkmal kann bevorzugt eine in Kaltfolie
verwirklichte, elektrisch leitende Struktur (z.B. Speicher, Schaltkreis, Antenne)
oder ein fälschungssicheres Zufallsmuster (z.B. für die Echtheits-/Manipulationsprüfung)
bilden.
[0012] Eine hinsichtlich der schnellen 2D-Struktur-Erzeugung vorteilhafte und daher bevorzugte
Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch auszeichnen, dass
als informationstragende, elektromagnetischer Strahlung (z.B. abtastende) Laserstrahlung,
(z.B. mittels eines so genannten Arrays erzeugte) LED-Strahlung oder durch eine Maske
geführte Strahlung eingesetzt wird.
[0013] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das schnelle Erreichen
einer wirksamen Oberflächenveränderung dadurch , dass die informationstragende, elektromagnetische
Strahlung eine Härtung, oder Trocknung bewirkt.
[0014] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung eines der Verfahren, zeichnet
sich aus durch ein erstes Modul mit einer ersten Druck- und/oder Beschichtungseinheit
zur Aufbringung des Klebers im ersten Schritt, ein in Transportrichtung des Substrats
nachgeordnetes zweites Modul mit einer zweiten Druck- und/oder Beschichtungseinheit
zur Aufbringung der Folie oder Folientransferschicht im zweiten Schritt und ein in
Transportrichtung des Substrats zwischen dem ersten und dem zweiten Modul angeordnetes
Zwischenmodul mit einer Informationsübertragungseinheit zur Bestrahlung des Klebers
im Zwischenschritt.
[0015] Im Rahmen der Erfindung ist auch eine Bedruckstoff verarbeitende Maschine - z.B.
eine Druckmaschine, insbesondere Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine für den
lithographischen Offsetdruck, oder z.B. eine Druckweiterverarbeitungsmaschine - zu
sehen, welche sich durch wenigstens eine wie oben mit Bezug zur Erfindung beschriebene
Vorrichtung auszeichnet.
[0016] Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen, vorteilhaften Weiterbildungen der
Erfindung stellen auch in Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung dar. Bevorzugt wird beispielsweise als erstes Medium ein Kaltfolienkleber,
als zweites Medium eine Kaltfolientransferschicht und für das Übertragen der Information
elektromagnetische Strahlung, welche den Kleber teilhärtet.
[0017] Die Erfindung als solche sowie konstruktiv und/oder funktionell vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand
wenigstens eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. In den Zeichnungen
sind einander entsprechende Elemente mit jeweils denselben Bezugszeichen versehen.
Die Zeichnungen zeigen:
[0018]
- Fig. 1
- einen Ablaufplan eines bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens;
und
- Fig. 2a-b
- jeweils eine Bedruckstoff verarbeitende Maschine mit einer bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0019] Figur 1 zeigt einen Ablaufplan eines bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Erzeugen eines drucktechnischen Merkmals auf einem Substrat eines Druckprodukts
mit zwei Schritten und einem Zwischenschritt. Bei dem drucktechnischen Merkmal 1 handelt
es sich bevorzugt um ein visuelles, d.h. ein mit dem bloßen Auge sichtbares Merkmal,
oder ebenfalls bevorzugt um ein funktionales, d.h. eine andere Funktion wie beispielsweise
die elektrische Leitfähigkeit vermittelndes Merkmal. Als Substrate 2 kommen Papier,
Karton, Folie, Platten oder Bleche in Betracht. Das Druckprodukt 3 selbst kann ein
mit Text, Bild, Muster und/oder sonstiger Information versehenes, bevorzugt im Rotationsverfahren
bedrucktes flaches Gut wie beispielsweise ein Prospekt, ein Etikett oder eine Verpackung
sein.
[0020] In Verfahrensschritt A (erster Schritt) wird eine erste Schicht 4 durch Auftragen
eines Klebers 5 auf das in einem Vorschritt VS bloß bereitgestellte oder bereits vorbeschichtete
Substrat 2 erzeugt. Die erste Schicht 4 kann gerastert oder ungerastert aufgetragen
werden und ihre Dicke liegt bevorzugt im Mikrometer- oder gar Submikrometerbereich.
Das Auftragen des Klebers 5 erfolgt bevorzugt im Rotationsverfahren, beispielsweise
im lithografischen Offsetdruck. Als Kleber wird bevorzugt Kleber für das Kaltfolientransverfahren
verwendet.
[0021] In Verfahrensschritt B (zweiter Schritt) wird die Oberfläche 6 der ersten Schicht
4 zumindest abschnittsweise behandelt, indem eine zweite Schicht 7 durch Auftragen
einer Folie oder Folientransferschicht 8 auf das Substrat 2 bzw. auf das im ersten
Schritt bereits mit dem Kleber 5 versehene Substrat 2 erzeugt wird. Die zweite Schicht
7 kann gerastert oder ungerastert aufgetragen werden und ihre Dicke liegt ebenfalls
bevorzugt im Mikrometer- oder gar Submikrometerbereich. Das Auftragen des zweiten
Mediums 8 erfolgt ebenfalls bevorzugt im Rotationsverfahren. Bei dem zweiten Medium
8 handelt es sich um eine Folie oder Folientransferschicht, beispielsweise um eine
Kaltfolie bzw. eine Kaltfolientransferschicht.
[0022] Verfahrensschritt ZS erfolgt als Zwischenschritt, d.h. zeitlich nach Verfahrensschritt
A und vor Verfahrensschritt B. Dabei wird die Oberfläche 6 der ersten Schicht 4 zumindest
abschnittsweise vorbehandelt, indem ein gezieltes Übertragen der dem drucktechnischen
Merkmal 1 zugrunde liegenden Information in den Kleber 5 erfolgt. Als zugrunde liegende
Information kann beispielsweise Text-, Bild- oder Musterinformation oder Information
über die Topografie eines funktionalen, drucktechnischen Merkmals, beispielsweise
Lage und Form von elektrisch leitenden Strukturen, übertragen werden. Das Übertragen
der Information erfolgt bevorzugt mittels elektromagnetischer Strahlung 10, wie beispielsweise
Laserstrahlung, LED-Strahlung, d.h. von einer lichtemittierenden Diode erzeugten Strahlung,
oder durch eine Maske, beispielsweise mit so genannten Lichtshuttern (schaltbare Verschluss-Matrix)
oder Lichtmodulatoren, geführte Strahlung. Die Bestrahlung 10 der ersten Schicht 4
bzw. des Klebers 5 bewirkt deren/dessen Härtung oder Trocknung. Bei der Schicht- bzw.
Kleberhärtung kann es sich bevorzugt um eine nur teilweise, bevorzugt nur oberflächennahe
Härtung handeln. Entsprechend kann es sich bei der Trocknung bevorzugt um eine nur
teilweise Trocknung handeln. Bei der elektromagnetischen Strahlung kann es sich um
Strahlung im ultravioletten (UV, bevorzugt zur Härtung), sichtbaren oder infraroten
(IR, bevorzugt zur Trocknung) Spektralbereich handeln. Alternativ oder zusätzlich
zum Einsatz elektromagnetischer Strahlung kann das Übertragen der Information auch
mittels Teilchenstrahlung 11, beispielsweise beim Einsatz von Elektronenstrahlung
oder Plasma, erfolgen.
[0023] Da der erfindungswesentliche Schritt ZS vor dem zweiten Schritt B erfolgt, wird die
im Schritt ZS veränderte Oberfläche 6 durch die Nachbehandlung in Schritt B mit der
Folie oder Folientransferschicht 8 überdeckt und durch diese Nachbehandlung in vorteilhafter
Weise dauerhaft vor Veränderung/Verschleiß geschützt und die eingebrachte Information
dauerhaft fixiert.
[0024] Als Beispiel sei folgende Anwendung für das erfindungsgemäße Verfahren genannt: In
Schritt A wird vollflächig UV-härtbarer Kaltfolienkleber 5 auf das Substrat 2 aufgebracht.
In Schritt ZS wird mit UV-Strahlung und einer schaltbaren Maske oder mit einem abtastenden
UV-Laser-System die Topografie einer Leiterbahn-Struktur als Negativ in den Kleber
5 übertragen. Dadurch wird der Kleber 5 lokal entsprechend der Struktur teilgehärtet.
In Schritt B wird im Kaltfolientransferverfahren Beschichtungsmaterial 8 (Kaltfolientransferschicht)
in Kontakt mit dem Kleber 5 gebracht. An den lokal entsprechend dem Negativ teilgehärteten
Stellen nimmt der Kleber 5 kein Transfermaterial an, so dass sich die Leiterbahn-Struktur
im Transfermaterial positiv abbildet. Resultat ist eine Leiterbahn-Struktur aus elektrisch
leitendem Kaltfolien-Transfermaterial auf dem Substrat. Durch die schaltbare Maske
oder das abtastende System wird es zudem in vorteilhafter Weise möglich, die Leiterbahn-Struktur
von Druckprodukt zu Druckprodukt zu verändern, zu individualisieren bzw. als Unikatmerkmal
zu gestalten.
[0025] Figur 2a zeigt ausschnittsweise eine Bedruckstoff als Substrat verarbeitende Maschine
12, bevorzugt eine Druckmaschine, mit einer Vorrichtung 13 zum Erzeugen eines drucktechnischen
Merkmals 1 auf einem Substrat 2 eines Druckprodukts 3 mit zwei Modulen und einem Zwischenmodul.
[0026] Die Druckmaschine 12 weist ein erstes Modul 13a mit einer ersten Druck- und/oder
Beschichtungseinheit 14a, bevorzugt einem ersten Druckwerk, zur Durchführung des ersten
Schritts A (bevorzugt Vollton-Farbauftrag), ein in Transportrichtung des Substrats
2 nachgeordnetes zweites Modul 15a mit einer zweiten Druck- und/oder Beschichtungseinheit
16a, bevorzugt einem zweiten Druckwerk, zur Durchführung des zweiten Schritts B (Farb
- oder Lackauftrag) und ein in Transportrichtung des Substrats 2 zwischen dem ersten
und dem zweiten Modul 13a und 15a angeordnetes Zwischenmodul ZM mit einer Informationsübertragungseinheit
17 zur Durchführung des Zwischenschritts ZS auf. Durch den Einsatz des Zwischenmoduls
ZM wird in vorteilhafter Weise ein informationsabhängiges Trocknen/Härten bzw. Teiltrocknen/Teilhärten
des Klebers 5, bevorzugt mittels UV-Strahlung oder IR-Strahlung, ermöglicht und dadurch
ein latentes Bild erzeugt. Mit anderen Worten: Das Zwischenmodul ZM erlaubt das "Schreiben"
der Information in die erste Shicht 4 oder das "Bebildern" der ersten Schicht 4 mit
der Information. Beim nachfolgenden Auftragen der zweiten Schicht 7 kommt es daher
zu einem korrespondierenden, informationsabhängigen Anhaften und Abstoßen der Folie
oder Folientransferschicht 8 am Kleber 5, so dass die "eingeschriebene" bzw. "bebilderte"
Information in der Folie oder Folientransferschicht 8 sichtbar wird (Stichwort: sogenannter
"Drip-Off-Effekt" oder "Abperlen"). Alternativ kommt es beim nachfolgenden Auftragen
der zweiter Schicht 7 infolge eines lokal veränderten Rückspaltungseffekts zur Sichtbarwerdung
des zuvor latenten Bildes (Stichwort: so genanntes "Übereinanderdrucken").
[0027] Die Druckmaschine 12 weist gemäß Figur 2b gemäß der Erfindung zusätzlich ein erstes
Modul 13b mit einer ersten Druck- und/oder Beschichtungseinheit 14b, bevorzugt einem
ersten Druckwerk für den flächigen oder einem Bild entsprechend gerasterten, seitengroßen
oder nur abschnittsweisen Kleberauftrag, zur Durchführung des ersten Schritts A (Kleberauftrag),
ein in Transportrichtung des Substrats 2 nachgeordnetes zweites Modul 15b mit einer
zweiten Druck- und/oder Beschichtungseinheit 16b, bevorzugt einem Druckwerk für den
Kaltfolientransfer, zur Durchführung des zweiten Schritts (Folientransferschicht-Auftrag)
und ein in Transportrichtung des Substrats 2 zwischen dem ersten und dem zweiten Modul
13b und 15b angeordnetes Zwischenmodul ZM mit einer Informationsübertragungseinheit
17 zur Durchführung des Zwischenschritts ZS auf. Durch den Einsatz des Zwischenmoduls
ZM wird in vorteilhafter Weise ein informationsabhängiges Härten bzw. Teilhärten des
Klebers 5, bevorzugt mittels UV-Strahlung bei Verwendung von UV-härtendem Kleber,
ermöglicht und dadurch ein latentes Kleberbild erzeugt. Mit anderen Worten: Das Zwischenmodul
ZM erlaubt das "Schreiben" der Information in die Kleberschicht 4 oder das "Bebildern"
der Kleberschicht 4 mit der Information. Dadurch weist der Kleber 5 Stellen auf, die
mehr oder weniger klebrig sind als deren Umgebung und daher weniger oder keine Transferschicht
von der Trägerschicht ablösen. Beim nachfolgenden Auftragen der Folientransferschicht
7 kommt es daher zu einem korrespondierenden, informationsabhängigen Übertrag der
Transferschicht 7, so dass die "eingeschriebene" bzw. "bebilderte" Information in
der Transferschicht 7 sichtbar oder, beispielsweise als Leiterbahn, funktional wirksam
wird. Erfolgt der Kleberauftrag A nur abschnittsweise in Form einer Grobstrukturierung,
so kann die Informationsübertragung ZS auf dieselben Abschnitte beschränkt werden
und daher in kürzerer Zeit und mit weniger Energie eine Feinstrukturierung erzeugen.
[0028] Grundsätzlich erlauben die beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren und Vorrichtungen
mittels des Zwischenschritts ZS bzw. des Zwischenmoduls ZW das herzustellende Druckprodukt
3 mit einem drucktechnischen Unikatmerkmal 1 auszustatten, d.h. das Merkmal 1 kann
während des Herstellens einer Reihe von Druckprodukten 3 (Druckauftrag) verändert
werden, so dass auf verschiedenen Druckprodukten 3 verschiedene Merkmale 1 erzeugt
werden. Mit anderen Worten: erfindungsgemäß können die Druckprodukte 3 untereinander
modifiziert oder variiert, beispielsweise individualisiert oder personalisiert, werden.
Bei dem Merkmal 1 kann es sich beispielsweise um ein fälschungssicheres Zufallsmuster
handeln, welches von Druckprodukt zu Druckprodukt variiert.
[0029] Für die Variation des drucktechnischen Merkmals 1 können (eindimensional oder zweidimensional)
segmentweise schaltbare Zwischenmodule ZM basierend auf folgenden Technologien zu
Einsatz kommen: Strahlungsquellen, beispielsweise UV-, IR- oder Lichtquellen, Heizelemente,
Elektronen- oder Ionenquellen.
[0030] Das jeweilige Zwischenmodul ZM in den Figuren 2a-b kann alternativ zur dargestellten
Position (am Substrat führenden Zylinder zum ersten Modul 13a-b) auch am Substrat
führenden Zylinder zum zweiten Modul 15a-b positioniert sein. Ebenfalls alternativ
können zwischen diesen beiden Zylindern anstelle nur eines auch drei Substrat führende
Zylinder vorgesehen sein und das Zwischenmodul ZM am mittleren der drei Zylinder positioniert
sein. Eine weitere Alternative wäre die Positionierung des Zwischenmoduls ZM innerhalb
eines transparenten Zylinders zwischen den beiden Substrat führenden Zylindern zum
ersten und zweiten Modul.
[0031] Das beschriebene erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtungen sind sowohl in
konventionellen Druckverfahren (z.B. Tiefdruck, Flachdruck/Lithografie, Hochdruck/Flexodruck,
Durchdruck/Siebdruck) als auch in so genannten "non-impact"-Druckverfahren (z.B. Tintenstrahldruck,
Tonerdruck) einsetzbar. Sie sind zudem in Rund/Flach- (d.h. Zylinder/Flachbett-),
Rund/Rund- oder Flach/Flach-Druckverfahren, im Bogen- oder Rollendruck, im Ein- oder
Mehrfarbendruck und/oder intern/extern (d.h. in einer Druckmaschine/Druckweiterverarbeitungsmaschine
oder als separate Veredelungsmaschine) einsetzbar.
[0032] Als elektromagnetische Informationsübertragungseinheiten 17 können Laser, ein- oder
zweidimensionale so genannte Laserarrays, konventionelle Lichtquellen mit Lichtmodulatoren
(punktförmige bzw. Galvanometer-Scanner, ein- oder zweidimensionale so genannte "DMD/digital
micromirror device"-Spiegelarrays), lichtemittierende Dioden (LED) und/oder ein- oder
zweidimensionale so genannte LED-Arrays eingesetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0033]
| 1 |
Drucktechnisches Merkmal |
| 2 |
Substrat |
| 3 |
Druckprodukt |
| 4 |
Erste Schicht |
| 5 |
Kleber |
| 6 |
Oberfläche |
| 7 |
Zweite Schicht |
| 8 |
Folie oder Folientransferschicht |
| 10 |
EM-Strahlung |
| 11 |
Teilchenstrahlung |
| 12 |
Druckmaschine |
| 13 |
Vorrichtung |
| 13a-d |
Erstes Modul |
| 14a-d |
Erste Druck-Beschichtungseinheit |
| 15a-d |
Zweites Modul |
| 16a-d |
Zweite Druck-Beschichtungs-/Strukturierungseinheit |
| 17 |
Informationsübertragungseinheit |
| |
|
| VS |
Vorschritt |
| A |
Erster Schritt |
| B |
Zweiter Schritt |
| ZS |
Zwischenschritt |
| |
|
| ZM |
Zwischenmodul |
1. Verfahren zum Erzeugen eines drucktechnischen Merkmals auf einem Substrat eines Druckprodukts,
wobei
- in einem ersten Schritt (A) eine erste Schicht (4) auf das Substrat (2) durch Auftragen
eines Klebers (5) erzeugt wird, und
- in einem zweiten Schritt (B) auf die Oberfläche (6) der ersten Schicht (4) zumindest
abschnittsweise eine zweite Schicht (7) in Form einer Folie oder Folientransferschicht
(8) aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einem Zwischenschritt (ZS) in den Kleber (5) zumindest abschnittsweise gezielt
eine dem drucktechnischen Merkmal (1) zugrunde liegende Information dadurch übertragen
wird, dass der Kleber durch eine die Information tragende elektromagnetische Strahlung
oder Teilchenstrahlung vor dem Auftragen der Folie oder Folientransferschicht zumindest
teilweise gehärtet oder getrocknet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass als informationstragende, elektromagnetische Strahlung (10) Laserstrahlung, LED-Strahlung
oder durch eine Maske geführte Strahlung eingesetzt wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung eines der Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
gekennzeichnet durch
ein erstes Modul (13a-d) mit einer ersten Druck- und/oder Beschichtungseinheit (14a-d)
zur Aufbringung des Klebers im ersten Schritts (A), ein in Transportrichtung des Substrats
(2) nachgeordnetes zweites Modul (15a-d) mit einer zweiten Druck- und/oder Beschichtungseinheit
zur Aufbringung der Folie oder Folientransferschicht im zweiten Schritt (B) und ein
in Transportrichtung des Substrats (2) zwischen dem ersten und dem zweiten Modul (13a-d,
15a-d) angeordnetes Zwischenmodul (ZM) mit einer Informationsübertragungseinheit (17)
zur Bestrahlung des Klebers im Zwischenschritt (ZS), wobei das Zwischensmodul (ZM)
ausgebildet ist, um indem Kleber (5) zumindest abschnittsweise gezielt eine dem drucktechnischen
Merkmal zugrundeliegende Information zu übertragen indem der Kleber durch eine die Information tragende elektromagnetische Strahlung oder Teilchenstrahlung
vor den Auftragen der Folie oder Folientransferschicht zumindest teilweise gehärtet
oder getrocknet wird.
4. Bedruckstoff verarbeitende Maschine - z.B. Druckmaschine, insbesondere Bogen verarbeitende
Rotationsdruckmaschine für den lithographischen Offsetdruck, oder z.B. Druckweiterverarbeitungsmaschine
-,
gekennzeichnet
durch eine Vorrichtung nach Anspruch 3.
1. Method for creating a graphic arts feature on a substrate of a printed product
wherein
- in a first step (A) a first layer (4) is created on the substrate (2) by applying
a glue (5), and
- in a second step (B), a second layer (7) in the form of a foil or foil transfer
layer (8) is applied at least to sections of the surface (6) of the first layer (4)
characterized in
that in an intermediate step (ZS), information on which the graphic arts feature (1) is
based is transferred into the glue (5) at least in sections in a targeted way by at
least partially hardening or drying the glue prior to the application of the foil
or foil transfer layer by electromagnetic radiation or particle radiation that carries
the information.
2. Method according to claim 2,
characterized in
that laser radiation, LED radiation, or radiation guided through a screen is used as the
electromagnetic radiation (10) that carries the information.
3. Device for implementing a method according to one of Claims 1 to 2,
characterized by
a first module (13a-d) including a first printing and/or coating unit (14a-d) for
applying the glue in the first step (A), a second module (15a-d) arranged downstream
in the direction of transport of the substrate (2) and including a second printing
and/or coating unit for applying the foil or foil transfer layer in the second step
(B), and an intermediate module (ZM) arranged between the first module (13a-d) and
the second module (15a-d) in the direction of transport of the substrate (2) and including
an information transfer unit (17) for irradiating the glue in the intermediate step
(ZS), the intermediate module (ZM) designed to transfer information on which the graphic
arts feature (1) is based into the glue (5) at least in sections in a targeted way
prior to the application of the foil or foil transfer layer by at least partially
hardening or drying the glue by an electromagnetic radiation or particle radiation
that carries the information.
4. Machine processing printing material, for example printing press, in particular sheet-processing
rotary printing press for lithographic offset printing, or machine for the further
processing of printed products,
characterized by
a device according to claim 3.
1. Procédé pour la production d'une caractéristique d'impression sur un substrat d'un
produit imprimé,
- dans une première étape (A), une première couche (4) étant appliquée sur le substrat
(2) par application d'une colle (5) et
- dans une seconde étape (B), il est produit sur la surface (6) de la première couche
(4) au moins par section une seconde couche (7) sous forme d'un film ou d'une couche
de transfert de film (8),
caractérisé en ce que
dans une première étape intermédiaire (ZS), il est transféré dans la colle (5) au
moins par section et de manière ciblée une information de base servant de base à la
caractéristique d'impression (1) par le fait que la colle est au moins partiellement
durcie ou séchée par un rayonnement ou rayonnement de particules électromagnétique
portant l'information avant l'application du film ou de la couche de transfert de
film.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
en tant que rayonnement électromagnétique porteur d'information (10), un rayonnement
laser, DEL, ou un rayonnement guidé à travers un masque est utilisé.
3. Dispositif pour la mise en oeuvre d'un des procédé selon l'une des revendications
1 à 2, caractérisé par
un premier module (13a-d) avec une première unité de pression et/ou de revêtement
(14a-d) pour l'application de la colle dans une première étape (A), un second module
(15a-d) disposé dans la direction de transport du substrat (2) avec une seconde unité
de revêtement et/ou de pression pour l'application de film ou de la couche de transfert
de film dans une seconde étape (B) et un second module intermédiaire (ZM) disposé
dans la direction de transport du substrat (2) entre le premier et le second module
(13a-d, 15a-d) avec une unité de transfert d'information (17) pour l'irradiation de
la colle dans l'étape étape intermédiaire (ZS), le module intermédiaire (ZM) étant
réalisé pour transmettre une information de base de la caractéristique d'impression
dans la colle (5) au moins par section de manière ciblée, dans le fait que la colle
est au moins partiellement durcie ou séchée par un rayonnement ou un rayonnement partiel
électromagnétique partiel portant l'information avant l'application du film ou de
la couche de transfert de film.
4. Machine de traitement d'un support imprimé, par exemple une machine d'impression,
en particulier une machine d'impression, rotative d'impression de feuilles pour l'impression
offset lithographique ou pour par exemple une machine de transformation d'impression,
caractérisée
par un dispositif selon la revendication 3.