Hintergrund der Erfindung
[0001] Zum Schutz metallischer Werkstoffoberflächen vor korrosiven Umwelteinflüssen stehen
im Stand der Technik unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Die Beschichtung des
zu schützenden metallischen Werkstücks mit einem Überzug aus einem anderen Metall,
beispielsweise Zink und dessen Legierungen, ist dabei eine in der Technik weit verbreitete
und etablierte Methode. Um die Korrosion des Überzugmetalls zu reduzieren bzw. möglichst
lange zu verhindern, werden speziell auf kathodisch schützenden unedlen Überzugsmetallen
wie Zink und dessen Legierungen oft sogenannte Konversionsschichten eingesetzt. Hierbei
handelt es sich um in wässrigen Medien in einem weiten pH-Bereich unlösliche Reaktionsprodukte
des unedlen Beschichtungsmetalls oder seiner Legierung mit der Reaktionslösung. Beispiele
für diese sogenannten Konversionsschichten sind Phosphatierungen und Chromatierungen.
[0002] Im Falle von Chromatierungen wird die zu behandelnde Oberfläche in eine saure, Chrom(VI)-Ionen
enthaltende Lösung getaucht. Handelt es sich beispielsweise um eine Zink-Oberfläche,
so löst sich ein Teil des Zinks auf. Unter den hierbei herrschenden reduzierenden
Bedingungen wird Chrom(VI) zu Chrom(III) reduziert, das in dem u.a. durch die Wasserstoffentwicklung
alkalischeren Oberflächenfilm u.a. als Chrom(III)-hydroxid bzw. als schwerlöslicher
µ-Oxo- oder µ-Hydroxo-verbrückter Chrom(III)-Komplex abgeschieden wird. Parallel wird
schwerlösliches Zinkchromat(VI) gebildet. Insgesamt entsteht eine dicht geschlossene,
sehr gut vor dem Korrosionsangriff durch Elektrolyte schützende Konversionsschicht
auf der Zinkoberfläche.
[0003] Chrom(VI)-Verbindungen zeichnen sich neben ihrer akuten Toxizität durch ihr hohes
karzinogenes Potential aus, so dass ein Ersatz der mit diesen Verbindungen einhergehenden
Verfahren notwendig ist.
[0004] Als Ersatz für Chromatierungsverfahren mit sechswertigen Chromverbindungen haben
sich mittlerweile eine Vielzahl von Verfahren etabliert, die unterschiedliche Komplexe
dreiwertiger Chromverbindungen verwenden.
[0005] Alternativ zu Verfahren, die auf dreiwertigen Chromverbindungen basieren, beschreibt
der Stand der Technik auch Prozesse, die auf andere Metalle zum Aufbau einer Konversionsschicht
zurück greifen. In der Anmeldeschrift
WO 2008/119675 werden Behandlungslösungen zur Erzeugung von Chrom-und Cobalt-freien Konversionsschichten
beschrieben, die Oxo-Kationen und Halogen-Komplexionen enthalten, die zu farblosen
und leicht irisierenden Schichten führen.
[0006] Nachteilig an diesen im Stand der Technik beschriebenen Chrom- und Cobalt-freien
Konversionsschichten ist jedoch, dass sie bisher nur in Farben, die auf Interferenzphänomenen
beruhen, existieren. Dies umfasst nahezu transparente, bläuliche oder bunt irisierende
und gelbliche Schichten.
[0007] Farbstoffe, wie sie auch bei Cr(III)-basierten Passivierungen eingesetzt werden können
prinzipiell auch bei Chrom-freien Konversionsschichten verwendet werden.
[0008] Es gelingt jedoch hier wie auch bei den Cr(III)-basierten Konversionsschichten aufgrund
der geringen Schichtdicke (≤ 500 nm) nicht, eine hinreichende Absorption des von der
Oberfläche reflektierten Lichtes über alle Wellenlängen des sichtbaren Lichtes zu
erzeugen, die als schwarzer Farbeindruck wahrgenommen würde.
[0009] Bei schwarz färbenden Verfahren auf Grundlage Cr(III)-haltiger Konversionsschichten
wird in der Regel ein Übergangsmetall wie Cobalt oder Eisen als Co(II) oder Fe(II)
oder Fe(III) der Passivierung zugesetzt, um in situ feinverteilte, schwarze Pigmente
in der Konversionsschicht zu erzeugen.
[0010] Behandlungslösungen zur Erzeugung solcher Schwarzpassivierungen werden zum Beispiel
in der Schrift
EP 1 970 470 A1 beschrieben. Solche Behandlungslösungen enthalten neben Cr
3+- und Co
2+-Ionen Nitrat-Ionen und mindestens zwei unterschiedliche Carbonsäuren.
[0011] Eisen hat dabei den Nachteil, daß der Korrosionsschutz des Systems durch Einbau eisenhaltiger
Pigmente deutlich geschwächt wird.
[0012] Cobalt erlaubt zwar Systeme mit besserem Konversionsschutz, hat aber den Nachteil
unter bestimmten Bedingungen gesundheitlich nicht unbedenklich zu sein.
[0013] Die Patentschrift
JP 2005-206872 beschreibt eine Cr
6+-Ionen freie Behandlugslösung zur Erzeugung von Schwarzpassivierungen, die neben Cr
3+-Ionen mindestens ein weiteres lon, ausgewählt aus der Gruppe von Sulfat, Chlorid,
Ionen der Oxosäuren von Chlor und Nitrat, sowie eine Schwefelverbindung enthält. Die
so erzeugten schwarzen Konversionsschichten enthalten Chromionen.
[0014] Die Schrift
JP 2005-187925 beschreibt Behandlungslösungen zur Herstellung von gefärbten Passivierungsschichten,
die Cr
3+-Ionen, weitere Metallionen und eine organische Schwefelverbindung enthalten. Die
so erzeugten schwarzen Konversionsschichten enthalten Chromionen.
[0015] Die Schrift
JP 2005-187838 beschreibt ebenfalls wässrige Behandlungslösungen zur Erzeugung von schwarz gefärbten
Passivierungsschichten, die Ionen mindestens ausgewählt aus Ni und Co, sowie einer
Schwefelverbindung enthalten. Die so erzeugten schwarzen Konversionsschichtenenthalten
Nickel-und/oder Cobaltionen.
Aufgabe der Erfindung
[0016] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Reaktionslösungen und Verfahren zur Steigerung
des Korrosionsschutzes und zur Schwarzfärbung zinkhaltiger Oberflächen zur Verfügung
zu stellen, die frei sind von giftigen Metallen wie Chrom und Cobalt.
[0017] Ein Verfahren, das den ökologischen und arbeitsmedizinischen Vorteil einer Chrom-
und Cobalt-freien Passivierung mit einem dekorativ hochwertigen schwarzen Farbeindruck
verbindet ist daher wünschenswert.
Beschreibung der Erfindung
[0018] Die Erfindung basiert auf der Verwendung schwefelhaltiger Verbindungen in einer Chromionen-
und Cobaltionen-freien, wässrigen, sauren Matrix. Mit solchen Behandlungslösungen
können schwarz gefärbte Konversionsschichten auf Zink und dessen Legierungen erzeugt
werden.
[0019] Die erfindungsgemäßen Behandlungslösungen enthalten
- a) mindestens ein komplexes, wasserlösliches Metall-Kation ausgewählt aus der Gruppe
umfassend Oxo-Kationen der Formel M'Ocd+, wobei c eine ganze Zahl von 1 bis 3 und d eine ganze Zahl von 1 bis 3 ist und Halogen-Komplexion
der Formel M"Xab-, wobei X ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend F, Cl, Br und I, a eine ganze Zahl
von 3 bis 6 ist, eine ganze Zahl von 1 bis 4 ist und M' und M" ausgewählt sind aus
der Gruppe umfassend Mn, V, Ti, W, Mo, Zr, B, Si und Al;
- b) mindestens ein Oxidationsmittel, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend Wasserstoffperoxid,
organische Peroxide, Alkalimetallperoxide, Perborate, Persulfate, Nitrate, organische
Nitroverbindungen, organische N-Oxide und Gemische davon;
- c) mindestens eine organische Schwefelverbindung, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
Verbindungen der Formeln (1) und (2)
HS-R1-COOR2 (1)
R5OOC-R3-S-S-R4-COOR6 (2),
wobei R1 ausgewählt ist aus C1-C8-Alkyl, linear und verzweigt, Aryl, bevorzugt ist C1-C2-Alkyl;
R2 ausgewählt ist aus H, einem geeigneten Kation (NH4+, Li+, Na+, K+) und C1-C4-Alkyl, linear und verzweigt;
R3 und R4 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus C1-C8-Alkyl, linear und verzweigt, Aryl,
besonders bevorzugt sind die Reste R3 und R4 gleich und C1-C2-Alkyl; und
R5 und R6 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus H, einem geeigneten Kation (NH4+, Li+, Na+, K+) und C1-C4-Alkyl, linear und verzweigt, bevorzugt sind die Reste R5 und R6 gleich.
[0020] Durch Zusatz geeigneter Schwefelverbindungen gemäß der Formeln (1) und (2) wird eine
Schwarzfärbung der Konversionsschicht auch in Abwesenheit von Chrom, Eisen, Cobalt
und Nickel erreicht. Die Liste der sich daraus ergebenden Verbindungen ist nicht abgeschlossen
und umfasst insbesondere solche Verbindungen, die durch Hydrolyse oder dgl. unter
den Bedingungen der zum Ansatz der Reaktionslösung benutzenden Lösungen oder unter
den Bedingungen der Reaktionslösung bzw. der Reaktion mit der Metalloberfläche geeignete,
den oben genannten Formeln entsprechende Verbindungen freisetzen können wie die Salze
und Ester dieser Verbindungen. Die am meisten bevorzugten Schwefelverbindungen sind
Thioglykolsäure, 3-Thiopropionsäure, Dithiodiglykolsäure und Thiomilchsäure.
[0021] Die Schwefelverbindungen gemäß Formel (1) und (2) werden der erfindungsgemäßen Behandlungslösung
in einer Menge von 0.2 g/l bis 500 g/l, bevorzugt 1 g/l bis 100 g/l und am meisten
bevorzugt 3 g/l bis 20 g/l zugegeben.
[0022] Die Oxo-Kationen der Formel M
'O
cd+ werden bevorzugt in Form ihrer Nitrate, Sulfate und Halogenide der erfindungsgemäßen
Behandlungslösung zugesetzt, aus denen sich durch Hydrolyse in der Behandlungslösung
die Oxo-Kationen bilden. Beispielsweise wird als Quelle für ZrO
2+ Zirkonoylsulfat (ZrO(SO
4)) verwendet.
[0023] Beispiele für geeignete Metalle M' sind Mn, V, W, Mo, Ti und Zr. Beispiele für geeignete
Oxo-Kationen sind MnO
+, VO
3+, VO
2+, WO
22+, MoO
22+ , TiO
2+, ZrO
2+ und Gemische davon. Besonders bevorzugte Oxo-Kationen sind die des Titans und des
Zirconiums. Die Oxo-Kationen werden der Behandlungslösung in einer Menge von 0.02
g/l bis 50 g/l, bevorzugt 0.05 g/l bis 10 g/l und am meisten bevorzugt 0.1 g/l bis
5 g/l zugegeben.
[0024] Die Halogen-Komplexionen der Formel M
"X
ab- werden in Form ihrer Metallsalze, vorzugsweise ihrer Alkalimetallsalze, besonders
bevorzugt ihrer Natrium- und Kaliumsalze, zugegeben. Bevorzugt sind die Halogen-Komplexanionen
der Formel M"X
ab-, die aus der Gruppe , umfassend BF
4-, TiF
62-, ZrF
62-, SiF
62-, AlF
63-, und Gemischen davon ausgewählt sind. Besonders bevorzugt sind die Halogen-Komplexionen
SiF
62-, TiF
62- und ZrF
62-. Die Halogen-Komplexanionen der Formel M"X
ab- werden zu der erfindnungsgemäßen Behandlungslösung in einer Menge von 0.02 g/l bis
100 g/l, bevorzugt 0.05 g/l bis 50 g/l und am meisten bevorzugt 0.1 g/l bis 10 g/l
zugegeben.
[0025] Die erfindungsgemäße Behandlungslösung kann entweder mindestens ein Oxo-Kationen
der Formel M
'O
cd+ mit M
' gleich Mn, V, Ti, W, Mo, Zr oder mindestens ein Halogen-Komplexion der Formel M
"X
ab- enthalten. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung enthält die Behandlungslösung
eine Mischung aus sowohl mindestens einem Oxo-Kation als auch mindestens einem Halogen-Komplexionen.
Diese Ausführungsform ist bevorzugt, da sie in einer erhöhten Korrosionsbeständigkeit
der Metallschicht resultiert (vgl. Beispiele 3 bis 7).
[0026] Das mindestens eine Oxidationsmittel in der erfindungsgemäßen Behandlungslösung wird
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Wasserstoffperoxid, organische Peroxide, Alkalimetallperoxide,
Persulfate, Perborate, Nitrate und Gemische davon. Das am meisten bevorzugte Oxidationsmittel
ist Wasserstoffperoxid. Das mindestens eine Oxidationsmittel wird der Behandlungslösung
in einer Menge von 0.2 g/l bis 100 g/l, bevorzugt 1 g/l bis 50 g/l und am meisten
bevorzugt 5 g/l bis 30 g/l zugegeben.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Behandlungslösung
wird der pH-Wert mittels einer Säure oder Base auf einen Wert im Bereich von 0.5 bis
5.0, vorzugsweise im Bereich von 1.0 bis 3.0, besonders bevorzugt im Bereich von 1.3
bis 2.0 eingestellt. Als bevorzugte Säure wird HNO
3 oder H
2SO
4, als bevorzugte Base Natronlauge verwendet.
[0028] Die Anwendung der erfindungsgemäßen Behandlungslösung zur Herstellung von Korrosionsschutzschichten
erfolgt durch direkte Behandlung der Metalloberflächen mit der Behandlungslösung,
durch Eintauchen oder Schwenken des zu beschichtenden Substrats in die bzw. mit der
Behandlungslösung. Die Anwendung durch Eintauchen oder Schwenken erfolgt vorzugsweise
bei einer Temperatur der Behandlungslösung im Bereich von 20 bis 100°C, vorzugsweise
von 30 bis 70°C, bevorzugter von 40 bis 60 °C und besonders bevorzugt bei etwa 50°C.
Die am meisten geeignete Behandlungsdauer zur Herstellung von Korrosionsschutzschichten
durch Eintauchen oder Schwenken des zu beschichtenden Substrats in die bzw. mit der
Behandlungslösung variiert in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern, wie z. B.
der Zusammensetzung der Behandlungslösung, der Behandlungstemperatur, der Art der
Metalloberflache und dem Grad des gewünschten Korrosionsschutzes und kann anhand von
Routineversuchen ermittelt werden. Im Allgemeinen liegt die Behandlungsdauer im Bereich
von 5 bis 180 s, vorzugsweise im Bereich von 30 bis 120 s.
[0029] Die so abgeschiedenen schwarzen Konversionsschichten erzeugen bereits einen guten
Korrosionsschutz bezogen auf die Bildung von Zinkkorrosionsprodukten auf zinkhaltigen
Oberflächen.
[0030] Um den Korrosionsschutz der erzeugten schwarzen Konversionsschichten weiter zu steigern,
können die beschrieben Konversionsschichten gängigen Nachbehandlungsverfahren ausgesetzt
werden. Dies umfasst beispielsweise Versiegelungen auf Basis von Silikaten, organofunktionellen
Silanen und nanoskaligem SiO
2, sowie Polymerdispersionen.
[0031] Die durch die anschließende Behandlung erzeugten Versieglungsschichten verbessern
die Barrierewirkung der darunterliegenden Konversionsschicht und verbessern so zusätzlich
den Korrosionsschutz des gesamten Beschichtungssystems.
Beispiele
Vergleichsbeispiel
[0032] 800 ml einer Lösung aus 0.25 Gew.-% Zirkonylsulfat wird unter Rühren mit 13.6 g/l
Kaliumhexafluorotitanat versetzt und für 30 min stark gerührt. Die Lösung wird anschließend
auf 1000 ml aufgefüllt. Die Lösung wird 1:4 mit Wasser verdünnt (1 I Lösung + 3 I
Wasser) und anschließend 1 I einer Wasserstoffperoxid Lösung (10 Gew.-%) hinzugefügt.
[0033] Der pH-Wert wird mit NaOH auf pH 1.6 bei 50 °C eingestellt.
[0034] Ein Blech aus niedriglegiertem Stahl wird nach geeigneter Vorbehandlung in einem
alkalischen Verzinkungselektrolyten (Protolux® 3000, ein Produkt von Atotech Deutschland
GmbH, enthaltend 12 g/l Zink und 120 g/l NaOH) mit 10 µm Zink beschichtet.
[0035] Das Blech wird nach dem Verzinken gespült und direkt in die oben bereitete Behandlunsglösung
eingetaucht. Nach 60 s Behandlungszeit unter leichter Bewegung wird das Blech entnommen,
gespült und getrocknet. Es weist eine mehrfarbig irisierende Oberfläche auf.
Ausführungsbeispiel 1
[0036] Eine Behandlungslösung zur Erzeugung von Konversionsschichten wie sie im Vergleichsbeispiel
1 beschrieben ist, wird mit 10 g/l Thioglykolsäure versetzt und der pH-Wert mit NaOH
auf pH 1.6 (50 °C) eingestellt.
[0037] Ein Blech aus niedriglegiertem Stahl wird nach geeigneter Vorbehandlung in einem
alkalischen Verzinkungselektrolyten (Protolux® 3000, ein Produkt der Atotech Deutschland
GmbH, enthaltend 12 g/l Zink und 120 g/l NaOH) mit 8-15 µm Zink beschichtet.
[0038] Das Blech wird nach dem Verzinken gespült und direkt in die oben bereitete Behandlungslösung
eingetaucht. Nach 60 s Behandlungszeit unter leichter Bewegung wird das Blech entnommen,
gespült und getrocknet. Es weist eine tiefschwarze Oberfläche auf.
Ausführungsbeispiel 2
[0039] Eine Behandlungslösung zur Erzeugung von Konversionsschichten wie sie im Vergleichsbeispiel
1 beschrieben ist wird mit 11 g/l 3-Thiopropionsäure versetzt und der pH-Wert mit
NaOH auf pH 1.6 (50 °C) eingestellt.
[0040] Ein Blech aus niedriglegiertem Stahl wird nach geeigneter Vorbehandlung in einem
alkalischen Verzinkungselektrolyten (Protolux® 3000) mit 10 µm Zink beschichtet.
[0041] Das Blech wird nach dem Verzinken gespült und direkt in die oben bereitete Behandlungslösung
eingetaucht. Nach 60 s Behandlungszeit unter leichter Bewegung wird das Blech entnommen,
gespült und getrocknet. Es weist eine tiefschwarze Oberfläche auf.
Ausführungsbeispiel 3
[0042] Eine Behandlungslösung zur Erzeugung von Konversionsschichten wie sie im Vergleichsbeispiel
1 beschrieben ist, wird mit 11 g/l Dithiodiglykolsäure versetzt und der pH-Wert mit
NaOH auf pH 1.6 (50 °C) eingestellt.
[0043] Ein Blech aus niedriglegiertem Stahl wird nach geeigneter Vorbehandlung in einem
alkalischen Verzinkungselektrolyten (Protolux® 3000) mit 10 µm Zink beschichtet.
[0044] Das Blech wird nach dem Verzinken gespült und direkt in die oben bereitete Behandlungslösung
eingetaucht. Nach 60 s Behandlungszeit unter leichter Bewegung wird das Blech entnommen,
gespült und getrocknet. Es weist eine tiefschwarze Oberfläche auf.
[0045] Das Blech mit der so erzeugten Oberfläche wird bei 80 °C im Umluftofen für 15 min
getrocknet und der Korrosionsschutz im neutralen Salzsprühnebeltest nach ISO 9227
NSS geprüft. Das Blech erzielte eine Standzeit von 48 h bis zum Auftreten von Zinkkorrosionsprodukten
> 5 % der Fläche.
Ausführungsbeispiel 4
[0046] Ein Blech mit einer gemäß Ausführungsbeispiel 3 erzeugten Oberfläche wird gespült,
in eine Versiegelungslösung bestehend aus einer silikathaltigen Polyurethandispersion
(Corrosil® Plus 501, ein Produkt der Atotech Deutschland GmbH) getaucht und bei 80
°C im Umluftofen für 15 min getrocknet. Der Korrosionsschutz im neutralen Salzsprühnebeltest
nach ISO 9227 NSS geprüft. Das Blech erzielte eine Standzeit von 120 h bis zum Auftreten
von Zinkkorrosionsprodukten > 5 % der Fläche. Eine üblicherweise zur Erhöhung des
Korrosionsschutzes eingesetzte Versieglungslösung kann also auch auf den erfindungsgemäßen
Chrom- und Cobalt-freien schwarzen Konversionsschichten verwendet werden.
Ausführungsbeispiel 5
[0047] Eine Behandlungslösung zur Erzeugung von Konversionsschichten wie sie im Vergleichsbeispiel
1 beschrieben ist, wird mit 13 g/l Thiomilchsäure versetzt und der pH-Wert mit NaOH
auf pH 1.6 (50 °C) eingestellt.
[0048] Ein Blech aus niedriglegiertem Stahl wird nach geeigneter Vorbehandlung in einem
alkalischen Verzinkungselektrolyten (Protolux® 3000) mit 10 µm Zink beschichtet.
[0049] Das Blech wird nach dem Verzinken gespült und direkt in die oben bereitete Behandlungslösung
eingetaucht. Nach 60 s Behandlungszeit unter leichter Bewegung wird das Blech entnommen,
gespült und getrocknet. Es weist eine tiefschwarze Oberfläche auf.
[0050] Das Blech mit der so erzeugten Oberfläche wird bei 80 °C im Umluftofen für 15 min
getrocknet und der Korrosionsschutz im neutralen Salzsprühnebeltest nach ISO 9227
NSS geprüft. Das Blech erzielte eine Standzeit von 48 h bis zum Auftreten von Zinkkorrosionsprodukten
> 5 % der Fläche.
Ausführungsbeispiel 6
[0051] 1000 ml einer Lösung von 3.5 g/l Kaliumhexafluorotitanat werden unter Rühren mit
250 ml einer Wasserstoffperoxid Lösung (10 Gew.-%) versetzt und 10 g/l Thioglykolsäure
zugegeben.
[0052] Der pH-Wert wird mit HNO
3 auf pH 1.6 bei 50 °C eingestellt.
[0053] Ein Blech aus niedriglegiertem Stahl wird nach geeigneter Vorbehandlung in einem
alkalischen Verzinkungselektrolyten (Protolux® 3000) mit 10 µm Zink beschichtet.
[0054] Das Blech wird nach dem Verzinken gespült und direkt in die oben bereitete Behandlungslösung
eingetaucht. Nach 60 s Behandlungszeit unter leichter Bewegung wird das Blech entnommen,
gespült und getrocknet. Es weist eine tiefschwarze Oberfläche auf.
[0055] Das Blech mit der so erzeugten Oberfläche wird bei 80 °C im Umluftofen für 15 min
getrocknet und der Korrosionsschutz im neutralen Salzsprühnebeltest nach ISO 9227
NSS geprüft. Das Blech erzielte eine Standzeit von 24 h bis zum Auftreten von Zinkkorrosionsprodukten
> 5 % der Fläche.
Ausführungsbeispiel 7
[0056] 1000 ml einer Lösung von 2.5 g/l Zirkonylsulfat werden unter Rühren mit 250 ml einer
Wasserstoffperoxid Lösung (10 Gew.-%) versetzt und 10 g/l Thioglykolsäure zugegeben.
[0057] Der pH-Wert wird mit NaOH auf pH 1.6 bei 50 °C eingestellt.
[0058] Ein Blech aus niedriglegiertem Stahl wird nach geeigneter Vorbehandlung in einem
alkalischen Verzinkungselektrolyten (Protolux® 3000) mit 10 µm Zink beschichtet.
[0059] Das Blech wird nach dem Verzinken gespült und direkt in die oben bereitete Behandlungslösung
eingetaucht. Nach 60 s Behandlungszeit unter leichter Bewegung wird das Blech entnommen,
gespült und getrocknet. Es weist eine tiefschwarze Oberfläche auf.
[0060] Das Blech mit der so erzeugten Oberfläche wird bei 80 °C im Umluftofen für 15 min
getrocknet und der Korrosionsschutz im neutralen Salzsprühnebeltest nach ISO 9227
NSS geprüft. Das Blech erzielte eine Standzeit von 24 h bis zum Auftreten von Zinkkorrosionsprodukten
> 5 % der Fläche.
1. Behandlungslösung zur Herstellung von schwarzen Chrom-und Cobalt-freien Konversionsschichten,
enthaltend
a) mindestens ein komplexes, wasserlösliches Metall-Kation ausgewählt aus der Gruppe
umfassend Oxo-Kationen der Formel M'Ocd+, wobei c eine ganze Zahl von 1 bis 3 und d eine ganze Zahl von 1 bis 3 ist und Halogen-Komplexion
der Formel M"Xab-, wobei X ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend F, Cl, Br und I, a eine ganze Zahl
von 3 bis 6 ist, b eine ganze Zahl von 1 bis 4 ist und M' und M" ausgewählt sind aus
der Gruppe umfassend Mn, V, Ti, W, Mo, Zr, B, Si und Al
b) mindestens ein Oxidationsmittel
c) mindestens eine organische Schwefelverbindung, ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Verbindungen der Formeln (1) und (2)
HS-R1-COOR2 (1)
R5OOC-R3-S-S-R4-COOR6 (2),
wobei R
1 ausgewählt ist aus C1-C8-Alkyl, linear und verzweigt und Aryl,
R
2 ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend H, NH
4+, Li
+, Na
+, K
+ und C1-C4-Alkyl, linear und verzweigt;
R
3 und R
4 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend C1-C8-Alkyl, linear
und verzweigt und Aryl; und
R
5 und R
6 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend H, NH
4+, Li
+, Na
+, K
+ und C1-C4-Alkyl, linear und verzweigt.
2. Behandlungslösung gemäß Anspruch 1, wobei M' ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend
Mn, V, Ti, W, Mo und Zr.
3. Behandlungslösung gemäß Anspruch 1, wobei M" ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend
B, Al, Si, Ti und Zr.
4. Behandlungslösung, gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 die mindestens ein Oxo-Kation
der Formel M'Ocd+ und mindestens ein Halogen-Komplexion der Formel M"Xab- enthält.
5. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem das Oxidationsmittel
ausgewählt ist aus der Gruppe, umfassend Wasserstoffperoxid, organische Peroxide,
Alkalimetallperoxide, Perborate, Persulfate, Nitrate, organische Nitroverbindungen
und organische N-Oxide und Gemische davon.
6. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die Reste der Verbindungen
gemäß Formel (1) und (2) ausgewählt werden aus:
R1 ist C1-C2-Alkyl, und
R3 und R4 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus C1-C2-Alkyl.
7. Behandlungslösung gemäß Anspruch 6, bei der R3 und R4 gleich sind.
8. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der die organische Schwefelverbindung
ausgewählt ist aus der Gruppe, umfassend Thioglykolsäure, Dithiodiglykolsäure, Thiomilchsäure
und 3-Thiopropionsäure.
9. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8" bei der das Oxidationsmittel
ein Peroxid ist.
10. Behandlungslösung gemäß Anspruch 9, bei der das Peroxid Wasserstoffperoxid ist.
11. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem das mindestens eine
Oxo-Kation der Formel M'Ocd+ ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus MnO+, VO3+, VO2+, WO22+, MoO22+, TiO2+, ZrO2+ und Gemischen davon.
12. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem das mindestens eine
Halogen-Komplexion der Formel M'Xab- aus gewählt ist aus der Gruppe bestehend aus SiF62-, TiF62- und ZrF62-.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Behandlungslösung zur Herstellung von schwarzen Chrom-und Cobaltfreien Konversionsschichten,
enthaltend
a) mindestens ein komplexes, wasserlösliches Metall-Kation ausgewählt aus der Gruppe
umfassend Oxo-Kationen der Formel M'Ocd+, wobei c eine ganze Zahl von 1 bis 3 und d eine ganze Zahl von 1 bis 3 ist und /
oder Halogen-Komplexion der Formel M"Xab-, wobei X ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend F, Cl, Br und I, a eine ganze Zahl
von 3 bis 6 ist, b eine ganze Zahl von 1 bis 4 ist und M' und M" ausgewählt sind aus
der Gruppe umfassend Mn, V, Ti, W, Mo, Zr, B, Si und Al
b) mindestens ein Oxidationsmittel
c) mindestens eine organische Schwefelverbindung, ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Verbindungen der Formeln (1) und (2)
HS-R1-COOR2 (1)
R5OOC-R3-S-S-R4-COOR6 (2),
wobei R1 ausgewählt ist aus C1-C8-Alkyl, linear und verzweigt und Aryl,
R2 ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend H, NH4+, Li+, Na+, K+ und C1-C4-Alkyl, linear und verzweigt;
R3 und R4 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend C1-C8-Alkyl, linear
und verzweigt und Aryl; und
R5 und R6 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend H, NH4+, Li+, Na+, K+ und C1-C4-Alkyl, linear und verzweigt.
2. Behandlungslösung gemäß Anspruch 1, wobei M' ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend
Mn, V, Ti, W, Mo und Zr.
3. Behandlungslösung gemäß Anspruch 1, wobei M" ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend
B, Al, Si, Ti und Zr.
4. Behandlungslösung, gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 die mindestens ein Oxo-Kation
der Formel M'Ocd+ und mindestens ein Halogen-Komplexion der Formel M"Xab- enthält.
5. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem das Oxidationsmittel
ausgewählt ist aus der Gruppe, umfassend Wasserstoffperoxid, organische Peroxide,
Alkalimetallperoxide, Perborate, Persulfate, Nitrate, organische Nitroverbindungen
und organische N-Oxide und Gemische davon.
6. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die Reste der Verbindungen
gemäß Formel (1) und (2) ausgewählt werden aus:
R1 ist C1-C2-Alkyl, und
R3 und R4 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus C1-C2-Alkyl.
7. Behandlungslösung gemäß Anspruch 6, bei der R3 und R4 gleich sind.
8. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der die organische Schwefelverbindung
ausgewählt ist aus der Gruppe, umfassend Thioglykolsäure, Dithiodiglykolsäure, Thiomilchsäure
und 3-Thiopropionsäure.
9. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8,, bei der das Oxidationsmittel
ein Peroxid ist.
10. Behandlungslösung gemäß Anspruch 9, bei der das Peroxid Wasserstoffperoxid ist.
11. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem das mindestens eine
Oxo-Kation der Formel M'Ocd+ ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus MnO+, VO3+, VO2+, WO22+, MoO22+, TiO2+, ZrO2+ und Gemischen davon.
12. Behandlungslösung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem das mindestens eine
Halogen-Komplexion der Formel M'Xab- aus gewählt ist aus der Gruppe bestehend aus SiF62-, TiF62- und ZrF62-.