[0001] Die Erfindung betrifft ein Vorhang-Auftragswerk zum Abgeben von flüssigem oder pastösem
Auftragsmedium in Form eines sich im Wesentlichen schwerkraftbedingt bewegenden Vorhangs
oder Schleiers an einen bewegten Untergrund, insbesondere aus Papier oder Karton.
[0002] Aus
DE 100 57 733 A1 ist bekannt, dass ein solches Vorhang-Auftragswerk eine Düsenkammer umfasst, der
das Auftragsmedium über eine Zufuhrleitung zugeführt wird, und die das Auftragsmedium
durch eine Austrittsöffnung als Vorhang bzw. Schleier abgibt. Das Vorhang-Auftragswerk
befindet sich dabei in einem Abstand vom Untergrund, wodurch sich der Vorteil des
kontaktlosen Auftragens ergibt.
[0003] Zur Bildung eines Vorhangs kann das Vorhang-Auftragswerk (Curtain Coater) mit einer
Schlitzdüse oder einer Kaskadendüse verwendet werden. Bei einer Schlitzdüse (Slot-Fed
Die) eines einschichtigen Vorhang-Auftragswerks bildet sich der Vorhang unmittelbar
am Austritt aus dem Düsenspalt. Die Vorhang-Auftragswerke mit einer Schlitzdüse sind
beispielsweise aus
DE 197 16 647 A1 und
DE 10 2005 017 547 A1 bekannt. Die Kaskadendüsen (Slide-Fed Die) werden bei der mehrschichtigen Bahnbeschichtung
eingesetzt. Bei einer Kaskadendüse strömt die Streichmasse aus einer Verteilerkammer
zuerst nach oben zum Austrittsspalt. Aus dem Austrittsspalt fließt die Streichmasse
auf eine schiefe Ebene, wird dort mit den Streichmassen von den oberen Schichten überlagert
und anschließend zur Düsenlippe geleitet. Erst an der Abströmkante der Düsenlippe
bildet sich ein Vorhang. Die Kaskadendüsen sind beispielsweise beschrieben in
WO 01/54828 A1 und
WO 2005/024133 A1.
[0004] Das Verteilsystem der Düse ist über der bewegten Papierbahn angeordnet und befindet
sich zwischen der Düsenlippe und der Papierbahn. Das Problem bei den Kaskadendüsen
besteht darin, dass der Platz für das Verteilsystem und für die Düse durch die Vorhanghöhe,
die üblicherweise 100 bis 250 mm beträgt, sehr begrenzt ist.
[0005] Bei einer Beschichtung der Papier- oder Kartonbahn mit einem Curtain Coater soll
die Streichmasse möglichst gleichmäßig über die gesamte Bahnbreite aufgetragen werden.
Die Auftragsdicke muss möglichst konstant über die gesamte Bahnoberfläche sein. Es
ist jedoch schwierig, über die gesamte Arbeitsbreite einen gleichmäßig dicken Auftragsmedium-Vorhang
zu erzielen, je größer die Arbeitsbreite ist. Hohe Bahngeschwindigkeiten stellen eine
weitere hohe Belastung für die Stabilität des Auftragsmedium-Vorhangs dar, da dieser
beim Kontakt mit dem Untergrund aufgrund des Unterschieds zwischen der Geschwindigkeit
kurz vor dem Auftreffen auf dem Untergrund und der Laufgeschwindigkeit des sich bewegenden
Untergrundes gestreckt wird. Zur Erzielung eines qualitativ hochwertigen Auftragsergebnisses
ist deshalb die Gleichmäßigkeit des Auftragsmedium-Vorhangs, mit der dieser die Austrittsöffnung
der Abgabedüse verlässt, von großer Bedeutung. Dies gilt insbesondere dann, wenn das
Auftragsmedium im Wesentlichen fertig dosiert auf den Untergrund gebracht werden soll,
d.h. ein "1:1"-Auftrag ist, und wenn zudem nur sehr geringe Mengen an Auftragsmedium
auf den Untergrund aufgebracht werden sollen, d.h. geringes Strichgewicht.
[0006] Die Auftragsdicke muss also möglichst konstant über die gesamte Bahnoberfläche sein.
Die Grundvoraussetzung dafür ist eine gleichmäßige Verteilung der Streichmasse über
die Auslaufbreite hinsichtlich des Volumenstroms und der Geschwindigkeit. Diese Anforderung
ist bei großen Arbeitsbreiten von beispielsweise 8 bis 10 m und geringen Auftragsgewichten
von beispielsweise 2 bis 10 g/m
2 besonders schwierig zu erfüllen. Schwankende Betriebsbedingungen wie beispielsweise
große Variationsbereiche hinsichtlich der Viskosität der Streichfarbe und der Auftragsmengen
stellen eine zusätzliche Herausforderung beim Erzielen einer gleichmäßigen Verteilung
des Auftrags dar.
[0007] Um eine möglichst homogene Verteilung bei einer großen Variation der Volumenströme
und der Stoffparameter zu erreichen, ist zudem ein Verteilersystem mit zwei Kammern,
die sogenannte Side-fed Dual Cavity Die, bekannt, vgl.
Stephan F. Kistler, Peter M. Schweizer, Liquid Film Coating, Scientific principles
and their technological implications, Chapman & Hall, New York 1997, S. 752 bis 767. Nach der Verteilung in einer ersten Verteilerkammer wird die Streichmasse durch
einen ersten Verteilerkammerspalt in eine zweite Verteilerkammer geleitet. Der Verteilerkammerspalt
muss einen hohen Strömungswiderstand erzeugen. Der daraus resultierende Druck in der
ersten Verteilerkammer ist wesentlich größer als der transversale Druckverlust in
Fließrichtung. Die Druckunterschiede in Strömungsrichtung der ersten Verteilerkammer
sind im Vergleich zum Gesamtdruck in der ersten Verteilerkammer sehr gering. Die Druckverteilung
und damit die Verteilung der Volumenstromdichte über den Verteilerkammerspalt sind
dadurch annähernd gleichmäßig bei großen Variationen der Volumenströme und der Stoffparameter.
Die restlichen Abweichungen werden in der zweiten Verteilerkammer ausgeglichen. Damit
ein hoher Strömungswiderstand erzeugt wird, muss der Verteilerkammerspalt in kleinen
Abmessungen hergestellt werden, die im Bereich von 200 bis 500 µm liegen. Die Volumenstromabweichungen
über die Auslaufbreite dürfen einen Streubereich von 1 bis 2 % nicht überschreiten.
Dafür müssen die flachen Teile, die den Verteilerkammerspalt bilden, mit einer Abweichung
von der Parallelität in einem Bereich von ± 1 bis 3 µm gefertigt werden. Die Länge
des Verteilerkammerspaltes beträgt üblicherweise 20 bis 40 mm. Der Fertigungsaufwand
von flachen Teilen in solchen Dimensionen mit der geforderten Präzision, insbesondere
bei großen Auslaufbreiten von 10 bis 12 m, ist sehr groß und mit erheblichen Kosten
verbunden.
[0008] Aus
DE 197 55 625 A1 ist ein Vorhang-Auftragswerk bekannt, bei dem der Düsenkörper aus zwei wandförmigen
Teilen besteht, die eine der gewünschten Arbeitsbreite entsprechende Länge besitzen.
In eine Längsseite eines der Teile ist eine Längsnut eingearbeitet, die nach dem Zusammenfügen
der beiden Teile eine Verteilerkammer bildet. An die Verteilerkammer ist ein über
die Arbeitsbreite sich erstreckender Austrittskanal angeschlossen, aus dem die Streichfarbe
austritt. Um auf Papier- oder Kartonbahnen mit großer Breite auch geringe Mengen an
Streichfarbe unter schwankenden Bedingungen, z.B. schwankender Viskosität oder sich
ändernden Auftragsmengen, gleichmäßig über die Arbeitsbreite störungsfrei auftragen
zu können, werden die Strömungsverhältnisse in der Verteilerkammer über die zugeführten
Volumenströme beeinflusst. An die Verteilerkammer sind dazu mindestens zwei Zuführkanäle
angeschlossen, die jeweils eine Einrichtung zur Einstellung des zugeführten Volumenstroms
an Streichfarbe aufweisen. Bevorzugt werden Schlauchklemm- oder Membranventile für
die Volumenstromeinstellung verwendet. Die Volumenströme eines jeden Zuführkanals
werden also separat eingestellt. Für eine weitere Vergleichmäßigung ist zwischen der
Verteilerkammer und dem Austrittskanal eine zweite Verteilerkammer angeordnet. Zwischen
der dann ersten Verteilerkammer und der zweiten Verteilerkammer befindet sich ein
zusätzlicher Strömungskanal. Die Schlauchklemmventile und die Membranventile werden
für die Volumenstromeinstellung bevorzugt, um Ablagerungen von Streichpigmenten zu
vermeiden. Die Führungskanäle sind in Richtung zum seitlichen Rand gegen die Senkrechte
geneigt an die Verteilerkammer angeschlossen, um den Platzbedarf für die Zuführkanäle
zu minimieren. Die Begrenzungswand der Zuführkanäle ist mit großen Radien der Umlenkung
ausgeführt, um ein Ablösen der Strömung an den Wänden und damit die Entmischung der
Streichfarbe zu vermeiden.
[0009] Die Erweiterung des Zuführkanals soll so gestaltet werden, dass die Geschwindigkeitsverteilung
der Kanalströmung eine hohe Symmetrie aufweist und die Rückströmungen vermieden werden.
Der Erweiterungswinkel muss deshalb unter einem kritischen Wert liegen. Bei einer
geringen Viskosität der Streichfarbe ist der Erweiterungswinkel relativ klein, beispielsweise
8 bis 12°. Bei hoher Viskosität können die Zuführkanäle mit einem großen Erweiterungswinkel
ausgeführt werden, beispielsweise 20 bis 25°. Nachteilig bei dieser Lösung ist, dass
der Abstand zwischen den Zuführkanälen und die Dimensionen der Zuführkanäle groß gewählt
werden müssen. Der Anschlussabstand der Zuführkanäle liegt im Bereich von 100 bis
1500 mm, vorzugsweise zwischen 500 und 800 mm. Bei geringeren Abständen werden zusätzliche
Steuerelemente benötigt, die die Kosten für das Vorhang-Auftragswerk deutlich erhöhen.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Zuführkanäle insbesondere bei kleinen
Erweiterungswinkeln einen sehr großen Platzbedarf in Anspruch nehmen, wodurch die
technische Umsetzung insbesondere an den Kaskadendüsen unmöglich ist, da der Platz,
der dafür zur Verfügung steht, durch die Vorhanghöhe sehr begrenzt ist.
[0010] Aus
WO 2005/024132 ist eine Düseneinheit bekannt, die Zuführbohrungen aufweist, deren Querschnitte und
deren Strömungswiderstände verändert werden können. Dadurch kann der Volumenstrom
in jeder Bohrung reguliert werden. Die Zuführbohrungen sind zwischen einer maschinenbreiten
Zuführkammer und einer Ausgleichskammer angeordnet und in einem Abstand zueinander
in Richtung über die Auslaufbreite positioniert. Diese Ausführung hat zwar einen geringen
Platzbedarf, dafür aber den Nachteil, dass die Zuführbohrungen in sehr kleinen Abständen
zueinander positioniert werden müssen, um optimale Strömungsbedingungen in der maschinenbreiten
Ausgleichskammer zu erreichen, wo die einzelnen Teilströme aus den Zuführbohrungen
wieder zusammengeführt werden. Die Zuführbohrungen müssen dementsprechend sehr klein
dimensioniert werden. Die Gefahr von Verstopfungen ist dann aber besonders groß und
absolut unerwünscht, da Produktionsstörungen verursacht werden können.
[0011] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Vorhang-Auftragswerk zu schaffen, das eine
hohe Gleichmäßigkeit der Verteilung eines Auftragsmediums über eine Auslaufbreite
unter schwankenden Betriebsbedingungen hinsichtlich der Volumenströme und der Viskosität
des Auftragsmediums gewährleistet und dabei kostengünstig herstellbar ist.
[0012] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0013] Erfindungsgemäß erfolgen die Volumenstrombeeinflussung und die Erzeugung eines gleichmäßigen
Geschwindigkeitsprofils in einem maschinenbreiten Auslaufspalt getrennt voneinander
in zwei verschiedenen Funktionselementen. Dabei ist der Platzbedarf gering, so dass
die erfindungsgemäße Lösung auch an Kaskadendüsen zur Anwendung kommen kann.
[0014] Die einstellbare Volumenstrombeeinflussung ist eine zonenweise einstellbare Volumenbeeinflussung,
wozu eine separate Einrichtung vorgesehen ist, die mindestens zwei Zuführkanäle anschließt
an eine längs einer Aufgabebreite zumindest bereichsweise in Sektionen unterteilte
Verteilerkammer, die eine Zwischenkammer bildet. Für die Erzeugung eines gleichmäßigen
Geschwindigkeitsprofils im Auslaufspalt (Strömungsspalt) ist ein Diffusorblock vorgesehen,
der aus einer Vielzahl von Führungskanälen besteht. Die Teilungszahl der in Sektionen
unterteilten Zwischenkammer zur zonenweisen Volumenstrombeeinflussung ist kleiner
als die Teilungszahl der Führungskanäle des Diffusorblocks.
[0015] Daraus folgen unterschiedliche Teilungsbreiten für die Volumenstrombeeinflussung
einerseits und die Geschwindigkeitsprofilbeeinflussung andererseits, wobei vorzugsweise
die jeweilige Teilungsbreite der Zwischenkammer ein ganzzahliges Vielfaches einer
Teilungsbreite des Diffusorblocks ist. Erfindungsgemäß wird dabei der Strömungsspalt
ersetzt durch eine Vielzahl von Führungskanälen, um hierdurch eine Vergleichmäßigung
des Geschwindigkeitsprofils zu erreichen. Ein jeder Führungskanal kann einen Rohrabschnitt
umfassen, der vorzugsweise ein Teil mit einem kreisförmigen Querschnitt ist, und eine
in Strömungsrichtung anschließende Erweiterung der Kanalströmung, den so genannten
Diffusor des Führungskanals. Die Führungskanäle erzeugen einen annähernd gleichen
Strömungswiderstand.
[0016] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0017] Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den beigefügten Abbildungen dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Querschnittsansicht eines Düsenkörpers eines Vorhang-Auftragswerks
für eine Kaskadendüse gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 zeigt schematisch einen Schnitt eines Düsenkörpers in Querrichtung des Auftragswerks
nach A-A gemäß Fig. 1,
Fig. 3 zeigt schematisch einen Schnitt eines Düsenkörpers in Querrichtung des Auftragswerks
gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
Fig. 4 zeigt schematisch eine Querschnittsansicht eines Düsenkörpers eines Vorhang-Auftragswerks
für eine Kaskadendüse gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel,
Fig. 5 zeigt schematisch eine Querschnittsansicht eines Düsenkörpers eines Vorhang-Auftragswerks
für eine Schlitzdüse gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel.
[0018] Die Erfindung betrifft ein Vorhang-Auftragswerk zum Abgeben von Auftragsmedium in
Form eines sich im Wesentlichen schwerkraftbedingt bewegenden Vorhangs an eine bewegte
Papier- oder Kartonbahn.
[0019] Wie Fig. 1 und Fig. 2 zeigen, umfasst das Vorhang-Auftragswerk einen Düsenkörper
1, dessen obere Fläche bei einer Kaskadendüse eine Zufuhrlippe 2 bildet. Über die
Zufuhrlippe 2 fließt das aus einem Auslaufspalt 3 austretende Austragsmedium, um auf
die Oberfläche der zu streichenden Papier- oder Kartonbahn zu gelangen, die sich unter
der Streicheinrichtung bewegt. Der Auslaufspalt 3 bildet den Endabschnitt eines Strömungskanals
6, der das Auftragsmedium über den Auslaufspalt 3 als fließender oder fallender Vorhang
abgibt.
[0020] Der Düsenkörper 1 umfasst eine maschinenbreite Zufuhrkammer 14, die sich längs einer
Aufgabebreite erstreckt. Diese Zufuhrkammer 14 versorgt mindestens zwei Zuführleitungen
12, die das Auftragsmedium einer sich längs einer Aufgabebreite erstreckenden Verteilerkammer
7 zuführen. Die Zuführleitungen 12 weisen jeweils eine Einrichtung zur Einstellung
des zugeführten Volumenstroms an Auftragmedium auf. Bei dieser Einrichtung handelt
es sich vorzugsweise um jeweils ein Ventil 10, einen Stellzylinder 11 und einen Stellmotor
13.
[0021] Die Verteilerkammer 7 gehört zu einer Einrichtung 8 zur Volumenstrombeeinflussung
und ist längs der Aufgabebreite zumindest bereichsweise in Sektionen 7.1, 7.2, 7.3
unterteilt. Jede dieser Sektionen 7.1, 7.2, 7.3 ist an eine Zuführleitung 12 angeschlossen.
Die Anzahl an Sektionen ist wählbar als 7.1 bis 7.n.
[0022] Der Strömungskanal 6 ist zerlegt in eine Vielzahl einzelner sich erweiternder Führungskanäle
6.1, 6.2, 6.3, 6.4, 6.5, 6.6, 6.7, 6.8, 6.9 eines Diffusorblocks, die einlaufseitig
an die Verteilerkammer 7 anschließen. Die Verteilerkammer 7 mit ihren Sektionen 7.1,
7.2, 7.3 bildet eine Zwischenkammer, die die von der Einrichtung 8 zur zonenweisen
Volumenstrombeeinflussung gelieferten Teilströme den einzelnen Führungskanälen 6.1,
6.2, 6.3, 6.4, 6.5, 6.7, 6.8, 6.9 zuführt. Es liegt eine Stufung vor, wobei die Teilungszahl
für die Verteilerkammer 7 eine andere ist als die für den Strömungskanal 6. Die Teilungszahl
für die Verteilerkammer 7 ist kleiner als die für den Strömungskanal 6. Hieraus folgt,
dass die Sektionen 7.1, 7.2, 7.3 der Verteilerkammer 7 jeweils eine Teilungsbreite
aufweisen, die mehrere Führungskanäle 6.1, 6.2, 6.3, 6.4, 6.5, 6.6, 6.7, 6.8, 6.9
des Diffusorblocks überspannt. Gemäß Fig. 2 überspannen die Sektionen 7.1, 7.2, 7.3
jeweils drei Führungskanäle 6.1, 6.2, 6.3 bzw. 6.4, 6.5, 6.6 bzw. 6.7, 6.8, 6.9. Gemäß
Fig. 3 überspannt die Sektion 7.1 zehn Führungskanäle 6.1, 6.2, 6.3, 6.4, 6.5, 6.6,
6.7, 6.8, 6.9, 6.10.
[0023] Für die zonenweise einstellbare Volumenstrombeeinflussung ist also eine separate
Einrichtung 8 vorgesehen, die in Querrichtung in mehrere Sektionen 7.1 bis 7.n unterteilt
ist. Für die Erzeugung eines gleichmäßigen Geschwindigkeitsprofils im Auslaufspalt
3 wird der Strömungskanal 6 als Diffusorblock ausgebildet, der aus einer Vielzahl
von Führungskanälen 6.1 bis 6.n besteht.
[0024] Die Teilungsbreite der Sektionen 7.1 bis 7.n ist vorzugsweise deutlich größer als
die Teilungsbreite der Führungskanäle 6.1 bis 6.n und entspricht besonders bevorzugt
einem ganzzahligen Vielfachen der Teilungsbreite der Führungskanäle 6.1 bis 6.n. Dadurch
wird erreicht, dass der Abstand zwischen den Führungskanälen 6.1 bis 6.n (Zonenbreite)
groß gewählt werden kann, um die Anzahl von Steuerelementen gegenüber dem Stand der
Technik zu reduzieren und dementsprechend die Investitionskosten gering zu halten.
Der Anschlussabstand zwischen jeweils zwei der Führungskanäle 6.1 bis 6.n kann im
Bereich zwischen 15 und 300 mm, vorzugsweise 20 und 50 mm, gewählt werden.
[0025] Die Teilungsbreiten der Sektionen 7.1 bis 7.n und Führungskanäle 6.1 bis 6.n können
in einem Verhältnis 2 zu 10 bis 3 zu 5 gewählt werden. Die sektionierte Ausführung
der Verteilerkammer 7 ist vorzugsweise maschinenbreit vorgesehen.
[0026] Jede der Sektionen 7.1 bis 7.n ist über vorzugsweise ein Ventil 10 an eine Zuführleitung
12 angeschlossen und dadurch mit der Zufuhrkammer 14 verbunden. Um den Platzbedarf
zu minimieren, besitzt das Ventil 10 vorzugsweise einen um die eigene Achse drehbaren
Stellzylinder 11 mit einem L-förmigen Strömungskanal, der die Strömung um 90° umlenkt.
Der Stellzylinder 11 wird mit dem Stellmotor 13 verstellt.
[0027] Der Zufuhrkammer 14 wird über mindestens eine Leitung (nicht dargestellt) das Auftragsmedium
zugeführt. Die Strömungsrichtung des zuzuführenden Auftragsmediums geht von der Zufuhrkammer
14 her aus, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist. Der Düsenkörper umfasst ferner vorzugsweise
eine weitere Ausgleichskammer 4, die das Auftragsmedium über den Auslaufspalt 3 als
Vorhang abgibt.
[0028] Wie Fig. 2 und Fig. 3 zeigen, sind die Führungskanäle 6.1 bis 6.n so ausgebildet,
dass sie einlaufseitig und längs der Aufgabebreite mit zueinander beabstandeten Rohrabschnitten
an die Sektionen 7.1 bis 7.n der Verteilerkammer 7 anschließen. Die Längen und Öffnungsweiten
der Rohrabschnitte sind zur Vergleichmäßigung des Strömungswiderstandes längs der
Aufgabebreite wählbar. In Strömungsrichtung S gehen die Rohrabschnitte jeweils in
einen Diffusor für ein auslaufseitiges Zusammenführen der Teilströme der Führungskanäle
6.1 bis 6.n über. Zwischen den auslaufseitigen Enden der Diffusoren der Führungskanäle
6.1 bis 6.n und der Ausgleichskammer 4 kann noch eine restliche Teilhöhe des Strömungskanals
in Form eines maschinenbreiten Strömungsspaltes 5 ausgebildet sein, um die einzelnen
Teilströme aus den einzelnen Führungskanälen 6.1 bis 6.n wieder zusammenzuführen,
bevor der Eintritt in die Ausgleichskammer 4 erfolgt. Die beabstandeten und sich erweiternden
Führungskanäle 6.1 bis 6.n sind vorzugsweise in einem Grundkörper des Düsenkörpers
1 angeordnet.
[0029] Die Führungskanäle 6.1 bis 6.n erstrecken sich von der sektionierten Verteilerkammer
7 senkrecht zur Querrichtung des Auftragswerks, d.h. vorzugsweise senkrecht zur Maschinenquerrichtung
(CD) der bewegten Papier- oder Kartonbahn. Die Führungskanäle 6.1 bis 6.n sind dazu
vorzugsweise in einer Zeile angeordnet. Dies gilt vorzugsweise in gleicher Weise für
Sektionskanäle 9 der Einrichtung 8 zur Volumenstrombeeinflussung, über die die sektionierte
Verteilerkammer 7 an die Zuführleitungen 12 angeschlossen sind. Jede Sektion 7.1 bis
7.n ist vorzugsweise an einen Sektionskanal 9 angeschlossen, der über eine Zuführleitung
12 mit Auftragsmedium gespeist wird, wobei der zugeführte Volumenstrom durch das jeweilige
Ventil 10 einstellbar ist. Entsprechend der Anzahl Sektionen 7.1 bis 7.n sind folglich
auch eine entsprechende Anzahl Sektionskanäle 9 und Zuführleitungen 12 vorgesehen.
[0030] Die Strömungswiderstände der Führungskanäle 6.1 bis 6.n längs der Ausgabebreite sind
im Wesentlichen gleich und betragen mindestens 1 mWS (9,81 kPa). Die Rohrabschnitte
der Führungskanäle 6.1 bis 6.n weisen vorzugsweise einen kreisförmigen Querschnitt
auf. Die Anzahl der Führungskanäle 6.1 bis 6.n pro Meter der Ausgabebreite bzw. Auslaufbreite
ist wählbar. Vorzugsweise liegt die Anzahl der Führungskanäle im Bereich zwischen
3 und 66. Um Randströmungen entgegenzuwirken ist es vorteilhaft, den Abstand zwischen
den Führungskanälen über die Auslaufbreite variabel zu gestalten. Unter strömungstechnischen
Aspekten ist es vorteilhaft, die Führungskanäle 6.1 bis 6.n so zu gestalten, dass
sie in ihrem Endbereich, in Strömungsrichtung S gesehen, ein stumpfes Ende mit einer
Stegbreite unter 0,3 mm oder ein abgerundetes Ende aufweisen, um die Bildung von unerwünschten
Wirbelablösungen an den Endkanten zu vermeiden.
[0031] Die Erweiterung der Führungskanäle 6.1 bis 6.n ist vorzugsweise so gestaltet, dass
die Geschwindigkeitsverteilung der Diffusorströmung eine hohe Symmetrie aufweist und
eine Rückströmung vermieden wird. Aufgrund der hohen Viskosität der Streichmasse und
verhältnismäßig geringer Geschwindigkeit handelt es sich dabei um eine divergente
Jeffery-Hamel-Strömung. Der Erweiterungswinkel ist vorzugsweise kleiner als 25°, und
zwar zwischen der Achse des Diffusors und der Wand (Halbwinkel).
[0032] Die strömungsberührten Teile des Vorhang-Auftragswerks werden mechanisch und chemisch
beansprucht. Vorteilhaft ist deshalb, die Führungskanäle 6.1 bis 6.n in einzelnen
Modulen auszubilden, die beispielsweise 2 bis 10, insbesondere 3 bis 5, Führungskanäle
6.1 bis 6.n umfassen. Dadurch können die Module leichter ausgetauscht werden, um eine
Anpassung an beispielsweise ein geändertes Betriebsfenster vorzunehmen.
[0033] In der Einrichtung 8 für die zonenweise Volumenbeeinflussung und in den Führungskanälen
6.1 bis 6.n werden Druckverluste erzeugt. Vorzugsweise ist der Druckverlust durch
das Ventil 10 der Einrichtung 8 größer als der Strömungswiderstand durch einen der
Führungskanäle 6.1 bis 6.n, deren eingangsseitige Rohrabschnitte ebenfalls Drosseln
bilden. Eine Aufteilung der Druckverluste ist bevorzugt, wobei mindestens 50 %, vorzugsweise
bis zu 75 %, der Summe von beiden Strömungswiderständen den Drosselstellen der Einrichtung
8 zugeordnet werden. Die Druckverluste im Bereich der zonenweisen Volumenbeeinflussung
der Strömung sind somit vorzugsweise größer als die Druckverluste im Bereich der Vergleichmäßigung
der Geschwindigkeitsprofile der Strömung. Die Ventile 10 erzeugen jeweils einen Druckverlust
in einem Teilstrom, der sich in eine der Teilungsbreite entsprechende Kammerbreite
erweitert.
[0034] Wie Fig. 1 zeigt, kann die Zufuhrkammer 14 als Querstromverteiler ausgeführt sein.
Wie Fig. 4 zeigt, kann alternativ ein stehender Rundverteiler 15 mit zentraler Zuführung
16 und radial angeordneten Abgangsstützen 20 vorgesehen sein. Der Rundverteiler 15
kann in bekannter Weise einen Pulsationsdämpfer mit Luftpolster 17 und eine Membran
18 mit Lochplatte 19 aufweisen. Der Rundverteiler 15 ist mit den Sektionskanälen 9
über flexible Zuführleitungen 12 an den Abgangsstützen 20 verbunden.
[0035] Fig. 5 zeigt einen Düsenkörper 1, der als Schlitzdüse (Slot Die) ausgebildet ist.
Die vorstehenden Ausführungen gelten hier entsprechend, da der erfindungsgemäß beschriebene
Düsenkörper 1 für ein Vorhangstreichen nach dem Slide-Type-Verfahren oder einem Slot-Type-Verfahren
eingesetzt werden kann.
1. Vorhang-Auftragswerk zum Abgeben von Auftragsmedium in Form eines sich im Wesentlichen
schwerkraftbedingt bewegenden Vorhangs an eine bewegte Papier- oder Kartonbahn, umfassend
einen Düsenkörper (1), der eine längs einer Aufgabebreite sich erstreckende Verteilerkammer
(7), der das Auftragsmedium über mindestens zwei Zuführleitungen (12) zugeführt wird,
die jeweils eine Einrichtung zur Einstellung des zugeführten Volumenstroms an Auftragmedium
aufweisen, und einen Strömungskanal (6), der das Auftragsmedium über einen Auslaufspalt
als Vorhang abgibt, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungskanal (6) zerlegt ist in eine Vielzahl einzelner sich erweiternder Führungskanäle
(6.1 bis 6.n) eines Diffusorblocks, die einlaufseitig an eine längs der Aufgabebreite
zumindest bereichsweise in Sektionen (7.1 bis 7.n) unterteilte Verteilerkammer (7)
anschließen, wobei jede dieser Sektionen (7.1 bis 7.n) an eine Zuführleitung (12)
angeschlossen ist und eine Teilungsbreite aufweist, die mehrere Führungskanäle (6.1
bis 6.n) des Diffusorblocks überspannt.
2. Vorhang-Auftragswerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskanäle (6.1 bis 6.n) des Diffusorblocks senkrecht zur sektionierten Verteilerkammer
(7) angeordnet sind.
3. Vorhang-Auftragswerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der Teilungsbreite der Sektionen (7.1 bis 7.n) der Verteilerkammer
zu den Teilungsbreiten der Führungskanäle (6.1 bis 6.n) im Bereich 2 zu 10 bis 3 zu
5 liegt.
4. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sektionen (7.1 bis 7.n) der Verteilerkammer (7) einlaufseitig jeweils einen Sektionskanal
(9) zum Bilden eines Druckverlust erzeugenden Teilstroms aufweist, der sich in eine
der Teilungsbreite entsprechenden Kammerbreite erweitert.
5. Vorhang-Auftragswerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckverluste in den Ventilen (10) größer sind als in den Führungskanälen (6.1
bis 6.n).
6. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskanäle (6.1 bis 6.n) einzelne, einlaufseitig zueinander beabstandete
Rohrabschnitte aufweisen, die jeweils in einen Erweiterungsabschnitt für ein auslaufseitiges
Zusammenführen der Teilströme der Führungskanäle (6.1 bis 6.n) übergehen.
7. Vorhang-Auftragswerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Längen und öffnungsweiten der Rohrabschnitte der Führungskanäle (6.1 bis 6.n)
zur Vergleichmäßigung des Strömungswiderstandes längs der Aufgabebreite wählbar sind.
8. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausgleichskammer (4), die das Auftragsmedium über den Auslaufspalt (3) als Vorhang
abgibt, vorgesehen ist, und der Strömungskanal (6) zwischen der Verteilerkammer (7)
und der Ausgleichskammer (4) angeordnet ist.
9. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungswiderstände der Führungskanäle (6.1 bis 6.n) längs der Aufgabebreite
im Wesentlichen gleich sind und mindestens 1 mWS betragen.
10. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskanäle (6.1 bis 6.n) in einer Zeile angeordnet sind.
11. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Erweiterungswinkel der die Strömung begrenzenden Wände des jeweiligen Führungskanals
(6.1 bis 6.n) gewählt ist in Abhängigkeit vom Volumenstrom, Dichte und dynamischer
Viskosität des jeweiligen Auftragsmediums.
12. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskanäle (6.1 bis 6.n) als austauschbare Module ausgebildet sind, die eine
Mehrzahl von Führungskanälen aufweisen.
13. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine maschinenbreite Zufuhrkammer (14) als Querstromverteiler ausgeführt ist.
14. Vorhang-Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rundverteiler (15) mit radial angeordneten Abgangsstützen (20) an die Zuführleitungen
(12) angeschlossen ist.