[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anfahren von
Vergasungsreaktoren die mit Brennstaub betrieben werden.
[0002] Vergasungsreaktoren mit hoher Einheitsleistung, im Besonderen mit mehr als 200 MW,
sind in bekannter Weise mit mehreren Brennern für die Zuführung von Vergasungsmittel
und Brennstoff, unabhängig ob Gas-, Feststoff-, oder Flüssigbrennstoff genutzt wird,
ausgestattet. Laständerungen werden hierbei hauptsächlich durch das Zu- und Abschalten
der am Kopf des Vergasungsreaktors angeordneten Einzelbrenner und im begrenzten Umfang
mit einer veränderten Brennstoffzufuhr mittels veränderbarer Differenzdruckeinstellung
zwischen Vergasungsreaktor und Dosiergefäß für die Staubeinspeisung vorgenommen.
[0003] Die Staubaustrittsgeschwindigkeit am Brenner darf ein Minimum von 3 bis 5 m/s nicht
unterschreiten, um Flammenrückschläge zu vermeiden. Beim Anfahren von Vergasungsreaktoren
mit großer Leistung werden daher beim Zünden beträchtliche Gasmengen freigesetzt,
die in den nachgeschalteten Prozessstufen nicht auf einmal verwertet werden können
und damit in die Atmosphäre abgefackelt werden müssen.
[0004] In der
DE 33 124 49 A1 und in der
DD 22 36 13 A3 sind Verfahren und Vorrichtungen zur Verbesserung des Regelverhaltens von Vergasungsreaktoren
beschrieben, die das Ziel verfolgen, mittels Vibrationsbewegungen des Trägergasstromes
für die Dichtstromförderung des Brennstaubes eine gleichmäßigere Beschaffenheit des
Massenstromes vor allem im unteren Lastbereich zu erzielen. Dabei soll ein anteiliger
Steuergasstrom, mit einer Pulsfrequenz von 0,5 bis 10 s
-1 dem Hauptdichtstrom zugeführt werden. Diese Lösung verlangt einen hohen technischen
Aufwand und erzielt nur begrenzt Vorteile für das Regelverhalten von Vergasungsreaktoren.
[0005] In der
DE 10 2005 048 488 A1 wird ein Verfahren und eine Vorrichtung für Flugstromvergaser mit hoher Leistung
beschrieben, wobei Brennstaub mit einem Wassergehalt von weniger als 10 Massen- %
und einer Korngröße von unter 200 µm über Dosiersysteme aufgegeben wird. Diese führen
den Brennstaub über Förderrohre mehreren Vergasungsbrennern zu, die am Kopf des Vergasungsreaktors
symmetrisch angeordnet sind und zusätzliche Sauerstoffzuführungen enthalten. Dabei
erfolgt das Zünden mehrerer Staubbrenner mit Sauerstoff im Kopf des Reaktors mittels
Zünd- und Pilotbrenner. Eine mengenmäßige Erfassung des zugeführten Brennstaubes und
Sauerstoffes erfolgt dabei im Zusammenhang mit einer festgelegten Sauerstoffverhältniszahl
und einem Regelmechanismus. Die auch mit diesem Verfahren beim Anfahren entstehenden
großen Gasmengen müssen über Fackelsysteme in der Atmosphäre verbrannt werden, um
Lastschwankungen abzufangen.
[0006] In der
DE 102005047 583 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zur geregelten Zufuhr von Brennstaub in einem
Flugstromvergaser beschrieben. Das Verfahren unterscheidet sich gegenüber bisher bekannten
Lösungen vor allem dadurch, dass ein Hilfsgas in die Dosierleitung in unmittelbarer
Nähe des Dosiergefäßes für den Brennstaub eingegeben wird und über die sich daraus
ergebende Differenzdruckänderung zwischen Dosiergefäß und Brenner der Staubmassestrom
auch bei niedrigen Leistungen gesteuert wird. Auf Grund des sehr unterschiedlichen
Fließverhaltens vieler Brennstäube ist auch dieses Verfahren nur begrenzt zur Laststeuerung
von Vergasungsreaktoren großer Leistung geeignet.
[0007] In
DE 10 2006 030 079 A1 wird ein Verfahren zur Inbetriebnahme eines Vergasungsreaktors unter Nutzung eines
Brenngases beim Anfahren offenbart, um den Zündwärmebedarf der Brenner zu reduzieren.
Dazu wird zunächst ein zentraler Zünd- und Pilotbrenner mit einem Brenngas-Vergasungsmittel-Gemisch
gezündet und sofort die Leistung des Pilotbrenners und der Druck des Vergasungsreaktors
einschließlich nachgeschalteter Rohgassysteme bis auf die maximale Zünd- und Pilotbrennerleistung
und den Betriebsdruck der Anlage gesteigert. Danach werden die den Zünd- und Pilotbrenner
umgebenden Staubbrenner ebenfalls mit einem Brenngas-Vergasungsmittel-Gemisch durch
die bestehende Zünd- und Pilotbrennerflamme gezündet. Ist dies erfolgt, wird durch
sequentielles Öffnen der Zuführungsleitungen der Brennstaub in den Reaktor zugeführt
und gezündet. Die Brenngaszufuhr wird nach erfolgter Inbetriebnahme der Brenner mit
Brennstaub beendet.
[0008] Eine Vorrichtung, die ein Anfahren eines Vergasungsreaktors für Brennstäube in einer
Weise ermöglicht, dass keine Druckstöße durch die beim Anfahren schlagartig freigesetzte
Gasmenge entstehen, ist aus dem Stand der Technik bisher nicht bekannt.
[0009] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anfahren eines Vergasungsreaktors
bereit zu stellen, das die Druckstöße durch die beim Anfahren schlagartig freigesetzte
Gasmenge in den dem Vergasungsreaktor nachgeschalteten Prozessstufen vermeidet und
keine Abfackelung erforderlich macht.
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs
1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 11 gelöst. Weiterbildungen
werden in den Unteransprüchen beschrieben.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Anfahren eines Vergasungsreaktors
mit einer Mehrzahl von Brennern, gelöst, demzufolge
jeder Brenner 7 über eine ihm zugeordnete Dichtstromförderleitung 51,52,53,54 mit
Brennstaub aus einem Dosiergefäß 1 und über eine Gasförderleitung 62,63 mit Brenngas
beschickt wird, wobei
die Vorrichtung zu jeder Dichtstromförderleitung zumindest eine Zumischvorrichtung
9 für ein Brenngas 62, 63 zur Regelung einer Brenngasmenge aufweist, wobei ein Brenner
des Vergasungsreaktors mit einer "minimalen Austrittsgeschwindigkeit" am Brennermund
beim Zünden betrieben wird, die im Bereich von 3 bis 5 m/s liegt, wobei die einzelnen
Brenner 7 in einem unteren Lastbereich gezündet werden, das heißt, die minimal mögliche
Brennstofflast für einen einzelnen Brenner 7 beträgt von 1% bis zu 30% der Maximallast
des Einzelbrenners 7, die durch die maximale Brennstofflast bei einer maximalen Austrittsgeschwindigkeit
definiert ist, demzufolge vor einem Zeitpunkt des Zündens eines Brenners 7 ein Brennstoffgemisch
aus Brennstaub und Brenngas bereitgestellt wird, und wobei eine erste Zusammensetzung
aus Brennstaub und Brenngas, mit der ein erster Brenner 7 zum Zünden beschickt wird,
nach dem auf das Zünden des ersten Brenners 7 folgende Zünden eines zweiten Brenners
7, der mit einer zweiten Zusammensetzung aus Brennstaub und Brenngas zum Zünden beschickt
wird, in Abhängigkeit der Brennstofflast geregelt wird, die dem zweiten Brenner 7
zum Zünden zugeführt wird,
so dass das Anfahren jedes der Mehrzahl von Brennern 7 des Vergasungsreaktors unter
geregelter Anpassung der Zufuhr der Brennstofflast zum zuvor gezündeten Brenner 7
erfolgt, wobei die Brennstofflast zu den zuvor gezündeten Brennern 7 durch
- Bestimmen von Gasmengen und/oder deren Zusammensetzungen eines im Vergasungsreaktor
erzeugten Synthesegases mittels stromabwärts zu dem Vergasungsreaktor vor nachgeschalteten
Prozessstufen angeordneten Messgeräten und
- Ausgabe der durch die Messgeräte erfassten Messwerte an eine Steuer- und Regeleinheit
für die Brennstaubmengen- und Brenngasströme für die Brenner 7 und
- Vergleichen der Messwerte mit entsprechenden Sollwerten und bei Nichtübereinstimmung
der Messwerte mit den Sollwerten Anpassen der Brennstaubmengen- und Brenngasströme
für die Brenner 7 durch die Steuer- und Regeleinheit
beim Zünden weiterer Brenner geregelt wird.
[0012] Eine Ausführungsform bezieht sich auf ein Verfahren zum Anfahren eines Vergasungsreaktors.
Dabei wird eine erste Zusammensetzung aus Brennstaub und Brenngas, mit der ein erster
Brenner beschickt und gezündet wird, in Abhängigkeit der Brennstoffmenge in der nächsten
Zusammensetzung aus Brennstaub und Brenngas geregelt, die dem zweiten Brenner zum
Zünden zugeführt wird, nachdem der erste Brenner gezündet wurde. So erfolgt das Anfahren
jedes Brenners des Vergasungsreaktors unter geregelter Anpassung der Zufuhr der Brennstofflast
zum zuvor gezündeten Brenner. Zur Regelung der Brennstofflast zu den zuvor gezündeten
Brenners beim Zünden weiterer Brenner werden Gasmengen und/oder deren Zusammensetzungen
eines im Vergasungsreaktor erzeugten Synthesegases mittels stromabwärts zu dem Vergasungsreaktor
vor nachgeschalteten Prozessstufen angeordneten Messgeräten bestimmt, die die erfassten
Messwerte an eine Steuer- und Regeleinheit für die Brennstaubmengen- und Brenngasströme
für die Brenner ausgibt. Die Messwerte werden durch die Steuer- und Regeleinheit mit
entsprechenden Sollwerten verglichen. Bei Nichtübereinstimmung der Messwerte mit den
Sollwerten werden die Brennstaubmengen- und Brenngasströme für die Brenner durch die
Steuer- und Regeleinheit angepasst.
[0013] Im Gegensatz zur
DE 10 2006 030 079 A1, in der der Pilotbrenner nur mit Brenngas gezündet, dafür aber sofort auf Maximalleistung
gefahren wird, woraufhin die Staubbrenner ebenfalls nur mit Brenngas gezündet werden,
wird im erfindungsgemäßen Verfahren der ersten Brenner mit einem Brennstaub-Brenngas-Gemisch
beschickt und gezündet, dessen Zusammensetzung beim Zünden eines nächsten Brenners
mit einem weiteren Brennstaub-Brenngas-Gemisch in Abhängigkeit dessen Zusammensetzung
geregelt angepasst wird, so dass keine Druckstöße beim Anfahren entstehen.
[0014] In einer anderen Ausführungsform kann dieser Verfahrensschritt auch mit weiteren
Brennern analog durchgeführt werden, so dass eine Brennstoffzusammensetzung eines
zuvor gezündeten Brenners nach dem Zünden eines weiteren Brenners in Abhängigkeit
der Brennstoffmenge geregelt wird, die dem nachfolgend gezündeten Brenner zugeführt
wurde. Dadurch erfolgt das Anfahren des Vergasungsreaktors unter geregelter Zufuhr
der Brennstofflast.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren bietet durch die Regelungsmöglichkeit den Vorteil,
dass die Entstehung von Druckstößen durch freigesetztes Gas, das andernfalls nicht
verwertet werden könnte und das abgefackelt werden müsste, und das insofern für nachfolgende
Prozessstufen nachteilig ist, vermieden wird. Hinzu kommt, dass mit der Vermeidung
von Druckschwankungen im Vergasungsreaktor ein wesentlich gleichmäßigerer Staubmengenstrom
aus dem Dosiergefäß für die jeweiligen Brenner gesichert werden kann, da die Druckdifferenz
zwischen Vergasungsreaktor und Dosiergefäß die Förderung des Brennstaubes in den Vergasungsreaktor
bewirkt.
[0016] Alle einzelnen Brenner 7 der Mehrzahl von Brennern 7 werden nacheinander gezündet,
wobei die Brennstaublast beim Zünden eines Einzelbrenners im Bereich von bis zu 30
% der Maximalleistung des einzelnen Brenners 7 liegt.
[0017] Während des Anfahrens der einzelnen Brenner 7
- wird eine Brennstaublast im Bereich von bis zu 30 % der Maximalleistung des einzelnen
Brenners 7 eingestellt,
- erfolgt die Regelung der Zusammensetzungen aus Brennstaub und Brenngas für die einzelnen
Brenner 7 derart, dass beim Zünden weiterer Brenner 7 die dem zuvor gezündeten Brenner
7 zugeführte Brennstofflast gedrosselt wird,
so dass eine schrittweise Zunahme einer im Vergasungsreaktor erzeugten Gasmenge bewirkt
wird.
[0018] In einer besonderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als Brenngas
Erdgas mit einem Methangehalt von über 60 Vol. -%, eingesetzt.
[0019] Eine Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
beschreibt einen Vergasungsreaktor mit mehreren Brennern und einem Dosiergefäß für
Brennstaub, das über mehrere Dichtstromförderleitungen mit einem entsprechenden Brenner
verbunden ist. Dabei ist vorteilhaft in jeder Dichtstromförderleitung ein Staubstromregelorgan
zur Regelung einer Brennstaubmenge angeordnet. Weiterhin weist die Vorrichtung zu
jeder Dichtstromförderleitung zumindest eine Zumischvorrichtung für ein Brenngas zur
Regelung einer Brenngasmenge auf. Um das erfindungsgemäße Verfahren durchführen zu
können, ist eine operative Kopplung der Staubstromregelorgane mit den Zumischvorrichtungen
zur Regelung der Brennstoffzusammensetzungen in Bezug auf eine gesamte Brennstofflast
aus Brennstaub und Brenngas vorgesehen. Dazu umfasst die Vorrichtung eine Steuer-
und Regelungseinheit, die die operative Kopplung zwischen Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtung
und Zumischvorrichtung bereitstellt, sowie stromabwärts zu dem Vergasungsreaktor angeordnete
Messgeräte zur Bestimmung von Gasmengen und/oder deren Zusammensetzungen eines Synthesegases.
Die Messwertausgabe der Messgeräte ist mit der Steuer- und Regelungseinheit für einen
Vergleich von Messwerten mit entsprechenden Sollwerten in der Steuer- und Regelungseinheit
verbunden. Dabei können bei Nichtübereinstimmung der Messwerte mit den Sollwerten
und in Abhängigkeit voneinander die Brennstaubmengenströme durch die Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtungen
und die Brenngasströme durch die Zumischvorrichtungen durch die Steuer- und Regelungseinheit
angepasst werden. So ermöglicht die durch die Steuer- und Regelungseinheit bereitgestellte
operative Kopplung der Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtungen und der Zumischvorrichtungen
eine Regelung der Menge und Zusammensetzung der gesamten, den Brennern insgesamt zugeführten
Brennstofflast aus Brennstaub und Brenngas in den Vergasungsreaktor beim Zünden weiterer
Brenner.
[0020] DE 10 2006 030 079 A1 beschreibt lediglich eine Steuerung zur Zuführung von Brenngas und sauerstoffhaltigem
Vergasungsmittel und zur Öffnung der Zuführleistungen für Brennstaub. Ein Sicherheitssystem
überwacht die Brenngasmenge und Sauerstoffmenge sowie die Brennstaubmenge. Erfindungsgemäß
hingegen sind Messgeräte stromabwärts des Vergasungsreaktors vorgesehen, die Messwerte
bezüglich der Menge und/oder Zusammensetzung eines erzeugten Synthesegases liefern,
in Abhängigkeit derer die Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtungen und Zumischvorrichtungen
durch die Steuer- und Regelungseinheit angesteuert werden, um die Zusammensetzung
der Brennstaub-Brenngas-Gemisch beim Zünden weiterer Brenner zu regeln.
[0021] Bevorzugte Ausführungsformen beziehen sich auf die Anordnung der Zumischvorrichtungen
für Brenngas.
[0022] Wesentliche Vorteile der Erfindung im Vergleich zum Stand der Technik ergeben sich
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren vor allem durch die Regelungsmöglichkeit der Zusammensetzung
der dem Vergasungsreaktor in Form von Brennstaub und Brenngas zugeführten Brennstoffmenge
beim Anfahren von Reaktoren, die Leistungen von 200 MW bis zu 1500 MW erbringen und
die mit mehreren Hauptbrennern ausgestattet sind, so dass die beim Anfahren des Vergasungsreaktors
erzeugte Gasmenge nicht schlagartig in einem Druckstoß freigesetzt wird, sondern schrittweise
durch das sequenzielle Zünden der Brenner und Anpassen der Brennstoffzusammensetzungen
zunimmt. Durch die Vermeidung von Druckstößen, die durch die beim Anfahren solcher
großen Vergasungsreaktoren plötzlich freigesetzten Gasmengen entstehen, werden nachteilige
Aus-wirkungen auf die nachfolgenden Prozessstufen vermieden und es wird gleichzeitig
vorteilhaft ein gleichmäßigerer Staubmengenstrom aus den Dosiergefäßen in die jeweiligen
Brenner gefördert. Ein Abfackeln von plötzlich freigesetzten großen Gasmengen in der
Startphase, wie es bei Vorrichtungen des Standes der Technik notwendig ist, erübrigt
sich somit.
[0023] Diese und weitere Vorteile werden durch die nachfolgende Beschreibung unter Bezug
auf die begleitenden Figuren dargelegt.
[0024] Der Bezug auf die Figuren in der Beschreibung dient der Unterstützung der Beschreibung.
Die Figuren sind lediglich schematische Darstellungen von Ausführungsformen der Erfindung.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Fig. 2 zeigt ein Ablaufschema des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0025] Zur Verdeutlichung des Begriffsinhalts, wie er in der vorliegenden Erfindung verstanden
werden soll, werden nachfolgend einige Begriffe wie folgt definiert.
[0026] Unter "Anfahren" des Vergasungsreaktors wird die Inbetriebnahme desselben durch Zünden
der Brenner verstanden. Brennen alle Brenner des Vergasungsreaktors, so ist das Anfahren
beendet und der Vergasungsreaktor arbeitet im Normalbetrieb.
[0027] Der Begriff "Brennstofflast" bezieht sich auf den Massen- oder Mengenstrom an Brennstoff,
sei es Gas-, Flüssig- und/oder Feststoffbrennstoff, der von einem Vergasungsreaktor
umgesetzt wird. Ein Brenner eines Vergasungsreaktors muss mit einer "minimalen Austrittsgeschwindigkeit"
am Brennermund beim Zünden betrieben werden, die im Bereich von 3 bis 5 m/s liegt,
um Flammenrückschläge zu vermeiden.
[0028] In einem Vergasungsreaktor wird aus dem eingesetzten Brennstoff "Synthesegas", bestehend
aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, gewonnen und das erzeugte Synthesegas wird in nachgeschalteten
Prozessstufen weiterverwendet, beispielsweise in der Methanol-, Oxo- oder Fischer-Tropsch-Synthese.
Der erzeugte Wasserstoff findet auch separat Anwendung, in der Ammoniaksynthese nach
Haber-Bosch mit Stickstoff, als Energieträger oder Reduktions- oder Hydrierungsmittel.
[0029] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Anfahren von Vergasungs-reaktoren, die zwei oder
mehr Brenner haben, von denen jeder über eine ihm zugeordnete Dichtstromförderleitung
mit Brennstaub aus einem Dosiergefäß und über eine Gasförderleitung mit Brenngas beschickt
wird, umfasst die Bereitstellung eines Brennstoffgemischs aus Brennstaub und Brenngas
vor einem Zeitpunkt des Zündens eines Brenners. Das hierzu eingesetzte Brenngas ist
kein Hilfsgas im Sinne eines zum Druckausgleich zwischen Dosiergefäß und Vergasungsreaktors
verwendeten Gases, das vielfach ein Inertgas ist, sondern ein Brenngas mit Brennwert.
Als Brenngas kann ein Erdgas bevorzugt mit einem Methangehalt von mehr als 60 % eingesetzt
werden, weitere Alkane wie Ethan, Propan und Butan und Gemische derselben können eingesetzt
werden; geeignete Brenngase sind dem Fachmann bekannt.
[0030] Erfindungsgemäß wird eine erste Zusammensetzung aus Brennstaub und Brenngas, mit
der ein erster Brenner zum Zünden beschickt wird, nach dem Zünden eines zweiten Brenners,
das auf das Zünden des ersten Brenners folgt und der mit einer zweiten Zusammensetzung
aus Brennstaub und Brenngas zum Zünden beschickt wird, in Abhängigkeit der Brennstoffmenge
geregelt, die dem zweiten Brenner zum Zünden zugeführt wurde, so dass das Anfahren
jedes der Mehrzahl von Brennern des Vergasungsreaktors unter geregelter Zufuhr der
Brennstofflast erfolgt. Darüber hinaus kann der Brenngasgehalt in dem Gemisch aus
Brenngas und Brennstaub variiert bzw. die Gemischzusammensetzung geregelt eingestellt
werden, um die Brennstaubfracht zu verringern, falls erforderlich.
[0031] Wenn der Vergasungsreaktor über mehr als zwei Brenner verfügt, so wird nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren eine zweite oder eine dritte oder weitere Zusammensetzung, die einem weiteren
Brenner zugeführt wird, in Abhängigkeit der Brennstoffmenge geregelt, die dem entsprechenden
vorangegangenen Brenner zum Zünden zugeführt wurde, nachdem ein dritter oder weiterer
Brenner, der mit einer dritten oder weiteren Zusammensetzung aus Brennstaub und Brenngas
zum Zünden beschickt wird, auf das Zünden des zweiten Brenners folgend gezündet wurde.
[0032] Dabei werden die Einzelbrenner in einem unteren Lastbereich gezündet, das heißt,
die minimal mögliche Brennstofflast für den Einzelbrenner beträgt von 1 % bis zu 30
% der Maximallast des Einzelbrenners, die durch die maximale Brennstofflast bei einer
maximalen Austrittsgeschwindigkeit definiert ist. Dadurch wird beim Zünden des ersten
Brenners des Vergasungsreaktors eine geringstmöglich erzeugbare Synthesegasmenge freigesetzt
und es wird, indem beim Zünden des zweiten oder dritten Brenners bzw. der weiteren
Brenner die dem zuvor gezündeten Brenner zugeführte Brennstofflast durch Regelung
der Brennstoffzusammensetzung zurückgefahren wird, die durch das Zünden der folgenden
Brenner hinzugekommene Brennstofflast ausgeglichen und ein schrittweises Ansteigen
der erzeugten Synthesegasmenge und damit ein schrittweiser Druckanstieg in im Vergleich
zum Stand der Technik sehr kleinen Schritten nahezu "stufenlos" bewirkt, dass das
erzeugte Synthesegas schon in der Anfahrphase des Vergasungsreaktors den nachgeschalteten
Prozessstufen zugeführt werden kann.
[0033] Die im Vergasungsreaktor erzeugte Synthesegasmenge ist direkt mit der zugeführten
Brennstofflast korreliert. Die für das Anfahren des Vergasungsreaktors erforderliche
Minimallast an Brennstoff bestimmt somit die erzeugte Synthesegasmenge, die beim Anfahren
des Vergasungsreaktors freigesetzt wird.
[0034] Das Brenngas wird jeweils über zumindest eine Zumischvorrichtung zwischen dem Dosiergefäß
und dem jeweiligen Brenner des Vergasungsreaktors in die entsprechende Dichtstromförderleitung
zugeführt, die dem Brenner zugeordnet ist.
[0035] Alternativ kann das Brenngas auch jeweils parallel zur Dichtstrom-förderleitung über
eine Brenngasförderleitung in die Zumischvorrichtung geführt und von dort im Gemisch
in den Brenner geführt werden, wobei der Vorteil der Parallelführung in einer gemeinsam
durch die Dichtstromförderleitung und die Brenngasförderleitung nutzbaren Regelungseinheit
liegt, da die Leitungen unmittelbar benachbart zueinander liegen.
[0036] In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Brennstaublast in der Dichtstromförderleitung
durch eine Staubstromregelungsvorrichtung, die beispielsweise eine Drossel, eine Blende
oder ein Ventil sein kann, geregelt, die mit den Zumischvorrichtungen für das Brenngas
in operativer Verbindung steht. Durch eine Steuer- und Regelungseinheit können somit
die Brennstaubmengen- und Brenngasströme für einen Brenner in Abhängigkeit voneinander
und in Abhängigkeit von den Brennstaubmengen- und Brenngasströmen der vorangehend
gezündeten Brenner eingestellt werden. Die Regelung kann unmittelbar mit dem Zündzeitpunkt
der einzelnen Brenner verbunden sein. Vorteilhaft können entsprechende Messgeräte
zur Bestimmung der im Vergaser entstehenden Gasmengen und/oder deren Zusammensetzungen
stromabwärts zu dem Vergasungsreaktor vor den nachgeschalteten Prozessstufen vorgesehen
sein und die erfassten Messwerte an die Steuer- und Regelungseinheit ausgegeben werden.
Diese vergleicht die Messwerte mit entsprechenden Sollwerten und passt bei Nichtübereinstimmung
die Brennstaubmengen- und Brenngasströme für die Brenner an. Der Fachmann weiß, dass
eine manuelle Einstellung der Brennstaubmengen- und Brenngasströme ebenfalls möglich
ist.
[0037] Auf diese Weise kann die Zunahme der erzeugten Synthesegasmenge beim Anfahren des
Vergasungsreaktors schrittweise nach dem Zünden des ersten Brenners und der weiteren
Brenner in optimal minimierten Stufen erfolgen, indem durch die Regelung/Steuerung
der Brennstaubmengen- und Brenngasströme für die Brenner das Brennstoffgemisch der
vorher gezündeten Brenner nach dem Zünden weiterer Brenner hinsichtlich Massenstrom
und/oder Zusammensetzung angepasst wird.
[0038] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Anfahren ist insbesondere für große Vergasungsreaktoren
geeignet. Der Begriff "großer Vergasungsreaktor" bezieht sich auf Vergaser mit einer
Leistung über 200 MW, beispielsweise ein 400 MW Vergasungsreaktor. Es finden auch
Vergaser mit 500 MW technische Anwendung. Theoretisch kann das erfindungsgemäße Verfahren
auch für Vergasungsreaktoren mit Leistungen von 1.000 MW und 1.500 MW angewendet werden.
[0039] Ein unterer Lastbereich eines solchen großen Vergasungsreaktors mit beispielsweise
400 MW Leistung beträgt daher bei der minimalen Austrittsgeschwindigkeit, die 3 m/s
beträgt, 40 t/h Brennstofflast. Dies entspricht etwa 60 % der maximalen Brennstofflast,
die dieser Vergasungsreaktor durchsetzten kann, nämlich 65 t/h, was mit einer maximalen
Austrittsgeschwindigkeit von 8 m/s erreichbar ist.
[0040] Wird dieser Reaktor nach dem Stand der Technik mit 60 % der Maximallast, also bei
40 t/h Brennstofflast angefahren, bedeutet dies eine unmittelbar freigesetzte Synthesegasmenge
von 60.000 Nm
3/h. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Anfahren hingegen, in welchem ein Einzelbrenner
in seinem unteren Lastbereich bis zu 30 % der Maximallast für den Einzelbrenner beschickt
wird, werden mit dem mit beispielsweise mit 3 Einzelbrennern ausgestattete 400 MW-Vergasungsreaktor
beim Zünden des ersten Brenners maximal lediglich 20.000 Nm
3/h Synthesegas frei. Sukzessive wird die Synthesegasmenge dann mit Zündung des zweiten
Brenners, der analog 20.000 Nm
3/h Synthesegas freisetzt, auf 40.000 Nm
3/h und mit Zündung des dritten Brenners entsprechend auf 60.000 Nm
3/h gesteigert, wenn jeder Einzelbrenner mit Minimallast betrieben wird, was dann der
Minimallast des Vergasungsreaktors von 60.000 Nm
3/h entspricht. Nun kann durch Änderung der Zusammensetzung der Brennstofflast die
Gesamtdurchlast bis zur Nennleistung erhöht werden. Entsprechend dem genannten Beispiel
eines 400 MW Vergasungsreaktors mit 3 Brennern kann die schrittweise Zunahme der Synthesegasmenge
noch verringert werden, indem vier oder mehr Brenner eingesetzt werden, so dass die
pro Brenner freigesetzte Synthesegasmenge ein Viertel oder ein Bruchteil der Minimallast
des Vergasungsreaktors entspricht. Damit kann ein "quasi stufenloses" Anfahren des
Vergasungsreaktors angenähert erreicht werden.
[0041] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Brennstaubmenge
für die Zusammensetzungen in Abhängigkeit von der zugeführten Brenngasmenge geregelt,
d. h. mit Hilfe der Staubstromregelungsvorrichtung der Brennstaubmengenstrom entsprechend
einer zugeführten Brenngasmenge eingestellt. Alternativ ist auch die umgekehrte Vorgehensweise
denkbar, dass in Abhängigkeit der zugeführten Brennstaubmengenströme die Brenngaszufuhr
erhöht oder gedrosselt wird. Eine Fließgeschwindigkeit des Brennstaubs kann dabei
im Bereich von 3 bis 5 m/s liegen.
[0042] Die Brennstäube können dabei Stäube aus festen Brennstoffen wie Steinkohle, Braunkohle,
deren Kokse, Petrolkokse, sowie Kokse aus Torf oder Biomasse oder deren Gemische umfassen;
dem Fachmann sind weitere geeignete Brennstaubarten bekannt.
[0043] Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst einen Vergasungsreaktor
mit einer Mehrzahl von Brennern, sowie ein Dosiergefäß mit einer Brennstaubzuführung
und einer Mehrzahl von Dichtstrom-förderleitung. Dabei führt jeweils eine Dichtstromförderleitung
zu einem dazugehörigen Brenner des Vergasungsreaktors. In jeder Dichtstromförderleitung
sind eine Staubstromregelungsvorrichtung zur Regelung eines Brennstaubstroms und zumindest
eine Zumischvorrichtung für ein Brenngas zur Regelung einer Brenngasmenge angeordnet.
[0044] Die Vorrichtung kann dabei eine Zumischvorrichtung für Brenngas zwischen dem Dosiergefäß
und dem jeweiligen Brenner in der dazugehörigen Dichtstromförderleitung aufweisen,
wobei die Staubstromregelungsvorrichtung ein Durchflussregler zur Messung des Brennstaubstroms
umfasst; alternativ kann die Zumischvorrichtung für Brenngas auch direkt an einer
Zuführöffnung des Brenners angeordnet sein und die Brenngasförderleitung vorteilhaft
parallel zur Dichtstrom-förderleitung verlaufen, wodurch die Regelung des Brennstaubstroms
durch die Staubstromregelungsvorrichtung vereinfacht wird, die dann einfach eine Blende
oder Drossel sein kann, und keinen zusätzlichen Durchflussregler benötigt.
[0045] Die Staubstromregelungsvorrichtungen in jeder Dichtstromförderleitung und die Zumischvorrichtungen
für Brenngas sind miteinander operativ gekoppelt, so dass eine Regelung einer gesamten
Brennstofflast aus Brennstaub und Brenngas in den Vergasungsreaktor erfolgt.
[0046] Fig. 1 zeigt ein Schema der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Hierin mündet eine Brennstaubzuführung
2 in das Dosiergefäß 1. Von dem Anströmboden 4 des Dosiergefäßes 1 erstrecken sich
die Dichtstromförderleitungen 51 bis 54 zu den Brennern (nicht einzeln dargestellt)
eines Mehrkanalbrenners 7. Eine Gaszuleitung 61 zum Anströmboden 4 dient zur Einleitung
eines Fluidisierungsgases. Die Gasförderleitungen 62 und 63 münden jeweils über eine
Zumischvorrichtung 9 in die Dichtstromförderleitung 51. Die Dichtstromfördersysteme
51 bis 54 sind jeweils analog gestaltet, zur Übersichtlichkeit ist in
Fig. 1 allerdings lediglich die Dichtstromförderleitung 51 vollständig mit Zumischvorrichtungen
9 und Staubstromregelungsvorrichtung 8 dargestellt. Die weiteren Dichtstromförderleitungen
weisen entsprechend der Dichtstromförderleitungen 51 Staubstromregelorgan und Zumischvorrichtungen
auf. Die Staubregelungsvorrichtung 8 ist mit einem zusätzlichen, in die Dichtstromförderleitung
51 rückgekoppelten Durchflussregler 10' verbunden. Der zusätzliche Durchflussregler
10 für die Staubregelungsvorrichtung 8 entfällt (die gestrichelten Pfeile deuten dies
an), wenn die Gasförderleitung 63 in die parallel zur Dichtstromförderleitungen 51
verlaufende gestrichelt dargestellte Brenngasförderleitung 67 mündet, die zu einer
Zuführungsöffnung des zur Dichtstromförderleitungen 51 zugehörigen Brenners führt.
[0047] Die Erfassung der zu- und abgeführten Staubmengen aus dem Dosiergefäß 1 erfolgt über
ein Wägesystem 3. Die Erfassung und Regelung der Gasmengen in den Gasförderleitungen
62,63 sowie der in der Fluidisierungsgasleitung 61, Sauerstoffleitung 64 und Wasserdampfleitung
65 erfolgt über die Durchflussregler 10. Die Regelung des Brennstaubmassenstromes
in der Dichtstromförderleitung 51 bis 54 erfolgt jeweils über ein Staubstromregelorgan
8. Über zumindest eine der Zumischvorrichtungen 9 erfolgt die Zumischung von Brenngas
in die jeweilige Dichtstromförderleitung 51 bis 54 aus der Förderleitung 62 oder 63.
Des Weiteren kann eine Zumischung von Inertgas über eine Förderleitung 62 oder 63
mittels Zumischvorrichtung 9 erfolgen. Auch eine Mischung aus Brenn- und Inertgas
in einer Förderleitung ist denkbar. Darüber hinaus kann die Zufuhr von Brenngas auch
über die Fluidisierungsgasleitung 61 zum Anströmboden erfolgen, womit der Brennstaub
in dem Dosiergefäß 1 in den Fließzustand versetzt wird. Alternativ wird als Fluidisierungsgas
ein Inertgas verwendet. Vom Mehrkanalbrenner 7 aus führt eine Synthesegasförderleitung
68 in eine nachgeschaltete Prozessstufe 11.
[0048] Die schrittweise Zunahme der erzeugten Synthesegasmenge beim Anfahren eines mit beispielsweise
4 Brennern ausgestatteten Vergasungsreaktors (figurativ nicht dargestellt) in optimal
minimierten Stufen durch die Regelung/Steuerung der Brennstaub- und Brenngaslast erfolgt
in der Weise, dass nach der Zündung des ersten Brenners die mit dem Zuschalten des
zweiten, dritten und vierten Brenners verbundene Brennstaublaststeigerung in Verbindung
mit der Änderung der des ersten, zweiten und dritten Zusammensetzungen der Brennstoffmischungen
der vorher in Betrieb gesetzten Brennern erfolgt. Hierbei kann für die Regelung entweder
die Brennstaubmenge oder die in die Dichtstromförderleitung eingespeiste Brenngasmenge
genutzt werden.
[0049] Verdeutlicht wird das erfindungsgemäße Verfahren durch die schematische Darstellung
in
Fig. 2. Dabei wird zunächst ein Brennstoffgemisch mit einer ersten Zusammensetzung aus Brennstaub
und Brenngas bereitgestellt, das an einem ersten Brenner eines Vergasungsreaktors
mit mehreren Brennern in einem unteren Lastbereich des Brenners von bis zu 30 % der
Brennermaximallast gezündet wird. Nach der Zündung des ersten Brenners erfolgt die
Zündung eines zweiten Brenners in seinem unteren Lastbereich, welcher mit einer zweiten
Zusammensetzung der Brennstoffmischung aus Brennstaub und Brennstoff beschickt wird.
Dabei löst die Zündung des zweiten Brenners automatisch die Regelung/Steuerung zur
Änderung der ersten Zusammensetzung der Brennstoffmischung aus, so dass die durch
die Zündung des zweiten Brenners hinzugekommene Brennstofflast durch Änderung der
ersten Zusammensetzung aufgefangen wird. Beispielsweise kann der Brenngasanteil in
der ersten Zusammensetzung verringert werden, so dass der Lastanstieg von erster Zündung
zu zweiter Zündung angepasst werden kann.
[0050] Analog verläuft die Zündung eines dritten oder weiteren "n-ten" Brenners. Durch die
Zündung des dritten Brenners in seinem unteren Lastbereich, der selbst wiederum mit
einer dritten Zusammensetzung der Brennstoffmischung aus Brennstaub und Gas beschickt
wird, wird eine Änderung der zweiten Zusammensetzung der Brennstoffmischung des zuvor
gezündeten zweiten Brenners geregelt/gesteuert. So wird auch die Zündung eines "n-ten"
Brenners in dessen unterem Lastbereich, der mit einer "n-ten" Zusammensetzung der
Brennstoffmischung aus Brennstaub und Brenngas beschickt wird, bewirken, dass die
(n-1)-te Zusammensetzung eines zuvor gezündeter (n-1)-ter Brenner geregelt geändert
wird.
1. herfahren zum Anfahren eines Vergasungsreaktors mit einer Mehrzahl von Brennern,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeder Brenner (7) über eine ihm zugeordnete Dichtstrom-förderleitung (51,52,53,54)
mit Brennstaub aus einem Dosiergefäß (1)
und über eine Gasförderleitung (62,63) mit Brenngas beschickt wird,
wobei die Vorrichtung zu jeder Dichtstromförderleitung zumindest eine Zumischvorrichtung
(9) für ein Brenngas (62,63) zur Regelung einer Brenngasmenge aufweist, wobei ein
Brenner des Vergasungsreaktors mit einer "minimalen Austrittsgeschwindigkeit" am Brennermund
beim Zünden betrieben wird, die im Bereich von 3 bis 5 m/s liegt,
wobei die einzelnen Brenner (7) in einem unteren Lastbereich gezündet werden, das
heißt, die minimal mögliche Brennstofflast für einen einzelnen Brenner (7) beträgt
von 1 % bis zu 30 % der Maximallast des Einzelbrenners (7), die durch die maximale
Brennstofflast bei einer maximalen Austrittsgeschwindigkeit definiert ist, demzufolge
vor einem Zeitpunkt des Zündens eines Brenners (7) ein Brennstoffgemisch aus Brennstaub
und Brenngas bereitgestellt wird, und
wobei eine erste Zusammensetzung aus Brennstaub und Brenngas, mit der ein erster Brenner
(7) zum Zünden beschickt wird, nach dem auf das Zünden des ersten Brenners (7) folgende
Zünden eines zweiten Brenners (7), der mit einer zweiten Zusammensetzung aus Brennstaub
und Brenngas zum Zünden beschickt wird, in Abhängigkeit der Brennstofflast geregelt
wird, die dem zweiten Brenner (7) zum Zünden zugeführt wird,
so dass das Anfahren jedes der Mehrzahl von Brennern (7) des Vergasungsreaktors unter
geregelter Anpassung der Zufuhr der Brennstofflast zum zuvor gezündeten Brenner (7)
erfolgt,
wobei die Brennstofflast zu den zuvor gezündeten Brennern (7) durch
- Bestimmen von Gasmengen und/oder deren Zusammensetzungen eines im Vergasungsreaktor
erzeugten Synthesegases mittels stromabwärts zu dem Vergasungsreaktor vor nachgeschalteten
Prozessstufen angeordneten Messgeräten und
- Ausgabe der durch die Messgeräte erfassten Messwerte an eine Steuer- und Regeleinheit
für die Brennstaubmengen- und Brenngasströme für die Brenner (7) und
- Vergleichen der Messwerte mit entsprechenden Sollwerten und bei Nichtübereinstimmung
der Messwerte mit den Sollwerten Anpassen der Brennstaubmengen- und Brenngasströme
für die Brenner (7) durch die Steuer- und Regeleinheit
beim Zünden weiterer Brenner geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine zweite oder eine einem weiteren Brenner (7) zugeführte dritte oder weitere Zusammensetzung
nach dem auf das Zünden des zweiten oder eines weiteren Brenners (7) folgende Zünden
eines dritten oder weiteren Brenners (7), der/die mit einer dritten oder weiteren
Zusammensetzung aus Brennstaub und Brenngas zum Zünden beschickt wird/werden,
in Abhängigkeit der Brennstofflast geregelt wird/werden, die dem entsprechenden vorangegangenen
Brenner (7) zum Zünden zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Brenngas (62,63) über zumindest eine zwischen dem Dosiergefäß (1) und dem jeweiligen
Brenner gelegene Zumischvorrichtung (9) in die entsprechende Dichtstromförderleitung
(51,52,53,54) zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Brenngas (62,63) über zumindest eine Zumischvorrichtung (9) parallel zur Dichtstromförderleitung
(51,52,53,54) über eine Brenngasförderleitung (67) direkt zu einer Zuführöffnung des
Brenners (7) zugeführt wird.
5. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
alle einzelnen Brenner (7) der Mehrzahl von Brennern (7) nacheinander gezündet werden,
wobei die Brennstaublast beim Zünden eines Einzelbrenners im Bereich von 1 bis zu
30 % der Maximalleistung des einzelnen Brenners (7) liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
während des Anfahrens der einzelnen Brenner (7)
- eine Brennstaublast im Bereich von bis zu 30 % der Maximalleistung des einzelnen
Brenners (7) eingestellt wird,
- die Regelung der Zusammensetzungen aus Brennstaub und Brenngas für die einzelnen
Brenner (7) derart erfolgt, dass beim Zünden weiterer Brenner (7) die dem zuvor gezündeten
Brenner (7) zugeführte Brennstofflast gedrosselt wird,
so dass eine schrittweise Zunahme einer im Vergasungsreaktor erzeugten Gasmenge bewirkt
wird.
7. Verfahren nach zumindest einem vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Vergasungsreaktor mit Brennstaub aus der Gruppe umfassend:
Stäube aus festen Brennstoffen, insbesondere aus Steinkohle, Braunkohle, aus Koksen
von Braunkohle oder Steinkohle, aus Petrolkoksen,
Stäube aus Torf-Koksen oder aus Koksen von Biomasse, beschickt wird.
8. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Vergasungsreaktor eine Leistung in einem Bereich von 200 MW bis 1500 MW, vorzugsweise
in einem Bereich von 200 MW bis 500 MW erbringt.
9. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Fließgeschwindigkeit des Brennstaubes im Bereich von 3 bis 5 m/s liegt.
10. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Brenngas Erdgas mit einem Methangehalt von über 60 Vol. -% eingesetzt wird.
11. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 10, umfassend einen Vergasungsreaktor mit
- einer Mehrzahl von Brennern (7) und mit
- zumindest einem Dosiergefäß (1) und
- einer Mehrzahl von Dichtstromförderleitungen (51,52,53,54) zur Brennstaubzuführung,
die jeweils einem der Brenner (7) des Vergasungsreaktors zugeordnet sind, wobei jedem
Brenner (7) eine Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtung (8) zur Regelung eines Brennstaubmengenstroms
zugeordnet ist, die in operativer Verbindung mit der dem jeweiligen Brenner (7) zugeordneten
Dichtstromförderleitung (51,52,53,54) in oder an der Dichtstromförderleitung (51,52,53,54)
angeordnet ist und
- an jeder Dichtstromförderleitung (51,52,53,54) zumindest eine Zumischvorrichtung
(9) für ein Brenngas (62,63) stromaufwärts zu dem oder an dem-Brenner (7) angeordnet
ist, wobei die Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtungen (8) und die Zumischvorrichtungen
(9) miteinander operativ verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung
- eine Steuer- und Regelungseinheit, die die operative Kopplung der in jeder Dichtstromförderleitung
(51,52,53,54) angeordnete Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtung (8) und der jedem Brenner
(7) zugeordnete Zumischvorrichtung (9) für Brenngas (62,63) bereitstellt, und
- Messgeräte zur Bestimmung von Gasmengen und/oder deren Zusammensetzungen eines Synthesegases
stromabwärts zu dem Vergasungsreaktor umfasst, die eine Messwertausgabe aufweisen,
die mit der Steuer- und Regelungseinheit für einen Vergleich von Messwerten mit entsprechenden
Sollwerten in der Steuer- und Regelungseinheit verbunden ist,
wobei durch die Steuer- und Regelungseinheit die Brennstaubmengenströme durch die
Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtungen (8) und die Brenngasströme durch die Zumischvorrichtungen
(9) bei Nichtübereinstimmung der Messwerte mit den Sollwerten und in Abhängigkeit
voneinander anpassbar sind, und
wobei die operative Kopplung der Brennstaubstrom-Regelungsvorrichtungen (8) und der
Zumischvorrichtungen (9) durch die Steuer- und Regelungseinheit eine Regelung der
Menge und Zusammensetzung der gesamten, den Brennern (7) insgesamt zugeführten Brennstofflast
aus Brennstaub und Brenngas in den Vergasungsreaktor beim Zünden weiterer Brenner
bildet.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zumischvorrichtung (9) für Brenngas in der dazugehörigen Dichtstromförderleitung
(51,52,53,54) oder an einer Zuführöffnung des Brenners (7) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Brenngasförderleitung (67) zur Zuführung von Brenngas in die Zumischvorrichtung
(9) getrennt von der und nahe bei, insbesondere parallel zu der Dichtstromförderleitung
(51,52,53,54) angeordnet ist.
1. Method for starting up a gasifying reactor with a plurality of burners,
characterized in that
each burner (7) is charged with combustible dust from a metering vessel (1) via a
dense-flow feed line (51, 52, 53, 54) assigned to it
and with combustible gas via a gas feed line (62, 63), wherein the apparatus has for
each dense-flow feed line at least one admixing device (9) for a combustible gas (62,
63) for regulating a combustible gas quantity,
wherein a burner of the gasifying reactor is operated during ignition at a "minimum
outlet velocity" at the burner mouth that lies in the range from 3 to 5 m/s, wherein
the individual burners (7) are ignited in a lower load range, that is to say the minimum
possible fuel load for an individual burner (7) is from 1% to 30% of the maximum load
of the individual burner (7), which is defined by the maximum fuel load at a maximum
outlet velocity, accordingly a fuel mixture comprising combustible dust and combustible
gas is provided before a point in time of igniting a burner (7), and
wherein a first composition comprising combustible dust and combustible gas with which
a first burner (7) is charged for igniting is regulated, in dependence on the fuel
load that is supplied to the second burner (7) for igniting, after the igniting of
a second burner (7), which is charged with a second composition comprising combustible
dust and combustible gas, following the igniting of the first burner (7),
so that the starting up of each of the plurality of burners (7) of the gasifying reactor
takes place with regulated adaptation of the supply of the fuel load to the previously
ignited burner (7),
wherein the fuel load to the previously ignited burners (7) is regulated by
- determining gas quantities and/or compositions thereof of a syngas generated in
the gasifying reactor by means of measuring instruments arranged downstream of the
gasifying reactor ahead of process stages arranged thereafter and
- output of the measured values recorded by the measuring instruments to an open-loop
and closed-loop control unit for the combustible-dust-quantity and combustible-gas
flows for the burners (7) and
- comparing the measured values with corresponding setpoint values and, if the measured
values do not coincide with the setpoint values, adapting the combustible-dust-quantity
and combustible-gas flows for the burners (7) by the open-loop and closed-loop control
unit
when igniting further burners.
2. Method according to Claim 1,
characterized in that
a second or a third or further composition supplied to a further burner (7) is/are
regulated,
in dependence on the fuel load that is supplied to the corresponding preceding burner
(7) for igniting,
after the igniting of a third of further burner (7), which is/are charged with a third
or further composition comprising combustible dust and combustible gas for igniting,
following the igniting of the second or further burner (7).
3. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in that
the combustible gas (62, 63) is supplied into the corresponding dense-flow feed line
(51, 52, 53, 54) via at least one admixing device (9) laid between the metering vessel
(1) and the respective burner.
4. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in that
the combustible gas (62, 63) is supplied directly to a supply opening of the burner
(7) by way of at least one admixing device (9) parallel to the dense-flow feed line
(51, 52, 53, 54) via a combustible-gas feed line (67).
5. Method according to at least one of Claims 1 to 4,
characterized in that
all of the individual burners (7) of the plurality of burners (7) are ignited one
after the other, wherein the combustible dust load when igniting an individual burner
lies in the range from 1 to 30% of the maximum output of the individual burner (7).
6. Method according to Claim 5,
characterized in that
during the starting up of the individual burners (7)
- a combustible dust load is set in the range of up to 30% of the maximum output of
the individual burner (7),
- the regulating of the compositions comprising combustible dust and combustible gas
for the individual burners (7) takes place in such a way that, when igniting further
burners (7), the fuel load supplied to the previously ignited burner (7) is throttled,
so that a step-by-step increase in a gas quantity generated in the gasifying reactor
is brought about.
7. Method according to at least one of the preceding claims,
characterized in that
the gasifying reactor is charged with combustible gas from the group comprising:
dusts of solid fuels, in particular of hard coal, lignite, of cokes of lignite or
hard coal, of petroleum cokes, dusts of peat cokes or of cokes of biomass.
8. Method according to at least one of the preceding claims,
characterized in that
the gasifying reactor delivers an output in a range from 200 MW to 1500 MW, preferably
in a range from 200 MW to 500 MW.
9. Method according to at least one of the preceding claims,
characterized in that
a flow velocity of the combustible dust lies in the range from 3 to 5 m/s.
10. Method according to at least one of the preceding claims,
characterized in that
natural gas with a methane content of over 60% by volume is used as the combustible
gas.
11. Apparatus for carrying out a method according to at least one of Claims 1 to 10, comprising
a gasifying reactor with
- a plurality of burners (7) and with
- at least one metering vessel (1) and
- a plurality of dense-flow feed lines (51, 52, 53, 54) for supplying combustible
dust, which are respectively assigned to one of the burners (7) of the gasifying reactor,
wherein each burner (7) is assigned a combustible-dust-flow regulating device (8)
for regulating a combustible-dust-quantity flow, which in operative connection with
the dense-flow feed line (51, 52, 53, 54) assigned to the respective burner (7) is
arranged in or on the dense-flow feed line (51, 52, 53, 54) and
- on each dense-flow feed line (51, 52, 53, 54) at least one admixing device (9) for
a combustible gas (62, 63) is arranged upstream of or on the burner (7), wherein the
combustible-dust-flow regulating devices (8) and the admixing devices (9) are operatively
connected to one another,
characterized in that
the apparatus
- comprises an open-loop and closed-loop control unit, which provides the operative
coupling of the combustible-dust-flow regulating device (8), arranged in each dense-flow
feed line (51, 52, 53, 54), and the admixing device (9) for combustible gas (62, 63),
assigned to each burner (7), and
- comprises measuring instruments for determining gas quantities and/or compositions
thereof of a syngas downstream of the gasifying reactor, which have a measured value
output that is connected to the open-loop and closed-loop control unit for a comparison
of measured values with corresponding setpoint values in the open-loop and closed-loop
control unit,
wherein the combustible-dust quantity flows through the combustible-dust-flow regulating
devices (8) and the combustible gas flows through the admixing devices (9) can be
adapted by the open-loop and closed-loop control unit if the measured values do not
coincide with the setpoint values and in dependence on one another, and
wherein the operative coupling of the combustible-dust-flow regulating devices (8)
and the admixing devices (9) by the open-loop and closed-loop control unit forms a
way of regulating the quantity and composition of the entire fuel load, comprising
combustible dust and combustible gas, that is supplied overall to the burners (7)
in the gasifying reactor when igniting further burners.
12. Apparatus according to Claim 11,
characterized in that
the admixing device (9) for combustible gas is arranged in the associated dense-flow
feed line (51, 52, 53, 54) or at a supply opening of the burner (7).
13. Apparatus according to Claim 12,
characterized in that
a combustible-gas feed line (67) for supplying combustible gas into the admixing device
(9) is arranged separately and close by, in particular parallel to, the dense-flow
feed line (51, 52, 53, 54).
1. Procédé de mise en marche d'un réacteur de gazéification avec une pluralité de brûleurs,
caractérisé en ce que,
chaque brûleur (7) est alimenté en combustible pulvérisé en provenance d'un bac doseur
(1) par l'intermédiaire d'une conduite de transport à flux dense (51, 52, 53, 54)
associée
et est alimenté en gaz combustible par l'intermédiaire d'une conduite de transport
de gaz (62, 63),
dans lequel le dispositif présente pour chaque conduite de transport à flux dense
au moins un dispositif de mélange (9) pour un gaz combustible (62, 63) en vue d'une
régulation d'une quantité de gaz combustible,
dans lequel un brûleur du réacteur de gazéification est utilisé avec une « vitesse
de sortie minimale » au niveau de la bouche du brûleur à l'allumage qui se situe dans
la plage comprise entre 3 et 5 m/s,
dans lequel les brûleurs individuels (7) sont allumés dans une zone de charge inférieure,
c'est-à-dire que la charge de combustible minimale possible pour un brûleur individuel
(7) est comprise entre 1 % et 30 % de la charge maximale du brûleur individuel (7),
qui est définie comme étant la charge de combustible maximale pour une vitesse de
sortie maximale, et par conséquent un mélange de combustible constitué de combustible
pulvérisé et de gaz combustible est préparé avant un instant d'allumage d'un brûleur
(7), et
dans lequel une première composition de combustible pulvérisé et de gaz combustible,
avec laquelle un premier brûleur (7) est alimenté à l'allumage, est régulée en fonction
de la charge de combustible qui est amenée au deuxième brûleur (7) à l'allumage, après
l'allumage, postérieur à l'allumage du premier brûleur (7), d'un deuxième brûleur
(7) qui est alimenté à l'allumage avec une deuxième composition constituée de combustible
pulvérisé et de gaz combustible,
de sorte que la mise en marche de chacun parmi la pluralité de brûleurs (7) du réacteur
de gazéification a lieu avec un ajustement régulé de l'amenée de la charge de combustible
au brûleur (7) préalablement allumé,
dans lequel la charge de combustible amenée aux brûleurs (7) préalablement allumés
est régulée lors de l'allumage d'autres brûleurs grâce aux étapes consistant à
- déterminer des quantités de gaz, et/ou leurs compositions, d'un gaz de synthèse
produit dans le réacteur de gazéification au moyen d'appareils de mesure agencés en
aval du réacteur de gazéification avant des étapes de procédé ultérieures et
- émettre, au niveau d'une unité de commande et régulation, les valeurs de mesure
enregistrées par les appareils de mesure pour les débits de combustible pulvérisé
et de gaz combustible des brûleurs (7) et
- comparer les valeurs de mesure avec des valeurs de consigne correspondantes et,
dans le cas d'une non-correspondance des valeurs de mesure avec les valeurs de consigne,
adapter les débits de combustible pulvérisé et de gaz combustible pour les brûleurs
(7) grâce à l'unité de commande et régulation.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
une deuxième composition ou une troisième ou autre composition amenée à un autre brûleur
(7) est régulée en fonction de la charge de combustible qui est amenée à l'allumage
au brûleur (7) précédent correspondant après l'allumage, postérieur à l'allumage du
deuxième ou d'un autre brûleur (7), d'un troisième ou autre brûleur (7) qui est alimenté
à l'allumage avec une troisième ou autre composition constituée de combustible pulvérisé
et de gaz combustible.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le gaz combustible (62, 63) est amené dans la conduite de transport à flux dense (51,
52, 53, 54) correspondante par l'intermédiaire d'au moins un dispositif de mélange
(9) placé entre le bac doseur (1) et le brûleur respectif.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le gaz combustible (62, 63) est amené directement à une ouverture d'amenée du brûleur
(7) par l'intermédiaire d'une conduite de transport de gaz combustible (67) de manière
parallèle à la conduite de transport à flux dense (51, 52, 53, 54) grâce à au moins
un dispositif de mélange (9).
5. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
tous les brûleurs individuels (7) de la pluralité de brûleurs (7) sont allumés les
uns après autres, la charge de combustible pulvérisé se situant dans la plage comprise
entre 1 % et 30 % de la capacité maximale d'un brûleur individuel (7) lors de l'allumage
dudit brûleur individuel.
6. Procédé selon la revendication 5,
caractérisé en ce que
pendant la mise en marche des brûleurs individuels (7)
- une charge de combustible pulvérisé est ajustée dans la plage allant jusqu'à 30
% de la capacité maximale du brûleur individuel (7),
- la régulation des compositions constituées de combustible pulvérisé et gaz combustible
pour les brûleurs individuels (7) a lieu de telle manière que, lors de l'allumage
d'autres brûleurs (7), la charge de combustible amenée au brûleur (7) déjà allumé
est restreinte,
de sorte qu'une augmentation progressive d'une quantité de gaz produite dans le réacteur
de gazéification est provoquée.
7. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le réacteur de gazéification est alimenté avec du combustible pulvérisé issu du groupe
comprenant :
des poussières de combustibles solides, en particulier issues de houille, de lignite,
de cokes de lignite ou de houille, de cokes de pétrole,
des poussières de cokes de tourbe ou des cokes de biomasse.
8. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le réacteur de gazéification fournit une puissance dans une plage comprise entre 200
MW et 1 500 MW, de manière préférée dans une plage comprise entre 200 MW et 500 MW.
9. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
une vitesse d'écoulement du combustible pulvérisé se situe dans la plage comprise
entre 3 et 5 m/s.
10. Procédé selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
du gaz naturel avec une teneur en méthane supérieure à 60 % en volume est utilisé
en tant que gaz combustible.
11. Dispositif destiné à une mise en oeuvre d'un procédé selon au moins l'une quelconque
des revendications 1 à 10, comprenant un réacteur de gazéification avec
- une pluralité de brûleurs (7) et avec
- au moins un bac doseur (1) et
- une pluralité de conduites de transport à flux dense (51, 52, 53, 54) destinées
à une amenée de combustible pulvérisé, qui sont respectivement associées à un des
brûleurs (7) du réacteur de gazéification,
dans lequel un dispositif de régulation de courant de combustible pulvérisé (8) destiné
à une régulation d'un débit de combustible pulvérisé est associé à chaque brûleur
(7), ledit dispositif étant agencé dans ou au niveau de la conduite de transport à
flux dense (51, 52, 53, 54) en liaison fonctionnelle avec la conduite de transport
à flux dense (51, 52, 53, 54) associée au brûleur (7) respectif, et
- au moins un dispositif de mélange (9) pour un gaz combustible (62, 63) est agencé
au niveau de chaque conduite de transport à flux dense (51, 52, 53, 54) en amont du
brûleur (7) ou au niveau de celui-ci, les dispositifs de régulation de courant de
combustible pulvérisé (8) et les dispositifs de mélange (9) étant reliés les uns aux
autres de manière fonctionnelle,
caractérisé en ce que
le dispositif comprend
- une unité de commande et régulation qui fournit le couplage fonctionnel du dispositif
de régulation de courant de combustible pulvérisé (8) agencé dans chaque conduite
de transport à flux dense (51, 52, 53, 54) et du dispositif de mélange (9) pour gaz
combustible (62, 63) associé à chaque brûleur (7), et
- des appareils de mesure destinés à déterminer des quantités de gaz, et/ou leurs
compositions, d'un gaz de synthèse en aval du réacteur de gazéification, lesdits appareils
présentant une sortie de valeurs de mesure qui est reliée à l'unité de commande et
régulation en vue d'une comparaison des valeurs de mesure avec des valeurs de consigne
correspondantes présentes dans l'unité de commande et régulation,
dans lequel les débits de combustible pulvérisé à travers les dispositifs de régulation
de courant de combustible pulvérisé (8) et les débits de gaz combustible à travers
les dispositifs de mélange (9) peuvent être adaptés par l'unité de commande et de
régulation dans le cas d'une non-correspondance des valeurs de mesure avec les valeurs
de consigne et en fonction les uns des autres, et
dans lequel le couplage fonctionnel des dispositifs de régulation de courant de combustible
pulvérisé (8) et des dispositifs de mélange (9) par l'unité de commande et régulation
crée une régulation de la quantité et de la composition de l'ensemble de la charge
de combustible, constituée de combustible pulvérisé et de gaz combustible, amenée
collectivement aux brûleurs (7) dans le réacteur de gazéification lors de l'allumage
d'autres brûleurs.
12. Dispositif selon la revendication 11,
caractérisé en ce que
le dispositif de mélange (9) pour gaz combustible est agencé dans la conduite de transport
à flux dense (51, 52, 53, 54) associée ou au niveau d'une ouverture d'amenée du brûleur
(7).
13. Dispositif selon la revendication 12,
caractérisé en ce que
une conduite de transport de gaz combustible (67) destinée à amener du gaz combustible
dans le dispositif de mélange (9) est agencée séparée de, et proche de, en particulier
parallèle à, la conduite de transport à flux dense (51, 52, 53, 54).