[0001] Die Erfindung betrifft einen Orthopädieadapter für einen Operationstisch, insbesondere
einen Orthopädieadapter, der für eine dreidimensionale Bildgebung geeignet ist.
[0002] Operationstische bestehen im Wesentlichen aus einer Operationstischsäule und einer
Patientenlagerungsplatte.
[0003] Die Säule ist entweder mit einer eigenen Grundplatte frei positionierbar oder ortsfest
mit dem Boden eines Operationssaals verbunden. Die bekannten Säulen können höhenverstellbar
sein und/oder neigbar sein, so dass die Patientenlagerungsplatte, die darauf angebracht
ist, höhenverstellbar ist und/oder um eine oder mehrere Achsen neigbar ist.
[0004] Die Patientenlagerungsplatte ist entweder fest mit der Säule verbunden oder abnehmbar
gestaltet. Die Patientenlagerungsplatte ist entweder als einteilige Liegefläche ausgebildet,
oder weist mehrere Tischplattensegmente auf. Die Tischplattensegmente sind in der
Regel mit Hilfe von Koppelstellen und Ankoppeleinheiten miteinander verbindbar, so
dass eine Patientenlagerungsplatte in einer gewünschten Größe konfigurierbar ist,
die sich in einer Längsrichtung erstreckt.
[0005] Ergänzend zu den Tischplattensegmenten, die als Liegeflächen dienen, können auch
zusätzliche Funktionen in die Tischplattensegmente integriert sein. Für orthopädische
Operationen sind unter anderem Extensionseinheiten, z.B. Orthopädieadapter, vorgesehen.
Mit diesen Extensionseinheiten wird beispielsweise beim Vorliegen einer Fraktur im
Beinbereich der gebrochene Knochen gegen die von den Muskeln aufgebrachte Spannung
in die ursprüngliche Position gezogen, vom Orthopäden ausgerichtet, und dann fixiert.
Die Extensionseinheiten sind üblicherweise aus Edelstahl und weisen eine Festigkeit
auf, die sowohl für das Aufbringen einer nahezu horizontalen Zugkraft und die dabei
auftretenden Momente, als auch für andere Krafteinleitungen, z.B. durch einen Unterschenkelgegenzug
oder ein Gipsaggregat, bei denen die Kraft in einer anderen Richtung auf die Extensionseinheit
aufgebracht wird, ausreichend ist.
[0006] Durch intraoperative Untersuchungsverfahren, die dreidimensionale Darstellung des
menschlichen Körpers erstellen, wie beispielsweise Computertomographie oder eine Anwendung
eines C-Bogens, mit dem in einem Rotationswinkelbereich von ca. 135° je Winkelgrad
ein Bild erzeugt wird, das dann zu einer dreidimensionalen Darstellung zusammengesetzt
wird, wird an den Operationstisch die Anforderung gestellt, im Aufnahmebereich keine
metallischen Bauteile aufzuweisen. Durch das Vorhandensein von metallischen Bauteilen
im Aufnahmebereich werden nämlich störende Artefakte, wie z.B. helle Flecken in der
Darstellung erzeugt, und die Darstellung somit unbrauchbar.
[0007] Aus diesem Grund wurden bereits zumindest Teile von Patientenlagerflächen aus nicht-metallischen
Faserverbundwerkstoffen und Bauteile von Extensionseinheiten für Operationstische
aus nicht-metallischen Werkstoffen hergestellt. Dabei ergibt sich jedoch das Problem,
dass die Festigkeit der Extensionseinheiten, die für das Untersuchungsverfahren mit
der dreidimensionalen Darstellung geeignete nicht-metallische Werkstoffe aufweisen,
nicht ausreichend ist für die Möglichkeiten einer herkömmlichen Extensionseinheit,
nämlich den Anbau, etc. von sämtlichem Zubehör der herkömmlichen Extensionseinheit.
[0008] Daraus ergibt sich die Aufgabe, einen Orthopädieadapter bereit zu stellen, der, ohne
auf die Anwendungsmöglichkeiten einer herkömmlichen Extensionseinheit zu verzichten,
dreidimensionale bildgebende Untersuchungsverfahren ermöglicht.
[0009] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 11 gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0010] Ein Adapter der eingangs genannten Art ist so ausgebildet, dass ein zentraler Holm
aus einem nichtmetallischen Faserverbundwerkstoff besteht, der sich in Längsrichtung
des Operationstischs zu dessen Fußende hin erstreckt, und an den eine separat ausgebildete
Universalaufnahme ankoppelbar ist.
[0011] Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren anhand eines
Ausführungsbeispiels erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Gesamtansicht eines Operationstischs mit einem Orthopädieadapter
ohne die ersten Koppelstellen, mit Zubehör, das an die zweite Koppelstelle ankoppelbar
ist;
Fig. 2 zeigt eine vergrößerte Ansicht des Orthopädieadapters und der separaten ankoppelbaren
Universalaufnahme;
Fig. 3 zeigt eine von dem Universaladapter lösbare Koppelstelle in einer vergrößerten
Ansicht.
[0012] Fig. 1 zeigt einen Operationstisch 1 mit einer Patientenlagerfläche 2, die auf einer
Operationstischsäule 3 angebracht ist. Die Patientenlagerfläche 2 ist hier in Form
von zwei Lagerflächensegmenten 2a, 2b dargestellt, die in einer Längsrichtung des
Operationstischs 1 angeordnet sind. Das Lagerflächensegment 2b ist mit der Operationstischsäule
3 verbunden. An dem dem Lagerflächensegment 2b gegenüber liegenden Ende des Lagerflächensegments
2a ist eine Koppelstelle zum Ankoppeln von weiteren Lagerflächensegmenten vorgesehen.
An dem dem Lagerflächensegment 2a gegenüber liegenden Ende des Lagerflächensegments
2b ist in Richtung eines Fußendes des Operationstischs 1 ein Orthopädieadapter 4 angeordnet.
[0013] Der Orthopädieadapter 4 weist eine Ankoppeleinheit 5 auf, die sich in einer vertikalen
Richtung quer zur Längsachse des Operationstischs 1 erstreckt. An den äußeren seitlichen
Rändern der Ankoppeleinheit 5 sind erste Ankoppeleinrichtungen 6 vorgesehen, um den
Orthopädieadapter 4 an entsprechenden nicht gezeigten Koppelstellen des Operationstischs
1 anzukoppeln. Von der Ankoppeleinheit 5 aus erstreckt sich in Längsrichtung des Operationstischs
1 zu seinem Fußende hin ein zentraler Holm 7, der an der Ankoppeleinheit 5 befestigt
ist. An dem der Ankoppeleinheit 5 gegenüber liegenden Ende des zentralen Holms 7 ist
eine separate Universalaufnahme 8 angeordnet. Die Universalaufnahme 8 weist später
beschriebene erste und zweite Koppelstellen, sowie eine zweite Ankoppeleinrichtung
auf. In alternativen Ausführungsformen kann die Universalaufnahme 8 nur eine Koppelstelle,
oder auch mehrere Koppelstellen von einer Art oder mehreren verschiedenen Arten aufweisen.
Die Ankoppeleinheit 5 weist an ihrem unteren Ende in den Eckbereichen zwei dritte
Koppelstellen 9 auf, die zum Ankoppeln eines nachfolgend beschriebenen Extensionsholms
10 vorgesehen sind.
[0014] Der Orthopädieadapter 4 weist mindestens einen Extensionsholm 10 auf, wobei alternativ
auch mehrere Extensionsholme 10 vorgesehen sein können. Der Extensionsholm 10 ist
hier in einem nicht-angekoppelten Zustand gezeigt. Der Extensionsholm 10 ist aus einem
nicht-metallischen Material, hier aus Kohlefasern, hergestellt. Der Extensionsholm
10 weist einen im Wesentlichen quadratischen Querschnitt auf, dessen Ecken abgerundet
sind, und weist an einem Ende ein einachsiges Gelenk 11, dessen Achse vertikal angeordnet
ist, und daran anschließend eine dritte Ankoppeleinrichtung 12 auf. Das Gelenk 11
weist eine Feststelleinrichtung auf, so dass innerhalb eines durch den konstruktiven
Aufbau des Gelenks begrenzten horizontalen Schwenkwinkelbereichs, die Richtung, in
der sich der Extensionsholm 10 erstreckt, von dem Gelenk ausgehend horizontal verstellbar
und feststellbar ist. An dem Ende des Gelenks 11, das dem Extensionsholm 10 gegenüber
liegt, ist die dritte Ankoppeleinrichtung 12 vorgesehen. Die dritte Ankoppeleinrichtung
12 weist an ihrem oberen Ende eine hakenförmige Leiste auf, mit der die dritte Ankoppeleinrichtung
12 in die dritte Koppelstelle 9 eingehängt werden kann. Weiterhin weist sie am unteren
Ende eine verstellbare hakenförmige Platte auf, die durch Verdrehen eines Handrads
nach oben und nach unten verstellt werden kann. Zwischen der hakenförmigen Leiste
und der hakenförmigen Platte ist, ungefähr mittig, eine nicht gezeigte vorstehende
Leiste angebracht. Die dritte Ankoppeleinrichtung 12 wird in die dritte Koppelstelle
9 eingehakt, und, mit Hilfe der hakenförmigen Platte, von unten an der dritten Koppelstelle
9 verspannt und somit befestigt. Die mittige Leiste greift hierbei in eine rechteckige
Öffnung der dritten Koppelstelle 9 ein und dient als Kodierung, so dass nur geeignetes
Zubehör mit der entsprechenden Ankoppeleinrichtung an der Koppelstelle angekoppelt
werden kann. An dem der dritten Ankoppeleinrichtung 12 des Extensionsholms 10 gegenüber
liegenden Ende kann als Zubehör beispielsweise ein nicht gezeigtes Zugspindelaggregat
befestigt sein.
[0015] Das Lagerflächensegment 2b der Patientenlagerfläche 2 des Operationstischs 1 weist
an seinem dem Orthopädieadapter 4 zugewandten Ende in den Eckbereichen zwei Beinplattengelenke
13 auf. Die Beinplattengelenke 13 sind üblicherweise dazu vorgesehen, dass nicht gezeigte
Beinplatten zum weiteren Ausbilden der Patientenlagerfläche 2 dort angekoppelt werden.
Die Beinplattengelenke 13 weisen jeweils eine vierte Koppelstelle 14 auf. Die vierten
Koppelstellen 14 sind so gestaltet, dass die funktionellen Merkmale für das Ankoppeln
denen der dritten Koppelstelle 9 entsprechen, so dass der Extensionsholms 10 mit seiner
dritten Ankoppeleinrichtung 12 auch an der vierten Koppelstelle 14 angekoppelt werden
kann.
[0016] Weiterhin sind in Fig. 1 Zubehörteile des Orthopädieadapters 4, wie ein Unterschenkelgegenzug
15 und ein Gipsaggregat 16, gezeigt, die an der Universalaufnahme ankoppelbar sind.
[0017] Figur 2 zeigt den Orthopädieadapter 4 und die separate Universalaufnahme 8 in einer
vergrößerten Ansicht. Der Orthopädieadapter 4 weist eine Tragplatte 17 mit Polster
auf. Die Tragplatte 17 hat im Wesentlichen die Form eines Dreiecks, wobei auf deren
Unterseite im Bereich von zwei Ecken jeweils eine vierte Ankoppeleinrichtung 18 angebracht
ist, wobei in Figur 2 nur eine gezeigt ist. Die Ankoppeleinrichtung 18 wird im Wesentlichen
aus zwei Bauelementen gebildet, wobei das eine, wie in Figur 2 gezeigt, als Haken
ausgebildet ist. Der Haken ist an der Tragplatte befestigt und weist eine Öffnung
auf. Das andere Bauelement der Ankoppeleinrichtung 18 besteht aus einer Führung in
Form eines umgedrehten U's. Die Führung ist an dem Haken um eine horizontale Achse
schwenkbar angeordnet. Die Führung ist so gelagert und weist solche Dimensionen auf,
dass der Haken in seiner verriegelten Stellung gemeinsam mit der Führung den Bolzen
umschließt, wie später detailliert beschrieben wird. Somit wird eine formschlüssige
Verbindung zwischen der Ankoppeleinheit 5 und der Tragplatte 17 gebildet. An der den
vierten Ankoppeleinrichtungen 18 gegenüber liegenden Ecke in Richtung des Fußendes
weist die Tragplatte 17 eine daran angebrachte Auflage 19 auf. Mit dieser Auflage
19 liegt die Tragplatte 17 bedingt durch ihr Gewicht auf dem zentralen Holm 7 auf.
Die Auflage 19 trägt weiterhin einen Gegenzugstab 20 mit einem ergonomisch angepassten
Polster, der beim Aufbringen einer Zugkraft auf ein Bein des Patienten mit Hilfe des
Orthopädieadapters 4, die erforderliche Gegenkraft für den Rumpf des Patienten bereitstellt,
so dass der Patient auf der Patientenlagerfläche 2 auch bei Aufbringen der Zugkraft
nicht verrutscht.
[0018] Der zentrale Holm 7 des Orthopädieadapters 4 weist einen im Wesentlichen quadratischen
Querschnitt mit abgerundeten Ecken auf. Der zentrale Holm 7 besteht aus einem nicht-metallischen
Faserverbundwerkstoff, hier aus Kohlefaser. Der zentrale Holm 7 ist fest mit der Ankoppeleinheit
5 verbunden und seine Länge ist so gewählt, dass sein Ende geringfügig über die Tragplatte
17 hinaus steht.
[0019] In der Figur 2 ist die Universalaufnahme 8 getrennt von dem zentralen Holm 7 dargestellt.
Am unteren Ende der Universalaufnahme 8 ist ein Teil einer zweiten Ankoppeleinrichtung
21 dargestellt. Die zweite Ankoppeleinrichtung 21 besteht im Wesentlichen aus dem
inneren Hohlraum der Universalaufnahme 8 und einer Blattfeder, die einen Stift von
unten durch eine Bohrung in den Hohlraum der Universalaufnahme 8 drückt. Der Hohlraum
ist so gestaltet, dass er im Wesentlichen der Kontur des Querschnitts des zentralen
Holms 7 entspricht, wobei die Abmessungen geringfügig größer sind, um eine erleichterte
Montage zu gewährleisten. Der Hohlraum ist auf der dem zentralen Holm 7 zugewandten
Seite der Universalaufnahme 8 geöffnet. Diese Öffnung ist nicht gezeigt. Angrenzend
an die Seite mit der Öffnung ist auf der Oberseite der Universalaufnahme 8 ein zylindrischer
Abschnitt 29 vorgesehen, an dessen axialen Enden jeweils eine erste Koppelstelle 22
angeordnet ist.
[0020] Die ersten Koppelstellen 22 weisen im Wesentlichen die Form eines Winkels auf. Ein
Schenkel des Winkels ist mit einem rechteckigen Durchbruch 30 mit einer sich nach
oben erstreckenden Aussparung in seinem oberen Eckbereich an dem von dem zylindrischen
Körper entfernt liegenden Ende des Durchbruchs 30 versehen. Der Durchbruch 30 bildet
mit der in dieser Darstellung oberen Kante und der unteren Kante des Schenkels die
Funktionsflächen der ersten Koppelstelle 22. Der Durchbruch 30 und die Aussparung
sind als Codiereinrichtung ausgebildet, so dass nur hier zugelassenes Zubehör angekoppelt
werden kann. Der andere Schenkel des Winkels erstreckt sich jeweils seitlich des zylindrischen
Abschnitts 29 und ist mit einer hier nicht dargestellten Bohrung versehen, so dass
er an dem zylindrischen Körper mit einem Befestigungsmittel angebracht werden kann.
[0021] An der der Öffnung für den zentralen Holm 7 gegenüber liegenden Seite der Universalaufnahme
8 ist eine zweite Koppelstelle 23 angeordnet. Die zweite Koppelstelle 23 weist einen
rohrförmigen Abschnitt auf, der mit Hilfe einer Distanzleiste an einer vertikalen
Fläche der Universalaufnahme 8 befestigt ist. Das Rohr ist vertikal angeordnet und
dient z.B. zur Aufnahme des in Fig. 1 dargestellten Zubehörs, dem Unterschenkelgegenzug
15 und dem Gipsaggregat 16. Das Gehäuse der Universalaufnahme 8, die erste Koppelstelle
22 und die zweite Koppelstelle 23 sind aus Edelstahl hergestellt.
[0022] Gemäß Fig. 3 ist die Universalaufnahme 8 auf dem zentralen Holm 7 angebracht. Die
Auflage 19 der Tragplatte 17 liegt auf der Universalaufnahme 8 auf. Durch die Anordnung
und die Form der Auflage 19 entsteht zwischen der Auflage 19 und der Universalaufnahme
8 eine formschlüssige Verbindung, so dass, zusätzlich zu der Befestigung der Universalaufnahme
8 durch die zweite Ankoppeleinrichtung 21, die Universalaufnahme 8 daran gehindert
wird, von dem zentralen Holm 7 herunter zu gleiten. Die Auflage 19 ist hier ohne den
Gegenzugstab 20 dargestellt.
[0023] An dem zylindrischen Abschnitt 29 der Universalaufnahme 8 ist an dessen Stirnseiten
jeweils umlaufend eine erste Hirthverzahnung 24 vorgesehen. Den ersten Hirthverzahnungen
24 ist jeweils axial gegenüber liegend eine zweite Hirthverzahnung 25 an einem Schenkel
des Winkels der ersten Koppelstelle 22 angeordnet. Im Zentrum der ersten Hirthverzahnung
24 und zweiten Hirthverzahnung 25 ist ein Bolzen 26 angeordnet, der mit einem klappbaren
Griff 27 in der axialen Richtung des Bolzens 26 an einem seiner Enden drehfest verbunden
ist.
[0024] Auf dem Bolzen 26 ist auf Höhe der ersten Hirthverzahnung 24 dargestellt eine rechteckige
Platte 28 angebracht, deren Breite in horizontaler Richtung etwas geringer ist als
der Durchmesser des Bolzens 26 und deren Länge in vertikaler Richtung größer ist als
der Durchmesser des Bolzens 26. Diese Platte 28 ist mit dem Bolzen 26 fest verbunden.
In dem zylindrischen Abschnitt 29 ist in Achsrichtung des Bolzens 26 eine von der
ersten Hirthverzahnung 24 nach innen versetzte Scheibe 31 vorgesehen. Die Scheibe
31 weist eine rechteckige Aussparung 32 auf, wobei die Kontur der Aussparung 32 der
Kontur der Platte 28 entspricht, aber geringfügig größere Abmessungen aufweist, um
das Durchdringen der Platte 28 durch die Aussparung 32 zu erleichtern. Der Bolzen
26 ist hinter der Platte 28 durch eine in den zylindrischen Abschnitt 29 eingebrachte
Bohrung geführt. Zwischen der Scheibe 31 und der Bohrung in dem zylindrischen Abschnitt
29 ist ein Freiraum vorgesehen, der ein Verdrehen des Bolzens 26 mit der Platte 28
ermöglicht. Durch Hineinschieben des Bolzens 26 in die Bohrung, so dass die Platte
28 die Scheibe 31 durch die Aussparung 32 durchdringt und in den Freiraum gelangt,
und durch Verdrehen des Bolzens 26 mit Hilfe des Griffs 27 um einen Winkel, der kleiner
als 90° ist, in einer Richtung entsteht durch die rechteckige Platte 28 als ein Verbindungselement
und die Scheibe 31 eine formschlüssige Verbindung, so dass der Bolzen 26 nicht aus
der Bohrung herausgezogen werden kann. Dadurch wird ein Drehgelenk für die erste Koppelstelle
22 gebildet. Das Drehgelenk für die erste Koppelstelle 22 wird durch Drehen des Hebels
27 um den gleichen Winkelbetrag in die entgegengesetzte Richtung, wodurch die formschlüssige
Verbindung zwischen der Platte 28 und der Scheibe 31 wieder aufgehoben wird, gelöst,
und der Bolzen 26 kann aus dem zylindrischen Abschnitt 29 herausgezogen werden. Gegen
ein unbeabsichtigtes Lösen ist eine Sicherungsvorrichtung vorhanden, die ein Verdrehen
des Hebels 27 verhindert.
[0025] Die Abmessungen des Bolzens 26 sind so gewählt, dass die erste Hirthverzahnung 24
und die zweite Hirthverzahnung 25 nicht im Eingriff sind, wenn der Hebel 27 in die
axiale Richtung des Bolzens 26 geklappt ist, so dass die erste Koppelstelle 22 mit
der Universalaufnahme 8 über das Drehgelenk drehbar verbunden ist. Durch Umklappen
des Griffs 27 um 90°, so dass er im rechten Winkel zum Bolzen 26 steht, wird die erste
Koppelstelle 22 in Richtung hin zu der Universalaufnahme 8 bewegt, und die erste Hirthverzahnung
24 kommt mit der zweiten Hirthverzahnung 25 in Eingriff. Somit wirken die Hirthverzahnungen
24 und 25 in Verbindung mit dem Hebel 27 als Feststelleinrichtung.
[0026] Im Betrieb wird, nachdem eventuell vorhandene Beinplatten von den Beinplattengelenken
13 abgenommen wurden, der Orthopädieadapter 4 an den Operationstisch 1 angekoppelt,
indem die ersten Ankoppeleinrichtungen 6 in entsprechende Koppelstellen des Operationstischs
1 eingeführt und entsprechend eines Bajonettverschlusses durch Verdrehen verriegelt
werden. Anschließend wird, sofern nicht bereits vorhanden, die Universalaufnahme 8
auf den zentralen Holm 7 aufgesteckt und automatisch durch die zweite Ankoppeleinrichtung
21 befestigt. Im nächsten Schritt wird die Tragplatte 17 mit dem Polster mit ihren
vierten Ankoppeleinrichtungen 18 an die seitlichen Bolzen der Ankoppeleinheit 5 angekoppelt
und auf dem zentralen Holm 7 abgelegt, so dass die Auflage 19 auf der Universalaufnahme
8 aufliegt. Hierzu wird die Tragplatte 17 in einer senkrechten Orientierung von oben
mit den nun nach unten gerichteten U-förmig geöffneten Führungen der vierten Ankoppeleinrichtungen
18 auf die seitlichen Bolzen aufgesteckt. Anschließend wird die Tragplatte 17 aus
der senkrechten Orientierung um ca. 90° in Richtung des Fußendes des Operationstischs
1 geschwenkt, wobei die Führungen in der Orientierung mit der nach unten gerichteten
Öffnung verbleiben, die Haken die seitlichen Bolzen durch den Schwenkvorgang jedoch
umschließen, und zwischen den seitlichen Bolzen, den nach unten geöffneten gabelförmigen
Führungen und den Haken eine formschlüssige Verbindung entsteht. Die U-förmigen Führungen
verhindern eine Bewegung der Tragplatte 17 in Längsrichtung des Operationstischs und
die Haken verhindern eine Bewegung der Tragplatte 17 nach oben. Durch das Auflegen
der Auflage 19 auf der Universalaufnahme 8 entsteht eine formschlüssige Verbindung
zwischen der Auflage 19 und der Universalaufnahme 8, die die Universalaufnahme 8 zusätzlich
gegen ein Herunterziehen sichert. An der Auflage 19 kann dann der Gegenzugstab 20
angebracht werden, um eine Gegenkraft zu der Extensionskraft aufzubringen.
[0027] Der Extensionsholm 10 zum Aufnehmen von z.B. einem Zugspindelaggregat zum Aufbringen
der Extensionskraft kann entweder an einer der dritten Koppelstellen 9 oder, falls
der Extensionsholm 10 an dieser Stelle störend ist, auch an der vierten Koppelstelle
14 an einem Beinplattengelenk 13 angekoppelt werden.
[0028] Um die Funktionalität der herkömmlichen Orthopädieadapter zu erlangen, kann in die
Universalaufnahme 8 in der zweiten Koppelstelle 23 Zubehör, wie z.B. der Unterschenkelgegenzug
15 oder das Gipsaggregat 16, angekoppelt werden. Weiterhin ist es möglich, für bestimmte
Lagerungssituationen neben der Andockmöglichkeit an den vierten Koppelstellen 14 an
den Beinplattengelenken 13, Beinplatten an den ersten Koppelstellen 22 anzukoppeln,
wobei die Gelenke für die Beinplatten einzeln nach oben und nach unten verstellt und
festgestellt werden können. Bei störenden Einflüssen des Gelenks selbst bei herkömmlichen
Bildgebungen wird das Gelenk mit den ersten Koppelstellen 22 durch Verdrehen des Griffs
27 von der Universalaufnahme 8 gelöst und kann abgenommen werden.
[0029] Zum Erstellen von dreidimensionalen Darstellungen kann die Universalaufnahme 8 leicht
durch Anheben der Tragplatte 17 mit Polster und Lösen der zweiten Ankoppeleinrichtung
21 vom zentralen Holm 7 abgezogen werden, wobei der Orthopädieadapter 8 dann ab der
Hüfte des Patienten abwärts keine metallischen Teile mehr aufweist, die das Erstellen
von dreidimensionalen Darstellungen stören würden, obwohl die Beine des Patienten,
weiterhin unter der Wirkung einer Extension, intraoperativ einem dreidimensionalen
diagnostischen Verfahren unterzogen werden können.
1. Orthopädieadapter (4) für einen Operationstisch (1), aufweisend:
eine Ankoppeleinheit (5) zum Ankoppeln des Orthopädieadapters (4) mit einer ersten
Ankoppeleinrichtung (6) an entsprechende Koppelstellen des Operationstischs (1),
einen zentralen Holm (7), der mit der Ankoppeleinheit (5) verbunden ist und sich in
einer Längsrichtung des Operationstischs (1) zu dessen Fußende hin erstreckt,
eine Universalaufnahme (8), die zumindest eine Koppelstelle (22, 23) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zentrale Holm (7) aus einem nicht-metallischem Werkstoff ist, und
die Universalaufnahme (8) als separates Bauteil ausgebildet ist und eine zweite Ankoppeleinrichtung
(21) aufweist, mit der sie an den zentralen Holm (7) ankoppelbar ist.
2. Orthopädieadapter (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Universalaufnahme (8) zumindest eine erste Koppelstelle (22) und zumindest eine
zweite Koppelstelle (23) aufweist.
3. Orthopädieadapter (4) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ankoppeleinheit (5) zumindest eine dritte Koppelstelle (9) aufweist.
4. Orthopädieadapter (4) nach Anspruche 3, weiterhin aufweisend:
mindestens einen lang gestreckten Holm (10) aus einem nicht-metallischen Material,
wobei der Holm (10) eine dritte Ankoppeleinrichtung (12) aufweist und an einer der
dritten Koppelstellen (9) der Ankoppeleinheit (5) ankoppelbar ist.
5. Orthopädieadapter (4) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zentrale Holm (7) und/oder der Holm (10) aus einem Faserverbundwerkstoff ausgebildet
sind/ist.
6. Orthopädieadapter nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Holm (10) ein einachsiges Gelenk (11) mit einer Feststelleinrichtung aufweist,
so dass die Richtung in der sich der Holm (10) erstreckt, horizontal verstellbar ist.
7. Orthopädieadapter (4) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der ersten Koppelstellen (22) ein Drehgelenk (26, 27, 28, 31) mit
einer Feststelleinrichtung aufweist, und die erste Koppelstelle (22) über das Drehgelenk
mit der Universalaufnahme (8) verbunden sind, so dass die erste Koppelstelle (22)
um eine Achse drehbar ist und feststellbar ist.
8. Orthopädieadapter (4) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgelenk ein Verbindungselement (26) aufweist, das die erste Koppelstelle (22)
lösbar mit der Universalaufnahme (8) verbindet.
9. Orthopädieadapter (4) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (26) ein Verriegelungselement (28) aufweist, das mit der Universalaufnahme
(8) eine formschlüssige Verbindung eingeht.
10. Orthopädieadapter (4) nach einem der vorangehenden Ansprüche, weiterhin eine Tragplatte
(17) aufweisend, die wiederum eine vierte Ankoppeleinrichtung (18) zum Ankoppeln der
Tragplatte (17) an die Ankoppeleinheit (5) aufweist.
11. Operationstisch (1) mit einem Orthopädieadapter (4) gemäß einem der Ansprüche 4 bis
10, dadurch gekennzeichnet, dass der Operationstisch (1) Beinplattengelenke (13) mit vierten Koppelstellen (14) aufweist,
und die vierten Koppelstellen (14) so ausgestaltet sind, dass die dritte Ankoppeleinrichtung
(12) des Holms (10) damit koppelbar ist.