(19)
(11) EP 2 311 617 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.04.2011  Patentblatt  2011/16

(21) Anmeldenummer: 10013688.6

(22) Anmeldetag:  15.10.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B28B 11/16(2006.01)
B26D 1/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 16.10.2009 DE 102009049840

(71) Anmelder: Keller H.C.W. GmbH
49479 Ibbenbüren-Laggenbeck (DE)

(72) Erfinder:
  • Ungruhe, Reinhold
    49509 Recked (DE)
  • Wieligmann, Friedrich
    49492 Westerkappeln (DE)
  • Mühlenkamp, Adrian
    49479 Ibbenbüren (DE)

(74) Vertreter: Wischmeyer, André et al
Busse & Busse Patent- und Rechtsanwälte Partnerschaft Großhandelsring 6
49084 Osnabrück
49084 Osnabrück (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Schneiden eines Gutstranges


(57) Vorrichtung zum Schneiden eines Gutstranges (1) in Formlinge (18), mit einem Tragrahmen (7) und einem Schneidtisch (3), der gegenüber dem Tragrahmen (7) und von einem Tischantrieb (8) entlang einer Längsrichtung (A) hin und her bewegbar ist, wobei ein Teil (11) des Tischantriebs (8) tragrahmenseitig und ein weiterer Teil (9) des Tischantriebs (8) schneidtischseitig angeordnet ist, sowie mit einem mittels eines Schneidrahmens (10) geführten und von einem Schneidantrieb (14) angetriebenen Schneidmittel (4), welches von dem Schneidantrieb (14) entlang einer Schneidrichtung hin und her bewegbar ist, wobei ein Teil (16) des Schneidantriebs (14) schneidrahmenseitig und ein weiterer Teil (15) des Schneidantriebs (14) schneidmittelseitig angeordnet ist, wobei zumindest einer der Antriebe (8,14) einen Linearmotor umfasst.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schneiden eines Gutstranges, mit einem Tragrahmen und einem Schneidtisch, der gegenüber dem Tragrahmen und von einem Tischantrieb entlang einer Längsrichtung hin und her bewegbar ist, wobei ein Teil des Tischantriebs tragrahmenseitig und ein weiterer Teil des Tischantriebs schneidtischseitig angeordnet ist, sowie mit einem mittels eines Schneidrahmens geführten und von einem Schneidantrieb angetriebenen Schneidmittel, welches von dem Schneidantrieb entlang einer Schneidrichtung hin und her bewegbar ist, wobei ein Teil des Schneidantriebs schneidrahmenseitig und ein weiterer Teil des Schneidantriebs schneidmittelseitig angeordnet ist.

[0002] Bei einem bekannten Stand der Technik werden der Schneidtisch und der Schneidrahmen jeweils über servogesteuerte Kurbelantriebe angetrieben. Ein Kurbelantrieb mit einer konstanten Drehzahl an der Getriebeausgangswelle ergibt jedoch naturgemäß am Schneidtisch einen sinusförmigen Geschwindigkeitsverlauf, so dass für einen senkrechten Schnitt der Schneidtisch für die Schneiddauer der Geschwindigkeit des Gutstranges, vorzugsweise eines Tonstranges, angepasst werden muss. Hierzu ist die Drehzahl des Servogetriebemotors mathematisch so zu berechnen, dass eine Gleichlaufphase mit dem Schneidtisch entsteht. Eine solche Gleichlaufphase weist in der Regel eine erste Synchronphase auf, während der der Schneiddraht senkrecht von oben nach unten durch den Tonstrang geführt wird. Anschließend wird in einer Lückenziehphase der Schneidtisch kurzzeitig beschleunigt, um zwischen dem Schneiddraht und dem Tonstrang eine Lücke zu erzeugen, durch die der Schneiddraht in einer weiteren zweiten Synchronphase mit hoher Geschwindigkeit noch oben gefahren werden kann. Anschließend wird der Schneidtisch schnellstmöglich in seine Ursprungsstellung zurückgefahren, um rechtzeitig für den nächsten Schnitt im Gleichlauf mit dem Tonstrang zu sein. Während dieser Phasen sind ständige Drehzahlanpassungen des Tischantriebs notwendig, um aus der sinusförmigen Bewegung die entsprechenden Gleichlaufphasen abzuleiten. Gleiches gilt für den Schneidantrieb, der die Bewegung des Schneiddrahtes in einer Richtung quer zum Tonstrang, beispielsweise von oben nach unten, bewirkt. Die jeweils rahmenseitig angeordneten Teile der Antriebe, beispielsweise Gelenkteile oder Flansche für Koppelstangen, sind in der Regel über Stangen mit der jeweiligen Kurbel verbunden.

[0003] Aufgrund der hohen Belastung durch sich ständig ändernde Drehzahlen müssen die Antriebsmotoren groß dimensioniert werden. Gleichzeitig führt die mechanische Belastung zu großer Abnutzung der einzelnen Antriebsteile, was wiederum zu Ungenauigkeiten in der Schnittlänge und der Schnittführung führen kann. Sofern andere Schnittlängen gewünscht werden oder sogar ein Formschnitt durchzuführen ist, nehmen die Anpassungen der Kurbelmechanik und der elektronischen Kurvenscheibe zur Drehzahlregulierung viel Zeit in Anspruch. Da insbesondere die ebenfalls notwendige Anpassung der Kurbelmechanik inklusive etwaiger Koppelstangen nicht immer von ausreichend geschultem Fachpersonal durchgeführt wird, können sich weitere Ungenauigkeiten ergeben.

[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Schneiden eines Gutstranges zu schaffen, mit der die Schnittlängentoleranzen beim Schneiden eines aus einem Gutstrang zu bildenden Formlings gegenüber den bisher bekannten Vorrichtungen verringert sind.

[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den hierauf rückbezogenen Unteransprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung zu entnehmen.

[0006] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die beispielweise als Universalabschneider für Tonstränge ausgebildete Vorrichtung zumindest einen Antrieb aufweist, der einen Linearmotor umfasst. Im Gegensatz zu den verbreiteten rotierenden Maschinen versetzt dieser den mit ihm verbundenen Schneidtisch oder den Schneidrahmen in eine geradlinige Bewegung. Die Vorrichtung weist so weniger bewegte Bauteile auf, und es muss insbesondere für denjenigen Antrieb, der als Linearmotor ausgebildet ist, keine elektronische Kurvenscheibe zur Umrechnung der Drehbewegung in eine translatorische Bewegung bereit gehalten oder berechnet werden. Für diesen Antrieb entfällt ebenfalls die aufwendige und fehlerbehaftete Anpassung der Koppelstangen. Eine geringere Anzahl an verschleißanfälligen Teile sowie eine entfallende Berechnung von Übertragungsfunktionen führen zu einer höheren Genauigkeit der Bewegung des Schneidmittels und/oder des Schneidtisches. Eine höhere Genauigkeit ergibt sich ebenfalls dadurch, dass weniger Spiel aufweisende Massen bewegt werden müssen. Dies führt darüber hinaus zu weniger Wartungsaufwand.

[0007] Vorzugsweise ist sowohl der den Schneidtisch bewegende Antrieb wie auch der das Schneidmittel bewegende Antrieb mit einem Linearmotor versehen, so dass sich die vorbeschriebenen Vorteile nicht nur für einen sondern für beide Antriebe ergeben. Diese beiden Linearmotoren weisen vorzugsweise zueinander senkrecht stehende Bewegungsrichtungen auf, so dass mit dem Schneidmittel, welches insbesondere als Draht ausgebildet ist, ohne weiteres Formschnitte wie beispielsweise Ausbildungen einer Nut beim Schneiden des Formlings umgesetzt werden können. Die Programmierung einer zugehörigen Steuereinrichtung mit Synchronisierung der zugehörigen Antriebe - dies zusätzlich in Abhängigkeit des Vorschubs des Gutstranges - ist deutlich vereinfacht. Das Schneidmittel kann hierbei entlang des Schneidrahmens beispielsweise vertikal oder horizontal zum Boden bewegt werden.

[0008] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Schneidtisch in Längsrichtung des Gutstranges mit zwei zwar miteinander synchronisierten aber nicht mechanisch gekoppelten Antrieben versehen. Eine mechanische Kopplung, die durch quer zum Tonstrang von einer Seite des Schneidtisches auf die andere Seite des Schneidtisches verlaufende Koppelstangen bewirkt wurde, kann entfallen. Hierdurch ist der unterhalb des Schneidtisches zur Verfügung stehende Bauraum weniger ausgenutzt, was insbesondere für das Wegfallen von Schnittabfällen vorteilhaft ist.

[0009] Ebenfalls vorteilhaft ist die Verwendung zweier Linearmotore umfassender Antriebe auf zwei gegenüberliegenden Seiten des Schneidrahmens. Hierdurch kann eine relativ zu einer Oberfläche des Gutstrangs veränderbare Schrägstellung des Drahtes auf einfache Weise und ohne Anpassung etwaiger Koppelstangen od. dgl. mechanischer Hilfsmittel erreicht werden. Die Schrägstellung wird beispielsweise durch eine unterschiedliche Nullposition der beiden Antriebe realisiert. Eine solche Schrägstellung kann auf einfache Weise durch eine Eingabe in eine zugehörige Steuereinrichtung umgesetzt werden.

[0010] Die beiden Teile des als Linearmotor ausgebildeten Antriebs sind vorzugsweise unter Verzicht auf mechanische Verbindungsteile zur Erzeugung einer Antriebskraft durch Wechselwirkung miteinander ausgebildet. Im Wesentlichen besteht der Linearmotor somit aus den beiden Teilen, von denen das eine am Rahmen und das weitere beispielsweise am Schneidtisch bzw. schneidmittelseitig befestigt ist. Hinzu kommen noch eine Steuereinrichtung sowie etwaige Regelkreise. Letztere sind insbesondere zur Abstimmung der Bewegung des Schneidtisches und des Schneidmittels auf den Vortrieb des Gutstranges sowie die Synchronisation der Bewegungen der beiden Antriebe miteinander vorgesehen.

[0011] Vorteilhafterweise sind der Tischantrieb und/oder der Schneidmittelantrieb als lineare Direktantriebe ausgebildet, wobei einer der beiden Teile des Antriebs einen von dem anderen Teil des Antriebs bewegten Magneten aufweist. Dieser ist in einer bevorzugten Ausbildung eines linearen Direktantriebs für den Schneidtisch schneidtischseitig angeordnet, um die bewegten Massen geringer zu halten. Der den insbesondere als Dauer-Magneten ausgebildeten Magneten aufweisende Antriebsteil ist ein passiver Antriebsteil, der durch den weiteren Antriebsteil bewegbar ist.

[0012] Ein linearer Direktantrieb kann durch Anordnung des Magneten am Schneidtisch oder durch Integration des Magneten in oder an den Schneidtisch-Bauraum schonend in einem Seitenbereich desselben angeordnet werden. Durch magnetische Wechselwirkung, vorzugsweise elektromagnetische Wechselwirkung, wird der Schneidtisch dann entlang des anderen Teils des linearen Direktantriebs bewegt. Insbesondere in einer Ausbildung, in der die beiden Teile des Tischantriebs oder des Schneidantriebs berührungslos aneinander entlang bewegbar sind, wie dies bei einem auf magnetischer Wechselwirkung basierenden Antrieb verhältnismäßig einfach realisierbar ist, ist der Verschleiß und der Wartungsaufwand einer erfindungsgemäßen Vorrichtung reduziert. Auch die Genauigkeit eines linearen Direktantriebs, der hohe Beschleunigen von bis zu 15m/sek2 aufweisen sowie hierzu eine Last von bis zu 1000 kg bewegen kann, ist vorteilhaft. Genauigkeiten von wenigen µm sind realisierbar. Bei einer Ausbildung mit einem linearen Direktantrieb zum Antrieb des Schneidmittels umfasst einer der beiden Schneidantriebsteile - vorzugsweise der schneidmittelseitig angeordnete - einen Schneidantriebsmagneten, der von dem anderen Teil des Schneidantriebs bewegbar ist. Für diesen gelten ebenfalls die vorbeschriebenen Vorteile des einen passiven, am Schneidtisch angeordneten Magneten aufweisenden (Schneid-)Tischantriebs.

[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind der Schneidrahmen und der Schneidtisch aneinander festgelegt, wobei insbesondere der einen schneidtischseitigen Magneten umfassende Schneidtisch den Schneidrahmen mitbewegt, wodurch dieser wiederum in Bewegungsrichtung des Gutstranges hin und her bewegbar ist.

[0014] Die Verwendung eines hoch präzisen Linearmotors, insbesondere eines linearen Direktantriebs, welcher im Bereich von Mikrometern genau arbeiten kann, macht es notwendig, für einen Regelkreis einer Steuervorrichtung zum Ansteuern der jeweiligen Motoren hoch präzise Wegaufnehmer, die den Verfahrweg der jeweiligen zu bewegenden Teile aufnehmen und messen können, vorzusehen. Hierzu ist es vorteilhaft, den Schneidtisch über wenigstens ein einen Wegaufnehmer aufweisendes Lager zu lagern. Insbesondere ist der Schneidtisch an vier Stellen gelagert, wobei zumindest eines der Lager einen Wegaufnehmer umfasst. Die Lager des Schneidtisches sind vorzugsweise als Schlittenführung ausgebildet. Diese Führungen weisen vorzugsweise hoch präzise gefertigte Kugeln in Form einer Kugelkette auf, durch die wiederum ein Wegaufnehmer mit ausgebildet werden kann. Vorzugsweise durch die Steuereinrichtung erfolgt im Betrieb ein ständiger Soll-/Istvergleich zwischen gewünschter und tatsächlicher Position der angetriebenen Teile, so dass diese die Antriebe in den einzelnen Bewegungsphasen regeln kann.

[0015] Neben einer Schlittenführung für den Schneidtisch kann der Schneidrahmen für das Schneidmittel insbesondere eine weitere Linearführung in Form einer Kugelbuchse aufweisen. Diese ist dann von Vorteil, wenn das Schneidmittel Belastungen nicht nur in eine Richtung erfährt, sondern insbesondere beim Formschnitt in verschiedene Richtungen Kräfte aufnehmen muss, die an die Lager weitergegeben bzw. von diesen übertragen werden. Vorzugsweise ist ein als Schneiddraht ausgebildetes Schneidmittel mittels zweier oder mehrerer Kugelbuchsen an dem Schneidrahmen gelagert. Auch bei der Verwendung von Kugelbuchsen ist es vorteilhaft, einen hoch präzisen Wegaufnehmer in eine solche Kugelbuchse zu integrieren, welcher beispielsweise auf magnetische Wechselwirkung mit einer Kugel reagierend Verfahrstrecken misst und/oder Positionen bestimmt.

[0016] Die Verwendung eines linearen Direktantriebs kann des Weiteren dazu dienen, den Linearmotor zum generatorischen Betrieb auszubilden, wobei beispielsweise in den Bremsphasen anfallende Energie aufgenommen werden kann. Hierbei ist insbesondere eine geregelte Energierückeinspeisungseinheit vorteilhaft, die zur geregelten Rückeinspeisung von Energie während eines generatorischen Betriebs des Linearmotors ausgebildet ist. Unter einer geregelten Energierückeinspeisungseinheit ist hierbei eine geregelte Einheit zu verstehen, die anders als bekannte Rückeinspeisungseinheiten nur dann eine Rückeinspeisung vornimmt, wenn der oder die Antriebe in Betrieb sind.

[0017] In seiner einfachsten Form weist der Schneidtisch einen einfachen Ablagebereich für den Tonstrang auf, er kann jedoch auch mehrere Ablagebereiche umfassen, die zur Bildung einer Lücke zwischen Formling und Gutstrang oder zwischen zwei Formlingen beim Rückziehen des Schneidmittels gegeneinander verschiebbar ausgebildet sind. Auch kann der Schneidrahmen mehrere Schneidmittel umfassen, die ebenfalls zur ungehinderten Rückführung in eine Ausgangsposition gegeneinander geringfügig beweglich ausgebildet sind.

[0018] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung lassen sich der nachfolgenden Figurenbeschreibung entnehmen. In den schematischen Darstellungen der Figuren zeigt:
Fig. 1
eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Betriebsstellung mit einem Gut- strang
Fig. 2
die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß Fig. 1 in einem Querschnitt,
Fig. 3
eine Detailansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1,
Fig. 4
eine weitere Detailansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1.


[0019] Gleich oder ähnlich wirkende Teile sind - sofern dienlich - mit identischen Bezugsziffern versehen. Einzelne technische Merkmale der nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele können auch mit den Merkmalen der vorbeschriebenen Ausführungsbeispiele zu erfindungsgemäßen Weiterbildungen führen.

[0020] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung ist gemäß Fig. 1 zum gleichzeitigen Schneiden zweier Gutstränge 1 ausgebildet. Diese sind teilweise auf Ablageeinheiten 2 eines Schneidtisches 3 angeordnet. Jede Ablageeinheit 2 kann mehrere Ablagebereiche aufweisen, wodurch bei einem Schnitt mittels des als Draht ausgebildeten Schneidmittels 4, welches gestrichelt gezeichnet ist, zwei oder mehr Formlinge in einem Schneidvorgang erzeugt werden. Hierzu kann der Draht mehrfach quer zum Gutstrom verlaufen bzw. es können gleichzeitig auch mehrere Drähte als Schneidmittel verwendet werden.

[0021] Der Schneidtisch 3 ist mittels vier als Schlittenführungen ausgebildeten Linearführungen 6 auf einem Tragrahmen 7 gelagert. Dieser weist im Bereich der Linearführungen 6 hoch präzise Laufschienenbereiche auf, die in die Linearführungen eingreifen und dort über Kugelketten die Gewichts- und Bewegungskräfte des Schneidtisches aufnehmen. Der Rahmen 7 ist bodenseitig angeordnet, es kann sich jedoch auch um einen hängenden Rahmen handeln, der anderweitig befestigt ist.

[0022] Jeweils ein linearer Direktantrieb 8 ist auf gegenüberliegenden Seiten des Tragrahmens 7 zum Antrieb des Schneidtisches 3 angeordnet. Der Schneidtisch ist somit entlang der durch einen Pfeil A gekennzeichneten Vortriebsrichtung des Gutstrangs 1 bewegbar. Der Antrieb 8 umfasst einen schneidtischseitig befestigten Magneten 9, der von dem weiteren Teil 11 des Direktantriebs in eine Längsrichtung die senkrecht zu der Figurenebene verläuft, bewegbar ist. Bereits in dieser Ansicht ist ersichtlich, dass der Bauraum unterhalb des Schneidtisches 3 deutlich weniger beansprucht wird als bei den herkömmlichen Kurbelantrieben. Durch die Anordnung des passiv angetriebenen Teils, d.h. des Magneten, auf Seiten des Schneidtisches 3 müssen keine Versorgungskabel des Tischantriebs mit bewegt werden. Die vorzugsweise außerhalb eines Schneidrahmens 10 anzuordnende Steuereinheit ist in den Figuren nicht gezeigt.

[0023] Der Schneidrahmen 10 umfasst mehrere Stangen 12, die zusammen mit weiteren Linearführungen 13 der Führung des Schneidmittels 4 in einer Richtung quer zum Gutstrang 1 dienen. Ein Schneidmittelantrieb 14 umfasst wiederum einen einen schneidmittelseitig angeordneten Schneidantriebsmagneten aufweisenden Teil 15 sowie einen schneidrahmenseitig befestigten weiteren Teil 16. Der weitere Teil 16 kann insbesondere mit am Schneidtisch 3 befestigt werden, wodurch der Schneidtisch 3 einen Teil des Schneidrahmens 10 mit ausbildet.

[0024] Der aktorische Teil 11 des Schneidtischantriebs 14 ist von seiner Länge her auf eine maximale Abschnittslänge 1 abstimmbar bzw. gibt die maximale Abschnittslänge l vor.

[0025] Vorzugsweise ist der Schneidmittelantrieb 14 in Längsrichtung des Gutstranges 1 zentral im Schneidrahmen 10 angeordnet, um eine gleichmäßige Aufbringung der Kräfte auf die Schneidmittel zu erreichen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß Fig. 2 weist insgesamt vier Schneidmittelaufnahmen 17 auf, wo durch dort gehalterte Schneidmittel 4 eine entsprechende Anzahl der aus dem Tonstrang 1 gebildeten Formlinge 18 geschnitten werden können.

[0026] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann weiterhin eine Vorkerbeinrichtung 19 aufweisen sowie mit einer Abziehvorrichtung 21 versehen sein. Beide Vorrichtungen können über die Steuereinheit mit angesteuert werden, so dass sich ein etwaiger Formschnitt aus der Kombination der Bearbeitung durch die Vorkerbeinrichtung 19 sowie dem Formschnitt mit Schneidmitteln 4 ergibt. Im einfachsten Fall lassen sich einfache senkrechte Schnitte alleine durch das Schneidmittel 4 (vgl. Fig. 2) erzeugen.

[0027] Eine Schneidmittelhalterung gemäß der Erfindung kann des Weiteren einen Drahtreiniger 22 aufweisen, was die Genauigkeit der durchgeführten Schnitte langfristig erhöht sowie Standzeiten des Drahtes verlängert.

[0028] Die tischseitig angeordnete Linearführung 6 weist gemäß Fig. 3 eine tragrahmenseitig angeordnete Schiene 23 auf, die insbesondere gehärtet ist und in eine Führung 24 eingebracht ist. In Richtung vertikal zur Figurenebene sind eine Reihe von Kugelketten, die in der Figur nicht näher dargestellt sind, angeordnet, in die ein hoch präziser Wegaufnehmer integriert ist.

[0029] Gleiches gilt für die Linearführung 13 gemäß Fig. 4, bei der eine Stange 12 von einer Kugelbuchse 24 umfasst ist. Mehrere Rollen 26 sind Teil der Schneidmittelhalterung und werden entlang des Schneidrahmens 10 durch den Schneidmittelantrieb 14 mit bewegt. Zur direkten Anbindung des Schneidmittels bzw. des Schneidmittelantriebs ist der den Magneten aufweisende Teil 15 des Schneidmittelantriebs 14 mit an der Linearführung angebracht. Die vom Antrieb 14 aufgebrachten Kräfte können so optimal weitergeleitet werden.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Schneiden eines Gutstranges (1) in Formlinge (18), mit einem Tragrahmen (7) und einem Schneidtisch (3), der gegenüber dem Tragrahmen (7) und von einem Tischantrieb (8) entlang einer Längsrichtung (A) hin und her bewegbar ist, wobei ein Teil (11) des Tischantriebs (8) tragrahmenseitig und ein weiterer Teil (9) des Tischantriebs (8) schneidtischseitig angeordnet ist, sowie mit einem mittels eines Schneidrahmens (10) geführten und von einem Schneidantrieb (14) angetriebenen Schneidmittel (4), welches von dem Schneidantrieb (14) entlang einer Schneidrichtung hin und her bewegbar ist, wobei ein Teil (16) des Schneidantriebs (14) schneidrahmenseitig und ein weiterer Teil (15) des Schneidantriebs (14) schneidmittelseitig angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Antriebe (8,14) einen Linearmotor umfasst.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teile (9,11,15,16) des als Linearmotor ausgebildeten Antriebs (8,14) unter Verzicht auf mechanische Verbindungsteile zwischen den beiden Teilen (9,11,15,16) des Linearmotors zur Erzeugung einer Antriebskraft durch Wechselwirkung miteinander ausgebildet sind.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass einer der beiden Teile (9) des Tischantriebs (8) zumindest einen von dem anderen Teil (11) des Tischantriebs (8) bewegten Magneten aufweist, wobei der Magnet vorzugsweise schneidtischseitig angeordnet ist.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Schneidrahmen (10) und Schneidtisch (3) aneinander festgelegt sind und insbesondere der Schneidrahmen (10) mittels des schneidtischseitigen Magneten bewegbar ist.
 
5. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teile (9,11,15,16) des Tischantriebs (8) oder des Schneidantriebs (14) berührungslos aneinander entlang bewegbar sind.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer der beiden Schneidantriebsteile (15,16) zumindest einen Schneidantriebsmagneten umfasst, wobei der Schneidantriebsmagnet vorzugsweise schneidmittelseitig angeordnet ist.
 
7. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine eine Schlittenführung aufweisende Linearführung (6).
 
8. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine eine Kugelbuchse aufweisende Linearführung (13).
 
9. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch zumindest einen in eine Linearführung (6,13) integrierten Wegaufnehmer.
 
10. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearmotor zum generatorischen Betrieb ausgebildet ist.
 
11. Vorrichtung nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch eine geregelte Energierückeinspeisungseinheit, die zur Rückeinspeisung von Energie während eines generatorischen Betriebs des Linearmotors ausgebildet ist.
 




Zeichnung