[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft neue Additive für Schmiermittel zur Verbesserung
der tribologischen Eigenschaften, ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung.
[0002] Bei Schmiermitteln handelt es sich um native Öle, wie Rizinusöl oder Rapsöl, mineralische
Öle, wie z.B. naphtenische Mineralöle, und/oder synthetische Öle, wie z.B. Polyalphaolefine
oder Esteröle. Diese dienen der Verringerung von Reibung, die Geräuschentwicklung
und besonders Materialverschleiß verursacht. Darüber hinaus ermöglicht die Verwendung
von Schmiermitteln auch die Wärmeabfuhr. Je nach beabsichtigter Verwendung werden
die Schmiermittel mit verschiedensten Additiven beaufschlagt.
[0003] Bei Schmiermitteln sind neben dem Korrosionsschutz, der thermischen Stabilität, dem
Viskositätsindex, dem Pour-Point, auch die tribologischen Eigenschaften von entscheidender
Bedeutung. Dabei ist in erster Linie umfasst, die Reduzierung der Reibung, des Verschleißes,
eine Verbesserung der Schmierwirkung, inklusive einer wärmeabführenden Funktion sowie
das Lasttragevermögen. Das Lasttragevermögen ist ein Maß für die Fähigkeit, das Verschweißen
von Materialien zu verhindern.
[0004] Dabei kommen als synthetische Schmierstoffadditive zum Verschleißschutz Zinkdithiophosphat
(ZnDTP), Zink-4-methylpentyl-2-dithiophosphat und Zinkdialkyldithiophosphat zum Einsatz.
Deren tribologische Wirkung kommt dabei durch intensive chemische Reaktion mit Metallen
an der Gleitoberfläche zustande. Dadurch werden Reaktionsschichten gebildet, die die
Oberfläche unter extremem Druck vor Verschleiß und Verschweißen schützen. Nachteilig
bei diesen Schmiermittelzusammensetzungen ist, dass sie erst bei höheren Temperaturen
als Raumtemperatur wirksam werden können. Des Weiteren weisen die Schmiermittelzusammensetzungen,
welche aus dem Stand der Technik bekannt sind, keine ausreichende Hochtemperaturstabilität
auf und der "Depot-Effekt" ist aufgrund der hohen Zersetzungsgeschwindigkeit bei höheren
Temperaturen sehr schnell aufgebraucht. Zudem werden diese Additive bei zu niedrigen
Temperaturen wegen der zu geringen Zersetzungsgeschwindigkeiten nicht hinreichend
wirksam.
[0006] Tao, Xu et al. beschreiben in Journal of Physics D: Applied Physics (1996), 29(11),
2932-2937 "The ball-bearing effect of diamond nanoparticles as an oil additive" den Kugellager-Effekt von Nanopartikeln. Jedoch sind Nanopartikel, die deutlich
kleiner als 100 nm sind, zu klein, um auf üblichen Stahloberflächen, d.h. auf polierten
und geläppten Stahloberflächen, diesen Effekt wirkungsvoll ausüben zu können; tatsächlich
verschwinden diese Partikel in den Tälern des "µ-Gebirges" der Stahloberfläche. Somit
muss dieser Effekt ernsthaft in Frage gestellt werden und es muss vielmehr angenommen
werden, dass diese Nanopartikel die Oberfläche polieren und damit einebnen und dadurch
die Reibung minimieren. Ein echter und dauerhafter AW-Effekt ("Anti-Wear"="Verschleißschutz")
kann hier nicht gewährleistet werden.
[0007] Ausgehend von diesem Stand der Technik war die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
Additive für Schmiermittel zur Verbesserung der tribologischen Eigenschaften aufzufinden,
welche eine tribologische Funktionsweise über einen großen Temperaturbereich, insbesondere
auch bei niedrigen Temperaturen, aufweisen und kostengünstig bereitgestellt werden
können. Dabei sollte eine Zusammensetzung gefunden werden, die insbesondere für sehr
niedrige Temperaturen, wie sie z.B. bei Startvorgängen im Automobil vorherrschen,
aber auch bei hohen Temperaturen, wo Standard-Additive thermisch völlig zersetzt und
damit unwirksam werden, eine Wirkung zeigen.
[0008] Darüber hinaus ist es bevorzugt, wenn die Additive für Schmiermittel eine ausgeprägte
mechanische und thermische Beständigkeit zeigen und damit bei hohen Temperaturen von
vorzugsweise bis zu 1000 °C eingesetzt werden können, wo herkömmliche bisher bekannte
Schmiermittel-Additive üblicherweise versagen.
[0009] Ferner sollte die tribologische Wirkung der Additive vorzugsweise auf rein mechanische
Weise und ohne chemische Reaktionen erfolgen.
[0010] Des Weiteren besteht ein Bedarf an einem Schmiermittel mit tribologischen Eigenschaften,
welches chemisch inert ist und nicht mit anderen Komponenten, welche üblicherweise
in Additivpaketen zur Verbesserung der Schmierleistung enthalten sind, reagiert. Dadurch
wird ein nachteiliger Effekt auf die Leistung anderer Additive verhindert.
[0011] Des Weiteren sollten diese Alternativen zu Zusammensetzungen herkömmlicher Schmiermittel-Additive
auf Basis von Zinkdithiophosphat und von aschefreien Schmiermittel-Additiven in Bezug
auf Performance zumindest ebenbürtig sein und Wirkungsgaps, die mit herkömmlichen
AW-Additiven und/oder EP (extreme pressure)- Additiven nicht abgedeckt werden, schließen.
[0012] Schließlich ist es bevorzugt, wenn die Schmiermittel-Additive eine relativ hohe thermische
Leitfähigkeit aufweisen und somit sehr gut Wärme aus dem Schmierspalt, in welchem
sie angewendet werden, ableiten können. Zudem sollten die daraus hergestellten Schmiermittel
ein verbessertes Lasttragevermögen aufweisen.
[0013] Gelöst wird diese Aufgabe durch die neue Additive für Schmiermittel, die Nanoteilchen
enthalten, die im wesentlichen sphärisch sind.
[0014] Bei den Schmiermitteln handelt es sich um native Öle, wie z.B. Rizinusöl oder Rapsöl,
mineralische, wie z.B. naphtenische Mineralöle, und/oder synthetische Öle, wie z.B.
Polyalphaolefin oder Esteröle. Dabei der umfasst der Begriff Schmiermittel alle gängigen
und handelsüblichen Schmieröle.
[0015] Dabei handelt es sich beispielsweise um Sojabohnen-Öl, Palmöl, Palmkernöl, Sonnenblumenöl,
Maiskeimöl, Leinsamenöl, Rapsöl, Distelöl, Weizenkeimöl, Reisöl, Kokosöl, Mandelöl,
Aprikosenkernöl, Avocadoöl, Jojobaöl, Haselnussöl, Walnussöl, Erdnussöl, Pistazienöl,
Triglyceride mittelkettiger pflanzlicher Fettsäuren (sog. MCT-Öle) und PUFA-Ölen (PUFA
= mehrfach ungesättigte Fettsäuren (polyunsaturated fatty acids), wie Eikosapentaensäure
(EPA), Docosahexaensäure (DHA) und α-Linolensäure; semisynthetische Triglyceride,
wie Caprylsäure/Caprinsäure-Tricyceriden, wie die Miglyol-Typen; Oleostearin, Paraffinöl,
Glycerylstearat, Isopropylmyristat, Diisopropyladipat, 2-Ethylhexansäureacetylstearylester,
flüssige hydrierte Polyisobutene, Squalan, Squalen; tierischen Öle und Fette, wie
Fischölen, wie Makrelen-, Sprotten-, Thunfisch-, Heilbutt-, Kabeljau- und Lachsöl,
Lanolin Mohnöl, Tungöl, Tallöl, Holzöl, Harze und Wachse, flüssige Terpene und Terpenöle,
geblasene native Öle aus nativen Ölen, Komplexester, alkoxylierte Produkte, Lardöl,
Unschlitt, Schaffett, pflanzliche und tierische Wachse, Spermacet, Silikonöle und/oder
Carnauba.
[0016] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher Additive für Schmiermittel enthaltend
Nanoteilchen, die im wesentlichen sphärisch sind.
[0017] Die erfindungsgemäßen Additive für Schmiermittel weisen dabei eine tribologische
Wirkung bei Temperaturen von 20 bis 1000 °C, vorzugsweise Raumtemperatur bis 400°C,
besonders bevorzugt bis 250°C auf.
[0018] Nanoteilchen im Sinne der Erfindung sind vorzugsweise keramische Nanoteilchen. Besonders
bevorzugt werden diese ausgewählt aus der Gruppe Al
2O
3, AlN, SiO
2, TiO
2, ZrO
2, Y
2O
3, WO
3, Ta
2O
5, V
2O
5, Nb
2O
5, CeO
2, Borcarbid, Aluminiumtitanat, BN, MoSi
2, SiC, Si
3N
4, TiC, TiN, ZrB
2, Tonminerale (z.B. Montmorllinonit) und/oder deren Gemische sowie thermisch stabile
Carbonate und/oder Sulfate, wie z.B. Zinkcarbonat und/oder Zinksulfat.
[0019] Im wesentlichen sphärisch im Sinne der Erfindung bedeutet, dass die Teilchen einen
Ellipspoid mit drei Halbachsen a, b und c darstellen, für den gilt a≠b≠c oder a=b=c.
Die Verhältnisse der Halbachsen betragen dabei vorzugsweise a:b=1-100, a:c=1-1000,
b:c=1:100 (siehe Fig. 1).
[0020] Die erfindungsgemäßen sphärischen Nanoteilchen weisen vorzugsweise eine Teilchengröße
von 1 bis 5000 nm, vorzugsweise 10 bis 500 nm, ganz besonders bevorzugt 50 bis 300
nm auf, gemessen als Primärteilchen.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen die Nanoteilchen keine
Oberflächenmodifikation, z.B. durch chemische angebundene Siloxane und/oder Silane
auf.
[0022] Des Weiteren ist bevorzugt, dass die Nanoteilchen eine thermische Leitfähigkeit von
1 bis 100 W/mK, weiter bevorzugt von 20 bis 80 W/mK, besonders bevorzugt 40 bis 60
W/mK, aufweisen.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen die Nanoteilchen
eine thermische Beständigkeit von Raumtemperatur bis 1000 °C , weiter bevorzugt RT
bis 400, besonders bevorzugt RT bis 250, auf.
[0024] Der der Gehalt an Nanoteilchen in dem Schmiermittel liegt vorzugsweise bei 0,05 bis
95 Gew.-%, weiter bevorzugt 0,1 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,5 bis 5 Gew.-%,
bezogen auf das Schmiermittel.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Nanoteilchen in einem Basisfluid
dispergiert. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann das
Basisfluid dem später beabsichtigten Schmiermittel (Öle) entsprechen. Ebenfalls möglich
ist aber auch der Einsatz von Wasser zur Dispergierung.
[0026] Das Basisfluid wird dabei vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Sojabohnen-Öl,
Palmöl, Palmkernöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Leinsamenöl, Rapsöl, Distelöl, Weizenkeimöl,
Reisöl, Kokosöl, Mandelöl, Aprikosenkernöl, Avocadoöl, Jojobaöl, Haselnussöl, Walnussöl,
Erdnussöl, Pistazienöl, Triglyceriden mittelkettiger pflanzlicher Fettsäuren (sog.
MCT-Öle) und PUFA-Ölen (PUFA = mehrfach ungesättigte Fettsäuren (polyunsaturated fatty
acids), wie Eikosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und α-Linolensäure;
semisynthetischen Triglyceriden, wie Caprylsäure/Caprinsäure-Tricyceriden, wie die
Miglyol-Typen; Oleostearin, Paraffinöl, Glycerylstearat, Isopropylmyristat, Diisopropyladipat,
2-Ethylhexansäureacetylstearylester, flüssigen hydrierten Polyisobutenen, Squalan,
Squalen; tierischen Ölen und Fetten, wie Fischölen, wie Makrelen-, Sprotten-, Thunfisch-,
Heilbutt-, Kabeljau- und Lachsöl, Lanolin Mohnöl, Tungöl, Tallöl, Holzöl, Harze und
Wachse, flüssige Terpene und Terpenöle, geblasene native Öle aus nativen Ölen, Komplexester,
Alkoxylierte Produkte. Lardöl, Unschlitt, Schaffett, pflanzliche und tierische Wachse,
Spermacet, Silikonölen, Carnauba und/oder Wasser.
[0027] Es hat sich weiterhin als vorteilhaft erweisen, dass die Nanoteilchen chemisch inert,
nicht mikrobiologisch abbaubar und nicht oxidierbar sind.
[0028] Neben den erfindungsgemäßen Additiven können zusätzlich weitere Bestandteile, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Viskositätsindex-Verbesserern, Detergentien, Dispersanten,
Entschäumern, EP-Additiven, Pour-Point-Depressanten, Korrosionschutz-Additiven, Buntmetall-Inhibitoren,
Reibwertmodifizierern (Frictionmodifiern), die Schmierwirkung verbessernden Zusätzen
(Lubricityimprovern), Antioxidantien, Haftmitteln (Tackiness-agents), Demulgatoren,
Emulgatoren, Entlüftern, Netzmitteln, Wasser in Form von Emulsionen, Festschmierstoffen,
Verdickern, wie Seifenverdickern; Polyharnstoffen, Bentoniten, polymorphen Kieselsäuren,
Lösungsvermittlern, Flammschutzmitteln, Thixotropiermitteln, Dilatiermitteln, Verschleißschutzadditiven
(AW)-Anti-wear Additiven), Farbstoffen, Pigmenten, Markiersubstanzen (Tracer) und/oder
Duftstoffen, im Schmiermittel eingesetzt werden.
[0029] Der Gehalt an weiteren Bestandteilen im Schmiermittel beträgt dabei vorzugsweise
0,001 bis 50,00 Gew.-%, weiter bevorzugt 0,50 bis 20 Gew.-%, besonders bevorzugt 1,00
bis 5,00 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Schmiermittel.
[0030] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist zudem ein Verfahren zur Herstellung der
Additive für ein Schmiermittel gekennzeichnet durch die folgenden Verfahrensschritte:
- (a) Mischen der im wesentlichen sphärischen Nanoteilchen in einem Basisfluid mit gegebenenfalls
weiteren Additiven; und
- (b) Dispergieren durch mechanische Einwirkung auf die aus Verfahrensschritt (a) resultierende
Mischung und gegebenenfalls
- (c) die Zudosierung weiterer Additive.
[0031] Es ist dabei bevorzugt, dass die unter (b) vorgenannte mechanische Einwirkung mittels
Walzen, Ultraturrax, Ultraschall, Sprühtrocknung, elektrostatischer Verfahren, pH-Änderung,
Einsatz von Dispergierhilfsstoffen, Rührwerken und Mühlen, insbesondere Kugelmühlen,
zur (Nass-)Vermahlung durchgeführt wird.
[0032] Dabei handelt es sich um handelsübliche Geräte und handelsübliche Einsatzstoffe
[0033] Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind die nach diesem vorgenannten
Verfahren erhältlichen Additive für Schmiermittel.
[0034] Ein weiteren Gegenstand der Erfindung sind Schmiermittel, die Nanoteilchen enthalten,
die im wesentlichen sphärisch sind. Dabei gilt für die Nanoteilchen, die weiter oben
aufgeführten Definitionen und Ausführungsformen und die Fig.1.
[0035] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung enthalten die Schmiermittel zusätzlich
weitere Bestandteile ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Viskositätsindex-Verbesserern,
Detergentien, Dispersanten, Entschäumern, E P-Additiven, Pour-Point-Depressanten,
Korrosionschutz-Additiven, Buntmetall-Inhibitoren, Friction-modifiern, Lubricity-improvern,
Antioxidantien, Tackiness-agents, Demulgatoren, Emulgatoren, Entlüfter, Netzmittel,
Wasser in Form von Emulsionen, Festschmierstoffe, Verdicker, wie Seifenverdicker;
Polyharnstoffen, Bentoniten, polymorphen Kieselsäuren, Lösungsvermittler, Flammschutzmittel,
Thixotropiermittel, Dilatiermittel, Anti-wear additive, Farbstoffe, Pigmente, Tracer
und/oder Duftstoffe.
[0036] Dabei ist bevorzugt, dass der Gehalt an weiteren Bestandteilen 0,001 bis 50,00 Gew.-%,
weiter bevorzugt 0,50 bis 20 Gew.-%, besonders bevorzugt 1,00 bis 5,00 Gew.-%, jeweils
bezogen auf das Schmiermittel, beträgt.
[0037] Gegenstand der Erfindung ist zudem die Verwendung der erfindungsgemäßen Additive
für Schmiermittel zur Verbesserung der tribologischen Eigenschaften und dem Lasttragevermögen.
Dabei ist in erster Linie umfasst, die Reduzierung der Reibung, des Verschleißes,
eine Verbesserung der Schmierwirkung, inklusive eine wärmeabführenden Funktion. Das
Lasttragevermögen ist ein Maß für die Fähigkeit, das Verschweißen von Materialien
zu verhindern.
[0038] Die erfindungsgemäßen Schmiermittel können durch die erfindungsgemäßen Additiv vielfältig
eingesetzt werden. Besonders zu erwähnende Anwendungsgebiete sind Hochtemperatur-Anwendungen
in Schmierpasten, z.B. zum Einpressen von Gleitlagerbuchsen und Wälzlagerringe, zum
Aufpressen von Zahn- und Kettenrädern, zur Schmierung von Führungen, Gelenken und
Gewinden und als Montagehilfe; zum Einsatz in Motorölen und in Getriebeölen, in Fetten
und Trennmitteln und in Wärmeübertragungsflüssigkeiten sowie in Hydraulikflüssigkeiten
(Kraftübertragungsflüssigkeiten) zum Flammschutz.
[0039] Zudem sind diese einsetzbar als Metal-Working Fluids zur Reduzierung der hohen Kräfte,
die bei der Metallbearbeitung und Metallumformung auftreten können sowie als Kühlschmierstoff.
[0040] Des Weiteren sind diese einsetzbar für FDA-Anwendungen, d.h. lebensmittelechte Anwendungen,
da für einen Großteil erfindungsgemäßen Nanoteilchen angenommen werden kann, dass
diese gesundheitlich unbedenklich sind und somit als Inhaltsstoffe für Lebensmittel
verwendet werden dürfen.
[0041] Schmierstoffe, die die erfindungsgemäßen Additive enthalten können zudem das Ökolabel
erhalten, da die Additive weder eine Aquatoxiziät noch eine Warmblütertoxiziät aufweisen.
[0042] Die vorliegende Erfindung wird anhand des nachfolgenden Beispiels näher erläutert,
ohne dabei limitierend zu wirken:
Ausführungsbeispiele:
Es werden 90 % sphärische Nanopartikel aus SiO2, mit einem Teilchendurchmesser von 100 nm, mit 10% DITA (Di-Isotridecyladipat ) pur
bzw. 10 % Rapsöl pur als Grundöle zu einer Paste angerührt. In dieser Paste sind die
Nanopartikel noch nicht vereinzelt, was daran zu erkennen ist, dass die Paste undurchsichtig
ist. Nachdem die Paste einmal über einen Walzenstuhl mit der engsten Spaltweite gefahren
wurden, erhält man ein transparentes oder zumindest transluzentes Gel, was ein deutlicher
Hinweis darauf ist, dass die Nanopartikel vollständig dispergiert sind.
[0043] Diese Konzentrate mit DITA bzw. Rabsöl pur werden anschließend verwendet, um daraus
ein Schmieröl oder Schmierfett herzustellen.
[0044] Wie aus Tabelle 1 ersichtlich werden dabei 1 % Nanopartikel-Konzentrationen in den
jeweiligen Basisölen realisiert. Die Verschleißschutz (AW)-Eigenschaften wurden gegenüber
den nicht mit Additiven versetzten Schmierölen mittels Prüfläufen auf dem Vierkugel
Apparat nach DIN 51350 und auf einem Schwing-Reib-Verschleiß (SRV)-Prüfstand getestet.
Diese Ergebnisse sind nachstehend aufgeführt.
TABELLE 1
| Muster |
VKA-Kalotte nach DIN 51350-3(1hx300N) |
| DITA pur |
0,92 mm |
| DITA mit 1% Nanopartikel |
0,50 mm |
| Rapsöl pur |
0,75 mm |
| Rapsöl mit 1 % Nanopartikel |
0,45 mm |
[0045] Bei den erfindungsgemäßen Schmiermittel ist ein deutlicher AW-Effekt zu erkennen,
da sich der Wert für die Verschleißkalotte sich nahezu halbiert.
TABELLE 2 Schwing -Reib-Verschleiß (SRV)-Stufentest in Rapsöl
| Konzentration der Nanopartikel aus SiO2 in Rapsöl [%] |
Ergebnisse [Gutlast / Versagenslast] Bei Raumtemperatur |
Ergebnisse [Gutlast / Versagenslast] Bei 80°C |
| 0 |
600 / 700 N |
600 / 700 N |
| 0,1 |
600 / 600 N |
700 / 900 N |
| 1 |
800 / 900 N |
1100/ 1200N |
| 3 |
1200 N |
1100/1200N |
[0046] In Rapsöl (siehe Tabelle 2) ist für den Schwing-Reibverschleiß-(SRV-)Test ein signifikanter
Effekt zu beobachten, da die SRV-Gutlast (ein Maß für Lasttragevermögen und Verschleiß
des Öls) nahezu verdoppelt werden kann.
1. Additive für Schmiermittel enthaltend Nanoteilchen, die im wesentlichen sphärisch
sind.
2. Additive für Schmiermittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, diese eine tribologische Wirkung und ein verbessertes Lasttragevermögen bei Temperaturen
von 20 bis 1000 °C aufweisen.
3. Additive für Schmiermittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Nanoteilchen um ein keramisches Nanoteilchen handelt.
4. Additive für Schmiermittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass keramische Nanoteilchen ausgewählt sind aus der Gruppe Al2O3, AlN, SiO2, TiO2, ZrO2, Y2O3, WO3, Ta2O5, V2O5, Nb2O5, CeO2, Borcarbid, Aluminiumtitanat, BN, MoSi2, SiC, Si3N4, TiC, TiN, ZrB2, Tonminerale (z.B. Montmorllinonit) und/oder deren Gemische sowie thermisch stabile
Carbonate und/oder Sulfate.
5. Additive für Schmiermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Nanoteilchen eine Teilchengröße von 1 bis 5000 nm aufweisen.
6. Additive für Schmiermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Nanoteilchen einen Ellipspoid mit drei Halbachsen a, b und c darstellen, für
den gilt a≠b≠c oder a=b=c, wobei die Verhältnisse der Halbachsen dabei a:b=1-100,
a:c=1-1000, b:c=1:100 betragen.
7. Additive für Schmiermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Nanoteilchen eine thermische Leitfähigkeit von 1 bis 100 W/mK , aufweisen.
8. Additive für Schmiermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichn
e t , d a s die Nanoteilchen in einem Basisfluid dipergiert sind.
9. Additive für Schmiermittel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Basisfluid um Wasser und/oder mindestens ein Öl handelt, welches
ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Sojabohnen-Öl, Palmöl, Palmkernöl, Sonnenblumenöl,
Maiskeimöl, Leinsamenöl, Rapsöl, Distelöl, Weizenkeimöl, Reisöl, Kokosöl, Mandelöl,
Aprikosenkernöl, Avocadoöl, Jojobaöl, Haselnussöl, Walnussöl, Erdnussöl, Pistazienöl,
Triglyceriden mittelkettiger pflanzlicher Fettsäuren und PUFA-Ölen (PUFA = mehrfach
ungesättigte Fettsäuren), Eikosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und α-Linolensäure;
semisynthetischen Triglyceriden, wie Caprylsäure/Caprinsäure-Tricyceriden, Miglyol-Typen;
Oleostearin, Paraffinöl, Glycerylstearat, Isopropylmyristat, Diisopropyladipat, 2-Ethylhexansäureacetylstearylester,
flüssigen hydrierten Polyisobutenen, Squalan, Squalen; tierischen Ölen und Fetten,
wie Fischölen, wie Makrelen-, Sprotten-, Thunfisch-, Heilbutt-, Kabeljau- und Lachsöl,
Lanolin Mohnöl, Tungöl, Tallöl, Holzöl, Harze und Wachse, flüssige Terpene und Terpenöle,
geblasene native Öle aus nativen Ölen, Komplexester, Alkoxylierte Produkte, Lardöl,
Unschlitt, Schaffett, pflanzliche und tierische Wachse, Spermacet , Silikonöle und/oder
Carnauba.
10. Additive für Schmiermittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an Nanoteilchen 0,05 bis 95 Gew.-%, bezogen auf das Schmiermittel, beträgt.
11. Verfahren zur Herstellung der Additive für ein Schmiermittel nach einem der Ansprüche
1 bis 12,
gekennzeichnet durch die folgenden Verfahrensschritte:
(a) Mischen der Nanoteilchen in einem Basisfluid mit gegebenenfalls weiteren Additiven;
und
(b) Dispergieren durch mechanische Einwirkung auf die aus Verfahrensschritt (a) resultierende Mischung und
gegebenenfalls
(c) die Zudosierung weiterer Additive.
12. Schmiermittel, dadurch gekennzeichnet, dass diese Nanoteilchen enthalten, die im wesentlichen sphärisch sind.
13. Schmiermittel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese zusätzlich weitere Bestandteile ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Viskositätsindex-Verbesserern,
Detergentien, Dispersanten, Entschäumern, EP-Additiven, Pour-Point-Depressanten, Korrosionschutz-Additiven,
Buntmetall-Inhibitoren, Reibwertmodifizierern (Friction-modifiern), die Schmierwirkung
verbessernden Zusätzen (Lubricityimprovem), Antioxidantien, Haftmitteln (Tackiness-Agents),
Demulgatoren, Emulgatoren, Entlüftern, Netzmitteln, Wasser in Form von Emulsionen,
Festschmierstoffen, Verdickern, Seifenverdickern; Polyharnstoffen, Bentoniten, polymorphen
Kieselsäuren, Lösungsvermittlern, Flammschutzmitteln, Thixotropiermitteln, Dilatiermitteln,
Verschleißschutzadditiven (AW,-Anti-wear additive), Farbstoffen, Pigmenten, Markiersubstanzen
(Tracer) und/oder Duftstoffen, enthalten.
14. Verwendung der Additive für Schmiermittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 10 zur Verbesserung der tribologischen Eigenschaften und dem Lasttragevermögen.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Schmiermittel enthaltend keramische Nanoteilchen als Additive, die ausgewählt sind
aus der Gruppe Al2O3, AIN, SiO2, TiO2, ZrO2, Y2O3, WO3, Ta2O5, V2O5, Nb2O5, CeO2, Borcarbid, Aluminiumtitanat, BN, MoSi2, SiC, Si3N4, TiC, TiN, ZrB2, Tonminerale und/oder deren Gemische sowie thermisch stabile Carbonate und/oder Sulfate,
wobei die Nanoteilchen einen Ellipspoid mit drei Halbachsen a, b und c darstellen,
für den gilt a≠b≠c oder a=b=c, und wobei die Verhältnisse der Halbachsen dabei a:b=1-100,
a:c=1-1000, b:c=1:100 betragen.
2. Schmiermittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nanoteilchen eine Teilchengröße von 1 bis 5000 nm aufweisen.
3. Schmiermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nanoteilchen eine thermische Leitfähigkeit von 1 bis 100 W/mK , aufweisen.
4. Schmiermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nanoteilchen in einem Basisfluid dipergiert sind.
5. Schmiermittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Basisfluid um Wasser und/oder mindestens ein Öl handelt, welches
ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Sojabohnen-Öl, Palmöl, Palmkernöl, Sonnenblumenöl,
Maiskeimöl, Leinsamenöl, Rapsöl, Distelöl, Weizenkeimöl, Reisöl, Kokosöl, Mandelöl,
Aprikosenkernöl, Avocadoöl, Jojobaöl, Haselnussöl, Walnussöl, Erdnussöl, Pistazienöl,
Triglyceriden mittelkettiger pflanzlicher Fettsäuren und PUFA-Ölen (PUFA = mehrfach
ungesättigte Fettsäuren), Eikosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und α-Linolensäure;
semisynthetischen Triglyceriden, wie Caprylsäure/Caprinsäure-Tricyceriden, Miglyol-Typen;
Oleostearin, Paraffinöl, Glycerylstearat, Isopropylmyristat, Diisopropyladipat, 2-Ethylhexansäureacetylstearylester,
flüssigen hydrierten Polyisobutenen, Squalan, Squalen; tierischen Ölen und Fetten,
wie Fischölen, wie Makrelen-, Sprotten-, Thunfisch-, Heilbutt-, Kabeljau- und Lachsöl,
Lanolin Mohnöl, Tungöl, Tallöl, Holzöl, Harze und Wachse, flüssige Terpene und Terpenöle,
geblasene native Öle aus nativen Ölen, Komplexester, Alkoxylierte Produkte, Lardöl,
Unschlitt, Schaffett, pflanzliche und tierische Wachse, Spermacet , Silikonöle und/oder
Carnauba.
6. Schmiermittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an Nanoteilchen 0,05 bis 95 Gew.-%, bezogen auf das Schmiermittel, beträgt.
7. Verfahren zur Herstellung der Schmiermittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
gekennzeichnet durch die folgenden Verfahrensschritte:
(a) Mischen der Nanoteilchen in einem Basisfluid mit gegebenenfalls weiteren Additiven;
und
(b) Dispergieren durch mechanische Einwirkung auf die aus Verfahrensschritt (a) resultierende Mischung und
gegebenenfalls
c) die Zudosierung weiterer Additive.
8. Schmiermittel, dadurch gekennzeichnet, es sich dabei um native Öle, mineralische und/oder synthetische Öle oder Esteröle
handelt.
9. Schmiermittel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass diese zusätzlich weitere Bestandteile ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Viskositätsindex-Verbesserern,
Detergentien, Dispersanten, Entschäumern, EP-Additiven, Pour-Point-Depressanten, Korrosionschutz-Additiven,
Buntmetall-Inhibitoren, Reibwertmodifizierern (Friction-modifiern), die Schmierwirkung
verbessernden Zusätzen (Lubricity-improvern), Antioxidantien, Haftmitteln (Tackiness-Agents),
Demulgatoren, Emulgatoren, Entlüftern, Netzmitteln, Wasser in Form von Emulsionen,
Festschmierstoffen, Verdickem, Seifenverdickem; Polyharnstoffen, Bentoniten, polymorphen
Kieselsäuren, Lösungsvermittlern, Flammschutzmitteln, Thixotropiermitteln, Dilatiermitteln,
Verschleißschutzadditiven (AW,-Anti-wear additive), Farbstoffen, Pigmenten, Markiersubstanzen
(Tracer) und/oder Duftstoffen, enthalten.
10. Verwendung der Schmiermittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9 in Hochtemperatur-Anwendungen
in Schmierpasten, zum Aufpressen von Zahn- und Kettenrädern, zur Schmierung von Führungen,
Gelenken und Gewinden und als Montagehilfe; zum Einsatz in Motorölen und in Getriebeölen,
in Fetten und Trennmitteln und in Wärmeübertragungsflüssigkeiten sowie in Hydraulikflüssigkeiten
(Kraftübertragungsflüssigkeiten) zum Flammschutz.