[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Optimierung der Energiebilanz einer Formiereinheit
in einer Maschine zur Herstellung von Faserstoffbahnen, insbesondere Papier-, Karton-
oder Tissuebahnen, bei welchem eine über einen Stoffauflauf in die Formiereinheit
eingebrachte Faserstoffsuspension nach Erreichen des Immobilitätspunkts über zumindest
zwei Entwässerungseinrichtungen innerhalb einer sich an den Immobilitätspunkt anschließenden
Verdichtungszone zu einem Übergabebereich an eine anschließende Funktionseinheit geführt
wird.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Formiereinheit, umfassend zumindest ein, die Faserstoffsuspension
wenigstens mittelbar abstützendes endlos umlaufendes Siebband und wenigstens zwei
in Reihe geschaltete beziehungsweise in Durchlaufrichtung der Faserstoffsuspension
innerhalb der Verdichtungszone hintereinander angeordnete Entwässerungseinrichtungen.
[0003] Die Herstellung von Faserstoffbahnen in einem kontinuierlichen Herstellungsprozess
erfolgt durch Formierung von Fasern aus einer wässrigen Suspension auf einem sich
bewegenden Siebband innerhalb der Formiereinheit. Dabei wird der Suspension und der
sich aus dieser ausbildenden Bahn das Wasser aufgrund der Gewichtskraft, durch mechanisches
Anpressen, insbesondere aufgrund der Siebspannung an gekrümmten Entwässerungselementen
und mit Hilfe von Vakuumabsaugung durch das Siebband entzogen. Die Faserstoffbahn
wird im Anschluss an die Entwässerung in der Formiereinheit in eine Presseinrichtung
transferiert, in der dieser weiter Wasser entzogen wird. Anschließend wird die Bahn
in eine Trockensektion überführt, in welcher der Trockenprozess abgeschlossen wird.
Formiereinheiten als Bestandteil eines Nassteils einer Maschine zur Herstellung von
Faserstoffbahnen sind in einer Vielzahl von Ausführungen aus dem Stand der Technik
bekannt. Diese werden im Hinblick auf ihre konkrete Ausführung in Einsiebformer und
Doppelsiebformer unterteilt. Hybridformer stellen dabei eine Variante eines Doppelsiebformers
mit einem Langsieb dar, wobei als Langsieb in der Regel das untere Siebband des Doppelsiebformers
fungiert. Die wesentliche Aufgabe derartiger Formiereinheiten besteht darin, zum einen
eine gezielte Ablagerung der Fasern neben- und übereinander sowie Faserorientierung
innerhalb der Faserstoffsuspension in gewünschter Weise zu erreichen und ferner die
Faserstoffsuspension während des Durchlaufs durch die Formiereinheit derart zu entwässern,
dass am Ende der Formiereinheit in Maschinenrichtung betrachtet eine Faserstoffbahn,
die durch einen entsprechend vordefinierten Trockengehalt charakterisiert ist, an
die nachfolgenden weiterverarbeitenden Einheiten, insbesondere eine Presseneinheit,
übergeben werden kann. Um eine ausreichende Qualität des Endprodukts zu gewährleisten
und die Menge an zu verwerfenden Endprodukt zu minimieren, sind bei der Herstellung
von Materialbahnen, insbesondere Faserstoffbahnen in Papier- oder Kartonmaschinen
die Eigenschaften der Faserstoffbahn kontinuierlich zu überwachen. Als Steuergröße
einer Steuer - und/oder Regelung im Herstellungsprozess können dazu unterschiedliche
Parameter gesetzt werden, beispielsweise das Flächengewicht, das Wassergewicht oder
auch die Dicke einer Faserstoffbahn in unterschiedlichen Abschnitten innerhalb der
Maschine zur Herstellung derartiger Faserstoffbahnen. Die Endqualität der Faserstoffbahn
wird dabei wesentlich durch die Prozesse in der Formiereinheit beeinflusst, beispielsweise
die Formation. Im Stand der Technik gibt es eine Vielzahl von Regelverfahren, mit
denen die Faserstoffbahnqualität, die sich beispielsweise in der Formation, Porosität,
Faserorientierung, dem vertikalen Blattaufbau und Feuchtegehalt ausdrückt, durch die
Steuerung der Entwässerung innerhalb der Formiereinheit geregelt werden kann.
[0004] Aus der Druckschrift
EP 1 426 488 A1 ist eine Vorrichtung zur Herstellung einer Faserstoffbahn vorbekannt, welche einen
Doppelsiebformer aufweist, der miteinander zusammenwirkende Siebbänder umfasst, die
unter Ausbildung einer so genannten Doppelsiebzone über einen Teilbereich ihres Umlaufwegs
gemeinsam geführt werden. Dabei ist innerhalb dieser eine Messanordnung zur Messung
einer Eigenschaft der Faserstoffbahn im Bereich oder in der Umgebung der Doppelsiebzone
angeordnet, wobei die gemessene Eigenschaft einer Regeleinheit als Ist-Größe zugeführt
wird und diese Regeleinheit einen Produktionsparameter für die Herstellung der Faserstoffbahn
regelt. Dabei wird als Regelgröße beispielhaft das Druckniveau beziehungsweise das
Vakuum einer Entwässerungseinrichtung innerhalb einer Vorentwässerungszone gesetzt.
Aufgrund eines von der Regeleinheit ermittelten Soll-Trockengehalts der Faserstoffbahn
kann eine in Durchlaufrichtung der Faserstoffbahn zu Anfang angeordnete Entwässerungseinrichtung
der Vorentwässerungszone, d.h. noch vor der Verdichtungszone zur Einstellung des Trockengehalts
der Faserstoffbahn genutzt werden. Als wesentliches Ziel wird dabei die Einstellung
einer vordefinierten Formation angesehen.
[0005] Aus der Druckschrift
EP 1 454 012 B1 ist ein Verfahren zum Betrieb einer Formiereinheit vorbekannt, bei welchem die Konsistenz
an Ganzstoff innerhalb der Formiereinheit, ferner der Einfluss der Konsistenz auf
die Ausbildung und/oder Porosität der entstehenden Faserstoffbahn bestimmt werden
und die Konsistenz auf der Grundlage der Qualitätseigenschaften der fertigen Faserstoffbahn
und/oder durch Optimieren einer Kostenfunktion eingestellt wird. Die Qualitätseigenschaft
der Faserstoffbahn ist durch die Ausbildung dieser und /oder die Porosität definiert.
Die Kostenfunktion umfasst zumindest die durch den erforderlichen Energieeintrag und
die Antriebsleistung bedingten Kosten.
[0006] Aus der Druckschrift
EP 1 137 845 B1 ist ein Verfahren und ein System zur Regelung des Querprofils des Stofftrockengewichts
einer Materialbahn vorbekannt, welches aus einer Faserstoffsuspension in einer Formiereinheit
gebildet wird, die zumindest ein endlos umlaufendes wasserdurchlässiges Siebband umfasst.
Dabei wird ein Istwert des Stofftrockengewichts in der Trockenpartie ermittelt und
anhand eines innerhalb der Formiereinheit mittels Wassergewichtssensoren bestimmten
Wassergewichtsquerprofils auf ein sich einstellendes Stofftrockengewicht-Querprofil
geschlossen. Das Stofftrockengewicht-Querprofil wird auf der Grundlage des aus der
Wassergewichtsmessung vorausbestimmten Stofftrockengewicht-Querprofils geregelt.
[0007] Alle vorgenannten Ausführungen nutzen als Regelgröße unter anderem die Entwässerungsleistung
an den Entwässerungseinrichtungen innerhalb der Formiereinheit, wobei hier vorzugsweise
als Regelgrößen Drücke, insbesondere Unterdrücke an Saugeinrichtungen fungieren. Demgegenüber
offenbart
EP 1 063 348 A2 eine Möglichkeit der Steuerung/Regelung von Entwässerungseinrichtungen in Form von
Formationsleisten.
[0008] Die Ausführungen aus dem Stand der Technik lösen im Wesentlichen die Aufgabe, die
einzelnen Komponenten einer Formiereinheit derart zu steuern und/oder zu regeln beziehungsweise
in ihrem Zusammenwirken derart aufeinander abzustimmen, dass hinsichtlich des zu erzielenden
Ergebnisses im Bezug auf die entstehende Materialbahn, insbesondere Faserstoffbahn,
optimale Eigenschaften gewünschter Art erzielt werden. Unberücksichtigt bleibt dabei
im Wesentlichen der Kostenaspekt, welcher sich aus der Energiebilanz der gesamten
Anlage ergibt. Dabei steht eine günstige Energiebilanz in der Regel im Widerspruch
zum gewünschten Ergebnis, nämlich der Erzielung eines entsprechend hohen Trockengehalts
nach Erreichen beziehungsweise Durchlaufen der Formiereinheit. In vielen Anlagen werden
dabei beispielsweise die anzulegenden Unterdrücke an den einzelnen Saugeinrichtungen
innerhalb der Formiereinheit auf einen festen Wert voreingestellt, wobei Hochleistungssaugeinrichtungen
während des Betriebs häufig auf das maximal zu erzeugende Vakuum eingestellt sind.
Dementsprechend hoch ist der Leistungsbedarf zur Entwässerung. Aufgrund der Relativbewegung
zwischen dem bewegbaren Siebband und der Hochvakuumsaugeinrichtung ist das Siebband
ferner - bedingt durch die hohen Reibkräfte - starkem Verschleiß unterworfen.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Optimierung der
Energiebilanz einer Formiereinheit derart zu entwickeln, dass auch bei geringerem
erforderlichem Energieeintrag in die Formiereinheit ein im Hinblick auf den erforderlichen
Trockengehalt optimales Ergebnis unter Nichtbeeinträchtigung der Blattbildung erzielt
wird. Die Faserstoffsuspension innerhalb der Formiereinheit ist dabei möglichst energiesparend
und verschleißarm bis zum Erreichen des erforderlichen Trockengehalts zu entwässern.
[0010] Die erfindungsgemäße Lösung ist durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 charakterisiert.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben. Die Formiereinheit
ist gemäß dem unabhängigen Anspruch 12 mit einer entsprechenden Steuer- und/oder Regelvorrichtung
ausgestattet.
[0011] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Optimierung der Energiebilanz einer Formiereinheit
in einer Maschine zur Herstellung von Faserstoffbahnen, insbesondere Papier-, Karton-
oder Tissuebahnen, bei welchem eine über einen Stoffauflauf in die Formiereinheit
eingebrachte Faserstoffsuspension nach Erreichen des Immobilitätspunkts über zumindest
zwei Entwässerungseinrichtungen innerhalb einer sich an den Immobilitätspunkt anschließenden
Verdichtungszone zu einem Übergabebereich an eine anschließende Funktionseinheit geführt
wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit eines theoretisch unter Anlagenbedingungen
maximalen erreichbaren Trockengehalts für eine bestimmte Faserstoffsuspension im Bereich
des Übergabebereichs der Faserstoffbahn an eine nachgeordnete Funktionseinheit auf
der Basis der vorhandenen Entwässerungseinrichtungen ein Sollwert für einen einzustellenden
Zieltrockengehalt vorgegeben wird, der derart gewählt ist, dass dieser kleiner als
der theoretisch unter Anlagenbedingungen maximal erreichbare Trockengehalt, jedoch
gleich oder größer als ein erforderlicher Mindesttrockengehalt im Bereich des Übergabebereichs
ist, und dass der Zieltrockengehalt durch Verringerung des Eingangstrockengehalts
an zumindest einer der letzten Entwässerungseinrichtungen, vorzugsweise direkt der
letzten Entwässerungseinrichtung innerhalb der Verdichtungszone gesteuert, in einer
besonders vorteilhaften Ausführung geregelt wird.
[0012] Unter theoretisch maximal erzielbarem/erreichbarem Trockengehalt wird der theoretisch
unter Ausnutzung der Anlagebedingungen, insbesondere maximalen Anlagenbedingungen
erreichbare stoffabhängige Trockengehalt der Faserstoffbahn verstanden. Die Anlagenbedingungen
werden durch Prozessparameter der Betriebsweise der einzelnen Entwässerungseinrichtungen
sowie der gesamten Formiereinheit, insbesondere der Durchlaufgeschwindigkeit charakterisiert.
Diese beinhalten auch die Trockendauer an den einzelnen Entwässerungselementen, welche
als Funktion der Durchlaufgeschwindigkeit der Faserstoffsuspension und der Länge der
jeweiligen Einwirkungsstrecke bestimmbar ist sowie die Prozessparameter der einzelnen
Entwässerungseinrichtungen/Entwässerungselemente, insbesondere Drücke beziehungsweise
Unterdrücke. Stoffabhängig in diesem Zusammenhang bedeutet die Eigenschaften der zu
entwässernden Faserstoffsuspension, insbesondere deren Zusammensetzung, Wassergehalt
etc.
[0013] Dieser theoretisch maximal erreichbare Trockengehalt ist zu unterscheiden vom absoluten
maximalen Trockengehalt, welcher dem Trockengehalt nach unendlich langer Trockenzeitdauer
an einem beziehungsweise den einzelnen Entwässerungselementen entspricht und in der
Praxis nicht umsetzbar ist.
[0014] Unter Immobilitätspunkt wird der örtliche Bereich innerhalb einer Formiereinheit
verstanden, an welchem die einzelnen Fasern in der Faserstoffsuspension in ihrer Lage
zueinander ausgerichtet sind und sich im Verhältnis zueinander nicht mehr bewegen
können. Dieser Bereich markiert auch den Beginn der eigentlichen Verdichtungszone,
d.h. es findet in dieser keine Formierung mehr statt sondern lediglich ein Herauslösen
von Fluid, insbesondere Wasser aus der sich aus der Suspension bildenden Faserstoffbahn.
[0015] Unter Entwässerungseinrichtungen im Sinne der Erfindung werden alle stationären,
bewegbaren oder rotierbaren Einrichtungen verstanden, welche durch das Aufbringen
von Kräften, Impulsen und Drücken sowie das Anlegen eines Vakuums eine Entwässerung
der Faserstoffsuspension ermöglichen. Zu diesen gehören insbesondere Saugeinrichtungen,
welche in Form stationärer Saugkästen, gekrümmter oder ebener Führungselemente, wie
Siebtische, Flachsaugeinrichtungen oder rotierbarer Walzen vorliegen. Der Saugbereich
ist dabei stationär, d.h. ortsfest angeordnet und kann von einer oder mehreren sich
in Maschinenrichtung und quer zu dieser über die gesamte Bahnbreite erstreckenden
und in Reihe schaltbaren Saugzonen gebildet werden, wobei die einzelnen in Reihe in
Maschinenrichtung angeordneten Saugzonen einzeln, in Gruppen oder gemeinsam schaltbar
sind.
[0016] In einer weiteren Ausführung ist es denkbar, den Saugbereich auch quer zur Maschinenrichtung
in einzelne Saugzonen zu unterteilen, die ebenfalls einzeln, in Gruppen oder gemeinsam
ansteuerbar sind.
[0017] Die Erfinder haben erkannt, dass aufgrund der Charakteristik des Entwässerungsverhaltens
der Faserstoffsuspension an oder auf einer Entwässerungseinrichtung der an dieser
am Ende vorliegende Ausgangstrockengehalt der Faserstoffsuspension sich nicht direkt
proportional zum Eingangstrockengehalt verhält und somit auch mit einem geringeren
Eingangstrockengehalt an einer Entwässerungseinrichtung noch ein höherer Ausgangstrockengehalt
einstellbar ist, der im Bereich des theoretisch mit dieser Entwässerungseinrichtung
unter Anlagebedingungen für die konkrete Faserstoffsuspension erreichbaren maximalem
Trockengehalt liegt. Dieses Verhalten wird gezielt zur Energieeinsparung genutzt,
indem nicht zwangsläufig eine maximale Ausnutzung der theoretisch zur Verfügung stehenden
Leistung an allen einzelnen Entwässerungseinrichtungen erfolgt, sondern lediglich
eine der letzten, vorzugsweise direkt die letzte Entwässerungseinrichtung in der Verdichtungszone
derart ausgebildet und angeordnet wird, dass diese geeignet ist, eine sehr hohe oder
auch die maximal unter Anlagebedingungen mögliche Entwässerungsleistung zu erzielen
und damit in der Regel mit sehr hohem oder maximal möglichem Energieeintrag und damit
maximaler Betriebsleistung betrieben wird, während zumindest eine oder mehrere dieser
vorgeordneten Entwässerungseinrichtungen innerhalb der Verdichtungszone derart betrieben
werden, dass der an diesen theoretisch erzielbare stoffabhängige Ausgangstrockengehalt
geringer ist als der maximal möglich erreichbare bei voller Ausnutzung der zur Verfügung
stehenden Leistung. Dadurch können diese mit erheblich geringerem Energieeintrag und
damit geringerer Leistung als zur Erzielung des theoretisch maximal möglichen Trockengehalts
im Zusammenwirken mit der letzten Entwässerungseinrichtung betrieben werden, so dass
beispielsweise bei Entwässerungseinrichtungen in Form von Saugeinrichtungen Luftmengeneinsparungen
im zweistelligen Prozentbereich möglich sind. Gleichzeitig wird die Wirkung der letzten
Entwässerungseinrichtung innerhalb der Verdichtungszone bei gleich bleibenden Betriebsparametern
dahingehend verstärkt, dass aufgrund des nunmehr an dieser bei Einlauf der Faserstoffsuspension/Faserstoffbahn
vorhandenen geringeren Eingangstrockengehalts der eingesetzte Energieeintrag zu einer
erhöhten Entwässerungsleistung führt und damit auch zu einer Verbesserung der Schmierwirkung
aufgrund der dadurch bedingten erhöhten Entwässerungsmenge. Dies erlaubt es, Hochleistungssaugeinrichtungen
als eine der letzten oder vorzugsweise direkt als letzte Entwässerungseinrichtung
einzusetzen, wobei der Einsatz ohne zusätzliche Maßnahmen verschleißarm erfolgen kann.
[0018] Um eine hinsichtlich des Trockengehalts stabilen Betriebsweise einer Formiereinheit
zu erzielen, ist es nicht zwingend erforderlich, den theoretisch maximal unter Anlagebedingungen
möglichen Trockengehalt in einer Formiereinheit im Übergabebereich an die nachgeordnete
Funktionseinheit einzustellen, sondern es genügt, in Abhängigkeit der Betriebs- und
Prozessbedingungen einen geringeren vordefinierten und von der zur entwässernden Faserstoffsuspension
abhängigen Mindesttrockengehalt einzustellen. In Ausnutzung der Kenntnisse über das
Entwässerungsverhalten an einer Entwässerungseinrichtung kann dann im Ergebnis ein
optimaler Gesamttrockengehalt im Auslauf aus der Formiereinheit bei gleichzeitiger
Verringerung des erforderlichen Energieeintrags erzielt werden. Dadurch können die
einzelnen Entwässerungselemente wesentlich effektiver hinsichtlich ihrer Energiebilanz
betrieben werden. Diese benötigen eine wesentlich geringere Leistung, wodurch die
Betriebskosten merklich gesenkt werden können.
[0019] Der Eingangstrockengehalt an der letzten Entwässerungseinrichtung kann durch Steuerung
der Entwässerungsleistung an zumindest einer dieser innerhalb der Verdichtungszone
vorgeordneten Entwässerungseinrichtung eingestellt werden. In einer besonders vorteilhaften
Ausführung wird diese dazu mit einer geringeren Leistung und damit Entwässerungsleistung
als maximal möglich betrieben.
[0020] Um eine stabile und kontinuierliche Betriebsweise einer Formiereinheit in einer Maschine
zur Herstellung einer Faserstoffbahn zu gewährleisten wird der Zieltrockengehalt geregelt.
Dazu wird ein Ist-Wert des Zieltrockengehalts hinter dem letzten Entwässerungselement
in der Verdichtungszone fortlaufend oder periodisch ermittelt, mit dem Sollwert verglichen
und in Abhängigkeit der Differenz werden die einzelnen Stelleinrichtungen der einzelnen
Entwässerungseinrichtungen angesteuert. Die einzelnen, der letzten Entwässerungseinrichtung
innerhalb der Verdichtungszone vorgeordneten Entwässerungseinrichtungen fungieren
als Stelleinrichtungen dieser Regelung, deren Betriebsparameter fungieren als Regelgröße.
[0021] Der einzustellende Zieltrockengehalt im Übergabebereich wird derart gewählt, dass
dieser in einem Bereich von 0,1 bis 5%, besonders bevorzugt 0,1 bis 3%, ganz besonders
bevorzugt 0,1 bis 2% vom theoretisch erreichbaren maximalen Trockengehalt abweicht.
[0022] Vorrichtungsmäßig umfasst dazu die Formiereinheit einer Maschine zur Herstellung
von Faserstoffbahnen zumindest ein, eine Faserstoffsuspension wenigstens mittelbar
abstützendes endlos umlaufendes Siebband und wenigstens zwei in Reihe geschaltete
beziehungsweise in Durchlaufrichtung der Faserstoffsuspension innerhalb einer Verdichtungszone
hintereinander angeordnete Entwässerungselemente. Desweiteren ist ein Steuer- und/oder
Regelsystem vorgesehen, umfassend eine Steuer- und/oder Regelvorrichtung, die mit
wenigstens einer Einrichtung zur zumindest mittelbaren Erfassung einer den Trockengehalt
der Faserstoffbahn in einem Übergabebereich aus der Formiereinheit an eine nachgeordnete
Funktionseinheit zumindest mittelbar charakterisierende Größe, einer Einrichtung zur
Vorgabe eines Sollwerts eines einzustellenden Zieltrockengehalts und zumindest mittelbar
mit den Stelleinrichtungen einer einzelnen, einer der letzten Entwässerungseinrichtungen
oder der letzten Entwässerungseinrichtung innerhalb der Verdichtungszone vorgeschalteten
Entwässerungseinrichtung verbunden ist. Die Steuer- und/oder Regelvorrichtung weist
desweiteren einen Stellgrößenbildner zur Bildung der Stellgrößen für die Ansteuerung
der einzelnen Entwässerungseinrichtungen auf. Als Einrichtung zur zumindest mittelbaren
Erfassung einer den Trockengehalt der Faserstoffbahn in einem Übergabebereich aus
der Formiereinheit an eine nachgeordnete Funktionseinheit zumindest mittelbar charakterisierende
Größe kann ein Sensor zur direkten Erfassung oder zur Erfassung einer in einem funktionalem
Zusammenhang mit dem Trockengehalt stehenden Größe oder durch Messung der Entwässerungsmenge,
wie beispielsweise Wassergewichtssensoren zum Einsatz gelangen.
[0023] Vorzugsweise erfolgt über die Steuer- und/oder Regelvorrichtung die Ansteuerung einer
Mehrzahl, vorzugsweise aller Entwässerungseinrichtungen, so dass diese mit allen Stelleinrichtungen
der einzelnen Entwässerungseinrichtungen gekoppelt ist. Die einzelne Entwässerungseinrichtung
kann als eine der nachfolgenden Entwässerungseinrichtungen ausgeführt sein:
- Saugeinrichtung, insbesondere ortsfeste Saugeinrichtung oder rotierbare Siebsaugwalze;
- Formationskasten mit zumindest einer Saugzone und Formationsleisten ortsfest oder
anpressbar;
- Formationsleisten; oder
- gekrümmtes Entwässerungselement.
[0024] In besonders vorteilhafter Weise ist eine der letzten Entwässerungseinrichtungen,
vorzugsweise die letzte zu durchlaufende Entwässerungseinrichtung einer Formiereinheit,
als Hochleistungsvakuumsaugeinrichtung ausgeführt. Die dieser vorgeordnete oder auch
vorgeordneten Vakuumsaugeinrichtungen können dann bei nur geringfügig verringertem
Gesamttrockengehalt mit erheblich geringerer Saugleistung betrieben werden. Die erfindungsgemäße
Lösung ist hinsichtlich des Energiesparpotentials besonders effektiv bei Ausführungen
von Entwässerungseinrichtungen, welche Vakuumsaugeinrichtungen umfassen. Denkbar ist
jedoch auch die Anwendung für andere Entwässerungselemente, wie beispielsweise verstellbare
Formationsleisten, bei denen beispielsweise der Anpressdruck minimiert werden kann.
[0025] Die erfindungsgemäße Lösung wird nachfolgend anhand von Figuren erläutert. Darin
ist im Einzelnen Folgendes dargestellt:
| Figur 1a und 1 b |
verdeutlichen in schematisiert vereinfachter Darstellung anhand einer Ausführung einer
erfindungsgemäßen Formiereinheit und eines dieser zugeordneten Steuer-/Regelsystems
ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Steuerung des Trockengehalts; |
| Figur 2a |
verdeutlicht anhand eines Signalflussbilds ein Verfahren zur Steuerung des Trockengehalts; |
| Figur 2b |
verdeutlicht anhand eines Signalflussbilds ein Verfahren zur Regelung des Trockengehalts; |
| Figuren 3a und 3b |
verdeutlicht anhand von Diagrammen die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Lösung; |
| Figuren 4a und 4b |
verdeutlichen beispielhaft mögliche Konfigurationen einer Formiereinheit im Anschluss
an den Immobilitätspunkt mit Eignung zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
anhand eines Ausschnitts aus dieser; |
| Figuren 5a und 5b |
verdeutlichen beispielhaft weitere mögliche Konfigurationen einer Formiereinheit im
Anschluss an den Immobilitätspunkt mit Eignung zur Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens anhand eines Ausschnitts aus dieser; |
| Figuren 6a und 6b |
verdeutlichen beispielhaft mögliche dritte Konfigurationen einer Formiereinheit im
Anschluss an den Immobilitätspunkt mit Eignung zur Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens anhand eines Ausschnitts aus dieser; |
| Figur 7a |
eine schematische Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform einer Entwässerungseinrichtung
in Form einer Siebsaugwalze für die erfindungsgemäße Formiereinheit; |
| Figur 7b |
eine schematische Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform einer Entwässerungseinrichtung
in Form einer Siebsaugwalze für die erfindungsgemäße Formiereinheit; |
| Figur 8a |
eine schematische Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform einer Entwässerungseinrichtung
in Form eines Hochvakuumsaugers für die erfindungsgemäße Formiereinheit; und |
| Figur 8b |
eine schematische Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform einer Entwässerungseinrichtung
in Form eines Hochvakuumsaugers für die erfindungsgemäße Formiereinheit. |
[0026] Die Figuren 1a und 1b verdeutlichen in schematisiert stark vereinfachter Darstellung
anhand einer beispielhaften Ausführung einer Formiereinheit 1 und eines Steuer-/Regelsystems
4 das Grundprinzip eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Optimierung der Energiebilanz
innerhalb der Formiereinheit 1 in einer Maschine 2 zur Herstellung von Materialbahnen,
insbesondere in Form von Faserstoffbahnen F in Form von Papier-, Karton- oder Tissuebahnen.
Schematisiert stark vereinfacht dargestellt ist in der Figur 1a dazu eine Formiereinheit
1, welcher ein Stoffauflauf 3 vorgeordnet ist, über den eine Faserstoffsuspension
FS der Formiereinheit 1 zugeführt wird. Zur Verdeutlichung der einzelnen Richtungen
ist ein Koordinatensystem an die Formiereinheit 1 angelegt. Die X-Richtung beschreibt
die Richtung der Führung der Faserstoffsuspension FS und damit die innerhalb der Maschine
2 zur Herstellung von Faserstoffbahnen vorgesehene Durchlaufrichtung für die aus dieser
gebildeten Materialbahn, welche auch als Maschinenrichtung MD bezeichnet wird. Die
Richtung senkrecht zu dieser in der gleichen horizontalen Ebene beschreibt die Y-Richtung,
welche der Richtung quer zur Maschinenrichtung MD entspricht und als CD-Richtung bezeichnet
wird. Die Z-Richtung senkrecht zu beiden vorgenannten Richtungen beschreibt die Vertikalrichtung.
[0027] In der Formiereinheit 1 wird die Faserstoffsuspension FS an zumindest einem endlos
umlaufenden Siebband 11.1, im dargestellten Fall zumindest über einen Teilbereich
zwischen zwei endlos umlaufenden Siebbändern 11.1 und 11.2 geführt, filtriert und
eingedickt und ab Erreichen eines so genannten Immobilitätspunkts IP in der sich anschließenden
Verdichtungszone VZ verdichtet. Zwischen dem Stoffauflauf 3 und einem Übergabebereich
5, in welchem die Faserstoffbahn F an eine der Formiereinheit 1 nachgeordnete Presseneinheit
6 übergeben wird, umfasst die Formiereinheit 1 in Form eines Hybridformers im dargestellten
Fall dazu beispielhaft drei Entwässerungsstrecken S1 bis S3, die hintereinander geschaltet
sind und nacheinander von der Faserstoffsuspension FS durchlaufen werden. Diese sind
unterschiedlich aufgebaut. Die in Durchlaufrichtung erste Entwässerungsstrecke S1
bildet eine so genannte Vorentwässerungszone 10, die sich daran anschließende Entwässerungsstrecke
S2 wird als Doppelsiebzone 12 bezeichnet, während die Entwässerungsstrecke S3 eine
Nachentwässerungsstrecke 13 bildet. Das Siebband 11.1 ist Bestandteil aller Entwässerungsstrecken
S1 bis S3. In den einzelnen Zonen 10, 12 und 13 sind Entwässerungseinrichtungen E1
bis En zumindest mittelbar an der Faserstoffsuspension FS wirksam. Innerhalb der Vorentwässerungszone
10 ist im Anschluss an den Stoffauflauf 3 im ersten endlos umlaufenden Siebband 11.1
eine Brustwalze 14 vorgesehen. Der Einschuss der Faserstoffsuspension FS erfolgt direkt
auf einen, in einer horizontalen Ebene angeordneten Siebtisch als Entwässerungseinheit
E2, welcher von der vom Siebband 11.1 gebildeten Langsiebanordnung gestützt wird.
Die Entwässerung erfolgt über die Entwässerungsstrecke S1 und damit der Vorentwässerungszone
10. Die Faserstoffsuspension FS wird weiter über die zweite Entwässerungsstrecke S2,
welche von der Doppelsiebzone 12 gebildet wird, geführt und entwässert. Dazu wird
das Siebband 11.1 gemeinsam mit einem weiteren zweiten, endlos umlaufenden Siebband
11.2 in Form eines Obersiebbands über einen Teil seines Umlaufwegs unter Ausbildung
der Entwässerungsstrecke S2 geführt. In der Entwässerungsstrecke S2 ist zumindest
eine Entwässerungseinrichtung E3 angeordnet, die an wenigstens einem der Siebbänder,
vorzugsweise beiden Siebbändern 11.1 und 11.2 und der dazwischen geführten Faserstoffsuspension
FS wirksam wird. Die Trennung zwischen dem ersten und dem zweiten Siebband 11.1 und
11.2 erfolgt dabei der Entwässerungseinrichtung E3 nachgeordnet, wobei zur Unterstützung
der Trennung Saugeinrichtungen vorgesehen werden können, beispielsweise in Form von
gekrümmten Trennsaugern oder aber die Entwässerungseinrichtung E3 mit einer entsprechend
ausgebildeten Saugzone versehen ist. Die Entwässerungseinrichtung E3 besteht aus einem
im Siebband 11.2 angeordneten Entwässerungskasten 15 und einem im Siebband 11.1 im
Bereich der Erstreckung des Entwässerungskastens 15 in Siebumlaufrichtung des Siebbands
11.2 betrachtet angeordneten Formationskasten 16. Der Entwässerungskasten 15 und der
Formationskasten 16 enthalten so genannte Formationsleisten, wobei vorzugsweise die
im Formationskasten 16 enthaltenen Formationsleisten 16.1 bis 16.n an der Innenfläche
des Siebbands 11.1 gegenüber diesem anpressbar gelagert sind. Die einzelnen Formationsleisten
16.1 bis 16.n im Formationskasten 16 sind dabei vorzugsweise einzeln, in Gruppen oder
gemeinsam anpressbar. Die Formationsleisten 16.1 bis 16.n sind vorzugsweise einzeln
geführt und in Sieblaufrichtung betrachtet hintereinander, vorzugsweise parallel zueinander
angeordnet und erstrecken sich über die Maschinenbreite. Der Entwässerungskasten 15
bildet die Entwässerungseinrichtung E3.2, der Formationskasten 16 die Entwässerungseinrichtung
E3.1. Die Anpressung der Formationsleisten 16.1 bis 16.n erfolgt über eine Stelleinrichtung
9.31. Entwässerungskasten 15 und/oder Formationskasten 16 sind ferner besaugt, wobei
die Besaugung in Erstreckungsrichtung in Maschinenrichtung MD betrachtet über eine
Saugzone oder mehrere hintereinander geschaltete und einzeln oder gruppenweise ansteuerbare
Saugzonen erfolgen kann. Innerhalb der Doppelsiebzone 12 stellt sich der Immobilitätspunkt
IP für die Fasern in der Faserstoffsuspension FS ein. Dieser kennzeichnet in Maschinenrichtung
MD den Ort, an welchem die Fasern der Faserstoffsuspension FS aufgrund der Entwässerung
derart ausgerichtet sind, dass diese nunmehr ihre Ausrichtung nicht mehr verändern
und in ihrer Lage zueinander erhalten bleiben, wobei eine weitere Einwirkung von Entwässerungseinrichtungen
nur noch zur weiteren Entwässerung unter Verdichtung führt, weshalb der sich an den
Immobilitätspunkt anschließende Funktionsbereich als Verdichtungszone VZ bezeichnet
wird. Dieser örtliche Bereich ist innerhalb der Entwässerungsstrecke S2 vorgesehen
und erstreckt sich über die Breite der Formiereinheit 1.
[0028] Der Doppelsiebzone 12 nachgeordnet ist die Nachentwässerungszone 13, welche in Reihe
geschaltet und nacheinander angeordnet die Entwässerungseinrichtungen E4, En-1 und
En enthält, wobei En die letzte Entwässerungseinrichtung vor dem Übergabebereich 5
bildet. Die einzelnen Entwässerungseinrichtungen E4 bis En können vorzugsweise in
Form von Saugeinrichtungen ausgebildet sein. Die Nachentwässerungszone 13 wird dabei
vom ersten Siebband 11.1 gebildet. Die Formiereinheit 1 umfasst somit zumindest einen,
vorzugsweise eine Mehrzahl von in Reihe oder parallel wirkenden Entwässerungseinrichtungen
E1 bis En.
[0029] Vor dem Übergabebereich 5 weist die entstandene Faserstoffbahn F einen Trockengehalt
TG auf, welcher als Endtrockengehalt an der Formiereinheit 1 bezeichnet wird. Dieser
wird in der Regel vorgegeben und entspricht dem einzustellenden Trockengehalt TG am
Ende der Formiereinheit 1. In Abhängigkeit der Anlagebedingungen, wie Geschwindigkeit
der Maschine zur Herstellung von Faserstoffbahnen F und der gewählten Entwässerungseinrichtungen
E1 bis En sowie deren Betriebsparameter kann dabei für eine bestimmte Faserstoffsuspension,
d.h. eine Fasestoffsuspension mit bestimmten Eigenschaften, wie Zusammensetzung, Konsistenz,
usw. theoretisch ein maximaler Endtrockengehalt TG
max am Ende der Formiereinheit 1, insbesondere im Übergabebereich 5 oder vor diesem im
Anschluss an die letzte Entwässerungseinrichtung En erzielt werden. Dieser theoretisch
maximale Trockengehalt TG
max für eine bestimmte Faserstoffsuspensionsart wird dann erreicht, wenn alle Entwässerungseinrichtungen
E1 bis En unter Ausnutzung ihrer maximal möglichen Leistung bei maximal möglicher
Einwirkzeit betrieben werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass durch eine alleinige
Steigerung des Energieeintrags und damit der Leistung der einzelnen Entwässerungseinrichtungen
E1 bis En über die Einwirkdauer dieser betrachtet nicht zwangsläufig eine mit diesen
korrespondierende Entwässerungssteigerung innerhalb der Formiereinheit 1 erzielt wird.
Die Erfinder haben erkannt, dass ein geringfügig von TG
max abweichender geringerer Trockengehalt TG
Ziel im Auslaufbereich 17 der Formiereinheit 1, das heißt im oder vor dem Übergabebereich
5 im Anschluss an die letzte Entwässerungseinrichtung En auch dann erreichbar ist,
wenn die Leistung der einzelnen Entwässerungseinrichtungen, insbesondere derjenigen,
welche der letzten in Durchlaufrichtung angeordneten Entwässerungseinrichtung En vorgeordnet
und dem Immobilitätspunkt IP nachgeordnet sind, hier E4 bis En-1 mit n Element der
natürlichen Zahlen nicht ihrer theoretisch verfügbaren Maximalleistung entspricht,
so dass die theoretisch maximal zur Verfügung stehende Entwässerungsleistung an der
letzten Entwässerungseinrichtung En voll ausgenutzt werden kann. Dabei wird ein zu
erzielender Zieltrockengehalt TG
Ziel der Faserstoffbahn F für den Auslaufbereich 17 der Formiereinheit 1 vorgegeben, welcher
in einem Bereich von etwa 0,1 bis 5%, bevorzugt 0,1 - 3%, ganz besonders bevorzugt
0,1 - 2 % vom theoretisch maximalen erreichbaren und stoffabhängigen Trockengehalt
TG
max unter Anlagenbedingungen abweicht. Dieser wird als Sollwert X
Soll-TG
Ziel gesetzt. Der aktuelle sich einstellende Ist-Wert X
Ist-TG
Ziel am Auslauf 17 der Formiereinheit 1 wird mittels einer Einrichtung 7 zur wenigstens
mittelbaren Erfassung einer den Trockengehalt TG wenigstens mittelbar beschreibenden
Größe erfasst. Diese Einrichtung 7 ist dabei vorzugsweise direkt der Bahnführung im
Auslaufbereich 17 der Formiereinheit 1 zugeordnet und ist im einfachsten Fall als
Sensor ausgeführt. Der Sollwert wird in einer Steuer- und/oder Regelvorrichtung 8
verarbeitet und durch Ansteuerung zumindest einer, vorzugsweise zumindest der, der
letzten Entwässerungseinrichtung En direkt vorgeordneten Entwässerungseinrichtung
En-1 eingestellt. Dazu ist die Steuer- und/oder Regelvorrichtung 8 mit der Stelleinrichtung
oder den Stelleinrichtungen 9.1 bis 9.n-1 der einzelnen, der letzten innerhalb der
Formiereinheit 1 in Durchlaufrichtung der Faserstoffsuspension FS angeordneten Entwässerungseinrichtung
En vorgeordneten Entwässerungseinrichtungen E1 bis En-1 gekoppelt. Diese werden als
Funktion des zu erreichenden Zieltrockengehalts X
Soll-TG
Ziel in Abhängigkeit des tatsächlich vorliegenden Ist-Werts vorzugsweise derart geregelt,
dass der Istwert X
Ist-TG
Ziel dem Sollwert X
Soll-TG
Ziel entspricht. Die Ansteuerung erfolgt derart, dass die Entwässerungsleistung an der,
der Entwässerungseinrichtung En vorgeordneten und dem Immobilitätspunkt IP nachgeordneten
Entwässerungseinrichtung En-1 beziehungsweise den weiteren vorgeordneten Entwässerungseinrichtungen
E4 bis En-1 abgesenkt wird, so dass sich am Auslauf dieser einzelnen Entwässerungseinrichtungen
E4 bis En-1 jeweils ein geringerer Trockengehalt einstellt als bei vollständiger Ausnutzung
der Entwässerungsleistungen an den einzelnen Entwässerungseinrichtungen E4 bis En-1.
Dabei fungieren die einzelnen nach dem Immobilitätspunkt IP und vor der letzten Entwässerungseinrichtung
En angeordneten Entwässerungseinrichtungen E4 bis En-1 als Stelleinrichtungen einer
Steuerung/Regelung 4 des Zieltrockengehalts TG
Ziel.
[0030] Figur 1b verdeutlicht beispielhaft die Ein- und Ausgangsgrößen an der, der Formiereinheit
1 zugeordneten Steuer- und/oder Regelvorrichtung 8. Als Eingangsgröße X fungiert zumindest
der Sollwert für den zu erzielenden Zieltrockengehalt X
Soll-TG
Ziel, bei einer Regelung zusätzlich der Istwert X
Ist- TG
Ziel. Unter Beibehaltung der Verhältnisse an der letzten Entwässerungseinrichtung En,
insbesondere Einstellung der maximalen Entwässerungsleistung an dieser durch Ansteuerung
der dieser zugeordneten Stelleinrichtung 9.n unter Ausbildung einer entsprechenden
Stellgröße Y9.n werden die weiteren Stellgrößen Y9.4 und/oder Y9.n-1 ermittelt und
die Stelleinrichtungen 9.4 und/oder 9.n-1 angesteuert.
[0031] Die Figur 2a verdeutlicht dabei anhand eines Signalflussbilds das Grundprinzip des
erfindungsgemäßen Verfahrens. Daraus ersichtlich ist die Kenntnis beziehungsweise
die Ermittlung des maximalen Trockengehalts TG
max, welcher innerhalb der Formiereinheit 1 mit den zur Verfügung stehenden Entwässerungseinrichtungen
E1 bis En in ihrer Kombination in Anwendung unter optimaler Ausnutzung der theoretisch
zur Verfügung stehenden Entwässerungsleistung P
max-theoretisch erzielbar ist. In Abhängigkeit des unter Anlagebedingungen theoretisch maximal erzielbaren
stoffabhängigen Trockengehalts TG
max wird für den Betrieb der Formiereinheit 1 ein zu erzielender Zieltrockengehalt TG
Ziel vorgegeben, welcher als Funktion von TG
max festgelegt wird. Dieser entspricht, wie bereits ausgeführt, einem Wert, der im Bereich
von 0,1 bis 5%, vorzugsweise 0,1 bis 3%, ganz besonders bevorzugt 0,1 bis 2% vom tatsächlichen
theoretisch möglichen maximalen Trockengehalt TG
max abweicht. Der Zieltrockengehalt TG
Ziel ist dabei geringer als der maximale Trockengehalt TG
max.
[0032] Ferner wird der Zieltrockengehalt TG
Ziel als Sollwert X
Soll-TG
Ziel einer Steuerung, vorzugsweise einer Regelung gesetzt. Figur 2a verdeutlicht beispielhaft
lediglich die Steuerung. Hier erfolgt in Abhängigkeit der ermittelten beziehungsweise
vorgegebenen Sollwerte X
Soll-TG
Ziel eine Ansteuerung zumindest einer der letzten Entwässerungseinrichtung En der Formiereinheit
1 vorgeordneten Entwässerungseinrichtung En-1 bis En-x und damit einer Vorgabe der
Stellgrößen Y9.n-1, x = f(X
Soll-TG
Ziel), wobei x der maximalen Anzahl an Entwässerungseinrichtungen E innerhalb der Verdichtungszone
VZ entspricht.
[0033] Die Figur 2b verdeutlicht die Integration der erfindungsgemäßen Steuerung in eine
Regelung, wobei neben der Sollwertvorgabe X
Soll-TG
Ziel der aktuelle Ist-Wert Xist-TG
Ziel fortlaufend ermittelt wird und die einzelnen Stellgrößen Y9.n-1 ,x zur Ansteuerung
der der letzten Entwässerungseinrichtung vorgeordneten Entwässerungseinrichtungen
En-1 bis En-x gebildet werden. Die in Durchlaufrichtung letzte Entwässerungseinrichtung
En wird dabei mit der maximal möglichen Entwässerungsleistung betrieben. Die Stellgröße
Y9.n zur Ansteuerung ist konstant, d.h. bleibt unverändert beziehungsweise wird entsprechend
der maximalen Leistung festgelegt. Durch den fortlaufenden Vergleich kann das Entwässerungsverhalten
an den der letzten Entwässerungseinrichtung vorgeordneten Entwässerungseinrichtungen
En-1, x derart gesteuert und geregelt werden, dass diese hinsichtlich ihrer Entwässerungsleistung
abgesenkt werden und unter Ausnutzung der maximal theoretisch möglichen Entwässerungsleistung
der maximal mögliche Entwässerungseffekt mit der letzten Entwässerungseinrichtung
En erzielt wird.
[0034] Die Erfinder nutzen dabei die Erkenntnis, dass sich die Trockengehaltsentwicklung
in der Blattverdichtungszone bei vorgegebener Vakuumhöhe an einer Entwässerungseinrichtungen
E in Form von Saugeinrichtungen und damit die Entwässerungswirkung durch eine Expotentialfunktion
beschreiben lässt. Diese lautet für die einzelne Entwässerungseinrichtung E wie folgt
und ist beispielhaft in Figur 3a anhand eines Diagramms wiedergegeben:

mit
- TGE-aus
- Ausgangstrockengehalt an der Entwässerungseinrichtung E;
- TGE-ein
- Eingangstrockengehalt an der Entwässerungseinrichtung E;
- TG∞
- theoretisch erreichbarer stoffabhängiger Trockengehalt an einem Entwässerungselement
bei unendlicher Einwirkdauer, insbesondere Saugzeit;
- k
- Stoffkonstante; und
- tsaug
- Saugzeit am betrachteten Entwässerungselement E.
[0035] Dabei steigt ausgehend von einem niedrigen Eingangstrockengehalt TG
E-ein an der jeweilig betrachteten Entwässerungseinrichtung E der Trockengehalt TG der
Faserstoffsuspension FS beziehungsweise der vorliegenden Faserstoffbahn F mit der
Saugzeit zunächst sehr rasch an. Aufgrund der exponentiellen Charakteristik des Entwässerungsverhaltens
nimmt die Steigung der Entwässerungsintensität jedoch zunehmend ab, das heißt, die
Trockengehaltssteigerung pro Zeitintervall wird geringer. Der Trockengehalt TG nähert
sich dann im Verlauf asymptotisch dem theoretisch absolut erreichbaren Trockengehalt
TG
∞ an dieser Entwässerungseinrichtung E nach unendlicher Trockenzeit, insbesondere Saugzeit
an. Dieser entspricht dabei dem Trockengehalt TG∞, der bei unendlich langer Saugzeit
an der einzelnen Entwässerungseinrichtung erzielt wird. Änderungen beim Eingangstrockengehalt
TG
E-ein wirken sich daher nicht wesentlich auf den Ausgangstrockengehalt TG
E-aus aus. Praktisch ist jedoch eine unendlich lange Einwirkdauer und damit Trockenzeit
nicht realisierbar. Daher wird die einzelne Entwässerungseinrichtung im Stand der
Technik mit maximaler Entwässerungsleistung betrieben, wobei ein über die Betriebsdauer
t
Betrieb, welche der Einwirkdauer entspricht ein theoretisch maximaler Trockengehalt TG
max erzielt wird. Die Erfinder haben nun erkannt, dass das Verhalten in optimaler Weise
ausgenutzt werden kann, um die gesamte beschriebene Anlage effektiver und insbesondere
energieeffizienter zu betreiben, indem ein geringerer als der theoretisch maximal
erreichbare Trockengehalt TG
max als zu erreichender Zieltrockengehalt TG
ziel gesetzt wird, welcher einem noch zulässigen Mindesttrockengehalt beim Auslauf aus
der Formiereinheit 1 entspricht. Dieser wird eingesteuert, vorzugsweise eingeregelt.
[0036] Die Figur 3b verdeutlicht anhand eines Trockengehalts-/Zeitdauerdiagramms ein konkretes
Beispiel einer Trockengehaltsentwicklung in einer Formiereinheit 1 innerhalb einer
Blattverdichtungszone VZ, umfassend beispielhaft eine zweizonige Siebsaugwalze in
Form einer kombinierten Entwässerungseinrichtung mit einer nachfolgenden Entwässerungseinrichtung
En in Form eines Hochvakuumsaugers. Die einzelnen Saugzonen der Siebsaugwalze werden
als Entwässerungseinrichtungen E4 und E5 bezeichnet. Die Führungsgeschwindigkeit der
Faserstoffbahn F beträgt beispielhaft 2000 m/min. Der Trockengehalt TG
E4,5-ein vor der Siebsaugwalze mit den einzelnen Saugzonen E4, E5 beträgt konstant 8%. Beim
Anlegen jeweils der maximalen Vakuumhöhen an den Entwässerungseinrichtungen E4, E5,
in der ersten Zone mit 30 kPa und in der zweiten Zone mit 60 kPa beispielhaft betrieben,
ergibt sich entsprechend der Kennlinie I ein Ausgangstrockengehalt TG
E4,E5-aus von 14,6%. Mit der Entwässerungseinrichtung En in Form eines Hochvakuumsaugers, welcher
beispielhaft mit 65 kPa und damit der Maximalleistung betrieben wird, wird ein Trockengehalt
von 19,6 % erreicht. Dieser Trockengehalt TG
En-aus entspricht dem erreichbaren stoffabhängigen Maximaltrockengehalt TG
max unter Anlagebedingungen am Auslauf der Formiereinheit 1. Als Mindesttrockengehalt
zur Aufrechterhaltung eines stabilen Betriebs und damit Zieltrockengehalt TG
Ziel werden hier für die erfindungsgemäße Regelung 19% gesetzt. Die daraus resultierende
Kennlinie ist im Diagramm mit II bezeichnet. Bei gleichem Eingangstrockengehalt TG
E4,5-ein von 8% kann die Leistung an den Entwässerungseinrichtungen E4 und E5 herabgesetzt
werden. Die Vakuumhöhe in der ersten Zone und damit an E4 beträgt 25kPa, an der zweiten
Entwässerungseinrichtung E5 55 kPa. Der erzielbare Ausgangstrockengehalt TG
E4,E5-aus und damit Eingangstrockengehalt TG
En-ein an der Entwässerungseinrichtung En reduziert sich gegenüber I auf 13,3%. Der starke
Abfall des Trockengehalts an der Siebsaugwalze wird zum Teil über die nachfolgende
Entwässerungseinrichtung En kompensiert. An En steigt bei gleicher Leistung die Entwässerungsleistung
an und ermöglicht dadurch ferner eine bessere Schmierung zwischen Siebband und Entwässerungseinrichtung
En.
[0037] Die Figuren 4a und 4b verdeutlichen beispielhaft anhand von Ausschnitten aus einer
Formereinheit 1 Anordnungen der einzelnen Entwässerungselemente E1 bis En, des Immobilitätspunkts
IP sowie des Messorts für den Zieltrockengehalt TG
ziel. Erkennbar sind in der Figur 4a in einem Ausschnitt aus einer Doppelsiebzone 12 eine
Entwässerungseinheit E1 aus zwei beidseitig an den aneinander gegenüberliegenden Seiten
der die Faserstoffsuspension FS führenden Siebbänder 11.1, 11.2 wirksam werdende Entwässerungseinrichtungen
E1.1 und E1.2, wobei eine der beiden Entwässerungseinrichtungen E1.1, E1.2 als Entwässerungskasten
15 ausgeführt ist, an welchem ein Vakuum anlegbar ist und die andere zweite Entwässerungseinrichtung
E1.2 mit elastischen Formationsleisten 16.1 bis 16.n, welche an der von der Faserstoffsuspension
FS tragenden Seite weggerichteten Seite des Siebbands 11.2 wirksam werden, ausgeführt
ist. Diese dienen der Aufbringung von Druckimpulsen in die Faserstoffsuspension FS.
Nach Durchlaufen der Entwässerungseinrichtung E1 wird der Immobilitätspunkt IP erreicht
und die aus der Faserstoffsuspension FS entstehende Faserstoffbahn F wird über einzelne
weitere Entwässerungseinrichtungen E2 in Form einer Saugeinrichtung, E3 in Form einer
Siebsaugwalze sowie En-1 in Form einer Saugeinrichtung und der letzten in Durchlaufrichtung
angeordneten Saugeinrichtung En entwässert. Dabei kann zur Einstellung des Zieltrockengehalts
TG
ziel das Entwässerungsverhalten an den einzelnen Entwässerungselementen E2 und/oder E3
und/oder En-1 gesteuert werden, um am Einlauf in das letzte Entwässerungselement En
einen geringeren Eingangstrockengehalt zu erzielen.
[0038] Demgegenüber verdeutlicht die Figur 4b eine Ausführung gemäß Figur 4a, bei welchem
auf das Entwässerungselement En-1 verzichtet wurde. Hier erfolgt die Steuerung im
Wesentlichen über die nunmehr der letzten Entwässerungseinrichtung En vorgeordnete
Entwässerungseinrichtung En-1 in Form einer Siebsaugwalze.
[0039] Figur 5a verdeutlicht einen Ausschnitt aus einer Formiereinheit 1 mit Doppelsiebzone
12 und anschließender Nachentwässerungszone 13, wobei die Doppelsiebzone 12 zumindest
teilweise dargestellt ist, umfassend auch hier eine Entwässerungseinheit E1 aus einer
oberen Entwässerungseinrichtung E1.2 und einer im unteren Siebband 11.1 angeordneten
Entwässerungseinrichtung E1.1 mit leistenförmigen Elementen 16.1 bis 16.n zum Einbringen
von Druckimpulsen in die zwischen den beiden endlos umlaufenden Siebbändern 11.1 und
11.2 geführte Faserstoffsuspension FS. Innerhalb der von der Doppelsiebzone 12 gebildeten
Entwässerungsstrecke S1 schließt sich desweiteren eine Entwässerungseinrichtungen
E2 in Form einer Saugeinrichtung an. Innerhalb der nachfolgenden Entwässerungsstrecke
S2 in Form einer Nachentwässerungszone 13 sind die Entwässerungseinrichtungen E3,
En-1 und En mit ihren Stelleinrichtungen 9.3, 9.n-1 und 9.n angeordnet. Die Steuerung
des Entwässerungsverhaltens erfolgt hier hauptsächlich über die Steuerung entweder
der Entwässerungseinrichtung En-1 und/oder E3 und/oder E2.
[0040] Demgegenüber verdeutlicht die Figur 5b eine alternative Ausführung der Ausbildung
einer Doppelsiebzone 12, bei welcher im Anschluss an die Entwässerungseinrichtung
E1 aus E1.2 in Form eines Entwässerungskastens 15 und E1.1 in Form eines Formationskastens
16 im Siebband 11.1 eine Saugeinrichtung angeordnet ist, umfassend zwei Saugzonen
unter Ausbildung der Entwässerungseinrichtungen E2, E3 sowie beabstandet zu diesen
nach Trennung der beiden Siebbänder 11.1, 11.2 im faserstoffbahnführenden Siebband
11.1 die Entwässerungseinrichtung En-1 und daran anschließend eine Siebsaugwalze als
Entwässerungseinrichtung En. Um den Zieltrockengehalt TG
Ziel hinter dem letzten Entwässerungselement En in Form der Siebsaugwalze zu erzielen,
wird der Eingangstrockengehalt an dieser gesteuert, und zwar durch Steuerung des Entwässerungsverhaltens
an zumindest einem der einzelnen Entwässerungselemente E2 bis En-1.
[0041] Die Figuren 6a und 6b verdeutlichen beispielhaft weitere Ausführungen einer Formiereinheit
1, umfassend eine Entwässerungseinrichtung E1.1 in Form eines besaugbaren Obersiebsaugkastens
sowie eine am Untersieb angeordnete Entwässerungseinrichtung E1.2 und im Anschluss
daran zueinander beabstandet angeordnete Entwässerungselemente E2 bis En, wobei E2
bis E4 von einzelnen Saugeinrichtungen gebildet werden, während En-1 von einer Saugwalze
und En wiederum von einer Saugeinrichtung gebildet wird. Die Figur 6b verdeutlicht
eine alternative Ausführung mit verringerter Anzahl an Entwässerungseinrichtungen
E2 und E3 gegenüber Figur 6a, wobei die Entwässerungseinrichtung E1.2 eine unterschiedliche
Anzahl an Siebsaugzonen aufweist.
[0042] Die Figur 7a zeigt eine schematische Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform
einer Entwässerungseinrichtung E3 in Form einer Siebsaugwalze für die erfindungsgemäße
und in den Figuren 4a, 4b, 6a und 6b dargestellte und beschriebene Formiereinheit
1.
[0043] Die dargestellte und dem Fachmann wohl bekannte Siebsaugwalze weist rein beispielhaft
zwei Saugzonen auf, die in Anlehnung an die Figur 3b mit E4 und E5 bezeichnet sind.
Sie kann selbstverständlich auch mehr als zwei Saugzonen aufweisen. Die beiden unmittelbar
benachbarten Saugzonen E4 und E5 sind mittels einer gemeinsamen Haupttrennwand 18
voneinander getrennt. Die gegenseitige Begrenzung der jeweiligen Saugzone E4 und E5
erfolgt mittels je einer bewegbaren Nebentrennwand 19.4 und 19.5. Ist die jeweilige
Nebentrennwand 19.4 und 19.5 in ihrer Endposition angeordnet, so weist jede der beiden
Saugzonen E4 und E5 eine offene Fläche von 100 % auf. Durch eine Bewegung (Pfeil)
der jeweiligen Nebentrennwand 19.4 und 19.5 kann die jeweilige offene Fläche der einzelnen
Saugzone E4 und E5 in einem Bereich von 100 % bis 0 % eingestellt werden. Die Bewegung
(Pfeil) der jeweiligen Nebentrennwand 19.4 und 19.5 kann in bekannter Weise mittels
einer jeweiligen und von der Steuer- und/oder Regelvorrichtung beaufschlagbaren Stelleinrichtung
9.4 und 9.5 erfolgen. Rein beispielhaft sind die beiden Nebentrennwände 19.4 und 19.5
auch nach einer erfolgten Bewegung gestrichelt dargestellt, wobei die erste Saugzone
E4 dann noch eine offene Fläche von ca. 30 % und die zweite Saugzone E5 dann noch
eine offene Fläche von ca. 50 % aufweist.
[0044] Die Figur 7b zeigt eine schematische Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform
einer Entwässerungseinrichtung E3 in Form einer Siebsaugwalze für die erfindungsgemäße
und in den Figuren 4a, 4b, 6a und 6b dargestellte und beschriebene Formiereinheit
1.
[0045] Die dargestellte und dem Fachmann wohl bekannte Siebsaugwalze weist rein beispielhaft
zwei Saugzonen auf, die in Anlehnung an die Figur 3b mit E4 und E5 bezeichnet sind.
Sie kann selbstverständlich auch mehr als zwei Saugzonen aufweisen. Die beiden unmittelbar
benachbarten Saugzonen E4 und E5 sind mittels einer gemeinsamen Haupttrennwand 18
voneinander getrennt. Die gegenseitige Begrenzung der jeweiligen Saugzone E4 und E5
erfolgt mittels je einer Nebentrennwand 19.4 und 19.5. Die jeweilige Saugzone E4 und
E5 weist eine maximal offene Fläche von 100 % auf. Weiterhin ist für jede der beiden
Saugzonen E4 und E5 jeweils eine Abdeckplatte 20.4 und 20.5 vorgesehen, mittels welcher
die offene Fläche der dazugehörigen Saugzone E4 und E5 bis auf 0 % reduziert werden
kann. Die einzelne Abdeckplatte 20.4 und 20.5 ist innenseitig der jeweiligen Saugzone
E4 und E5 bewegbar angeordnet (Pfeil). Die Bewegung (Pfeil) der jeweiligen Abdeckplatte
20.4 und 20.5 kann in bekannter Weise mittels einer jeweiligen und von der Steuer-
und/oder Regelvorrichtung beaufschlagbaren Stelleinrichtung 9.4 und 9.5 erfolgen.
[0046] Die Figur 8a zeigt eine schematische Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform
einer Entwässerungseinrichtung E6 in Form eines Hochvakuumsaugers für die erfindungsgemäße
und in den Figuren 1a, 4a, 4b, 5a, 5b, 6a und 6b dargestellte und beschriebene Formiereinheit
1.
[0047] Der dargestellte und dem Fachmann wohl bekannte Hochvakuumsauger weist rein beispielhaft
eine Saugzone E7 auf, die oberseitig mit einem das geführte Sieb berührenden Saugerbelag
21 versehen ist. Der Saugerbelag 21 kann in bekannter Weise gelocht, geschlitzt oder
beliebig offen strukturiert sein und er weist eine maximal offene Fläche von 100 %
auf. Weiterhin ist eine Abdeckplatte 22.6 vorgesehen, mittels welcher die offene Fläche
des Saugerbelags 21 bis auf 0 % reduziert werden kann. Die Abdeckplatte 22.6 ist dabei
innenseitig der Saugzone E7 bewegbar angeordnet (Pfeil). Die Bewegung (Pfeil) der
Abdeckplatte 22.6 kann in bekannter Weise mittels einer von der Steuer- und/oder Regelvorrichtung
beaufschlagbaren Stelleinrichtung 9.4. erfolgen
[0048] Die Figur 8b zeigt eine schematische Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform
einer Entwässerungseinrichtung E6 in Form eines Hochvakuumsaugers für die erfindungsgemäße
und in den Figuren 1a, 4a, 4b, 5a, 5b, 6a und 6b dargestellte und beschriebene Formiereinheit
1.
[0049] Der dargestellte und dem Fachmann wohl bekannte Hochvakuumsauger weist rein beispielhaft
eine Saugzone E7 auf, die oberseitig mit einem das geführte Sieb berührenden Saugerbelag
21 versehen ist. Der Saugerbelag 21 kann in bekannter Weise gelocht, geschlitzt oder
beliebig offen strukturiert sein und er weist eine maximal offene Fläche von 100 %
auf. Weiterhin ist für jede Öffnung 23 des Saugerbelags wenigstens ein Mittel 24 zum
Reduzieren der offenen Flächen vorgesehen. Das Mittel 24 kann beispielsweise ein Balg
25 sein, der von einer von der Steuer- und/oder Regelvorrichtung beaufschlagbaren
Stelleinrichtung 9.4. beaufschlagbar ist. Mittels der Mittel 24 kann die offene Fläche
des Saugerbelags 21 bis auf 0 % reduziert werden.
Bezugszeichenliste
[0050]
| 1 |
Formiereinheit |
| 2 |
Maschine zur Herstellung von Materialbahnen |
| 3 |
Stoffauflauf |
| 4 |
Steuer-/Regelsystem |
| 5 |
Übergabebereich |
| 6 |
Presseneinheit |
| 7 |
Einrichtung zur zumindest mittelbaren Erfassung eines den Trockengehalt wenigstens
mittelbar beschreibenden Größe |
| 8 |
Steuer- und/oder Regelvorrichtung |
| 9.1 - 9.n |
Stelleinrichtung |
| 9.4 |
Stelleinrichtung |
| 9.5 |
Stelleinrichtung |
| 10 |
Vorentwässerungszone |
| 11.1,11.2 |
Siebband |
| 12 |
Doppelsiebzone |
| 13 |
Nachentwässerungszone |
| 14 |
Brustwalze |
| 15 |
Entwässerungskasten |
| 15.1, 15.2 |
Saugzone |
| 16 |
Formationskasten |
| 16.1-16.n |
Formationsleisten |
| 17 |
Auslaufbereich |
| 18 |
Haupttrennwand |
| 19.4 |
Nebentrennwand |
| 19.5 |
Nebentrennwand |
| 20.4 |
Abdeckplatte |
| 20.5 |
Abdeckplatte |
| 21 |
Saugerbelag |
| 22.6 |
Abdeckplatte |
| 23 |
Öffnung |
| 24 |
Mittel |
| 25 |
Balg |
| |
|
| CD |
Richtung quer zur Maschinenrichtung |
| E1-E5, En-1, En |
Entwässerungseinrichtung |
| En.1.2, En-1.1, En-1, x |
Entwässerungseinrichtung |
| E1.1, E1.2, E3.1, E3.2 |
Entwässerungseinrichtung |
| E3 |
Entwässerungseinrichtung (Siebsaugwalze) |
| E4 |
Saugzone |
| E5 |
Saugzone |
| E6 |
Entwässerungseinrichtung (Hochvakuumsauger) |
| E7 |
Saugzone |
| F |
Faserstoffbahn |
| FS |
Faserstoffsuspension |
| IP |
Immobilitätspunkt |
| k |
Stoffkonstante |
| MD |
Maschinenrichtung |
| S1 - S3 |
Entwässerungsstrecke |
| tsaug |
Saugzeit am betrachteten Entwässerungselement E |
| tBetrieb |
Einwirkdauer am betrachteten Entwässerungselement E |
| TGE-aus |
Ausgangstrockengehalt an einer Entwässerungseinrichtung E |
| TGE-ein |
Eingangstrockengehalt an einer Entwässerungseinrichtung E |
| TGEn-ein |
Eingangstrockengehalt an einer Entwässerungseinrichtung En |
| TG E4,5-ein |
Eingangstrockengehalt an einer Entwässerungseinrichtung E4, E5 |
| TGEn-aus |
Ausgangstrockengehalt an einer Entwässerungseinrichtung En |
| TGE4,5-aus |
Ausgangstrockengehalt an einer Entwässerungseinrichtung E4, E5 |
| TGmax |
Theoretisch maximal erreichbarer stoffabhängiger Trockengehalt im Auslaufbereich der
Formiereinheit |
| TG∞ |
Theoretisch erreichbarer stoffabhängiger Trockengehalt an einem Entwässerungselement
bei unendlicher Einwirkdauer, insbesondere Saugzeit |
| TGziel |
Zieltrockengehalt im Auslaufbereich der Formiereinheit |
| VZ |
Verdichtungszone |
| Xsoll-TGziel |
Sollwert Zieltrockengehalt im Auslaufbereich der Formiereinheit |
| Xist-TGziel |
Istwert Zieltrockengehalt im Auslaufbereich der Formiereinheit |
| Y1- Y4, Yn, Yn-1, x |
Stellgröße |
| X, Y, Z |
Koordinaten |
1. Verfahren zur Optimierung der Energiebilanz einer Formiereinheit (1) in einer Maschine
(2) zur Herstellung von Faserstoffbahnen (F), insbesondere Papier-, Karton- oder Tissuebahnen,
bei welchem eine über einen Stoffauflauf (3) in die Formiereinheit (1) eingebrachte
Faserstoffsuspension (FS) nach Erreichen des Immobilitätspunkts (IP) über zumindest
zwei Entwässerungseinrichtungen (E2 bis En) innerhalb einer sich an den Immobilitätspunkt
anschließenden Verdichtungszone (VZ) zu einem Übergabebereich (17) an eine anschließende
Funktionseinheit (6) geführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Abhängigkeit eines unter Anlagebedingungen theoretisch maximalen erreichbaren
Trockengehalts (TGmax) im Bereich des Übergabebereich (17) der Faserstoffbahn (F) an die nachgeordnete
Funktionseinheit (6) auf der Basis der vorhandenen Entwässerungselemente (E1-En) ein
Sollwert für einen einzustellenden Zieltrockengehalt (Xsoll-TGZiel) vorgegeben wird, der derart gewählt wird, dass dieser kleiner als der theoretisch
maximal erreichbare Trockengehalt (TGmax), jedoch gleich oder größer als ein erforderlicher Mindesttrockengehalt im Bereich
des Übergabebereichs (17) ist, und dass der Zieltrockengehalt (TGZiel) durch Verringerung des Eingangstrockengehalts (TGE-ein) an einer der letzten in Führungsrichtung der Faserstoffsuspension (FS) angeordneten
Entwässerungseinrichtungen (En) innerhalb der Verdichtungszone (VZ) gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zieltrockengehalt (TGZiel) durch Verringerung des Eingangstrockengehalts (TGE-ein) an der in Führungsrichtung der Faserstoffsuspension (FS) zuletzt angeordneten Entwässerungseinrichtung
(En) innerhalb der Verdichtungszone (VZ) gesteuert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Eingangstrockengehalt (TGE-ein) an zumindest einer der letzten in Führungsrichtung der Faserstoffsuspension (FS)
angeordneten Entwässerungseinrichtungen (En) oder der letzten Entwässerungseinrichtung
(En) durch Steuerung der Entwässerungsleistung an zumindest einer dieser innerhalb
der Verdichtungszone (VZ) vorgeordneten Entwässerungseinrichtung (E2 bis En-1) eingestellt
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betriebsparameter einer der letzten in Führungsrichtung der Faserstoffsuspension
(FS) angeordneten Entwässerungseinrichtung (En) oder der letzten Entwässerungseinrichtung
(En) vorgeordneten Entwässerungseinrichtung (E2 bis En-1, En-1, x) derart eingestellt
werden, dass diese mit einer geringeren Entwässerungsleistung als maximal möglich
betrieben wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zieltrockengehalt (TGZiel) geregelt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Ist-Wert des Zieltrockengehalts (Xist-TGZiel) hinter dem letzten Entwässerungselement (En) fortlaufend oder periodisch ermittelt
wird, mit dem Sollwert (Xsoll-TGZiel) verglichen und die einzelnen Stelleinrichtungen (9.1-9.n-1) der einzelnen Entwässerungseinrichtungen
(E1 bis En-1, En-1,x) als Funktion der Differenz angesteuert werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Zieltrockengehalt (TGZiel) vorgegeben wird, der im Bereich von 0,1 bis 5%, besonders bevorzugt 0,1 bis 3%,
ganz besonders bevorzugt 0,1 bis 2% vom theoretisch erreichbaren maximalen Trockengehalt
(TGmax) abweicht.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die, einer der letzten in Führungsrichtung der Faserstoffsuspension (FS) angeordneten
Entwässerungseinrichtungen (En) oder der letzten Entwässerungseinrichtung (En) innerhalb
der Verdichtungszone (VZ) vorgeordnete Entwässerungseinrichtung (E2 bis En-1, En-1,
x) als Saugeinrichtung, insbesondere ortsfeste Saugeinrichtung oder rotierende Siebsaugwalze
ausgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine der letzten in Führungsrichtung der Faserstoffsuspension (FS) angeordneten Entwässerungseinrichtungen
(En) oder die letzte Entwässerungseinrichtung (En) als ortsfeste Saugeinrichtung,
insbesondere ortsfeste Hochvakuumsaugeinrichtung oder als rotierende Siebsaugwalze,
insbesondere Hochvakuumsiebsaugwalze ausgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest das anlegbare Vakuum einstellbar ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die als ortsfeste Saugeinrichtung oder rotierende Siebsaugwalze ausgeführten Entwässerungseinrichtungen
(E1-En, En-1, En-1, x) zumindest eine, vorzugsweise mehrere in Maschinenrichtung (MD)
und/oder quer zur Maschinenrichtung (MD) ausgerichtete Saugzonen (15.1, 15.2) umfassen,
die einzeln, in Gruppen oder gemeinsam ansteuerbar sind.
12. Formiereinheit (1) einer Maschine zur Herstellung von Faserstoffbahnen (F), umfassend
zumindest ein eine Faserstoffsuspension (FS) wenigstens mittelbar abstützendes endlos
umlaufendes Siebband (11.1, 11.2) und wenigstens zwei in Reihe geschaltete und in
Durchlaufrichtung der Faserstoffsuspension (FS) innerhalb einer Verdichtungszone (VZ)
hintereinander angeordnete Entwässerungseinrichtungen (En-1, En-1,x, En),
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Steuer- und/oder Regelsystem (4) vorgesehen ist, umfassend eine Steuer- und/oder
Regelvorrichtung (8), die mit wenigstens einer Einrichtung (7) zur zumindest mittelbaren
Erfassung einer den Trockengehalt (Xist-TGZiel) der Faserstoffbahn (F) in einem Übergabebereich (5) aus der Formiereinheit (1) an
eine nachgeordnete Funktionseinheit (6) zumindest mittelbar charakterisierende Größe,
einer Einrichtung zur Vorgabe eines Sollwerts eines einzustellenden Zieltrockengehalts
(Xsoll-TGZiel) und zumindest mittelbar mit den Stelleinrichtungen (9.1 bis 9.n-1) einer einzelnen
einer der letzten Entwässerungseinrichtungen oder der letzten Entwässerungseinrichtung
(En) innerhalb der Verdichtungszone (VZ) vorgeschalteten Entwässerungseinrichtung
(E2 bis En-1, En-1,x) verbunden ist und einen Stellgrößenbildner zur Bildung der Stellgrößen
(Y9.1 bis Y9.n) der einzelnen Entwässerungseinrichtungen (E1 bis En).
13. Formiereinheit (1) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuer- und/oder Regelvorrichtung (8) mit den Stelleinrichtungen (9.1 bis 9.n)
der einzelnen Entwässerungseinrichtungen (E1 bis En) gekoppelt ist.
14. Formiereinheit (1) nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die einzelne Entwässerungseinrichtung (E1 bis En) als eine der nachfolgenden Entwässerungseinrichtungen
ausgeführt ist:
- Saugeinrichtung, insbesondere ortsfeste Saugeinrichtung oder rotierbare Siebsaugwalze;
- Formationskasten mit zumindest einer Saugzone und Formationsleisten ortsfest oder
anpressbar;
- Formationsleisten; oder
- gekrümmtes Entwässerungselement.
1. Method for optimizing the energy balance of a forming unit (1) in a machine (2) for
producing fibrous webs (F), in particular paper, board or tissue webs, in which a
fibrous suspension (FS) introduced into the forming unit (1) by a headbox (3), after
reaching the point of immobility (IP), is led over at least two dewatering devices
(E2 to En) within a consolidation zone (VZ) following the point of immobility to a
transfer region (17) to a following functional unit (6),
characterized in that
depending on a maximum dryness (TGmax) theoretically achievable under plant conditions in the area of the transition region
(17) of the fibrous web (F) to the downstream functional unit (6), on the basis of
the dewatering elements (E1-En) that are present, a setpoint value for a target dryness
(Xsoll-TGZiel) to be set is predefined, which is chosen in such a way that this is less than the
maximum theoretically achievable dryness (TGmax) but equal to or greater than a required minimum dryness in the area of the transition
region (17), and that the target dryness (TGZiel) is controlled by reducing the input dryness (TGE-ein) on one of the last dewatering devices (En) arranged in the guide direction of the
fibrous suspension (FS) within the consolidation zone (VZ).
2. Method according to Claim 1,
characterized in that
the target dryness (TGZiel) is controlled by reducing the input dryness (TGE-ein) on the dewatering device (En) arranged last in the guide direction of the fibrous
suspension (FS) within the consolidation zone (VZ).
3. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in that
the input dryness (TGE-ein) on at least one of the last dewatering devices (En) arranged in the guide direction
of the fibrous suspension (FS) or the last dewatering device (En) is set by controlling
the dewatering performance on at least one dewatering device (E2 to En-1) arranged
upstream of the latter within the consolidation zone (VZ).
4. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
the operating parameters of a dewatering device (E2 to En-1, En-1, x) arranged upstream
of the last dewatering device (En) arranged in the guide direction of the fibrous
suspension (FS) or of the last dewatering device (En) are set in such a way that the
said dewatering device (E2 to En-1, En-1, x) is operated with a lower dewatering performance
than the maximum possible.
5. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
the target dryness (TGZiel) is regulated.
6. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
an actual value of the target dryness (Xist-TGZiel) after the last dewatering element (En) is determined continuously or periodically,
is compared with the setpoint value (Xsoll-TGZiel) and the individual actuating devices (9.1-9.n-1) of the individual dewatering devices
(E1 to En-1, En-1, x) are activated as a function of the difference.
7. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
a target dryness (TGZiel) is predefined which deviates from the theoretically achievable maximum dryness (TGmax) in the range from 0.1 to 5%, particularly preferably 0.1 to 3%, quite particularly
preferably 0.1 to 2%.
8. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
the dewatering device (E2 to En-1, En-1, x) arranged upstream of one of the last dewatering
devices (En) arranged in the guide direction of the fibrous suspension (FS) or of
the last dewatering device (En) within the consolidation zone (VZ) is implemented
as a suction device, in particular a stationary suction device or rotating wire suction
roll.
9. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
one of the last dewatering devices (En) arranged in the guide direction of the fibrous
suspension (FS) or the last dewatering device (En) is implemented as a stationary
suction device, in particular a stationary high-vacuum suction device, or as a rotating
wire suction roll, in particular a high-vacuum wire suction roll.
10. Method according to either of Claims 8 and 9,
characterized in that
at least the vacuum that can be applied is adjustable.
11. Method according to one of Claims 8 to 10,
characterized in that
the dewatering devices (E1-En, En-1, En-1, x) implemented as a stationary suction
device or rotating wire suction roll comprise at least one, preferably a plurality
of suction zones (15.1, 15.2) aligned in the machine direction (MD) and/or transversely
with respect to the machine direction (MD), which can be activated individually, in
groups or jointly.
12. Forming unit (1) of a machine for producing fibrous webs (F), comprising at least
one endlessly circulating wire belt (11.1, 11.2) at least indirectly supporting a
fibrous suspension (FS), and at least two dewatering devices (En-1, En-1, x, En) connected
in series and arranged one after another in the passage direction of the fibrous suspension
(FS) within a consolidation zone (viz),
characterized in that
a control and/or regulating system (4) is provided, comprising a control and/or regulating
apparatus (8) which is connected to at least one device (7) for the at least indirect
measurement of a variable at least indirectly characterizing the dryness (Xist - TGZiel) of the fibrous web (F) in a transition region (5) from the forming unit (1) to a
downstream functional unit (6), to a device for predefining a setpoint value of a
target dryness (Xsoll-TGZiel) to be set, and at least indirectly to the actuating devices (9.1 to 9.n-1) of an
individual dewatering device (E2 to En-1, En-1, x) connected upstream of one of the
last dewatering devices or the last dewatering device (En) within the consolidation
zone (VZ), and an actuating variable former for forming the actuating variables (Y9.1
to Y9.n) of the individual dewatering devices (E1 to En).
13. Forming unit (1) according to Claim 12,
characterized in that
the control and/or regulating apparatus (8) is coupled to the actuating devices (9.1
to 9.n) of the individual dewatering devices (E1 to En).
14. Forming unit (1) according to Claim 12 or 13,
characterized in that
the individual dewatering device (E1 to En) is implemented as one of the following
dewatering devices:
- a suction device, in particular a stationary suction device or rotatable wire suction
roll;
- a forming box having at least one suction zone and forming foils that are stationary
or can be pressed on;
- forming foils; or
- a curved dewatering element.
1. Procédé pour optimiser le bilan énergétique d'une unité de façonnage (1) dans une
machine (2) de fabrication de bandes de matière fibreuse (F), notamment des bandes
de papier, de carton ou de tissu, selon lequel une suspension de matière fibreuse
(FS) introduite dans l'unité de façonnage (1) par le biais d'une caisse de tête (3),
après avoir atteint le point d'immobilité (IP), est amenée par le biais d'au moins
deux dispositifs d'assèchement (E2 à En) à l'intérieur d'une zone de compression (VZ)
adjacente au point d'immobilité vers une zone de transfert (17) à une unité fonctionnelle
(6) rattachée,
caractérisé en ce
qu'une valeur de consigne pour une siccité cible (Xsoll-TGZiel) à régler est prédéfinie en fonction d'une siccité maximale (TGmax) pouvant être obtenue théoriquement sous les conditions de l'installation à proximité
de la zone de transfert (17) de la bande de matière fibreuse (F) à l'unité fonctionnelle
(6) disposée à la suite sur la base des éléments d'assèchement (E1 à En) présents,
ladite valeur de consigne étant choisie de telle sorte que celle-ci est inférieure
à la siccité maximale (TGmax) pouvant être obtenue théoriquement, mais toutefois égale ou supérieure à une siccité
minimale nécessaire à proximité de la zone de transfert (17), et en ce que la siccité
cible (TGZiel) est commandée en réduisant la siccité d'entrée (TGE-ein) au niveau de l'un des derniers dispositifs d'assèchement (En) à l'intérieur de la
zone de compression (VZ), disposés dans le sens du guidage de la suspension de matière
fibreuse (FS).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la siccité cible (TGZiel) est commandée en réduisant la siccité d'entrée (TGE-ein) au niveau du dispositif d'assèchement (En) à l'intérieur de la zone de compression
(VZ) qui est disposé en dernier dans le sens du guidage de la suspension de matière
fibreuse (FS).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la siccité d'entrée (TGE-ein) au niveau d'au moins l'un des derniers dispositifs d'assèchement (En) disposés dans
le sens du guidage de la suspension de matière fibreuse (FS) ou du dernier dispositif
d'assèchement (En) est réglée en commandant la puissance d'assèchement au niveau d'au
moins l'un des ces dispositifs d'assèchement (E2 à En-1) disposés en amont à l'intérieur
de la zone de compression (VZ).
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les paramètres de fonctionnement d'un dispositif d'assèchement (E2 à En-1, En-1,
x) disposé en amont du dernier dispositif d'assèchement (En) disposé dans le sens
du guidage de la suspension de matière fibreuse (FS) ou du dernier dispositif d'assèchement
(En) sont réglés de telle sorte que celui-ci fonctionne avec une puissance d'assèchement
inférieure à celle possible au maximum.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la siccité cible (TGZiel) est régulée.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une valeur réelle de la siccité cible (Xist-TGZiel) derrière le dernier élément d'assèchement (En) est déterminée continuellement ou
périodiquement, comparée avec la valeur de consigne (Xsoll-TGZiel) et les dispositifs actionneurs individuels (9.1-9.n-1) des dispositifs d'assèchement
(E1 à En-1, En-1, x) individuels sont commandés en fonction de la différence.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une siccité cible (TGZiel) est prédéfinie, laquelle diffère de la siccité maximale (TGmax) pouvant être obtenue théoriquement d'une plage de 0,1 à 5 %, notamment de préférence
de 0,1 à 3 %, et de manière toute préférentielle de 0,1 à 2 %.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif d'assèchement (E2 à En-1, En-1, x) disposé en amont de l'un des derniers
dispositifs d'assèchement (En) disposés dans le sens du guidage de la suspension de
matière fibreuse (FS) ou du dernier dispositif d'assèchement (En) à l'intérieur de
la zone de compression (VZ) est réalisé sous la forme d'un dispositif d'aspiration,
notamment d'un dispositif d'aspiration fixe ou d'un rouleau aspirant égoutteur rotatif.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'un des derniers dispositifs d'assèchement (En) disposés dans le sens du guidage
de la suspension de matière fibreuse (FS) ou le dernier dispositif d'assèchement (En)
est réalisé sous la forme d'un dispositif d'aspiration fixe, notamment d'un dispositif
d'aspiration à vide poussé fixe, ou d'un rouleau aspirant égoutteur rotatif, notamment
d'un rouleau aspirant égoutteur à vide poussé.
10. Procédé selon l'une des revendications 8 ou 9, caractérisé en ce qu'au moins le vide pouvant être appliqué est réglable.
11. Procédé selon l'une des revendications 8 à 10, caractérisé en ce que les dispositifs d'assèchement (E1-En, En-1, En-1, x) réalisés sous la forme d'un
dispositif d'aspiration fixe ou d'un rouleau aspirant égoutteur rotatif comprennent
au moins une, de préférence plusieurs zones d'aspiration (15.1, 15.2) orientées dans
le sens de la machine (MD) et/ou transversalement par rapport au sens de la machine
(MD), lesquelles peuvent être commandées individuellement, par groupes ou ensemble.
12. Unité de façonnage (1) d'une machine de fabrication de bandes de matière fibreuse
(F), comprenant au moins une bande de filtration (11.1, 11.2) circulant sans fin qui
soutient au moins indirectement une suspension de matière fibreuse (FS) et au moins
deux dispositifs d'assèchement (En-1, En-1, x, En) connectés en série et disposés
l'un derrière l'autre dans le sens de défilement de la suspension de matière fibreuse
(FS) à l'intérieur d'une zone de compression (VZ),
caractérisée en ce
qu'il est prévu un système de commande et/ou de régulation (4), comprenant un dispositif
de commande et/ou de régulation (8) qui est relié avec au moins un équipement (7)
destiné à détecter au moins indirectement une grandeur qui caractérise au moins indirectement
la siccité (Xist-TGZiel) de la bande de matière fibreuse (F) dans une zone de transfert (5) depuis l'unité
de façonnage (1) à une unité fonctionnelle (6) disposée à la suite, un équipement
pour indiquer une valeur de consigne d'une siccité cible à régler (Xsoll-TGZiel) et au moins indirectement avec les dispositifs actionneurs (9.1 à 9.n-1) d'un dispositif
d'assèchement (E2 à En-1, En-1, x) individuel disposé en amont de l'un des derniers
dispositifs d'assèchement ou du dernier dispositif d'assèchement (En) à l'intérieur
de la zone de compression (VZ) et un générateur de grandeur de commande pour former
les grandeurs de commande (Y9.1 à Y9.n) des dispositifs d'assèchement (E1 à En) individuels.
13. Unité de façonnage (1) selon la revendication 12, caractérisée en ce que le dispositif de commande et/ou de régulation (8) est couplé avec les dispositifs
actionneurs (9.1 à 9.n) des dispositifs d'assèchement (E1 à En) individuels.
14. Unité de façonnage (1) selon la revendication 12 ou 13,
caractérisée en ce que les dispositifs d'assèchement (E1 à En) individuels sont réalisés sous la forme de
l'un des dispositifs d'assèchement suivantes :
- dispositif d'aspiration, notamment dispositif d'aspiration fixe ou rouleau aspirant
égoutteur rotatif ;
- caisson de façonnage comprenant au moins une zone d'aspiration et des barres de
façonnage fixes ou compressibles ;
- barres de façonnage ; ou
- élément d'assèchement arqué.