[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und zugehörige Vorrichtungen zum Erzeugen optisch
sichtbarer oder unsichtbarer Effekte in einer Beschichtung.
[0002] Hierbei geht es um die Verwendung von Lacken, die ferromagnetische Pigmente erhalten,
zur Herstellung von Druckprodukten und deren Veredelung. Dieses Verfahren ist grundsätzlich
bekannt und die Effekte werden in verschiedenen Anwendungen genutzt.
[0003] Hierzu wird auf Stand der Technik im Zusammenhang der nachfolgend genannten Dokumente
hingewiesen:
- DE 101 14 445 A1 betreffend Weicheisenpigmente,
- EP 0 641 461 A1 betreffend verkapselte magnetische Teilchen, Pigmente und Russ, Verbindungen und
damit verbundene Verfahren,
- DE 36 17 430 A1 betreffend Perlglanzpigmente,
- DE 43 40 141 A1 betreffend magnetisierbare Glanzpigmente,
- DE 40 41 467 A1 betreffend magnetische Druckfarben,
- EP 2 024 451 B1 betreffend eine Beschichtungszusammensetzung zur Erzeugung magnetisch induzierter
Bilder,
- DE 44 38 743 A1 betreffend eine Offsetdruckmaschine,
- DE 10 2004 035 866 A1 betreffend eine Einrichtung und ein Verfahren zum Beschichten,
- EP 1 641 624 B1 betreffend ein Verfahren und Mittel zur Herstellung eines magnetischen Musters in
einer Beschichtung mit magnetischen Partikeln und
- EP 0 556 449 B1 betreffend eine Lackierung mit magnetisch hergestelltem Muster und lackiertes Produkt
mit magnetisch hergestelltem Muster.
[0004] Ein im Offset-, Flexo-, Tief- oder Siebdruck bzw. Inkjet-Verfahren aufgebrachter
Lack (Dispersion oder UV) wird vor der vollständigen Trocknung bzw. Aushärtung einem
Magnetfeld ausgesetzt, so dass die enthaltenen Pigmente individuell ausgerichtet werden.
Auf diesem Wege werden optische Effekte erzielt und/oder Informationen übertragen.
Die o.g. Verfahren können in beliebiger Reihenfolge mit den bekannten Druckverfahren
kombiniert werden, z.B. durch Offsetdruck und Flexo-Lackbeschichtung, sowohl im Inline-
als auch im Offline-Verfahren. Das Verfahren kann an Bogen- und Rollenmaschinen angewandt
werden.
[0005] In der
DE 101 14 445 werden Weicheisenpigmente offenbart, die sich durch die Einwirkung eines Magnetfeldes
in einem Medium orientieren können. Die Anwendung in Druckfarben und - lacken wird
als ein mögliches Anwendungsgebiet aufgeführt. In der
DE 101 14 446 wird eine weitere Ausprägung von magnetisierbaren Eiseneffektpigmenten beschrieben,
die für den Einsatz in Lacken und Druckfarben geeignet sind. In der
EP 0 641 461 werden verkapselte magnetische Teilchen, Pigmente und Russe für den Einsatz in lithographischen
Druckfarben dargestellt. In der
DE 36 17 430 werden farbige, plättchenförmige Perlglanzpigmente beschrieben, die magnetische Eigenschaften
aufweisen. In der
DE 43 40 141 werden magnetisierbare Glanzpigmente für Druckfarbe und Lacke auf Basis von beschichteten
nicht ferromagnetischen, metallischen Substanzen mit einer ferromagnetischen Schicht
beschrieben. Die Anwendung von Druckfarben mit magnetischen Eigenschaften werden in
der
DE 44 38 743 aufgezeigt. In dieser Patentschrift erfolgt die Steuerung der Farbübertragung einer
magnetischen Druckfarbe mittels angelegten Magnetfeldern. In der
DE 40 41 467 werden magnetische Druckfarben beschrieben, mit denen magnetische Aufdrucke zum Beispiel
auf Scheckformularen, Eintrittskarten und ähnlichen Druckprodukten erzeugt werden,
die mit speziellen Einrichtungen lesbar sind.
[0006] Druckfarben und Lacke, die magnetisierbare Pigmente und / oder magnetisierbare Partikel
enthalten und die Anwendung in Offsetdruckmaschine und anderen Rotationsdruckmaschinen
sind folglich bestens bekannt.
[0007] Weiterhin ist aus der
EP 1 641 624 B1 eine Einrichtung zum magnetischen Transferieren von Zeichen wie etwa eines Designs
oder eines Bildes auf in auf ein Blatt oder eine Bahn aufgebrachte nasse Beschichtung
bekannt. Die Beschichtung umfasst mindestens eine Art von magnetischen oder magnetisierbaren
Partikeln und die Einrichtung enthält einen Körper aus permanentmagnetischem Material.
Das magnetische Material ist in einer Richtung im Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche
des Körpers permanent magnetisiert. Die Oberfläche des Körpers trägt Zeichen in der
Form von Einkerbungen, wodurch Störungen seines Magnetfeldes verursacht werden. Der
Körper ist entweder als flache oder zylindrisch gekrümmte Platte und an einem drehbaren
Zylinder an einer Druckmaschine montiert.
[0008] Ein Verfahren zum magnetischen Transferieren von vorbestimmbaren Zeichen wie etwa
einem Design oder einem Bild auf ein gedrucktes Dokument soll unter Verwendung der
Einrichtung folgende Schritte aufweisen:
- a) Aufbringen einer Schicht aus einer Druckfarbe oder einer Beschichtung auf eine
Oberfläche eines Blattes oder einer Bahn, wobei Druckfarbe oder Beschichtung magnetischen
oder magnetisierbare Partikel umfasst;
- b) Die Druckfarbe oder Beschichtung nach Schritt a) wird nass dem Magnetfeld an der
Oberfläche eines Körpers aus permanentmagnetischem Material auf einem Zylinder auf
einer Druckmaschine ausgesetzt, wobei dort vorbestimmbare Zeichen in Form von Einkerbungen
vorhanden sind, so dass sich die magnetischen oder magnetisierbaren Partikel in dem
Magnetfeld orientieren können; und
- c) Härten der Druckfarbe oder Beschichtung, so dass die Orientierung der orientierten
magnetischen Partikel von Schritt b) irreversibel fixiert wird.
[0009] Weiterhin ist aus der
EP 0 556 449 B1 ein lackiertes Produkt mit einem gewünschten, darauf gebildeten Muster beschrieben.
Dieses enthält einen Körper; eine Lackschicht, die auf einer Oberflache des Körpers
liegt, wobei die Lackschicht aus einem transparenten Lackmedium besteht. Dem Medium
sind magnetische nicht sphärische Partikel beigemischt und darin fixiert. Ein Muster
ist durch einen Bereich der Lackschicht definiert, in dem die Partikel eine vorbestimmte
Orientierung aufweisen, die die Transparenz verändert. Die Partikel in der Lackschicht
liegen in einer Menge vor und sind so orientiert, dass eine maximale Querschnittsflache
der Partikel im wesentlichen parallel zur Oberflache der Lackschicht oder geneigt
oder senkrecht zu der Oberflache angeordnet ist. Diese Variation ergibt ein Muster
mit dreidimensionalem Aussehen und wird auf der der Oberflache des Körpers stabil
sichtbar.
[0010] Ein Verfahren zum Lackieren des Produkts zeigt die Verfahrensschritte:
- (a) Bilden einer Lackschicht in flüssigem Zustand auf der Oberflache des Produkts,
wobei das Lackmedium transparent ist und eine Vielzahl von magnetischen Partikeln
enthält;
- (b) Anlegen eines Magnetfelds an die Lackschicht im Bereich des Musters, um dort eine
bevorzugte Orientierung der Partikel zu bewirken, die die Transparenz der Lackschicht
verändert,
- (c) Verfestigen der Lackschicht, um so die Partikel in der Lackschicht zu fixieren,
- (d) Einbringen der Partikel und Anlegen eines Magnetfelds, dessen Feldlinien in dem
Bereich von einer Orientierung im Wesentlichen parallel zu einer Oberflache der Lackschicht
zu einer Orientierung geneigt oder senkecht zu der Oberflache der Lackschicht variieren.
[0011] Weiterhin ist aus der
DE 10 2004 035 866 A1 eine Einrichtung und ein Verfahren zum Beschichten bekannt. Beschrieben wird das
Erzeugen optisch sichtbarer oder unsichtbarer Effekte in einer Beschichtung, die magnetische
oder magnetisierbare Pigmente und / oder Partikel enthält. Der Prozess erfolgt unter
Einwirkung eines Magnetfeldes. Kennzeichnend für diese Effekte ist, dass der Effekt
durch Magnetfeld erzeugende Vorrichtungen wahrend des Maschinendurchlaufs durch eine
Rotationsdruckmaschine direkt auf der auf dem Bedruckstoff befindlichen Schicht oder
indirekt in der Schicht vor der Applikation auf den Bedruckstoff bewirkt wird. Diese
Effekte können für dekorative Zwecke, aber auch zur Sicherstellung einer hohen Fälschungssicherheit
genutzt werden.
[0012] Schließlich ist aus der
EP 2 024 451 B1 eine Beschichtungszusammensetzung zum Herstellen eines magnetisch induzierten Bildes
bekannt, die durch ein Verhältnis eines Druckfarbenanteils zu magnetisch orientierbaren
Interferenzpigmenten von größer als 3 bis 5 definiert ist. Die Druckfarben werden
als Flexodruck-, Tiefdruck-, Siebdruck- oder Walzendruckfarben bezeichnet. Die Herstellung
eines magnetisch induzierten Bildes umfasst die aus der
EP 1 641 624 B1 bekannten Schritte: Aufbringen der Beschichtung auf ein Substrat, Orientieren der
Pigmentpartikel durch Anlegen eines Magnetfeldes und Härten bzw. Trocknen der orientierten
Beschichtung, um die Partikel in den orientierten Positionen zu fixieren. Der Schritt
zur Orientierung der Pigmentpartikel kann gleichzeitig mit der Beschichtung oder danach
ausgeführt werden.
[0013] Die Härtung oder Trocknung kann durch physikalische Verdampfung, UV-Härtung, oxidative
oder chemischer Vernetzung, Elektronenstrahlhärtung oder eine Kombination davon ausgeführt
werden.
[0014] Die magnetisch orientierbaren und optisch variablen Pigmentpartikel werden mit einer
Druckfarbe gedruckt, die als Flexodruck-, Tiefdruck-, Siebdruck- und Walzenbeschichtungsfarbe
charakterisiert wird.
Eine solche Bildbeschichtung wird auf Banknoten, Kreditkarten, Zugangskarten, Sicherheitsabzeichen,
Dokumenten von Wert, Rechten oder Identität, Transporttickets, Lotterietickets, Eventtickets,
Steuerbanderolen, Sicherheitsfäden, -etiketten, -folien, -streifen oder Produktsicherheitsapplikationen
oder in dort verwendeten Sicherheitselementen Produktsicherheitsapplikationen eingesetzt.
Als Markierungsmittel werden Infrarot-, Fluoreszenz-, UV-, Phosphoreszenz-, magnetische
oder forensische Marker verwendet.
[0015] Die zuvor beschriebenen Verfahren der o.g. Dokumente nutzen in aller Regel für die
Herstellung von Mustern die Anwendung von Dauermagneten, die an bzw. auf einer Zylinderoberfläche
bei der Erzeugung der Muster anzubringen sind. Auch ist der Einsatz von Elektromagneten
zur Direkt-Bebilderung genannt. Alle Verfahren sind entweder unflexibel oder sehr
aufwändig.
[0016] Aufgabe der Erfindung ist es ein wirtschaftliches Verfahren und zugehörige Vorrichtungen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 für eine wirtschaftliche Anwendung innerhalb
von Druckmaschinen zu verbessern.
[0017] Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie alternativ weiterer Verfahrensansprüche
und den Merkmalen der Vorrichtungsansprüche gelöst.
[0018] Die vorliegende Erfindung nutzt eine beschreibbare magnetische Druckform, um eine
Bebilderung in einer Beschichtung aus einem mit ferromagnetischen Pigmenten angereicherten
Lack zu erzeugen.
[0019] Grundlage hierbei sind Einwirkelemente mit ferromagnetischen Eigenschaften, die durch
ein äußeres Magnetfeld ausgerichtet werden können.
[0020] Diese Einwirkelemente können außerhalb einer Druckmaschine in einer geeigneten Vorrichtung
oder innerhalb der Druckmaschine unter Einfluss geeigneter Magnetfelder bebildert
werden.
[0021] Weiterhin können die Einwirkelemente als in der Druckmaschine der zu beeinflussenden,
beschichteten Oberfläche zugeordnet angeordnete steuerbare Magneteinrichtungen ausgebildet
sein.
[0022] Dadurch wird das Druckprodukt für die Zeit des Transportes im Bereich des Magnetfeldes
durch das Magnetfeld beeinflusst. Bei Verwendung eines stationär angebrachten Elektromagneten
ergeben sich deutlich kürzere Einwirkzeiten.
[0023] Handelt es sich bei dem Einwirkelement um eine einspannbare Folie, so kann die Bebilderung
wie bei einer üblichen Druckplatte erfolgen. Die Folie wird zur Bebilderung auf einem
Gummi- oder Druckzylinder aufgespannt. Wenn der Druckauftrag abgeschlossen ist, so
wird das Magnetbild wieder gelöscht und es kann eine neue Ausrichtung bzw. Aufprägung
eines Magnetfeldes erfolgen.
Auch kann auch ein magnetisch beschreibbares Endlosband durch das Druckwerk geführt
werden ähnlich der Folientransferanordnung, wobei das Endlosband an einem Lösch- und
Schreibkopf individuell bebildert wird.
[0024] Alternativ ist auch ein aktives Einwirkelement denkbar, wobei in einer Trägerfolie
ein Raster von Magnetelementen eingelassen ist, die zur individuellen Bildgestaltung
genutzt werden. Hierzu kann die Bebilderung mit dem Workflow der Druckvorstufe zu
der Druckmaschine verknüpft werden, um die Bildinformationen aufeinander abzustimmen.
[0025] Als erste alternative Verfahrensweise kann in Kombination mit einer Einrichtung zur
magnetischen Halterung von Arbeitselementen an einem Druckwerkszylinder durch partielles
Anbringen ferromagnetischer Abdeckelemente eine gezielte Störung des induzierten Magnetfeldes
möglich sein. Bei Verwendung eines homogenen (maschinenseitigen) Magnetfeldes wird
durch die Abdeckelemente eine Bildinformation durch Umleitung bzw. Störung der Magnetfeldlinien
in der aufliegenden Lackbeschichtung erzeugt.
[0026] Als weitere alternative Verfahrensweise kann in Kombination mit einer Folientransfer-Einrichtung
durch partielles Aufbringen ferromagnetischer Folienbereiche auf das Substrat eine
gezielte Störung des das Substrat durchgreifend induzierten Magnetfeldes möglich sein.
Bei Verwendung eines von der Maschinenseite her homogenen Magnetfeldes wird durch
den Folienauftrag auf dem Substrat eine Bildinformation durch Umleitung bzw. Störung
der Magnetfeldlinien in der aufliegenden Lackbeschichtung erzeugt.
[0027] Diese optisch dreidimensionalen Effekte sind nicht nur dekorativ, sondern erzeugen
eine einzigartige Struktur, die nur unter einem hohen Aufwand nachstellbar ist. Dadurch
wird ein Fälschungsschutz erreicht, der kostengünstig und gleichzeitig dekorativer
Natur ist.
[0028] Im Folgenden wird die Erfindung anhand zeichnerischer Darstellungen näher dargestellt.
[0029] Hierbei zeigen
- Figur 1
- eine prinzipielle schematisierte Darstellung einer erfindungs- gemäßen Anordnung,
- Figur 2
- eine erste alternative Anordnung,
- Figur 3
- eine zweite alternative Anordnung,
- Figur 4
- eine Inline-Anordnung mit Magnetisierungsköpfen, und
- Figuren 5 und 6
- zwei Beispiele für optische Ausprägungen in Lackschichten mittels Magnetbeeinflussung.
[0030] Der Stand der Technik nach der
DE 10 2004 0355 866 A1 ist im Folgenden noch einmal ausführlich wiedergegeben. Hierzu ist das Wirkprinzip
des Verfahrens in Figur 1 schematisch dargestellt und erläutert.
[0031] Der Effekt setzt voraus, dass die Partikel oder Pigmente in dem Medium noch frei
beweglich sind, daher ist es sinnvoll die Beeinflussung der Pigment- und / oder Partikelverteilung
durch das Magnetfeld möglichst unmittelbar nach der Applikation der Druckfarbe oder
des Lackes erfolgen zu lassen. Vorzugsweise erfolgt die Applikation mit einem Lackwerk,
da mit diesem höhere Schichtdicken als mit einem Offsetdruckwerk auf den Bedruckstoff
übertragen werden können. In einer dickeren Beschichtung können sich die magnetisierbaren
Pigmente und / oder Partikel in der Regel deutlich einfacher bewegen und orientieren.
Ein weiterer Aspekt, der für die Applikation von Lacken mit darin enthaltenden magnetisierbaren
Pigmenten und Partikeln spricht ist, dass mit einem Offsetdruckwerk nur relativ kleine
Pigmente und / oder Partikel verdruckt werden können. Die Bandbreite der verarbeitbaren
Pigment- und / oder Partikelgrößen sind in einem Lackwerk, das vorzugsweise mit einem
Kammerrakel und einer Rasterwalze ausgestattet ist, gegenüber der Applikation über
ein Offsetdruckwerk deutlich größer.
[0032] Auch die Auswahl des Mediums, in das die magnetisierbaren Pigmente und / oder Partikel
eingebettet sind, beeinflusst die Ausprägung des Effektes. Während bei den konventionellen,
ölbasierten Druckfarben ein wesentlicher Anteil des Trockenvorgangs über das Wegschlagen
von Bindemittelbestandteilen in den Bedruckstoff erfolgt, erfolgt die Härtung von
so genannte UV-Farben oder anderen strahlenhärtenden Druckfarben oder Lacken erst
nach dem Durchgang durch eine Härtungseinrichtung. Das Wegschlagen von konventionellen
Druckfarben erfolgt in der Regel nach der Applikation der Druckfarbe auf einen saugfähigen
Bedruckstoff spontan. Dies ist nachteilig für das hier beschriebene Verfahren zur
Erzeugung optisch wirksamer Effekte, da mit dem Wegschlagvorgang die Schichtdicke
und damit verbunden die Beweglichkeit der magnetischen Pigmente und / oder Partikel
verringert werden. Ähnliche Wegschlageffekte lassen sich auch bei wässrigen Dispersionslacken
beobachten, deren applizierte Schichtdicke zwar in der Regel höher liegt als die typisch
in einem Offsetdruckwerk übertragene Schichtdicke, aber andererseits diese wässrigen
Lacke einen großen Anteil von Wasser als Lösemittel enthalten, das besonders leicht
und schnell in einen saugfähigen Bedruckstoff wegschlagen kann. Auch hier bieten UV
Lacke oder andere strahlenhärtende Lacke eine gute Alternative, da die Lackschicht
zu mindestens zum größten Teil auf dem Bedruckstoff aufliegt und somit die Beweglichkeit
der magnetischen Partikel und / oder Pigmente optimal gegeben ist. Ein weiterer Vorteil
der strahlenhärtenden Druckfarben und Lacke ist, dass ein einmal erzeugtes Verteilungsmuster
der magnetischen Partikel und / oder magnetischer Pigmente durch Strahlungseinwirkung
in einer Härtungseinrichtung, zum Beispiel durch einen UV-Trockner, relativ spontan
eingefroren werden können.
[0033] Grundlage für die Erfindung sind Einwirkelemente wie etwa Folien, Bleche, Platten
oder Leisten, die mit ferromagnetischen Eigenschaften versehen sind. Diese Eigenschaften
können vollflächig oder partiell über ein Einwirkelement ausgebildet sein. Die ferromagnetische
Eigenschaft lässt sich dabei offline oder inline durch ein äußeres Magnetfeld ausbilden
und gezielt ausrichten, so dass quasi eine Beschriftung des magnetisierbaren Einwirkelementes
stattfindet.
[0034] Diese Einwirkelemente können dabei
- a.) außerhalb der Druckmaschine in einer geeigneten Vorrichtung oder
- b.) innerhalb der Druckmaschine unter Einfluss geeigneter Magnetfelder (siehe hierzu
Figur 4)
magnetisiert bzw. magnetisch bebildert werden.
[0035] Wesentlich für effiziente Einwirkung zur Ausrichtung der magnetisierbaren Pigmente
oder Partikel im Lack ist, dass sich die magnetischen Feldlinien im Bereich der Beschichtung
auf dem Druckbogen schließen. Dies ist durch die gewählte Aufführungsform als magnetisierte
dünne Platte oder Folie bestens gegeben (siehe Figur 1). In dieser Anordnung werden
die magnetisierbaren Pigmente oder Partikel in besonders starkem Ausmaß von der normalen
Orientierung abgelenkt und ergeben damit den gewünschten optischen Effekt in besonders
günstige Art und Weise.
[0036] Durch die Verwendung im Druckwerk oder Lackwerk wird das Druckprodukt für die Zeit
des Transportes an dem Einwirkelement einer magnetischen Einwirkung im Bereich von
dessen Magnetfeld ausgesetzt. So wird beispielsweise auf einer die Bogen führenden
Zylinderoberfläche einer üblichen Bogenoffsetdruckmaschine für die Dauer einer halben
Umdrehung eines Gegendruckzylinders das Magnetfeld eines auf dem Gegendruckzylinder
aufgespannten Einwirkelementes die Lackschicht des dort aufliegenden Druckbogens beeinflussen.
[0037] Bei der Verwendung eines oder mehrerer stationär angebrachten Elektromagnete zur
Effektbeeinflussung der Lackbeschichtung ergeben sich demgegenüber deutlich kürzere
Einwirkzeiten und damit schwächere Effekte.
[0038] Handelt es sich bei dem Einwirkelement etwa um eine Magnetfolie, die eingespannt
wird, so kann die Bebilderung auch außerhalb der Maschine, wie etwa bei einer üblicherweise
in Druckmaschinen verwendeten Druckplatte, erfolgen. Die Magnetfolie wird zur Bebilderung
auf Form-, Platten-, Gummi- oder Druckzylinder aufgespannt. Vorteilhaft ist die Anwendung
am Bogen führenden Gegendruckzylinder, da dort die Einwirkzeit am längsten ist. Wenn
der Druckauftrag abgeschlossen ist, kann das Magnetbild an der Magnetfolie wieder
gelöscht werden und es kann eine neue Ausrichtung oder eine Aufprägung eines andersartig
strukturierten Magnetfeldes erfolgen.
[0039] Ergänzend kann auch ein magnetisch beschreibbares Band durch das Druckwerk geführt
werden. Hierzu kann eine Vorrichtung in der Art einer Folientransfer-Anordnung in
einer Bogendruckmaschine verwendet werden. Hierbei wird anstatt einer Transferfolienbahn
ein Endlosband mit magnetischen Eigenschaften verwendet. Dieses Endlosband kann an
einem Lösch- und Schreibkopf vorbei geführt werden, welcher die individuelle Bebilderung
mit magnetischen Effekten in gewünschter Bemusterung inline und laufend - ggf. auf
variabel gestaltet - ausführt. Hierbei kommt eine Vorrichtung ähnlich der in Figur
4 gezeigten Magnetisierungsköpfe in Frage.
[0040] Als alternative Ausführung ist auch ein aktives Einwirkelement denkbar: In einer
Trägerfolie wird ein Raster von Magnetelementen eingelassen, die zur individuellen
Bildgestaltung genutzt werden können - je nach Ansteuerung kann dies in Bezug auf
einzelne Druckbogen oder auf Druckaufträge erfolgen.
[0041] Dabei kann ergänzend die Bebilderung mit dem Workflow einer Vorstufe oder der Druckmaschine
verknüpft werden, um die Bildinformationen der Druckbilder und der zu erzeugenden
Lackmuster aufeinander abzustimmen.
[0042] In Umkehrung des Wirkprinzips ist bei einer Kombination mit einer Folientransfer-Einrichtung
in der Druckmaschine durch partielles Aufbringen ferromagnetischer Folienbereiche
von einer Transferfolie eine gezielte Störung des induzierten Magnetfeldes möglich.
Damit wird in Kombination mit der Verwendung eines homogenen und in der Druckmaschine
fest angeordneten Magnetfeldes durch den Transferfolienauftrag eine Bildinformation
im Lack erzeugt. Diese ergibt sich durch eine Umleitung bzw. Störung der Magnetfeldlinien
an dem Folienmuster.
[0043] Als Vorrichtungen zur Erzeugung eines Magnetfeldes sind alle Arten bekannter magnetisierbarer
Elemente einsetzbar. Eine Ausgestaltungsmöglichkeit könnten Platten ähnlich Druckplatten
oder Drucktüchern, Schalen als gekrümmte Platten oder Folien sein, die in den Druck-
oder Lackwerken in Haltevorrichtungen gefasst werden können Dabei sind alle denkbaren
Bauformen möglich, die zur Erzeugung einer Effektstruktur geeignet sind. Die magnetisierbaren
Elemente müssen in einer Haltevorrichtung so gefasst werden, dass die Hauptwirkrichtung
des Magnetfeldes gegen den Bedruckstoff gerichtet ist.
[0044] Alternativ zu dem vorher aufgeführten Ansatz, könnte die Magnetelemente auf den Gegendruckzylinder
in einem Druckwerk oder in einem Transfermodul gespannt oder geklebt werden, d.h.
die Magnetkraft würde durch die Rückseite des Bogens auf die darauf befindliche Schicht
einwirken. Dieser Ansatz ist realisierbar, indem zum Beispiel eine Platte auf den
Gegendruckzylinder aufgespannt wird, die magnetisierte und nicht magnetisierte Bereiche
aufweist. Dagegen spricht, dass die Platten bei einem doppelt großen Zylinder auf
beide Zylinderhälften aufgespannt werden und die beiden Muster zum Passen gebracht
werden müssten. Dadurch ist ein erhöhter Rüstzeitaufwand zu erwarten. Die maximale
Magnetkraft ist eingeschränkt, da die Bauhöhe der Magneten durch den oftmals geringen
Unterschnitt der Gegendruckzylinder eingeschränkt ist. Auch ist der Luftspalt zwischen
der Wirkstelle des Magneten und der zu beeinflussenden Schicht im Kartondruck sehr
groß, da der Bedruckstoff sich zwischen dem Magnet und der Besichtung befindet. Dennoch
wäre dieses Verfahren für dünne Bedruckstoff durchaus geeignet, zum Beispiel für den
Etikettendruck, da durch den langen Umschlingungswinkel die Einwirkzeit sehr lange
ist und dadurch die geringe Magnetkraft durchaus kompensiert werden könnte.
[0045] Als eine weitere Ausprägung könnte der Gegendruckzylinder oder eine darauf befindliche
Platte aus einem magnetisierbaren Material bestehen. Dies hätte den Vorteil, dass
der Zylinder oder eine gegebenenfalls darauf befindliche Platte partiell magnetisiert
werden könnte. Dies könnte durch eine Magnetisiervorrichtung während des Zeitraumes
geschehen, in dem der Zylinder nicht durch einen Druckbogen bedeckt ist. Dieser Zeitraum
ist relativ lang, so dass durch eine geschickte Leistungsauswahl oder durch einer
Hintereinanderschaltung mehrerer winkelgesteuerter Magnetisierungseinrichtung eine
sehr hohe Magnetkraft erzielt werden könnte, die eine gute Einwirkung durch den Bedruckstoff
hindurch auf die auf diesem befindliche Schicht mit den darin eingebetteten magnetischen
oder magnetisierbaren Pigmente und / oder Partikel erlauben würde. Der Vorteil der
langen Einwirkzeit durch den langen Umschlingungswinkel könnte gut zu Geltung kommen,
ohne dass Aufbauten auf dem Gegendruckzylinder durch Magnete den Bogenlauf stören
würden. Die Magnetisierung des Gegendruckzylinders oder auf einem Gegendruckzylinder
befindliche Platte könnte durch Elektromagneten, Dauermagneten oder durch eine andere
Vorrichtung erfolgen, die ein Magnetfeld erzeugen kann.
[0046] Neben der direkten Erzeugung des erfindungsgemäßen optischen Effektes durch die Einwirkung
eines Magnetfeldes auf magnetisierte oder magnetisierbare Pigmente und / oder Partikel
in einer Beschichtung auf dem Bedruckstoff, kann der erfindungsgemäße Effekt auch
indirekt erzeugt werden, indem die magnetisierbaren Elemente gegen die Druckform in
einem Lackwerk oder das Gummituch oder Druckplatte eines Offsetdruckwerkes gerichtet
werden. Die Orientierung der Pigmente und / oder der Partikel erfolgt in diesem Fall
auf der Druckform oder dem Gummituch bevor die Lack- oder Druckfarbenschicht mit dem
Bedruckstoff in Kontakt kommt. Auf den Bedruckstoff wird folglich eine Schicht appliziert,
indem die magnetischen oder magnetisierbare Pigmente und / oder Partikel schon in
einer durch die Einwirkung eines Magnetfeldes strukturiert vorliegen.
[0047] Die magnetische Beeinflussung der Schicht könnte auch die Übertragung von Dateninformationen
erlauben. In diesem Falle müsste der Effekt der geordneten magnetisierbaren oder magnetischen
Pigmente oder Partikel noch nicht einmal sichtbar sein, d.h. die Partikel oder Pigmente
könnten in eine Druckfarbe eingebettet sein und dort nach der Einwirkung eines Magnetfeldes
in einer geordneten Struktur vorliegen, die eine Information enthalten. Dies könnten
zum Beispiel im einfachsten Fall Strichinformation unterschiedlicher Komplexität,
aber auch Buchstaben oder andere Informationstragende Codes sein. Damit würde eine
lückenlose Verfolgung einer Verpackung möglich sein, denn letztendlich könnte jede
Verpackung mit einem anderen Code versehen werden. Zu mindestens könnte jede Auflage
einen individuellen Code erhalten. Der Code ließe sich später, auch wenn er nicht
optisch sichtbar ist, mit entsprechenden Lesegeräten auslesen. In Abgrenzung zu den
bekannten Verfahren zur Informationsübertragung auf Magnetstreifen, die auch mit magnetisierbarer
Druckfarbe hergestellt werden können, wird der Informationen tragende Code mittels
eines Magnetkopfes oder einer anders gearteten magnetischen Vorrichtung in die frische,
ungetrocknete Druckfarbe oder Lack eingebracht, indem die magnetisierbaren oder magnetischen
Partikel durch ein Magnetfeld gemäß des Informationscodes angeordnet werden und die
Farbe oder der Lack anschließend auf physikalischem und / oder chemischem Wege trocknet,
mit oder ohne Einwirkung einer Trocknungseinrichtung. Dieses Verfahren hat den Vorteil,
dass ein einmal eingebrachter Code durch den Trockenvorgang fixiert und später durch
Manipulation nicht mehr verändert werden kann.
[0048] Ein weiterer Vorteil für das indirekte Erzeugen von Strukturen und Mustern in dem
vorliegenden Druckfarben- oder Lackfilm liegt darin begründet, dass der Druckfarben-
oder Lackfilm in höhere Stärke als auf dem Bedruckstoff zur Verfügung steht und somit
eine bessere Beweglichkeit der Pigmente und / oder Partikel gegeben ist. Von der Druckform
wird nur ein Teil der dort vorliegenden Schicht während des Spaltvorganges auf den
Bedruckstoff übertragen. Ein weiterer Vorteil für das indirekte Verfahren liegt auch
darin begründet, dass noch kein Wegschlagvorgang stattgefunden hat, der bei dem direkten
Verfahren (Einwirkung des Magnetfeldes auf die auf dem Bedruckstoff befindliche Schicht)
bei wässrigen Systemen und Druckfarben fast schlagartig beginnt. Durch die dadurch
bedingte Reduzierung der Schichtdicke wird die Beweglichkeit der Pigmente und / oder
Partikel eingeschränkt. Auf der Druckform oder dem Gummituch können keine Bestandteile
der Druckfarbe oder des Lackes wegschlagen, so dass immer die volle Schichtdicke vorliegt
und somit eine maximale Beweglichkeit gewährleistet ist.
[0049] Im Folgenden werden nun die Ausführungsbeispiele anhand der zeichnerischen Darstellungen
erläutert.
[0050] In Figur 1 ist das Prinzip zur Einwirkung eines statisch vorliegenden Magnetfeldes
zur Ausrichtung von magnetisierbaren Pigmenten 2 oder Partikel in einer frisch aufgetragenen
Lackschicht L auf einem Bedruckstoff dargestellt. Ein Magnetbild 1 ist als Permanent-
oder Elektromagnet 3 in einer magnetisierbaren Platte 4 eingelassen und zeigt hier
eine magnetische Polung mit einem Nordpol N und einem Südpol S. Zwischen den Magnetpolen
breiten sich geschlossene magnetische Feldlinien 5 aus. Weiterhin ist auf der magnetisierbaren
Platte 4 ein Bedruckstoff B aufgelegt. Auf den Bedruckstoff B wiederum ist eine Schicht
L eines mit magnetisierbaren Pigmenten 2 und/oder Partikeln ausgestatteten Lackes
aufgetragen ist. Die Anordnung ist so gewählt, dass die magnetischen Feldlinien 5
sich im Bereich der Schicht L, die auf den Bedruckstoff B aufgetragen ist, schließen.
Durch die Form der Magnetisierung in der magnetisierbaren Platte 4 wird die in der
Schicht L dargestellte Verlagerung von Pigmenten 2 oder Partikeln erzeugt. Damit ergibt
sich in der Schicht L der erwünschte optische Effekt. Die magnetisierbare Platte 4
kann eine dünne Platte sein oder so kann auch als Folie ausgebildet sein.
[0051] Durch die Verwendung in einem Druckwerk oder Lackwerk einer Bogendruckmaschine wird
der Bedruckstoff 4 in der oben dargestellten Weise für die Zeit des Transportes an
der magnetisierten Platte 4 der Einwirkung von deren Magnetfeld ausgesetzt und die
Pigmente 2 oder Partikel im Lack können sich entlang der Feldlinien 5 ausrichten.
[0052] In Figur 2 ist das Prinzip auf eine statische bildmäßige Magnetisierung erweitert.
Ein Magnetbild 1 ist als Permanent- oder Elektromagnet 3 in einer magnetisierbaren
Platte 4 eingelassen und zeigt hier eine detailliertere magnetische Polung mit mehreren
wechselnd angeordneten Nord- N und Südpolen S. Zwischen den wechselnden Magnetpolen
breiten sich nun viele jeweils geschlossene magnetische Feldlinien 5 aus. An dem auf
der magnetisierbaren Platte 4 aufgelegten Bedruckstoff B ist wieder eine Schicht L
eines ferromagnetischen Lacks mit Pigmenten 2 und/oder Partikeln ausgestatteten Lackes
aufgetragen. Die Anordnung ist auch hier so gewählt, dass die magnetischen Feldlinien
5 sich im Bereich der Schicht L auf dem Bedruckstoff B schließen. Durch die hier gezeigte
Form des magnetisierten Bildes in der Platte 4 wird die in der Schicht L dargestellte
Verlagerung von Pigmenten 2 oder Partikeln erzeugt, die hier mehr Details zeigt als
in der Anordnung in Fig. 1. Damit können in der Schicht L optische Effekte erzielt
werden, die Bilder, graphische Elemente, Daten oder Codes enthalten. Die magnetisierbare
Platte 4 kann hierfür ebenso als dünne Platte oder Folie ausgebildet sein.
[0053] Für die Erzeugung der magnetischen Bebilderung nach Fig. 1 und Fig. 2 kommt zunächst
eine Magnetisierung außerhalb der Druckmaschine als vorbereitende Maßnahme für den
Beschichtungsprozess in Frage. Es ist aber auch möglich innerhalb der Druckmaschine,
dem jeweiligen, die magnetisierbare Platte 4 tragenden Zylinder, eine Magnetisierungseinrichtung
zuzuordnen (beispielhaft entsprechend ausführbar wie in Fig. 4). Dann kann die Magnetisierung
als automatische Rüstmaßnahme während der Einrichtung der Druckmaschine ablaufen.
Ebenso kann die Magnetisierung während des Druckprozesses oder während Druckunterbrechungen
aufgefrischt werden.
[0054] In Figur 3 wird das Prinzip der bildmäßigen Magnetisierung als indirekt ausführbares
Verfahren erweitert. Die als Magnetbild 1 bezeichnete Magnetisierung aus Permanent-
oder Elektromagneten 3 in der magnetisierbaren Platte 4 ist hier als statisch vorliegende
und flächig homogen ausgeführte Magnetisierung zu verstehen. Daher zeigt sich hier
eine kleinteiligere magnetische Polung mit vielen wechselnd angeordneten Nord- N und
Südpolen S, die sich in gleichmäßiger Verteilung über die ganze Platte 4 erstreckt.
Zwischen den wechselnden Magnetpolen breiten sich nun viele jeweils auf kurzem Weg
geschlossene magnetische Feldlinien 5.1 aus. Zusätzlich ist nun auf die magnetisierbare
Platte 4 eine Zwischenlage 6 aus ferromagnetischem Material aufgelegt. In dieser Zwischenlage
6 wird damit wiederum eine Magnetisierung induziert, die sich an deren äußeren Kanten
orientiert. Damit werden wiederum magnetische Feldlinien 5 erzeugt, die einen Bedruckstoff
B durchdringen, auf dem eine Schicht L eines ferromagnetischen Lacks mit Pigmenten
2 und/oder Partikeln ausgestatteten Lackes aufgetragen ist. Die Anordnung ist auch
hier so gewählt, dass die magnetischen Feldlinien 5 sich im Bereich der Schicht L
auf dem Bedruckstoff B schließen. Durch die hier gezeigte Form des aus der Form der
Zwischenlage 6 von der magnetisierten Platte 4 abgeleiteten magnetisierten Bildes
wird die in der Schicht L dargestellte Verlagerung von Pigmenten 2 oder Partikeln
erzeugt, die nun genau die Details zeigt, die von der Zwischenlage 6 vorgegeben sind.
Die magnetisierbare Platte 4 kann hierfür ebenso als dünne Platte oder Folie ausgebildet
sein. Ebenso kann die Zwischenlage 6 aus magnetisierbarem Material als dünne Platte
oder Folie ausgebildet sein.
[0055] Die Anordnung nach Fig. 3 gestattet eine vergleichsweise einfache Handhabung. Auf
dem jeweiligen Zylinder der Druckmaschine, der den frisch beschichteten Bedruckstoff
B führt, wird hier eine dauerhaft und flächig, homogen magnetisierte Platte 4 aufgespannt.
Zur Bebilderung muss nun lediglich eine hinsichtlich der gewünschten Ausprägung des
Magnetbildes vorgefertigte Zwischenlage 6, die aus magnetisierbarem Material bestehen
sollte, auf die Platte 4 aufgelegt werden, wo sie dann selbständig anhaftet. Die Übertragung
des magnetisch induzierten Bildes in die Lackschicht L erfolgt dann ohne weitere Unterstützungsmaßnahmen.
Die Zwischenlagen sind einfach herstellbar und unproblematisch auf der Platte 4 anzubringen
und zu positionieren.
[0056] Bei Verwendung einer Auflage aus nicht magnetisierbarem Material besteht einerseits
die Notwendigkeit einer Befestigung anderer als magnetischer Art, also z.B. durch
Verklebung. Andererseits kann so ebenfalls mit evtl. kostengünstigeren Materialien
eine bildhafte Beeinflussung der Lackschicht L durch entsprechende Schwächung des
Magnetfeldes aus der Platte 4 erfolgen.
[0057] Eine weitere sehr interessante Produktionsvariante hinsichtlich der Erzielung von
optischer Wirkung in der Kombination von Beschichtungsmedien kann in Verbindung der
Anordnung nach Fig. 3 mit dem Prozess des so genannten Kaltfolientransfers ausgeführt
werden.
[0058] Beim Kaltfolientransfer werden metallische Schichten in Bildform von einer Transferfolie
auf einen mit einem Kleberbild bedruckten Bedruckstoff aufgetragen. Der Kleberdruck
erfolgt in einem ersten Druckwerk in einem beliebigen Massendruckverfahren. In einem
diesem nachgeordneten Beschichtungswerk (Bogendruckwerk, Lackierwerk, Beschichtungsmodul)
wird das metallisierte Bild durch Auflegen der Transferfolie auf den Bedruckstoff
unter Druck auf die Kleberbereich übertragen. Von der Transferfolie werden dabei nur
im Bereich des Kleberbildes die notwendigen Teile der Metallschicht entnommen. So
ist auf dem Bedruckstoff ein metallisches Bild entstanden.
[0059] Wenn nach dem Kaltfolientransfer noch auf den Bedruckstoff gedruckt und danach mit
einem ferromagnetisch dotierten Lack lackiert wird, kann auch hier eine wie oben angeführt
homogen magnetisierte Platte 4 benutzt werden, um magnetisch induzierte Bildeffekte
einzubringen. Hier wird das Magnetfeld dann mittels der auf den Bedruckstoff aufgetragenen
Metallschichten so magnetisches Bild umgeformt, dass direkt in der darüber liegenden
Lackschicht L die Pigmente 2 oder Partikel abgelenkt werden und optische Effekte entsprechend
dem Metallbild hervorrufen. Damit ergänzen sich die optischen Effekte des Metallbildes
mit denen der Pigmentablenkung in der Lackschicht L auf dem Bedruckstoff B.
[0060] Nach dieser Ausführungsform wird also zur Erzeugung eines magnetisch induzierten
Bildes anstatt einer Zwischenlage 6, die nach Fig. 3 zwischen der Platte 4 und dem
die Lackschicht L tragenden Bedruckstoff B eingelegt ist, eine metallische Schicht
benutzt, die vor dem Lackauftrag auf den Bedruckstoff B unterhalb der Lackschicht
L aufgetragen worden ist.
[0061] Die Anordnungen der Figuren 1 bis 3 sind an Bogen führenden Zylindern oder Einrichtungen
mit festen zylindrischen Oberflächen vorgesehen, denen eine oder mehrere Greiferanordnungen
zugeordnet sind. Mittels Greifern werden Druckbogen gehalten und in einer Bogentransportrichtung
transportiert.
[0062] Derartige Zylinder können einerseits für die Anordnung in einem Beschichtungsmodul
für einen gleichzeitigen und dabei der Magnetisierung vorgeschalteten Auftrag der
Lackschicht L eingesetzt werden. Oder solche Zylinder sind in einem Behandlungsmodul
angeordnet, das einem die Lackschicht L erzeugenden Druckwerk oder Lackmodul direkt
nachgeordnet ist.
[0063] In Figur 4 wird das Prinzip der bildmäßigen Magnetisierung wieder als direkt ausführbares
Verfahren gezeigt, das sich aber durch eine dynamische - also nicht statisch vorliegende
- Magnetisierung auszeichnet, erweitert. Hier ist ein Bogen führender Zylinder Z zeichnerisch
angedeutet, wie er in Bogendruckmaschinen standardmäßig bekannt ist. Bogen führende
Zylinder Z in Bogendruckmaschinen sind mit festen zylindrischen Oberflächen versehen,
denen eine oder mehrere Greiferanordnungen zugeordnet sind. Dies können Gegendruckzylinder
oder Bogenführungstrommeln sein. Mittels der Greifer werden Druckbogen des zu verarbeitenden
Bedruckstoffs B auf der Zylinderoberfläche gehalten und in Bogentransportrichtung
R transportiert. Der hier angedeutete Zylinder Z ist für die Anordnung in einem Beschichtungsmodul
für den Lackauftrag oder in einem dem Beschichtungsmodul nachgeordneten Bogen führenden
Modul vorgesehen.
[0064] Die ein Magnetbild darstellende Magnetisierung wird hier vollständig mit Elektromagnete
3 erzeugt, die in Magnetisierungsköpfen 7 angeordnet sind. Die Magnetisierungsköpfe
7 sind äquidistant oberhalb der Oberfläche des Zylinders 7 in einem entsprechend dem
Bebilderungsbedarf flächendeckend angeordneten Raster über Teile oder die ganze Breite
und über Teile oder den ganzen Umfang des Zylinders Z angeordnet. Auf dem Zylinder
Z selbst kann eine magnetisierbare Unterlage als Platte 4.1 vorgesehen sein. Zwischen
der Zylinderoberfläche und den Magnetisierungsköpfen 7 wird der Bedruckstoff B mit
der auf diesem aufgelegten Lackschicht L und den darin enthaltenen Pigmenten 2 und/oder
Partikeln geführt. Zwischen in den Magnetisierungsköpfen 7 ansteuerbar wechselnden
Magnetpolen breiten sich nun viele jeweils geschlossene magnetische Feldlinien aus,
die nun direkt ohne Zwischenlage eines Bedruckstoff B die dort aufgetragene Schicht
L eines mit magnetisierbaren Pigmenten 2 und/oder Partikeln ausgestatteten Lackes
durchdringen. Die Anordnung ist auch hier so gewählt, dass die magnetischen Feldlinien
sich im Bereich der Schicht L auf dem Bedruckstoff B schließen. Durch die hier gezeigte
Magnetisierung wird in der Schicht L eine Verlagerung von magnetisierbaren Pigmenten
oder Partikeln erzeugt, die nun genau die Details zeigt, die von der magnetischen
Ansteuerung der Magnetisierungsköpfe 7 vor vorgegeben sind.
[0065] Da die Magnetisierung beim Durchlaufen des Bedruckstoffes B an einem Magnetisierungskopf
7 nur sehr kurze Zeit andauert, wird für jeden Bildbereich die entsprechende Magnetisierungswirkung
an entsprechend nachgeordneten Magnetisierungsköpfen 7 wiederholt. Ein entsprechender
Magnetisierungsimpuls wird entsprechend der Kurve 8 durch alle Magnetisierungsköpfe
7 synchron zur Bewegung des Bedruckstoffes B gesteuert.
[0066] So können in der Lackschicht L feine oder grobe optische Muster oder flächige Verlagerungen
der Pigmente 2 und/oder Partikel erzeugt werden.
[0067] Eine als magnetisierbare dünne Platte 4.1 oder Folie auf dem Zylinder Z kann die
Magnetisierungswirkung unterstützen, indem die dynamische Magnetisierung sich dort
mit abbildet und die dynamische Wirkung verstärkt.
[0068] In Fig. 4 ist die Zuordnung eines Trockners T nach der Behandlungsstation durch die
Magnetisierung dargestellt. Mit dem Trockner T kann die vorher hergestellte Verlagerung
der Pigmente 2 und/oder Partikel in der Lackschicht (L) durch schnelle Härtung der
Lackschicht (L) eingefroren werden. Damit wird er erwünschte optische Effekt in der
Lackschicht (L) festgehalten.
[0069] Eine Anordnung von Magnetisierungsköpfen 7 entsprechend Fig. 4 ist auch zum Löschen
und Wiederbeschreiben eines Magnetisierungsbildes auf einer Platte 4 geeignet, wenn
diese entsprechend der Anordnung nach Fig. 2 zur Ausbildung eines statischen Magnetisierungsbildes
verwendet wird.
[0070] Weiterhin ist denkbar, dass der optisch sichtbare oder unsichtbare Effekt in der
Lackschicht L durch eine Einwirkung des von den Magnetisierungsköpfen 7 oder eine
magnetisierbaren Platte 4 erzeugten Magnetfeldes auf magnetisch oder magnetisierbar
ausgebildete Pigmente 2 und/oder Partikel innerhalb einer Druckfarbe oder eines Lackes
erfolgt, bevor diese als Schicht L auf den Bedruckstoff B aufgetragen werden. Dann
müssen die Magnetisierungsköpfen 7 oder eine magnetisierbare Platte 4 an oder gegenüberliegend
zu einer Oberfläche eines das Beschichtungsmedium führenden Zylinders angeordnet sein.
Diese Anordnung bedingt eine sehr schnelle Härtung, da die Verlagerung der Pigmente
2 und/oder Partikel bei der Beschichtung gestört werden kann. Die Anordnung hat den
Vorteil, dass der Trockner sehr nah an der Beschichtungsposition angeordnet und damit
auch sehr schnell einwirkend positioniert ist.
[0071] Hierzu werden eine magnetisierbare Platte 4 oder eine Platte 4 mit einer Zwischenlage
6 oder eine Anordnung von Magnetisierungsköpfen 7 an oder gegenüberliegend zu einem
Formzylinder eines Hochdruck-, Flexodruck- oder Lackwerkes, an einem Gummizylinder
eines Offsetdruckwerkes oder an einem eine Druckform tragenden Druckformzylinder eines
Offsetdruckwerkes angeordnet. So kann auf dem entsprechenden Zylinder der optische
Effekt oder das Bildmuster erzeugt werden, bevor die auf dem entsprechenden Zylinder
befindliche Schicht L direkt oder indirekt auf den Bedruckstoff B appliziert wird.
[0072] Schließlich besteht noch die Möglichkeit, dass die Arbeitsposition der Magnetisierung
der Lackschicht L und des Trockners miteinander kombiniert werden. Hierbei ist sicherzustellen,
dass die Härtung erst nach der Umorientierung der Pigmente 2 und/oder Partikel in
der Lackschicht L erfolgen kann.
Bezugszeichenliste
[0073]
Magnetbild 1
Pigmenten 2
Permanent- oder Elektromagnet 3
magnetisierbare Platte 4
magnetisierte Platte 4.1
magnetische Feldlinien 5
magnetische Feldlinien 5.1
Zwischenlage 6
Magnetisierungskopf 7
Lackschicht L
Nordpol N
Südpol S.
Bedruckstoff B
Zylinder Z
Transportrichtung R
1. Verfahren zur Erzeugung eines optisch sichtbaren oder unsichtbaren Effektes oder Musters
in einer Beschichtung (L), die magnetische und / oder magnetisierbare Pigmente (2)
und/oder Partikel in annähernd gleichmäßiger Verteilung enthält, und die mit einer
Rotationsdruckmaschine mit einem Hochdruck-, Tiefdruck- oder Offsetdruckwerk auf einen
Bedruckstoff (B) appliziert wurde, wobei der optisch sichtbare oder unsichtbare Effekt
oder das Muster durch eine Einwirkung eines Magnetfeldes auf die magnetischen oder
magnetisierbaren Pigmente (2) und/oder Partikel in der Beschichtung (L), die auf den
Bedruckstoff (B) appliziert wurde und dort in einem weitgehend ungetrockneten oder
ungehärteten Zustand vorliegt, während des Maschinendurchlaufes erzielt wird und dass
das Muster bzw. der Effekt nach der Einwirkung des Magnetfeldes in der Beschichtung
durch eine Trocknung oder Bestrahlung fixiert wird gekennzeichnet dadurch, dass das Magnetfeld durch mindestens ein variabel magnetisierbares Element (3; 6; 7) erzeugt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass mindestens ein magnetisierbares Element auf einen einfach- oder doppeltgroßen Bogen
führenden Zylinder (Z), wie einen Bogenführungs-, Transfer- oder Gegendruckzylinder
eines Druckwerkes oder Lackwerkes oder Bogenführungsmoduls montiert wird, derart dass
die von dem magnetisierbaren Element ausgehende Magnetkraft während des Transportes
eines beschichteten Bedruckstoffes (B) durch den Bedruckstoff (B) hindurch auf die
Beschichtung (L) einwirkt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass mindestens ein magnetisierbares Element auf einem einfachgroßen oder doppeltgroßen
Zylinder (Z), wie einem Bogenführungs-, Transfer- oder Gegendruckzylinder eines Druckwerkes
oder Lackwerkes oder Bogenführungsmoduls mittels oder auf einer homogen magnetisierten
Platte (4), die auf dem Zylinder (Z) gespannt ist, montiert wird, derart dass die
von dem magnetisierbaren Element ausgehende Magnetkraft während des Transportes eines
beschichteten Bedruckstoffes (B) durch den Bedruckstoff (B) hindurch auf die Beschichtung
(L) einwirkt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass eine bildmäßige Metallschicht nach der Methode des Kaltfolientransfers auf einen
Bedruckstoff (B) aufgebracht wird, dass auf den Bedruckstoff (B) mit der bildmäßigen
Metallschicht und wahlweise weiteren Farbschichten eine Lackschicht (L) mit magnetisierbaren
Pigmenten (2) und/oder Partikeln aufgetragen wird, und dass mindestens ein magnetisierbares
Element auf einen einfachgroßen oder doppeltgroßen Bogen führenden Zylinder (Z), wie
einen Bogenführungs-, Transfer- oder Gegendruckzylinder eines Druckwerkes oder Lackwerkes
oder Bogenführungsmoduls montiert wird, derart dass die von dem magnetisierbaren Element
ausgehende Magnetkraft während des Transportes eines beschichteten Bedruckstoffes
(B) durch den Bedruckstoff (B) hindurch unter Rückwirkung der bildmäßigen Metallschicht
auf die Beschichtung (L) einwirkt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet dadurch,
dass in einem ersten Druckwerk oder Beschichtungsmodul einer Bogendruckmaschine ein Kleberbild
auf einen Bedruckstoff (B) aufgetragen wird,
dass in einem zweiten Druckwerk oder Beschichtungsmodul die bildmäßige Metallschicht mittels
Druckeinwirkung von einer Transferfolie auf den Bedruckstoff (B) aufgebracht wird,
dass in weiteren Druckwerken auf den Bedruckstoff (B) mit der bildmäßigen Metallschicht
wahlweise weitere Farbschichten aufgetragen werden,
dass in wenigstens einem Lackwerk eine Lackschicht (L) mit magnetisierbaren Pigmenten
(2) und/oder Partikeln auf den Bedruckstoff (B) aufgetragen wird, und dass der Bedruckstoff
auf ein magnetisierbares Element auf Bogen führenden Zylinder (Z) aufgelegt wird,
derart dass die von dem magnetisierbaren Element ausgehende Magnetkraft während des
Transportes durch den Bedruckstoff (B) hindurch unter Rückwirkung der bildmäßigen
Metallschicht auf die Beschichtung (L) einwirkt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch,
dass auf den Bedruckstoff (B), der wahlweise mit einer bildmäßigen Beschichtung versehen
ist, eine Lackschicht (L) mit magnetisierbaren Pigmenten (2) und/oder Partikeln aufgetragen
wird, und dass der Bedruckstoff (B) an einem Bogen führenden Zylinder (Z) in den Bereich
mindestens eines steuerbar magnetisierbaren Elementes geführt wird, derart dass die
von dem magnetisierbaren Element gesteuert ausgehende Magnetkraft während des Transportes
des beschichteten Bedruckstoffes (B) direkt auf die auf dem Bedruckstoff (B) aufliegende
Beschichtung (L) einwirkt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, gekennzeichnet dadurch,
dass mindestens ein weiteres passiv magnetisierbares Element auf den Bogen führenden Zylinder
(Z), wie einen einfachgroßen oder doppeltgroßen Bogenführungs-, Transfer- oder Gegendruckzylinder
eines Druckwerkes oder Lackwerkes gespannt ist, montiert wird, so dass die von dem
steuerbar magnetisierbaren Elemente ausgehende Magnetkraft durch den Bedruckstoff
und die Beschichtung (L) hindurch auf das passiv magnetisierbare Element einwirkt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch,
dass der optisch sichtbare oder unsichtbare Effekt durch eine Einwirkung eines Magnetfeldes
auf die magnetischen und/oder magnetisierbaren Pigmente (2) und/oder Partikel in der
Druckfarbe oder dem Lack erfolgt, bevor die Schicht (L) auf den Bedruckstoff (B) appliziert
wird und dass das magnetisierbare Element (4, 6, 7) auf einem das Beschichtungsmedium
führenden Zylinder oder diesem Zylinder zugeordnet angeordnet ist,
wobei das magnetisierbare Element am Formzylinder eines Hochdruck-, Flexodruck- oder
Lackwerkes, am Gummizylinder eines Offsetdruckwerkes oder am eine Druckform tragenden
Druckformzylinder eines Offsetdruckwerkes wirkt und auf diesem der Effekt oder das
Muster erzeugt wird, bevor die auf dem Druckformzylinder befindliche Schicht direkt
oder indirekt auf den Bedruckstoff appliziert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, gekennzeichnet dadurch,
dass das Muster eine visuelle oder durch ein geeignetes Lesegerät erkennbare Information
trägt, die als Bild oder Muster oder Logo oder Barcode oder Text, bestehend aus Buchstaben
und / oder Zahlen, ausgebildet ist.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß Anspruch 1, in einer Bogen verarbeitenden
Druckmaschine mit einem oder mehreren Druckwerken, mit Gegendruckzylinder, Gummizylinder
und Plattenzylinder, und wenigstens einem Lackmodul mit Gegendruckzylinder und Formzylinder,
gekennzeichnet dadurch,
dass mindestens ein magnetisierbares Element in Form einer Platte (4) oder Folie mit einer
gezielt aufgebrachten ein Muster repräsentierenden Magnetisierung oder zur Aufbringung
einer ein Muster repräsentierenden Magnetisierung auf einen Bogen führenden Zylinder
(Z), der ein Gegendruckzylinder oder Gummizylinder oder Plattenzylinder eines Druckwerkes
oder ein Gegendruckzylinder oder Formzylinder eines Lackmoduls ist, angeordnet ist,
wobei die Magnetisierung der Platte (4) auf den zu beschichtenden Bedruckstoff (B)
derart einwirkt, dass eine mit magnetischen oder magnetisierbaren Pigmenten (2) und/oder
Partikeln versehene Schicht (L) einer Beschichtungssubstanz auf dem Bedruckstoff (B)
gemäß der das Muster repräsentierenden Magnetisierung der Platte (4) beeinflusst wird..
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, gekennzeichnet dadurch,
dass die magnetisierbare Platte (4) eine außerhalb der Druckmaschine bildhaft magnetisierte
Magnetfolie ist oder dass die magnetisierbare Platte (4) eine mittels einer Magnetisierungseinrichtung
innerhalb der Druckmaschine bildhaft magnetisierte Magnetfolie ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, gekennzeichnet dadurch,
dass die magnetisierbare Platte (4) eine homogen magnetisierte Magnetfolie ist, dass eine
Zwischenlage (6) auf der Platte (4) angebracht ist, auf die der Bedruckstoff (B) auflegbar
ist, und dass die Zwischenlage (4) in der Art eines Beschichtungsbildes oder -musters
ausgeprägt ist, wobei mittel der Zwischenlage (6) die Magnetisierungswirkung der magnetisierbaren
Platte (4) beeinflusst wird.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, gekennzeichnet dadurch,
dass die Zwischenlage (6) ein magnetisierbares Element ist, das unter Magnetwirkung auf
der Platte (4) haftet oder dass eine Zwischenlage (6) aus einem nicht ferromagnetischen
Material auf der Platte (4) mittels Verklebung lösbar haftend befestigt wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 10, gekennzeichnet dadurch,
dass mindestens ein aktiv steuerbare magnetisierbares Element zum Erzeugen einer ein Muster
repräsentierenden Magnetisierung einem Bogen führenden Zylinder (Z), der ein Gegendruckzylinder
oder Gummizylinder oder Plattenzylinder eines Druckwerkes oder ein Gegendruckzylinder
oder Formzylinder eines Lackmoduls ist, zugeordnet ist, wobei die Magnetisierung auf
den zu beschichtenden Bedruckstoff (B) derart einwirkt, dass eine mit magnetischen
oder magnetisierbaren Pigmenten (2) und/oder Partikeln versehene Schicht (L) einer
Beschichtungssubstanz auf dem Bedruckstoff (B) gemäß der gesteuerten das Muster repräsentierenden
Magnetisierung direkt beeinflusst wird..
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, gekennzeichnet dadurch,
dass dem Zylinder (Z) ein oder mehrere Magnetisierungsköpfe (7) des Bogen führender Oberfläche
gegenüberliegend zugeordnet sind, wobei die Magnetisierungsköpfe (7) vorzugsweise
rasterförmig über die Breite und den Umfang entsprechend der zur magnetisierenden
Fläche angeordnet und mit einer Steuerung versehen sind, derart dass sie synchron
zur Bewegung des Bedruckstoffs am Zylinder (Z) in einer Bogentransportrichtung ( R
)ansteuerbar sind.