[0001] Die Erfindung betrifft einen Raumschallabsorber zur Positionierung vor einer schallharten
Schallreflexionsfläche eines Gebäudes oder eines Einrichtungsgegenstandes, mit einer
schallweichen Dämmstoffplatte aus einem porösen Hart- oder Weichschaum zur Absorption
von Schallwellen. Der Raumschallabsorber ist zur Schalldämpfung vorzugsweise in Räumen
vorgesehen. Unter Schalldämpfung wird in diesem Zusammenhang eine Behinderung der
Schallausbreitung durch Absorption von Luftschall verstanden.
[0002] Um Geräusche oder Lärm in Räumen zu verringern, werden in der Regel passive Lärmschutzeinrichtungen
eingesetzt. Die auf die Lärmschutzeinrichtung auftreffende Schallenergie wird dort
zum Teil reflektiert, zum Teil transmittiert und zum Teil dissipatiert, d.h. in Wärme
umgewandelt. Die Summe aus transmittiertem und dissipatiertem Anteil entspricht der
von der Lärmschutzeinrichtung absorbierten Schallenergie.
[0003] Als passive Lärmschutzeinrichtungen, durch die raumakustische Eigenschaften eines
Raumes verändert werden, sind Absorber und Resonatoren bekannt. Durch eine geschickte
Anordnung der Lärmschutzeinrichtungen kann der Geräusch- oder Lärmpegel gezielt reduziert
werden. Dazu können auch Kombinationen der beiden vorstehend genannten Systeme eingesetzt
werden.
[0004] Als Absorber werden Einrichtungen bezeichnet, die außen eine offenporige Oberfläche
und innen eine Art Zellstruktur aufweisen. Die Wirkung von porösen Absorbern beruht
darauf, dass die auftreffenden Schallwellen in die Poren und Kanäle des Absorbers
eindringen und die Luft in den Poren schwingen lassen. Reibung und Strömungswiderstand
in den Poren führt zu einer Umwandlung der Schallenergie in Wärme.
[0005] Bei Resonatoren differenziert man zwischen Plattenresonatoren und Helmholtzresonatoren.
Als Plattenresonator bezeichnet man eine biegeweiche Platte oder gespannte Folie,
die mit Abstand beispielsweise vor einer schallharten Wand angeordnet ist. Ein Plattenresonator
ist ein selektives Feder-Masse-System, das durch die auftreffenden Schallwellen zur
Schwingung angeregt wird. Die Wirkung des Plattenresonators ist schmalbandig und beruht
darauf, dass beim Schwingen erhöhte innere Verluste auftreten. Als Helmholtzresonator
bezeichnet man einen Plattenresonator, bei dem die Platte oder Folie perforiert ist.
Er ist, wie der Plattenresonator, ein selektives Feder-Masse-System. Der Luftpfropfen
in den Löchern wird durch die auftreffenden Schallwellen zum Mitschwingen angeregt.
Das dahinter liegende Luftvolumen wirkt in dem Feder-Masse-System als Feder. Wie beim
Plattenresonator ist die Wirkung des Helmholtzresonators im Resonanzfall am größten.
[0006] Die
DE 20 2004 009 370 U1 offenbart einen plattenförmigen modularen Schallabsorber, bestehend aus einem umlaufenden
Rahmen und aus Schallschluckelementen, die in den Rahmen eingebaut sind und eine Frontplatte
oder Frontfüllung auf einer Flachseite des Schallabsorbers umfassen. Zur Schallabsorption
werden vorwiegend poröse Absorbermaterialen in Plattenform eingesetzt, beispielsweise
Glaswolle, Mineralwolle oder offenporige Schäume. Bereits dünne Platten führen zu
einer hohen Absorption der einfallenden Schallwellen, sofern die Plattendicke in etwa
einem Achtel bis einem Viertel der Wellenlänge der Schallwellen entspricht. Solche
Absorberplatten sind breitbandig, wobei der wirksame Absorptionsgrad bei einer bestimmten
Dicke der Absorberplatte von der Frequenz der auftreffenden Schallwellen abhängig
ist. Eine hohe absorbierte Schallenergie wird bei einer Frequenz der Schallwellen
von 2000 Hz bereits mit einer typischen Plattenstärke von zwei bis vier Zentimetern
erreicht. Die Schallabsorption mit homogenen porösen Absorbern ist für tiefe Frequenzen
auf entsprechend dicke Platten angewiesen. So wird für eine wirkungsvolle Schalldämpfung
von Schallwellen mit einer Frequenz von beispielsweise 200 Hz, die einer Wellenlänge
von etwa 1,7 m entspricht, eine Plattendicke zwischen 20 und 40 Zentimetern benötigt,
wofür in der Praxis die Raumtiefe des Rahmens ungeeignet ist.
[0007] Um mit kleinen Bautiefen dennoch breitbandig und vor allem auch tiefe Frequenzen
absorbieren zu können, wird in der
DE 40 27 511 C1 vorgeschlagen, einen hybriden Schallabsorber bereitzustellen, der neben einem konventionellen,
passiven Absorber ein elektronisches System umfasst, mit dem der Schall gedämpft werden
kann. Es wird also ein technisch hoher Aufwand betrieben, der außerdem eine Stromversorgung
erfordert.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen breitbandigen Raumschallabsorber
vorzuschlagen, der bei geringer Tiefe Schallwellen im Frequenzbereich zwischen etwa
200 und 5000 Hz wirkungsvoll dämpft. Der Raumschallabsorber soll wirtschaftlich herstellbar
und universell einsetzbar sein.
[0009] Der erfindungsgemäße Raumschallabsorber weist eine schallweiche Dämmstoffplatte aus
einem porösen Hart- oder Weichschaum und einen weiteren an eine Flachseite der Dämmstoffplatte
angrenzenden Schalldämpfbereich zur Absorption von Schallwellen auf. Der Schalldämpfbereich
weist gegenüber der Dämmstoffplatte eine unterschiedliche Schallausbreitungsgeschwindigkeit,
eine unterschiedliche Dichte und/oder einen unterschiedlichen Widerstand für Schallwellen
(Impedanz) auf. Er kann Schallwellen, die von der Dämmstoffplatte aufgrund der Frequenz
kaum gedämpft werden, wirkungsvoll absorbieren und/oder Schallwellen, die von der
Dämmstoffplatte ebenfalls absorbiert werden, schon vor der Dämmstoffplatte dämpfen.
Die Kombination der schallweichen Dämmstoffplatte mit dem Schalldämpfbereich vergrößert
den Frequenzbereich, in dem der Raumschallabsorber Schall absorbiert.
[0010] Der vorgeschlagene Raumschallabsorber mit der schallweichen Dämmstoffplatte und dem
daran angrenzenden Schalldämpfbereich ist zur Positionierung vor einer schallharten
Schallreflexionsfläche eines Gebäudes oder eines Einrichtungsgegenstandes vorgesehen.
Als schallhart wird ein Objekt mit einer hohen Impedanz bezeichnet, das wenig Schallenergie
absorbiert, mit schallweich ein Objekt mit einer niedrigen Impedanz, das viel Schallenergie
absorbiert. Unter Impedanz werden alle Widerstände zusammengefasst, die der Ausbreitung
von Schwingungen an oder in einem solchen Objekt entgegenwirken.
[0011] Der Raumschallabsorber wird üblicherweise in Räumen eingesetzt, in denen aufgrund
der dort vorgesehenen Einrichtungsgegenstände und der sonstigen Raumausstattung nur
eine geringe Schallabsorption erfolgt. Dies ist beispielsweise in Räumen der Fall,
in denen keine Teppichböden oder Gardinen vorgesehen sind und die daher im wesentlichen
von schallharten glatten Oberflächen des Bodens, der Decke bzw. der Wände sowie der
Einrichtungsgegenstände geprägt sind. Ein oder mehrere derartige Raumschallabsorber,
die in optisch ansprechender Weise ausgebildet sein können, können in Wandbereichen,
Deckenbereichen oder frei im Raum installiert oder aufgestellt. Sie halten in Räumen
mit einer oder mehreren schallharten Schallreflexionsflächen eine Lärmbelästigung
auf einem niedrigen oder jedenfalls annehmbaren Niveau, indem sie einen erheblichen
Teil der auftretenden Schallwellen absorbieren und somit zu einer Reduktion der Lärmbelastung
führen.
[0012] Vorzugsweise ist der Schalldämpfbereich von einer Weichfaserplatte gebildet, die
eine typische Dicke von etwa 3 mm aufweist. Die Weichfaserplatte ist üblicherweise
eine weiche, insbesondere schallweiche, meist leicht poröse Materialplatte aus mit
unterschiedlichen Bindemitteln, wie beispielsweise Kunststoff oder Naturharz oder
Leim gebundenen Fasern. Als Fasern können beispielsweise Pflanzenfasern oder Kunststofffasern
verwendet werden. Bevorzugt wird eine Weichfaserplatte verwendet, die aus oder mit
Holzfasern hergestellt ist. Derartige Weichfaserplatten werden Holzfaserdämmplatten
genannt und gelegentlich auch als Holzweichfaserplatten oder Weichholzfaserplatten
bezeichnet. Es hat sich als günstig erwiesen, wenn die Weichfaserplatte vollflächig
an der Dämmstoffplatte anliegt. Auf diese Weise kann die Schallenergie von Schallwellen,
die die Dämmstoffplatte auf der der Schallreflexionsfläche abgewandten Flachseite
beaufschlagen, von der Dämmstoffplatte direkt auf die Weichfaserplatte übertragen
werden. Die Weichfaserplatte wird damit zum Schwingen angeregt. Sie wirkt als Tieffilter
für Schallfrequenzen von 60 Hz und darunter.
[0013] Die Dämmstoffplatte ist vorzugsweise aus einem Polyurethanmaterial geschäumt. Sie
kann offene und/oder geschlossene Poren bzw. Zellen aufweisen, hart oder weich und
auch mit einer Beschichtung versehen sein. Sie dämpft Schallwellen mit einer Frequenz
ab etwa 60 bis 250 Hz gering und absorbiert die Schallenergie von Schallwellen mit
einer Frequenz von etwa 250 Hz bis 5000 Hz nahezu vollständig.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Schalldämpfbereich von
einem Gaspolster gebildet, das beispielsweise eine Folie als Begrenzung aufweist,
die mit Abstand zu der Dämmstoffplatte angeordnet ist. Das Gaspolster ist vorteilhafterweise
auf einer der Schallreflexionsfläche abgewandten Flachseite der Dämmstoffplatte angeordnet.
Der erfindungsgemäße Raumschallabsorber kann neben der Dämmstoffplatte aus einem porösen
Hart- oder Weichschaum, die einen Schalldämpfbereich des Raumschallabsorbers bildet,
das Gaspolster bzw. die Weichfaserplatte für sich allein als weiteren Schalldämpfbereich
aufweisen oder das Gaspolster und die Weichfaserplatte auf unterschiedlichen Flachseiten
der Dämmstoffplatte als zwei weitere an die Dämmstoffplatte angrenzende Schalldämpfbereiche.
Die das Gaspolster begrenzende Folie ist dünn und gespannt. Sie ist vorzugsweise geschlossen,
so dass sich die Schallwellen nicht ungehindert durch die Folie ausbreiten können.
Die Folie verstärkt die Absorption der Schallwellen durch den Raumschallabsorber in
einem Frequenzbereich unterhalb von etwa 200 Hz deutlich bis hin zu etwa 8 %.
[0015] Das zwischen der Dämmstoffplatte und der Folie eingeschlossene Luftpolster bildet
einen Folienabsorber. Er ist ein Masse-Feder-System mit geringer Bautiefe, der wie
ein Plattenresonator wirkt. Die Folie bildet die Masse, die aufgrund ihrer Spannung
ein hohes Trägheitsmoment aufweist, und das Luftpolster die Feder. Die Wirkung eines
Folienabsorbers ist schmalbandig, d.h. er absorbiert in unmittelbarer Nähe einer Resonanzfrequenz.
Die Resonanzfrequenz hängt im wesentlichen von der Größe, der Dicke, der Schalldurchlässigkeit
und der Art einer Wandeinspannung (starr oder beweglich) der Folie ab. Damit ist die
Resonanzfrequenz, bei der ein solcher Folienabsorber zu maximalen Biegeschwingungen
angeregt wird, in Grenzen frei wählbar. Er absorbiert am meisten Schallenergie, wenn
er gegenphasig zu den Schallwellen schwingt.
[0016] Bei einer günstigen Ausführungsform der Erfindung ist die Dämmstoffplatte und/oder
der Schalldämpfbereich in einem schallharten Rahmen aufgenommen. Der Rahmen sollte
möglichst starr ausgebildet und damit nur bedingt schwingfähig sein. Für den Rahmen
kann beispielsweise Kunststoff, Metall oder ein ähnliches festes Material verwendet
werden. Vorzugsweise ist der Rahmen aus Massivholz. Der Rahmen ist so konstruiert,
dass er wahlweise ein oder mehrere verschiedenartige Schalldämpfbereiche aufnehmen
kann. Durch eine mehrschichtige Anordnung von verschiedenen Schalldämpfbereichen,
von denen einer die geschäumte schallweiche Dämmstoffplatte sein kann, lassen sich
akustisch sehr breitbandig absorbierende Raumschallabsorber verwirklichen.
[0017] Vorzugsweise weist bei einer Variante des erfindungsgemäßen Raumschallabsorbers die
Dämmstoffplatte und der daran angrenzende Schalldämpfbereich eine Abdeckung aus einem
Akustikvlies auf. Anstelle des Vlieses kann auch ein Gewebe vorgesehen sein. Das Akustikvlies
ist dünn, bedingt schalldurchlässig und überdeckt die Dämmstoffplatte bzw. den Schalldämpfbereich
vollflächig. Es ist vorzugsweise gespannt an dem Rahmen befestigt und kann diesen
auf einer Außenseite ganz oder teilweise übergreifen. Unabhängig vom Vorhandensein
eines Akustikvlies auf der Vorderseite des Raumschallabsorbers kann bei Ausführungsformen
der Erfindung ein Akustikvlies auf der Rückseite und/oder am Umfang des Raumschallabsorbers
vorgesehen sein. Insbesondere bei einer Abstandsmontage des Raumschallabsorbers beispielsweise
vor einer Wand oder unter einer Decke absorbiert ein Akustikvlies auf der Rückseite
des Raumschallabsorbers den Schall wirksam.
[0018] Idealerweise ist das Akustikvlies mit Abstand zu der Dämmstoffplatte und/oder den
mindestens einen Schalldämpfbereich angeordnet und schließt eine Luftschicht zwischen
sich und der Dämmstoffplatte bzw. dem Schalldämpfbereich ein. Das Akustikvlies bildet
mit der Luftschicht einen weiteren Schalldämpfbereich, der nach Art eines Platten-
bzw. Folienabsorbers wirkt. Der so gebildete schallschluckende Schalldämpfbereich
absorbiert im mittleren bis hohen Frequenzbereich ab etwa 300 bis 400 Hz bis hin zu
etwa 4000 Hz.
[0019] Der Rahmen des erfindungsgemäßen Raumschallabsorbers kann an einer der Schallreflexionsfläche
zugeordneten Rückseite Abstandshalter aufweisen, die verhindern, dass der Raumschallabsorber
bei seiner Befestigung an einer schallharten Schallreflexionsfläche anliegt. Durch
einen so sichergestellten Luftspalt zwischen der Schallreflexionsfläche und dem Raumschallabsorber
können reflektierte Schallwellen die Dämmstoffplatte und/oder einen der Schallreflexionsflächen
zugeordneten Schalldämpfbereich auf der zu der schallharten Schallreflexionsfläche
weisenden Rückseite des Raumschallabsorbers beaufschlagen. Die zusätzliche Angriffsfläche
bzw. Absorptionsfläche für die Schallwellen bewirkt eine Verringerung der reflektierten
Schallanteile und führt zu einer Schallpegelminderung in einem mit dem Raumschallabsorber
ausgestatteten Raum. Dabei werden insbesondere tiefe Frequenzen gedämpft. Die Veränderung
des Abstandes der Schalldämmplatte und der Weichfaserplatte zu der Schallreflexionsfläche
bringt generell eine Verschiebung des Absorptionsvermögens des erfindungsgemäßen Raumschallabsorbers
mit sich. Bereits ein Abstand von 10 mm zwischen dem Raumschallabsorber und der Schallreflexionsfläche
genügt, um diesen Effekt hervorzurufen.
[0020] Für ein ansprechendes optisches Design kann an dem Rahmen des Raumschallabsorbers
an einer der Rückseite gegenüberliegenden Vorderseite ein Abdeckrahmen mit Textil-
oder sonstigem Bezug zum Abdecken der Dämmstoffplatte, und/oder des Akustikvlieses
befestigt sein. Der Textilbezug ist schalldurchlässig. Er kann beliebig bedruckt sein,
solange die Schalldurchlässigkeit des Textilbezuges nur unwesentlich beeinflusst wird.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
des Ausführungsbeispiels der Erfindung in Verbindung mit den Ansprüchen und der beigefügten
Zeichnung. Die einzelnen Merkmale der Erfindung können für sich allein oder zu mehreren
bei unterschiedlichen Ausführungsformen der Erfindung verwirklicht sein.
[0022] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt einen erfindungsgemäßen Raumschallabsorber
1 zur Positionierung vor einer schallharten Schallreflexionsfläche 2 eines in der
Zeichnung nicht dargestellten Gebäudes oder Einrichtungsgegenstandes in einer Schnittdarstellung.
[0023] Der Raumschallabsorber 1 ist in Ansicht rechteckig und er ist eben. Er weist eine
flache Bauform auf, bei der die typische Tiefe etwa 40 bis 50 mm entspricht. Die Flächenausdehnung
kann beliebig sein und kann problemlos an die Größe der Schallreflexionsfläche 2 angepasst
werden. Der Raumschallabsorber 1 kann sowohl an Decken als auch an Wänden oder Böden
eingesetzt werden. Abhängig von der Größe des Raumschallabsorbers 1 und der zugeordneten
Schallreflexionsfläche 2 können vor der Schallreflexionsfläche 2 ein oder mehrere
Raumschallabsorber 1 angeordnet werden. Es ist zweckmäßig, anstelle eines einzigen
großen Raumschallabsorbers 1 mehrere einzelne kleinere Raumschallabsorber 1 vor der
schallharten Schallreflexionsfläche 2 in größerem Abstand zueinander anzuordnen, da
auf diese Weise ein höherer Absorptionsgrad als bei dicht aneinander gefügten, eine
nahezu zusammenhängende Fläche bildenden Raumschallabsorbern 1 erreicht wird.
[0024] Der Raumschallabsorber 1 weist einen schallharten Rahmen 3 aus Holz auf, in dem eine
schallweiche Dämmstoffplatte 4 aus einem PU-Weichschaum als zentraler Schalldämpfbereich
5 aufgenommen ist. An die Dämmstoffplatte 4 grenzen ohne Abstand zwei weitere Schalldämpfbereiche
5' in Form einer Weichfaserplatte 6 und eines Luftpolsters 7 an. Die Weichfaserplatte
6 ist an einer der Schallreflexionsfläche 2 zugeordneten Flachseite 8 und das Luftpolster
7 an einer der Flachseite 8 gegenüberliegenden Flachseite 8' der Dämmstoffplatte 4
angeordnet. Das Luftpolster ist zwischen einer geschlossenen Folie 9, die mit Abstand
zu der Dämmstoffplatte 4 angeordnet ist, der Dämmstoffplatte 4 und dem Rahmen 3 eingeschlossen.
Die schallweiche Dämmstoffplatte 4, die eine Dicke von etwa 2 - 3 cm aufweist, liegt
an der etwas schallhärteren Weichfaserplatte 6 an, die nur eine Dicke von einigen
Millimetern aufweist.
[0025] Die Schalldämpfbereiche 5, 5' des Raumschallabsorbers 1 sind zur Absorption von Schallwellen
ausgebildet und dämpfen die Schallwellen in ihrer Amplitude. Die Weichfaserplatte
6 und das Gaspolster 7, die an die geschäumte Dämmstoffplatte 4 an Flachseiten 8,
8' angrenzen, weisen gegenüber der Dämmstoffplatte 4 eine unterschiedliche Schallausbreitungsgeschwindigkeit,
eine unterschiedliche Dichte bzw. einen unterschiedlichen Widerstand für Schallwellen
auf. Das Luftpolster 7, die Dämmstoffplatte 4 und die Weichfaserplatte 6 absorbieren
unterschiedliche Frequenzen der Schallwellen.
[0026] Der Raumschallabsorber 1 weist eine beschränkt schalldurchlässige Abdeckung 10 aus
einem Akustikvlies 10 auf, die die Dämmstoffplatte 4, die Weichfaserplatte 6, das
Luftpolster 7 sowie den Rahmen 3 einhüllt. Das Akustikvlies 10 ist mit oder ohne Abstand
zu der Weichfaserplatte 6 und mit Abstand zum Luftpolster 7, d.h. mit Abstand zur
Folie 9 angeordnet. Es schließt gegebenenfalls eine erste Luftschicht 11 zwischen
sich, dem Rahmen 3 und der Weichfaserplatte 6 und eine zweite Luftschicht 11' zwischen
sich, dem Rahmen 3 und der Folie 9 des Luftpolsters 7 ein. Das Akustikvlies 10 bildet
mit den beiden Luftschichten 11, 11' weitere Schalldämpfbereiche 5" des Raumschallabsorbers
1.
[0027] Der erfindungsgemäße Raumschallabsorber ist breitbandig ausgelegt. Er dämpft Schallwellen
mit Frequenzen zwischen etwa 20 und 5000 Hz wirkungsvoll. Die verschiedenen Schalldämpfbereiche
5 bis 5" absorbieren teilweise unterschiedliche Frequenzbänder. Falls Schallwellen
bestimmter Frequenzen nicht auftreten oder nicht gedämpft werden sollen, kann generell
auf eine oder mehrere der entsprechenden Schalldämpfbereiche 5 bis 5" des erfindungsgemäßen
Raumschallabsorbers 1 verzichtet werden. Abhängig von dem zu dämpfenden Frequenzbereich
der Schallwellen können die Dämmplatte 4, die Weichfaserplatte 6, die das Luftpolster
7 begrenzende Folie 9 bzw. das Akustikvlies 10 entfallen.
[0028] Der Rahmen 3 weist an einer der Schallreflexionsfläche 2 zugeordneten Rückseite 12
mehrere Abstandshalter 13 auf, die einen Luftspalt 14 zwischen dem Raumschallabsorber
1 und der Schallreflexionsfläche 2 sicher stellen. Damit wird erreicht, dass Schallwellen
den Raumschallabsorber 1 von einer der Schallreflexionsfläche 2 abgewandten wie auch
zugewandten Seite her beaufschlagen können.
[0029] Für eine ansprechende Optik weist der Raumschallabsorber 1 einen Textilbezug 15 auf,
der mit einem Abdeckrahmen 16 verbunden ist. Der Abdeckrahmen 16 mit dem Textilbezug
15 ist an einer der Rückseite 12 gegenüberliegenden Vorderseite 17 des Rahmens 3 befestigt.
Er kann von dem Rahmen 3 lösbar ausgebildet sein. Der Textilbezug 15 deckt die Dämmstoffplatte
4, die Weichstofffaserplatte 6, die Folie 9 und das Akustikvlies 10 ab. Er kann eingefärbt
oder bedruckt sein.
1. Raumschallabsorber (1) zur Positionierung vor einer schallharten Schallreflexionsfläche
(2) eines Gebäudes oder eines Einrichtungsgegenstandes, mit einer schallweichen Dämmstoffplatte
(4) aus einem porösen Hart- oder Weichschaum zur Absorption von Schallwellen, dadurch gekennzeichnet, dass ein an die Dämmstoffplatte (4) an einer Flachseite (8, 8') angrenzender Schalldämpfbereich
(5') eine gegenüber der Dämmstoffplatte (4) unterschiedliche Schallausbreitungsgeschwindigkeit,
unterschiedliche Dichte und/oder unterschiedlichen Widerstand für Schallwellen (Impedanz)
aufweist.
2. Raumschallabsorber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schalldämpfbereich (5') eine Weichfaserplatte (6) aufweist.
3. Raumschallabsorber nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichfaserplatte (6) auf einer der Schallreflexionsfläche (2) zugeordneten Flachseite
(8) der Dämmstoffplatte (4) angeordnet ist.
4. Raumschallabsorber nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichfaserplatte (6) an der Dämmstoffplatte (4) vollflächig anliegt.
5. Raumschallabsorber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schalldämpfbereich (5') ein Luftpolster (7) aufweist.
6. Raumschallabsorber nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftpolster (7) eine Folie (9) als Begrenzung aufweist, die mit Abstand zu der
Dämmstoffplatte (4) angeordnet ist.
7. Raumschallabsorber nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (9) geschlossen ist.
8. Raumschallabsorber nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftpolster (7) auf einer der Schallreflexionsfläche (2) abgewandten Flachseite
(8') der Dämmstoffplatte (4) angeordnet ist.
9. Raumschallabsorber nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmstoffplatte (4) und/oder der Schalldämpfbereich (5') in einem schallharten
Rahmen (3) aufgenommen ist.
10. Raumschallabsorber nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmstoffplatte (4) und der daran angrenzende Schalldämpfbereich (5') eine Abdeckung
(10) aus einem Akustikvlies aufweist.
11. Raumschallabsorber nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Akustikvlies (10) mit Abstand zu der Dämmstoffplatte (4) und/oder dem Schalldämpfbereich
(5') angeordnet ist.
12. Raumschallabsorber nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Raumschallabsorber (1) ein Akustikvlies (10) auf einer der Schallreflexionsfläche
(2) zugeordneten Rückseite (12) aufweist.
13. Raumschallabsorber nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Raumschallabsorber (1) ein Akustikvlies (10) außen an seinem Umfang aufweist.
14. Raumschallabsorber nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Raumschallabsorber (1) Abstandshalter (13) an einer der Schallreflexionsfläche
(2) zugeordneten Rückseite (12) aufweist.
15. Raumschallabsorber nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Rahmen (3) an einer der Rückseite (12) gegenüberliegenden Vorderseite (17)
ein Abdeckrahmen (16) mit Textilbezug (15) zum Abdecken der Dämmstoffplatte (4) und/oder
des Schalldämpfbereiches (5') und/oder des Akustikvlieses (10) befestigt ist.