[0001] Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs, insbesondere zur Steuerung
einer Empfangseinheit für ein schlüsselloses Zugangskontrollsystem.
[0002] Derartige Betätigungseinrichtungen werden in Fahrzeugen dazu verwendet, um eine Empfangseinheit
zur schlüssellosen Zugangskontrolle dahingehend zu steuern, dass ein Türschloss durch
den Nutzer ver- oder entriegelt werden kann.
[0003] Die
DE 196 33 894 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Betätigung eines in einer Tür eingebauten Schlosses,
insbesondere bei einem Fahrzeug mit einem auf der Türaußenseite angeordneten, manuell
betätigbaren Griff, der zur Steuerung des Schlosses dient. An dem Griff befindet sich
ein Ansatz, der eine Öffnung in der Tür durchsetzt und auf der Türinnenseite herausragt.
Im Innern des Griffs befinden sich elektrische Bauteile zur Steuerung des Schlosses,
die als Mikroschalter ausgebildet sein können, wobei ein elektrisches Kupplungsteil
einer zweiteiligen elektrischen Steckverbindung am Ansatz des Griffs angeordnet ist
und über im Griff verlaufende Anschlussleitungen mit den elektrischen Bauteilen im
Griffinnern verbunden ist.
[0004] Als Nachteil ist zu nennen, dass die elektrischen Bauteile zur Steuerung des Schlosses
über eine elektrische Steckverbindung an einen weiterführenden Leitungssatz des Fahrzeugs
angebunden sind, wobei die Steckverbindung sich im Bereich eines Ansatzes des Griffs
befindet, der nahe einer Öffnung im Türaußenblech liegt. Durch die unweigerlich durch
diese Öffnung eintretende Feuchtigkeit, ist es notwendig eine gut abgedichtete und
daher teure Steckverbindung für den Nassraum zu verwenden. Andernfalls würde es zu
Funktionsstörungen der elektrischen Bauteile bis hin zu einer Unterbrechung der Steckverbindung
aufgrund von Korrosion kommen.
[0005] Die gattungsbildende
EP 1 128 003 A1 zeigt daher einen Türgriff für ein Fahrzeug, bei dem der Türgriff von außen betätigbar
ist und der Steuerung eines Türschlosses dient, wobei eine Tastereinrichtung mit dem
Türschloss verbunden werden kann, die eine Sicherheitsfunktion des Türschlosses aktiviert.
Ein dem Türgriff nebengeordneter Halter trägt die Tastereinrichtung, welche einen
Schalter und einen neben dem Schließzylinder angeordneten Drucktaster umfasst. Der
Schalter wird außen an dem Halter befestigt und über eine Betätigungsstange von dem
mit einer Rückstellfeder belasteten Drucktaster betätigt. Der Schalter ist mittels
eines Kabels mit einer Steuerungseinrichtung des Türschlosses verbunden.
[0006] Nachteilig ist auch hier, dass eine kostenintensive elektrische Steckverbindung für
den Nassraum benötigt wird, um das Kabel zur Steuerungseinrichtung an dem Schalter
der Tastereinrichtung zu befestigen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine Betätigungseinrichtung für ein
Türschloss eines Fahrzeugs bereitzustellen, bei der keine elektrische Steckverbindung
im Nassraum der Tür benötigt wird.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0009] Eine Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs, weist ein innerhalb
einer Tür des Fahrzeugs angeordnetes Türschloss, einen von außerhalb des Fahrzeugs
zu betätigenden Türgriff, der mit dem Türschloss in Wirkverbindung steht, ein Gehäuse
mit einem Betätigungstaster, sowie eine dem Türschloss zugeordnete Empfangseinheit
zur schlüssellosen Zugangskontrolle auf, wobei die Empfangseinheit einen Schalter
zur Steuerung der Empfangseinheit umfasst und wobei der Betätigungstaster über ein
mechanisches Betätigungselement den Schalter der Empfangseinheit betätigen kann.
[0010] Indem die Empfangseinheit, welche dem Türschloss zugeordnet ist, einen Schalter zur
Steuerung der Empfangseinheit trägt und dieser von einem in dem Gehäuse angeordneten
Betätigungstaster über ein mechanisches Betätigungselement betätigt werden kann, ist
es möglich die Empfangseinheit durch den Benutzer von außen manuell zu steuern, ohne
dass eine elektrische Steckverbindung im Nassraum der Tür notwendig ist. Der Schalter
sitzt dabei auf der Außenseite der Empfangseinheit, welche ihrerseits mit dem Türschloss
verbunden ist. Das mechanische Betätigungselement reicht bis an den Schalter heran
und betätigt diesen, wenn eine entsprechende Bewegung des Betätigungstasters des Gehäuses
erfolgt. Dadurch, dass der Betätigungstaster in dem feststehenden Gehäuse angeordnet
ist, wird sichergestellt, dass eine mechanische Verbindung zwischen Betätigungstaster
und Schalter über das Betätigungselement auch bei einem aus der Ruhelage heraus bewegten
Türgriff möglich ist. Bei einer Betätigung des Schalters auf der Empfangseinheit und
einem verschlossenen Türschloss, prüft die Empfangseinheit zunächst, ob der Benutzer,
beispielsweise durch das Mitführen eines speziellen Schlüssels oder einer Chipkarte,
berechtigt ist das Fahrzeug zu nutzen und gibt abhängig von dieser Prüfung die Tür
frei oder blockiert diese weiterhin. Der Nutzer muss bei dieser sogenannten schlüssellosen
Zugangskontrolle ("keyless entry") den Schlüssel oder die Chipkarte lediglich in die
Reichweite der Empfangseinheit bringen, da Empfangseinheit und Schlüssel beziehungsweise
Chipkarte über eine drahtlose Verbindung miteinander kommunizieren. Auf der anderen
Seite ist es ebenso möglich, dass eine Betätigung des Schalters auf der Empfangseinheit
bei einem geöffneten Türschloss zu einem Verriegeln desselbigen führt.
[0011] In einer bevorzugten Ausführung weist die Empfangseinheit eine Antenne, einen elektrischen
Anschluss und den Schalter auf, wobei der Schalter in einem Nassraum der Tür und der
elektrische Anschluss in einem Trockenraum der Tür angeordnet ist. Indem der elektrische
Anschluss der Empfangseinheit in einem Trockenraum der Tür angeordnet ist, wird sichergestellt,
dass eine kostengünstige Steckverbindung zur Anbindung der Empfangseinheit an das
Bordnetz des Fahrzeugs möglich ist, bei der keine Beeinträchtigung durch Feuchtigkeit
zu erwarten ist. Der Schalter im Nassraum der Tür ist entsprechend abgedichtet, so
dass keine Feuchtigkeit in die Empfangseinheit gelangen kann und somit die Leitungen
im Innern der Empfangseinheit geschützt sind. Besonders vorteilhaft zu bewerkstelligen
ist dies, wenn das an einem Türinnenblech, welches den Nassraum von dem Trockenraum
trennt, angeordnete Türschloss einen abgedichteten Durchgang von der Nassraumseite
auf die Trockenraumseite beinhaltet, durch den die elektrischen Verbindungen geführt
werden können.
[0012] In einer bevorzugten Ausführung ist ein in dem Gehäuse lagerbarer Schließzylinder
als Betätigungstaster ausgebildet. Dadurch kann der Betätigungstaster besonders unauffällig
im Gehäuse untergebracht werden und es ergibt sich ein ansprechendes Erscheinungsbild.
[0013] In einer bevorzugten Ausführung ist der Schließzylinder entlang seiner Längsachse
verschiebbar in dem Gehäuse gelagert und von einer Rückstellfeder beaufschlagbar und
das Betätigungselement ist als eine von dem Schließzylinder bewegbare Stange ausgebildet,
die in das Türschloss eingreift. Die Federbeaufschlagung des Schließzylinders sorgt
dafür, dass dieser, nach einer Verschiebung entlang seiner Längsachse zur Fahrzeugmitte
hin, wieder in seine Ausgangsstellung zurück verschoben wird. Als Betätigungselement
steht die Stange zur Verfügung, die bei dem Schließzylinder zur Übertragung der Drehbewegung
eines in den Schließzylinder eingeführten Schlüssels auf das Türschloss dient.
[0014] In einer bevorzugten Ausführung ist an der Stange eine Fahne angeordnet, durch die
der Schalter der Empfangseinheit kontaktierbar ist. Indem auf der Stange eine Fahne
angeordnet wird, braucht der Schalter nicht in dem beengten Bauraum untergebracht
werden, wo die Stange in das Türschloss eingreift, sondern kann an der Außenseite
des Türschlosses angebracht werden.
[0015] In einer bevorzugten Ausführung ist der Betätigungstaster als ein Drucktaster ausgebildet.
Durch einen separaten Drucktaster kann die Betätigungseinrichtung auch bei Türen ohne
Schließzylinder verwendet werden. Weiterhin ist es möglich einen Drucktaster neben
einem Schließzylinder in dem Gehäuse anzuordnen, wenn eine Verwendung des Schließzylinders
als Betätigungstaster nicht gewünscht ist.
[0016] In einer bevorzugten Ausführung ist der Drucktaster von einer Rückstellfeder beaufschlagbar
und wirkt auf das als Stange ausgebildete Betätigungselement.
[0017] In einer bevorzugten Ausführung ist die Empfangseinheit als ein Teil des Türschlosses
ausgebildet. Wird die Empfangseinheit fest in das Türschloss integriert, entfällt
eine aufwändige Abdichtung der elektrischen Steckverbindungen zwischen Türschloss
und Empfangseinheit oder dem Leitungssatz des Bordnetzes und der Empfangseinheit.
[0018] In einer bevorzugten Ausführung ist die Empfangseinheit als separates Teil ausgebildet
und an dem Türschloss angeordnet. Wird die Empfangseinheit als ein separates Teil
ausgebildet und nur bei Bedarf an dem Türschloss angeordnet, so ergibt sich ein besonders
flexibles System. Die autarke Empfangseinheit wird dabei einfach auf dem Türschloss
befestigt und die elektrischen Steckverbindungen werden hergestellt.
[0019] In einer bevorzugten Ausführung ist der Schalter als Mikroschalter ausgebildet.
[0020] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
[0021] Darin zeigen:
Fig. 1 eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Betätigungseinrichtung, bei der der Schließzylinder
als Betätigungstaster ausgebildet ist;
Fig. 2 eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Betätigungseinrichtung, bei der ein Drucktaster
neben dem Schließzylinder als Betätigungstaster ausgebildet ist.
[0022] Gemäß
Fig. 1 und
Fig. 2 hat eine Betätigungseinrichtung für ein Türschloss 1 eines Fahrzeugs einen an einem
Türaußenblech 13 angeordneten und von außen manuell zu betätigenden Türgriff 2, der
mit einem Türschloss 1 in Wirkverbindung steht, um dieses zu öffnen. Neben dem Türgriff
2 befindet sich ein ortsfestes Gehäuse 3, welches einen Schließzylinder 4 beinhalten
kann. An einem Türinnenblech 9, welches die Tür in einen Nassraum N, zwischen Türinnenblech
9 und Türaußenblech 13, und einen Trockenraum T, zwischen Türinnenblech 9 und einer
nicht dargestellten Türverkleidung, teilt, ist das Türschloss 1 angeordnet. Auf dem
Türschloss 1 befindet sich eine Empfangseinheit 5 zur schlüssellosen Zugangskontrolle,
die neben einer nicht dargestellten Antenne zum Empfang von Funksignalen, einen elektrischen
Anschluss 8 für das Bordnetz auf der Trockenraumseite T und einen als Mikroschalter
ausgebildeten Schalter 6 auf der Nassraumseite N besitzt. Der Schalter 6 kann von
einem als Stange ausgebildeten Betätigungselement 7 betätigt werden, welches mit dem
jeweiligen Betätigungstaster 4 oder 12 verbunden ist.
[0023] In der
Fig. 1 ist der linear verschiebbare Schließzylinder 4 als Betätigungstaster ausgebildet,
der von einer Rückstellfeder 10a beaufschlagt wird, die den Schließzylinder 4 nach
einer Betätigung wieder selbständig in die Ausgangsstellung zurück bewegt. Der Schließzylinder
4 ist derart in der Aufnahme des Gehäuses 3 angeordnet, dass sich dieser in seiner
Gesamtheit nur linear verschieben lässt und sich dabei nicht verdreht. Auf der Stange
7, die aus dem Schließzylinder 4 austritt und weiterhin die Drehbewegung eines in
den Schließzylinder 4 eingeführten Schlüssels auf das Türschloss 1 überträgt, befindet
sich eine Fahne 11, durch die der Schalter 6 der Empfangseinheit 5 betätigt werden
kann.
[0024] In der
Fig. 2 ist der Betätigungstaster als ein Drucktaster 12 ausgebildet, der neben dem Schließzylinder
4 in dem Gehäuse 3 angeordnet ist. Der Kopfteil des Drucktasters 12 wird von einer
Rückstellfeder 10b federbelastet, wodurch er sich nach einer Betätigung selbständig
wieder in die Ausgangsstellung zurück bewegt. Die Stange 7 kann direkt auf den auf
der Empfangseinheit 5 angeordneten Schalter 6 wirken.
Liste der Bezugszeichen:
[0025]
- N
- Nassraum
- T
- Trockenraum
- 1
- Türschloss
- 2
- Türgriff
- 3
- Gehäuse
- 4
- Schließzylinder
- 5
- Empfangseinheit
- 6
- Schalter
- 7
- Betätigungselement
- 8
- elektrischer Anschluss
- 9
- Türinnenblech
- 10a
- Rückstellfeder
- 10b
- Rückstellfeder
- 11
- Fahne
- 12
- Drucktaster
- 13
- Türaußenblech
1. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss (1) eines Fahrzeugs, aufweisend ein innerhalb
einer Tür des Fahrzeugs angeordnetes Türschloss (1), einen von außerhalb des Fahrzeugs
zu betätigenden Türgriff (2), der mit dem Türschloss (1) in Wirkverbindung steht,
ein Gehäuse (3) mit einem Betätigungstaster (4, 12), sowie eine dem Türschloss (1)
zugeordnete Empfangseinheit (5) zur schlüssellosen Zugangskontrolle, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit (5) einen Schalter (6) zur Steuerung der Empfangseinheit (5)
umfasst, wobei der Betätigungstaster (4, 12) über ein mechanisches Betätigungselement
(7) den Schalter (6) der Empfangseinheit (5) betätigen kann.
2. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit (5) eine Antenne, einen elektrischen Anschluss (8) und den Schalter
(6) aufweist, wobei der Schalter (6) in einem Nassraum (N) der Tür und der elektrische
Anschluss (8) in einem Trockenraum (T) der Tür angeordnet ist.
3. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass ein in dem Gehäuse lagerbarer Schließzylinder (4) als Betätigungstaster ausgebildet
ist.
4. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schließzylinder (4) entlang seiner Längsachse verschiebbar in dem Gehäuse (3)
gelagert und von einer Rückstellfeder (10a) beaufschlagbar ist und dass das Betätigungselement
(7) als eine von dem Schließzylinder (4) bewegbare Stange ausgebildet ist, die in
das Türschloss (1) eingreift.
5. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der Stange (7) eine Fahne (11) angeordnet ist, durch die der Schalter (6) der
Empfangseinheit (5) kontaktierbar ist.
6. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungstaster als ein Drucktaster (12) ausgebildet ist.
7. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Drucktaster (12) von einer Rückstellfeder (10b) beaufschlagbar ist und auf das
als Stange ausgebildete Betätigungselement (7) wirkt.
8. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach einem der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit (5) als ein Teil des Türschlosses (1) ausgebildet ist.
9. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach einem der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit (5) als separates Teil ausgebildet und an dem Türschloss (1)
angeordnet ist.
10. Betätigungseinrichtung für ein Türschloss eines Fahrzeugs nach einem der Ansprüche
1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Schalter (6) als Mikroschalter ausgebildet ist.