Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kraftstoff-Injektor, insbesondere einen Common-Rail-Injektor,
zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten hat bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren
die höchste Priorität. Gerade das Common-Rail-Einspritzsystem hat einen entscheidenden
Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffe geleistet. Der Vorteil der Common-Rail-Systeme
liegt in ihrer Unabhängigkeit des Einspritzdruckes von Drehzahl und Last. Für die
Einhaltung zukünftiger Abgasgrenzwerte ist jedoch gerade bei Dieselmotoren eine signifikante
Erhöhung des Einspritzdruckes notwendig.
[0003] Neuste Kraftstoff-Injektoren für höchste Einspritzdrücke werden leckagefrei ausgeführt,
indem auf eine dauerhafte Niederdruckstufe am Einspritzventilelement verzichtet wird.
Durch das Fehlen dieser Niederdruckstufe stehen nur geringe Nadelschließkräfte zur
Verfügung. Dies führt zu steilen Kennfeldern und somit zu einer schlechten Kleinstmengenfähigkeit.
Dieser Nachteil kann mit sehr schnell schaltenden Steuerventilen (Servoventilen) kompensiert
werden.
[0004] Schnell schaltende Steuerventile haben jedoch häufig das Problem, dass aufgrund eines
Prellers des Steuerventilelementes Kennfeldwelligkeiten auftreten. Das Steuerventilelementprellen
tritt bei einem harten Anschlag (Metall auf Metall) in Verbindung mit einem sehr schnellen
Steuerventilelement (Ventilnadel) in Erscheinung. Gerade Schließpreller haben einen
besonders negativen Einfluss auf die Funktion des Kraftstoff-Injektors und führen
im Allgemeinen zu großen Hub/Hub-Streuungen. Anders als beim oberen Hubanschlag kann
am Steuerventilsitz aufgrund seiner Dichtfunktion kein Quetschspalt zur Minimierung
des Einschlagimpulses realisiert werden.
[0005] In der
DE 10 2007 060 396 A1 der Anmelderin sind einige mechanische Lösungsansätze zur Minimierung von Schließprellern
in Kraftstoff-Injektoren angegeben. U.a. ist es aus der Druckschrift bekannt, die
Ankerplatte relativ zur Ventilnadel verstellbar anzuordnen, so dass die Ankerplatte
ihre Axialbewegung nach unten weiter fortsetzen kann, nachdem die Ventilnadel bereits
auf ihrem Ventilsitz eingeschlagen ist. Die Bewegung der Ankerplatte wird dabei durch
einen Quetschspalt abgebremst, der sich ausbildet zwischen der Ankerplatte und einem
von der Ventilnadel separaten Ringteil, welches an der Ventilnadel gehalten ist.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kraftstoff-Injektor anzugeben, der
sich einerseits durch einen einfachen Aufbau und andererseits durch eine minimierte
Schließprellerneigung auszeichnet. Bevorzugt soll der Verbund aus Anker und Ventilnadel
auf einfachste Weise montierbar sein.
[0007] Diese Aufgabe wird in einem Kraftstoff-Injektor mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
In den Rahmen der Erfindung fallen sämtliche Kombinationen aus zumindest zwei von
in der Beschreibung, den Ansprüchen und/oder den Figuren offenbarten Merkmalen.
[0008] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die Schließprellerneigung dadurch zu minimieren,
dass dem vorzugsweise als Ankerplatte ausgebildeten Anker auf der vom elektromagnetischen
Aktuator abgewandten Seite ein Anschlag bzw. Überhubanschlag zugeordnet ist, der unmittelbar
von der Ventilnadel, d.h. dem axial verschließbaren Steuerventilelement gebildet ist.
Hierdurch kann sich ein Quetschspalt zur Abbremsung der Ankerbewegung unmittelbar
zwischen Anker und Ventilnadel ausbilden, wodurch auf ein im Stand der Technik zum
Einsatz kommendes separates Ringelement verzichtet und dadurch der Aufbau des Kraftstoff-Injektors
vereinfacht werden kann. Bei einem nach dem Konzept der Erfindung ausgebildeten Kraftstoff-Injektor
wirkt auf den Steuerventilsitz nur der Impuls der Ventilnadel während der Anker in
Richtung Überhubanschlag durchschwingt. Somit wird der Einschlagimpuls und das Kraftmaximum
reduziert, was sowohl die Schließprellerneigung als auch den Verschleiß minimiert.
Der bei einem nach dem Konzept der Erfindung ausgebildeten Kraftstoff-Injektor vorgesehene
Überhubanschlag, der unmittelbar von der Ventilnadel gebildet ist, begrenzt das Durchschwingen
des Ankers, wodurch kurze Einspritzabstände realisiert werden können. Es wird also
sichergestellt, dass der durchschwingende Anker innerhalb kürzester Zeit wieder in
seine Ausgangsstellung überführt wird. Dadurch, dass der Überhubanschlag unmittelbar
von der Ventilnadel begrenzt ist ergibt sich der Überhubanschlag aus der Dickenerstreckung
des vorzugsweise plattenförmigen Ankers und der Ankerführungslänge, die mit Vorteil
in ein vorzugsweise vorgesehenes, später noch zu erläuterndes Ankerführungsteil eingeschliffen
ist. Diese beiden Maße können aufgrund der Parallelität der Kontaktflächen sehr präzise
gemessen, eingeschliffen bzw. gefertigt werden. Der Überhubanschlag kann somit vor
Zusammenbau gemessen und gegebenenfalls durch Auswahlgruppen exakt eingestellt werden.
Ein aufwändiger Einstellprozess, bei dem der Überhubanschlag im zusammengebauten Zustand
ermittelt und korrigiert werden muss, ist aufgrund der bauteilunabhängigen Fertigungsmaße
nicht erforderlich.
[0009] In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Ventilnadel hülsenförmig
ausgebildet ist und der Quetschspalt zwischen Anker und Ventilnadel von einer, vorzugsweise
oberen, Ringfläche der hülsenförmigen Ventilnadel begrenzt ist. Die Ausbildung der
vorzugsweise eine Stufenbohrung aufweisenden Ventilnadel als Hülse ermöglicht es auf
vergleichsweise einfache Weise, dass das Steuerventil im geschlossenen Zustand in
axialer Richtung druckausgeglichen ist, mit dem Ziel, kleiner dimensionierte und leistungsschwächere
elektromagnetische Aktuatoren einsetzen zu können.
[0010] Ganz besonders bevorzugt ist eine Ausführungsvariante des Kraftstoff-Injektors, bei
der der zwischen Anker und Ventilhülse ausbildbare Quetschspalt zur Dämpfung des Einschlagimpulses
des Ankers mittels einer Leckagemenge, vorzugsweise aus einem später noch zu erläuternden
hydraulischen Koppler geprüft ist, da der Quetschspalt seine Dämpfungsfunktion nur
dann erfüllen kann, wenn er mit Kraftstoff gefüllt ist.
[0011] In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass zur Wirkverbindung
des Ankers und der Ventilnadel ein hydraulischer Koppler vorgesehen ist, der bewirkt,
dass die Ventilnadel bei Bestromung des elektromagnetischen Aktuators zusammen mit
dem vorzugsweise plattenförmigen Anker in axialer Richtung hin zum elektromagnetischen
Aktuator verstellt wird. Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn ein Kopplervolumen
des hydraulischen Kopplers derart angeordnet ist, dass die aus diesem austretende
Leckage (Kraftstoffleckage) diejenige Leckage ist, die den Quetschspalt spült, also
dafür sorgt, dass die Dämpfungsfunktion des Quetschspaltes aufrecht erhalten bleibt.
Besonders zweckmäßig ist, dass das Kopplervolumen zur Gewährleistung der Kopplerfunktion
von einer Hochdruckleckage aus einer von der hülsenförmigen Ventilnadel begrenzenden
Ventilkammer geprüft wird.
[0012] Besonders vorteilhaft im Hinblick auf die Realisierung eines sehr einfachen Aufbaus
ist eine Ausführungsvariante, bei der das Kopplervolumen des hydraulischen Kopplers
axial abgedichtet ist von einem Führungsspalt, wobei dieser Führungsspalt bevorzugt
radial zwischen der als Hülse ausgebildeten Ventilnadel und einem axial in die Ventilnadel
ragenden Bolzen angeordnet ist, wobei der Bolzen bevorzugt die Funktion hat eine Ventilkammer
des Steuerventils in axialer Richtung nach oben abzudichten. Hierzu stützt sich der
Bolzen beispielsweise an einem Injektordeckel oder der Magnetbaugruppe ab. Besonders
zweckmäßig ist es, wenn das Kopplervolumen, insbesondere in axialer Richtung nach
unten abgedichtet wird von einem Führungsspalt, der zwischen einem Ankerführungsteil
und der als Hülse ausgebildeten Ventilnadel ausgebildet ist. Ganz besonders bevorzugt
ist also zusätzlich zu dem Anker und der Ventilnadel ein weiteres Bauteil, nämlich
ein Ankerführungsteil vorgesehen, welches noch weiter bevorzugt in eine Stufenbohrung
der Ventilnadel eingesteckt ist und zum einen die Funktion hat den Anker zu führen
und andererseits ein bewegtes Bauteil des hydraulischen Kopplers bildet, welches die
Ventilnadel bei Bestromung des elektromagnetischen Aktuators ansaugt, d.h. mitnimmt.
Mit Vorteil ist das Ankerführungsteil relativ verstellbar zu der Ventilnadel, um die
Ventilnadel bei einer Aufwärtsbewegung ansaugen und dadurch mit nach oben bewegen
zu können.
[0013] Wie bereits erläutert, ist es besonders bevorzugt, wenn der Anker, das Ankerführungsteil
und die Ventilnadel durch Ineinanderstecken montierbar und axial verstellbar angeordnet
sind. Bevorzugt wird auf zusätzliche Befestigungsmittel verzichtet. Dadurch, dass
die Teile ausschließlich durch Zusammenstecken aneinander fixiert werden, ist eine
leichte Montierbarkeit gegeben und eine Demontage ist jederzeit möglich.
[0014] Zur Bewegung der Ventilnadel von dem elektromagnetischen Aktuator weg hin zu seinem,
vorzugsweise an einer Drosselplatte ausgebildeten Steuerventilsitz ist bevorzugt eine
Schließfeder vorgesehen, die sich noch weiter bevorzugt axial an dem Ankerführungsteil
abstützt. Besonders zweckmäßig ist es nun, zusätzlich zu der Schließfeder eine in
die entgegengesetzte Richtung wirkende Schließfeder vorzusehen, die sich axial, vorzugsweise
von unten, an dem Anker abstützt. Im Moment des Ankerdurchschwingens wird die Ventilnadel
dabei ausschließlich von der Schließfeder zurückgedrückt, während die Schließkraft
sich aus der Differenz von Schließfeder und Positionierfeder ergibt. Hierdurch wirkt
während des Zurückprellens eine größere Federkraft als vor dem Ventileinschlag, wodurch
das Schließprellen zusätzlich vermindert wird.
[0015] In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass der Anker aus einem
Material ausgebildet ist, das unterschiedlich ist von dem die Ventilnadel bildenden
Material. Es ist aufgrund der mehrteiligen Ausbildung also möglich, den Anker aus
einem speziellen, den magnetischen Fluss optimierenden, d.h. verstärkenden Magnetwerkstoff,
beispielsweise einem, insbesondere einen hohen ohmschen Widerstand aufweisenden Sinterwerkstoff
herzustellen. Insgesamt kann durch eine Wahl unterschiedlicher Materialien das Gesamtgewicht
reduziert und die Magnetkraft gesteigert werden.
[0016] Besonders zweckmäßig erscheint es, zusätzlich zu dem Schließpreller minimierenden
Quetschspalt einen weiteren (bevorzugt oberen) Quetschspalt zur Minimierung von Öffnungsprellern
zu realisieren. Dabei kann dieser Quetschspalt beispielsweise zwischen Anker und Magnetbaugruppe
realisiert werden, insbesondere zwischen Anker und einem inneren Joch der Magnetbaugruppe.
[0017] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Diese
zeigt in der einzigen Fig. 1 ausschnittsweise einen Kraftstoff-Injektor zum Einspritzen
von Kraftstoff in einem Brennraum einer Brennkraftmaschine.
[0018] In Fig. 1 ist ausschnittesweise ein als Common-Rail-Injektor ausgebildeter Kraftstoff-Injektor
1 zum Einspritzen von Kraftstoff in einem Brennraum einer Brennkraftmaschine gezeigt.
Bei dem Kraftstoff-Injektor 1 handelt es sich um einen sogenannten leckagefreien Injektor,
d.h. einen Injektor ohne dauerhafte Niederdruckstufe am Einspritzventilelement - eine
Leckage am Servoventil ist bei der gezeigten Ausführungsvariante unvermeidlich.
[0019] Eine Hochdruckpumpe 2 fördert Kraftstoff aus einem Vorratsbehälter 3 in einen Kraftstoff-Hochdruckspeicher
4 (Rail). In diesem ist Kraftstoff, insbesondere Diesel, unter hohem Druck von in
diesem Ausführungsbeispiel über 2000bar gespeichert. An den Hochdruckspeicher 4 ist
der Kraftstoff-Injektor 1 neben anderen, nicht gezeigten Kraftstoff-Injektoren über
eine Versorgungsleitung angeschlossen. Die Versorgungsleitung 5 mündet in einen Druckraum
6, in dem ein einteiliges, nur ausschnittsweise dargestelltes Einspritzventilelement
7 axial verstellbar geführt ist. Bei einem Einspritzvorgang strömt der Kraftstoff
aus dem Druckraum 6 in axialer Richtung an dem Einspritzventilelement 7 vorbei zu
Düsenbohrungen einer nicht gezeigten Düsenlochanordnung in den Brennraum der Brennkraftmaschine.
Der Kraftstoff-Injektor 1 ist über einen Injektorrücklaufanschluss 8 an eine Rücklaufleitung
9 angeschlossen. Über diese Rücklaufleitung 9 kann eine später noch zu erläuternde
Steuermenge an Kraftstoff von dem Kraftstoff-Injektor 1 zum Vorratsbehälter 3 abfließen
und von dort aus dem Hochdruckkreislauf wieder zugeführt werden.
[0020] Von einer in der Zeichnungsebene oberen Stirnseite des Einspritzventilelementes 7
wird eine Steuerkammer 10 (Servokammer) begrenzt, die über eine in einem unteren,
hülsenförmigen Abschnitt 11 einer Drosselplatte 12 eingebrachte Zulaufdrossel 13 mit
unter Hochdruck stehendem Kraftstoff aus dem Druckraum 6 versorgt wird. Der hülsenförmige
Abschnitt 11 begrenzt die Steuerkammer 10 radial außen, welche über eine Ablaufdrossel
14, die ebenfalls in die Drosselplatte 12 eingebracht ist, mit einer Ventilkammer
15 eines Steuerventils 16 (Servoventil) verbunden ist. Die Ventilkammer 15 wird radial
außen begrenzt von einer hülsenförmigen Ventilnadel 17 (Steuerventilelement), welche
mit einer Stufenbohrung 18 ausgestattet ist. Die Ventilnadel 17 ist mit einem als
Ankerplatte ausgebildeten Anker 19 über einen später noch zu erläuternden hydraulischen
Koppler 20 wirkverbunden, so dass die Ventilnadel bei Bestromung eines elektromagnetischen
Aktuators 21 vom Steuerventilsitz 22 abgehoben und in Richtung Aktuator 21 verstellt
wird, wodurch wiederum die Ventilkammer 15 hydraulisch mit einem Niederdruckbereich
23 des Kraftstoff-Injektors 1 verbunden wird. Bei geöffnetem Steuerventil strömt der
aus der Ventilkammer 22 abströmende Kraftstoff über Radialbohrungen 27 im Ringfortsatz
25 in eine zum Niederdruckbereich 23 gehörende Ankerkammer 28. Die Durchflussquerschnitte
der Zulaufdrossel 13 und der Ablaufdrossel 14 sind dabei derart aufeinander abgestimmt,
dass bei geöffnetem Steuerventil 16 ein Nettoabfluss von Kraftstoff aus der Steuerkammer
10 resultiert, wodurch der Druck in der Steuerkammer 10 rapide absinkt, was wiederum
dazu führt, dass das Einspritzventilelement 7 von seinem nicht gezeigten Einspritzventilelementsitz
abhebt und in der Folge Kraftstoff aus dem Druckraum 6 in den Brennraum strömen kann.
[0021] Zum Beenden des Einspritzvorgangs wird die Bestromung des elektromagnetischen Aktuators
21 unterbrochen, wodurch die Ventilnadel 17 von einer Schließfeder 24 axial nach unten
auf den Steuerventilsitz 22 gepresst wird.
[0022] Aus Fig. 1 ist zu erkennen, dass die, eine untere Beißkante aufweisende Ventilnadel
17 in einem unteren Abschnitt am Außenumfang in einem Ringfortsatz 25 der Drosselplatte
12 geführt ist.
[0023] Weiter ist aus Fig. 1 zu entnehmen, dass in die Ventilnadel 17 ein Bolzen 26 in axialer
Richtung von oben nach unten hineinragt und die Ventilkammer 15 in axialer Richtung
nach oben abdichtet. Da auf die Ventilnadel 17 im geschlossenen Zustand keine axialen
Kräfte wirken, wird das Steuerventil 16 als in axialer Richtung druckausgeglichenes
Ventil bezeichnet.
[0024] Wie sich aus Fig. 1 ergibt, ist der plattenförmige Anker 19 als von der Ventilnadel
17 separates Bauteil ausgebildet. Der Anker 19 ist nicht ortsfest zu der Ventilnadel
17 angeordnet, sondern relativ zur Ventilnadel 17 verstellbar angeordnet. Hierzu ist
der plattenförmige Anker 19 nicht an der Ventilnadel 17 sondern mit seinem Innenumfang
am Außenumfang eines hülsenförmigen Ankerführungsteils 29 geführt, welches in die
Stufenbohrung 18, genauer in den oberen, d.h. größeren Durchmesserbereich der Stufenbohrung
18 der Ventilnadel 17 axial eingesteckt ist. Mit einer Firstplatte 30 überragt das
Ankerführungsteil 29 eine zentrische Ankerbohrung in radialer Richtung, so dass der
Anker 19 das Ankerführungsteil 29 und damit, wie später noch erläutert werden wird,
über den hydraulischen Koppler 20 die Ventilnadel 17 bei seiner Bewegung nach oben
mitnimmt.
[0025] Aus Fig. 1 ergibt sich weiter, dass, wenn die Ventilnadel 17 auf ihrem Steuerventilsitz
22 eingeschlagen ist und sich der Anker 19 weiter nach unten in Richtung Ventilnadel
17 bewegt, sich ein Quetschspalt 31 axial zwischen einer Unterseite des Ankers 19
und einer oberen, stirnseitigen Ringfläche 32 der Ventilnadel 17 ausbildet. Der Quetschspalt
31 "vernichtet" die Bewegungsenergie des Ankers 19 und sorgt für ein "sanftes" Aufschlagen
auf der Ringfläche 32, welche einen Anschlag bzw. Überhubanschlag für den Anker 19
bildet.
[0026] Der hydraulische Koppler 20, genauer ein Kopplervolumen des Kopplers 20 wird axial
nach oben begrenzt von einer unteren Stirnseite des Ankerführungsteils 29 und in axialer
Richtung nach unten von einer Stufe bzw. Ringschulter der Ventilnadel 17. Abgedichtet
wird das Kopplervolumen in axialer Richtung nach oben von einem ersten Führungsspalt
33, der in radialer Richtung begrenzt ist von der Ventilnadel 17 sowie dem Außenumfang
des Ankerführungsteils 29. In axialer Richtung nach unten wird das Kopplervolumen
abgedichtet von einem zweiten Führungsspalt 34, der radial zwischen dem Bolzen 26
und dem Innenumfang der Ventilnadel 17, genauer von dem Bohrungsabschnitt geringeren
Durchmessers begrenzt ist. Die Funktion des Kopplers 20 kann nur gewährleistet werden,
wenn dieser stets mit Kraftstoff gefüllt ist. Dies wird in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
dadurch erreicht, dass die Leckagemenge, die aus der Ventilkammer 15 über den zweiten
Führungsspalt 34 abfließt in das Kopplervolumen strömt. Die Leckagemenge fließt dann
weiter in den ersten Führungsspalt 33 zum unteren Überhubanschlag, d.h. in den Quetschspalt
31. Das Kopplervolumen wird somit dauerhaft mit Kraftstoff gespült. Das Kopplervolumen
des hydraulischen Kopplers 20 ist also derart angeordnet, dass eine aus diesem über
den ersten Führungsspalt 33 austretende Leckage unmittelbar in den Quetschspalt 31
ausmündet bzw. strömt und diesen auf diese Weise spült, also dafür Sorge trägt, dass
der Quetschspalt 31 mit Kraftstoff gefüllt ist, so dass dieser seine Dämpfungsfunktion
ausüben kann. Der erste Führungsspalt 33 und ein dritter Führungsspalt 36 radial zwischen
den Innenumfang des Ankerführungsteils 29 und dem Bolzen 26 sind niederdruckdichtende
Führungen und zeichnen sich bevorzugt durch ein größeres Spaltmaß aus als der hochdruckdichtende
zweite Führungsspalt 34. Der bei der Aufwärtsbewegung des Ankers 19 und damit des
Ankerführungsteils 29 resultierende Unterdruck zwischen Ankerführungsteil 29 und Ventilnadel
17 sorgt dafür, dass letztere bei einer Bestromung des elektromagnetischen Aktuators
21 von ihrem Steuerventilsitz 22 abgehoben wird, woraus die Öffnungsbewegung des Steuerventils
16 resultiert.
[0027] Dem Anker 19 ist eine Positionierfeder 35 zugeordnet, die einen größeren Durchmesser
aufweist, jedoch eine geringere Federkonstante als die Schließfeder 24. Die Positionierfeder
35 stützt sich einenends an der Unterseite des Ankers 19 und anderenends an einer
Oberseite der Drosselplatte 12 ab.
[0028] Zur Minimierung von Prellern an einem oberen Hubanschlag 37 ist ein oberer Quetschspalt
38 realisiert, der sich in dem gezeigten Ausführungsbeispiel zwischen einer Chromschicht
auf dem Anker und einem Innenpol 39 des elektromagnetischen Aktuators, genauer der
Magnetgruppe, befindet.
1. Kraftstoffinjektor, insbesondere Common-Rail-Injektor, zum Einspritzen von Kraftstoff
in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine, mit einem in axialer Richtung zwischen
einer Schließstellung und einer den Kraftstofffluss in den Brennraum freigebenden
Öffnungsstellung verstellbaren Einspritzventilelement (7), dem eine Steuerkammer (10)
zugeordnet ist, die mittels eines, eine axial auf einen Steuerventilsitz (22) verstellbare
Ventilnadel (17) aufweisenden Steuerventils (16) mit einem Niederdruckbereich (23)
des Injektors hydraulisch verbindbar ist, wobei einem elektromagnetische Aktuator
(21) ein mit diesem axial verstellbarer und mit der Ventilnadel (17) wirkverbundener
Anker (19) zugeordnet ist, welcher axial relativ zu der Ventilnadel (17) verstellbar
angeordnet ist, derart, dass sich der Anker (19) nach Auftreffen der Ventilnadel (17)
auf den Steuerventilsitz (22) weiter in Richtung Steuerventilsitz (22) bewegt, wobei
dem Anker (19) auf einer von dem Aktuator (21) abgewandten Seite ein von dem Anker
(19) begrenzter Quetschspalt (31) zur Einschlagdämpfung zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Quetschspalt (31) auf der dem Anker (19) gegenüberliegenden Seite von der Ventilnadel
(17) begrenzt ist.
2. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Quetschspalt (31) von einer, vorzugsweise oberen, Ringfläche des hülsenförmigen
Ventilnadel (17) begrenzt ist.
3. Kraftstoffinjektor nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Quetschspalt (31) von einer Kraftstoffleckage spülbar ist.
4. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Anker (19) über einen hydraulischen Koppler (20) mit der Ventilnadel (17) wirkverbunden
ist.
5. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Kopplervolumen des hydraulischen Kopplers (20) derart angeordnet ist, dass die
aus diesem austretende Kraftstoffleckage den Quetschspalt (31) spült.
6. Kraftstoffinjektor nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kopplervolumen des hydraulischen Kopplers (20) axial abgedichtet ist von einem
Führungsspalt (34) radial zwischen der als Hülse ausgebildeten Ventilnadel (17) und
einem axial in die Ventilnadel (17) ragenden Bolzen (26) und/oder einem Führungsspalt
(33) zwischen einem Ankerführungsteil (29) und der als Hülse ausgebildeten Ventilnadel
(17).
7. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Anker (19), ein den Anker (19) bei seiner Axialbewegung führendes Ankerführungsteil
(29) und die Ventilnadel (17) durch Ineinanderstecken montierbar sind.
8. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ventilnadel (17) eine Schließfeder (24) und dem Anker (19) eine den Anker (19)
in Richtung Aktuator (21) federkraftbeaufschlagende Positionierfeder (35) zugeordnet
sind.
9. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Anker (19) aus einem anderen Material , insbesondere den magnetischen Fluss optimierenden
Material, ausgebildet ist als die Ventilnadel (17).
10. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Minimierung von Öffnungsprellern ein oberer Quetschspalt (38) zwischen dem Anker
(19) und dem elektromagnetischen Aktuator (21) vorgesehen ist.