[0001] Die Erfindung betrifft ein Reizstoff-Sprühgerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Reizstoff-Sprühgeräte der eingangs genannten Art sind beispielsweise aus den
DE 20 2006 004 268 U1,
DE 20 2006 000 889 U1 und
DE 20 2006 008 367 U1 bekannt. Die bekannten Reizstoff-Sprühgeräte umfassen ein Gehäuse, in dem ein Druckbehälter,
beispielsweise eine Reizstoffpatrone, auswechselbar aufgenommen ist. Die
[0003] Reizstoffpatrone kann mit Reizstoff, beispielsweise CS, OC oder PAVA gefüllt sein.
Auf die Reizstoffpatrone ist ein Sprühkopf aufgesetzt, der wiederum eine Sprühdüse
umfasst. Durch Niederdrücken des Sprühkopfes mittels des Daumens oder eines anderen
Fingers des Benutzers wird ein in die Reizstoffpatrone integriertes Ventil geöffnet
und die Abgabe des Reizstoffes ermöglicht.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Reizstoff-Sprühgerät der eingangs
genannten Art zu schaffen, welches mit noch größerer Zuverlässigkeit betrieben werden
kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Reizstoff-Sprühgerät mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.
Darüber hinaus finden sich für die Erfindung wichtige Merkmale in der nachfolgenden
Beschreibung und in der Zeichnung, wobei diese Merkmale sowohl in Alleinstellung als
auch in unterschiedlichen Kombinationen für die Erfindung wichtig sein können, ohne
dass hierauf hingewiesen wird.
[0006] Durch die erfindungsgemäß vorgesehene Anzeigeeinrichtung kann ein Benutzer des Reizstoff-Sprühgeräts
jederzeit feststellen, ob der Druckbehälter bereits in Betrieb genommen worden ist
oder nicht. Hierdurch wird das Risiko reduziert, dass ein Reizstoff-Sprühgerät eingesetzt
wird, welches bereits halb leer ist. Letztlich wird hierdurch die Zuverlässigkeit
im Betrieb des Reizstoff-Sprühgeräts verbessert. Dabei versteht sich, dass unter dem
Begriff "erste Inbetriebnahme" nicht notwendigerweise eine erste Entnahme von Reizstoff
aus dem Druckbehälter zu verstehen ist. Zum Erzielen des besagten Vorteils kann es
auch ausreichend sein, lediglich ein erstes "Scharfmachen" des Druckbehälters oder
ein erstes Niederdrücken des Sprühkopfes anzuzeigen. Außerdem sei an dieser Stelle
darauf hingewiesen, dass unter dem Begriff "Reizstoff" nicht zwingend ein Augen, Nase,
Atmungsorgane und/oder Haut reizender Stoff wie beispielsweise Capsaicin, Pelargonsäure-Vanillylamid,
CS oder CN zu verstehen ist, wie er üblicherweise bei Selbstverteidigungssprays oder
allgemein Sprays zum handlungsunfähig Machen von Personen oder Tieren zum Einsatz
kommt, sondern hierunter beispielsweise auch ein Farb- oder ein Geruchsstoff verstanden
werden kann, der ein Objekt markiert, oder auch ein neutraler Stoff, mit dem die Handhabung
des Geräts geübt werden kann. Denkbar ist der Einsatz der vorliegenden Erfindung sogar
in noch allgemeinerer Form, beispielsweise zur Anzeige einer ersten Inbetriebnahme
eines Sprühgerätes zur Ausbringung einer medizinisch wirksamen Substanz.
[0007] Die Erfindung sieht am Sprühkopf ein im Reibschluss gehaltenes Schiebeelement vor,
welches seine Position bei einem Niederdrücken des Sprühkopfes verändert. Dies erfolgt
beispielsweise, in dem sich das Schiebeelement durch Abstützen an dem Druckbehälter
relativ zum Sprühkopf von einer ersten in eine zweite Stellung verschiebt. Ein solches
Schiebeelement kann sehr einfach beispielsweise im Zwei-Komponenten-Spritzguss hergestellt
werden. Bei entsprechender konstruktiver Ausgestaltung ermöglicht es ferner sowohl
eine visuelle als auch eine taktile Anzeige.
[0008] Dazu weist der Sprühkopf einen durch eine dünne Materialbrücke, die insoweit eine
Sollbruchstelle bildet, zunächst noch gehaltenen Materialabschnitt auf. Beim erstmaligen
Niederdrücken des Sprühkopfes bewegt sich das Schiebeelement gegen den Materialabschnitt
und beaufschlagt diesen mit einer Kraft. Hierdurch wird die Materialbrücke mindestens
bereichsweise zerstört (beispielsweise durch Reißen) oder zumindest dauerhaft stark
verformt, so dass der Materialabschnitt wenigstens bereichsweise vom Rest getrennt
wird. Wird er vollständig getrennt, fällt er ab, wird er dagegen nur bereichsweise
getrennt, klappt er um (die verbleibende Materialbrücke bildet dann insoweit eine
Art Scharnier). Dadurch, dass der Materialabschnitt vom Sprühkopf abgetrennt oder
wenigstens aus seiner ursprünglichen Lage gehebelt wird, wird das Schiebeelement durch
die entstehende Öffnung für den Benutzer sichtbar. Damit wird eine zuverlässige visuelle
und ggf. auch taktile Anzeige geschaffen, welche den Benutzer darüber informiert,
ob der Sprühkopf bereits einmal niedergedrückt wurde oder nicht. Dabei sei nochmals
darauf hingewiesen, dass erst ein tatsächliches Niederdrücken des Sprühkopfes eine
dauerhafte und irreversible Zustandsänderung der Anzeigeeinrichtung bewirkt, was die
Eindeutigkeit der Anzeige verbessert.
[0009] Das Reizstoff-Sprühgerät arbeitet besser, wenn das Schiebeelement stabförmig ist
und in einem Kanal im Sprühkopf im Reibschluss gehalten ist. Durch den Kanal wird
das Schiebeelement besonders gut geführt, was das Risiko von Fehlanzeigen vermindert.
[0010] Verschließt der Materialabschnitt den Kanal zur Oberseite des Sprühkopfes hin, wenn
das Schiebeelement noch in der ersten Stellung ist, ist ein abgetrennter Materialabschnitt
als ein Indiz für eine bereits erfolgte Erstbenutzung des Sprühgeräts besonders leicht
erkennbar.
[0011] Ferner wird vorgeschlagen, dass der Materialabschnitt eine halbkonvexe, insbesondere
halbkugelartige Form aufweist, wobei der konvex gewölbte Teil zum Schiebeelement hin
zeigt und der flache Teil im Wesentlichen bündig mit der Oberseite des Sprühkopfes
ist. Letztlich wird so eine in etwa ringförmige Materialbrücke bzw. Sollbruchstelle
geschaffen. Die Bündigkeit führt dazu, dass die Anzeigeeinrichtung zunächst kaum oder
überhaupt nicht auffällt. Die halbkugelartige Form ermöglicht eine einfache Herstellung
der Materialbrücke im Spritzgussverfahren. Dabei versteht sich, dass unter dem Begriff
"halbkonvex" ganz unterschiedliche Formen verstanden werden können, beispielsweise
auch eine spitzkegelige, eine pyramiden-oder tetraederförmige Ausgestaltung, ja selbst
eine zylinderartige Form.
[0012] Durch ein in seiner zweiten Stellung im Wesentlichen mit der Oberseite des Sprühkopfes
bündiges Schiebeelement wird das Greifen der Oberseite des Sprühkopfes durch den Benutzer
nicht beeinträchtigt. Wenn das Schiebeelement in seiner zweiten Stellung die Oberseite
des Sprühkopfes dagegen überragt, wird zusätzlich eine taktile Wahrnehmung des Zustands
der Anzeigeeinrichtung ermöglicht. Dies ist beispielsweise bei der Nutzung der Erfindung
durch eine sehbehinderte Person hilfreich.
[0013] Die Eindeutigkeit der Zustandsanzeige der Anzeigeeinrichtung wird verbessert, wenn
mindestens die zur Oberseite des Sprühkopfes benachbarte Stirnfläche des Schiebeelements
eine von der Farbe des Sprühkopfes verschiedene Farbe aufweist. Günstig ist ein hoher
Kontrast. Beispielsweise weist der Sprühkopf eine rote Farbe auf und das Schiebeelement
eine gelbe Farbe.
[0014] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegende
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figuren 1a und 1b:
- perspektivische Ansichten eines Reizstoff- Sprühgeräts mit einem Gehäuse, einem Druckbehälter,
einem Sprühkopf und einem Verriegelungselement;
- Figuren 2 bis 5:
- Darstellungen einer Ausführungsform einer Anzeigeeinrichtung;
- Figur 6:
- eine Ansicht der Unterseite des Sprühkopfs;
- Figur 7:
- eine Schnittansicht längs einer Linie VII-VII von Figur 6;
- Figur 8:
- eine Ansicht VIII von Figur 7;
[0015] Ein Reizstoff-Sprühgerät trägt in den Figuren 1a und 1b insgesamt das Bezugszeichen
10. Es umfasst ein Gehäuse 12 zur Aufnahme eines Druckbehälters 14 und eines auf einen
Abgabenippel 16 des Druckbehälters 14 aufgesetzten Sprühkopfes 18. Der Druckbehälter
14 und der Sprühkopf 18 bilden insgesamt eine Reizstoffpatrone 20, die nur gestrichelt
und nur in Figur 1a angedeutet ist.
[0016] Das Gehäuse 12 umfasst an seiner Oberseite einen Klappdeckel 22, der in 24 gelenkig
bzw. schwenkbar gelagert ist. Die Reizstoffpatrone 20 wird in das Gehäuse 12 bei geöffnetem
Klappdeckel 22 eingesetzt und im Gehäuse 12 durch ein Verriegelungselement 26 in Form
eines Sicherungsschiebers gesichert. Dieser ist in der in den Figuren 1a und 1b gezeigten
Einbaulage lösbar im Gehäuse 12 verrastet.
[0017] In dem Druckbehälter 14 ist ein Reizstoff unter Druck gespeichert. Als Reizstoff
kommen Pfeffer, Capsaicin, Pelargonsäurevanillylamid, CS- oder CN-Gas oder Ähnliches
in Frage. Für Trainingszwecke kann der Druckbehälter 14 auch mit einem neutralen Fluid
gefüllt sein, beispielsweise mit reinem Wasser.
[0018] Bei Anwendung des Reizstoff-Sprühgeräts 10 greift der Benutzer das Gehäuse 12, und
er schiebt den Daumen oder einen anderen Finger zwischen Klappdeckel 22 und Sprühkopf
18, so dass der Daumen oder Finger auf der Oberseite des Sprühkopfes 18 ruht. Hierdurch
wird der Klappdeckel 22 etwas gegen die Kraft einer nicht dargestellten Feder angehoben.
Mit den restlichen Fingern der Hand greift der Benutzer um den unteren Bereich des
Gehäuses 12. Ist eine Abgabe von Reizstoff gewünscht, drückt der Benutzer mit dem
Daumen oder Finger auf eine vertiefte und geriffelte Betätigungsfläche 28 des Sprühkopfes
18. Hierdurch wird der Sprühkopf 18 zum Druckbehälter 14 hin bewegt, wodurch das Abgabeventil,
welches im Druckbehälter 14 angeordnet ist, öffnet, wodurch ein Reizstoffstrahl 30
aus einer Sprühdüse 32 des Sprühkopfes 18 austritt.
[0019] Das in den Figuren 1a und 1b gezeigte Reizstoff-Sprühgerät 10 verfügt über eine Anzeigeeinrichtung,
durch welche eine erfolgte erste Inbetriebnahme des Reizstoff-Sprühgeräts 10 dauerhaft
angezeigt wird.
[0020] Eine Ausführungsform des Reizstoff-Sprühgeräts 10 ist in den Figuren 2 bis 5 gezeigt.
Die Anzeigeeinrichtung ist dort insgesamt mit 34 bezeichnet. Bei dieser ist ein stift-oder
stabförmiges Schiebeelement 60 vorhanden, das in der in den Figuren 2 und 3 gezeigten
unbenutzten Ausgangsstellung ("erste Stellung") in einem Kanal 70 im Sprühkopf 18
derart aufgenommen ist, dass sein in der Zeichnung oberes Ende einen durch eine Sollbruchstelle
bzw. Materialbrücke 72 gesicherten Materialabschnitt 73 des Sprühkopfes 18 noch nicht
berührt. Der Materialabschnitt 73 weist insgesamt eine halbkugelartige Form auf, mit
einem zum Schiebeelement 60 weisenden konvexen Teil (ohne Bezugszeichen) und einem
flachen Teil (ohne Bezugszeichen), der im Wesentlichen bündig mit der Oberseite des
Sprühkopfes 18 ist. Dagegen stützt sich das in der Zeichnung untere Ende des stabförmigen
Schiebeelements 60 an einer Verschlussplatte 71 des Druckbehälters 14 ab. Das Schiebeelement
60 ist im Kanal 70 im Reibschluss gehalten. Möglich ist dabei eine Herstellung in
Zweikomponenten Spritzgusstechnik, oder ein manuelles oder maschinelles Einsetzen
des Schiebeelements 60 nach der Herstellung des Kanals 70.
[0021] Wird der Sprühkopf 18 von einem Benutzer für die Abgabe eines Reizstoffstrahls 30
zum ersten Mal niedergedrückt, schiebt sich das in der Zeichnung obere Ende des stabförmigen
Schiebeelements 60 gegen die den konvexen Teil des Materialabschnitts 73 des Sprühkopfs
18, woduruch dieser mit einer Kraft beaufschlagt wird. Dabei wird Bruchspannung im
Bereich der Materialbrücke 72 überschritten, so dass die Sollbruchstelle bzw. Materialbrücke
72 zerstört wird und der Materialabschnitt 73 entfernt oder zumindest abgehebelt bzw.
umgeklappt wird (vgl. Figur 4).
[0022] Wird der Sprühkopf 18 vom Benutzer wieder losgelassen, kehrt er in die in Figur 5
gezeigte Ausgangsstellung zurück. Bei dieser Rückkehrbewegung wird aufgrund des Reibschlusses
das Schiebeelement 60 vom Sprühkopf 18 mitgenommen, es bleibt also relativ zum Sprühkopf
18 in der in Figur 4 gezeigten Lage (Figur 5). Das Sichtbarwerden des stabförmigen
Schiebeelements 60 an der Oberseite des Sprühkopfes 18 ist eine visuelle Anzeige für
den Benutzer, dass der Sprühkopf 18 bereits mindestens ein Mal niedergedrückt worden
ist (vgl. Figur 5). Der obere Endbereich bzw. eine Stirnfläche des Schiebeelements
60 liegt also offen und ist für den Benutzer sichtbar. Dies gilt insbesondere dann,
wenn Sprühkopf 18 und Schiebeelement 60 unterschiedliche Farben aufweisen. Beispielsweise
kann der Sprühkopf 18 rot und das Schiebeelement 60 gelb sein. In diesem Fall erscheint
nach der erstmaligen Inbetriebnahme des Sprühkopfes ein gelber Punkt an der Oberseite
des Sprühkopfes 18. Weil das Schiebeelement 60 in der zweiten Stellung im Wesentlichen
bündig mit der Oberseite des Sprühkopfes 18 ist, wird das Greifen der Oberseite des
Sprühkopfes 18 durch den Benutzer nicht beeinträchtigt.
[0023] In einer nicht gezeigten sehr ähnlichen Ausführungsform zu den Figuren 2 bis 5 ist
das stabförmige Schiebeelement 60 in der Länge so bemessen, dass es nach einer ersten
Benutzung über die Oberseite des Sprühkopfes 18 übersteht. Dadurch ergibt sich zusätzlich
zu der visuellen Anzeige auch eine taktile Anzeige für den Benutzer dafür, dass der
Sprühkopf 18 bereits mindestens ein Mal niedergedrückt worden ist.
[0024] Figur 6 zeigt die Unterseite des Sprühkopfs 18, passend zu den übrigen Figuren 1
bis 8. Der Sprühkopf 18 weist einen äußeren Rand 50 auf. Im unteren Teil der Figur
6 ist ein Verriegelungselement 26 in Form eines Sicherungsschiebers mit zwei seitlichen,
sich in Längsrichtung des Verriegelungselements 26 erstreckenden Betätigungsabschnitten
56 sichtbar. Im mittleren Bereich des Sprühkopfes 18 befindet sich ein Kragen 41 zur
Aufnahme des Abgabenippels 16 des Druckbehälters 14. Links oben in der Zeichnung weist
der Sprühkopf 18 einen Stutzen 75 mit dem Kanal 70 auf, in dem ein Schiebeelement
60 aufgenommen ist. Ganz oben in der Figur 6 befindet sich die Sprühdüse 32.
[0025] Nach einem Einsetzen der Reizstoffpatrone 20 in das Gehäuse 12 muss für eine sichere
Benutzung des Reizstoff-Sprühgeräts 10 die Reizstoffpatrone 20 im Gehäuse 12 (vgl.
[0026] Figur 1a und 1b) gesichert werden. Hierzu wird das Verriegelungselement 26 aus einer
ersten Stellung, in welcher es den Druckbehälter 14 freigibt (etwa Figur 6), in der
Zeichnung der Figur 6 so weit nach oben geschoben werden, bis es den Druckbehälter
14 in dem Gehäuse 12 formschlüssig sichert (nicht dargestellt).
[0027] Figur 7 zeigt eine Schnittansicht durch einen Teil des Sprühkopfes 18 nach Figur
6. Aus Darstellungsgründen sind die Elemente der Figur 7 ohne Schraffur gezeichnet.
Dargestellt ist die unbenutzte Ausgangsstellung ("erste Stellung") des Reizstoff-Sprühgeräts
10. Das Schiebeelement 60 wird in dem Stutzen 75 bzw. Kanal 70 des Sprühkopfs 18 im
Reibschluss gehalten. Die Figur 8 zeigt eine Draufsicht entsprechend der Ansicht VIII
von Figur 7.
[0028] Man erkennt, wie mittels einer (vorliegend ringförmigen) dünnen Materialbrücke 72
eine Sollbruchstelle im Sprühkopf 18 gebildet ist. Der Materialabschnitt 73 und der
Sprühkopf 18 bilden ein zusammenhängendes Teil, jedoch ist wegen der vergleichsweise
dünnen Materialbrücke 72 der Materialabschnitt 73 nur schwach am Sprühkopf 18 befestigt.
Das Schiebelement 60 im unteren Teil der Figur 7 ist von dem Materialabschnitt 73
um einen Spalt 77 beabstandet. Es versteht sich, dass der Stutzen 75 auch in den übrigen
Figuren 1 bis 5 - obwohl nicht gezeichnet - ein geeignetes Element zur Führung des
Schiebeelements 60 ist.
1. Reizstoff-Sprühgerät (10), mit einem Druckbehälter (14) zum Speichern eines Reizstoffes
und einem auf dem Druckbehälter angeordneten Sprühkopf (18) zum Abgeben des Reizstoffs
durch Niederdrücken des Sprühkopfes (18), dadurch gekennzeichnet, dass der Sprühkopf (18) eine Anzeigeeinrichtung (34) aufweist oder mit einer solchen wirkverbunden
ist, welche ein Schiebeelement (60) und einen Materialabschnitt (73) umfasst, wobei
das Schiebeelement (60) bei einem ersten Niederdrücken des Sprühkopfes (18) durch
Abstützen am Druckbehälter (14) von einer ersten in eine zweite Stellung bewegbar
ist, und wobei der Materialabschnitt (73) durch eine vorzugsweise dünne Materialbrücke
(72) gehalten ist, welche beim Bewegen des Schiebeelements (60) in die zweite Stellung
mindestens bereichsweise zerstört oder dauerhaft verformt wird.
2. Reizstoff-Sprühgerät (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebeelement (60) stabförmig ist und in einem Kanal (70) im Sprühkopf (18)
im Reibschluss gehalten ist.
3. Reizstoff-Sprühgerät (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Materialabschnitt (73) den Kanal (70) zur Oberseite des Sprühkopfs (18) hin verschließt,
solange das Schiebeelement (60) noch in der ersten Stellung ist.
4. Reizstoff-Sprühgerät (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Materialabschnitt (73) eine halbkonvexe, insbesondere halbkugelartige Form aufweist,
wobei die konvexe Wölbung zum Schiebeelement (60) hin zeigt und der flache Teil im
Wesentlichen bündig mit der Oberseite des Sprühkopfes (18) ist, solange das Schiebeelement
(60) noch in der ersten Stellung ist.
5. Reizstoff-Sprühgerät (10) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebeelement (60) in der zweiten Stellung im Wesentlichen bündig mit der Oberseite
des Sprühkopfes (18) ist.
6. Reizstoff-Sprühgerät (10) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebeelement (60) in der zweiten Stellung eine Oberseite des Sprühkopfes (18)
überragt.
7. Reizstoff-Sprühgerät (10) nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die zur Oberseite des Sprühkopfes (18) benachbarte Stirnfläche des Schiebeelements
(60) eine von der Farbe des Sprühkopfes (18) verschiedene Farbe aufweist.