[0001] Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Festdrehen einer Befestigungsmutter einer
Lageranordnung, wobei die Befestigungsmutter auf einen Gewindeabschnitt einer Welle
aufschraubbar ist, wodurch die Befestigungsmutter einen Lagerring eines Lagers axial
fixiert.
[0002] Ein Lagerring eines Lagers wird häufig mittels einer Befestigungsmutter (Wellenmutter)
auf einer Welle axial fixiert, wozu die Befestigungsmutter auf der Welle auf ein entsprechendes
Gewinde aufgeschraubt wird.
[0003] Generell sind Werkzeuge bekannt, mit denen Muttern etc. festgezogen werden können.
[0004] Die
US 2008/0121073 A1 zeigt ein rohrartig ausgebildetes Werkzeug, das in seinem axialen Endbereich eine
Profilierung aufweist, um ein zu drehendes Bauteil formschlüssig greifen zu können.
In einem von dem Endbereich beabstandeten Bereich ist eine Grifffläche für einen Schraubenschlüssel
angeordnet.
[0005] Bei der
DE 20 2004 O11 461 U1 sind für eine ähnliche stirnseitige Profilierung zum Greifen eines festzudrehenden
Bauteils an einem rohrförmigen Werkzeug in einem von der Stirnseite beabstandeten
Bereich Bohrungen zum Durchstecken eines Stifts vorgesehen, um das Drehmoment auf
das rohrförmige Werkzeug aufbringen zu können.
[0006] Teilweise werden auch Wellenmuttern selber mit speziellen Ausgestaltungen vorgesehen,
um einen Eingriff von Werkzeugen zum Aufbringen eines Drehmoments zu erlauben. Dies
zeigt beispielsweise die
DE 1 781 232 U und die
EP 1 052 047 A2.
[0008] Dabei besteht ein gelegentliches Problem darin, dass es die Platz- bzw. Raumverhältnisse
nicht erlauben, einen hinreichenden Zugriff auf die Befestigungsmutter zu erlangen,
um auf diese ein ausreichendes Drehmoment auszuüben, so dass die Befestigungsmutter
auf der Welle festgeschraubt werden kann. Mitunter sind Gehäuseteile vorhanden, die
es nicht erlauben, mit einem Schraubenschlüssel auf den Außenumfang der Befestigungsmutter
zuzugreifen.
[0009] Der Erfindung liegt daher die
Aufgabe zu Grunde, ein Werkzeug zum Festdrehen einer Befestigungsmutter einer Lageranordnung
vorzuschlagen, mit dem eine Befestigungsmutter auf einem Gewindeabschnitt einer Welle
fest aufgeschraubt werden kann, wobei auch bei geringem Platzangebot ein sicherer
Eingriff auf die Mutter sichergestellt werden soll, um auf diese ein hinreichend großes
Drehmoment aufbringen zu können.
[0010] Die
Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung sieht vor, dass sich das Werkzeug durch die Merkmale
auszeichnet:
Das Werkzeug ist als sich in eine Achsrichtung erstreckender Körper ausgebildet, der
mindestens einen ersten formschlüssigen Eingriff in eine Ausnehmung der Befestigungsmutter
und mindestens einen zweiten formschlüssigen Eingriff eines Mittels zum Aufbringen
eines Drehmoments auf das Werkzeug aufweist;
Der erste formschlüssige Eingriff ist relativ zum zweiten formschlüssigen Eingriff
zumindest abschnittsweise axial versetzt angeordnet;
Der erste formschlüssige Eingriff ist als mindestens ein Fortsatz ausgebildet, der
sich vom Körper radial nach innen erstreckt;
Der zweite formschlüssige Eingriff ist als mindestens eine Nut ausgebildet, der in
den Außenumfang des Körpers eingebracht ist.
[0011] Vorzugsweise ist dabei der sich in Achsrichtung erstreckende Körper rohrförmig ausgebildet.
Der rohrförmige Körper kann dabei einen konstanten Außendurchmesser aufweisen. Es
ist aber auch möglich, dass der rohrförmige Körper in den Bereichen des ersten formschlüssigen
Eingriffs und des zweiten formschlüssigen Eingriffs unterschiedliche Außendurchmesser
aufweist; in diesem Falle kann weiter vorgesehen werden, dass der rohrförmige Körper
im Bereich des ersten formschlüssigen Eingriffs einen geringeren Außendurchmesser
aufweist als im Bereich des zweiten formschlüssigen Eingriffs.
[0012] Der Körper kann über seine gesamte axiale Erstreckung an einer Umfangsstelle einen
Schlitz aufweisen, was er ermöglicht, dass das Werkzeug auch über eine durchgehende
Welle aufgesetzt werden kann.
[0013] Der Fortsatz kann in Achsrichtung gesehen eine Form aufweisen, die derjenigen der
Ausnehmung der Befestigungsmutter entspricht. Der Fortsatz und die Ausnehmung können
dabei in Achsrichtung gesehen eine rechteckige Form aufweisen.
[0014] Die in den Außenumfang des Körpers eingebrachte Nut kann weiterhin in Achsrichtung
gesehen eine rechteckige Form aufweisen.
[0015] Bevorzugt sind zwei, drei oder vier Fortsätze und in den Außenumfang des Körpers
eingebrachte Nuten vorhanden.
[0016] Das vorgeschlagene Werkzeug kommt sehr vorteilhaft zum Einsatz, wenn eine Wellenmutter
in einem Flanschlager festgezogen werden muss. Das gilt beispielsweise für Lagergehäuse
der Baureihe FNL bei einer durchgehenden Welle.
[0017] Das Werkzeug kann insofern auch als Nutmutternglocke bezeichnet werden. Mit dem Werkzeug
kann das Montieren eines Lagers auf einer Spannhülse sehr einfach erfolgen, was bislang
nicht der Fall ist, weil sich die festzuziehende Wellenmutter im Gehäuse befindet.
Insbesondere wird in einfacher Weise die Montage der Wellenmutter bei durchgehender
Welle möglich.
[0018] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt dargestellt, einer Lageranord- nung, die
mit einer Befestigungsmutter axial fixiert ist, wobei ein Werk- zeug dargestellt ist,
mit dem die Befestigungsmutter angezogen werden kann,
- Fig. 2
- das Werkzeug, gesehen in Richtung C gemäß Fig. 3 und
- Fig. 3
- den Schnitt A-B durch das Werkzeug gemäß Fig. 2.
[0019] In Fig. 1 ist zu sehen, dass ein Lager 6, das Bestandteil einer Lageranordnung 3
ist, eingesetzt wird, um eine Welle 4 relativ zu einem nur sehr schematisch angedeuteten
Gehäuse 15 zu lagern. Ein Lagerring 5, nämlich der Lagerinnenring, wird dabei mittels
einer Befestigungsmutter 2 axial auf der Welle 4 fixiert.
[0020] Das Gehäuse 15 stellt dabei - wie es anhand der schematisch dargestellten Ausdehnung
des Bauteils zu sehen ist (s. gestrichelte Linien) - eine starke Behinderung dar,
was den Zugriff auf den Außenumfang der Befestigungsmutter 2 anbelangt. Demgemäß ist
es schwierig, ein hinreichendes Drehmoment auf die Befestigungsmutter 2 auszuüben,
um diese auf der Welle 4 festzulegen.
[0021] Um dies in problemloser Weise zu ermöglichen, ist ein Werkzeug 1 vorgesehen, das
in Fig. 1 in seiner Eingriffsposition mit der Befestigungsmutter 2 dargestellt ist.
In den Figuren 2 und 3 ist das Werkzeug 1 isoliert dargestellt.
[0022] Das Werkzeug 1 besteht aus einem rohrförmigen Körper 7, der sich in eine Achsrichtung
a erstreckt. Der rohrförmige Körper 7 weist in seinem einen axialen Endbereich einen
ersten formschlüssigen Eingriff 8 in Form mehrerer Fortsätze 12 auf, die zum Eingriff
in korrespondierende Ausnehmungen 9 der Befestigungsmutter 2 ausgebildet sind (s.
hierzu Fig. 2). Weiterhin weist der rohrförmige Körper 7 einen zweiten formschlüssigen
Eingriff 10 auf, um ein Mittel 11 (mit gestrichelten Linien in Fig. 2 skizziert) zum
Aufbringen eines Drehmoments formschlüssig ansetzen zu können. Das Mittel 11 ist vorliegend
als an sich bekannter Hakenschlüssel ausgeführt, der mit entsprechenden Fortsätzen
in die als Nuten 13 ausgebildete formschlüssige Eingriffe 10 eingreifen und so das
Werkzeug 1 drehen kann.
[0023] Demgemäß wird das Werkzeug 1 zum Festdrehen der Befestigungsmutter 2 zunächst mit
seinen Fortsätzen 12 in die Ausnehmungen 9 der Mutter 2 axial eingeschoben, um anschließend
mit dem Hakenschlüssel 11 in die Nuten 13 einzugreifen und das Werkzeug 1 samt Mutter
2 zu drehen.
[0024] Damit mit dem Werkzeug 1 auch Muttern 2 montiert bzw. festgeschraubt werden können,
die auf einer durchgehenden Welle 4 aufgeschraubt sind, weist der rohrförmige Körper
7 einen Schlitz 14 auf, wie es aus Fig. 2 hervorgeht.
[0025] Der Schlitz 14 ist dabei so bemessen, dass sich eine Öffnungsweite w ergibt bzw.
eine Öffnungsweite in Abhängigkeit des Wellendurchmessers so gewählt wird, so dass
die Welle 4 umgriffen werden kann. Aufgrund des Schlitzes 14 ergibt sich ein Winkel
α, über den das Werkzeug 1 frei ist. Dieser Winkel α liegt beispielsweise in einem
Bereich zwischen 45° bis 135°. Damit kann auf der einen Seite eine relativ dicke Welle
4 umgriffen werden, andererseits aber auch zuverlässig ein hinreichendes Drehmoment
übertragen werden.
[0026] Daher weist das Werkzeug 1 vorzugsweise drei Fortsätze 12 auf. In den Außenumfang
des rohrförmigen Körpers 7 sind indes vorzugsweise 4 Nuten 13 eingearbeitet.
[0027] Wie in Fig. 3 gesehen werden kann, sind der erste formschlüssige Eingriff 8 und der
zweite formschlüssige Eingriff 10 axial versetzt angeordnet. Bei der dargestellten
Lösung ist auch vorgesehen, dass der Außendurchmesser des rohrförmigen Körpers 7 im
Bereich des ersten formschlüssigen Eingriffs 8 geringer ist als im Bereich des zweiten
formschlüssigen Eingriffs 10. Der Übergang zwischen den beiden Durchmesserbereichen
ist gekröpft ausgebildet.
[0028] Möglich ist es aber auch, dass der rohrförmige Körper 7 einen konstanten Durchmesser
über seine axiale Erstreckung aufweist. Dann können die Nuten 13 über die gesamte
axiale Erstreckung eingearbeitet sind. Dennoch ist auch in diesem Falle der erste
formschlüssige Eingriff 8 relativ zum zweiten formschlüssigen Eingriff 10 jedenfalls
abschnittsweise axial versetzt angeordnet. In diesem Falle kann mit dem Hakenschlüssel
11 so nah wie möglich an die Mutter 2 herangerückt werden, was die Gefahr des Abrutschens
oder des Verkantens vermindert.
[0029] Die mehreren Nuten 13 im Außenumfang des Werkzeugs machen es möglich, dass mit einem
größeren Hakenschlüssel 11 mehrmals umgegriffen werden kann, um die Mutter 2 festzuziehen.
[0030] Wie in den Figuren 2 und 3 gesehen werden kann, ist es auch möglich, am Körper auch
noch weitere Fortsätze 16 axial versetzt zu den Fortsätzen 12 anzuordnen, um gegebenenfalls
weitere Größen abdecken zu können.
[0031] Die gekröpfte Ausführung des Übergangs des in Fig. 3 linken Abschnitts des Rohrs
7 zum rechten Abschnitt ist nicht zwingend so gestaltet. Es ist auch möglich, einen
scharfkantigen Übergang in Form einer Stufe vorzusehen bzw. auszuführen.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Werkzeug
- 2
- Befestigungsmutter
- 3
- Lageranordnung
- 4
- Welle
- 5
- Lagerring
- 6
- Lager
- 7
- Körper (Rohr)
- 8
- erster formschlüssiger Eingriff
- 9
- Ausnehmung
- 10
- zweiter formschlüssiger Eingriff
- 11
- Mittel zum Aufbringen eines Drehmoments (Hakenschlüssel)
- 12
- Fortsatz
- 13
- Nut
- 14
- Schlitz
- 15
- Gehäuse
- 16
- Fortsatz
- a
- Achsrichtung
- w
- Öffnungsweite
- α
- Winkel
1. Werkzeug (1) zum Festdrehen einer Befestigungsmutter (2) einer Lageranordnung (3),
wobei die Befestigungsmutter (2) auf einen Gewindeabschnitt einer Welle (4) aufschraubbar
ist, wodurch die Befestigungsmutter (2) einen Lagerring (5) eines Lagers (6) axial
fixiert,
wobei das Werkzeug (1) als sich in eine Achsrichtung (a) erstreckender Körper (7)
ausgebildet ist, der mindestens einen ersten formschlüssigen Eingriff (8) in eine
Ausnehmung (9) der Befestigungsmutter (2) und mindestens einen zweiten formschlüssigen
Eingriff (10) eines Mittels (11) zum Aufbringen eines Drehmoments auf das Werkzeug
(1) aufweist,
wobei der erste formschlüssige Eingriff (8) relativ zum zweiten formschlüssigen Eingriff
(10) zumindest abschnittsweise axial versetzt angeordnet ist,
wobei der erste formschlüssige Eingriff (8) als mindestens ein Fortsatz (12) ausgebildet
ist, der sich vom Körper (7) radial nach innen erstreckt, und
wobei der zweite formschlüssige Eingriff (10) als mindestens eine Nut (13) ausgebildet
ist, der in den Außenumfang des Körpers (7) eingebracht ist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der sich in Achsrichtung (a) erstreckende Körper (7) rohrförmig ausgebildet ist.
3. Werkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Körper (7) einen konstanten Außendurchmesser aufweist.
4. Werkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Körper (7) in den Bereichen des ersten formschlüssigen Eingriffs
(8) und des zweiten formschlüssigen Eingriffs (10) unterschiedliche Außendurchmesser
aufweist.
5. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der rohrförmige Körper (7) im Bereich des ersten formschlüssigen Eingriffs (8) einen
geringeren Außendurchmesser aufweist als im Bereich des zweiten formschlüssigen Eingriffs
(10).
6. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (7) über seine gesamte axiale Erstreckung an einer Umfangsstelle einen
Schlitz (14) aufweist.
7. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Fortsatz (12) in Achsrichtung (a) gesehen eine Form aufweist, die derjenigen
der Ausnehmung (9) der Befestigungsmutter (2) entspricht.
8. Werkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Fortsatz (12) und die Ausnehmung (9) in Achsrichtung (a) gesehen eine rechteckige
Form aufweist.
9. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Außenumfang des Körpers (7) eingebrachte Nut (13) in Achsrichtung (a)
gesehen eine rechteckige Form aufweist.
10. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwei, drei oder vier Fortsätze (12) und in den Außenumfang des Körpers (7) eingebrachte
Nuten (13) vorhanden sind.