[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Nutzfahrzeug im allgemeinsten Sinn, insbesondere
einen Lkw.
[0002] Lkws und andere Nutzfahrzeuge wie z. B. Eisenbahnwagen oder Frachtschiffe, weisen
regelmäßig einen Laderaum zum Transport von Gütern auf, der von Wänden eingeschlossen
ist.
[0003] Andererseits sind im Stand der Technik Bildschirme bekannt, auch Großbildschirme
zur freien Aufstellung. Sie dienen beispielsweise zur Wiedergabe von Werbung, Informationsanzeigen,
Sportereignisübertragungen und ähnlichem
[0004] Beide technischen Gebiete waren bislang soweit ersichtlich nicht verknüpft.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt davon ausgehend das technische Problem zugrunde,
eine vorteilhafte Ausgestaltung eines Nutzfahrzeugs anzugeben.
[0006] Dementsprechend bezieht sich die Erfindung auf ein Nutzfahrzeug mit einem Laderaum
mit Seitenwänden und einer Vorrichtung zum Wiedergeben von Informationen, die einen
Bildschirm zum Wiedergeben von Informationen und Ansteuerungsmittel zum Betreiben
des Bildschirms aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bereich zumindest
einer Seitenwand ganz oder teilweise den Bildschirm bildet und der Bildschirm selbstleuchtend
ist und von dem Nutzfahrzeug weg abstrahlende Leuchtmittel aufweist, insbesondere
LEDs.
[0007] Bevorzugte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben und werden
neben den Grundlagen der Erfindung im Folgenden näher erläutert.
[0008] Die Grundidee der Erfindung betrifft die Nutzbarmachung zumindest einer Seitenwand
des Laderaums für einen selbstleuchtenden Bildschirm. Die Seitenwände von Nutzfahrzeug-Laderäumen
sind nämlich regelmäßig großflächig und damit grundsätzlich gut für eine Bild- oder
Textwiedergabe geeignet. Die Seitenwände wurden aber bislang lediglich für fest aufgedruckte
oder aufgemalte Dekorationen, Firmen- oder Speditionsnamen oder Werbeflächen genutzt.
Erfindungsgemäß soll nun ein selbstleuchtender Bildschirm die Seitenwand oder zumindest
einen Teil der Seitenwand bilden, d. h. flächig auf der Seitenwand montiert sein und
diese dabei nach außen abdecken, oder die Seitenwand sogar ganz ersetzen.
[0009] Der selbstleuchtende Bildschirm wird durch Ansteuerungsmittel betrieben, die ebenfalls
in dem Nutzfahrzeug integriert sind. Der erfindungsgemäße Bildschirm bietet für die
ohnehin vorhandene und zwangsläufig mit dem Nutzfahrzeug transportierte Seitenwand
eine weitere vorteilhafte Nutzungsmöglichkeit. Diese Nutzungsmöglichkeit hat dabei
die unterschiedlichsten praktischen Anwendungsmöglichkeiten.
[0010] So kann der Bildschirm z. B. als Werbetafel dienen und bewegte oder unbewegte leuchtende
Werbebilder oder -spots anzeigen. Beispielsweise kann dies auf einem Lkw erfolgen.
Im Prinzip ist aber auch die Seitenwand eines Transportcontainers auf einem Frachtschiff
für leuchtende Werbeanzeigen von Interesse. Das Nutzfahrzeug, beispielsweise ein Lkw,
kann auch für näher mit dem Bildschirm verbundene Einsatzzwecke herangezogen werden,
beispielsweise Einrichtungsgegenstände zu einer Veranstaltung transportieren und auf
der selben Veranstaltung dann mit seinem Bildschirm genutzt werden. So kann eine Effektbeleuchtung
oder stimmungserzeugende Dekorationen bei Festen, eine Sportereignis-Übertragung im
Sinne eines "public viewing", Freiluftkino oder ähnliches stattfinden. Im Unterschied
zum bisher bekannten wird hierbei aber nicht eine eigene Bildschirmkonstruktion unabhängig
vom Fahrzeug aufgebaut, die einen relativ großen Erstellungsaufwand und einen eigenen
Platz erfordert, sondern die gegebene Seitenwand des Nutzfahrzeug genutzt wie sie
ist. Allerdings kann sie im Rahmen dieser Erfindung, was später noch näher erläutert
wird, vergrößert werden.
[0011] Ähnliches gilt für andere Nutzfahrzeuge, wobei für Wasser- und Schienenfahrzeuge
vor allem der Bereich der Werbung relevant ist.
[0012] Vorzugsweise ist der Bildschirm im fahrbereiten Zustand des Nutzfahrzeugs betriebsbereit
montiert und kann also unmittelbar nach dem Abstellen des Fahrzeugs oder sogar während
dessen Fahrt genutzt werden. Es sollen also nach dieser Ausgestaltung nach dem Abstellen
keine mechanischen Umbauten an dem Bildschirm erforderlich sein. Allenfalls mag man
elektrische Anschlüsse verlegen oder im Fahrzeug untergebrachte Steuerungsmittel anschließen.
Vorzugsweise sind diese allerdings ebenfalls vorverkabelt mit dem Bildschirm.
[0013] Die ungefähr parallel zur Fahrtrichtung orientierten Seitenwände sind bevorzugt,
also bei einem Lkw die größeren vertikalen Seitenflächen nach rechts und links (in
Fahrtrichtung gesehen). Diese Seitenflächen sind vom Betrachter beim Vorbeifahren
über einen längeren Zeitraum gut zu erkennen und im Übrigen im Regelfall größer als
die übrigen Seitenwände.
[0014] Ferner ist bevorzugt, dass der Laderaum durch den erfindungsgemäßen Bildschirm und
dessen Betrieb nicht wesentlich eingeschränkt wird. Im betriebsbereiten Zustand der
Informationswiedergabevorrichtung soll er mit mindestens 90 %, vorzugsweise mindestens
95 % oder sogar mindestens 99 %, seines Volumens und damit praktisch uneingeschränkt
verfügbar sein. Vorzugsweise gilt dies auch für den fahrbereiten Zustand des Fahrzeugs.
[0015] Bei einer Ausgestaltung der Erfindung soll die den Bildschirm enthaltende Seitenwand
zu einem erheblichen Teil, und zwar vorzugsweise zumindest zu drei Vierteln, besonders
bevorzugterweise zumindest zu 80 %, 85 %, 90 %, besonders bevorzugterweise zu mindestens
95 %, oder sogar die gesamte Laderaumseitenwand von dem Bildschirm abgedeckt sein.
Hier werden also möglichst große Bildschirme auf den gegebenen Laderaumseitenwänden
untergebracht. Dies steht übrigens nicht der Möglichkeit entgegen, dass der Bildschirm
teilweise über die Seitenwand hinausragt.
[0016] Ein bevorzugtes Format des Bildschirms hat ein Breite/Längenverhältnis von mindestens
vier zu drei. In der Regel sind die Seitenwände horizontal breiter als (vertikal)
hoch und in vielen Fällen ist ein Querformat zur Bildschirmdarstellung günstig.
[0017] Ferner soll die Unterkante des Bildschirms in betriebsbereitem Zustand in der Nähe
der Unterkante der Seitenwand liegen. Die Seitenwand soll also im Wesentlichen von
unten ausgehend genutzt werden. Der Abstand der Unterkante des Bildschirms von der
Unterkante der Seitenwand ist dabei vorzugsweise höchstens 10 % und..noch günstiger
höchstens 5 %, wenn 100 % die Gesamthöhe der Seitenwand bedeutet. Dies gilt sowohl
für Varianten mit über die Seitenwand hinausgehendem Bildschirm, auf den noch näher
eingegangen wird, als auch für solche mit innerhalb des Seitenwandformats angeordnetem
Bildschirm.
[0018] Auf die bevorzugte Ausgestaltung als Lkw wurde bereits eingegangen. Etwas allgemeiner
ausgedrückt sind Straßennutzfahrzeuge, insbesondere Kraftfahrzeuge, bevorzugt. Die
Erfindung richtet sich also auch auf Lkw-Anhänger oder Lkw-Auflieger, bevorzugt aber
auf den angetriebenen Lkw selbst.
[0019] Dabei können der Bildschirm und die gesamte Informationswiedergabevorrichtung sowohl
während der Fahrt als auch im Stand betreibbar sein, sodass also beispielsweise Werbeanzeigen
auch während der Fahrt zu sehen sind. Im stehenden und insbesondere parkenden Zustand
besteht diese Möglichkeit bei dieser Ausgestaltung aber gleichermaßen.
[0020] Vorzugsweise schaltet die Informationswiedergabevorrichtung dabei selbsttätig ihren
Betriebsmodus um, was insbesondere die Helligkeit und/oder den Unterschied zwischen
Standbilddarstellung und bewegten Bildern betrifft. So kann z. B. dafür gesorgt werden,
dass die Anzeige auf dem Bildschirm während der Fahrt weniger hell und/oder still
ist, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu sehr abzulenken. Im parkenden oder stehenden
Zustand kann sich dieser Betriebsmodus dann ändern.
[0021] Davon unabhängig ist grundsätzlich eine selbsttätige Anpassung der Bildschirmhelligkeit
an die Umgebungshelligkeit bevorzugt, bei der also auf die sich der Umgebungshelligkeit
anpassende Empfindlichkeit des Betrachterauges Rücksicht genommen wird. Damit wird
zum Beispiel auch eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer vermieden, wenn ein erfindungsgemäß
ausgestatteter Lkw in einen Tunnel einfährt.
[0022] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung betreffen eine Vergrößerung des Bildschirmformats
durch Ansetzen eines Teilbildschirms. Dies geschieht natürlich vorzugsweise im stehenden
Zustand des Fahrzeugs. Damit können die Formatbegrenzungen der Seitenwand überschritten
werden, wobei die Vergrößerung des Bildschirmformats nicht zwingend eine Ausfüllung
des gesamten Seitenwandformats durch den unvergrößerten Bildschirm voraussetzt. Insbesondere
kann der Teilbildschirm durch ein Verschieben oder Verkippen bewegt werden und dann
an eine Seitenkante des unvergrößerten Bildschirms angesetzt werden, sodass sich in
der Summe bei entsprechend abgestimmter Darstellung der Eindruck eines quasi durchgehenden
großen Bildschirms ergibt. Natürlich kann dies mit mehr als einem Teilbildschirm geschehen,
etwa in die Höhe und in die Breite. Hierzu wird auf die Ausführungsbeispiels verwiesen.
[0023] Über die eigentliche Laderaumseitenwand hinausragende Teile des Bildschirms, insbesondere
in der gerade erläuterten Weise bewegte und angesetzte Teilbildschirme, können mit
Luftdurchtrittsöffnungen versehen sein, um ihren Windwiderstand zu reduzieren. Beispielsweise
kommen dabei Flächenanteile von mindestens 40 % der von den Öffnungen durchsetzten
Flächen in Betracht. Die Luftdurchtrittsöffnungen sind vorzugsweise so klein, dass
sie bei der Betrachtung des Bildschirminhalts nicht wesentlich auffallen, und entsprechend
in der Fläche verteilt. Die Prozentangabe bezieht sich dabei auf die von den Öffnungen
durchsetzte Fläche und nicht zwingend auf die gesamte über die Seitenwand hinausragende
Bildschirmfläche. Bei einer besonderen Ausgestaltung kann der Teilbildschirm dabei
aus Streifen oder Stäben aufgebaut sein, die die selbstleuchtenden Bildschirmelemente,
zum Beispiel LEDs, enthalten. Solche Streifen können zum Beispiel aus transparenten
oder transluzenten Röhren bestehen, die mit LEDs gefüllt sind. Zwischen den Streifen
bleiben Abstände, die als Luftdurchtrittsöffnungen dienen können.
[0024] Insbesondere im Rahmen der erläuterten Vergrößerung des Bildschirms über die Nutzfahrzeugseitenwand
hinaus können nach Wunsch auch extreme Bildschirmformate erreicht werden. Vorzugsweise
überschreitet das Breite/Längenverhältnis allerdings nicht den Wert 16:9. Es bewegt
sich insgesamt also vorzugsweise zwischen 4:3 und 16:9.
[0025] Darüber hinaus kann die insgesamt zur Verfügung stehende Bildschirmfläche, ob nun
ein über die Nutzfahrzeugseitenwand hinaus vergrößerter Gesamtbildschirm oder ein
diese Option der Erfindung nicht nutzender Bildschirm, der sich auf die Seitenwand
beschränkt, auch zur Positionsverstellung eines angezeigten Bildformats genutzt werden.
Zum Beispiel könnte eine deutlich über die Seitenwandhöhe hinaus gehende Gesamtbildschirmhöhe
dazu benutzt werden, das Bildformat, insbesondere dann, wenn der Gesamtbildschirm
aufgebaut ist, und in anderen Fällen nicht, höher zu schieben und damit die Sichtbarkeit
für Betrachter zum Beispiel in der Menschenmenge zu verbessern. Im Prinzip besteht
die gleiche Möglichkeit natürlich auch für die dazu senkrechte Breitenrichtung.
[0026] Ferner kann der Bildschirm eine hinterleuchtete, insbesondere transluzente oder transparente
Folie aufweisen. Dabei ist die Folie also zwischen den Leuchtmitteln und dem Betrachter
angeordnet. Die Folie kann eine Schutzfunktion haben, zum Beispiel gegen Schmutz,
Wasser, Steinschlag und Vergilbung schützen und gelegentlich ersetzt werden. Sie kann
zusätzlich oder stattdessen aber auch auf das dem Betrachter erscheinende Bild Einfluss
nehmen, etwa indem sie bedruckt ist und/oder als diffuse Folie einen gewissen "Weichzeichnereffekt"
zeigt und damit zum Beispiel die Erkennbarkeit der einzelnen Bildpunkte schwächt oder
auflöst. Damit kann der Bildeindruck verändert und auch verbessert werden.
[0027] Schließlich richtet sich die Erfindung auch auf eine Ausgestaltung, bei der der Bildschirm
oder Teile desselben als fensterartige Bereiche in der Seitenwand vorgesehen sind.
Mit Fenster ist hier insbesondere gemeint, dass ein Bildschirmteil nur einen kleineren
Teil, etwa höchstens 20 %, der Nutzfahrzeugseitenwand aufmacht. Vorzugsweise sind
mehrere solche Bildschirmfenster vorgesehen. Sie können zum Beispiel in der Art von
Bullaugen gestaltet sein und verschiedene Inhalte darstellen. Bevorzugt sind dabei
zumindest thematisch zusammenhängende Inhalte, allerdings besonders auch solche, die
den Eindruck erwecken, als blicke der Betrachter durch diese Mehrzahl Fenster in einen
zusammenhängenden Hintergrund. Beispielsweise kann die Darstellung thematisch mit
dem transportierten Frachtgut zusammenhängen, könnte also zum Beispiel die Darstellung
von Fischen auf einem Lkw gewählt werden, der als Kühlwagen Frischfisch transportiert.
[0028] Schließlich richtet sich die Erfindung auch auf einen entsprechend den vorstehenden
Erläuterungen ausgestalteten Nutzfahrzeugcontainer. Dieser kann also auch zum Beispiel
auf einen Sattelschlepper oder ein anderes Nutzfahrzeug aufgesetzt und transportiert
werden, allerdings bei Bedarf auch an einer bestimmten Einsatzstelle abgestellt werden.
[0029] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0030] Die darin enthaltenen Merkmale und auch die Offenbarung der vorstehenden Beschreibung
sind grundsätzlich im Hinblick auf alle Erfindungskategorien zu verstehen, ohne dass
hierzwischen immer im Einzelnen explizit unterschieden wird.
- Figur 1
- zeigt eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Lkw mit Bildschirmseitenwand.
- Figur 2
- zeigt eine Variante zu Figur 1 als zweites Ausführungsbeispiel, wobei der Lkw einen
von ihm abnehmbaren Transportcontainer aufweist.
- Figur 3
- zeigt eine schematische Seitenansicht eines Figur 2 entsprechenden Containers in Fahrtrichtung
gesehen zur Illustration eines dritten Ausführungsbeispiels.
- Figur 4
- zeigt den Container aus Figur 3 in Draufsicht.
- Figur 5
- zeigt den Container aus den Figuren 3 und 4 in einer Figur 2 entsprechende Seitenansicht.
- Figur 6
- zeigt eine Figur 3 entsprechende Seitenansicht eines Containers, jedoch eine Variante
und damit ein viertes Ausführungsbeispiel.
- Figur 7
- zeigt eine Draufsicht auf den Container aus Figur 6 entsprechend Figur 4.
- Figur 8
- zeigt eine Seitenansicht des Containers aus den Figuren 6 und 7 entsprechend Figur
5.
- Figur 9
- zeigt schematisch einen Teilbildschirm gemäß den Figuren 3 bis 5 mit Luftdurchtrittsöffnungen.
[0031] Figur 1 zeigt einen Lkw 1 mit links erkennbarem Fahrerhaus und rechts erkennbarem
Laderaum 2. Der Laderaum weist eine in Figur 1 sichtbare starre Seitenwand auf, in
der mit einem geringen umlaufenden Restrand ein Bildschirm 3 in Form einer an sich
bekannten LED-Matrix montiert ist. In dem Fahrerhaus ist schematisch ein Steuergerät
4 eingezeichnet, mit dem der Bildschirm 3 betrieben werden kann und das die Nutzmöglichkeiten
des Laderaums 2 nicht weiter beschränkt. Der Laderaum 2 ist vielmehr durch eine an
sich bekannte Hecktür zugänglich und für andere Zwecke verwendbar. Gleichzeitig ist
der Bildschirm 3 betriebsbereit montiert. Sein Format kann 4:3 oder, wie im vorliegenden
Fall, auch etwa 5:3 betragen, wobei er insbesondere fast die gesamte Seitenwandhöhe
ausnutzt und weniger als 10 %, bezogen auf die Seitenwandhöhe, über der Unterkante
der Seitenwand beginnt bzw. unter der Oberkante endet.
[0032] Mithilfe des Steuergeräts 4 kann der Bildschirm 3 sowohl während der Fahrt als auch
im Stand betrieben werden. Das Steuergerät 4 bietet dabei einen Betriebsmodus an,
in dem der Bildschirm 3 im Stillstand des Lkws 1 bewegte Bilder mit voller Helligkeit
wiedergibt und bei Fahrtantritt des Lkws 1 auf ein Standbild mit verminderter Helligkeit
umschaltet. Ferner erfasst das Steuergerät 4 die Umgehungshelligkeit über einen nicht
gezeichneten Sensor und passt beide Helligkeitswerte an die Umgebungshelligkeit an.
Damit wird vermieden, dass bei bedecktem Wetter eine Blendwirkung eintritt und bei
sonnigem Wetter die Erkennbarkeit des Bildschirminhalts leidet. Sowohl der Umschaltvorgang
zwischen Stillstand und Fahrt als auch die Helligkeitsanpassung geschehen automatisch.
[0033] Ferner kann der Bildschirm 3 in Figur 1 mit einer Folie abgedeckt sein. Die Folie
kann zum Schutz gegen Witterung, Vergilben, Verschmutzen und Steinschlag dienen und
ähnlich wie von Autowindschutzscheiben bekannt Randbereiche durch ein aufgedrucktes
Punktmuster graduell abschatten, um einen scheinbar allmählichen Übergang an den Bildschirmrändern
zu erzeugen. Ferner ist die Folie etwas diffus und verwischt damit die durch die LED-Matrix-Technik
vorgegebene Rasterung des Bildes.
[0034] Figur 2 zeigt eine Alternative zu Figur 1. Hier ist nämlich der Laderaum als abnehmbarer
Container 2' ausgestaltet, wobei der Lkw 1' eine entsprechende Ladepritsche zur Aufnahme
des Containers 2' aufweist. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass der Bildschirm
3' die gesamte Seitenwand des Containers 2' ausmacht. Er ist daher in Figur 2 nur
noch durch das Bezugszeichen von den Umrissen des Containers 2' zu trennen. Dabei
kann das Steuergerät 4' zum Beispiel außen an dem Container 2' angebracht sein, um
dessen Innenraum nicht einzuschränken. Es kann aber auch, um besser geschützt zu sein,
im Inneren untergebracht sein.
[0035] In den folgenden Figuren 3 bis 8 wird von einem Container 2' in Figur 2 ausgegangen,
wobei die Erläuterungen analog auch für einen Laderaum 2 bzw. Lkw 1 gemäß Figur 1
gelten.
[0036] Figur 3 zeigt eine Seitenansicht, und zwar mit Blickrichtung in Fahrtrichtung auf
die Rückseite des Containers 2". Der Container 2' ist dabei auf nur symbolisch dargestellten
Füßen abgestellt, könnte aber in gleicher Weise auch auf dem Lkw 1' aufgeladen sein.
Bei dieser Ausgestaltung weist der Container 2' einen zusätzlichen Teilbildschirm
5 auf, der in Figur 3 auf das Dach des Containers 2' abgeklappt dargestellt ist. Zusätzlich
ist eine von der linken oberen Ecke des Containers 2' ausgehende gestrichelte Linie
nach oben gezeichnet, die der aufgerichteten Position des Teilbildschirms entspricht.
Die von derselben Ecke nach unten links neben der linken Seitenwand des Containers
2' dargestellte gestrichelte Linie zeigt eine Alternative, nämlich eine seitlich heruntergeklappte
Position des Teilbildschirms 5. Selbstverständlich kann der Teilbildschirm in allen
dargestellten Positionen gesichert werden.
[0037] Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf denselben Container 2". Man erkennt den auf dem
Dach des Containers 2" liegenden Teilbildschirm 5 und an seinem in Figur 4 linken
Rand Scharniere 6. Links ist ferner wie in Figur 3 die alternative Möglichkeit eines
Abklappens an die linke Seitenwand des Containers 2" dargestellt.
[0038] In Figur 5 sieht man den gleichen Container 2" in einer Figur 2 entsprechenden Seitenansicht.
In Figur 5 ist im oberen Bereich der aufgeklappte Teilbildschirm 5 zu erkennen, der
den Bildschirm, hier mit 3" bezeichnet, um ein erhebliches Stück nach oben vergrößert.
Ferner ist eine gestrichelte Linie 7 eingezeichnet, die veranschaulicht, dass ein
im Prinzip den unvergrößerten Bildschirm 3" füllendes Bildformat um die Höhe des zusätzlichen
Teilbildschirms 5 nach oben verschoben werden kann, also oberhalb der gestrichelten
Linie 7 dargestellt werden kann. Bei dieser Variante bliebe dann der unter der Linie
7 verbleibende Teil des Bildschirms 3" ungenutzt. Dies ist aber nur eine Möglichkeit.
Natürlich kann auch der Gesamtbildschirm aus dem der Seitenwand entsprechenden Bildschirm
3" und dem Teilbildschirm 5 insgesamt mit einem Bildformat gefüllt werden.
[0039] Figur 6 zeigt als drittes Ausführungsbeispiel eine andere Variante der Vergrößerung
eines Bildschirms 3' wie in Figur 2. Der entsprechende Container ist demzufolge mit
2'" bezeichnet. Er ist entsprechend den Figuren 3, 4 und 5 in den Figuren 6, 7 und
8 in Seitenansicht in Fahrtrichtung, in Draufsicht und in Seitenansicht quer zur Fahrtrichtung
dargestellt. Figur 6 zeigt links von dem Container 2'" zwei angedeutete Teilbildschirme
8 und 9; Figur 7 zeigt zusätzlich einen an die Stirnwand des Containers 2'" angeklappten
Teilbildschirm 10. Figur 8 zeigt die Teilbildschirme zusammen mit dem der Seitenwand
entsprechenden Bildschirm 3'" als Gesamtbildschirm. Offensichtlich wird der Teilbildschirm
8 nach oben über den Container 2'" bewegt, und zwar bei diesem Beispiel verschoben
(der Querversatz in Figuren 6 und 7 ist durch die Zeichnung bedingt übertrieben dargestellt).
Dabei wird der Teilbildschirm 9 mit nach oben bewegt. Dieser ist um eine vertikale
Drehachse an der (bezogen auf die Fahrtrichtung) hinteren Seitenkante des Teilbildschirms
8 klappbar und kann daher entsprechend Figur 8 ausgeklappt werden. Gleichzeitig kann
der Teilbildschirm 10 an der Rückwand des Containers 2'" ebenfalls um eine vertikale
Drehachse ausgeklappt werden, sodass sich insgesamt ein großer Gesamtbildschirm wie
in Figur 8 ergibt. Die Teilbildschirme sind entsprechend miteinander zu verriegeln.
Insbesondere kann der obere Teilbildschirm 8 zum Beispiel durch eine in Figur 6 gestrichelt
angedeutete Diagonalstrebe gesichert werden (wie das auch für den Teilbildschirm 5
in Figur 3 möglich ist).
[0040] Insgesamt zeigt sich also, dass nicht nur die Seitenwand eines Nutzfahrzeugs oder
Nutzfahrzeugcontainers als Bildschirmformat zur Verfügung steht, sondern diese auch
durch bewegliche Teilbildschirme vergrößert werden kann. Diese können verschoben,
geklappt oder als lose Teile (die auch im Nutzraum transportiert werden können) ergänzt
werden. Insgesamt sind damit praktisch beliebige Bildschirmformate darstellbar. Der
Gesamtbildschirm in Figur 8 soll beispielsweise ein 16:9-Kinoformat haben.
[0041] Im Übrigen gelten die Erläuterungen zu Figur 1 und Figur 2. Insbesondere sind die
Teilbildschirme nur im Stand und nur im aufgebauten Zustand betreibbar. Dennoch kann
der der Seitenwand entsprechende Bildschirm 3" oder 3'" auch während der Fahrt beziehungsweise
auch unvergrößert im Stand benutzt werden.
[0042] Figur 9 veranschaulicht die bereits erläuterte Möglichkeit, in einem Teilbildschirm,
beispielsweise dem Teilbildschirm 5 aus dem dritten Ausführungsbeispiel in den Figuren
3 bis 5, Luftdurchtrittsöffnungen 11 vorzusehen. Diese sind hier rautenförmig und
ungefähr gleichmäßig über die Gesamtfläche verteilt. Die Figur ist nur symbolisch,
tatsächlich nehmen die Luftdurchtrittsöffnungen einen Anteil von ungefähr 50 % der
Fläche dieses Teilbildschirms 5 ein. Sie verringern den Luftwiderstand erheblich und
verbessern damit die Verwendbarkeit eines solchen Teilbildschirms bei stärkerem Wind.
[0043] Die Luftdurchtrittsöffnungen können aber auch Abstände zwischen Stäben oder Streifen
eines Teilbildschirms sein, was nicht separat gezeichnet ist. Man kann sich hier einfach
parallele schmale Bildschirmstreifen vorstellen, die zum Beispiel als transparente
Kunststoffrohre ausgestaltet sein können. Diese enthalten in abgedichteter Weise jeweils
zumindest eine LED-Kette und weisen voneinander einen vorzugsweise größeren Abstand
als ihr eigener Durchmesser auf.
[0044] Durch Luftdurchtrittsöffnungen lassen sich in Einzelfällen zum Beispiel auch Verstrebungen
vermeiden wie die in Figur 6 angedeutete, weil die auftretenden Windlasten deutlich
verringert werden.
[0045] Figur 10 zeigt eine weitere Variante, nämlich einen Lkw 1"" entsprechend Figur 1.
In diesem Fall sind in der Seitenwand des Laderaums 2"" sechs ovale (bullaugenartige)
Einzelbildschirme 12 untergebracht. Diese erzeugen insoweit ein zusammenhängendes
Bild, als sie jeweils in entsprechender Helligkeit und Farbabstimmung bewegte Fische
und andere aquarientypische Szenen zeigen. Der Betrachter hat damit den Eindruck,
durch die Bullaugen in ein in den Laderaum angeordnetes Aquarium zu blicken. Dieses
Beispiel dient zur Veranschaulichung der Tatsache, dass nicht zwingend großformatige
Bildschirme in der Nutzfahrzeugseitenwand vorgesehen sein müssen.
1. Nutzfahrzeug (1 - 1"") mit
einem Laderaum (2 - 2"') mit Seitenwänden und
einer Vorrichtung (3 - 3"', 4, 4', 12) zum Wiedergeben von Informationen, die einen
Bildschirm (3 - 3"', 12) zum Wiedergeben von Informationen und Ansteuerungsmittel
(4, 4') zum Betreiben des Bildschirms (3 - 3"', 12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bereich zumindest einer Seitenwand ganz oder teilweise den Bildschirm
(3 - 3"', 12) bildet und
der Bildschirm (3 - 3"', 12) selbstleuchtend ist und von dem Nutzfahrzeug (1 - 1"")
weg abstrahlende Leuchtmittel aufweist, insbesondere LEDs.
2. Nutzfahrzeug nach Anspruch 1, bei dem der Bildschirm (3 - 3"', 12) an einer im Wesentlichen
parallel zur Fahrtrichtung orientierten Seitenwand vorgesehen ist.
3. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem der Bildschirm (3 - 3"')
ein Querformat mit einem Breite/Längenverhältnis von mindestens 4:3 aufweist.
4. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die Unterkante des Bildschirms
(3 - 3"') im betriebsbereiten Zustand höchstens 10%, in Bezug auf die Gesamthöhe der
Seitenwand, über der Unterkante der Seitenwand liegt.
5. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die Oberkante des Bildschirms
(3 - 3"') im betriebsbereiten Zustand höchstens 10%, in Bezug auf die Gesamthöhe der
Seitenwand, unter der Oberkante der Seitenwand liegt.
6. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die Informationswiedergabevorrichtung
(3 - 3"', 4, 4', 12) sowohl während der Fahrt als auch im Stand betreibbar ist.
7. Nutzfahrzeug nach Anspruch 6, bei dem die Informationswiedergabevorrichtung (3 - 3"',
4, 4', 12) dazu ausgelegt ist, beim Wechsel des Nutzfahrzeugs (1 - 1"") zwischen Stand
und Fahrt selbsttätig einen Betriebsmodus der Informationswiedergabevorrichtung umzuschalten,
insbesondere die Helligkeit des Bildschirms (3 - 3"', 12) und/oder zwischen einem
Standbild und einem bewegten Bild auf dem Bildschirm.
8. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche mit einem zusätzlichen Teilbildschirm
(5, 8 - 10), der durch eine Bewegung, insbesondere durch ein Verschieben oder Verkippen,
an eine Seitenkante des Bildschirms (3 - 3"'), insbesondere an seine Oberkante, ansetzbar
ist und mit diesem gemeinsam für eine Gesamtdarstellung betreibbar ist.
9. Nutzfahrzeug nach Anspruch 8, bei dem zumindest ein Teil des zusätzlichen Teilbildschirms
(5) Luftdurchtrittsöffnungen (11) zur Verringerung des Windwiderstandes aufweist,
insbesondere in einem Umfang vonmindestens 40 % der von den Luftdurchtrittsöffnungen
(11) durchsetzten Teilfläche des Teilbildschirms (5).
10. Nutzfahrzeug nach Anspruch 9, bei dem der Teilbildschirm (8 - 10) in Form von selbstleuchtenden
Stäben mit Abständen dazwischen als Luftdurchtrittsöffnungen aufgebaut ist.
11. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem das auf dem Bildschirm
(3") und gegebenenfalls Gesamtbildschirm (3", 5) angezeigte Bildformat in zumindest
einem von Größe und Höhenposition verstellbar ist.
12. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem der Bildschirm (3 - 3"')
eine hinterleuchtete Folie aufweist, insbesondere eine bedruckte und/oder diffuse
Folie.
13. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der zumindest ein Bildschirm
(12) oder Bildschirmteil als im Verhältnis zu der Fläche der Seitenwand kleiner Teilbereich
derselben in der Art eines Fensters vorgesehen ist, insbesondere eine Mehrzahl solcher
Bildschirme (12) oder Bildschirmteile fensterartig in der Seitenwand vorgesehen sind.
14. Nutzfahrzeugcontainer (2' - 2"") für ein Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden
Ansprüche mit
einem Laderaum (2 - 2"') mit Seitenwänden und
einer Vorrichtung (3 - 3"', 4, 4', 12) zum Wiedergeben von Informationen, die einen
Bildschirm (3 - 3"', 12) zum Wiedergeben von Informationen und Ansteuerungsmittel
(4, 4') zum Betreiben des Bildschirms (3 - 3"', 12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bereich zumindest einer Seitenwand ganz oder teilweise den Bildschirm
(3 - 3"', 12) bildet und
der Bildschirm (3 - 3"', 12) selbstleuchtend ist und von dem Nutzfahrzeug (1 - 1"")
weg abstrahlende Leuchtmittel aufweist, insbesondere LEDs.
15. Verwendung eines Nutzfahrzeugs oder Nutzfahrzeugcontainers nach einem der vorstehenden
Ansprüche zur Wiedergabe von Informationen, zur Beleuchtung und/oder zur Dekoration
durch Anzeige auf dem Bildschirm (3 - 3"', 12).