(19)
(11) EP 2 317 494 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.05.2011  Patentblatt  2011/18

(21) Anmeldenummer: 10014322.1

(22) Anmeldetag:  05.11.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G09F 9/33(2006.01)
G09F 13/22(2006.01)
G09F 21/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 25.09.2009 DE 102009042747

(71) Anmelder: Kluth, Manfred
40721 Hilden (DE)

(72) Erfinder:
  • Kluth, Manfred
    40721 Hilden (DE)

(74) Vertreter: Szynka, Dirk et al
König, Szynka, Tilmann, von Renesse Patentanwälte Partnerschaft Sollner Strasse 9
81479 München
81479 München (DE)

   


(54) Nutzfahrzeug mit selbstleuchtendem Bildschirm


(57) Die Erfindung betrifft ein Nutzfahrzeug 1, insbesondere einen Lkw, mit einem seitlich montierten LED-Bildschirm 3.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Nutzfahrzeug im allgemeinsten Sinn, insbesondere einen Lkw.

[0002] Lkws und andere Nutzfahrzeuge wie z. B. Eisenbahnwagen oder Frachtschiffe, weisen regelmäßig einen Laderaum zum Transport von Gütern auf, der von Wänden eingeschlossen ist.

[0003] Andererseits sind im Stand der Technik Bildschirme bekannt, auch Großbildschirme zur freien Aufstellung. Sie dienen beispielsweise zur Wiedergabe von Werbung, Informationsanzeigen, Sportereignisübertragungen und ähnlichem

[0004] Beide technischen Gebiete waren bislang soweit ersichtlich nicht verknüpft.

[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt davon ausgehend das technische Problem zugrunde, eine vorteilhafte Ausgestaltung eines Nutzfahrzeugs anzugeben.

[0006] Dementsprechend bezieht sich die Erfindung auf ein Nutzfahrzeug mit einem Laderaum mit Seitenwänden und einer Vorrichtung zum Wiedergeben von Informationen, die einen Bildschirm zum Wiedergeben von Informationen und Ansteuerungsmittel zum Betreiben des Bildschirms aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bereich zumindest einer Seitenwand ganz oder teilweise den Bildschirm bildet und der Bildschirm selbstleuchtend ist und von dem Nutzfahrzeug weg abstrahlende Leuchtmittel aufweist, insbesondere LEDs.

[0007] Bevorzugte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben und werden neben den Grundlagen der Erfindung im Folgenden näher erläutert.

[0008] Die Grundidee der Erfindung betrifft die Nutzbarmachung zumindest einer Seitenwand des Laderaums für einen selbstleuchtenden Bildschirm. Die Seitenwände von Nutzfahrzeug-Laderäumen sind nämlich regelmäßig großflächig und damit grundsätzlich gut für eine Bild- oder Textwiedergabe geeignet. Die Seitenwände wurden aber bislang lediglich für fest aufgedruckte oder aufgemalte Dekorationen, Firmen- oder Speditionsnamen oder Werbeflächen genutzt. Erfindungsgemäß soll nun ein selbstleuchtender Bildschirm die Seitenwand oder zumindest einen Teil der Seitenwand bilden, d. h. flächig auf der Seitenwand montiert sein und diese dabei nach außen abdecken, oder die Seitenwand sogar ganz ersetzen.

[0009] Der selbstleuchtende Bildschirm wird durch Ansteuerungsmittel betrieben, die ebenfalls in dem Nutzfahrzeug integriert sind. Der erfindungsgemäße Bildschirm bietet für die ohnehin vorhandene und zwangsläufig mit dem Nutzfahrzeug transportierte Seitenwand eine weitere vorteilhafte Nutzungsmöglichkeit. Diese Nutzungsmöglichkeit hat dabei die unterschiedlichsten praktischen Anwendungsmöglichkeiten.

[0010] So kann der Bildschirm z. B. als Werbetafel dienen und bewegte oder unbewegte leuchtende Werbebilder oder -spots anzeigen. Beispielsweise kann dies auf einem Lkw erfolgen. Im Prinzip ist aber auch die Seitenwand eines Transportcontainers auf einem Frachtschiff für leuchtende Werbeanzeigen von Interesse. Das Nutzfahrzeug, beispielsweise ein Lkw, kann auch für näher mit dem Bildschirm verbundene Einsatzzwecke herangezogen werden, beispielsweise Einrichtungsgegenstände zu einer Veranstaltung transportieren und auf der selben Veranstaltung dann mit seinem Bildschirm genutzt werden. So kann eine Effektbeleuchtung oder stimmungserzeugende Dekorationen bei Festen, eine Sportereignis-Übertragung im Sinne eines "public viewing", Freiluftkino oder ähnliches stattfinden. Im Unterschied zum bisher bekannten wird hierbei aber nicht eine eigene Bildschirmkonstruktion unabhängig vom Fahrzeug aufgebaut, die einen relativ großen Erstellungsaufwand und einen eigenen Platz erfordert, sondern die gegebene Seitenwand des Nutzfahrzeug genutzt wie sie ist. Allerdings kann sie im Rahmen dieser Erfindung, was später noch näher erläutert wird, vergrößert werden.

[0011] Ähnliches gilt für andere Nutzfahrzeuge, wobei für Wasser- und Schienenfahrzeuge vor allem der Bereich der Werbung relevant ist.

[0012] Vorzugsweise ist der Bildschirm im fahrbereiten Zustand des Nutzfahrzeugs betriebsbereit montiert und kann also unmittelbar nach dem Abstellen des Fahrzeugs oder sogar während dessen Fahrt genutzt werden. Es sollen also nach dieser Ausgestaltung nach dem Abstellen keine mechanischen Umbauten an dem Bildschirm erforderlich sein. Allenfalls mag man elektrische Anschlüsse verlegen oder im Fahrzeug untergebrachte Steuerungsmittel anschließen. Vorzugsweise sind diese allerdings ebenfalls vorverkabelt mit dem Bildschirm.

[0013] Die ungefähr parallel zur Fahrtrichtung orientierten Seitenwände sind bevorzugt, also bei einem Lkw die größeren vertikalen Seitenflächen nach rechts und links (in Fahrtrichtung gesehen). Diese Seitenflächen sind vom Betrachter beim Vorbeifahren über einen längeren Zeitraum gut zu erkennen und im Übrigen im Regelfall größer als die übrigen Seitenwände.

[0014] Ferner ist bevorzugt, dass der Laderaum durch den erfindungsgemäßen Bildschirm und dessen Betrieb nicht wesentlich eingeschränkt wird. Im betriebsbereiten Zustand der Informationswiedergabevorrichtung soll er mit mindestens 90 %, vorzugsweise mindestens 95 % oder sogar mindestens 99 %, seines Volumens und damit praktisch uneingeschränkt verfügbar sein. Vorzugsweise gilt dies auch für den fahrbereiten Zustand des Fahrzeugs.

[0015] Bei einer Ausgestaltung der Erfindung soll die den Bildschirm enthaltende Seitenwand zu einem erheblichen Teil, und zwar vorzugsweise zumindest zu drei Vierteln, besonders bevorzugterweise zumindest zu 80 %, 85 %, 90 %, besonders bevorzugterweise zu mindestens 95 %, oder sogar die gesamte Laderaumseitenwand von dem Bildschirm abgedeckt sein. Hier werden also möglichst große Bildschirme auf den gegebenen Laderaumseitenwänden untergebracht. Dies steht übrigens nicht der Möglichkeit entgegen, dass der Bildschirm teilweise über die Seitenwand hinausragt.

[0016] Ein bevorzugtes Format des Bildschirms hat ein Breite/Längenverhältnis von mindestens vier zu drei. In der Regel sind die Seitenwände horizontal breiter als (vertikal) hoch und in vielen Fällen ist ein Querformat zur Bildschirmdarstellung günstig.

[0017] Ferner soll die Unterkante des Bildschirms in betriebsbereitem Zustand in der Nähe der Unterkante der Seitenwand liegen. Die Seitenwand soll also im Wesentlichen von unten ausgehend genutzt werden. Der Abstand der Unterkante des Bildschirms von der Unterkante der Seitenwand ist dabei vorzugsweise höchstens 10 % und..noch günstiger höchstens 5 %, wenn 100 % die Gesamthöhe der Seitenwand bedeutet. Dies gilt sowohl für Varianten mit über die Seitenwand hinausgehendem Bildschirm, auf den noch näher eingegangen wird, als auch für solche mit innerhalb des Seitenwandformats angeordnetem Bildschirm.

[0018] Auf die bevorzugte Ausgestaltung als Lkw wurde bereits eingegangen. Etwas allgemeiner ausgedrückt sind Straßennutzfahrzeuge, insbesondere Kraftfahrzeuge, bevorzugt. Die Erfindung richtet sich also auch auf Lkw-Anhänger oder Lkw-Auflieger, bevorzugt aber auf den angetriebenen Lkw selbst.

[0019] Dabei können der Bildschirm und die gesamte Informationswiedergabevorrichtung sowohl während der Fahrt als auch im Stand betreibbar sein, sodass also beispielsweise Werbeanzeigen auch während der Fahrt zu sehen sind. Im stehenden und insbesondere parkenden Zustand besteht diese Möglichkeit bei dieser Ausgestaltung aber gleichermaßen.

[0020] Vorzugsweise schaltet die Informationswiedergabevorrichtung dabei selbsttätig ihren Betriebsmodus um, was insbesondere die Helligkeit und/oder den Unterschied zwischen Standbilddarstellung und bewegten Bildern betrifft. So kann z. B. dafür gesorgt werden, dass die Anzeige auf dem Bildschirm während der Fahrt weniger hell und/oder still ist, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu sehr abzulenken. Im parkenden oder stehenden Zustand kann sich dieser Betriebsmodus dann ändern.

[0021] Davon unabhängig ist grundsätzlich eine selbsttätige Anpassung der Bildschirmhelligkeit an die Umgebungshelligkeit bevorzugt, bei der also auf die sich der Umgebungshelligkeit anpassende Empfindlichkeit des Betrachterauges Rücksicht genommen wird. Damit wird zum Beispiel auch eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer vermieden, wenn ein erfindungsgemäß ausgestatteter Lkw in einen Tunnel einfährt.

[0022] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung betreffen eine Vergrößerung des Bildschirmformats durch Ansetzen eines Teilbildschirms. Dies geschieht natürlich vorzugsweise im stehenden Zustand des Fahrzeugs. Damit können die Formatbegrenzungen der Seitenwand überschritten werden, wobei die Vergrößerung des Bildschirmformats nicht zwingend eine Ausfüllung des gesamten Seitenwandformats durch den unvergrößerten Bildschirm voraussetzt. Insbesondere kann der Teilbildschirm durch ein Verschieben oder Verkippen bewegt werden und dann an eine Seitenkante des unvergrößerten Bildschirms angesetzt werden, sodass sich in der Summe bei entsprechend abgestimmter Darstellung der Eindruck eines quasi durchgehenden großen Bildschirms ergibt. Natürlich kann dies mit mehr als einem Teilbildschirm geschehen, etwa in die Höhe und in die Breite. Hierzu wird auf die Ausführungsbeispiels verwiesen.

[0023] Über die eigentliche Laderaumseitenwand hinausragende Teile des Bildschirms, insbesondere in der gerade erläuterten Weise bewegte und angesetzte Teilbildschirme, können mit Luftdurchtrittsöffnungen versehen sein, um ihren Windwiderstand zu reduzieren. Beispielsweise kommen dabei Flächenanteile von mindestens 40 % der von den Öffnungen durchsetzten Flächen in Betracht. Die Luftdurchtrittsöffnungen sind vorzugsweise so klein, dass sie bei der Betrachtung des Bildschirminhalts nicht wesentlich auffallen, und entsprechend in der Fläche verteilt. Die Prozentangabe bezieht sich dabei auf die von den Öffnungen durchsetzte Fläche und nicht zwingend auf die gesamte über die Seitenwand hinausragende Bildschirmfläche. Bei einer besonderen Ausgestaltung kann der Teilbildschirm dabei aus Streifen oder Stäben aufgebaut sein, die die selbstleuchtenden Bildschirmelemente, zum Beispiel LEDs, enthalten. Solche Streifen können zum Beispiel aus transparenten oder transluzenten Röhren bestehen, die mit LEDs gefüllt sind. Zwischen den Streifen bleiben Abstände, die als Luftdurchtrittsöffnungen dienen können.

[0024] Insbesondere im Rahmen der erläuterten Vergrößerung des Bildschirms über die Nutzfahrzeugseitenwand hinaus können nach Wunsch auch extreme Bildschirmformate erreicht werden. Vorzugsweise überschreitet das Breite/Längenverhältnis allerdings nicht den Wert 16:9. Es bewegt sich insgesamt also vorzugsweise zwischen 4:3 und 16:9.

[0025] Darüber hinaus kann die insgesamt zur Verfügung stehende Bildschirmfläche, ob nun ein über die Nutzfahrzeugseitenwand hinaus vergrößerter Gesamtbildschirm oder ein diese Option der Erfindung nicht nutzender Bildschirm, der sich auf die Seitenwand beschränkt, auch zur Positionsverstellung eines angezeigten Bildformats genutzt werden. Zum Beispiel könnte eine deutlich über die Seitenwandhöhe hinaus gehende Gesamtbildschirmhöhe dazu benutzt werden, das Bildformat, insbesondere dann, wenn der Gesamtbildschirm aufgebaut ist, und in anderen Fällen nicht, höher zu schieben und damit die Sichtbarkeit für Betrachter zum Beispiel in der Menschenmenge zu verbessern. Im Prinzip besteht die gleiche Möglichkeit natürlich auch für die dazu senkrechte Breitenrichtung.

[0026] Ferner kann der Bildschirm eine hinterleuchtete, insbesondere transluzente oder transparente Folie aufweisen. Dabei ist die Folie also zwischen den Leuchtmitteln und dem Betrachter angeordnet. Die Folie kann eine Schutzfunktion haben, zum Beispiel gegen Schmutz, Wasser, Steinschlag und Vergilbung schützen und gelegentlich ersetzt werden. Sie kann zusätzlich oder stattdessen aber auch auf das dem Betrachter erscheinende Bild Einfluss nehmen, etwa indem sie bedruckt ist und/oder als diffuse Folie einen gewissen "Weichzeichnereffekt" zeigt und damit zum Beispiel die Erkennbarkeit der einzelnen Bildpunkte schwächt oder auflöst. Damit kann der Bildeindruck verändert und auch verbessert werden.

[0027] Schließlich richtet sich die Erfindung auch auf eine Ausgestaltung, bei der der Bildschirm oder Teile desselben als fensterartige Bereiche in der Seitenwand vorgesehen sind. Mit Fenster ist hier insbesondere gemeint, dass ein Bildschirmteil nur einen kleineren Teil, etwa höchstens 20 %, der Nutzfahrzeugseitenwand aufmacht. Vorzugsweise sind mehrere solche Bildschirmfenster vorgesehen. Sie können zum Beispiel in der Art von Bullaugen gestaltet sein und verschiedene Inhalte darstellen. Bevorzugt sind dabei zumindest thematisch zusammenhängende Inhalte, allerdings besonders auch solche, die den Eindruck erwecken, als blicke der Betrachter durch diese Mehrzahl Fenster in einen zusammenhängenden Hintergrund. Beispielsweise kann die Darstellung thematisch mit dem transportierten Frachtgut zusammenhängen, könnte also zum Beispiel die Darstellung von Fischen auf einem Lkw gewählt werden, der als Kühlwagen Frischfisch transportiert.

[0028] Schließlich richtet sich die Erfindung auch auf einen entsprechend den vorstehenden Erläuterungen ausgestalteten Nutzfahrzeugcontainer. Dieser kann also auch zum Beispiel auf einen Sattelschlepper oder ein anderes Nutzfahrzeug aufgesetzt und transportiert werden, allerdings bei Bedarf auch an einer bestimmten Einsatzstelle abgestellt werden.

[0029] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

[0030] Die darin enthaltenen Merkmale und auch die Offenbarung der vorstehenden Beschreibung sind grundsätzlich im Hinblick auf alle Erfindungskategorien zu verstehen, ohne dass hierzwischen immer im Einzelnen explizit unterschieden wird.
Figur 1
zeigt eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Lkw mit Bildschirmseitenwand.
Figur 2
zeigt eine Variante zu Figur 1 als zweites Ausführungsbeispiel, wobei der Lkw einen von ihm abnehmbaren Transportcontainer aufweist.
Figur 3
zeigt eine schematische Seitenansicht eines Figur 2 entsprechenden Containers in Fahrtrichtung gesehen zur Illustration eines dritten Ausführungsbeispiels.
Figur 4
zeigt den Container aus Figur 3 in Draufsicht.
Figur 5
zeigt den Container aus den Figuren 3 und 4 in einer Figur 2 entsprechende Seitenansicht.
Figur 6
zeigt eine Figur 3 entsprechende Seitenansicht eines Containers, jedoch eine Variante und damit ein viertes Ausführungsbeispiel.
Figur 7
zeigt eine Draufsicht auf den Container aus Figur 6 entsprechend Figur 4.
Figur 8
zeigt eine Seitenansicht des Containers aus den Figuren 6 und 7 entsprechend Figur 5.
Figur 9
zeigt schematisch einen Teilbildschirm gemäß den Figuren 3 bis 5 mit Luftdurchtrittsöffnungen.


[0031] Figur 1 zeigt einen Lkw 1 mit links erkennbarem Fahrerhaus und rechts erkennbarem Laderaum 2. Der Laderaum weist eine in Figur 1 sichtbare starre Seitenwand auf, in der mit einem geringen umlaufenden Restrand ein Bildschirm 3 in Form einer an sich bekannten LED-Matrix montiert ist. In dem Fahrerhaus ist schematisch ein Steuergerät 4 eingezeichnet, mit dem der Bildschirm 3 betrieben werden kann und das die Nutzmöglichkeiten des Laderaums 2 nicht weiter beschränkt. Der Laderaum 2 ist vielmehr durch eine an sich bekannte Hecktür zugänglich und für andere Zwecke verwendbar. Gleichzeitig ist der Bildschirm 3 betriebsbereit montiert. Sein Format kann 4:3 oder, wie im vorliegenden Fall, auch etwa 5:3 betragen, wobei er insbesondere fast die gesamte Seitenwandhöhe ausnutzt und weniger als 10 %, bezogen auf die Seitenwandhöhe, über der Unterkante der Seitenwand beginnt bzw. unter der Oberkante endet.

[0032] Mithilfe des Steuergeräts 4 kann der Bildschirm 3 sowohl während der Fahrt als auch im Stand betrieben werden. Das Steuergerät 4 bietet dabei einen Betriebsmodus an, in dem der Bildschirm 3 im Stillstand des Lkws 1 bewegte Bilder mit voller Helligkeit wiedergibt und bei Fahrtantritt des Lkws 1 auf ein Standbild mit verminderter Helligkeit umschaltet. Ferner erfasst das Steuergerät 4 die Umgehungshelligkeit über einen nicht gezeichneten Sensor und passt beide Helligkeitswerte an die Umgebungshelligkeit an. Damit wird vermieden, dass bei bedecktem Wetter eine Blendwirkung eintritt und bei sonnigem Wetter die Erkennbarkeit des Bildschirminhalts leidet. Sowohl der Umschaltvorgang zwischen Stillstand und Fahrt als auch die Helligkeitsanpassung geschehen automatisch.

[0033] Ferner kann der Bildschirm 3 in Figur 1 mit einer Folie abgedeckt sein. Die Folie kann zum Schutz gegen Witterung, Vergilben, Verschmutzen und Steinschlag dienen und ähnlich wie von Autowindschutzscheiben bekannt Randbereiche durch ein aufgedrucktes Punktmuster graduell abschatten, um einen scheinbar allmählichen Übergang an den Bildschirmrändern zu erzeugen. Ferner ist die Folie etwas diffus und verwischt damit die durch die LED-Matrix-Technik vorgegebene Rasterung des Bildes.

[0034] Figur 2 zeigt eine Alternative zu Figur 1. Hier ist nämlich der Laderaum als abnehmbarer Container 2' ausgestaltet, wobei der Lkw 1' eine entsprechende Ladepritsche zur Aufnahme des Containers 2' aufweist. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass der Bildschirm 3' die gesamte Seitenwand des Containers 2' ausmacht. Er ist daher in Figur 2 nur noch durch das Bezugszeichen von den Umrissen des Containers 2' zu trennen. Dabei kann das Steuergerät 4' zum Beispiel außen an dem Container 2' angebracht sein, um dessen Innenraum nicht einzuschränken. Es kann aber auch, um besser geschützt zu sein, im Inneren untergebracht sein.

[0035] In den folgenden Figuren 3 bis 8 wird von einem Container 2' in Figur 2 ausgegangen, wobei die Erläuterungen analog auch für einen Laderaum 2 bzw. Lkw 1 gemäß Figur 1 gelten.

[0036] Figur 3 zeigt eine Seitenansicht, und zwar mit Blickrichtung in Fahrtrichtung auf die Rückseite des Containers 2". Der Container 2' ist dabei auf nur symbolisch dargestellten Füßen abgestellt, könnte aber in gleicher Weise auch auf dem Lkw 1' aufgeladen sein. Bei dieser Ausgestaltung weist der Container 2' einen zusätzlichen Teilbildschirm 5 auf, der in Figur 3 auf das Dach des Containers 2' abgeklappt dargestellt ist. Zusätzlich ist eine von der linken oberen Ecke des Containers 2' ausgehende gestrichelte Linie nach oben gezeichnet, die der aufgerichteten Position des Teilbildschirms entspricht. Die von derselben Ecke nach unten links neben der linken Seitenwand des Containers 2' dargestellte gestrichelte Linie zeigt eine Alternative, nämlich eine seitlich heruntergeklappte Position des Teilbildschirms 5. Selbstverständlich kann der Teilbildschirm in allen dargestellten Positionen gesichert werden.

[0037] Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf denselben Container 2". Man erkennt den auf dem Dach des Containers 2" liegenden Teilbildschirm 5 und an seinem in Figur 4 linken Rand Scharniere 6. Links ist ferner wie in Figur 3 die alternative Möglichkeit eines Abklappens an die linke Seitenwand des Containers 2" dargestellt.

[0038] In Figur 5 sieht man den gleichen Container 2" in einer Figur 2 entsprechenden Seitenansicht. In Figur 5 ist im oberen Bereich der aufgeklappte Teilbildschirm 5 zu erkennen, der den Bildschirm, hier mit 3" bezeichnet, um ein erhebliches Stück nach oben vergrößert. Ferner ist eine gestrichelte Linie 7 eingezeichnet, die veranschaulicht, dass ein im Prinzip den unvergrößerten Bildschirm 3" füllendes Bildformat um die Höhe des zusätzlichen Teilbildschirms 5 nach oben verschoben werden kann, also oberhalb der gestrichelten Linie 7 dargestellt werden kann. Bei dieser Variante bliebe dann der unter der Linie 7 verbleibende Teil des Bildschirms 3" ungenutzt. Dies ist aber nur eine Möglichkeit. Natürlich kann auch der Gesamtbildschirm aus dem der Seitenwand entsprechenden Bildschirm 3" und dem Teilbildschirm 5 insgesamt mit einem Bildformat gefüllt werden.

[0039] Figur 6 zeigt als drittes Ausführungsbeispiel eine andere Variante der Vergrößerung eines Bildschirms 3' wie in Figur 2. Der entsprechende Container ist demzufolge mit 2'" bezeichnet. Er ist entsprechend den Figuren 3, 4 und 5 in den Figuren 6, 7 und 8 in Seitenansicht in Fahrtrichtung, in Draufsicht und in Seitenansicht quer zur Fahrtrichtung dargestellt. Figur 6 zeigt links von dem Container 2'" zwei angedeutete Teilbildschirme 8 und 9; Figur 7 zeigt zusätzlich einen an die Stirnwand des Containers 2'" angeklappten Teilbildschirm 10. Figur 8 zeigt die Teilbildschirme zusammen mit dem der Seitenwand entsprechenden Bildschirm 3'" als Gesamtbildschirm. Offensichtlich wird der Teilbildschirm 8 nach oben über den Container 2'" bewegt, und zwar bei diesem Beispiel verschoben (der Querversatz in Figuren 6 und 7 ist durch die Zeichnung bedingt übertrieben dargestellt). Dabei wird der Teilbildschirm 9 mit nach oben bewegt. Dieser ist um eine vertikale Drehachse an der (bezogen auf die Fahrtrichtung) hinteren Seitenkante des Teilbildschirms 8 klappbar und kann daher entsprechend Figur 8 ausgeklappt werden. Gleichzeitig kann der Teilbildschirm 10 an der Rückwand des Containers 2'" ebenfalls um eine vertikale Drehachse ausgeklappt werden, sodass sich insgesamt ein großer Gesamtbildschirm wie in Figur 8 ergibt. Die Teilbildschirme sind entsprechend miteinander zu verriegeln. Insbesondere kann der obere Teilbildschirm 8 zum Beispiel durch eine in Figur 6 gestrichelt angedeutete Diagonalstrebe gesichert werden (wie das auch für den Teilbildschirm 5 in Figur 3 möglich ist).

[0040] Insgesamt zeigt sich also, dass nicht nur die Seitenwand eines Nutzfahrzeugs oder Nutzfahrzeugcontainers als Bildschirmformat zur Verfügung steht, sondern diese auch durch bewegliche Teilbildschirme vergrößert werden kann. Diese können verschoben, geklappt oder als lose Teile (die auch im Nutzraum transportiert werden können) ergänzt werden. Insgesamt sind damit praktisch beliebige Bildschirmformate darstellbar. Der Gesamtbildschirm in Figur 8 soll beispielsweise ein 16:9-Kinoformat haben.

[0041] Im Übrigen gelten die Erläuterungen zu Figur 1 und Figur 2. Insbesondere sind die Teilbildschirme nur im Stand und nur im aufgebauten Zustand betreibbar. Dennoch kann der der Seitenwand entsprechende Bildschirm 3" oder 3'" auch während der Fahrt beziehungsweise auch unvergrößert im Stand benutzt werden.

[0042] Figur 9 veranschaulicht die bereits erläuterte Möglichkeit, in einem Teilbildschirm, beispielsweise dem Teilbildschirm 5 aus dem dritten Ausführungsbeispiel in den Figuren 3 bis 5, Luftdurchtrittsöffnungen 11 vorzusehen. Diese sind hier rautenförmig und ungefähr gleichmäßig über die Gesamtfläche verteilt. Die Figur ist nur symbolisch, tatsächlich nehmen die Luftdurchtrittsöffnungen einen Anteil von ungefähr 50 % der Fläche dieses Teilbildschirms 5 ein. Sie verringern den Luftwiderstand erheblich und verbessern damit die Verwendbarkeit eines solchen Teilbildschirms bei stärkerem Wind.

[0043] Die Luftdurchtrittsöffnungen können aber auch Abstände zwischen Stäben oder Streifen eines Teilbildschirms sein, was nicht separat gezeichnet ist. Man kann sich hier einfach parallele schmale Bildschirmstreifen vorstellen, die zum Beispiel als transparente Kunststoffrohre ausgestaltet sein können. Diese enthalten in abgedichteter Weise jeweils zumindest eine LED-Kette und weisen voneinander einen vorzugsweise größeren Abstand als ihr eigener Durchmesser auf.

[0044] Durch Luftdurchtrittsöffnungen lassen sich in Einzelfällen zum Beispiel auch Verstrebungen vermeiden wie die in Figur 6 angedeutete, weil die auftretenden Windlasten deutlich verringert werden.

[0045] Figur 10 zeigt eine weitere Variante, nämlich einen Lkw 1"" entsprechend Figur 1. In diesem Fall sind in der Seitenwand des Laderaums 2"" sechs ovale (bullaugenartige) Einzelbildschirme 12 untergebracht. Diese erzeugen insoweit ein zusammenhängendes Bild, als sie jeweils in entsprechender Helligkeit und Farbabstimmung bewegte Fische und andere aquarientypische Szenen zeigen. Der Betrachter hat damit den Eindruck, durch die Bullaugen in ein in den Laderaum angeordnetes Aquarium zu blicken. Dieses Beispiel dient zur Veranschaulichung der Tatsache, dass nicht zwingend großformatige Bildschirme in der Nutzfahrzeugseitenwand vorgesehen sein müssen.


Ansprüche

1. Nutzfahrzeug (1 - 1"") mit
einem Laderaum (2 - 2"') mit Seitenwänden und
einer Vorrichtung (3 - 3"', 4, 4', 12) zum Wiedergeben von Informationen, die einen Bildschirm (3 - 3"', 12) zum Wiedergeben von Informationen und Ansteuerungsmittel (4, 4') zum Betreiben des Bildschirms (3 - 3"', 12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bereich zumindest einer Seitenwand ganz oder teilweise den Bildschirm (3 - 3"', 12) bildet und
der Bildschirm (3 - 3"', 12) selbstleuchtend ist und von dem Nutzfahrzeug (1 - 1"") weg abstrahlende Leuchtmittel aufweist, insbesondere LEDs.
 
2. Nutzfahrzeug nach Anspruch 1, bei dem der Bildschirm (3 - 3"', 12) an einer im Wesentlichen parallel zur Fahrtrichtung orientierten Seitenwand vorgesehen ist.
 
3. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem der Bildschirm (3 - 3"') ein Querformat mit einem Breite/Längenverhältnis von mindestens 4:3 aufweist.
 
4. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die Unterkante des Bildschirms (3 - 3"') im betriebsbereiten Zustand höchstens 10%, in Bezug auf die Gesamthöhe der Seitenwand, über der Unterkante der Seitenwand liegt.
 
5. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die Oberkante des Bildschirms (3 - 3"') im betriebsbereiten Zustand höchstens 10%, in Bezug auf die Gesamthöhe der Seitenwand, unter der Oberkante der Seitenwand liegt.
 
6. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die Informationswiedergabevorrichtung (3 - 3"', 4, 4', 12) sowohl während der Fahrt als auch im Stand betreibbar ist.
 
7. Nutzfahrzeug nach Anspruch 6, bei dem die Informationswiedergabevorrichtung (3 - 3"', 4, 4', 12) dazu ausgelegt ist, beim Wechsel des Nutzfahrzeugs (1 - 1"") zwischen Stand und Fahrt selbsttätig einen Betriebsmodus der Informationswiedergabevorrichtung umzuschalten, insbesondere die Helligkeit des Bildschirms (3 - 3"', 12) und/oder zwischen einem Standbild und einem bewegten Bild auf dem Bildschirm.
 
8. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche mit einem zusätzlichen Teilbildschirm (5, 8 - 10), der durch eine Bewegung, insbesondere durch ein Verschieben oder Verkippen, an eine Seitenkante des Bildschirms (3 - 3"'), insbesondere an seine Oberkante, ansetzbar ist und mit diesem gemeinsam für eine Gesamtdarstellung betreibbar ist.
 
9. Nutzfahrzeug nach Anspruch 8, bei dem zumindest ein Teil des zusätzlichen Teilbildschirms (5) Luftdurchtrittsöffnungen (11) zur Verringerung des Windwiderstandes aufweist, insbesondere in einem Umfang vonmindestens 40 % der von den Luftdurchtrittsöffnungen (11) durchsetzten Teilfläche des Teilbildschirms (5).
 
10. Nutzfahrzeug nach Anspruch 9, bei dem der Teilbildschirm (8 - 10) in Form von selbstleuchtenden Stäben mit Abständen dazwischen als Luftdurchtrittsöffnungen aufgebaut ist.
 
11. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem das auf dem Bildschirm (3") und gegebenenfalls Gesamtbildschirm (3", 5) angezeigte Bildformat in zumindest einem von Größe und Höhenposition verstellbar ist.
 
12. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem der Bildschirm (3 - 3"') eine hinterleuchtete Folie aufweist, insbesondere eine bedruckte und/oder diffuse Folie.
 
13. Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der zumindest ein Bildschirm (12) oder Bildschirmteil als im Verhältnis zu der Fläche der Seitenwand kleiner Teilbereich derselben in der Art eines Fensters vorgesehen ist, insbesondere eine Mehrzahl solcher Bildschirme (12) oder Bildschirmteile fensterartig in der Seitenwand vorgesehen sind.
 
14. Nutzfahrzeugcontainer (2' - 2"") für ein Nutzfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche mit
einem Laderaum (2 - 2"') mit Seitenwänden und
einer Vorrichtung (3 - 3"', 4, 4', 12) zum Wiedergeben von Informationen, die einen Bildschirm (3 - 3"', 12) zum Wiedergeben von Informationen und Ansteuerungsmittel (4, 4') zum Betreiben des Bildschirms (3 - 3"', 12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bereich zumindest einer Seitenwand ganz oder teilweise den Bildschirm (3 - 3"', 12) bildet und
der Bildschirm (3 - 3"', 12) selbstleuchtend ist und von dem Nutzfahrzeug (1 - 1"") weg abstrahlende Leuchtmittel aufweist, insbesondere LEDs.
 
15. Verwendung eines Nutzfahrzeugs oder Nutzfahrzeugcontainers nach einem der vorstehenden Ansprüche zur Wiedergabe von Informationen, zur Beleuchtung und/oder zur Dekoration durch Anzeige auf dem Bildschirm (3 - 3"', 12).
 




Zeichnung










Recherchenbericht