[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abscheiden von Lack-Overspray aus der
mit Overspray beladenen Kabinenabluft von Lackieranlagen mit
- a) mindestens einer Abscheidefläche, an welcher die Kabinenabluft entlang führbar
ist und welche elektrisch leitend sowie mit einem Pol einer Hochspannungsquelle verbunden
ist;
- b) einer im Luftstrom angeordneten Elektrodeneinrichtung, welche der Abscheidefläche
zugeordnet und mit dem anderen Pol der Hochspannungsquelle verbunden ist;
- c) Mitteln, mit welchen der abgeschiedene Lack-Overspray von der Abscheidefläche abtransportiert
wird,
wobei
- d) der Abscheidefläche eine elektrisch leitfähige Abscheideflüssigkeit zuführbar ist,
welche die Abscheidefläche überströmt, so dass ein Großteil zumindest der Feststoffe
aus der vorbeiströmenden Kabinenabluft in die Abscheideflüssigkeit übergeht und von
dieser abtransportiert wird;
- e) mehrere Abscheideeinheiten vorgesehen sind, welche zwei in verschiedene Richtungen
weisende plane Abscheideflächen umfassen;
- f) die Abscheideflächen derart angeordnet sind, dass sich zwei Abscheideinheiten mit
jeweils einer Abscheidefläche gegenüberliegen, und zwischen sich gegenüberliegenden
Abscheideflächen zweier Abscheideeinheiten jeweils eine Elektrodeneinrichtung angeordnet
ist.
[0002] Bei der manuellen oder automatischen Applikation von Lacken auf Gegenstände wird
ein Teilstrom des Lackes, der im Allgemeinen sowohl Festkörper als auch Lösemittel
und/oder Bindemittel enthält, nicht auf den Gegenstand appliziert. Dieser Teilstrom
wird in der Fachwelt "Over-spray" genannt. Der Overspray wird von dem Luftstrom in
der Spritzkabine erfasst und einer Abscheidung zugeführt.
[0003] Insbesondere bei Anlagen mit größerem Lackverbrauch, beispielsweise bei Anlagen zum
Lackieren von Fahrzeugkarosserien, kommen bevorzugt Nassabscheidesysteme zum Einsatz.
Bei vom Markt her bekannten Nassabscheidern fließt Wasser gemeinsam mit der von oben
kommenden Kabinenabluft zu einer die Luftströmung beschleunigenden Düse. In dieser
Düse findet eine Verwirbelung der durchströmenden Kabinenabluft mit dem Wasser statt.
Bei diesem Vorgang treten die Overspraypartikel weitgehend in das Wasser über, so
dass die Luft den Nassabscheider im Wesentlichen gereinigt verlässt und sich die Lack-Overspraypartikel
in dem Wasser befinden. Aus diesem können sie dann wiedergewonnen oder entsorgt werden.
[0004] Bei bekannten Nassabscheidern wird verhältnismäßig viel Energie zur Umwälzung der
erforderlichen recht großen Wassermengen benötigt. Die Aufbereitung des Spülwassers
ist durch den hohen Einsatz an lackbindenden und entklebenden Chemikalien und die
Lackschlammentsorgung kostenintensiv. Weiterhin nimmt die Luft durch den intensiven
Kontakt mit dem Spülwasser sehr viel Feuchtigkeit auf, was im Umluftbetrieb wiederum
einen hohen Energieverbrauch für die Luftaufbereitung zur Folge hat.
[0005] Bei vom Markt her bekannten Vorrichtungen, die der eingangs genannten Art ohne Abscheideflüssigkeit
entsprechen, wird demgegenüber auf trockenem Wege abgeschieden, indem von der vorbeiströmenden
Kabinenabluft mitgeführte Lack-Overspraypartikel durch die Elektrodeneinrichtung ionisiert
werden und auf Grund des zwischen der Abscheidefläche und der Elektrodeneinrichtung
aufgebauten elektrischen Feldes zur Abscheidefläche wandern, an welcher sie sich abscheiden.
Die an der Abscheidefläche haftenden Lack-Overspraypartikel können dann beispielsweise
mechanisch von dieser abgestreift und abtransportiert werden.
[0006] Die Reinigungswirkung derartiger Abscheider ist sehr hoch. Für einen kontinuierlichen
Betrieb muss jedoch stets dafür gesorgt werden, dass sich zwischen der Abscheidefläche
und der Elektrodeneinrichtung ein ausreichend starkes elektrisches Feld ausbilden
kann, was nur bis zu einer gewissen Schichtdicke von Lack-Overspray auf der Abscheidefläche
möglich ist, da eine solche Schicht isolierend wirkt. Die erforderliche kontinuierliche
Entfernung des Lack-Oversprays von der Abscheidefläche ist jedoch mit baulich recht
aufwändigen Maßnahmen verbunden und kann störanfällig sein.
[0008] Bei Vorrichtungen, wie sie beispielsweise in der
US 5 698 012 A beschrieben sind, ist der Abtransport von Lack-Overspray von der Abscheidefläche
durch die Abscheideflüssigkeit verbessert und vereinfacht.
[0009] Dort wird also der Vorteil einer guten Abscheidung von Lack-Overspray aus Kabinenabluft
über ein elektrisches Feld mit dem guten Transport von Lack-Overspray in einer Flüssigkeit
kombiniert.
[0010] Durch die stetig an der Abscheidefläche entlangströmende Abscheideflüssigkeit wird
von dieser aufgenommener Lack-Overspray kontinuierlich abtransportiert, so dass ein
Anhaften von Lack-Overspray an der Abscheidefläche verringert ist, was zu einer Isolierung
derselben führen würde.
[0011] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen,
deren Abscheideeffizienz demgegenüber verbessert ist.
[0012] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genanten Art dadurch erzielt,
dass
g) Abscheideflüssigkeit aus einer Überlaufrinne auf die Abscheideflächen einer Abscheideeinheit
strömt, wobei sich die Überlaufrinne in einem gekrümmten Abschnitt der Abscheideeinheit
befindet, so dass die Abscheideflüssigkeit jeweils als zusammenhängende Schicht über
neben der Überlaufrinne verlaufende gekrümmte Flanken des gekrümmten Abschnitts der
Abscheideeinheit zu den Abscheideflächen gelangt und an den Abscheideflächen als weiterhin
zusammenhängende Abscheideflüssigkeitsschicht herabfließt.
[0013] Dabei arbeitet jeweils eine einzige Elektrodeneinrichtung mit zwei Abscheideflächen
zusammen, was die Wirksamkeit der Vorrichtung verbessert.
[0014] Es ist günstig, wenn die Elektrodeneinrichtung eine plattenförmige Elektrode und
wenigstens eine Drahtelektrode umfasst. Eine Drahtelektrode wirkt als Sprühelektrode,
durch welche die von der Kabinenabluft mitgeführten Lack-Overspraypartikel effektiv
ionisiert werden. Durch eine plattenförmige Elektrode kann im Zusammenspiel mit der
Abscheidefläche ein homogenes Feld aufgebaut werden, durch welches die ionisierten
Lack-Overspraypartikel zuverlässig der Abscheidefläche zugeführt werden.
[0015] Dabei ist es von Vorteil, wenn die plattenförmige Elektrode als Gitterelektrode ausgebildet
ist. An dem Gitter kommt es zu Verwirbelungen, welche dazu führen, dass sich die Lack-Overspraypartikel
in der vorbeiströmenden Kabinenabluft gleichmäßiger verteilen, was sich wiederum günstig
auf die Abscheidung derselben an der Abscheidefläche auswirkt.
[0016] Wenn die Elektrodeneinrichtung mehrere Drahtelektroden umfasst, welche parallel zueinander
verlaufen, wird die Effizienz der Ionisierung der Lack-Overspraypartikel erhöht.
[0017] Wenn die Abscheideflächen wenigstens einer Abscheideeinheit wenigstens in einem Abschnitt
parallel zueinander verlaufen, können mehrere Abscheideeinheiten kaskadenartig hintereinander
angeordnet werden, wodurch zur Verfügung stehender Bauraum gut genutzt wird.
[0018] Wenn die wenigstens eine Abscheidefläche wenigstens einen gewölbten Abschnitt umfasst,
welcher sich entlang der wenigstens einen Drahtelektrode erstreckt, kann eine Verringerung
der Strömungsgeschwindigkeit der Kabinenabluft im Bereich der Drahtelektrode erreicht
werden. Dementsprechend verweilt ein Volumen der Kabinenabluft länger im Einflußbereich
der Drahtelektrode, so dass ein größerer Anteil von Lack-Overspraypartikeln in diesem
Volumen ionisiert wird. Zudem kommt es im Bereich der Wölbung zu Verwirbelungen und
Turbulenzen, durch welche die Verteilung der Lack-Overspraypartikel in der Kabinenabluft
vergleichmäßigt wird.
[0019] Dabei ist es günstig, wenn die Anzahl gewölbter Abschnitte der wenigstens einen Abscheidefläche
mit der Anzahl der Drahtelektroden übereinstimmt, so dass die genannten Effekte im
Bereich jeder Drahtelektrode eintreten.
[0020] Es konnten besonders gute Abscheideergebnisse mit einer Vorrichtung erzielt werden,
bei welcher die Wölbung eines oder mehrerer gewölbter Abschnitte im Querschnitt auf
einem Kreisbogen verläuft, dessen Mittelpunkt konzentrisch zur Drahtelektrode liegt.
[0021] Es ist insgesamt für eine wirksame Abscheidung von Vorteil, wenn die wenigstens eine
Drahtelektrode so angeordnet ist, dass sie vor der plattenförmigen Elektrode von der
mit Overspray beladenen Kabinenabluft erreicht wird.
[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
- Figur 1
- eine Lackierkabine einer Oberflächenbehandlungsanlage mit einem ersten Ausführungsbeispiel
einer Overspray-Abscheidevorrichtung in einer Vorderansicht;
- Figur 2
- die Lackierkabine von. Figur 1 in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 3
- eine perspektivische Ansicht zweier Abscheideeinheiten sowie dreier Elektrodeneinrichtungen
der Abscheidevorrichtung von Figur 1;
- Figur 4
- die beiden Abscheideeinheiten mit Elektrodeneinrichtungen von Figur 3 im vertikalen
Schnitt;
- Figur 5
- eine perspektivische Ansicht zweier Abscheideeinheiten sowie dreier Elektrodeneinrichtungen
jeweils gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;
- Figur 6
- eine perspektivische Ansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels einer Overspray-Abscheidevorrichtung,
welche mehrere Abscheideeinheiten und Elektrodeneinrichtungen nach Figur 5 umfasst;
- Figur 7
- eine perspektivische Ansicht zweier Abscheideeinheiten gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
sowie dreier Elektrodeneinrichtungen gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel nach Figur
3.
[0023] Zunächst wird auf die Figuren 1 und 2 Bezug genommen. Dort ist mit 2 insgesamt eine
Lackierkabine einer Oberflächenbehandlungsanlage bezeichnet, in welcher Fahrzeugkarosserien
4 lackiert werden, nachdem sie in der Lackierkabine 2 vorgelagerten, nicht eigens
gezeigten Vorbehandlungsstationen z.B. gereinigt und entfettet wurden.
[0024] Die Lackierkabine 2 umfasst einen oben angeordneten Lackiertunnel 6, welcher von
vertikalen-Seitenwänden 8a, 8b und einer horizontalen Kabinendecke 10 begrenzt, jedoch
an den Stirnseiten und nach unten hin in der Weise offen ist, dass mit Overspray beladene
Kabinenabluft nach unten strömen kann. Die Kabinendecke 10 ist in üblicher Weise als
untere Begrenzung des Luftzuführraumes (nicht dargestellt) mit Filterdecke ausgebildet.
[0025] Auf Höhe der von den unteren Rändern der Seitenwände 8a, 8b flankierten unteren Öffnung
12 des Lackiertunnels 6 ist ein Stahlbau 14 angeordnet, welcher ein an und für sich
bekanntes Fördersystem 16 trägt, auf welches hier nicht näher eingegangen wird. Mit
diesem können zu lackierende Fahrzeugkarosserien 4 von der Eingangsseite des Lackiertunnels
6 zu dessen Ausgangsseite transportiert werden. Im Inneren des Lackiertunnels 6 befinden
sich nicht eigens gezeigte Applikationseinrichtungen, mittels welcher die Fahrzeugkarosserien
4 in an und für sich bekannter Weise mit Lack beaufschlagt werden können.
[0026] Unterhalb der unteren Öffnung 12 des Lackiertunnels 6 befindet sich ein nach oben
zum Lackiertunnel 6 hin offener Abscheideraum 18, in welchem beim Lackiervorgang entstehender
Lack-Overspray abgeschieden wird.
[0027] Der Abscheideraum 18 ist durch eine in Figur 2 zu erkennende Bodenplatte 20, zwei
vertikale Seitenwände 22a, 22b und zwei vertikale Stirnwände begrenzt, wobei die beiden
letzteren in den Figuren 1 und 2 weggelassen sind.
[0028] In dem Abscheideraum 18 ist eine Abscheidevorrichtung 24 mit einer Vielzahl von in
Längsrichtung des Abscheideraums 18 hintereinander angeordneten Abscheideeinheiten
26 angeordnet, auf welche weiter unten noch näher eingegangen wird.
[0029] In dem Bereich des Abscheideraums 18 zwischen der AbscheideVorrichtung 24 und dem
Lackiertunnel 6 befinden sich zwei Luftleitbleche 28a, 28b, welche ausgehend von den
Seitenwänden 22a, 22b des Abscheideraums 18 zunächst nach unten konvergieren und in
ihrem der Abscheidevorrichtung 24 zugewandten Endbereich zu den seitlichen Begrenzungen
der Abscheidevorrichtung 24 divergieren. Die Luftleitbleche 28a, 28b und entsprechende,
nicht dargestellte Luftleitbleche an den Stirnseiten erstrecken sich von oben bis
zur Abscheidevorrichtung 24.
[0030] Die Abscheideeinheiten 26 ruhen auf einem Tragrahmen 30, welcher ein Strömen von
Luft nach unten aus der Abscheidevorrichtung 24 hinaus zulässt. Unterhalb der Abscheidevorrichtung
24 befindet sich ein weiteres Luftleitblech 32, welches sich entlang der Abscheidevorrichtung
24 im Abscheideraum 18 erstreckt. Das Luftleitblech 32 weist einen vertikalen Abschnitt
32a auf, welcher der in den Figuren 1 und 2 linken Seitenwand 22a des Abscheideraums
18 zugewandt ist, und einen schräg nach unten in Richtung auf die gegenüberliegende
Seitenwand 22b des Abscheideraums 18 verlaufenden Abschnitt 32b.
[0031] Zwischen dem vertikalen Abschnitt 32a des Luftleitblechs 32 und der in den Figuren
1 und 2 linken Seitenwand 22a des Abscheideraums 18 ist eine nur in Figur 1 schematisch
dargestellte Sammelrinne 34 angeordnet, welche sich parallel zu dem vertikalen Abschnitt
32a des Luftleitblechs 32 erstreckt und welche in Längsrichtung gegenüber einer horizontalen
Ebene geneigt ist.
[0032] In den Figuren 3 und 4 sind zwei benachbarte Abscheideeinheiten 26 der Abscheidevorrichtung
24 gezeigt. Wie dort zu erkennen ist, umfasst eine Abscheideeinheit 26 zwei voneinander
beabstandete parallele rechteckige Seitenplatten 36a, 36b, welche an ihren oberen
gegenüberliegenden Stirnrändern über einen gekrümmten Abschnitt 38 miteinander verbunden
sind, dessen lichte Aüßenkontur im Querschnitt einem Halbkreis entspricht und die
Oberseite der Abscheideeinheit 26 bildet.
[0033] Am Scheitelpunkt des gekrümmten Abschnitts 38 der Abscheideeinheiten 26 ist dieser
zu einer Überlaufrinne 40 ausgebildet, worauf nachstehend noch näher eingegangen wird.
[0034] Die jeweiligen Außenflächen der Seitenplatten 36a, 36b bilden Abscheideflächen 42a
bzw. 42b, worauf ebenfalls weiter unten nochmals eingegangen wird.
[0035] An ihren unteren Ränder tragen die Seitenplatten 36a, 36b jeweils eine Ablaufrinne
44a, 44b, welche parallel zu den Seitenplatten 36a, 36b der Abscheideeinheiten 26
verläuft und in Richtung einer ersten, in Figur 3 vorderen Stirnseite 46 der Abscheideeinheit
26 nach unten geneigt ist Die Ablaufrinnen 44a, 44b schließen stirnseitig mit den
Seitenplatten 36a, 36b der Abscheideeinheit 26 ab (vgl. Figur 3). Die Ablaufrinnen
44a, 44b sind an ihrem Ende 48a bzw. 48b an der ersten Stirnseite 46 (vgl. Figur 3)
der Abscheideeinheit 26 offen.
[0036] Wie in den Figuren 1 und 2 zu erkennen ist, umfasst jede Abscheideeinheit 26 eine
erste Stirnwand 50a, welche auf deren erster Stirnseite 46 angeordnet ist. Die gegenüberliegende
Stirnseite der Abscheideeinheiten 26, welche nicht eigens mit einem Bezugszeichen
versehen ist, ist von einer zweiten Stirnwand 50b abgedeckt. Die Stirnwände 50a, 50b
der Abscheideinheiten 26 verschließen die Stirnseiten der zugehörigen Überlaufrinne
40. Die beiden Stirnwände 50a, 50b sind aus Kunststoff gefertigt. Die erste Stirnwand
50a der Abscheideeinheit 26 umfasst zwei Durchbrüche 52a, 52b, in welche jeweils eine
Ablaufrinne 44a, 44b mit ihren Enden 48a, 48b mündet. Auf der den Ablaufrinnen 44a,
44b gegenüberliegenden Seite j-eder Stirnwand 50a sind an die Durchbrüche 52a, 52b
Abtropfbleche 54a, 54b angesetzt. Diese sind als Profil ausgebildet, dessen Querschnitt
demjenigen der Ablaufrinnen 44a, 44b entspricht.
[0037] Wenn die Abscheidevorrichtung 24 im Abscheideraum 18 der Lackierkabine 2 angeordnet
ist, ragen die Abtropfbleche 54a, 54b jeder Abscheideeinheit 26 über die Sammelrinne
34.
[0038] In der Abscheidevorrichtung 24 sind jeweils zwei benachbarte Abscheideeinheiten 26
unter Einhaltung eines Abstands voneinander angeordnet. Zwischen zwei benachbarten
Abscheideeinheiten 26 sowie bei den freien Seitenplatten 36a bzw. 36b der beiden äußersten
Abscheideeinheiten 26 innerhalb der Abscheidevorrichtung 24 erstreckt sich jeweils
eine Elektrodeneinrichtung 56, von denen jede mit einer Hochspannungsquelle verbunden
ist, die in Figur 4 nicht eigens gezeigt ist. In einer Abwandlung können die Elektrodeneinrichtungen
56 auch von einer einzigen Hochspannungsquelle gespeist werden. Die Abscheideeinheiten
26 sind auf Massepotential gelegt.
[0039] Jede Elektrodeneinrichtung 56 umfasst zwei gerade, parallel zueinander verlaufende
Elektrodenleisten 58a, 58b. Diese halten in einem Feldabschnitt 60 der Elektrodeneinrichtung
56 eine Gitterelektrode 62, deren zwischen den Elektrodenleisten 58a, 58b verlaufende
Ränder 64a, 64b senkrecht zu diesen stehen. In einem Koronaabschnitt 66 der Elektrodeneinrichtung
56 halten die Elektrodenleisten 58a, 58b mehrere als Sprühelektrode wirkende Koronadrähte
68. Die Koronadrähte 68 verlaufen in einer durch die Elektrodenleisten 58a, 58b vorgegebenen
Ebene parallel zu den Rändern 64a, 64b der Gitterelektrode 62 und sind in gleichen
Abständen zueinander angeordnet.
[0040] Wie in den Figuren 3 und 4 zu erkennen ist, haben die Elektrodeneinrichtungen 56
insgesamt eine Erstreckung, welche im Wesentlichen der Erstreckung der Seitenplatten
36a, 36b der Abscheideeinheiten 26 entspricht. Die Elektrodeneinrichtungen 56 sind
so angeordnet, dass der untere Rand 64b der Gitterelektrode 62 etwa auf Höhe des unteren
Endes der Seitenplatten 36a bzw. 36b angeordnet ist.
[0041] Im Betrieb der Abscheidevorrichtung 24 fließt an der jeweiligen Abscheidefläche 42a,
42b der Seitenplatten 36a, 36b der Abscheideeinheiten 26 von oben nach unten eine
Abscheideflüssigkeit in die Ablaufrinnen 44a, 44b, welche geeignet ist, Feststoffpartikel
aus dem beim Lackiervorgang entstehenden Lack-Overspray aufzunehmen.
[0042] Dazu wird diese Abscheideflüssigkeit der Überlaufrinne 40 im gekrümmten Abschnitt
38 der Abscheideeinheiten 26 zugeführt. Von dort gelangt die Abscheideflüssigkeit
über die neben der Überlaufrinne 40 verlaufenden gekrümmten Flanken 70a, 70b des gekrümmten
Abschnitts 38 der Abscheideeinheit 26 jeweils als zusammenhängende Schicht zu den
Seitenplatten 36a, 36b und fließt an deren Abscheideflächen 42a, 42b als weiterhin
zusammenhängende Abscheideflüssigkeitsschicht herab.
[0043] Die Anzahl der Koronadrähte 68 der Elektrodeneinrichtung 56 und deren Abstand voneinander
kann abhängig von dem Abscheideverhalten der Overspraypartikel variieren. Beim vorliegenden
Ausführungsbeispiel sind vier Koronadrähte 68 vorgesehen, von denen der oberste neben
dem gekrümmten Abschnitt. 38 der Abscheideeinheit 26 angeordnet ist, wogegen der-darunter
liegende Koronadraht 68 sich noch im Bereich neben der jeweiligen Seitenplatte 36a
bzw. 36b der Abscheideeinheit 26 befindet.
[0044] In Figur 5 sind als jeweils zweites-Ausführungsbeispiel eine abgewandelte Abscheideeinheit
126 sowie eine augewandelte Elektrodeneinrichtung 156 und in Figur 6 eine diese umfassende
abgewandelte Abscheidevorrichtung 124 gezeigt. Komponenten der Abscheideeinheit 126,
der Elektrodeneinrichtung 156 und der Abscheidevorrichtung 124, welche denjenigen
der Abscheideeinheit 26, der Elektrodeneinrichtung 56 und der Abscheidevorrichtung
24 nach den Figuren 1 bis 4 entsprechen, sind mit denselben Bezugszeichen zuzüglich
100 gekenntzeichnet.
[0045] Die Abscheideeinheit 126 unterscheidet sich von der Abscheideeinheit 26 unter anderem
dadurch, dass die Ablaufrinnen 144a, 144b über die Stirnseite 146 der Abscheideeinheit
126 überstehen. Die überstehenden Abschnitte 172a, 172b entsprechen den oben erläuterten
Abtropfblechen 54a, 54b, auf welche daher bei der Abscheidevorrichtung 124 verzichtet
werden kann.
[0046] Wie in Figur 6 zu erkennen ist, erstrecken sich die überstehenden Abschnitte 172a,
172b der Ablaufrinnen 144a, 144b der Abscheideeinheit 126 durch die jeweiligen Durchbrüche
152a, 152b in jeder Stirnwand 150a der Abscheidevorrichtung 124 hindurch.
[0047] In Figur 5 ist eine Hochspannungsquelle 174 gezeigt, welche zwischen den Seitenplatten
136a, 136b einer jeden Abscheideeinheit 126 angeordnet ist und mit der Elektrodeneinrichtung
156 verbunden ist. In entsprechender Weise kann die Hochspannungsquelle 174 auch bei
jeder Abscheideinheit 26 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel vorhanden sein. Jeweils
eine einzelne Abscheideeinheit 126 und eine einzelne Elektrodeneinrichtung 156 bilden
so ein Abscheidemodul 176. Entsprechend bilden auch jeweils eine einzelne Abscheideeinheit
26 und eine einzelne Elektrodeneinrichtung 56 nach den Figuren 1 bis 4 ein Abscheidemodul
76.
[0048] In Figur 5 sind außerdem Verstrebungen 178a, 178b, 178c zu erkennen, welche die Innenflächen
der beiden Seitenplatten 136a, 136b der Abscheideeinheit 126 unten, in der Mitte und
oben miteinander verbinden.
[0049] Bei der Elektrodeneinrichtung 156 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel verläuft
senkrecht zwischen den Elektrodenleisten 158a, 158b oberhalb des obersten Koronadrahts
168 eine Schutzstange 180, durch welche die Gefahr eines Kontakts von möglicherweise
aus dem Lackiertunnel 6 auf die Elektrodeneinrichtung 156 herunterfallenden Gegenständen
oder Partikeln mit den Koronadrähten 168 verringert wird.
[0050] Ansonsten gilt das oben zu der Abscheideeinheit 26, der Elektrodeneinrichtung 56
und zur Abscheidevorrichtung 24 Gesagte für die Abscheideeinheit 126, die Elektrodeneinrichtung
156 und die Abscheidevorrichtung 124 sinngemäß entsprechend.
[0051] Das Grundprinzip der oben erläuterten Vorrichtungen wird nun am Beispiel der Abscheidevorrichtung
24 nach den Figuren 1 bis 4 erläutert. Die Verwendung der Abscheidevorrichtung 124
gemäß den Figuren 5 und 6 in der Lackierkabine 2 erfolgt analog.
[0052] Beim Lackieren, der Fahrzeugkarosserien im Lackiertunnel 6 wird die dort befindliche
Kabinenluft mit Lack-Overspraypartikeln beladen. Diese können noch flüssig und/oder
klebrig aber auch schon mehr oder weniger fest sein. Die mit Lack-Overspray beladene
Kabinenabluft strömt durch die untere Öffnung 12 des Lackiertunnels 6 in den Abscheideraum
18. Dort wird diese Luft durch die Luftleitbleche 28a, 28b in Richtung auf die Abscheidevorrichtung
24 gelenkt und strömt zwischen benachbarten Abscheideeinheiten 26 hindurch in Richtung
auf das untere Luftleitblech 32.
[0053] An den Koronadrähten 68 kommt es in an und für sich bekannter Weise zu Koronaentladungen,
durch welche die Overspraypartikel in der vorbeiströmenden Kabinenabluft effektiv
ionisiert werden.
[0054] Die ionisierten Overspraypartikel passieren die auf Massepotential liegenden Seitenplatten
36a, 36b zweier benachbarter Abscheideeinheiten 26 und die dazwischen verlaufende
Gitterelektrode 62 im ersten Abschnitt 60 der Elektrodeneinrichtung 56. Auf Grund
des zwischen Gitterelektrode 62 und Seitenplatten 32a, 32b ausgebildeten elektrischen
Feldes scheiden sich die ionisierten Overspraypartikel an Abscheideflächen 42a, 42b
der Seitenplatten 36a, 36b der Abscheideeinheiten 26 ab und werden dort von der daran
entlang fließenden Abscheideflüssigkeit aufgenommen.
[0055] Ein Teil der ionisierten Overspraypartikel scheidet sich bereits im zweiten Abschnitt
66 der Elektrodeneinrichtung 56 im Bereich der Koronadrähte 68 an den Abscheideeinheiten
26 ab. Das zwischen den Koronadrähten 68 und der jeweiligen Seitenplatte 36a, 36b
der Abscheideeinheit 26 vorhandene elektrische Feld ist jedoch inhomogener als das
elektrische Feld im Bereich der Gitterelektrode 62, weshalb dort ein gerichteteres
und effektiveres Abscheiden der ionisierten Overspraypartikel an der entsprechenden
Abscheideeinheit 26 erfolgt.
[0056] Die beim Durchgang zwischen den Abscheideeinheiten 26 gereinigte Luft wird von dem
unteren Luftleitblech 32 in Richtung auf die in den Figuren 1 und 2 rechts gezeigte
Seitenwand 22b des Abscheideraums 18 geleitet, von wo sie, gegebenenfalls nach einer
gewissen Konditionierung, dem Lackiertunnel 6 wieder als Frischluft zugeführt werden
kann. Bei der Konditionierung kann es sich insbesondere um ein Nachregeln der Temperatur,
der Luftfeuchte und gegebenenfalls um das Entfernen von noch in der Luft befindlichen
Lösemitteln handeln.
[0057] Die an den Abscheideeinheiten 26 herabfließende und nun mit den Overspraypartikeln
beladene Abscheideflüssigkeit gelangt unten in die Ablaufrinnen 44a, 44b der Abscheideeinheiten
26. Durch die Neigung der Ablaufrinnen 44a, 44b fließt die beladene Abscheideflüssigkeit
in Richtung auf die Durchbrüche 52a, 52b in den jeweiligen Stirnwänden 50a, durch
diese hindurch und von dort über die Abtropfbleche 54a, 54b in die Sammelrinne 34.
Über die Sammelrinne 34 fließt die mit Overspraypartikeln beladene Abscheideflüssigkeit
aus der Lackierkabine 2 heraus und kann einer Reinigung und Wiederaufbereitung, bei
welcher die Abscheideflüssigkeit von den Overspraypartikeln befreit wird, oder einer
Entsorgung zugeführt werden.
[0058] In Figur 7 sind zwei nochmals abgewandelte Abscheideeinheiten 226 gemäß einem dritten
Ausführungsbeispiel gezeigt. Komponenten der Abscheideeinheit 226, welche denjenigen
der Abscheideeinheit 26 nach den Figuren 1 bis 4 entsprechen, sind mit denselben Bezugszeichen
zuzüglich 200 gekennzeichnet. Zusätzlich sind in Figur 7 drei Elektrodeneinrichtungen
256 zu erkennen, welche den Elektrodeneinrichtungen 156 nach den Figuren 3 und 4 entsprechen.
Eine Abscheideeinheit 226 und eine Elektrodeneinheit 256 bilden jeweils ein Modul
276.
[0059] Bei der Abscheideeinheit 226 haben die Seitenplatten 236a, 236b gewellte Abschnitte
282a, 282b, welche an die jeweiligen Flanken 270a, 270b des gekrümmten Abschnitts
238 der Abscheideeinheit 226 angrenzen. Zwischen den Ablaufrinnen 244a, 244b und den
gewellten Abschnitten 282a, 282b umfasst die jeweilige Seitenplatte 236a, 236b einen
planen Abschnitt 284a, 284b.
[0060] Jeder gewellte Abschnitt 282a, 282b hat jeweils bezogen auf die zwischen und parallel
zu den planen Abschnitten 284a, 284b verlaufende Mittelebene der Abscheideeinheit
226 nach innen gewölbte Abschnitte 286a, 286b, 286c, 286d sowie nach außen gewölbte
Abschnitte 288, welche sich entlang jeweils eines Koronadrahtes 268 erstrecken. Die
Anzahl der nach innen gewölbten Abschnitte 286 jedes gewellten Abschnitts 282a, 282b
der Seitenplatten 236a, 236b entspricht also der Anzahl der Koronadrähte 268 der Elektrodeneinrichtung
256.
[0061] Von den nach innen gewölbten Abschnitten 286a, 286b, 286c und 286d sowie von den
nach außen gewölbten Abschnitten 288 ist der Übersichtlichkeit halber jeweils nur
einer mit einem Bezugszeichen versehen.
[0062] Die Wölbung der beiden unteren und des obersten nach innen gewölbten Abschnitte 286a,
286b und 286d folgt im Querschnitt betrachtet einem Kreisbogen. Die nach innen gewölbten
Abschnitte 286a, 286b und 286d sind gegenüber jeweils einem benachbarten Koronadraht
268 so angeordnet, dass dieser im Querschnitt konzentrisch zu dem durch den Verlauf
des jeweiligen gewölbten Abschnitts 286a, 286b oder 286d vorgebenden Kreisbogen liegt.
Der oberste nach innen gewölbte Bereich 86d erstreckt sich in vertikaler Richtung
etwas kürzer als die unteren beiden nach innen gewölbten Bereiche 286a und 286b.
[0063] Bei dem unter dem obersten gewölbten Abschnitt 286d ange ordneten nach innen gewölbten
Abschnitt 286c nimmt der Krümmungsradius von unten nach oben ab, so dass der nach
innen gewölbte Abschnitt 286c im Querschnitt betrachtet einen parabelähnlichen verlauf
hat. Dadurch ist der Abstand zwischen den außen liegenden Enden sich gegenüberliegender
Flanken 270a, 270b zweier benachbarter Abscheideeihheiten 226 in einer horizontalen
Ebene kürzer als der Abstand zwischen deren sich gegenüberliegenden planen Abschnitten
284a, 284b der jeweiligen Seitenplatten 236a, 236b.
[0064] Die Abstände zweier benachbarter Abscheideeinheiten 226 mit dazwischen angeordneter
Elektrodeneinrichtung 256 sind so abgestimmt, dass die Koronadrähte 268, im Querschnitt
betrachtet, jeweils konzentrisch zum Mittelpunkt der im Querschnitt durch zwei gegenüberliegende
nach innen gewölbte Abschnitte 286a, 286b oder 286d vorgegebenen, annähernd kreisbogenförmigen
Segmente liegen.
[0065] Durch die nach innen gewölbten Abschnitte 286 der gewellten Abschnitte 282a, 282b
der Abscheideeinheiten 226 wird dort der zwischen den Abscheideeinheiten 226 gebildete
Kanal, durch welchen die mit Overspray beladene Kabinenabluft hindurchströmt, jeweils
lokal erweitert. Dadurch kommt es auf Höhe der nach innen gewölbten Bereiche 286 der
Seitenplatten 236a, 236b jeweils zu einer Verringerung der Strömungsgeschwindigkeit,
wodurch die an dem jeweiligen Koronadraht 268 vorbeiströmende Kabinenabluft länger
in dessen Einflussbereich bleibt. Dadurch wird wiederum ein höherer Anteil an Overspray
in einem bestimmten Volumen der Kabinenabluft durch den betreffenden Koronadraht 268
ionisiert. Durch die in Strömungsrichtung der Kabinenabluft hintereinander angeordneten
nach innen gewölbten Abschnitte 286 der Seitenplatten 236a, 236b der Abscheideeinheiten
226 wird somit ein bedeutend größerer Anteil an Overspray im zweiten Elektrodenabschnitt
266 mit den Koronadrähten 268 ionisiert, als dies bei gleicher Strömungsgeschwindigkeit
der Kabinenabluft bei durchgängig planen Seitenplatten 236a, 236b der Fall wäre. Aus
diesem Grund ist es möglich, insgesamt den Durchsatz an Kabinenabluft zu erhöhen,
da die Strömungsgeschwindigkeit der mit Overspray beladenden Kabinenabluft derart
erhöht werden kann, dass die Verweiltdauer derselben im Bereich der Koronadrähte 268
der Verweilzeit bei einer geringeren Strömungsgeschwindigkeit und vollständig planen
Seitenplatten 236a, 236b entspricht.
[0066] Beispielsweise ist eine Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit um einen Faktor 4 bis
6 möglich. Wenn z.B. bei einer Abscheideeinrichtung 24 mit Abscheideeinheiten 26 nach
dem ersten Ausführungsbeispiel eine Strömungsgeschwindigkeit der mit Overspraypartikeln
beladenen Kabinenabluft von 0,25 m/s möglich ist, bei der noch eine zufriedenstellende
Abscheidungsleistung erzielbar ist, so kann bei Verwendung der Abscheideeinheiten
226 die Strömungsgeschwindikeit der Kabinenabluft auf 1 m/s bis 1,5 m/s erhöht und
dennoch ein befriedigendes Abscheideergebnis erzielt werden. Soll die Strömungsgeschwindigkeit
erhöht werden, kann zur Erzielung der selben Abscheidungswirkung die Höhe der Abscheideeinrichtungen
entsprechend vergößert werden.
[0067] Zusätzlich kommt es im Bereich der gewellten Abschnitte 232a, 232b der sich gegenüberliegenden
Seitenplatten 236a, 236b zweier benachbarter Abscheideeinheiten 226 zu Verwirbelungen
und Turbulenzen, wodurch die von der Kabinenabluft mitgeführten Lack-Overspraypartikel
gleichmäßig im Bereich der Koronadrähte 268 verteilt werden und so- effektiver ionisiert
werden können.
[0068] Bei jeweils einer hier nicht gezeigten Abwandlung der Elektrodeneinrichtungen 56
oder 156 ist anstelle der Gitterelektrode 62 bzw. 162 eine Plattenelektrode vorgesehen.
Die Abscheidung von ionsierten Lack-Overspraypartikeln aus der Käbinenabluft erfolgt
jedoch bei Vorhandensein der Gitterelektrode 62 bzw. 162 effektiver, da am Gitter
bzw. den Gitterstäben desselben kleine Verwirbelungen der Kabinenabluft erzeugt werden
und die ionisierten Lack-Overspraypartikel dadurch im Bereich der Gitterelektrode
62 bzw. 162 homogener verteilt werden, als dies brei einer Plattenelektrode mit geschlossener
Elektrodenfläche der Fall ist.
[0069] Um ein möglicherweise noch stattfindendes Anhaften von abgeschiedenen Lack-Overspraypartikeln,
die von der Abscheideflüssigkeit an den Abscheideflächen 242a, 242b der Abscheideeinheiten
226 aufgenommen sind, an den Abscheideflächen 242a, 242b zu reduzieren, können die
Abscheideflächen 242a, 242b jeder Abscheideeinheit 226 mit einer Antihaftbeschichtung,
wie beispielsweise Teflon, beschichtet sein.
[0070] Anstelle der Überlaufrinne, aus welcher Abscheideflüssigkeit über deren äußere Ränder
und über die gekrümmten Flanken 70a, 70b, 170a, 170b bzw. 270a, 270b des gekrümmten
Abschnitts 38, 138 bzw. 238 der Abscheideeinheiten 26, 126 bzw. 226 zu den Seitenplatten
36a, 36b, 136a, 136b bzw. 236a, 236b gelangt, kann bei den Abscheideeinheiten 26,
126, 226 auch jeweils eine alternative Einrichtung vorgesehen sein, mit welcher Abscheideflüssigkeit
auf die Abscheideeinheiten 26, 126, 226 aufgebracht werden kann. Beispielsweise kann
dazu jeweils eine Berieselungseinrichtung, eine Schlitzdüse oder schlicht ein Rohr
mit Öffnungen oberhalb des gekrümmten Abschnitts 38, 138 bzw. 238 angeordnet sein.
[0071] Im Zusammenspiel mit der Elektrodeneinrichtung 56, 156, 256 und den auf Massepotential
liegenden Seitenplatten 36a, 36b, 136a, 136b, 236a, 236b der Abscheideeinheiten 26,
126, 226 ist es wichtig, dass die Abscheideflüssigkeit elektrisch leitfähig ist. Die
Abscheideflüssigkeit kann beispielsweise auf Wasser oder auf einem Öl basieren und
mit Zusätzen versehen sein, die eine Agglomeration und/ oder ein Härten und/oder Entkleben
von Lack-Overspraypartikeln in der Abscheideflüssigkeit unterstützen.
[0072] Die Leitfähigkeit der Abscheideflüssigkeit liegt vorzugs weise im Bereich von 50
bis 5000 µS/cm, insbesondere von 1000 bis 3000 µS/cm, und kann über Zusätze, wie beispielsweise
Salze, eingestellt werden.
[0073] Durch die oben beschriebene Kombination einer elektrischen Abscheidung von Lack-Overspray
aus damit beladener Kalinenabluft mit der Verwendung der Abscheideflüssigkeit zum
Aufnehmen und Abtransportieren der Lack-Overspraypartikel kann eine effektive und
wirksame Reinigung der mit Overspray beladenen Kabinenabluft erreicht werden. Die
gereinigte Kabinenabluft kann dann in einem Kreislauf wieder der Spritzkabine zugeführt
werden, wie es oben bereits erläutert wurde.
1. Vorrichtung zum Abscheiden von Lack-Overspray aus der mit Overspray beladenen Kabinenabluft
von Lackieranlagen mit
a) mindestens einer Abscheidefläche (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b), an welcher
die Kabinenabluft entlang führbar ist und welche elektrisch leitend sowie mit einem
Pol einer Hochspannungsquelle (74; 174; 274) verbunden ist;
b) einer im Luftstrom angeordneten Elektrodeneinrichtung (56; 156; 256), welche der
Abscheidefläche (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) zugeordnet ist und mit dem anderen
Pol der Hochspannungsquelle (74; 174; 274) verbunden ist;
c) Mitteln, mit welchen der abgeschiedene Lack-Overspray von der Abscheidefläche (42a,
42b; 142a, 142b; 242a, 242b) abtransportiert wird,
wobei
d) der Abscheidefläche (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) eine elektrisch leitfähige
Abscheideflüssigkeit zuführbar ist, welche die Abscheidefläche (42a, 42b; 142a, 142b;
242a, 242b) überströmt, so dass ein Großteil zumindest der Feststoffe aus der vorbeiströmenden
Kabinenabluft in die Abscheideflüssigkeit übergeht und von dieser abtransportiert
wird,
wobei
e) mehrere Abscheideeinheiten (26, 126, 226) vorgesehen sind, welche zwei in verschiedene
Richtungen weisende plane Abscheideflächen (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) umfassen;
f) die Abscheideeinheiten (26, 126, 226) derart angeordnet sind, dass sich zwei Abscheideeinheiten
(26, 126, 226) mit jeweils einer Abscheidefläche (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b)
gegenüberliegen, und zwischen sich gegenüberliegenden Abscheideflächen (42a, 42b;
142a, 142b; 242a, 242b) zweier Abscheideeinheiten (26, 126, 226) jeweils eine Elektrodeneinrichtung
(56; 156; 256) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
g) Abscheideflüssigkeit aus einer Überlaufrinne (40; 140; 240) auf die Abscheideflächen
(42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) einer Abscheideeinheit (26; 126; 226) strömt, wobei
sich die Überlaufrinne (40; 140; 240) in einem gekrümmten Abschnitt (38; 138; 238)
der Abscheideeinheit (26; 126; 226) befindet, so dass die Abscheideflüssigkeit jeweils
als zusammenhängende Schicht über neben der Überlaufrinne (40; 140; 240) verlaufende
gekrümmte Flanken (70a, 70b; 170a, 170b; 270a, 270b) des gekrümmten Abschnitts (38;
138; 238) der Abscheideeinheit (26; 126; 226) zu den Abscheideflächen (42a, 42b; 142a,
142b; 242a, 242b) gelangt und an den Abscheideflächen (42a, 42b; 142a, 142b; 242a,
242b) als weiterhin zusammenhängende Abscheideflüssigkeitsschicht herabfließt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrodeneinrichtung (56; 156; 256) eine plattenförmige Elektrode (62; 162;
262) und wenigstens eine Drahtelektrode (68; 168; 268) umfasst.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die plattenförmige Elektrode (62; 162; 262) als Gitterelektrode (62; 162; 262) ausgebildet
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn zeichnet, dass die Elektrodeneinrichtung
(56; 156; 256) mehrere Drahtelektroden (68; 168; 268) umfasst, welche parallel zueinander
verlaufen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheideflächen (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) wenigstens einer Abscheideeinheit
(26, 126, 226) wenigstens in einem Abschnitt parallel zueinander verlaufen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5 unter Rückbezug auf Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Abscheidefläche (242a, 242b) wenigstens einen gewölbten Abschnitt
(286a, 286b, 286c, 286d) umfasst, welcher sich entlang der wenigstens einen Drahtelektrode
(268) erstreckt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl gewölbter Abschnitte (286a, 286b, 286c, 286d) der wenigstens einen Abscheidefläche
(242a, 242b) mit der Anzahl der Drahtelektroden (268) übereinstimmt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wölbung eines oder mehrerer gewölbter Abschnitte (286a, 286b, 286d) im Querschnitt
auf einem Kreisbogen verläuft, dessen Mittelpunkt konzentrisch zur Drahtelektrode
(268) liegt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Drahtelektrode (68; 168; 268) so angeordnet ist, dass sie vor
der plattenförmigen Elektrode (62; 162; 262) von der mit Overspray beladenen Kabinenabluft
erreicht wird.
1. Device for separating paint overspray from the overspray-laden booth exhaust air of
paint shops having:
a) at least one separation surface (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b), along which
the booth exhaust air is guidable and which is electrically conductive and is connected
with one pole of a high voltage source (74; 174; 274);
b) an electrode apparatus (56; 156; 256) arranged in the air stream which is associated
with the separation surface (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) and is connected with
the other pole of the high voltage source (74; 174; 274);
c) means with which the separated paint overspray is conveyed away from the separation
surface (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b),
wherein
d) to the separation surface (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) an electrically conductive
separation liquid is deliverable, which overflows the separation surface (42a, 42b;
142a, 142b; 242a, 242b) such that a majority of at least the solids passes from the
by-passed booth exhaust air into the separation liquid and is conveyed away thereby,
wherein
e) multiple separation units (26, 126, 226) are provided, which comprise two plain
separation surfaces (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) oriented in different directions;
f) the separation units (26, 126, 226) are arranged such that two separation units
(26, 126, 226) are opposite one another by one separation surface (42a, 42b; 142a,
142b; 242a, 242b) each, and an electrode apparatus (56; 156; 256) is each arranged
between the opposite separation surfaces (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) of two
separation units (26, 126, 226),
characterized in that
g) separation liquid flows from an overflow channel (40; 140; 240) over the separation
surface (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) of one separation unit (26, 126, 226),
wherein the overflow channel (40; 140; 240) is provided in a curved portion (38; 138;
238) of the separation unit (26, 126, 226), such that the separation liquid passes
in each case as a continuous film to the separation surfaces (42a, 42b; 142a, 142b;
242a, 242b) through curved flanks (70a, 70b; 170a, 170b; 270a, 270b) of the curved
portion (38; 138; 238) of the separation unit (26, 126, 226) adjacent to the overflow
channel (40; 140; 240) and flows down over the separation surfaces (42a, 42b; 142a,
142b; 242a, 242b) still as a continuous film of separation liquid.
2. Device according to claim 1, characterized in that the electrode apparatus (56; 156; 256) comprises a plate-shaped electrode (62; 162;
262) and at least one wire electrode (68; 168; 268).
3. Device according to claim 2, characterized in that the plate-shaped electrode (62; 162; 262) is configured as a grid electrode (62;
162; 262).
4. Device according to claim 2 or 3, characterized in that the electrode apparatus (56; 156; 256) comprises multiple wire electrodes (68; 168;
268) which extend parallel to one another.
5. Device according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the separation surfaces (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) of at least one separation
unit (26, 126, 226) extend parallel to one another in at least one portion.
6. Device according to one of the claims 2 to 5 with reference to claim 2, characterized in that the at least one separation surface (42a, 42b; 142a, 142b; 242a, 242b) comprises
at least one curved portion (286a, 286b, 286c, 286d) which extends along the at least
one wire electrode (268).
7. Device according to claim 6, characterized in that the number of curved portions (286a, 286b, 286c, 286d) of at least one separation
surface (242a, 242b) matches the number of the wire electrodes (268).
8. Device according to claim 6 or 7, characterized in that the curvature of one or more curved portions (286a, 286b, 286c, 286d) extends in
cross-section over a circular arc, the center point of which is concentric to the
wire electrode (268).
9. Device according to one of the claims 2 to 8, characterized in that the at least one wire electrode (68; 168; 268) is arranged such that it is reached
by the overspray-laden booth exhaust air before the plate-shaped electrode (62; 162;
262) is reached.
1. Dispositif pour séparer l'excédent de peinture pulvérisée de l'air chargé en excédent
de pulvérisation évacué d'une cabine dans des installations de peinture, comprenant
a) au moins une surface de séparation (42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b), le long
de laquelle l'air évacué de la cabine peut être guidé et laquelle est électroconductrice
et reliée à un pôle d'une source de haute tension (74 ; 174 ; 274) ;
b) un système d'électrodes (56 ; 156 ; 256) disposé dans le flux d'air, lequel est
associé à la surface de séparation (42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b) et relié à
l'autre pôle de la source de haute tension (74 ; 174 ; 274) ;
c) des moyens avec lesquels l'excédent de peinture déposé est évacué de la surface
de séparation (42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b),
dans lequel
d) un liquide de séparation électroconducteur peut être amené à la surface de séparation
(42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b), lequel s'écoule sur la surface de séparation
(42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b) de sorte qu'une grande partie au moins des matières
solides passe de l'air évacué de la cabine qui s'écoule devant elle dans le liquide
de séparation et soit emportée par celui-ci,
e) plusieurs unités de séparation (26, 126, 226) sont prévues, lesquelles comprennent
deux surfaces de séparation planes (42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b) orientées
dans des directions différentes ;
f) les unités de séparation (26, 126, 226) sont disposées de sorte que deux unités
de séparation (26, 126, 226) se fassent face par chaque fois une surface de séparation
(42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b) et qu'un système d'électrodes (56 ; 156 ; 256)
soit chaque fois disposé entre des surfaces de séparation (42a, 42b ; 142a, 142b ;
242a, 242b) se faisant face de deux unités de séparation (26, 126, 226),
caractérisé en ce que
g) du liquide de séparation s'écoule à partir d'une gouttière à débordement (40 ;
140 ; 240) sur les surfaces de séparation (42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b) d'une
unité de séparation (26, 126, 226), la gouttière à débordement (40 ; 140 ; 240) se
trouvant dans une partie courbe (38 ; 138 ; 238) de l'unité de séparation (26, 126,
226), de sorte que le liquide de séparation parvienne chaque fois sous la forme d'une
couche continue, en passant par des flancs courbes (70a, 70b; 170a, 170b; 270a, 270b)
s'étendant à côté de la gouttière à débordement (40 ; 140 ; 240) de la partie courbe
(38 ; 138 ; 238) de l'unité de séparation (26, 126, 226), aux surfaces de séparation
(42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b) et coule, toujours sous la forme d'une couche
continue de liquide de séparation, le long des surfaces de séparation (42a, 42b ;
142a, 142b ; 242a, 242b).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le système d'électrodes (56 ; 156 ; 256) comprend une électrode en forme de plaque
(62 ; 162 ; 262) et au moins une électrode en fil (68 ; 168 ; 268).
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'électrode en forme de plaque (62 ; 162 ; 262) est réalisé sous la forme d'une électrode
à grille (62 ; 162 ; 262).
4. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que le système d'électrodes (56 ; 156 ; 256) comprend plusieurs électrodes en fil (68
; 168 ; 268) qui s'étendent parallèlement les unes aux autres.
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les surfaces de séparation (42a, 42b ; 142a, 142b ; 242a, 242b) d'au moins une unité
de séparation (26, 126, 226) s'étendent parallèlement l'une à l'autre au moins sur
une partie.
6. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 5 lorsqu'elle dépend de la revendication
2, caractérisé en ce que ladite au moins une surface de séparation (242a, 242b) comprend au moins une partie
bombée (286a, 286b, 286c, 286d) qui s'étend le long de ladite au moins une électrode
en fil (268).
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que le nombre de parties bombées (286a, 286b, 286c, 286d) de ladite au moins une surface
de séparation (242a, 242b) correspond au nombre d'électrodes à fil (268).
8. Dispositif selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que le bombage d'une ou plusieurs parties bombées (286a, 286b, 286d) s'étend en section
transversale sur un arc de cercle dont le centre est concentrique à l'électrode en
fil (268).
9. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 8, caractérisé en ce que ladite au moins une électrode en fil (68 ; 168 ; 268) est disposée de sorte qu'elle
soit atteinte par l'air évacué de la cabine chargé en excédent de pulvérisation avant
l'électrode en forme de plaque (62 ; 162 ; 262).