[0001] Die Erfindung betrifft eine Pressantriebsanordnung einer Werkzeugmaschine zum Erzeugen
eines Arbeitshubes einer an einem Stößel vorgesehenen Werkzeughalterung, bei welchem
ein Werkstück durch ein an der Werkzeughalterung gelagertes Werkzeug beaufschlagbar
ist,
- mit einem Pressantrieb,
- mit einem ersten Druckelement, dem eine erste Antriebseinheit des Pressantriebs zugeordnet
ist und mittels dessen die Werkzeughalterung mit einer durch die erste Antriebseinheit
des Pressantriebs bereitgestellten Presskraft beaufschlagbar ist, indem das erste
Druckelement den Stößel beaufschlagt sowie
- mit einem zweiten Druckelement, dem eine zweite Antriebseinheit des Pressantriebs
zugeordnet ist und mittels dessen die Werkzeughalterung mit einer durch die zweite
Antriebseinheit des Pressantriebs bereitgestellten Zusatz-Presskraft beaufschlagbar
ist, indem das zweite Druckelement den Stößel beaufschlagt,
- wobei die Werkzeughalterung und das zweite Druckelement relativbeweglich sind, wenn
nur das erste Druckelement die Werkzeughalterung beaufschlagt und
- wobei Mittel zur Hemmung, insbesondere zur Aufhebung der Relativbeweglichkeit von
Werkzeughalterung und zweitem Druckelement vorgesehen sind, so dass die Werkzeughalterung
bei Beaufschlagung zunächst ausschließlich durch das erste Druckelement im Bedarfsfall
durch das zweite Druckelement mit einer Zusatz-Presskraft beaufschlagbar ist.
[0002] Eine Pressantriebsanordnung der vorstehenden Art ist bekannt aus
JP 2001-150191 A. Der Stand der Technik betrifft eine Pressantriebsanordnung mit einem Hauptantrieb
sowie mit einem Zusatzantrieb. Den Hauptantrieb bildet ein hydraulischer Kolben-/Zylinderantrieb,
dessen Hydraulikkolben zur Werkstückbearbeitung eine mit einem Bearbeitungsstempel
versehene Werkzeughalterung beaufschlagt. Der Zusatzantrieb ist oberhalb des Hauptantriebes
angeordnet und umfasst einen Tauchkolben sowie einen für diesen vorgesehenen elektromotorischen
Spindelantrieb. Durch letzteren kann der Tauchkolben des Zusatzantriebes in den Hydraulikzylinder
des Hauptantriebes abgesenkt werden, um dort den Öldruck zur Steigerung der an der
Werkzeughalterung verfügbaren Presskraft zu erhöhen.
[0003] Bei der Werkstückbearbeitung werden die Werkzeughalterung und der Bearbeitungsstempel
der vorbekannten Pressantriebsanordnung zunächst ausschließlich von dem hydraulischen
Hauptantrieb in Richtung auf das zu bearbeitenden Werkstück bewegt. Nach dem Aufsetzen
des Bearbeitungsstempels auf dem Werkstück wird mit Hilfe eines Sensors ermittelt,
ob die von dem hydraulischen Hauptantrieb aufgebrachte Presskraft für die Werkstückbearbeitung
ausreicht oder ob eine zusätzliche Presskraft benötigt wird. Gegebenenfalls wird der
Tauchkolben des Zusatzantriebes in den Hydraulikzylinder des Hauptantriebes abgesenkt
und dadurch mittels des Zusatzantriebes die benötigte Zusatz-Presskraft erzeugt.
[0004] Eine weitere Pressantriebsanordnung ist offenbart in
JP 2001-009538 A. Diese Pressantriebsanordnung umfasst ein erstes Schlagteil, mittels dessen eine
in einem oberen Werkzeugrevolver gelagerte Werkzeuganordnung beaufschlagbar ist. Unter
Beaufschlagung durch das erste Schlagteil wird ein an der Werkzeuganordnung gelagertes
Werkzeug entlang einer Hubachse in Richtung einer zu bearbeitenden Blechtafel bewegt.
Das erste Schlagteil wird mittels eines ersten Kolben-Zylinderantriebs angetrieben.
Zusätzlich ist an der Revolverstanzpresse ein zweites Schlagteil vorgesehen, mittels
dessen die Werkzeuganordnung zusätzlich beaufschlagbar ist. Das zweite Schlagteil
wird durch eine zweite Kolben-Zylindereinheit angetrieben.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Pressantriebsanordnung
der eingangs genannten Art mit einer platzsparenden Bauweise bereitzustellen.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Pressantriebsanordnung gemäß Anspruch
1 gelöst.
[0007] Im Falle der Erfindung wird eine der Antriebseinheiten des Pressantriebs von einem
Spindelantrieb mit einer Antriebsspindel gebildet, die eine axiale Aufnahme aufweist.
In der axialen Aufnahme der Antriebsspindel ist der mit der Werkzeughalterung versehene
Stößel platzsparend angeordnet.
[0008] Es ist möglich, die Werkzeughalterung zunächst ausschließlich durch das erste Druckelement
zu beaufschlagen. Erst im Bedarfsfall, d.h. wenn die durch das erste Druckelement
bereitgestellte Presskraft nicht ausreichend ist, um die gewünschte Werkstückbearbeitung
durchzuführen, ist ein zweites Druckelement zuschaltbar, welches die Werkzeughalterung
mit einer Zusatz-Presskraft beaufschlagt. Das Zuschalten des zweiten Druckelementes
erfolgt, indem die Relativbeweglichkeit von Werkzeughalterung und zweitem Druckelement
gehemmt wird, insbesondere aufgehoben wird. Das zweite Druckelement kommt nur zum
Einsatz, wenn es sich als tatsächlich erforderlich erweist. Aufgrund der Relativbeweglichkeit
von Werkzeughalterung und zweitem Druckelement kann das zweite Druckelement, solange
es nicht zur Presskrafteinleitung benötigt wird, beim Arbeitshub nicht oder zumindest
langsamer als die Werkzeughalterung bewegt werden. Unnötiges Beschleunigen des zweiten
Druckelementes wird vermieden. Folglich ist die zu bewegende bzw. zu beschleunigende
Masse nur so groß, wie tatsächlich erforderlich. Hierdurch kann einerseits der Energieverbrauch
der Pressantriebsanordnung reduziert werden, andererseits kann die Dynamik bei gleicher
Antriebsleistung der Pressantriebsanordnung erhöht werden.
[0009] Insbesondere können die Antriebseinheiten sehr unterschiedlich ausgelegt werden.
Beispielsweise kann die erste Antriebseinheit mit einer besonders hohen Dynamik (z.
B. einer Maximalbeschleunigung bis zu 100 m/s
2) aber mit einer relativ niedrigen Maximalkraft (z. B. einer Maximalkraft von 40 KN)
versehen sein. Die zweite Antriebseinheit kann so ausgelegt werden, dass sie höhere
Kräfte (z. B. eine Maximalkraft von 160 bis 250 KN) bereitstellt aber niedrigere Beschleunigungswerte
(z. B. eine Maximalbeschleunigung bis zu 10 m/s
2). Insgesamt ergibt sich auf diese Weise ein hochdynamischer Pressantrieb der zudem
hohe Presskräfte bereitstellen kann.
[0010] Solange nur eine relativ niedrige Presskraft erforderlich ist, wie beim Stanzen von
relativ dünnen Blechtafeln, können die Arbeitshübe ausschließlich mittels der hochdynamischen
Antriebseinheit erzeugt werden. In diesem Fall sind beispielsweise bei einer Schrittweite
von 1 mm, d. h. zwischen zwei Hüben wird die Blechtafel jeweils um 1 mm gegenüber
dem Werkzeug verschoben, Hubzahlen von 1500 Hüben pro Minute erreichbar. Nur im Bedarfsfall,
z. B. beim Stanzen von relativ dicken Blechtafeln, wird eine Zusatz-Presskraft durch
die zweite Antriebseinheit eingeleitet.
[0011] Die Werkzeughalterung ist an einem Stößel vorgesehen, an welchem die Druckelemente
zur Presskrafteinleitung angreifen. Damit kann die Anbindung der Druckelemente in
unmittelbarer Nähe der Antriebseinheiten erfolgen und es ergeben sich günstige Verhältnisse
für die Presskrafteinleitung.
[0012] Vorteilhafte Ausführungsarten der Erfindung nach Anspruch 1 ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen 2 bis 11.
[0013] Gemäß Anspruch 2 ist in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass
der Stößel in der axialen Aufnahme der Antriebsspindel des Spindelantriebs angeordnet
ist und an dem von der Werkzeughalterung abgewandten Ende einen gegenüber der Antriebsspindel
axial vorstehenden und durch eines der Druckelemente beaufschlagbaren Abschnitt aufweist.
[0014] Im Falle einer Bauart der Erfindung nach Anspruch 3 sind das zweite Druckelement
und die Werkzeughalterung entlang einer Arbeitshubachse relativ beweglich, entlang
derer mittels der Pressantriebsanordnung der Arbeitshub der Werkzeughalterung erzeugbar
ist. So kann, während die Werkzeughalterung beim Arbeitshub ausschließlich durch das
erste Druckelement in Hubrichtung entlang der Arbeitshubachse bewegt wird, das zweite
Druckelement in Hubrichtung langsamer als die Werkzeughalterung bewegt werden. Insbesondere
kann das zweite Druckelement in Hubrichtung unbewegt bleiben. Die bereits vorstehend
erwähnten Energieeinsparungsmöglichkeiten ergeben sich in besonderem Maße.
[0015] Darüber hinaus kann das zweite Druckelement bei einem durch das erste Druckelement
bewirkten Arbeitshub der Werkzeughalterung sogar entgegen der Hubrichtung bewegt werden.
Auf diese Weise kann es in eine Ausgangsposition für einen nachfolgenden Arbeitshub
überführt werden, bevor der Arbeitshub abgeschlossen ist. Da die Pressantriebsanordnung
somit nach Abschluss eines Arbeitshubes schneller für den nächsten Arbeitshub bereit
ist, ergibt sich eine Verkürzung der Prozesszeit.
[0016] Bei einer Bauart der Erfindung nach Anspruch 4 wird die Werkzeughalterung durch das
zweite Druckelement mit einer Zusatz-Presskraft beaufschlagt, indem die Relativbeweglichkeit
von Werkzeughalterung und zweitem Druckelement nur in einer Richtung gehemmt bzw.
aufgehoben wird. Um eine Zusatz-Presskraft einleiten zu können, ist die Relativbeweglichkeit
wenigstens in einer Presskraft-Einleitungsrichtung gehemmt bzw. aufgehoben, in welcher
das zweite Druckelement die Werkzeughalterung mit einer Zusatz-Presskraft beaufschlagt.
In deren Gegenrichtung bleibt gemäß Anspruch 4 die Relativbeweglichkeit aber auch
bei Krafteinleitung durch das zweite Druckelement erhalten. Die Bewegungskopplung
von Werkzeughalterung und zweitem Druckelement erfolgt daher nur im erforderlichen
Umfang.
[0017] Vorteilhafterweise wird nach Anspruch 5 die Relativbeweglichkeit von Werkzeughalterung
und zweitem Druckelement durch einen Zuschalthub gehemmt bzw. aufgehoben, bei welchem
eine Relativbewegung von Werkzeughalterung und zweitem Druckelement erfolgt. Für den
Fall, dass das zweite Druckelement bei dem Zuschalthub in Hubrichtung auf die Werkzeughalterung
zu bewegt wird, kann das zweite Druckelement vor Einleitung einer Zusatz-Presskraft
in Hubrichtung beschleunigt werden. Wird die Bewegung des beschleunigten Druckelementes
dann gehemmt bzw. aufgehoben, steht die an dem zweiten Druckelement anliegende Antriebsleistung
weitgehend zur Beschleunigung bzw. zum Beaufschlagen der Werkzeughalterung in Hubrichtung
zur Verfügung. Der Anteil der Antriebsleistung, der für eine Beschleunigung des zweiten
Druckelementes nach dessen Zuschaltung benötigt wird, ist verringert.
[0018] Vorteilhafterweise ist die Hublänge des Zuschalthubes so bemessen, dass das zweite
Druckelement beim Zuschalthub auf eine gewünschte Pressgeschwindigkeit in Hubrichtung
beschleunigt werden kann. Die Antriebsleistung steht dann vollständig für die Beaufschlagung
der Werkzeughalterung zur Verfügung.
[0019] Gemäß Anspruch 6 ist die Relativbeweglichkeit von Werkzeughalterung und zweitem Druckelement
aufhebbar, indem durch den Zuschalthub eine Anlagefläche an dem zweiten Druckelement
mit einer werkzeughalterungsseitigen Anlagefläche zur Anlage kommt. Es ergibt sich
eine robuste und funktionssichere Variante der Kraft- und Bewegungskopplung.
[0020] Indem das erste Druckelement entlang der Arbeitshubachse mit der Werkzeughalterung
unbeweglich verbunden ist (Anspruch 7), kann das erste Druckelement ohne Zeitverzögerung
ständig Presskraft in die Werkzeughalterung einleiten. Zudem ermöglicht die feste
Anbindung des ersten Druckelementes an die Werkzeüghalterung entlang der Arbeitshubachse,
dass die Werkzeughalterung mittels des ersten Druckelements in einem auf den Arbeitshub
folgenden Rückhub bewegt werden kann. Die Notwendigkeit, zusätzliche Rückstellmittel,
z. B. Rückstellfedern, vorzusehen, entfällt.
[0021] Für die Antriebseinheiten kommen verschiedene Antriebsbauarten in Betracht. Für die
erste Antriebseinheit ist ein getriebeloser Piezoantrieb aufgrund dessen hoher Dynamik
vorteilhaft. Nachteilig an getriebelosen Piezoantrieben sind aber deren relativ kurze
Hublängen. Durch eine besonders hohe Dynamik und relativ lange Hublängen zeichnet
sich hingegen ein induktiver Linearantrieb, insbesondere auch ein sogenannter "Tube
Motor", aus. Ist die zweite Antriebseinheit darüber hinaus als elektrische Spindelantriebseinheit
ausgebildet, ergibt sich insgesamt eine elektrisch angetriebene Pressantriebsanordnung
(Anspruch 8). Auf hydraulische Antriebstechnik kann in diesem Fall verzichtet werden.
[0022] Die Ausführungsart der Erfindung nach Ansprüch 9 zeichnet sich durch eine besonders
vorteilhafte Konstruktion einer Pressantriebsanordnung aus.
[0023] Nach Anspruch 10 ist eine Ausführungsart der Erfindung mit einer Drehantriebseinheit
versehen, mittels derer die Werkzeughalterung um die Arbeitshubachse dreheinstellbar
ist. Durch die Dreheinstellbarkeit der Werkzeughalterung kann ein in der Werkzeughalterung
gelagertes Werkzeug für die Werkstückbearbeitung relativ gegenüber dem Werkstück in
eine gewünschte Ausrichtung gedreht werden. Bei einer besonders kompakten Bauart wirkt
z. B. ein Drehschieber mit dem zweiten Druckelement zusammen, um die Werkzeuglagerung
um die Arbeitshubachse mitzunehmen. Alternativ kann der Drehschieber aber auch getrennt
von dem zweiten Druckelement angeordnet sein, wodurch sich Gestaltungsmöglichkeiten
der Pressantriebsanordnung ergeben, welche insbesondere in Hinblick auf die Stabilität
der Pressantriebsanordnung vorteilhaft sein können.
[0024] Die Pressantriebsanordnung kann derart ausgebildet sein, dass beim Überschreiten
einer bestimmten, durch das erste Druckelement in die Werkzeughalterung eingeleiteten
Presskraft automatisch eine Zusatz-Presskraft durch das zweite Druckelement in die
Werkzeughalterung eingeleitet wird.
[0025] Bei einer Bauart nach Anspruch 11, sind Erfassungsmittel vorgesehen, mittels derer
ein Bedarf für die Einleitung einer Zusatz-Presskraft während der Werkstückbeaufschlagung
feststellbar ist. Die Erfassungsmittel können durch Weg- und/oder Kraftsensoren gebildet
werden. Bei einer kostengünstigen Variante ohne zusätzliche Sensoren wird lediglich
der Strom gemessen, welcher von der elektrischen ersten Antriebseinheit verbraucht
wird. Da der Stromverbrauch ein Maß für die durch den Antrieb bereitgestellte Kraft
ist, kann bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzwertes des Stromverbrauches darauf
geschlossen werden, dass ein Zuschalten des zweiten Druckelementes erforderlich ist.
Sobald ein Bedarf erkannt wird, wird die Pressantriebsanordnung derart gesteuert,
dass das zweite Druckelement zur Presskrafteinleitung zugeschaltet wird.
[0026] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch
dargestellt und werden nachfolgend in Bezug zu den Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine Seitenansicht einer Stanz-/Umformmaschine mit einer Pressantriebsanordnung;
- Figur 2:
- eine Schnittdarstellung einer Pressantriebsanord- nung erster Bauart;
- Figuren 3a bis 3c:
- die Pressantriebsanordnung nach Figur 2 bei der Stanzbearbeitung einer dünnen Blechtafel;
- Figuren 4a bis 4c:
- die Pressantriebsanordnung nach Figur 2 bei der Stanzbearbeitung einer dicken Blechtafel;
- Figur 5:
- Verfahrensschritte eines Bearbeitungsverfahrens mit Hilfe einer Pressantriebsanordnung
nach Figur 2;
- Figur 6:
- eine Schnittdarstellung einer Pressantriebsanord- nung zweiter Bauart und
- Figuren 7 bis 9:
- Geschwindigkeiten von Antriebsspindeln der Press- antriebsanordnung nach Figur 5 im
Verlauf von drei unterschiedlich gesteuerten Werkstückbear- beitungen.
[0027] Figur 1 ist eine Werkzeugmaschine in Form einer Stanz-/Umformmaschine 1 zu entnehmen,
die ein C-förmiges Maschinengestell 2 aufweist, in dessen Rachenraum 3 eine Koordinatenführung
4 üblicher Bauart angeordnet ist, an welcher eine zu bearbeitende Blechtafel 5 festlegbar
ist. Eine am oberen Gestellschenkel des Maschinengestells 2 angeordnete Bearbeitungseinheit
6 umfasst eine Pressantriebsanordnung 7, eine Werkzeughalterung 8 und ein in der Werkzeughalterung
8 gelagertes Bearbeitungswerkzeug 9.
[0028] Zum Bearbeiten einer Blechtafel 5 mittels der Stanz-/Umformmaschine 1 wird die zu
bearbeitende Stelle der Blechtafel 5 durch die Koordinatenführung 4 unter dem Bearbeitungswerkzeug
9 angeordnet. Die Werkzeughalterung 8 mitsamt dem Bearbeitungswerkzeug 9 wird anschließend
durch die Pressantriebsanordnung 7 mit einem Arbeitshub entlang einer Arbeitshubachse
10 in einer Hubrichtung 11 auf die Blechtafel 5 abgesenkt.
[0029] Die Blechtafelbearbeitung, z. B. eine Stanzbearbeitung, erfolgt durch das Bearbeitungswerkzeug
9, welches die Blechtafel 5 mit einer Presskraft bzw. Stanzkraft beaufschlagt, wobei
das Bearbeitungswerkzeug 9 bei der Bearbeitung mit einem auf der gegenüberliegenden
Seite der Blechtafel 5 angeordneten zweiten Bearbeitungswerkzeug (nicht gezeigt) zusammenwirkt.
Nach Abschluss des Arbeitshubes wird das Bearbeitungswerkzeug 9 entlang der Arbeitshubachse
10 in einer Rückhubrichtung 12 angehoben.
[0030] Mittels der Pressantriebsanordnung 7 ist die Werkzeughalterung 8 gemeinsam mit dem
Bearbeitungswerkzeug 9 außerdem um die Arbeitshubachse 10 dreheinstellbar.
[0031] Als Bearbeitungswerkzeuge können in die Werkzeughalterung 8 neben Stanzwerkzeugen
auch Umformwerkzeuge, wie Präge-, Biege- und Sickenwerkzeuge usw., eingewechselt werden.
[0032] Sämtliche Antriebe der Stanz-/Umformmaschine werden durch eine numerische Steuereinheit
13 gesteuert.
[0033] Im Detail ist die Pressantriebsanordnung 7 der Stanz-/Umformmaschine 1 Figur 2 zu
entnehmen. Die Werkzeughalterung 8 ist unbeweglich mit einem langgestreckten Stößel
14 verbunden, dessen Längsachse mit der Arbeitshubachse 10 zusammenfällt.
[0034] An dem von der Werkzeughalterung 8 abgelegenen Ende des Stößels 14 ist eine erste
Antriebseinheit in Form eines hochdynamischen Linearmotors 15 vorgesehen, welcher
einen Teil eines Pressantriebes der Pressantriebsanordnung 7 bildet. Innerhalb eines
um die Arbeitshubachse 10 umlaufenden, ringförmigen Primärteils 16 des Linearmotors
15 ist ein ebenfalls ringförmiges Sekundärteil 17 des Linearmotors 15 angeordnet.
Mittels einer Messeinrichtung 18 ist der von dem Linearmotor 15 benötigte Strom messbar.
[0035] Das Sekundärteil 17 ist mit einem tellerförmigen Druckelement 19 versehen, welches
mit dem Stößel 14 durch ein axiales Drehlager 20 um die Arbeitshubachse 10 drehbar,
aber axial unbeweglich verbunden ist. Bei einer alternativen Bauart kann zwischen
Druckelement 19 und Stößel 14 zusätzlich ein Dämpfungselement vorgesehen sein.
[0036] Bei einer weiteren alternativen Bauart kann anstelle des gezeigten Linearmotors 15
ein Linearmotor in Form eines sogenannten "Tube Motor" verwendet werden. Ein "Tube
Motor" zeichnet sich durch einen zylindrischen Aufbau aus, der es ermöglicht, dass
das Sekundärteil des Motors gegenüber dem Primärteil uneingeschränkt um die Hubachse
drehbar ist und in jeder Relativdrehstellung einen hochdynamischen Hub ausführen kann.
Vorteilhafterweise kann daher bei der Verwendung eines "Tube Motor" auf das Drehlager
20 verzichtet werden.
[0037] Des Weiteren weist die Pressantriebsanordnung 7 als Teil des Pressantriebs eine zweite
Antriebseinheit in Form eines elektrischen Dreh/Hubantriebs auf, welcher von einem
elektrischen Spindelantrieb 21 gebildet ist. Der Spindelantrieb 21 ist weniger dynamisch
ausgebildet als der Linearmotor 15, kann aber eine wesentlich höhere Presskraft bereitstellen.
[0038] Der Spindelantrieb 21 umfasst eine Antriebsspindel 22, deren Spindelachse mit der
Arbeitshubachse 10 zusammenfällt. Die Antriebsspindel 22 ist mit zwei Außengewinden
23 und 24 versehen. Beide Außengewinde 23 und 24 weisen die gleiche Gewindesteigung
auf, sind aber gegenläufig ausgebildet. Eine erste Antriebsmutter 25 sitzt auf dem
ersten Außengewinde 23, eine zweite Antriebsmutter 26 sitzt auf dem zweiten Außengewinde
24. Die Drehstellungen der Antriebsmuttern 25 und 26 um die Arbeitshubachse 10 sind
mittels Sensoren 27 bestimmbar.
[0039] Ein Torque-Motor 28, welcher der ersten Antriebsmutter 25 zugeordnet ist, weist einen
gestellfesten Stator 29 und einen Rotor 30 auf, der um die Arbeitshubachse 10 umlaufend
ausgebildet und getriebelos mit der Antriebsmutter 25 verbunden ist. Der Stator 29,
der Rotor 30 und die Antriebsmutter 25 überdecken sich zumindest teilweise entlang
der Arbeitshubachse 10 gegenseitig. Der zweiten Antriebsmutter 26 ist ein Torque-Motor
31 zugeordnet, welcher gleicher Bauart wie der Torque-Motor 28 ist. Er weist einen
gestellfesten Stator 32 und einen mit der Antriebsmutter 26 unbeweglich verbundenen
Rotor 33 auf.
[0040] Die Antriebsspindel 22 ist mit einer axialen Aufnahme 34 versehen, in welcher der
Stößel 14 angeordnet ist. Insbesondere ragt der Stößel 14 axial durch die Antriebsspindel
22 hindurch.
[0041] Die axiale Aufnahme 34 der Arbeitsspindel 22 weist unter Ausbildung eines zylindrischen
Absatzes 39 einen Abschnitt mit kleinerem Durchmesser auf. Am Innenumfang ist der
zylindrische Absatz 39 mit zwei, radial gegenüberliegenden axialen Führungsnuten 36
versehen. Die Führungsnuten 36 verlaufen innerhalb der Schnittebene gemäß Figur 2,
d. h. Figur 2 zeigt den Innendurchmesser des zylindrischen Absatzes 39 im Umfangsbereich
der Führungsnuten 36. Im Umfangsbereich außerhalb der Führungsnuten 36 entspricht
der Innendurchmesser des zylindrischen Absatzes 39 in etwa dem Außendurchmesser des
Stößels 14 (aus Figur 2 nicht ersichtlich). Zwei mit dem Stößel 14 unbeweglich verbundene
Mitnehmerflügel 35 ragen in die axialen Führungsnuten 36 am Innenumfang des zylindrischen
Absatzes 39.
[0042] Bei einer abgewandelten (nicht gezeigten) Bauart eines Pressantriebs können die Führungsnuten
36 auch in einem von dem zylindrischen Absatz 39 getrennten axialen Abschnitt der
Aufnahme 34 vorgesehen sein, beispielsweise in Figur 2 nach oben versetzt angeordnet
sein. Dementsprechend sind bei dieser Alternative auch die Mitnehmerflügel 35 im Vergleich
zu den in Figur 2 gezeigten Verhältnissen weiter oben angeordnet. Da die Mitnehmerflügel
35 in diesem Fall in den Führungsnuten 36 der Arbeitsspindel 22 mit einem größeren
radialen Abstand zueinander geführt sind, ergibt sich eine Variante mit einer stabileren
gegenseitigen Führung von Arbeitsspindel 22 und Stößel 14.
[0043] Des Weiteren weist der zylindrische Absatz 39 bei dem in Figur 2 gezeigten Pressantrieb
7 an seiner werkzeughalterungsseitigen Stirnfläche eine umlaufende Anlagefläche 37
auf. Axial gegenüber der Anlagefläche 37 ist der Stößel 14 mit einer umlaufenden Einleitfläche
38 versehen, die durch einen radialen Absatz des Stößels 14 gebildet ist.
[0044] Ein Sensor 39a dient zur Ermittlung der axialen Lage des Stößels 14 bzw. der Werkzeughalterung
8 relativ zu dem Maschinengestell 2 und der Drehstellung des Stößels 14 bzw. der Werkzeughalterung
8 um die Arbeitshubachse 10.
[0045] Im Folgenden wird die generelle Funktionsweise der Pressantriebsanordnung 7 beschrieben,
bevor anschließend die einzelnen Bewegungsabläufe bei verschiedenen Werkstückbearbeitungen
anhand der Figuren 3a bis 3c und 4a bis 4c erläutert werden.
[0046] Um den Stößel 14 gemeinsam mit der Werkzeughalterung 8 und mit dem darin gelagerten
Bearbeitungswerkzeug 9 mittels des Linearmotors 15 entlang der Arbeitshubachse 10
anzuheben oder abzusenken, führt das Sekundärteil 17 des Linearmotors 15 eine entsprechende
Heb- bzw. Senkbewegung entlang der Arbeitshubachse 10 relativ zu dem gestellfesten
Primärteil 16 des Linearmotors 15 aus. Die Hubbewegung des Sekundärteils 17 wird über
das Druckelement 19 und über das axiale Drehlager 20 auf den Stößel 14 übertragen.
In gleicher Weise ist eine durch den Linearmotor 15 erzeugte Kraft in Hub- und Rückhubrichtung
11 und 12 in den Stößel 14 einleitbar.
[0047] Bei der Hubbewegung des Stößels 14 durch den Linearmotor 15 bilden die Flügel 35
an der Antriebsspindel 22 und die axialen Führungsnuten 36 eine Verdrehsicherung für
den Stößel 14.
[0048] Des Weiteren ist der Stößel 14 mittels des Spindelantriebs 21 um die Arbeitshubachse
10 dreheinstellbar. Der Spindelantrieb 21 bildet folglich eine Drehantriebseinheit,
mittels derer die an dem Stößel 14 vorgesehene Werkzeughalterung 8 um die Arbeitshubachse
10 dreheinstellbar ist. Um den Stößel 14 gemeinsam mit der Werkzeughalterung 8 in
eine Drehstellung um die Arbeitshubachse 10 zu bewegen, wird die Arbeitsspindel 22
um die Arbeitshubachse 10 gedreht. Die Flügel 35 dienen als Drehschieber, mittels
dessen der Stößel 14 gemeinsam mit der Werkzeughalterung 8 bei der Drehbewegung der
Antriebsspindel 22 um die Arbeitshubachse 10 mitgedreht wird. Die Drehbewegung der
Antriebsspindel 22 ergibt sich, ohne dass die Antriebsspindel 22 auch eine Hubbewegung
entlang der Arbeitshubachse 10 ausführt, indem die Antriebsmuttern 25 und 26 mit gleicher
Geschwindigkeit und in gleicher Richtung durch die Torque-Motoren 28 und 31 gedreht
werden.
[0049] Außerdem kann der Stößel 14 mittels des Spindelantriebs 21 in Hubrichtung 11 abgesenkt
bzw. mit einer (Zusatz-)Presskraft in Hubrichtung 11 beaufschlagt werden. Zu diesem
Zweck wird die Antriebsspindel 22 in Hubrichtung 11 abgesenkt. Die Absenkbewegung
der Antriebsspindel 22 ergibt sich, ohne dass die Antriebsspindel 22 gleichzeitig
gedreht wird, indem die Antriebsmuttern 25 und 26 durch die Torque-Motoren 28 und
31 mit gleicher Geschwindigkeit aber in entgegengesetzten Richtungen gedreht werden.
Wenn die Anlagefläche 37 an dem zylindrischen Absatz 39 in Hubrichtung 11 auf die
Einleitfläche 38 an dem Stößel 14 gepresst wird, kann eine mittels des Spindelantriebs
21 erzeugte (Zusatz-)Presskraft in den Stößel 14 eingeleitet werden.
[0050] Folglich dient der zylindrische Absatz 39 als Druckelement, welches den Stößel 14
und folglich auch die Werkzeughalterung 8 mit einer von dem Spindelantrieb 21 bereitgestellten
(Zusatz-)Presskraft beaufschlagen kann.
[0051] Die Figuren 3a bis 3c zeigen drei verschiedene Betriebszustände der Pressantriebsanordnung
7 bei der Stanzbearbeitung einer relativ dünnen Blechtafel 5. Bei der in den Figuren
3a bis 3c dargestellten Stanzbearbeitung wird die erforderliche Presskraft bzw. Stanzkraft
ausschließlich durch den Linearmotor 15 erzeugt.
[0052] Figur 3a zeigt die Pressantriebsanordnung 7 in einem Betriebszustand, in welchem
die Werkzeughalterung 8 eine Ausgangslage vor einem Arbeitshub einnimmt. Ausgehend
von der Ausgangslage wird die Werkzeughalterung 8 gemeinsam mit dem Bearbeitungswerkzeug
9 in Hubrichtung 11 auf die Blechtafel 5 zubewegt. Die Axialbewegung des Bearbeitungswerkzeugs
8 erfolgt durch den Linearmotor 15. Der Spindelantrieb 21, insbesondere die Antriebsspindel
22 mitsamt dem radialen Absatz 39, bleibt während der Hubbewegung stehen. Demzufolge
bewegt sich die Werkzeughalterung 8 ausgehend von den Verhältnissen, gemäß Figur 3a
in Hubrichtung 11 von dem zylindrischen Absatz 39 weg. Die Werkzeughalterung 8 und
der zylindrische Absatz 39 führen eine Relativbewegung entlang der Arbeitshubachse
10 aus.
[0053] Figur 3b sind die Verhältnisse zu entnehmen, wenn das Bearbeitungswerkzeug 9 gerade
auf der Blechtafel 5 aufsetzt. Der Abschnitt des Arbeitshubes, bei welchem sich das
Bearbeitungswerkzeug 9 der Blechtafel 5 nur annähert, ist beendet. Da die Antriebsspindel
22 in der gleichen Position stehen geblieben ist, in welcher sie zu Beginn des Arbeitshubes
(Figur 3a) angeordnet war, hat sich der axiale Abstand zwischen der Anlagefläche 37
und der Einleitfläche 38 aufgrund der Absenkbewegung des Stößels 14 vergrößert.
[0054] Bei der folgenden Stanzbearbeitung beaufschlagt das Bearbeitungswerkzeug 9 die Blechtafel
5 in Hubrichtung 11 mit einer Presskraft. Die Presskraft bzw. Stanzkraft, mit welcher
das Bearbeitungswerkzeug 9 die Blechtafel 5 beaufschlagt, wird durch den Linearmotor
15 bereitgestellt. Zu diesem Zweck beaufschlagt das mit dem Sekundärteil 17 des Linearmotors
15 verbundene Druckelement 19 den Stößel 14 mit der Presskraft. Über den Stößel 14
und die Werkzeughalterung 8 liegt die Presskraft schließlich an dem Bearbeitungswerkzeug
9 an. Da es sich im gezeigten Fall um eine relativ dünne Blechtafel 5 handelt, ist
die von dem Linearmotor 15 maximal bereitzustellende Presskraft (ca. 40 KN) ausreichend,
um die Blechtafel 5 durchzustanzen.
[0055] In Figur 3c ist der Betriebszustand der Pressantriebsanordnung 7 dargestellt, nachdem
das Bearbeitungswerkzeug 9 die Blechtafel durchgestanzt hat. Ausgehend von diesem
Zustand wird der Stößel 14 mittels des Linearmotors 15 wieder in die Ausgangslage
gemäß Figur 3a mit einem Rückhub bewegt. Der Spindelantrieb 21 bleibt während des
Arbeitshubes und während des Rückhubes unbewegt.
[0056] Aufgrund der hohen Dynamik des Linearmotors 15 ist die vorstehend beschriebene Stanzbearbeitung
in sehr kurzer Zeit durchführbar, so dass insbesondere im Dünnblechbereich mit Hilfe
der Pressantriebsanordnung 7 bei einer Schrittweite von 1 mm Hubzahlen bis zu 1500
Hüben/min erreicht werden können.
[0057] Die Figuren 4a bis 4c zeigen drei verschiedene Betriebszustände der Pressantriebsanordnung
7 beim Stanzen einer relativ dicken Blechtafel 5.
[0058] Figur 4a sind die Verhältnisse zu entnehmen, wenn das Bearbeitungswerkzeug 9 gerade
auf die Blechtafel 5 aufsetzt. Die Verhältnisse in Figur 4a entsprechen daher den
Verhältnissen aus Figur 3b. Die Presskraft, mit welcher das Bearbeitungswerkzeug 9
die Blechtafel 5 beaufschlagt, wird zunächst ausschließlich von dem Linearmotor 15
bereitgestellt. Dementsprechend wird der Stößel 14 und damit auch die Werkzeughalterung
8 nur durch das tellerförmige Druckelement 19 mit einer Presskraft beaufschlagt.
[0059] Die maximal von dem Linearmotor 15 erzeugbare Presskraft ist jedoch nicht ausreichend,
um die relativ dicke Blechtafel 5 durchzustanzen. Der Bedarf einer Zusatz-Presskraft
wird ermittelt, indem der von dem Linearmotor 15 benötigte Strom mittels der Messeinrichtung
18 (Figur 2) gemessen wird und die Messwerte ständig an die numerische Steuereinheit
13 übermittelt werden. In einen Auswertungsteil der Steuereinheit 13 wird der gemessene
Strom mit einem Stromgrenzwert verglichen, welcher dem Strom entspricht, der durch
den Linearmotor 15 bei der durch ihn maximal bereitzustellenden Presskraft verbraucht
wird. Erreicht der gemessene Strom den vorgegebenen Grenzwert, wertet die numerische
Steuereinheit 13 dies als Bedarfsfall für die Einleitung einer Zusatz-Presskraft mittels
des Spindelantriebs 21. Die Messeinrichtung 18 und der vorstehend erwähnte Auswertungsteil
der numerischen Steuereinheit 13 bilden folglich Erfassungsmittel, mittels derer der
Bedarf zur Einleitung einer Zusatz-Presskraft ermittelt wird.
[0060] Im Weiteren löst die numerische Steuereinheit 13 einen Zuschalthub aus, bei welchem
die Antriebsspindel 22 gemeinsam mit dem zylindrischen Absatz 39 in Hubrichtung 11
mittels der Torque-Motoren 28 und 31 bewegt wird. Die Hublänge des Zuschalthubes ist
ausreichend, damit der Spindelantrieb 21 mitsamt dem zylindrischen Absatz 39 während
des Zuschalthubes auf eine Geschwindigkeit beschleunigen kann, bei welcher die nachfolgende
Werkstückbearbeitung durchgeführt wird (Pressgeschwindigkeit).
[0061] Der Zuschalthub ist beendet, wenn die Anlagefläche 37 an der Einleitfläche 38 anliegt.
Der zylindrische Absatz 39 und die Werkzeughalterung 8 können sich entlang der Arbeitshubachse
10 nicht weiter annähern. Die Relativbeweglichkeit des zylindrischen Absatzes 39 und
der Werkzeugaufnahme 8 ist folglich entlang der Arbeitshubachse 10 in einer Richtung
aufgehoben. Es ergeben sich die in Figur 4b gezeigten Verhältnisse.
[0062] Bei der folgenden Werkstückbearbeitung wird über die Einleitfläche 38 an dem Stößel
14 eine Zusatz-Presskraft in die Werkzeugaufnahme 8 eingeleitet, welche von dem Spindelantrieb
21 erzeugt wird. Da der Spindelantrieb 21 mitsamt dem zylindrischen Absatz 39 bereits
auf die Pressgeschwindigkeit beschleunigt wurde, bevor die Anlagefläche 37 auf die
Einleitfläche 38 stößt, muss der Spindelantrieb 21 nun nicht mehr weiter beschleunigt
werden. Seine Antriebsleistung steht somit vollständig für die Beschleunigung des
Stößels 14, der Werkzeughalterung 8 und des Bearbeitungswerkzeugs 9 sowie zur Beaufschlagung
derselben mit einer Zusatz-Presskraft zur Verfügung.
[0063] Die durch den Linearmotor 15 bereitgestellte Presskraft und die durch den elektrischen
Spindelantrieb 21 bereitgestellte Zusatz-Presskraft addieren sich. Die Summe der Presskräfte
ist ausreichend, um die relativ dicke Blechtafel 5 durchzustanzen. Die Verhältnisse
nach Durchstanzen der Blechtafel 5 sind Figur 4c zu entnehmen.
[0064] Nach dem Arbeitshub wird das Bearbeitungswerkzeug 9 mit einem Rückhub wieder in die
Ausganglage (Figur 3a) angehoben, indem der Linearmotor 15 und der Spindelantrieb
21 gleichzeitig in Rückhubrichtung 12 verfahren. Unter diesen Umständen ist die Geschwindigkeit
des Bearbeitungswerkzeuges 9 beim Rückhub durch die Geschwindigkeit des langsameren
Spindelantriebs 21 begrenzt.
[0065] Es können sich aber auch Verhältnisse ergeben, bei welchen die Bewegungsrichtung
des Spindelantriebs 21 vor Abschluss des Arbeitshubes umgekehrt werden kann. Beispielhaft
ist eine Werkstückbearbeitung zu nennen, bei welcher in einem unteren Abschnitt des
Arbeitshubs nur noch eine Presskraft erforderlich ist, die kleiner als die maximal
durch den Linearmotor 15 bereitzustellende Presskraft ist. In diesem Fall kann eine
Rückziehen des langsameren Spindelantriebes 21 vor Abschluss des Arbeitshubes einsetzen.
Folglich wird die Geschwindigkeit des Bearbeitungswerkzeugs 9 beim späteren Rückhub
nur noch durch den schnelleren Linearmotor 15 bestimmt. Das Bearbeitungswerkzeug 9
kann also schneller zurückbewegt werden und die Zeit für den Rückhub verkürzt sich.
[0066] Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass die Zuschaltung des Spindelantriebs
21 nicht nur zu dem Zeitpunkt erfolgen kann, zu welchem ein Bearbeitungswerkzeug auf
der Blechtafel 5 aufsetzt, sondern auch im Laufe der gesamten Werkstückbearbeitung
bzw. des Arbeitshubes.
[0067] In Figur 5 sind nochmals die drei wesentlichen Verfahrensschritte im Rahmen des anhand
der Figuren 4a bis 4c beschriebenen Stanzvorgangs zusammengefasst. Zuerst wird die
Werkzeughalterung 8 ausschließlich durch das erste, tellerförmige Druckelement 19
unter Einleitung einer Presskraft beaufschlagt (Figur 4a). Im Bedarfsfall wird das
zweite Druckelement, hier der zylindrische Absatz 39, durch einen Zuschalthub relativ
zu der Werkzeughalterung 8 zur Einleitung einer Zusatz-Presskraft zugeschaltet. Schließlich
wird die Werkzeughalterung 8 durch das zweite Druckelement unter Einleitung einer
Zusatz-Presskraft beaufschlagt (Figur 4b).
[0068] Die numerische Steuereinheit 13 der Stanz-/Umformmaschine 1 ermöglicht es, die Pressantriebsanordnung
7 in zwei verschiedenen Steuermodi zu betreiben. In einem Grundsteuermodus wird die
Pressantriebsanordnung gemäß dem vorstehend beschriebenen Ablauf betrieben, d.h. das
Bearbeitungswerkzeug 9 wird zunächst immer nur mittels des Linearmotors 15 auf die
zu bearbeitende Blechtafel 5 abgesenkt. Nur im Bedarfsfall wird dann eine Zusatz-Presskraft
durch den Spindelantrieb 21 eingeleitet.
[0069] Ist es jedoch z. B. anhand der Dicke der zu bearbeitenden Blechtafel 5 bereits im
Vorfeld zweifelsfrei ersichtlich, dass die durch den Linearmotor 15 erzeugbare Presskraft
nicht ausreichend ist, um die Blechtafel 5 zu bearbeiten, kann ein Dickblech-Steuermodus
eingestellt werden. Im Dickblech-Steuermodus wird der Spindelantrieb 21 von vorne
herein mitbewegt. Auf diese Weise wird der durch den Zuschalthub entstehende Zeitverlust
vermieden.
[0070] Eine alternative Bauart einer Pressantriebsanordnung 40 ist Figur 6 zu entnehmen.
Gemäß Figur 6 nimmt die Pressantriebsanordnung 40 ihre Ausgangslage vor einem Arbeitshub
ein. Die Werkzeughalterung 41 ist an einem entlang der Arbeitshubachse 10 verlaufenden
Stößel 42 vorgesehen. Der Stößel 42 ist gemeinsam mit der Werkzeughalterung 41 und
einem Bearbeitungswerkzeug 43 mittels eines eine Drehantriebseinheit bildenden Drehmotors
44 um die Arbeitshubachse 10 dreheinstellbar. Hierzu weist der Drehmotor 44 einen
umlaufenden Rotor 45 auf, welcher getriebelos mit dem Stößel 42 verbunden ist. Der
Rotor 45 ist innerhalb eines gestellfesten Stators 46 angeordnet.
[0071] Zur Presskrafterzeugung und zur Erzeugung der Hubbewegung der Werkzeughalterung 41
entlang der Arbeitshubachse 10 dienen zwei elektrische Spindelantriebe 47 und 48.
Der erste Spindelantrieb 47 weist einen an dem Maschinengestell 2 abgestützten Stator
49 auf, innerhalb dessen ein umlaufender Rotor 50 vorgesehen ist. Der Rotor 50 ist
unmittelbar mit einer Antriebsmutter 51 verbunden, die im Eingriff mit einer Antriebsspindel
52 steht. Die Spindelachse der Antriebsspindel 52 fällt mit der Arbeitshubachse 10
zusammen. Die Antriebsspindel 52 ist werkzeughalterungsseitig mit einer Druckscheibe
53 versehen, welche über ein Axiallager 54 mit der Antriebsspindel 52 verbunden ist.
[0072] Der zweite Spindelantrieb 48 ist an einem axialen Vorsatz der Antriebsspindel 52
angeordnet. Er weist eine höhere Dynamik als der erste Spindelantrieb 47 auf, kann
aber nur eine relativ niedrige Kraft erzeugen. Der Spindelantrieb 48 umfasst einen
Stator 55, welcher an der Antriebsspindel 52 des ersten Spindelantriebs 47 abgestützt
ist. Des Weiteren weist der zweite Spindelantrieb 48 einen um die Arbeitshubachse
10 umlaufenden Rotor 56 auf. Der Rotor 56 ist getriebelos mit einer Antriebsmutter
57 verbunden, welche mit einer Antriebsspindel 58 im Eingriff steht. Auch die Spindelachse
der Antriebsspindel 58 stimmt mit der Arbeitshubachse 10 überein.
[0073] Die Antriebsspindel 58 ist mit dem Stößel 42 über eine Tellerfeder 59 und ein axiales
Drehlager 60 verbunden. Die Tellerfeder 59 ist in Hubrichtung 11 mit einer Federkraft
vorgespannt, die etwas kleiner als die maximal bereitzustellende Axialkraft des Spindelantriebes
48 ist. Insgesamt ergibt sich eine aufeinander aufbauende Anordnung der beiden Spindelantriebe
47 und 48.
[0074] Das axiale Drehlager 60 bzw. die Tellerfeder 59 bilden ein erstes Druckelement, welches
den Stößel 42 an seinem in einer axialen Aufnahme 61 der Antriebsspindel 52 angeordneten
Ende beaufschlagen. Die Druckscheibe 53 bildet ein zweites Druckelement.
[0075] Die Arbeitsweise der Pressantriebsanordnung 40 wird im Folgenden unter Bezugnahme
auf die Figuren 7 bis 9 beschrieben. Die Figuren 7 bis 9 zeigen die axiale Geschwindigkeit
der Antriebsspindel 52 relativ zum Maschinengestell 2 (gestrichelte Linie) und die
axiale Geschwindigkeit der Antriebsspindel 58 relativ zu der Antriebsspindel 52 (strich-punktierte
Linie) im Verlauf verschiedener beispielhafter Werkstückbearbeitungen.
[0076] Bei der Werkstückbearbeitung gemäß Figur 7 wird das Bearbeitungswerkzeug 43 zu Beginn
ausschließlich mittels des hochdynamischen Spindelantriebs 48 abgesenkt. Zu einem
Zeitpunkt t
1 erreicht die Arbeitsspindel 58 und gleichzeitig das Bearbeitungswerkzeug 43 eine
konstante Geschwindigkeit v
1. Zum Zeitpunkt t
2 trifft das Bearbeitungswerkzeug 43 auf die zu bearbeitende Blechtafel 5. Das Bearbeitungswerkzeug
43 beaufschlagt nun die Blechtafel 5 mit einer durch den Spindelantrieb 48 bereitgestellten
Presskraft. Diese Presskraft wird von der Antriebsspindel 58 des Spindelantriebs 48
über die Tellerfeder 59 und das Drehlager 60 auf den Stößel 42 übertragen.
[0077] Bei dem in Figur 7 gezeigten Fall übersteigt die durch den Spindelantrieb 48 erzeugte
Axialkraft die Federkraft, mit welcher die Tellerfeder 59 vorgespannt ist. Da die
an dem Bearbeitungswerkzeug 43 anliegende Presskraft aber nicht ausreichend ist, um
das auf der Blechtafel 5 aufgesetzte Bearbeitungswerkzeug 43 unter Verformung der
Blechtafel 5 weiter abzusenken, bleibt der Stößel 42 gemeinsam mit der Werkzeughalterung
41 und dem darin gelagerten Bearbeitungswerkzeug 43 kurzzeitig stehen. Bei der weiteren
Absenkbewegung der Antriebsspindel 58 wird die Tellerfeder 59 daher zusammengedrückt.
[0078] Die numerische Steuereinheit 13 erkennt, wie bereits in Bezug auf die erste Bauart
einer Pressantriebsanordnung 7 erläutert wurde, z. B. durch Messung des durch den
Spindelantrieb 48 benötigten Stroms, dass der Spindelantrieb 47 zur Einleitung einer
Zusatz-Presskraft zugeschaltet werden muss. Augenblicklich, d. h. nahezu zum Zeitpunkt
t
2, löst die numerische Steuereinheit 13 einen Zuschalthub aus, bei welchem die Antriebsspindel
52 gemeinsam mit der Druckscheibe 53 in Hubrichtung 11 abgesenkt wird. Mit der Antriebsspindel
52 wird auch der Spindelantrieb 48 in Hubrichtung 11 auf den (immer noch) stehenden
Stößel 42 zu bewegt, wodurch die Tellerfeder 59 um ein Weiteres komprimiert wird.
Gleichzeitig wird aber die Absenkbewegung der Antriebsspindel 58 des Spindelantriebs
48 abgebremst, bis die Antriebsspindel 58 schließlich relativ zu der Antriebsspindel
52 steht (Zeitpunkt t
3). Anschließend wird die Antriebsspindel 58 mittels des Spindelantriebs 48 in Rückhubrichtung
12 relativ zu der Antriebsspindel 52 verfahren, bis sie ihre Ausgangslage gegenüber
der Arbeitsspindel 52 gemäß Figur 6 einnimmt (Zeitpunkt t
4).
[0079] Die Hublänge des Zuschalthubes ist ausreichend, damit der Spindelantrieb 47 während
des Zuschalthubes auf eine Geschwindigkeit beschleunigen kann, bei welcher die nachfolgende
Werkstückbearbeitung erfolgt (Pressgeschwindigkeit v
p).
[0080] Der Zuschalthub ist beendet, wenn die Druckscheibe 53 in Hubrichtung 11 auf den Stößel
42 stößt (Zeitpunkt t
5). Die Druckscheibe 53 und der Stößel 42 können sich entlang der Arbeitshubachse 10
nicht weiter annähern. Folglich ist die Relativbeweglichkeit der Druckscheibe 53 und
des Stößels 42 und damit auch der Werkzeughalterung 41 in einer Richtung entlang der
Arbeitshubachse 10 aufgehoben. Der Spindelantrieb 47 leitet nun über die Antriebsspindel
52 und die Druckscheibe 53 direkt eine Zusatz-Presskraft in den Stößel 42 und weiter
in die Werkzeughalterung 41 ein. Nach Abschluss des Arbeitshubes (Zeitpunkt t
6) wird die Antriebsspindel 52 in Rückhubrichtung 12 angehoben. Dadurch wird auch der
auf der Antriebsspindel 52 lagernde Spindelantrieb 48 gemeinsam mit dem Stößel 42
in Rückhubrichtung 12 bewegt. Der Rückhub ist zum Zeitpunkt t
7 abgeschlossen. Die Pressantriebsanordnung 40 ist wieder im Betriebszustand gemäß
Figur 6.
[0081] Figur 8 zeigt die Geschwindigkeitsprofile der Antriebsspindeln 52 und 58 bei einer
zweiten, beispielhaften Werkstückbearbeitung. Im gezeigten Fall dient der Spindelantrieb
47 zur Verlängerung des durch den hochdynamischen Spindelantrieb 48 erzeugten Arbeitshubs
des Bearbeitungswerkzeuges 43. Aus Kostengründen bzw. um einen möglichst hochdynamischen
Antrieb zu erhalten, ist der durch den Spindelantrieb 48 erzeugbare Hub des Bearbeitungswerkzeuges
43 relativ kurz, z. B. 5 mm. Im Fall gemäß Figur 8 reicht der Hub des hochdynamischen
Spindelantriebs 48 nicht aus, so dass zusätzlich der Spindelantrieb 47 verfahren werden
muss (Zeitpunkt t
8). Der Hub des Bearbeitungswerkzeuges 43 wird verlängert, da sich die Verfahrwege
der Antriebe 47 und 48 addieren. Der Rückhub kann zumindest teilweise durch gleichzeitiges
Verfahren beider Spindelantriebe 47 und 48 erfolgen (Zeitspanne t
9 bis t
10).
[0082] Bei den Werkstückbearbeitungen gemäß der Figuren 7 und 8 wird die Pressantriebsanordnung
40 in einem Standardmodus betrieben. Abweichend davon kann die Pressantriebsanordnung
40 auch in einem Hochdynamik-Modus betrieben werden. Figur 9 sind die Geschwindigkeiten
der Antriebsspindeln 52 und 58 im Verlauf einer beispielhaften Werkstückbearbeitung
im Hochdynamik-Modus zu entnehmen. Außerdem zeigt Figur 9 die resultierende Geschwindigkeit
des Bearbeitungswerkzeuges 43 (durchgezogene Linie). Aus Vergleichsgründen ist zudem
abschnittsweise die resultierende Geschwindigkeit des Bearbeitungswerkzeuges 43 gezeigt,
wenn es einen Hub etwa gleicher Länge, aber nur unter Einsatz des niederdynamischen
Antriebs 47, ausführen würde (Linie aus Kreuzen).
[0083] Im Hochdynamik-Modus werden die Spindelantriebe 47 und 48 mittels der numerischen
Steuereinheit 13 derart betrieben, dass beim Beschleunigen und beim Abbremsen des
Bearbeitungswerkzeuges 43 beide Antriebe 47 und 48 gleichzeitig beschleunigen bzw.
abbremsen. Auf diese Weise wird sich die Tatsache zunutze gemacht, dass sich aufgrund
der aufeinander aufbauenden Anordnung der Spindelantriebe 47 und 48 deren Beschleunigungen
zu einer Gesamtbeschleunigung des Bearbeitungswerkzeuges 43 addieren.
[0084] Gemäß Figur 9 wird der hochdynamische Spindelantrieb 48 demnach vor allem bei den
Beschleunigungs- und Abbremsvorgängen verwendet. Insbesondere bleibt der Spindelantrieb
48 beim Arbeitshub und beim Rückhub sogar eine kurze Zeit stehen (Zeitspanne t
11 bis t
12 sowie Zeitspanne t
13 bis t
14). Im Falle der Werkstückbearbeitung nach Figur 9 übersteigt die erforderliche Presskraft
nicht die Vorspannkraft der Tellerfeder 59. Zum Zeitpunkt t
15 befindet sich die Pressantriebsanordnung 40 wieder in ihrer Ausgangslage.
[0085] Anhand des abschnittsweise angedeuteten Geschwindigkeitsprofils des Bearbeitungswerkzeuges
43 im Falle einer Bearbeitung unter Einsatz nur des langsameren Spindelantriebs 47
(Fig. 9, Linie aus Kreuzen) wird der Zeitgewinn aufgrund des Hochdynamik-Modus besonders
deutlich. Während dank des Hochdynamik-Modus zum Zeitpunkt t
15 die Rückhubbewegung bereits abschlossen ist, ist das Bearbeitungswerkzeug 43 bei
Einsatz nur des Spindelantriebs 47 zu diesem Zeitpunkt erst auf eine konstante Rückhubgeschwindigkeit
beschleunigt worden.
[0086] Seitens der numerischen Steuereinheit 13 ergibt sich der Hochdynamik-Modus, indem
z. B. beiden Spindelantrieben 47 und 48 dieselben Solllagen oder dieselben Sollgeschwindigkeiten
des Bearbeitungswerkzeuges 43 im Verlauf der Werkstückbearbeitung vorgegeben werden,
wobei die Spindelantriebe 47 und 48 der Sollwertvorgabe mit unterschiedlichen Verstärkungsfaktoren
folgen. Zudem erfolgt die Sollwertvorgabe unter der Voraussetzung, dass das Bearbeitungswerkzeug
43 nicht schneller als die maximale mögliche Geschwindigkeit des langsameren Spindelantriebes
47 bewegt werden muss.
[0087] Unabhängig von der Möglichkeit bei Bedarf eine Zusatz-Presskraft einzuleiten, ergibt
sich allein durch die aufeinander aufbauende Anordnung der Spindelantriebe 47 und
48 und der Möglichkeit die Spindelantriebe 47 und 48 im Hochdynamik-Modus zu betreiben,
eine vorteilhafte Pressantriebsanordnung, welche sich durch eine hohe Dynamik auszeichnet.
[0088] Im Übrigen kann sich eine hochdynamische Pressantriebsanordnung in analoger Weise
auch bei Verwendung anderer Antriebsbauarten ergeben. Maßgeblich ist nur, dass ein
erster Antrieb vorgesehen ist, welcher ein Stellglied in eine Hubrichtung antreibt,
auf welchem sich ein zweiter Antrieb abstützt, um einen Stößel bzw. eine Werkzeughalterung
in dieselbe Hubrichtung anzutreiben. Außerdem müssen Steuermittel vorgesehen sein,
die das Betreiben der Pressantriebsanordnung in einem Hochdynamik-Modus ermöglichen,
bei welchem ein Arbeitshub durch gleichzeitiges Beschleunigen und/oder Abbremsen beider
Antriebe erzeugt wird.
[0089] Bei der Pressantriebsanordnung 40 ergibt sich in Verbindung mit der Zuschaltmöglichkeit
des Spindelantriebs 47 im Hochdynamik-Modus zusätzlich der Vorteil, dass der Zuschalthub
nicht durch die numerische Steuereinheit 13 ausgelöst werden muss. Vielmehr ergibt
sich der Zuschalthub automatisch. Im Hochdynamik-Modus wird die Antriebsspindel 52
gemeinsam mit der Druckscheibe 53 während des gesamten Arbeitshubes in Hubrichtung
11 bewegt. Wenn das Bearbeitungswerkzeug 43 mit einer Presskraft, welche die Federkraft
der Tellerfeder 59 übersteigt, an der Blechtafel 5 anliegt, federt die Tellerfeder
59 ein. Das Bearbeitungswerkzeug 43 mitsamt dem Stößel 42 bleibt kurzzeitig stehen.
Da die Antriebsspindel 52 aber bereits in Hubrichtung 11 bewegt wird, nähert sich
die Antriebsspindel 52 mit der Druckscheibe 53 sofort dem stehenden Stößel 42 in Hubrichtung
11 an, bis die Druckscheibe 53 an dem Stößel 42 anliegt. Es ergibt sich folglich ein
Zuschalthub.
[0090] Der Einfederungsweg, um welchen der Stößel 42 gegenüber der Antriebsspindel 52 einfedert,
kann beispielsweise mittels einer Messeinrichtung bestimmt werden. Um das Bearbeitungswerkzeug
43 in eine exakte Position entlang der Arbeitshubachse 10 zu bewegen, wird steuerungsseitig
der aktuell gemessene Einfederungsweg berücksichtigt.
1. Pressantriebsanordnung einer Werkzeugmaschine zum Erzeugen eines Arbeitshubes einer
an einem Stößel (14, 42) vorgesehenen Werkzeughalterung (8, 41), bei welchem ein Werkstück
(5) durch ein an der Werkzeughalterung (8, 41) gelagertes Werkzeug (9, 43) beaufschlagbar
ist,
• mit einem Pressantrieb,
• mit einem ersten Druckelement (19, 60), dem eine erste Antriebseinheit (15, 48)
des Pressantriebs zugeordnet ist und mittels dessen die Werkzeughalterung (8, 41)
mit einer durch die erste Antriebseinheit (15, 48) des Pressantriebs bereitgestellten
Presskraft beaufschlagbar ist, indem das erste Druckelement (19, 60) den Stößel (14,
42) beaufschlagt sowie
• mit einem zweiten Druckelement (39, 53), dem eine zweite Antriebseinheit (21, 47)
des Pressantriebs zugeordnet ist und mittels dessen die Werkzeughalterung (8, 41)
mit einer durch die zweite Antriebseinheit (21, 47) des Pressantriebs bereitgestellten
Zusatz-Presskraft beaufschlagbar ist, indem das zweite Druckelement (39, 53) den Stößel
(14, 42) beaufschlagt,
• wobei die Werkzeughalterung (8, 41) und das zweite Druckelement (39, 53) relativbeweglich
sind, wenn nur das erste Druckelement (19, 60) die Werkzeughalterung (8, 41) beaufschlagt
und
• wobei Mittel zur Hemmung, insbesondere zur Aufhebung der Relativbeweglichkeit von
Werkzeughalterung (8, 41) und zweitem Druckelement (39, 53) vorgesehen sind, so dass
die Werkzeughalterung (8, 41) bei Beaufschlagung zunächst ausschließlich durch das
erste Druckelement (19, 60) im Bedarfsfall durch das zweite Druckelement (39, 53)
mit einer Zusatz-Presskraft beaufschlagbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stößel (14, 42) wenigstens teilweise in einer axialen Aufnahme 34, 61) einer
Antriebsspindel (22, 52) eines Spindelantriebs (21, 47) angeordnet ist, welcher eine
der Antriebseinheiten (15, 21, 47, 48) des Pressantriebs bildet
2. Pressantriebsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stößel (14) in der axialen Aufnahme (34) der Antriebsspindel (22) des Spindelantriebs
angeordnet ist und dass der Stößel (14) an dem von der Werkzeughalterung (8) abgewandten
Ende einen gegenüber der Antriebsspindel (22) axial vorstehenden Abschnitt aufweist,
an dem er durch eines der Druckelemente (19, 39 53, 60) beaufschlagbar ist.
3. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Druckelement (39, 53) und die Werkzeughalterung (8, 41) entlang einer
Arbeitshubachse (10) relativbeweglich sind, entlang derer mittels der Pressantriebsanordnung
(7, 40) der Arbeitshub der Werkzeughalterung (8, 41) erzeugbar ist.
4. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeughalterung (8, 41) durch das zweite Druckelemente (39, 53) mit einer Zusatz-Presskraft
beaufschlagbar ist, indem die Relativbeweglichkeit von Werkzeughalterung (8, 41) und
zweitem Druckelement (39, 53) nur in einer Richtung gehemmt bzw. aufgehoben wird.
5. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeughalterung (8, 41) durch das zweite Druckelement (39, 53) mit einer Zusatz-Presskraft
beaufschlagbar ist, indem die Relativbeweglichkeit von Werkzeughalterung (8, 41) und
zweitem Druckelement (39, 53) durch einen Zuschalthub gehemmt bzw. aufgehoben wird,
bei welchem eine Relativbewegung von Werkzeughalterung (8, 41) und zweitem Druckelement
(39, 53) erfolgt.
6. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeughalterung durch das zweite Druckelement (39, 53) mit einer Zusatz-Presskraft
beaufschlagbar ist, indem die Relativbeweglichkeit von Werkzeughalterung (8, 41) und
zweitem Druckelement (39, 53) durch einen Zuschalthub aufgehoben wird, bei welchem
eine an dem zweiten Druckelement (39, 53) vorgesehene Anlagefläche (37) und eine Einleitfläche
(38) seitens der Werkzeughalterung (8, 41) entlang der Arbeitshubachse (10) aufeinander
gepresst werden.
7. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeughalterung (8, 41) und das erste Druckelement (19, 60) entlang der Arbeitshubachse
(10) unbeweglich miteinander verbunden sind.
8. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Antriebseinheit (21, 47, 48) als elektrischer Spindelantrieb ausgebildet
ist und/oder dass eine Antriebseinheit (15) als induktiver Linearantrieb ausgebildet
ist.
9. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stößel (14, 42) an einem in der axialen Aufnahme (34, 61) der Antriebsspindel
(22, 52) angeordneten Abschnitt mit einem Druckelement (39, 60) beaufschlagbar ist.
10. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Drehantriebseinheit (21, 44) vorgesehen ist, mittels derer die Werkzeughalterung
(8, 41) um die Arbeitshubachse (10) dreheinstellbar ist.
11. Pressantriebsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Erfassungsmittel (18, 13) vorgesehen sind, mittels derer bei Beaufschlagung der Werkzeughalterung
(8, 41) ausschließlich durch das erste Druckelement (19, 60) feststellbar ist, ob
die Beaufschlagung der Werkzeughalterung (8, 41) durch das zweite Druckelement (39,
53) mit einer Zusatz-Presskraft erforderlich ist.
1. A press drive arrangement of a machine tool for generating a working stroke of a tool
holder (8, 41) provided on a ram (14, 42), in which a workpiece (5) can be processed
by a tool (9, 43) mounted on the tool holder (8, 41),
• comprising a press drive,
• comprising a first pressure element (19, 60), which is assigned a first drive unit
(15, 48) of the press drive and by means of which the tool holder (8, 41) can be loaded
with a pressing force provided by the first drive unit (15, 48) of the press drive,
as a result of the first pressure element (19, 60) loading the ram (14, 42), and
• comprising a second pressure element (39, 53), which is assigned a second drive
unit (21, 47) of the press drive and by means of which the tool holder (8, 41) can
be loaded with an additional pressing force provided by the second drive unit (21,
47) of the press drive, as a result of the second pressure element (39, 53) loading
the ram (14, 42),
• wherein the tool holder (8, 41) and the second pressure element (39, 53) can be
moved relative to one another if only the first pressure element (19, 60) loads the
tool holder (8, 41), and
• wherein means for inhibiting, in particular for cancelling, the relative mobility
of the tool holder (8, 41) and the second pressure element (39, 53) are provided,
so that when the tool holder (8, 41) is initially loaded exclusively by the first
pressure element (19, 60), the tool holder (8) can be loaded if required with an additional
pressing force by the second pressure element (39, 53),
characterised in that the ram (14, 42) is arranged at least partially in an axial seat (34, 61) of a drive
spindle (22, 52) of a spindle drive (27, 47), which forms one of the drive units (15,
21, 47, 48) of the press drive.
2. A press drive arrangement according to claim 1, characterised in that the ram (14) is arranged in the axial seat (34) of the drive spindle (22) of the
spindle drive and in that the ram (14) comprises at the end remote from the tool holder (8) a portion which
protrudes axially with respect to the drive spindle (22) and at which the ram can
be loaded by one of the pressure elements (19, 39, 53, 60).
3. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that the second pressure element (39, 53) and the tool holder (8, 41) are movable relative
to one other along a working stroke axis (10), along which the working stroke of the
tool holder (8, 41) can be generated by means of the press drive arrangement (7, 40).
4. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that the tool holder (8, 41) can be loaded with an additional pressing force by the second
pressure element (39, 53) by inhibiting or cancelling the relative mobility of the
tool holder (8, 41) and the second pressure element (39, 53) in only one direction.
5. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that the tool holder (8, 41) can be loaded with an additional pressing force by the second
pressure element (39, 53) by inhibiting or cancelling the relative mobility of the
tool holder (8, 41) and the second pressure element (39, 53) by an activatable stroke,
in the course of which a relative movement of the tool holder (8, 41) and the second
pressure element (39, 53) is effected.
6. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that the tool holder (8, 41) can be loaded with an additional pressing force by the second
pressure element (39, 53) by cancelling the relative mobility of the tool holder (8,
41) and the second pressure element (39, 53) by an activatable stroke, in the course
of which a bearing surface (37) on the second pressure element (39, 53) and a lead-in
surface (38) on the tool holder (8, 41) are pressed together along the working stroke
axis (10).
7. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that the tool holder (8, 41) and the first pressure element (19, 60) are fixedly joined
to one another along the working stroke axis (10).
8. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that at least one drive unit (21, 47, 48) is in the form of an electric spindle drive
and/or in that one drive unit (15) is in the form of an inductive linear drive.
9. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that the ram (14, 42) can be loaded by a pressure element (39, 60) at a portion arranged
in the axial seat (34, 61) of the drive spindle (22, 52).
10. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that a rotary drive unit (21, 44) is provided, by means of which the tool holder (8, 41)
can be rotatably adjusted around the working stroke axis (10).
11. A press drive arrangement according to anyone of the preceding claims, characterised in that sensing means (18, 13) are provided, by means of which when the tool holder (8, 41)
is loaded exclusively by the first pressure element (19, 60) it is possible to determine
whether it is necessary to load the tool holder (8, 41) with an additional pressing
force by the second pressure element (39, 53).
1. Dispositif d'entraînement de pression d'une machine-outil, pour produire une course
de travail d'un porte-outil (8, 41) prévu sur un poussoir (14, 42), lors de laquelle
une pièce (5) peut être sollicitée par un outil (9, 43) monté sur le porte-outil (8,
41),
- avec un entraînement de pression,
- avec un premier élément presseur (19, 60), auquel est associée une première unité
d'entraînement (15, 48) de l'entraînement de pression et au moyen duquel le porte-outil
(8, 41) peut être sollicité par une force de pression fournie par la première unité
d'entraînement (15, 48) de l'entraînement de pression, par le fait que le premier
élément presseur (19, 60) sollicite le poussoir (14, 42),
- et avec un deuxième élément presseur (39, 53), auquel est associée une deuxième
unité d'entraînement (21, 47) de l'entraînement de pression et au moyen duquel le
porte-outil (8, 41) peut être sollicité par une force de pression auxiliaire fournie
par la deuxième unité d'entraînement (21, 47) de l'entraînement de pression, par le
fait que le deuxième élément presseur (39, 53) sollicite le poussoir (14, 42),
- sachant que le porte-outil (8, 41) et le deuxième élément presseur (39, 53) sont
à mobilité relative lorsque seul le premier élément presseur (19, 60) sollicite le
porte-outil (8, 41),
- et sachant qu'il est prévu des moyens pour entraver, en particulier pour supprimer
la mobilité relative du porte-outil (8, 41) et du deuxième élément presseur (39, 53),
de sorte que le porte-outil (8, 41), lors de la sollicitation, d'abord exclusivement
par le premier élément presseur (19, 60), peut être sollicité, en cas de besoin, par
une force de pression auxiliaire fournie par le deuxième élément presseur (39, 53),
caractérisé en ce que le poussoir (14, 42) est disposé au moins pour partie dans un logement axial (34,
61) d'une broche d'entraînement (22, 52) d'un entraînement à broche (21, 47) qui forme
une des unités d'entraînement (15, 21, 47, 48) de l'entraînement de pression.
2. Dispositif d'entraînement de pression selon la revendication 1, caractérisé en ce que le poussoir (14) est disposé dans le logement axial (34) de la broche d'entraînement
(22) de l'entraînement à broche, et en ce que le poussoir (14) présente, à l'extrémité éloignée du porte-outil (8), une partie
qui dépasse axialement par rapport à la broche d'entraînement (22) et au niveau de
laquelle il peut être sollicité par un des éléments presseurs (19, 39, 53, 60).
3. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le deuxième élément presseur (39, 53) et le porte-outil (8, 41) sont à mobilité relative
le long d'un axe de course de travail (10) le long duquel la course de travail du
porte-outil (8, 41) peut être produite au moyen du dispositif d'entraînement de pression
(7, 40).
4. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le porte-outil (8, 41) peut être sollicité par le deuxième élément presseur (39,
53) par une force de pression auxiliaire par le fait que la mobilité relative du porte-outil
(8, 41) et du deuxième élément presseur (39, 53) est entravée ou supprimée dans une
seule direction.
5. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le porte-outil (8, 41) peut être sollicité par le deuxième élément presseur (39,
53) par une force de pression auxiliaire par le fait que la mobilité relative du porte-outil
(8, 41) et du deuxième élément presseur (39, 53) est entravée ou supprimée par une
course enclenchable lors de laquelle a lieu un mouvement relatif du porte-outil (8,
41) et du deuxième élément presseur (39, 53).
6. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le porte-outil (8, 41) peut être sollicité par le deuxième élément presseur (39,
53) par une force de pression auxiliaire par le fait que la mobilité relative du porte-outil
(8, 41) et du deuxième élément presseur (39, 53) est supprimée par une course enclenchable
lors de laquelle une surface d'appui (37) prévue sur le deuxième élément presseur
(39, 53) et une surface d'introduction (38) du côté du porte-outil (8, 41) sont pressées
l'une contre l'autre le long de l'axe de course de travail (10).
7. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le porte-outil (8, 41) et le premier élément presseur (19, 60) sont mutuellement
reliés sans possibilité de déplacement relatif le long de l'axe de course de travail
(10).
8. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'au moins une unité d'entraînement (21, 47, 48) est réalisée sous forme d'entraînement
électrique à broche, et/ou en ce qu'une unité d'entraînement (15) est réalisée sous forme d'entraînement linéaire inductif.
9. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le poussoir (14, 42) peut être sollicité par un élément presseur (39, 60) au niveau
d'une partie disposée dans le logement axial (34, 61) de la broche d'entraînement
(22, 52).
10. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il est prévu une unité d'entraînement en rotation (21, 44), au moyen de laquelle le
porte-outil (8, 41) peut être réglé en rotation autour de l'axe de course de travail
(10).
11. Dispositif d'entraînement de pression selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il est prévu des moyens de détection (18, 13) au moyen desquels, lors de la sollicitation
du porte-outil (8, 41) exclusivement par le premier élément presseur (19, 60), on
peut déterminer si la sollicitation du porte-outil (8, 41) par une force de pression
auxiliaire fournie par le deuxième élément presseur (39, 53) est nécessaire.