[0001] Die Erfindung betrifft eine Hochvakuumpumpe nach dem Oberbegriff des ersten Anspruchs,
wie beispielsweise aus der
WO 2007/022 332 A2 bekannt.
[0002] Vakuumpumpen nach molekularer und turbomolekularer Bauart haben sich zur Erzeugung
von Hochvakuum bewährt. Eine gattungsgemäße Vakuumpumpe weist einen schnell drehenden
Rotor auf, der sich mit einigen Zehntausend Umdrehungen pro Minute dreht. Verschiedene
Arten der Lagerung sind bekannt, darunter berührungslose Magnetlager und Wälzlager,
beispielsweise Kugellager mit Öl- oder Fettschmierung und keramischen Kugeln. Diese
bekannten Lagerungen führen zu einer elektrisch isolierten Aufhängung des Rotors,
so dass es bei entsprechenden abzupumpenden Fluiden zu einer Aufladung des Rotors
kommen kann. In der Folge entstehen unkontrollierte elektrische Entladung, so genannte
Überschläge, zwischen Rotor und Stator, die zu einer mechanischen Beschädigung dieser
Komponenten führen und daher unerwünscht sind.
[0003] Die
EP 1 915 512 A2 schlägt zur Beseitigung dieses Problems zwei Lösungen vor. Die erste Lösung sieht
einen den Rotor berührenden fadenförmigen und leitfähigen Körper vor. Die zweite Lösung
besteht darin, durch geometrische Gestaltung an einer gezielten Stelle Überschläge
zwischen Rotor und Stator zu erzeugen.
[0004] Beide Lösungen weisen Nachteile auf. Die erste Lösung ist nachteilig, da der Körper
und die mit ihm in Kontakt befindliche Stelle am Rotor aufgrund der Berührung Verschleiss
unterliegt, der selbst bei einer geringen Relativgeschwindigkeit auftritt. Der durch
diesen Verschleiß erzeugte Abrieb sammelt sich im Kugellager und zerstört dieses.
[0005] Die zweite Lösung weist den Nachteil auf, dass das Bauteil, an welchem gezielt die
Überschläge stattfinden, Erosionsschäden auftreten. Diese Erosion bedeutet Verschleiss,
so dass es der Anordnung an Langzeitstabilität mangelt. Nach einiger Zeit funktioniert
die Anordnung nicht mehr und es treten erneut unkontrollierte Überschläge auf.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Hochvakuumpumpe vorzustellen, in der Überschläge
zwischen Rotor und Stator vermieden werden.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Hochvakuumpumpe mit den Merkmalen des ersten
Anspruchs. Die abhängigen Ansprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen an.
[0008] Die Mittel zur Schmierung des Wälzlagers sind derart angepasst, dass eine derartige
Entladung des Rotors bewirkt wird, dass Überschläge zwischen Rotor und Stator verhindert
werden. Die Beschädigung von Rotor und Stator wird somit verhindert. Da die ohnehin
vorhandenen Mittel zur Schmierung des Wälzlagers angepasst und verwendet werden, geschieht
dies vorteilhaft ohne den Einsatz weiterer Bauteile. Dies ist kostengünstig und vermeidet
Fehler. Zudem ist diese Lösung gegenüber dem Stand der Technik sehr verschleißarm
und erlaubt lange Standzeiten.
[0009] Eine Weiterbildung sieht vor, dass ein leitfähiger Zufuhrdocht verwendet wird. Neben
den oben genannten Vorteilen ist dies vorteilhaft, da eine dauerthaft gute Entladung
aufgrund des ständigen Kontakts bewirkt wird.
[0010] Eine andere Weiterbildung sieht vor, ein leitfähiges Schmiermittel zu verwenden.
Dies ist eine praktisch vollständig verschleißfreie Lösung.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform umfasst das leitfähige Schmiermittel Kohlenstoffnanoröhrchen.
Der Zusatz dieser Kohlenstoffnanoröhrchen bewirkt eine im Sinne des zu Anspruch 1
formulierten Zieles ausreichend gute Leitfähigkeit, ohne dass eine Verschlechterung
der für den Einsatz in einer Hochvakuumpumpe wesentlichen Eigenschaften des Schmiermittels
auftritt.
[0012] Gemäß einer anderen Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass das Mittel als Schmiermittelkreislauf
ausgebildet ist. Dies verbessert die Entladung des Rotors, da ein zusätzlicher Transport
stattfindet. Diese Lösung ist zudem vorteilhaft bei einer schwingungsentkoppelten
Halterung des Wälzlagers in Elastomerkörpern, da die Entladung über den Schmiermittelkreislauf
und nicht über den vom Elastomerkörper unterbrochenen Kontakt von Außenring zu Gehäuse
der Hochvakuumpumpe des Wälzlagers erfolgt.
[0013] An Hand von Ausführungsbeispielen und deren Weiterbildungen soll die Erfindung näher
erläutert und die Darstellung ihrer Vorteile vertieft werden.
Es zeigen:
- Fig. 1:
- Schnitt durch eine Hochvakuumpumpe mit fettgeschmierten Wälzlager,
- Fig. 2:
- Schnitt durch die Lageranordnung einer Hochvakuumpumpe mit Dochtschmierung,
- Fig. 3:
- Schnitt durch die Lageranordnung einer Hochvakuumpumpe mit Ölumlaufschmierung.
[0014] Ein Schnitt durch eine Hochvakuumpumpe 100 ist in Fig. 1 gezeigt. Die Hochvakuumpumpe
besitzt ein Gehäuse 102, welches einen Flansch 104 aufweist und die lösbare Befestigung
an einem auszupumpenden Behälter erlaubt. Der Flansch begrenzt den Gaseinlass 106.
[0015] Das Gehäuse umgibt die Bauteile des Stators 120, der eine beschaufelte Statorscheibe
122 und ein Distanzelement 124 umfasst. Abhängig von Anforderungen wie Saugvermögen
und Kompression ist die Zahl der Statorscheiben bemessen. Neben den oder als Ersatz
für die hier gezeigten turbomolekularen Pumpstufen können andere molekulare Pumpprinzipien
zum Einsatz kommen, beispielsweise nach Holweck-, Siegbahn- und Seitenkanalprinzip.
[0016] Der Stator wirkt mit dem Rotor 110 zusammen, welcher eine beschaufelte Rotorscheibe
114 und eine Welle 112 umfasst. Die Zahl der auf der Welle angebrachten Rotorscheiben
entspricht der Zahl der Statorscheiben. Der Rotor kann zudem weitere pumpaktive Elemente
umfassen, die mit Statorelementen zusammenwirken, beispielsweise ein Holweckzylinder.
[0017] Eine Motorspule 128 ist im Gehäuse angeordnet und versetzt die Welle und damit den
Rotor in schnelle Drehung.
[0018] Am gaseinlasseitigen Ende ist die Welle durch ein permanentmagnetisches Lager 126
drehbar unterstützt. Das dem Gaseinlass abgelegene Ende der Welle wird von einer Lageranordnung
170 getragen.
[0019] Die Lageranordnung umfasst ein Wälzlager 130, welches in diesem Beispiel als fettgeschmiertes
Kugellager gestaltet ist. Auf der Welle sitzt der Innenring 134 des Kugellagers, der
Außenring 132 ist mittels eines Axialschwingringes 140 und eines Radialschwingringes
142 in axialer und radialer Richtung schwingfähig im Gehäuse gehaltert. Axialschwingring
und Radialschwingring sind als elektrisch nicht-leitende Elastomerringe ausgeführt.
Zwischen Innenring und Außenring sind Kugeln 136 als Wälzkörper angeordnet. Eine Deckscheibe
144 schließt den Raum zwischen Innenring und Außenring ab und hält den Schmiermittelvorrat
144 im Wälzlager.
[0020] Der Schmiermittelvorrat beinhaltet das Fett als Schmiermittel und ist als Lebensdauerschmierung
bemessen.
[0021] Die beschriebene Art der Lagerung mit kontaktfreiem Permanentmagnetlager und Wälzlager
bewirkt, insbesondere wenn Keramikkugeln im Wälzlager zum Einsatz kommen, eine gute
elektrische Isolierung des Rotors gegenüber dem Stator.
[0022] Die Isolierung wird aufgehoben, in dem im Schmiermittelvorrat ein leitfähiges Fett
eingesetzt wird. Die elektrische Aufladung des Rotors wird verhindert, da dieser über
das Wälzlager und das Fett geerdet ist.
[0023] Zur Verbesserung der Erdung können Axialschwingring oder Radialschwingring oder beide
aus elektrisch leitfähigem Material hergestellt sein, beispielsweise einem Elastomer
mit eingebettetem leitfähigen Stoff. Alternativ kann ein elektrischer Leiter zwischen
Außenring und Gehäuse vorgesehen sein.
[0024] Sowohl Fett als auch Axial- und Radialschwingringe können mit Kohlenstoffnanoröhrchen
versetzt werden, um eine verbesserte elektrische Leitfähigkeit zu erreichen. Die erreichte
Leitfähigkeit muss dabei lediglich so bemessen sein, dass die Aufladung des Rotors
so gering ist, dass die Feldstärken zwischen Rotor und Stator keinen Wert erreichen,
der eine Entladung durch Überschlag oder Funken zulässt.
[0025] Die Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch die Lageranordnung der Hochvakuumpumpe in einer
alternativen Ausführung.
[0026] Diese alternative Lageranordnung 270 umfasst ein Kugellager 230, dessen Innenring
234 auf der Welle 212 fixiert ist. Der Außenring 232 ist mittels eines Axialschwingrings
240 und eines Radialschwingrings 242 schwingfähig im Gehäuse 202 gehaltert. Zwischen
Innenring und Außenring befinden sich die Kugeln 236. Die Schmierung erfolgt durch
einen Schmiermittelkreislauf 268. Dieser ist in Fig. 2 durch Pfeile veranschaulicht.
Teil dieses Schmiermittelkreislaufs ist der Schmiermittelspeicher 252. Er besitzt
wenigstens einen Zufuhrdocht 250, der in gleitendem Kontakt mit einer konisch gestalteteten
und auf der Welle angeordneten Spritzmutter 256 steht. Über diesen Zufuhrdocht wird
das durch Punkte dargestellte Schmiermittel 250 aus dem Schmiermittelspeicher auf
die Spritzmutter übertragen. Über die Fliehkraftwirkung wird das Schmiermittel entlang
des Konus in den Raum zwischen Lagerinnenring und Lageraußenring gefördert und bewirkt
dort die Schmierung. Das Schmiermittel fällt aus dem Zwischenraum zurück in den Schmiermittelspeicher
und kann dort per Kapillarwirkung über den Zufuhrdocht im nächsten Umlauf des Schmiermittelkreislaufs
erneut dem Kugellager zugeführt werden.
[0027] Die Erdung des Rotors über die Mittel zur Schmierung des Kugellagers kann über zwei
Alternative Wege erfolgen, wobei auch beide Wege gleichzeitig realisiert sein können.
[0028] Zum einen kann das Schmiermittel selbst leitfähig ausgeführt sein. Dies gelingt über
den Zusatz von leitfähigen Stoffen um Schmiermittel, beispielsweise Grafit. Besonders
vorteilhaft erweisen sich Kohlenstoffnanoröhrchen. Schmiermittelkreislauf und Füllung
des Schmiermittelspeichers bewirken dann eine leitfähige Verbindung von Welle zu Gehäuse.
Die Aufladung des Rotors wird hierdurch so gering gehalten, dass es zu keinen elektrischen
Entladungen oder Funken zwischen Rotor und Stator kommt.
[0029] Zum anderen kann der Zufuhrdocht aus leitfähigem Material gestaltet sein. Zufuhrdocht
und Schmiermittelspeicher umfassen ein filzartiges Material, welches das Schmiermittel
in seinen Poren speichert und über Kapillarwirkung fördert.
[0030] Elektrische Leitfähigkeit in ausreichendem Maße wird durch Beimengung metallischer
Fasern oder leitfähiger Karbonfaser bewirkt.
[0031] Die Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch die Lageranordnung der Hochvakuumpumpe in einer
dritten Ausführungsform.
[0032] Die Lageranordnung 370 weist ein Kugellager 330 auf. Dessen Innenring 334 ist auf
der Welle 312 fixiert. Sein Außenring 332 ist mittels eines Axialschwingrings 340
und eines Radialschwingrings 342 in axialer und radialer Richtung schwingfähig im
Gehäuse 302 gehaltert. Als Mittel zur Schmierung des Kugellagers ist ein Schmiermittel
beinhaltender Schmiermittelkreislauf 368 vorgesehen, der in Fig. 3 durch Pfeile veranschaulicht
ist. Der Schmiermittelkreislauf umfasst eine Schmiermittelpumpe 352, welche das Schmiermittel
350, welches in Fig. 3 durch Punkte veranschaulicht ist, durch den Zufuhrkanal 360
in eine Zufuhrdüse 362 fördert. Aus der Zufuhrdüse wird das Schmiermittel auf die
konisch gestaltete Spritzmutter 356 gefördert. Das Schmiermittel wird durch die Fliehkraft
entlang des Konus in das Kugellager weitergefördert. Von dort gelangt es in den Ablaufkanal
364 und durch diesen zurück in die Schmiermittelpumpe.
[0033] Die Anpassung des Mittels zum Schmieren des Kugellagers besteht in diesem Beispiel
darin, das Schmiermittel selbst leitfähig auszuführen. Dies gelingt in einer vorteilhaften
Variante über den Zusatz von Kohlenstoffnanoröhrchen. Der Schmiermittelkreislauf bewirkt
dann eine leitfähige Verbindung von Welle zu Gehäuse. Die Aufladung des Rotors wird
hierdurch so gering gehalten, dass es zu keinen der im Stand der Technik auftretenden
elektrischen Entladungen zwischen Rotor und Stator kommt.
1. Hochvakuumpumpe (100) mit einem Stator (120), einem schnell drehenden Rotor (110),
und einem Wälzlager (130; 230; 330);
dadurch gekennzeichnet , dass
ein Mittel (144; 268; 368) zur Schmierung des Wälzlagers vorgesehen ist, das angepasst
ist, durch elektrische Entladung des Rotors Überschläge wie beispielsweise unkontrollierte
elektrische Entladungen zwischen Stator (120) und Rotor (110) zu verhindern.
2. Hochvakuumpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (268) einen leitfähigen Zufuhrdocht (254) umfasst.
3. Hochvakuumpumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (144; 268; 368) ein leitfähiges Schmiermittel (144; 250; 350) umfasst.
4. Hochvakuumpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das leitfähige Schmiermittel (144; 250; 350) Kohlenstoffnanoröhrchen beinhaltet.
5. Hochvakuumpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel als Schmiermittelkreislauf (268; 368) gestaltet ist.
1. A high-vacuum pump (100) comprising a stator (120); a fast-rotating rotor (110); and
a rolling element bearing (130; 230; 330),
characterized in that
a means (144; 268; 368) for lubricating the rolling element bearing is provided that
is adapted to prevent flashovers, such as uncontrolled electrical discharges, between
the stator (120) and the rotor (110) by electrically discharging the rotor.
2. A high-vacuum pump in accordance with claim 1,
characterized in that
the means (268) comprises a conductive supply wick (254).
3. A high-vacuum pump in accordance with claim 1 or claim 2,
characterized in that
the means (144; 268; 368) comprises a conductive lubricant (144; 250; 350).
4. A high-vacuum pump in accordance with claim 3,
characterized in that
the conductive lubricant (144; 250; 350) includes carbon nanotubes.
5. A high-vacuum pump in accordance with any one of the preceding claims,
characterized in that
the means is configured as a lubricant circuit (268; 368).
1. Pompe à vide poussé (100), comportant un stator (120), un rotor (110) tournant rapidement,
et un palier à roulement (130 ; 230 ; 330),
caractérisée en ce que
il est prévu un moyen (144 ; 268 ; 368) pour lubrifier le palier à roulement, qui
est adapté à empêcher des décharges disruptives, telles que par exemple des décharges
électriques non contrôlées, entre le stator (120) et le rotor (110), par décharge
électrique du rotor.
2. Pompe à vide poussé selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
le moyen (268) comprend une mèche d'alimentation (254) conductrice.
3. Pompe à vide poussé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce que
le moyen (144 ; 268 ; 368) comprend un lubrifiant (144 ; 250 ; 350) conducteur.
4. Pompe à vide poussé selon la revendication 3,
caractérisée en ce que
le lubrifiant (144 ; 250 ; 350) conducteur contient des nanotubes de carbone.
5. Pompe à vide poussé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que
le moyen (268 ; 368) est conçu sous la forme d'un circuit de lubrifiant (268 ; 368).