[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen von ortsanonymisierten
Mautdaten aus den Ortsaufzeichnungen eines ortsaufzeichnenden Fahrzeuggeräts mit einer
eindeutigen Kennung in einem Straßenmautsystem. Die Erfindung betrifft ferner einen
Mautberechnungsserver und ein Fahrzeuggerät zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Fahrzeuggeräte für Straßenmautsysteme werden auch als "onboard units" bzw. OBUs bezeichnet.
OBUs, welche selbst ihren Ort bestimmen und aufzeichnen können, z.B. mittels eines
Satellitennavigationsempfängers, gibt es derzeit in zwei verschiedenen Ausführungen:
Sogenannte "thick client"-OBUs berechnen auf Grundlage von gespeicherten Mautkarten
aus ihren Ortsaufzeichnungen ortsanonymisierte Mautdaten und senden diese z.B. über
ein Mobilfunknetz an eine Zentrale des Straßenmautsystems, was eine aufwendige Distribution
der Mautkarten an die OBUs und hohe Rechenleistung in den OBUs erfordert. Im Gegensatz
dazu werten sogenannte "thin client"-OBUs ihre Ortsaufzeichnungen nicht selbst aus,
sondern senden diese "roh" an die Zentrale, welche den Mautkartenabgleich ("map matching")
vornimmt, um daraus Mautdaten zu erzeugen. "Thin client"-OBUs sind daher wesentlich
einfacher und kostengünstiger aufgebaut, jedoch aus Sicht des Datenschutzes diskussionswürdig,
weil die Zentrale des Straßenmautsystems die gesamten Ortsaufzeichnungen ("Bewegungsprofil")
einer OBU erfährt, einschließlich von Aufenthalten an nicht-mautpflichtigen Orten.
[0003] In der
WO 2008/000227 wurde daher bereits vorgeschlagen, die Ortsaufzeichnungen einer "thin client"-OBU
unter einer anonymisierten Absenderkennung an einen speziellen Mautberechnungsserver
zu senden, welcher das "map matching" durchführt und ortsanonymisierte Mautdaten an
die OBU zurücksendet, die die OBU anschließend an die Zentrale absetzt. Aufgrund der
beliebigen Architektur des Mautberechnungsservers ist bei diesem System die Einhaltung
von Datenschutzauflagen schwierig zu kontrollieren. Überdies erzeugt diese Lösung
zusätzlichen Datenverkehr im Straßenmautsystem.
[0004] Die Erfindung setzt sich zum Ziel, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden
und insbesondere ein Verfahren zum Erzeugen von Mautdaten für "thin client"-OBUs zu
schaffen, welches verbesserten Datenschutz z bzw. höhere Vertraulichkeit für den Benutzer
bietet. Dieses Ziel wird mit einem Verfahren der eingangs genannten Art erreicht,
das die folgenden Schritte umfaßt:
Senden der Ortsaufzeichnungen unter zumindest einer von der Kennung verschiedenen
Absenderkennung vom Fahrzeuggerät an einen Mautberechnungsserver,
Berechnen von ortsanonymisierten Mautdaten aus den Ortsaufzeichnungen und anschließendes
Löschen der Ortsaufzeichnungen im Mautberechnungsserver,
Abwarten einer vorgegebenen Zeitspanne oder einer Bestätigung des Mautberechnungsservers
über das erfolgte Löschen, und
Freigeben der zur Absenderkennung zugehörigen Kennung vom Fahrzeuggerät aus, um die
ortsanonymisierten Mautdaten dieser Absenderkennung der zugehörigen Kennung zuzuordnen.
[0005] Die Erfindung beruht auf einem völlig neuartigen, überraschend einfachen Konzept
zur Realisierung von Datenschutz auf hardwarenahem Niveau ("privacy by design"): In
der ersten Ausführungsform der Erfindung wartet die OBU eine Zeitspanne ab, um dem
Mautberechnungsserver ausreichend Zeit zu geben, die Mautdaten zu erstellen und die
zugrundeliegenden Ortsaufzeichnungen zu löschen. Danach kann die OBU gefahrlos ihre
Identität bzw. Kennung preisgeben, weil keine Ortsaufzeichnungen mehr im System vorliegen,
die Rückschlüsse auf das Bewegungsprofil der OBU erlauben würden.
[0006] Ein für diese erste Ausführungsform der Erfindung besonders geeigneter Mautberechnungsserver
zeichnet sich dadurch aus, daß er einen Pufferspeicher in Form eines Ringspeichers
zur Aufnahme der Ortsaufzeichnungen hat. Ein Ringspeicher gewährleistet alleine durch
seinen Hardwareaufbau ein zyklisches Überschreiben der ältesten Ortsaufzeichnungen
durch die jeweils neuesten Ortsaufzeichnungen und damit ein Löschen der Ortsaufzeichnungen
innerhalb der Umschlagszeit ("roll-over time") des Ringspeichers.
[0007] Alternativ kann der Mautberechnungsserver, um die Löschung der Ortsaufzeichnungen
zu garantieren, Mittel zum periodischen, bevorzugt täglichen, Löschen zumindest der
ältesten Einträge des Pufferspeichers aufweisen.
[0008] Ein für die erste Ausführungsform der Erfindung besonders geeignetes Fahrzeuggerät
zeichnet sich durch Freigabemittel aus, welche nach Verstreichen einer vorgegebenen
Zeitspanne die genannte Absenderkennung unter der Kennung des Fahrzeuggeräts versenden
und damit dessen Identität preisgeben.
[0009] In der zweiten Ausführungsform der Erfindung wartet die OBU eine explizite Löschbestätigung
des Mautberechnungsservers ab und gibt dann ihre Kennung frei. Auch dadurch wird hardwarebedingter
Datenschutz ("privacy by design") erreicht. Ein für diese Ausführungsform der Erfindung
besonders geeigneter Mautberechnungsserver zeichnet sich bevorzugt dadurch aus, daß
er Ortsaufzeichnungen nach ihrer Verarbeitung zu Mautdaten löscht und darüber eine
Bestätigung an ein Fahrzeuggerät versendet.
[0010] Ein für die zweite Ausführungsform besonders geeignetes Fahrzeuggerät weist Freigabemittel
auf, welche nach Empfang einer Löschbestätigung hinsichtlich abgesandter Ortsaufzeichnungen
deren Absenderkennung unter der Kennung des Fahrzeuggeräts versenden.
[0011] In ihren beiden Varianten gewährleistet die Erfindung somit auf einfache und für
Benutzer und Systembetreiber transparente Art und Weise hardwarebedingte Vertraulichkeit
für die sensiblen Ortsaufzeichnungsdaten. Ortsaufzeichnungen werden zentral nur so
lange aufbewahrt, wie es wie für ihre Verarbeitung notwendig ist; anschließend werden
sie automatisch gelöscht. Jegliche Bedenken hinsichtlich einer zentralen Nachverfolgbarkeit
bzw. Erstellung eines Bewegungsprofils der Fahrzeuggeräte können dadurch ausgeräumt
werden. Darüber hinaus verursacht die Erfindung keinen erhöhten Datenverkehr im Straßenmautsystem.
[0012] Das Zuordnen der ortsanonymisierten Mautdaten zu der vom Fahrzeuggerät freigegebenen
Kennung kann sowohl im Mautberechnungsserver als auch in der Zentrale erfolgen. Demgemäß
bestehen weitere Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens darin, daß das genannte
Freigeben an den Mautberechnungsserver erfolgt, welcher die ortsanonymisierten Mautdaten
der Kennung zuordnet und an eine Zentrale des Mautsystems sendet; oder daß das genannte
Freigeben an eine Zentrale des Mautsystems erfolgt, welche die ortsanonymisierten
Mautdaten vom Mautberechnungsserver erhält und der Kennung zuordnet.
[0013] Falls gewünscht, können in jeder Ausführungsform die Ortsaufzeichnungen im Mautberechnungsserver
vor dem Löschen mit dem öffentlichen Schlüssel einer externen Archivstelle verschlüsselt
und an diese gesandt werden. Eine derartige Archivstelle sollte in der Art eines Treuhänders
bzw. Notars für alle Beteiligten hohes Vertrauen genießen, d.h. sowohl für die Benutzer
als auch den Systembetreiber, und kann damit in strittigen Fällen von jeder Seite
konsultiert werden.
[0014] Bevorzugt erfolgt das Senden und Freigeben vom Fahrzeuggerät aus über ein Funknetz,
besonders bevorzugt ein Mobilfunknetz. Dadurch können z.B. herkömmliche "thin client"-OBUs
eingesetzt werden, welche mit einem DSRC- oder Mobilfunk-Sendeempfänger ausgerüstet
sind.
[0015] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Ortsaufzeichnungen
eines Fahrzeuggeräts in Datenpaketen versandt, die jeweils mit gleichen Absenderkennungen
versehen sind, was die Auswertung vereinfacht, da das Fahrzeuggerät hier - nach Abwarten
der Zeitspanne bzw. Erhalt der Löschbestätigung - seine Kennung lediglich hinsichtlich
einer einzigen Absenderkennung preisgeben muß.
[0016] Alternativ können die Ortsaufzeichnungen eines Fahrzeuggeräts in Datenpaketen versandt
werden, die mit wechselnden Absenderkennungen versehen sind. Dadurch kann auf der
Übertragungsschnittstelle die Vertraulichkeit erhöht werden.
[0017] Bevorzugt sind mit wechselnden Absenderkennungen versehene Datenpakete zusätzlich
mit verketteten Paketkennungen versehen, welche ihre Zuordnung zueinander gestatten,
wodurch das Fahrzeuggerät seine Kennung nur zur Absenderkennung des letzten Datenpakets
freizugeben braucht.
[0018] Die Kennung, durch welche sich ein Fahrzeuggerät identifiziert, kann sowohl eine
Kennung des Fahrzeuggeräts selbst als auch eine dem Benutzer des Fahrzeuggeräts zugeordnete
Kennung sein, z.B. eine Kennung eines Benutzerkontos zur Abrechnung von Mautgebühren
im Straßenmautsystem.
[0019] Die zum Senden der Ortsaufzeichnungen an den Mautberechnungsserver verwendete Absenderkennung
kann sowohl ein Zufallswert als auch ein frei vom Benutzer wählbarer Code sein, was
die Transparenz für den Benutzer noch weiter erhöht.
[0020] Das Verfahren der Erfindung eignet sich für alle Arten von selbstlokalisierenden
Fahrzeuggeräten, auf welche Weise auch immer diese ihren Ort bestimmen, z.B. durch
Erkennung von Landmarken oder Identifikation von Baken, an denen sich das Fahrzeuggerät
orientiert. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Fahrzeuggerät in an sich bekannter
Weise seine Orte mittels Satellitennavigation bestimmt, wofür z.B. GPS-gestützte "thin
client"-OBUs herangezogen werden können.
[0021] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert, deren Fig. 1 und 2 zwei verschiedene Ausführungsformen
eines nach dem Verfahren der Erfindung arbeitenden und erfindungsgemäße Komponenten
enthaltenden Straßenmautsystems in Blockschaltbildform zeigen.
[0022] Gemäß Fig. 1 bewegt sich eine OBU 1 an Bord eines Fahrzeugs im Rahmen eines Straßenmautsystem
mit einer Zentrale 2. Die Zentrale 2 rechnet mautpflichtige Ortsnutzungen der OBU
1, z.B. das Befahren einer Mautstraße, das Eintreten in einen eintrittspflichtigen
Bereich, das Verweilen auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz usw. über entsprechende
Benutzerkonten ab, u.zw. auf Grundlage von Mautdaten T, die durch die Ortsnutzungen
der OBU 1 ausgelöst werden, wie in der Technik bekannt.
[0023] Die OBU 1 ist von selbstlokalisierendem "thin client"-Typ und ermittelt fortlaufend,
z.B. periodisch, ihren Ort, beispielsweise mit Hilfe eines Satellitennavigationsempfängers,
und zeichnet die so ermittelten Orte ("position fixes") p
1, p
2, p
3... (allgemein p
i) in einem internen Ortsaufzeichnungsspeicher auf.
[0024] Jede OBU 1 ist mit einer eindeutigen Kennung OID im Straßenmaut system versehen,
beispielsweise einer eindeutigen Kennung der OBU 1 selbst und/oder ihres Benutzers
bzw. eines Kontos des letzteren. In Kenntnis der Kennung OID einer OBU 1 und ihrer
Ortsaufzeichnungen p
i könnte auf das Bewegungsprofil einer OBU 1 geschlossen werden, was wie folgt verhindert
wird.
[0025] Die Ortsaufzeichnungen p
i der OBU 1 werden - auch wenn dies nicht zwingend ist - zur leichteren Handhabbarkeit
auf einzelne Datenpakete 3 aufgeteilt. Die Datenpakete 3 können mit einer Paketkennung
P
i (siehe Fig. 2), z.B. einer fortlaufenden Numerierung, und einem Header (nicht gezeigt)
versehen werden, welcher beispielsweise Metadaten wie die Anzahl der im Datenpaket
3 enthaltenden Ortsaufzeichnungen p
i, einen Hashwert derselben usw. enthält.
[0026] Die Ortsaufzeichnungen p
i bzw. Datenpakete 3 werden in einem ersten Schritt 4 von der OBU 1 an einen Mautberechnungsserver
5 gesandt, beispielsweise über ein Mobilfunknetz, u.zw. unter einer von der Kennung
OID verschiedenen, gleichsam "anonymen" Absenderkennung RID. Die Absenderkennung RID
ist beispielsweise ein vom Benutzer frei gewählter Code oder ein von der OBU 1 zufällig
generierter Wert. Alternativ könnte - wenn auch mit entsprechend verringerter Anonymität
- eine temporäre Mobilfunknetz-Identifikation oder temporäre Internetadresse der OBU
1 als Absenderkennung RID verwendet werden.
[0027] Der Mautberechnungsserver 5 enthält eine "map matching"-Einrichtung 6, welche die
empfangenen Ortsaufzeichnungen p
i mautpflichtigen Orten, Strecken oder Gebieten aus einer Mautkartendatenbank 6' zuordnet
und zugehörige Mautgebühren aus der Mautkartendatenbank 6' ermittelt. Aus den Mautgebühren
der zu einer Absenderkennung RID empfangenen Ortsaufzeichnungen p
i berechnet die "map matching"-Einrichtung 6 auf diese Weise "ortsanonymisierte" Mautdaten
T, welche keinen Rückschluß mehr auf die einzelnen Ortsaufzeichnungen p
i erlauben. Die Mautdaten T sind z.B. eine einzige Gebührensumme für alle Ortsaufzeichnungen
p
i aller Datenpakete 3 einer Absenderkennung RID.
[0028] Der "map matching"-Einrichtung 6 des Mautberechnungsservers 5 ist ein Pufferspeicher
7 in Form eines Ringspeichers vorgeschaltet, in dem alle von OBUs 1 abgesandten Ortsaufzeichnungen
p
i bzw. Datenpakete 3 aufeinanderfolgend einlangen, um von der Einrichtung 6 abgearbeitet
zu werden. Aufgrund der durchschnittlichen Arbeitsbelastung der Einrichtung 6 kann
daher eine Zeitspanne festgelegt werden, innerhalb derer zu einem bestimmten Zeitpunkt
im Pufferspeicher 7 eingelangte Ortsaufzeichnungen p
i zu ortsanonymisierten Mautdaten T umgewandelt und durch das Einlangen von neuen Ortsaufzeichnungen
automatisch gelöscht worden sind, letzteres z.B. wenn der Pufferspeicher 7 wie in
Fig. 1 gezeigt als Ringspeicher ausgeführt ist, der durch einlangende neue Daten automatisch
fortlaufend zyklisch überschrieben wird. Sollte diese Zeitspanne bei einer außergewöhnlich
niedrigen Auslastung des Pufferspeichers 7 ausnahmsweise überschritten werden, kann
durch eine zusätzliche periodische, z.B. tägliche, Löschung von Einträgen im Pufferspeicher
7, die älter als die genannte Zeitspanne sind, gewährleistet werden, daß nach der
genannten vorgegebenen Zeitspanne jedenfalls keine Ortsaufzeichnungen p
i mehr im Mautberechnungsserver 5 vorhanden sind.
[0029] Falls einmal bei einer außergewöhnlich hohen Belastung des Ringspeichers 7 bzw. der
"map-matching"-Einrichtung 6 Ortsaufzeichnungen p
i unverarbeitet gelöscht werden sollten, kann die OBU 1 solche Ortsaufzeichnungen p
i entweder automatisch oder auf Anfrage des Mautberechnungsservers 5 oder auf Anfrage
der Zentrale 2 erneut übermitteln.
[0030] Falls gewünscht, kann der Mautberechnungsserver 5 die Ortsaufzeichnungen p
i vor dem Löschen in einer vertrauenswürdig verschlüsselten Form zu Beweiszwecken archivieren,
z.B. indem er sie mit dem öffentlichen Schlüssel einer Archivstelle 9 verschlüsselt
und an diese sendet (Schritt 10). Der private Schlüssel der Archivstelle 8, welcher
zum Entschlüsseln der Ortsaufzeichnungen p
i notwendig ist, darf weder dem Benutzer noch dem Betreiber des Straßenmautsystems
und nur dem Betreiber der Archivstelle 9 bekannt sein, welcher somit gleichsam als
Notar bzw. Treuhänder für beide Seiten arbeitet.
[0031] Der Mautberechnungsserver 5 sendet die berechneten Mautdaten T anschließend im Schritt
8 unter der Absenderkennung RID an die Zentrale 2.
[0032] Auf der anderen Seite wartet die OBU 1 die genannte Zeitspanne ab (Schritt 11) und
gibt anschließend ihre "Identität", d.h. ihre Kennung OID frei bzw. preis (Schritt
12). Die Freigabe erfolgt in Fig. 1, indem die OBU 1 die von ihr verwendete Absenderkennung
RID unter ihrer Kennung OID an die Zentrale 2 sendet. Die Zentrale 2 kann somit die
vom Abrechnungsserver 5 unter der Absenderkennung RID empfangenen Mautdaten T der
von der OBU 1 zu dieser Absenderkennung RID erhaltenen Kennung OID zuordnen (Schritt
13), um ortsanonymisierte, der OBU 1 zugeordnete Mautdaten T zu erzeugen.
[0033] Fig. 2 zeigt verschiedene Varianten von Komponenten des Verfahrens von Fig. 1. Die
Zuordnung der Mautdaten T zur Kennung OID erfolgt hier nicht in der Zentrale 2, sondern
direkt im Mautberechnungsserver 5, indem die OBU 1 ihre Kennung OID im Schritt 12
an den Mautberechnungsserver 5 freigibt und letzterer das Ergebnis der Zuordnung 13
an die Zentrale 2 sendet (Schritt 14).
[0034] Ferner ist in Fig. 2 gezeigt, daß die OBU 1 - anstelle des Abwartens einer Zeitspanne
11 - hier auf das Einlangen einer expliziten Bestätigung 15 des Mautberechnungsserver
5 über das erfolgte Löschen der Ortsaufzeichnungen p
i wartet. Nach Einlangen der Löschbestätigung 15 gibt die OBU 1 ihre Kennung OID im
Schritt 12 preis.
[0035] Fig. 2 zeigt auch die Variante, daß die einzelnen Datenpakete 3 mit wechselnden Absenderkennungen
RID
i versehen werden können, um eine Mitverfolgung auf der Schnittstelle 4 zu erschweren.
Im Schritt 12 kann die OBU 1 dann gleich mehrere von ihr zuletzt verwendete Absenderkennungen
RID
i mit ihrer Kennung OID identifizieren.
[0036] Wenn die einzelnen Datenpakete 3 untereinander verkettet sind, z.B. durch entsprechende
gegenseitige Verweise in ihren Paketkennungen p
i, dann genügt es, wenn die OBU 1 im Schritt 12 nur die letzte Absenderkennung RID
i einer verketteten Datenpaketfolge mit ihrer Kennung OID identifiziert, weil der Mautberechnungsserver
5 aufgrund der Paketverkettungen die vorhergehenden Absenderkennung RID
i erschließen kann.
[0037] Alternativ könnte der Mautberechnungsserver 5 auch die zu verketteten Absenderkennungen
RID
i fortlaufend auflaufenden Mautdaten T
i z.B. zu einer Gebührensumme akkumulieren und dabei stets nur die letzte Absenderkennung
RID
i aufheben. Auch in diesem Fall genügt es, wenn die OBU 1 im Schritt 12 nur ihre letzte
Absenderkennung RID
i mit ihrer Kennung OID identifiziert.
[0038] Schließlich zeigt Fig. 2 auch die Verwendung eines Stapelspeichers als Pufferspeicher
7. Der Stapelspeicher 7 wird z.B. periodisch gelöscht bzw. seine ältesten Einträge
nach einer vorgegebenen Zeitspanne entfernt, sollten sie nicht rechtzeitig verarbeitet
worden sein, und/oder die OBU 1 wartet hier stets auf eine Löschbestätigung 16.
[0039] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt, sondern
umfaßt alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der angeschlossenen Ansprüche
fallen.
1. Verfahren zum Erzeugen von ortsanonymisierten Mautdaten (T) aus den Ortsaufzeichnungen
(p
i) eines ortsaufzeichnenden Fahrzeuggeräts (1) mit einer eindeutigen Kennung (OID)
in einem Straßenmautsystem, mit den Schritten:
Senden (4) der Ortsaufzeichnungen (pi) unter zumindest einer von der Kennung (OID) verschiedenen Absenderkennung (RID)
vom Fahrzeuggerät (1) an einen Mautberechnungsserver (5),
Berechnen (6) von ortsanonymisierten Mautdaten (T) aus den Ortsaufzeichnungen (pi) und anschließendes Löschen der Ortsaufzeichnungen (pi) im Mautberechnungsserver (5),
Abwarten einer vorgegebenen Zeitspanne (11) oder einer Bestätigung (15) des Mautberechnungsservers
(5) über das erfolgte Löschen, und
Freigeben (12) der zur Absenderkennung (RID) zugehörigen Kennung (OID) vom Fahrzeuggerät
(1) aus, um die ortsanonymisierten Mautdaten (T) dieser Absenderkennung (RID) der
zugehörigen Kennung (OID) zuzuordnen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das genannte Freigeben (12) an den Mautberechnungsserver (5) erfolgt, welcher die
ortsanonymisierten Mautdaten (T) der Kennung (OID) zuordnet (13) und an eine Zentrale
(2) des Mautsystems sendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das genannte Freigeben (12) an eine Zentrale (2) des Mautsystems erfolgt, welche
die ortsanonymisierten Mautdaten (T) vom Mautberechnungsserver (5) erhält und der
Kennung (OID) zuordnet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ortsaufzeichnungen (pi) im Mautberechnungsserver (5) vor dem Löschen mit dem öffentlichen Schlüssel einer
externen Archivstelle (9) verschlüsselt und an diese gesandt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Senden (4) und Freigeben (12) vom Fahrzeuggerät (1) aus über ein Funknetz, bevorzugt
ein Mobilfunknetz, erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ortsaufzeichnungen (pi) eines Fahrzeuggeräts (1) in Datenpaketen (3) versandt werden, die jeweils mit gleichen
Absenderkennungen (RID) versehen sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ortsaufzeichnungen (pi) eines Fahrzeuggeräts in Datenpaketen (3) versandt werden, die mit wechselnden Absenderkennungen
(RIDi) versehen sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Datenpakete (3) mit verketteten Paketkennungen (pi) versehen sind, welche ihre Zuordnung zueinander gestatten, wobei das Freigeben (12)
der Kennung (OID) nur zur Absenderkennung (RIDi) des letzten Datenpakets (3) erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Kennung (OID) eine Fahrzeuggerät- oder Benutzerkontokennung ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Absenderkennung (RID) ein Zufallswert oder ein benutzerwählbarer Code ist.
11. Mautberechnungsserver (5) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 10, ausgebildet zum Empfangen von Ortsaufzeichnungen (pi) und Berechnen von ortsanonymisierten Mautdaten (T) daraus, gekennzeichnet durch einen Pufferspeicher (7) in Form eines Ringspeichers zur Aufnahme der Ortsaufzeichnungen
(pi).
12. Mautberechnungsserver (5) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 10, ausgebildet zum Empfangen von Ortsaufzeichnungen (pi) und Berechnen von ortsanonymisierten Mautdaten (T) daraus, gekennzeichnet durch einen Pufferspeicher (7) zur Aufnahme der Ortsaufzeichnungen (pi) und Mittel zum periodischen, bevorzugt täglichen, Löschen zumindest der ältesten
Einträge des Pufferspeichers (7).
13. Mautberechnungsserver (5) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 10, ausgebildet zum Empfangen von Ortsaufzeichnungen (pi) und Berechnen von ortsanonymisierten Mautdaten (T) daraus, dadurch gekennzeichnet, daß er Ortsaufzeichnungen (pi) nach ihrer Verarbeitung zu Mautdaten (T) löscht und darüber eine Bestätigung (15)
an ein Fahrzeuggerät (1) versendet.
14. Ortsaufzeichnendes Fahrzeuggerät (1) mit einer Kennung (OID) zur Durchführung des
Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, ausgebildet zum Senden (4) seiner Ortsaufzeichnungen
(pi) unter zumindest einer von der Kennung (OID) verschiedenen Absenderkennung (RID),
gekennzeichnet durch Freigabemittel, welche nach Verstreichen einer vorgegebenen Zeitspanne (11) die genannte
Absenderkennung (RID) unter seiner Kennung (OID) versenden.
15. Ortsaufzeichnendes Fahrzeuggerät (1) mit einer Kennung (OID) zur Durchführung des
Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, ausgebildet zum Senden (4) seiner Ortsaufzeichnungen
(pi) unter zumindest einer von der Kennung (OID) verschiedenen Absenderkennung (RID),
gekennzeichnet durch Freigabemittel, welche nach Empfang einer Löschbestätigung (15) hinsichtlich abgesandter
Ortsaufzeichnungen (pi) deren Absenderkennung (RID) unter seiner Kennung (OID) versenden.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zum Erzeugen von ortsanonymisierten Mautdaten (T) aus den Ortsaufzeichnungen
(p
i) eines ortsaufzeichnenden Fahrzeuggeräts (1) mit einer eindeutigen Kennung (OID)
in einem Straßenmautsystem, mit den Schritten:
Senden (4) der Ortsaufzeichnungen (pi) unter zumindest einer von der Kennung (OID) verschiedenen Absenderkennung (RID)
vom Fahrzeuggerät (1) an einen Mautberechnungsserver (5),
Berechnen (6) von ortsanonymisierten Mautdaten (T) aus den Ortsaufzeichnungen (pi) und anschließendes Löschen der Ortsaufzeichnungen (pi) im Mautberechnungsserver (5),
im Fahrzeuggerät (1): Abwarten einer vorgegebenen Zeitspanne (11), innerhalb der das
Löschen abgeschlossen ist, oder einer Bestätigung (15) des Mautberechnungsservers
(5) über das erfolgte Löschen, und
Freigeben (12) der zur Absenderkennung (RID) zugehörigen Kennung (OID) vom Fahrzeuggerät
(1) aus, um die ortsanonymisierten Mautdaten (T) dieser Absenderkennung (RID) der
zugehörigen Kennung (OID) zuzuordnen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das genannte Freigeben (12) an den Mautberechnungsserver (5) erfolgt, welcher die
ortsanonymisierten Mautdaten (T) der Kennung (OID) zuordnet (13) und an eine Zentrale
(2) des Mautsystems sendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das genannte Freigeben (12) an eine Zentrale (2) des Mautsystems erfolgt, welche
die ortsanonymisierten Mautdaten (T) vom Mautberechnungsserver (5) erhält und der
Kennung (OID) zuordnet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ortsaufzeichnungen (pi) im Mautberechnungsserver (5) vor dem Löschen mit dem öffentlichen Schlüssel einer
externen Archivstelle (9) verschlüsselt und an diese gesandt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Senden (4) und Freigeben (12) vom Fahrzeuggerät (1) aus über ein Funknetz, bevorzugt
ein Mobilfunknetz, erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ortsaufzeichnungen (pi) eines Fahrzeuggeräts (1) in Datenpaketen (3) versandt werden, die jeweils mit gleichen
Absenderkennungen (RID) versehen sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ortsaufzeichnungen (pi) eines Fahrzeuggeräts in Datenpaketen (3) versandt werden, die mit wechselnden Absenderkennungen
(RIDi) versehen sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Datenpakete (3) mit verketteten Paketkennungen (Pi) versehen sind, welche ihre Zuordnung zueinander gestatten, wobei das Freigeben (12)
der Kennung (OID) nur zur Absenderkennung (RIDi) des letzten Datenpakets (3) erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Kennung (OID) eine Fahrzeuggerät- oder Benutzerkontokennung ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Absenderkennung (RID) ein Zufallswert oder ein benutzerwählbarer Code ist.
11. Mautberechnungsserver (5) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 10, ausgebildet zum Empfangen von Ortsaufzeichnungen (pi) und Berechnen von ortsanonymisierten Mautdaten (T) daraus, gekennzeichnet durch einen Pufferspeicher (7) zur Aufnahme der Ortsaufzeichnungen (pi) und Mittel zum periodischen, bevorzugt täglichen, Löschen zumindest der ältesten
Einträge des Pufferspeichers (7).
12. Mautberechnungsserver (5) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 10, ausgebildet zum Empfangen von Ortsaufzeichnungen (pi) und Berechnen von ortsanonymisierten Mautdaten (T) daraus, dadurch gekennzeichnet, daß er Ortsaufzeichnungen (pi) nach ihrer Verarbeitung zu Mautdaten (T) löscht und darüber eine Bestätigung (15)
an ein Fahrzeuggerät (1) versendet.
13. Ortsaufzeichnendes Fahrzeuggerät (1) mit einer Kennung (OID) zur Durchführung des
Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, ausgebildet zum Senden (4) seiner Ortsaufzeichnungen
(pi) unter zumindest einer von der Kennung (OID) verschiedenen Absenderkennung (RID),
gekennzeichnet durch Freigabemittel, welche nach Verstreichen einer vorgegebenen Zeitspanne (11) die genannte
Absenderkennung (RID) unter seiner Kennung (OID) versenden.
14. Ortsaufzeichnendes Fahrzeuggerät (1) mit einer Kennung (OID) zur Durchführung des
Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, ausgebildet zum Senden (4) seiner Ortsaufzeichnungen
(pi) unter zumindest einer von der Kennung (OID) verschiedenen Absenderkennung (RID),
gekennzeichnet durch Freigabemittel, welche nach Empfang einer Löschbestätigung (15) hinsichtlich abgesandter
Ortsaufzeichnungen (pi) deren Absenderkennung (RID) unter seiner Kennung (OID) versenden.