[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Genauigkeit von stanzpaketierten
Blechpaketen, insbesondere von stanzpaketierten Elektroblechpaketen.
[0002] Das Stanzpaketieren von Blechen ist ein z.B. aus der
EP0133858 A1 bekanntes Verfahren zur Herstellung von Blechpaketen in einem Arbeitsgang. Zu diesem
Zweck werden die in einem bekannten Folgewerkzeug ausgeschnittenen Einzelbleche aufeinander
gestapelt und durch ein in dem Werkzeug im Folgenden näher beschriebenes integriertes
Verfahren zusammengefügt. Vor dem Trennen der Einzelbleche werden durch einen Prägevorgang
Butzen gestanzt, die im Einzelblech ein Butzenloch in Form eines Sacklochs hinterlassen.
In diesem Butzenloch werden die Butzen des in der nächsten Stanzung hergestellten
Einzelbleches beim Ausschneidevorgang eingedrückt. Die Festigkeit des entstehenden
Blechverbundes ist dabei von der Klemmkraft, mit der die Butzen in den Butzenlöchern
sitzen, abhängig, die ihrerseits wiederum von den Abmessungen von Butzen und Butzenlöchern
abhängig ist. Diese Abmessungen müssen sich in engen Toleranzen bewegen und sind in
ihrer zeitlichen Konstanz von diversen Faktoren wie z.B. Werkzeugverschleiß und Toleranzen
in den Werkstoffeigenschaften der Bleche abhängig. Zusätzlich müssen die Butzen mit
einer hinreichenden Positioniergenauigkeit gegenüber den Butzenlöchern gefertigt und
gefügt werden. Ist die Maßüberschneidung von Butzen zu Butzenloch zu gering, kann
sich der Blechverbund wieder trennen. Wird die Maßüberschneidung zu groß gewählt,
oder ist die Positioniergenauigkeit von Butzen zu Butzenloch nicht ausreichend, kommt
es in Abhängigkeit der Schwankung der Werkstoffeigenschaften des verwendeten Bleches
zu Klemmungen und Verkantungen, so dass die Blechlamellen nicht immer planparallel
aufeinander aufliegen und die eine Seite des gesamten Blechverbunds nicht mehr planparallel
zur anderen Seite ist. Die Folge ist entweder Ausschuss oder die Notwendigkeit von
aufwändiger spanender Nacharbeit.
[0003] Auch aus der
WO99/16092 ist das Stanzpaketieren von Blechen bekannt. Diese Schrift lehnt explizit die Anbringung
von Vertiefungen auf der einen Seite und übereinstimmenden gegenüberliegenden Erhebungen.
Die Schrift offenbart darüber hinaus eine Vorrichtung zur Herstellung solcher Bleche
in der Gestalt eines Folgewerkzeug mit Matrize und Patrize und mehreren Arbeitsstationen.
Die oben beschriebenen Nachteile des Verfahrens nach der
EP0133858 A1 löst auch die in dieser Schrift offenbarte Lehre nicht.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, das Verfahren des Stanzpaketierens
dergestalt zu verbessern, dass der Ausschuss bzw. die erforderliche Nacharbeit durch
sich voneinander lösende Bleche und durch nicht planparallele Blechpakete minimiert
wird. Ausgehend von dem Verfahren der eingangs genannten Art wird die Aufgabe erfindungsgemäß
durch die Merkmale der unabgängigen Ansprüche gelöst, während den abhängigen Ansprüchen
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung zu entnehmen sind.
[0005] Durch die Verwendung einer unterschiedlichen und geeignet anders geformten Umfangsgeometrie
von Butzen zu Butzenloch, wird der Butzen beim Eindrücken in das Butzenloch plastisch
verformt, wodurch nur geringe Rückstellkräfte auftreten, die den Butzen bei einer
nicht ganz exakten Positionierung von Butzen zu Butzenloch in die zentrische Lage
des Butzenloches zurück zu drücken versuchen. Dabei sind Geoemtriepaarungen wie Vielzahngeometrie
des Butzens und runde Geometrie des Butzenlochs, ovale Geometrie des Butzens und runde
Geometrie des Butzenlochs oder runde Geometrie Butzens und ovale Geometrie des Butzenlochs,
sowie andere Kombinationen wie ovale oder runde Butzen in Butzenlöchern mit Vielzahngeometrie
denkbar. Die Planparallelität von Ober- und Unterseite des Blechpakets bleibt so weitestgehend
erhalten. Andererseits reicht die plastische Verformung der Butzen aus, dass sich
die Klemmkraft in Form von kraft- und formschlüssiger Verbindung zwischen Butzen und
Butzenloch auf einem solchen Niveau bewegt, dass eine sichere Verbindung zwischen
den Blechen gegeben ist.
[0006] Die Butzen können zur besseren Maßhaltigkeit vorgeprägt, die Butzenlöcher entsprechend
vorgelocht werden.
[0007] Zur Herstellung der so geformten Bleche wird die Verwendung eines Folgeverbundwerkzeugs,
das in eine handelsübliche Presse eingebaut werden kann, vorgeschlagen, das in mehreren
Arbeitsstationen bei jedem Hub der Presse zeitgleich die Geometrien formt und ausschneidet,
die Bleche aufstapelt und jede Lage durch Verprägen der jeweils ein oder mehreren
Butzen in den jeweiligen ein oder mehreren Butzenlöchern mit der vorherigen Lage eines
Blechstapels verbindet.
[0008] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden, anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen
Fig. 1 einen Ausschnitt aus einem Blech mit einem Butzenloch in perspektivischer Darstellung;
Fig. 2 einen Ausschnitt aus der Butzen- bzw. Butzenlochprägestation eines Folgeverbundwerkzeugs
im Schnitt;
Fig. 3 einen Ausschnitt aus einem Blechpaket schematisch;
Fig. 4 einen Ausschnitt aus einem Einzelblech in der Draufsicht;
Fig. 5 einen Butzenlochstempel;
Fig. 6 einen Ausschnitt aus der Patrize.
[0009] In Fig. 1 ist eine vorteilhafte Ausgestaltung eines sich in einer ersten Seite eines
Einzelblechs befindlichen Butzenlochs (10) mit drei über den Außenumfang verteilten,
in den im Übrigen kreisrunden Querschnitt des Butzenlochs hineinragenden Nasen (11)
zu sehen. Auf der gegenüberliegenden zweiten Seite des Einzelblechs ist ein kreisrunder
Butzen (15) zu erkennen.
[0010] In Fig. 2 ist ein Ausschnitt aus einer Butzen- bzw. Butzenlochprägestation eines
Folgeverbundwerkzeugs zur Herstellung erfindungsgemäßer Einzelbleche mit einem mit
einer Ausnehmung (53) zur Formung einer Nase (11) versehenden Prägestempel (50), einem
Niederhalter (55) und einer Patrize (56) zu sehen. Das Einzelblech (1) liegt über
der Bohrung (57) in der Patrize (56). Durch den Druck des niederfahrenden Prägestempels
(50) wird der Butzen (15) und das Butzenloch (10) geprägt. Dabei ist der Durchmesser
der Bohrung (57) und damit der Außendurchmesser der Butzen (15) größer als der Teilkreisdurchmesser
(54) der Nasen, jedoch kleiner als der Fußdurchmesser (12) des Butzenlochs (10). Dadurch
klemmen die Butzen (15) auf den Nasen (11), die sie beim Eindrücken in der Paketierstation
des Folgeverbundwerkzeugs (nicht dargestellt) plastisch verformen. Die Nasen (11)
können dabei in den Spalt fließen, der sich aus der Differenz des Außendurchmessers
des Butzens und dem Fußdurchmesser (12) des Butzenlochs (10) ergibt.
[0011] Fig. 3 zeigt schematisch ein Blechpaket, das aus durch das Einprägen der Butzen (15)
in die entsprechenden Butzenlöcher (10) miteinander verbundenen Einzelblechen besteht.
[0012] Fig. 4 zeigt einen Ausschnitt aus einem Einzelblech mit eingeprägtem Butzenloch (10)
und drei gleichmäßig über den Lochumfang verteilten Nasen (11) in der Draufsicht.
Zu erkennen sind der Fußdurchmesser (12) und Teilkreisdurchmesser (54).
[0013] In Fig. 5 ist der entsprechende Prägestempel (50) des Folgeverbundwerkzeugs mit Ausnehmungen
(53) zur Formung der Nasen zu sehen.
[0014] Fig. 6 zeigt einen Ausschnitt aus der Patrize mit der kreisrunden Bohrung (57) zur
Formung des Butzenlochs (10).
[0015] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die Ausführung mit Nasen (11) im Butzenloch
(10) beschränkt. Ebenfalls ist statt der Nasen eine Vielzahngeometrie im Butzenloch
denkar. Auch ist es denkbar, die Verzahnung am Außendurchmesser des Butzens 15 anzubringen
und das Butzenloch kreisrund oder ebenfalls mit einer Verzahnungsgeometrie auszustatten.
Bezugszeichen
[0016]
- 1
- Einzelblech
- 10
- Butzenloch
- 11
- Nase
- 12
- Fußdurchmesser
- 15
- Butzen
- 50
- Prägestempel
- 53
- Ausnehmung
- 54
- Teilkreisdurchmesser
- 55
- Niederhalter
- 56
- Patrize
- 57
- Bohrung
1. Verfahren zur Herstellung von aus zwei oder mehreren aufeinandergeschichteten Blechen
bestehenden Paketen, wobei die Bleche aus Blechstreifen in einem Arbeitsgang ausgestanzt,
mit vertieften Butzenlöchern auf der einen und Erhebungen in Form von Butzen auf der
anderen Seite versehen und im gleichen Arbeitsgang geschichtet werden, wobei die Butzen
in die Butzenlöcher eingepresst werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Umfangsgeometrien von Butzenloch und Butzen unterschiedlich sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Butzen eine runde Geometrie, die Butzenlöcher hingegen eine Vielzahngeometrie
aufweisen.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Butzenlöcher eine runde Geometrie, die Butzen hingegen eine Vielzahngeometrie
aufweisen.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Butzen eine runde Geometrie, die Butzenlöcher hingegen eine ovale Geometrie aufweisen.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Butzenlöcher eine runde Geometrie, die Butzen hingegen eine ovale Geometrie aufweisen.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Butzenlöcher und die Butzen vorgeprägt oder vorgelocht werden.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 6, bestehend aus mindestens
einer Matrize und einer Patrize mit einem Stempel zur Formung von Butzen und Butzenloch,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Matrize zur Herstellung des Butzens und der Stempel zur Formung des Butzenlochs
unterschiedliche Geometrien aufweisen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
Stempel und Matrize eine Maßüberdeckung aufweisen.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente