[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft mikrofluidische Chips, mikrofluidische Flüssigkeitsreservoirs,
mikrofluidische Kits sowie Verfahren zu deren Betrieb.
Stand der Technik
[0002] Labor-auf-dem-Chip-Systeme (LOC) (Englisch: "Lab-on-a-chip") bestehen zumeist aus
strukturierten Teilen, auf denen ein biologischer oder chemischer Analyse- oder Produktionsablauf
stattfindet. Flüssigkeiten werden bei solchen Systemen meist auf dem Chip selbst abgeschlossen
gelagert oder dem Chip über Schläuche zugeführt. Hierbei kann jedoch das Aktuieren
der Flüssigkeit und/oder das Gewährleisten einer ausreichend hohen Sterilität der
Flüssigkeiten problematisch sein.
Aus der
WO 99/017749 A1 ist ein mikromechanisches Ventil für Flüssigkeiten bekannt.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Die vorliegende Erfindung bietet Zweikomponenten-Lösungen, die auf einer Trennung
von mikrofluidischem Chip und Flüssigkeitsreservoir und einer Flüssigkeitsaktuation
über eine dehnbare Fläche basieren. Eine Trennung von Chip und Flüssigkeitsreservoir
kann sich dabei vorteilhaft auf die Lagerung und den Austausch von empfindlichen,
insbesondere biologisch-aktive Reagenzien enthaltenden, Flüssigkeiten auswirken. Durch
eine dehnbare Fläche kann dabei eine einfache und/oder robuste Flüssigkeitsaktuierung
mit einem gegebenenfalls hohen Maß an Sterilität erreicht werden.
[0004] Die
US 2002/0094583 A1 offenbart ein System, welches ein Fluid einer Probe mittels Druckvariationen kontrolliert
über ein Sensorelement bewegt.
[0005] Die
US 2009/0148933 A1 beschreibt einen Blister, welches einen Reagenzienbeutel in einer Kammer aufweist.
Der Reagenzienbeutel wird durch einen Luftkanal und eine bewegbare Membran dahingehend
verformt, dass eine Wand des Reagenzienbeutels eine scharfe Kante kontaktiert und
geöffnet wird. Über die Öffnung fließt der Inhalt des Reagenzienbeutels ab.
[0006] Die
US 2009/0185955 A1 beschreibt ein System, welches aus einer Kammer mit einer verformbaren Wand über
ein auf diese Wand Druck ausübenden Aktor Flüssigkeit aus der Kammer bewegt.
[0007] Die
US 2008/0050830 A1 beschreibt ein mikrofluidisches System, das ein Flüssigkeitsreservoir in einer Kassette
zeigt, die über einen Dorn derart geöffnet wird, dass die Flüssigkeit in Kanäle fließen
kann.
[0008] Die
WO 2009/105711 A1 zeigt ebenfalls die Verwendung von einer Reagenzienkassette in einem System zur Analyse
von Flüssigkeiten. Diese Kassette wird auf ein solches System aufgesetzt und mittels
Ausübung einer Kraft eines Aktors dahingehend verformt, dass eine Seitenwand der Kassette
über einen Dorn geöffnet wird und der Inhalt der Kassette abfließen kann.
[0010] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein mikrofluidischer Chip, als Teil eines
erfindungsgemäß mikrofluidischen Kits, welcher
- eine Ausnehmung zur lösbaren Aufnahme eines Flüssigkeitsreservoirs, beispielsweise
eines im Folgenden beschriebenen Flüssigkeitsreservoirs,
- eine, an die Ausnehmung angrenzende, dehnbare, insbesondere elastische, Membran,
- einen Aktor und
- einen, an die Ausnehmung angrenzenden, Flüssigkeitskanalzugang,
umfasst, wobei die dehnbare Membran durch den Aktor unter Volumenverdrängung in die
Ausnehmung hinein dehnbar ist und wobei der Aktor einen an die dehnbare Membran angrenzenden
Druckkanal umfasst. Durch die dehnbare Membran kann, bei Verwendung eines entsprechend
ausgelegten, später erläuterten Flüssigkeitsreservoir, die Aktuierungsseite von der
Flüssigkeitsseite getrennt werden. Dadurch kann wiederum eine hohe Sterilität der
verwendeten Flüssigkeiten gewährleistet werden. Zudem können bei einem derartigen
mikrofluidischen Chip Flüssigkeiten auf einfachere und/oder robustere Weise aktuiert
werden als bei vielen bekannten mikrofluidischen Chips. Weiterhin kann bei einem derartigen
mikrofluidischen Chip, wenn dies gewünscht ist, das Flüssigkeitsreservoir erst direkt
vor der Anwendung geöffnet und/oder angeschlossen werden und dadurch die Lagerung
vereinfacht und die Adaptionsfähigkeit des Systems erhöht werden.
Der mikrofluidische Chip kann insbesondere ein Chiplabor beziehungsweise Labor-auf-dem-Chip-System
beziehungsweise Westentaschenlabor, beispielsweise zur Analyse von Wasser und/oder
Blut, sein.
Die Ausnehmung kann dabei insbesondere derart ausgebildet sein, dass ein Flüssigkeitsreservoir
in die Ausnehmung, insbesondere flüssigkeitsdicht und/oder gasdicht, eingeschoben
und/oder eingerastet (eingeklippt) und/oder eingeschraubt werden kann. Insbesondere
kann die Ausnehmung zur Aufnahme eines Flüssigkeitsreservoirs mit einem starren Wandungsbereich
und einem öffenbaren Wandungsbereich oder eines Flüssigkeitsreservoirs mit einem starren
Wandungsbereich, einem dehnbaren, insbesondere elastischen, Wandungsbereich und einen
öffenbaren Wandungsbereich, ausgebildet sein. Die dehnbare Membran ist dabei vorzugsweise
dazu ausgebildet, bei einem Flüssigkeitsreservoir mit einem starren und einem öffenbaren
Wandungsbereich den öffenbaren Wandungsbereich oder bei einem Flüssigkeitsreservoir
mit einem starren, einem dehnbaren und einen öffenbaren Wandungsbereich den dehnbaren
Wandungsbereich eines in der Ausnehmung montierten Flüssigkeitsreservoirs zu kontaktieren.
Der Flüssigkeitskanalzugang ist dabei in beiden Fällen vorzugsweise dazu ausgebildet,
den öffenbaren Wandungsbereich eines in der Ausnehmung montierten Flüssigkeitsreservoirs
zu kontaktieren.
[0011] Der mikrofluidische Chip, insbesondere die Ausnehmung des mikrofluidischen Chips,
kann weiterhin eine Nut und/oder eine Feder/Auskragung aufweisen, um durch eine korrespondierende
Feder/Auskragung und/oder Nut eines mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs, insbesondere
eines starren Wandungsbereichs eines mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs, mit
dem mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoir verbunden zu werden.
[0012] Die dehnbare Membran kann dabei unter Volumenverdrängung in ein in der Ausnehmung
angeordnetes, insbesondere montiertes Flüssigkeitsreservoir hinein dehnbar sein, insbesondere
um eine Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsreservoir in den Flüssigkeitskanalzugang zu
bewegen. Das von der dehnbaren Membran verdrängte Volumen kann dabei dem bewegten
Flüssigkeitsvolumen entsprechen. Insofern der Flüssigkeitsbehälter neben Flüssigkeit
noch ein Gas, beispielsweise Luft, enthält, kann - aufgrund einer Kompression des
Gases - das bewegte Flüssigkeitsvolumen geringer sein als das von der dehnbaren Membran
verdrängte Volumen.
[0013] Der Aktor kann dabei sowohl in der dehnbaren Membran integriert sein als auch separat
zur dehnbaren Membran, beispielsweise angrenzend an die dehnbare Membran, ausgebildet
sein. Zum Beispiel kann der Aktor ein pneumatischer Aktor (beispielsweise ein mit
externer Druckluft betriebener Aktor), ein thermischer Aktor (beispielsweise ein durch
Gasgenerierung betriebener Aktor), ein piezoelektrischer Aktor und/oder ein mechanischer
Aktor sein.
[0014] Erfindungsgemäß umfasst der Aktor dabei einen an die dehnbare Membran angrenzenden
Druckkanal. Durch Anlegen eines Drucks an den Druckkanal kann die dehnbare Membran
so auf einfache Weise unter Volumenverdrängung in die Ausnehmung hinein gedehnt werden.
[0015] Der Flüssigkeitskanalzugang kann dabei beispielsweise derart ausgebildet sein, dass
sich der Flüssigkeitskanalzugang bei der Aufnahme eines Flüssigkeitsreservoirs öffnet
und/oder beim Entfernen eines Flüssigkeitsreservoirs schließt. Beispielsweise kann
der Flüssigkeitskanalzugang derart ausgebildet sein, dass sich der Flüssigkeitskanalzugang
auf der Basis eines mechanischen Mechanismus bei der Aufnahme eines Flüssigkeitsreservoirs
öffnet und beim Entfernen des Flüssigkeitsreservoirs wieder schließt. Auf diese Weise
kann beim Auswechseln des Flüssigkeitsreservoirs vorteilhafterweise verhindert werden,
dass Verunreinigungen in den Flüssigkeitskanal gelangen und dass Flüssigkeit aus dem
Flüssigkeitskanal zurück in die Aussparung fließt. Der Flüssigkeitskanalzugang kann
weiterhin oder alternativ dazu ventilartig ausgebildet sein. Beispielsweise kann der
Flüssigkeitskanalzugang eine perforierte, elastische Membran aufweisen, deren Perforationen
unter Normaldruck flüssigkeitsundurchlässig und bei Beaufschlagung mit einem bestimmten
Druck, insbesondere aufgrund einer dehnungsbedingten Vergrößerung, flüssigkeitsdurchlässig
sind.
[0016] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir
als Teil eines erfindungsgemäßen mikrofluidischen Kits, beispielsweise ein teilweise
oder vollständig mit einer Flüssigkeit gefülltes, mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir,
zur insbesondre lösbaren Aufnahme in einer Ausnehmung eines zuvor beschriebenen mikrofluidischen
Chips. Im Rahmen einer Ausführungsform weist das Flüssigkeitsreservoir einen starren
Wandungsbereich und einen öffenbaren Wandungsbereich auf, wobei der öffenbare Wandungsbereich
dazu ausgebildet ist, in dem in der Ausnehmung des mikrofluidischen Chips montierten
Zustand, die dehnbare Membran und den Flüssigkeitskanalzugang des mikrofluidischen
Chips zu kontaktieren. Im Rahmen einer anderen Ausführungsform weist das Flüssigkeitsreservoir
einen starren Wandungsbereich, einen dehnbaren, insbesondere elastischen, Wandungsbereich
und einen öffenbaren Wandungsbereich auf, wobei der dehnbare Wandungsbereich dazu
ausgebildet ist, in dem in der Ausnehmung des mikrofluidischen Chips montierten Zustand,
die dehnbare Membran des mikrofluidischen Chips, insbesondere unter Ausbildung einer
Doppelmembran, zu kontaktieren und wobei der öffenbare Wandungsbereich dazu ausgebildet
ist, in dem in der Ausnehmung des mikrofluidischen Chips montierten Zustand, den Flüssigkeitskanalzugang
des mikrofluidischen Chips zu kontaktieren.
[0017] Ein derartiges abgeschlossenes, mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir kann vorteilhafterweise
einfacher steril gehalten werden und dadurch die Lagerung von empfindlichen Flüssigkeiten
vereinfacht werden.
[0018] Das mikrofluidische Flüssigkeitsreservoir, insbesondere der starre Wandungsbereich
des mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs, kann eine Nut und/oder eine Feder/Auskragung
aufweisen, um durch eine korrespondierende Feder/Auskragung und/oder Nut eines mikrofluidischen
Chips, insbesondere einer Ausnehmung eines mikrofluidischen Chips, mit dem mikrofluidischen
Chip verbunden zu werden.
[0019] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform ist der öffenbaren Wandungsbereich in Form
eines reversibel oder irreversibel, öffenbaren Deckels oder in Form einer reversibel
oder irreversibel, öffenbaren Membran ausgebildet.
[0020] Beispielsweise kann ein reversibel öffenbarer Deckel derart ausgebildet sein, dass
sich der Deckel auf der Basis eines mechanischen Mechanismus, beispielsweise durch
Verschieben des Deckels, bei der Aufnahme des Flüssigkeitsreservoirs in einer Ausnehmung
eines mikrofluidischen Chips öffnet und beim Entfernen des Flüssigkeitsreservoirs
aus einer Ausnehmung eines mikrofluidischen Chips wieder schließt.
[0021] Ein irreversibel öffenbarer Deckel kann beispielsweise derart ausgebildet sein, dass
sich der Deckel auf der Basis eines mechanischen Mechanismus, beispielsweise durch
Abnehmen oder Verschieben des Deckels, bei der Aufnahme des Flüssigkeitsreservoirs
in einer Ausnehmung eines mikrofluidischen Chips öffnet.
[0022] Eine reversibel öffenbare Membran kann beispielsweise eine perforierte, elastische
Membran sein, deren Perforationen unter Normaldruck flüssigkeitsundurchlässig und
bei Beaufschlagung mit einem bestimmten Druck, insbesondere aufgrund einer dehnungsbedingten
Vergrößerung, flüssigkeitsdurchlässig sind.
[0023] Eine irreversibel öffenbare Membran kann beispielsweise eine Membran sein, die beim
Aktuieren oder bei der Aufnahme des Flüssigkeitsreservoirs in einer Ausnehmung eines
mikrofluidischen Chips zerstört und damit geöffnet wird.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein mikrofluidischer Chip einer
alternativen erfindungsgemäßen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kits als Teil,
bei dem - ebenso wie bei dem mikrofluidischen Chip in der zuerst beschriebenen erfindungsgemäßen
Ausgestaltung - eine Flüssigkeit aus einem Flüssigkeitsreservoir über eine dehnbare
Fläche aktuiert wird. Im Gegensatz zu dem mikrofluidischen Chip der zuerst beschriebenen
erfindungsgemäßen Ausgestaltung, ist hierbei die dehnbare Fläche jedoch Bestandteil
der Wandung des Flüssigkeitsreservoirs und nicht Bestandteil des Chips selbst. Insbesondere
umfasst der mikrofluidische Chip der alternativen erfindungsgemäßen Ausgestaltung,
- eine Ausnehmung zur insbesondere lösbaren Aufnahme eines Flüssigkeitsreservoirs mit
einem starren Wandungsbereich, einen dehnbaren, insbesondere elastischen, Wandungsbereich
und einen öffenbaren Wandungsbereich, beispielsweise der im folgenden beschriebenen
alternativen Ausgestaltung,
- einen, an die Ausnehmung angrenzenden, Aktor und
- einen, an die Ausnehmung angrenzenden, Flüssigkeitskanalzugang,
wobei der dehnbare Wandungsbereich eines in der Ausnehmung angeordneten, insbesondere
montierten, Flüssigkeitsreservoirs durch den Aktor unter Volumenverdrängung in das
Flüssigkeitsreservoir hinein dehnbar ist und wobei der Aktor einen an die dehnbare
Membran angrenzenden Druckkanal umfasst. Auch bei einem derartigen mikrofluidischen
Chip kann bei Verwendung eines entsprechend ausgelegten, später erläuterten Flüssigkeitsreservoirs
vorteilhafterweise durch den dehnbaren Wandungsbereich die Aktuierungsseite von der
Flüssigkeitsseite getrennt werden. Dadurch kann wiederum eine hohe Sterilität der
verwendeten Flüssigkeiten gewährleistet werden. Zudem können auch bei einem derartigen
mikrofluidischen Chip Flüssigkeiten auf einfachere und/oder robustere Weise aktuiert
werden als bei vielen bekannten mikrofluidischen Chips. Weiterhin kann auch bei einem
derartigen mikrofluidischen Chip, wenn dies gewünscht ist, das Flüssigkeitsreservoir
erst direkt vor der Anwendung geöffnet und/oder angeschlossen werden und dadurch die
Lagerung vereinfacht und die Adaptionsfähigkeit des Systems erhöht werden.
[0024] Der mikrofluidische Chip kann auch hierbei ein Chiplabor beziehungsweise Labor-auf-dem-Chip-System
beziehungsweise Westentaschenlabor, beispielsweise zur Analyse von Wasser und/oder
Blut, sein.
[0025] Die Ausnehmung kann auch hierbei derart ausgebildet sein, dass ein Flüssigkeitsreservoir
in die Ausnehmung, insbesondere flüssigkeitsdicht und/oder gasdicht, eingeschoben
und/oder eingerastet (eingeklippt) und/oder eingeschraubt werden kann.
[0026] Der mikrofluidische Chip, insbesondere die Ausnehmung des mikrofluidischen Chips,
kann auch hierbei eine Nut und/oder eine Feder/Auskragung aufweisen, um durch eine
korrespondierende Feder/Auskragung und/oder Nut eines mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs,
insbesondere eines starren Wandungsbereichs eines mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs,
mit dem mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoir verbunden zu werden.
[0027] Der Aktor kann auch hierbei ein pneumatischer Aktor (beispielsweise ein mit externer
Druckluft betriebener Aktor), ein thermischer Aktor (beispielsweise ein durch Gasgenerierung
betriebener Aktor), ein piezoelektrischer Aktor und/oder ein mechanischer Aktor sein.
[0028] Erfindungsgemäß umfasst der Aktor auch hierbei einen an die Ausnehmung angrenzenden
Druckkanal. Durch Anlegen eines Drucks an den Druckkanal kann ein dehnbarer, insbesondere
elastischer, Wandungsbereich eines in der Ausnehmung montierten Flüssigkeitsreservoirs
auf einfache Weise unter Volumenverdrängung in das Flüssigkeitsreservoir hinein gedehnt
werden. Der Aktor kann dabei dazu ausgebildet sein, einen dehnbaren, insbesondere
elastischer, Wandungsbereich eines in der Ausnehmung montierten Flüssigkeitsreservoirs
zu kontaktieren.
[0029] Der Flüssigkeitskanalzugang kann auch hierbei beispielsweise derart ausgebildet sein,
dass sich der Flüssigkeitskanalzugang bei der Aufnahme eines Flüssigkeitsreservoirs
öffnet und/oder beim Entfernen eines Flüssigkeitsreservoirs schließt. Beispielsweise
kann der Flüssigkeitskanalzugang derart ausgebildet sein, dass sich der Flüssigkeitskanalzugang
auf der Basis eines mechanischen Mechanismus bei der Aufnahme eines Flüssigkeitsreservoirs
öffnet und beim Entfernen des Flüssigkeitsreservoirs wieder schließt. Auf diese Weise
kann beim Auswechseln des Flüssigkeitsreservoirs vorteilhafterweise verhindert werden,
dass Verunreinigungen in den Flüssigkeitskanal gelangen und dass Flüssigkeit aus dem
Flüssigkeitskanal zurück in die Aussparung fließt. Der Flüssigkeitskanalzugang kann
weiterhin oder alternativ dazu ventilartig ausgebildet sein. Beispielsweise kann der
Flüssigkeitskanalzugang eine perforierte, elastische Membran aufweisen, deren Perforationen
unter Normaldruck flüssigkeitsundurchlässig und bei Beaufschlagung mit einem bestimmten
Druck, insbesondere aufgrund einer dehnungsbedingten Vergrößerung, flüssigkeitsdurchlässig
sind. Der Flüssigkeitskanalzugang ist dabei vorzugsweise dazu ausgebildet, den öffenbaren
Wandungsbereich eines in der Ausnehmung montierten Flüssigkeitsreservoirs zu kontaktieren.
[0030] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir,
beispielsweise ein teilweise oder vollständig mit einer Flüssigkeit gefülltes, mikrofluidisches
Flüssigkeitsreservoir, als Teil einer alternativen erfindungsgemäßen Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Kits, welches zur lösbaren Aufnahme in einer Ausnehmung eines
mikrofluidischen Chips der alternativen erfindungsgemäßen Ausgestaltung ausgebildet
ist. Insbesondere weist ein mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir der alternativen
erfindungsgemäßen Ausgestaltung einen starren Wandungsbereich, einen dehnbaren, insbesondere
elastischen, Wandungsbereich und einen öffenbaren Wandungsbereich auf, wobei der dehnbare
Wandungsbereich dazu ausgebildet ist, in dem in der Ausnehmung des mikrofluidischen
Chips montierten Zustand, den Aktor des mikrofluidischen Chips zu kontaktieren und
wobei der öffenbare Wandungsbereich dazu ausgebildet ist in dem in der Ausnehmung
des mikrofluidischen Chips montierten Zustand, den Flüssigkeitskanalzugang des mikrofluidischen
Chips zu kontaktieren.
[0031] Insbesondere ein derartiges abgeschlossenes, mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir
kann vorteilhafterweise einfacher steril gehalten werden und dadurch die Lagerung
von empfindlichen Flüssigkeiten vereinfacht werden.
[0032] Das mikrofluidische Flüssigkeitsreservoir, insbesondere der starre Wandungsbereich
des mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs, kann auch hierbei eine Nut und/oder eine
Feder/Auskragung aufweisen, um durch eine korrespondierende
Feder/Auskragung und/oder Nut eines mikrofluidischen Chips, insbesondere einer Ausnehmung
eines mikrofluidischen Chips, mit dem mikrofluidischen Chip verbunden zu werden.
[0033] Im Rahmen einer Ausführungsform ist der öffenbaren Wandungsbereich auch hierbei in
Form eines reversibel oder irreversibel, öffenbaren Deckels oder in Form einer reversibel
oder irreversibel, öffenbaren Membran ausgebildet.
[0034] Beispielsweise kann auch hierbei ein reversibel öffenbarer Deckel derart ausgebildet
sein, dass sich der Deckel auf der Basis eines mechanischen Mechanismus, beispielsweise
durch Verschieben des Deckels, bei der Aufnahme des Flüssigkeitsreservoirs in einer
Ausnehmung eines mikrofluidischen Chips öffnet und beim Entfernen des Flüssigkeitsreservoirs
aus einer Ausnehmung eines mikrofluidischen Chips wieder schließt.
[0035] Ein irreversibel öffenbarer Deckel kann auch hierbei beispielsweise derart ausgebildet
sein, dass sich der Deckel auf der Basis eines mechanischen Mechanismus, beispielsweise
durch Abnehmen oder Verschieben des Deckels, bei der Aufnahme des Flüssigkeitsreservoirs
in einer Ausnehmung eines mikrofluidischen Chips öffnet.
[0036] Eine reversibel öffenbare Membran kann auch hierbei beispielsweise eine perforierte,
elastische Membran sein, deren Perforationen unter Normaldruck flüssigkeitsundurchlässig
und bei Beaufschlagung mit einem bestimmten Druck, insbesondere aufgrund einer dehnungsbedingten
Vergrößerung, flüssigkeitsdurchlässig sind.
[0037] Eine irreversibel öffenbare Membran kann auch hierbei eine Membran sein, die beim
Aktuieren oder bei der Aufnahme des Flüssigkeitsreservoirs in einer Ausnehmung eines
mikrofluidischen Chips zerstört und damit geöffnet wird.
[0038] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein mikrofluidisches Kit/ System, welches
einen mikrofluidischen Chip der zuerst beschriebenen, erfindungsgemäßen Ausgestaltung
und ein mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir der zuerst beschriebenen, erfindungsgemäßen
Ausgestaltung oder einen mikrofluidischen Chip der alternativen, Ausgestaltung und
ein mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir der alternativen Ausgestaltung umfasst.
Die beiden Teile können dabei entweder separat von einander gefertigt und befüllt
werden oder zusammen hergestellt werden.
[0039] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb
eines erfindungsgemäßen mikrofluidischen Kits/Systems, welches die Verfahrensschritte:
- a) Einführen, insbesondere Einschieben und/oder Einrasten (Einklippen) und/oder Einschrauben,
des Flüssigkeitsreservoirs in die Ausnehmung des mikrofluidischen Chips,
- b) Dehnen der dehnbaren Membran des mikrofluidischen Chips und/oder des dehnbaren
Wandungsbereichs des Flüssigkeitsreservoirs unter Volumenverdrängung in das Flüssigkeitsreservoir
hinein, und
- c) Bewegen von Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsreservoir durch den Flüssigkeitskanalzugang
in den Flüssigkeitskanal des mikrofluidischen Chips, umfasst.
Zeichnungen
[0040] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Gegenstände
werden durch die Zeichnungen veranschaulicht und in der nachfolgenden Beschreibung
erläutert. Dabei ist zu beachten, dass die Zeichnungen nur beschreibenden Charakter
haben und nicht dazu gedacht ist, die Erfindung in irgendeiner Form einzuschränken.
Es zeigen
- Fig. 1a
- einen schematischen Querschnitt durch eine erste Ausgestaltung eines, mikrofluidischen
Flüssigkeitsreservoirs als Teil des erfindungsgemäßen Kits;
- Fig. 1b
- einen schematischen Querschnitt durch eine erste Ausgestaltung eines, mikrofluidischen
Chips als Teil des erfindungsgemäßen Kits;
- Fig. 1c
- einen schematischen Querschnitt durch eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen,
mikrofluidischen Kits, welches aus dem, in Fig. 1 a gezeigten Flüssigkeitsreservoir
und dem, in Fig. 1b gezeigten Chip zusammengesetzt ist, im unaktuierten Zustand;
- Fig. 1d
- einen schematischen Querschnitt durch das in Fig. 1c gezeigte Kit im aktuierten Zustand;
- Fig. 2a
- einen schematischen Querschnitt durch eine zweite Ausgestaltung eines, mikrofluidischen
Flüssigkeitsreservoirs;
- Fig. 2b
- einen schematischen Querschnitt durch eine zweite Ausgestaltung eines, mikrofluidischen
Chips;
- Fig. 2c
- einen schematischen Querschnitt durch eine zweite Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen,
mikrofluidischen Kits, welches aus dem, in Fig. 2a gezeigten Flüssigkeitsreservoir
und dem, in Fig. 2b gezeigten Chip zusammengesetzt ist, im unaktuierten Zustand;
- Fig. 2d
- einen schematischen Querschnitt durch das in Fig. 2c gezeigte Kit im aktuierten Zustand;
- Fig. 3a
- eine vergrößerte, schematische, perspektivische Ansicht der ersten Ausgestaltung des,
mikrofluidischen Chips; und
- Fig. 3b
- eine schematische, perspektivische Ansicht der ersten Ausgestaltung des mikrofluidischen
Kits.
[0041] Figur 1 a zeigt eine erste Ausgestaltung eines mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs
2. Figur 1 a zeigt, dass das Flüssigkeitsreservoir 2 einen starren Wandungsbereich
9 und einen öffenbaren Wandungsbereich 10 aufweist und vollständig mit einer Flüssigkeit
8 gefüllt ist. Der öffenbaren Wandungsbereich 10 ist dabei in Form eines reversibel
oder irreversibel, öffenbaren Deckels 10 ausgebildet. Weiterhin zeigt Figur 1a, dass
der starre Wandungsbereich 9 des mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs 2 eine Feder/Auskragung
11 aufweist, um durch eine korrespondierende Nut 12 der Ausnehmung 3 des im Folgenden
beschriebenen mikrofluidischen Chips 1 mit dem mikrofluidischen Chip 1 verbunden zu
werden. Figur 1b zeigt eine erste Ausgestaltung eines mikrofluidischen Chips 1, welcher
eine Ausnehmung 3 zur Aufnahme eines Flüssigkeitsreservoirs 2, eine, an die Ausnehmung
3 angrenzende, dehnbare Membran 4, einen Aktor 5 und einen, an die Ausnehmung 3 angrenzenden,
Flüssigkeitskanalzugang 6 umfasst. Figur 1 b zeigt weiterhin, dass der Aktor 5 einen,
an die dehnbare Membran 4 angrenzenden Druckkanal 5 umfasst. Ferner zeigt Figur 1b,
dass die dehnbare Membran 4 durch den Aktor 5 beziehungsweise Druckkanal 5 unter Volumenverdrängung
in die Ausnehmung 3 hinein dehnbar ist. Weiterhin illustriert Figur 1b, dass der mikrofluidische
Chip 1 aus einem strukturierten Grundsubstrat 1a und einem strukturierten Auflagesubstrat
1b aufgebaut sein kann, wobei die dehnbare Membran 4 zwischen dem Grundsubstrat und
dem Auflagesubstrat 1b angeordnet ist.
[0042] Figur 1c zeigt eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen, mikrofluidischen
Kits im unaktuierten Zustand. Figur 1c illustriert, dass der Aufbau dabei darauf beruht,
dass das in Figur 1 a gezeigte, mikrofluidische Flüssigkeitsreservoir 2 in die Ausnehmung
3 des in Figur 1b gezeigten, mikrofluidischen Chip 1 eingeführt und dadurch montiert
wurde. Figur 1 c veranschaulicht weiterhin, dass das in Figur 1a gezeigte Flüssigkeitsreservoir
2 zur Aufnahme in der Ausnehmung 3 des in Figur 1b gezeigten Chips 1 ausgebildet ist,
wobei der öffenbare Wandungsbereich 10 des Flüssigkeitsreservoirs 2 - in dem in der
Ausnehmung 3 des mikrofluidischen Chips 1 montierten Zustand des Flüssigkeitsreservoirs
2 - die dehnbare Membran 4 und den Flüssigkeitskanalzugang 6 des mikrofluidischen
Chips 1 kontaktiert. Die starren Wandungsbereiche 9 kontaktieren dabei zumindest teilweise
die seitlichen Wandungen der Ausnehmung 3.
[0043] Figur 1d zeigt das Kit aus Figur 1c im aktuierten Zustand. Figur 1 d veranschaulicht,
dass durch Anlegen eines Drucks an den Druckkanal 5 die dehnbare Membran 4 unter Volumenverdrängung
in das in der Ausnehmung 3 montierte Flüssigkeitsreservoir 2 hinein gedehnt werden
kann, um auf diese Weise eine Flüssigkeit 8 aus dem Flüssigkeitsreservoir 2 durch
den Flüssigkeitskanalzugang 6 in einen Flüssigkeitskanal 7 zu bewegen.
[0044] Figur 2a zeigt eine zweite Ausgestaltung eines mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoir
2,2'. Ein derartig ausgestaltetes Flüssigkeitsreservoir kann vorteilhafterweise sowohl
mit der zuvor beschriebenen ersten Ausführungsform eines mikrofluidischen Chips 1
als auch mit der später im Detail beschriebenen zweiten Ausführungsform eines mikrofluidischen
Chips 1' verwendet werden. Figur 2a zeigt, dass dieses Flüssigkeitsreservoir 2,2'
einen starren Wandungsbereich 9,9' einen dehnbaren, insbesondere elastischen, Wandungsbereich
10a,10a' und einen öffenbaren Wandungsbereich 10b,10b' aufweist und vollständig mit
einer Flüssigkeit 8 gefüllt ist. Der der öffenbare Wandungsbereich 10b, 10b' ist dabei
dazu ausgebildet, den
[0045] Flüssigkeitskanalzugang 6,6' eines erfindungsgemäßen Chips der ersten 1 oder zweiten
1' Ausgestaltung zu kontaktieren. Der dehnbare Wandungsbereich 10a, 10a' ist dabei
dazu ausgebildet, die dehnbare Membran 4 eines Chips 1 der ersten Ausgestaltung oder
den Aktor 5' eines Chip 1' der später im Detail beschriebenen zweiten Ausgestaltung
zu kontaktieren. Im Fall der Montage in einem erfindungsgemäßen Chips 1' der ersten
Ausgestaltungen liegen anschließend zwei dehnbare Fläche, nämlich die dehnbare Membran
4 des mikrofluidischen Chips 1 und der dehnbare Wandungsbereich 10a des mikrofluidischen
Flüssigkeitsreservoirs aneinander an und bilden eine "Doppelmembran". Weiterhin zeigt
Figur 2a, dass der starre Wandungsbereich 9,9' des mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs
2,2' eine Feder/Auskragung 11,11' aufweist, um durch eine korrespondierende Nut 12'
der Ausnehmung 3' des im Folgenden beschriebenen mikrofluidischen Chips 1' mit dem
mikrofluidischen Chip 1' verbunden zu werden.
[0046] Figur 2b zeigt eine zweite Ausgestaltung eines mikrofluidischen Chips 1'. Figur 2b
zeigt, dass der mikrofluidische Chip 1' dabei eine Ausnehmung 3' zur Aufnahme eines
in Figur 2a gezeigten Flüssigkeitsreservoirs 2,2' mit einem starren Wandungsbereich
9,9', einen dehnbaren, insbesondere elastischen, Wandungsbereich 10, 10a' und einen
öffenbaren Wandungsbereich 10b, 10b', einen, an die Ausnehmung 3' angrenzenden, Aktor
5' und einen, an die Ausnehmung 3' angrenzenden, Flüssigkeitskanalzugang 6' umfasst.
Der Aktor 5' ist dabei dazu ausgebildet, einen dehnbaren Wandungsbereich 10a, 10a'
eines in der Ausnehmung 3' montierten Flüssigkeitsreservoirs 2,2' zu kontaktieren.
Weiterhin zeigt Figur 2b, dass der Aktor 5' einen an die Ausnehmung 3' angrenzenden
Druckkanal 5' umfasst. Ferner zeigt Figur 2b, dass durch Anlegen eines Drucks an den
Druckkanal 5' kann ein dehnbarer Wandungsbereich 10a, 10a,' eines in der Ausnehmung
montierten Flüssigkeitsreservoirs 2,2' auf einfache Weise unter Volumenverdrängung
in das Flüssigkeitsreservoir 2,2' hinein gedehnt werden kann.
[0047] Figur 2c zeigt eine zweite Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen, mikrofluidischen
Kits im unaktuierten Zustand. Figur 2c illustriert, dass der Aufbau dabei darauf beruht,
dass das in Figur 2a gezeigte mikrofluidische Flüssigkeitsreservoir 2,2' in die Ausnehmung
3' des in Figur 2b gezeigten mikrofluidischen Chip 1' eingeführt und dadurch montiert
wurde.
[0048] Figur 2d zeigt das Kit aus Figur 2c im aktuierten Zustand. Figur 2d veranschaulicht,
dass durch Anlegen eines Drucks an den Druckkanal 5' der dehnbare Wandungsbereich
10a, 10a' unter Volumenverdrängung in das in der Ausnehmung 3' montierte Flüssigkeitsreservoir
2,2' hinein gedehnt werden kann, um auf diese Weise eine Flüssigkeit 8 aus dem Flüssigkeitsreservoir
2,2' durch den Flüssigkeitskanalzugang 6' in einen Flüssigkeitskanal 7' zu bewegen.
Figur 2d zeigt weiterhin, dass der öffenbaren Wandungsbereich 10b,10b' in Form einer
irreversibel, öffenbaren Membran ausgebildet war, welche beim Aktuieren der Flüssigkeit
8 zerstört und damit geöffnet wurde.
[0049] Figur 3a zeigt eine vergrößerte, schematische, perspektivische Ansicht der ersten
Ausgestaltung des mikrofluidischen Chips 1 mit einer durch eine dehnbare Membran 4
gedeckelten Druckkammer 5. Figur 3a veranschaulicht, dass die Ausnehmung 3 des mikrofluidischen
Chips 1 eine Nut 12 aufweist, um durch eine korrespondierende Feder/Auskragung 11
eines mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs 2 mit dem mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoir
2 verbunden zu werden.
[0050] Figur 3b zeigt einen größeren Ausschnitt des in Figur 3a gezeigten mikrofluidischen
Chips 1 nach dem Einschieben eines mikrofluidischen Flüssigkeitsreservoirs 2 mit einer
Feder/Auskragung 11 in die Aussparung 3 und deren Nut 12.
1. Mikrofluidisches Kit (1,2;1',2'), umfassend einen mikrofluidischen Chip (1) und ein
mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir (2), wobei der Chip (1) eine Ausnehmung (3)
zur lösbaren Aufnahme des Flüssigkeitsreservoirs (2),
- eine an die Ausnehmung (3) angrenzende dehnbare Membran (4),
- einen Aktor (5) und
- einen an die Ausnehmung (3) angrenzenden Flüssigkeitskanalzugang (6) umfasst,
wobei die dehnbare Membran (4) durch den Aktor (5) unter Volumenverdrängung in die
Ausnehmung (3) hinein dehnbar ist und wobei der Aktor (5) einen an die dehnbare Membran
(4) angrenzenden Druckkanal (5) umfasst,
- wobei das mikrofluidische Flüssigkeitsreservoir (2) einen starren Wandungsbereich
(9) und einen öffenbaren Wandungsbereich (10) aufweist, wobei der öffenbare Wandungsbereich
(10) dazu ausgebildet ist, in dem in der Ausnehmung (3) des mikrofluidischen Chips
(1) montierten Zustand, die dehnbare Membran (4) und den Flüssigkeitskanalzugang (6)
des mikrofluidischen Chips (1) zu kontaktieren,
- oder wobei das mikrofluidische Flüssigkeitsreservoir (2) einen starren Wandungsbereich
(9), einen dehnbaren Wandungsbereich (10a) und einen öffenbaren Wandungsbereich (10b)
aufweist, wobei der dehnbare Wandungsbereich (10a) dazu ausgebildet ist, in einem
in der Ausnehmung (3) des mikrofluidischen Chips (1) montierten Zustand die dehnbare
Membran (4) des mikrofluidischen Chips (1) zu kontaktieren und wobei der öffenbare
Wandungsbereich (10b) dazu ausgebildet ist, in dem in der Ausnehmung (3) des mikrofluidischen
Chips (1) montierten Zustand den Flüssigkeitskanalzugang (6) des mikrofluidischen
Chips (1) zu kontaktieren.
2. Mikrofluidisches Kit (1,2;1',2'), umfassend einen mikrofluidischen Chip (1) und ein
mikrofluidisches Flüssigkeitsreservoir (2), wobei der Chip (1) eine Ausnehmung (3')
zur lösbaren Aufnahme des Flüssigkeitsreservoirs (2), einen an die Ausnehmung (3')
angrenzenden Aktor (5') und einen an die Ausnehmung (3') angrenzenden Flüssigkeitskanalzugang
(6') umfasst, wobei der Aktor (5') einen an die Ausnehmung (3') angrenzenden Druckkanal
(5') umfasst, wobei das mikrofluidische Flüssigkeitsreservoir (2) einen starren Wandungsbereich
(9'), einen dehnbaren Wandungsbereich (10a') und einen öffenbaren Wandungsbereich
(10b') aufweist, wobei der dehnbare Wandungsbereich (10a') dazu ausgebildet ist, in
einem in der Ausnehmung (3') des mikrofluidischen Chips (1') montierten Zustand den
Aktor (5') des mikrofluidischen Chips (1') zu kontaktieren und wobei der öffenbare
Wandungsbereich (10b') dazu ausgebildet ist, in dem in der Ausnehmung (3') des mikrofluidischen
Chips (1') montierten Zustand den Flüssigkeitskanalzugang (6') des mikrofluidischen
Chips (1') zu kontaktieren.
3. Mikrofluidisches Kit (1,2;1',2') nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der öffenbaren Wandungsbereich (10,10b) in Form eines reversibel oder irreversibel
öffenbaren Deckels (10) oder in Form einer reversibel oder irreversibel öffenbaren
Membran (10b) ausgebildet ist.
4. Verfahren zum Betrieb eines mikrofluidischen Kits (1,2;1',2') nach Anspruch 1 oder
2, umfassend die Verfahrensschritte:
a) Einführen des Flüssigkeitsreservoirs (2,2') in die Ausnehmung (3,3') des mikrofluidischen
Chips (1,1'),
b) Dehnen der dehnbaren Membran (4) des mikrofluidischen Chips (1) und/oder des dehnbaren
Wandungsbereichs (10a, 10a') des Flüssigkeitsreservoirs (2,2') unter Volumenverdrängung
in das Flüssigkeitsreservoir (2,2') hinein, und
c) Bewegen von Flüssigkeit (8,8') aus dem Flüssigkeitsreservoir (2,2') durch den Flüssigkeitskanalzugang
(6,6') in den Flüssigkeitskanal (7,7') des mikrofluidischen Chips (1,1').
1. Microfluidic kit (1, 2; 1', 2') comprising a microfluidic chip (1) and a microfluidic
liquid reservoir (2), wherein the chip (1) comprises
- a recess (3) for holding the liquid reservoir (2) in a releasable manner,
- an expandable diaphragm (4) adjoining the recess (3),
- an actuator (5), and
- a liquid channel inlet (6) adjoining the recess (3),
wherein the expandable diaphragm (4) is able to be expanded into the recess (3), with
volume displacement, by way of the actuator (5), and wherein the actuator (5) comprises
a pressure channel (5) adjoining the expandable diaphragm (4),
- wherein the microfluidic liquid reservoir (2) has a rigid wall region (9) and an
openable wall region (10), wherein the openable wall region (10) is, in the fitted
state in the recess (3) of the microfluidic chip (1), designed to contact the expandable
diaphragm (4) and the liquid channel inlet (6) of the microfluidic chip (1),
- or wherein the microfluidic liquid reservoir (2) has a rigid wall region (9), an
expandable wall region (10a) and an openable wall region (10b), wherein the expandable
wall region (10a) is, in a fitted state in the recess (3) of the microfluidic chip
(1), designed to contact the expandable diaphragm (4) of the microfluidic chip (1),
and wherein the openable wall region (10b) is, in the fitted state in the recess (3)
of the microfluidic chip (1), designed to contact the liquid channel inlet (6) of
the microfluidic chip (1).
2. Microfluidic kit (1, 2; 1', 2') comprising a microfluidic chip (1) and a microfluidic
liquid reservoir (2), wherein the chip (1) comprises a recess (3') for holding the
liquid reservoir (2) in a releasable manner, an actuator (5') adjoining the recess
(3'), and a liquid channel inlet (6') adjoining the recess (3'), wherein the actuator
(5') comprises a pressure channel (5') adjoining the recess (3'), wherein the microfluidic
liquid reservoir (2) has a rigid wall region (9'), an expandable wall region (10a')
and an openable wall region (10b'), wherein the expandable wall region (10a') is,
in a fitted state in the recess (3') of the microfluidic chip (1'), designed to contact
the actuator (5') of the microfluidic chip (1'), and wherein the openable wall region
(10b') is, in the fitted state in the recess (3') of the microfluidic chip (1'), designed
to contact the liquid channel inlet (6') of the microfluidic chip (1').
3. Microfluidic kit (1, 2; 1', 2') according to Claim 1 or 2, characterized in that the openable wall region (10, 10b) is designed in the form of a reversibly or irreversibly
openable cover (10) or in the form of a reversibly or irreversibly openable diaphragm
(10b).
4. Method for operating a microfluidic kit (1, 2; 1', 2') according to Claim 1 or 2,
comprising the method steps of:
a) inverting the liquid reservoir (2, 2') into the recess (3, 3') of the microfluidic
chip (1, 1'),
b) expanding the expandable diaphragm (4) of the microfluidic chip (1) and/or of the
expandable wall region (10a, 10a') of the liquid reservoir (2, 2') into the liquid
reservoir (2, 2'), with volume displacement, and
c) moving liquid (8, 8') out of the liquid reservoir (2, 2') through the liquid channel
inlet (6, 6') into the liquid channel (7, 7') of the microfluidic chip (1, 1').
1. Trousse microfluide (1, 2; 1', 2') comprenant
une puce miocrofluide (1) et un réservoir microfluide (2) de liquide, la puce (1)
comportant une découpe (3) qui permet de reprendre de manière libérable le réservoir
(2) de liquide,
une membrane extensible (4) adjacente à la découpe (3),
un actionneur (5) et
un accès (6) au canal à liquide adjacent à la découpe (3),
la membrane extensible (4) pouvant être enfoncée par l'actionner (5) dans la découpe
(3) en réduisant le volume de celle-ci, l'actionneur (5) comportant un canal (5) sous
pression adjacent à la membrane extensible (4),
le réservoir microfluide (2) de liquide présentant une partie rigide (9) de paroi
et une partie de paroi (10) pouvant être ouverte, la partie de paroi (10) pouvant
être ouverte étant configurée pour, lorsqu'elle est montée dans la découpe (3) de
la puce microfluide (1), entrer en contact avec la membrane extensible (4) et avec
l'accès (6) au canal à liquide de la puce microfluide (1) ou
le réservoir microfluide (2) de liquide présentant une partie rigide (9) de paroi,
une partie extensible (10a) de paroi et une partie de paroi (10b) apte à être ouverte,
la partie extensible (10a) de paroi étant configurée pour entrer en contact avec la
membrane extensible (4) de la puce microfluide (1) lorsque la puce microfluide (1)
est montée dans la découpe (3),
la partie de paroi (10b) apte à être ouverte étant configurée pour mettre en contact
l'accès (6) au canal à liquide de la puce microfluide (1) lorsque la puce microfluide
(1) est montée dans la découpe (3).
2. Trousse microfluide (1, 2; 1', 2') comprenant
une puce miocrofluide (1) et un réservoir microfluide (2) de liquide, la puce (1)
comportant une découpe (3') qui permet de reprendre de manière libérable le réservoir
(2) de liquide, un actionneur (5') et un accès (6') au canal à liquide adjacent à
la découpe (3'),
l'actionneur (5') comportant un canal (5') sous pression adjacent à la découpe (3'),
le réservoir microfluide (2) de liquide présentant une partie rigide (9') de paroi,
une partie extensible (10a') de paroi et une partie de paroi (10b') apte à être ouverte,
la partie extensible (10a') de paroi étant configurée pour entrer en contact avec
l'actionneur (5') de la puce microfluide (1') lorsque la puce microfluide (1') est
montée dans la découpe (3'),
la partie de paroi (10b') apte à être ouverte étant configurée pour assurer le contact
avec l'accès (6') au canal à liquide de la puce microfluide (1') lorsque la découpe
(3') de la puce microfluide (1') est montée dans la découpe (3).
3. Trousse microfluide (1, 2; 1', 2') selon les revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que la partie de paroi (10, 10b) apte à être ouverte est configurée sous la forme d'un
couvercle (10) qui peut être ouvert de manière réversible ou irréversible ou sous
la forme d'une membrane (10b) qui peut être ouverte de manière réversible ou irréversible.
4. Procédé d'utilisation d'une trousse microfluide (1, 2; 1', 2') selon les revendications
1 ou 2, comprenant les étapes suivantes :
a) introduction du réservoir (2, 2') de liquide dans la découpe (3, 3') de la puce
microfluide (1, 1'),
b) extension de la membrane extensible (4) de la puce microfluide (1) et/ou de la
partie extensible (10a, 10a') de la paroi du réservoir (2, 2') de liquide dans le
réservoir (2, 2') de liquide avec réduction de son volume et
c) déplacement du liquide (8, 8') hors du réservoir (2, 2') de liquide par l'accès
(6, 6') au canal à liquide dans le canal (7, 7') à liquide de la puce microfluide
(1, 1').