[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen von Mautinformationen
aus den Bewegungen von Fahrzeuggeräten in einem Straßenmautsystem, das zumindest eine
Mautzentrale und eine Vielzahl daran angeschlossener geographisch verteilter Baken
zur Kurzreichweiten-Funkkommunikation mit den Fahrzeuggeräten umfaßt und eine Folge
von Positionsdaten eines Fahrzeuggeräts in diesem fahrzeuggerät aufzeichnet.
[0002] Unter "Kurzreichweiten"-Funkkommunikationen werden in der vorliegenden Beschreibung
Funkentfernungen (Zellradien) von bis zu einigen Kilometern verstanden.
[0003] Moderne Straßenmautsysteme folgen in ihren Funktionen, Rollenverteilungen und Schnittstellen
den im Standard ISO 17573, "Road Transport and Traffic Telematics - Electronic Fee
Collection - System Architecture for Vehicle Related Transport Services", definierten
Prinzipien. Danach gibt es derzeit im wesentlichen zwei grundlegende Arten von Systemen:
- "Infrastrukturgebundene" Systeme, z.B. DSRC-Mautsysteme (dedicated short range communication),
bei denen eine straßenseitige Infrastruktur (roadside equipment, RSE), beispielsweise
DSRC-Funkbaken, die OBUs lokalisiert und vermautet; und
- "infrastrukturlose" Systeme wie GNSS-Mautsysteme (global navigation satellite systems),
bei welchen sich die OBUs autark selbst lokalisieren und entweder "rohe" Positionsdaten
(als sog. "thin clients") oder daraus auf Grundlage von Mautkarten "fertig" berechnete
Mautinformationen (als sog. "thick clients") über ein Mobilfunknetz (cellular network,
CN) an die Mautzentrale senden. Aus der EP 1 909 231 A1 ist eine zwischen einem solchen thick- und thin-client-Betrieb umschaltende OBU bekannt.
[0004] Infrastrukturgebundene Mautsysteme erreichen eine hohe Vermautungssicherheit, benötigen
dazu jedoch eine umfangreiche straßenseitige Infrastruktur, um OBUs flächendeckend
lokalisieren zu können, weil sich die Ortsauflösung der Lokalisierung aus der Größe
der Sendeempfangsbereiche und Anzahl der Baken ergibt. Infrastrukturlose Mautsysteme
haben anderseits aufgrund der Selbstlokalisierungsfähigkeit der OBUs eine prinzipiell
unbegrenzte Flächenabdeckung, erfordern jedoch bei "thin client"-Systemen eine enorme
Rechenleistung (Serverfarm) in der Mautzentrale, um aus den rohen Positionsdaten der
OBUs Mautinformationen zu erzeugen, oder bei "thick client"-Systemen entsprechend
aufwendige OBUs, welche die gesamten Mautkarten des Mautabdeckungsgebiets aufnehmen
und verarbeiten können, was auch eine entsprechend aufwendige Verteilung und Aktualisierung
der Mautkarten über das Mobilfunknetz voraussetzt. Dieser Datenverkehr ist bandbreitenverzehrend
und nicht zuletzt kostspielig für den Benutzer.
[0005] Die Erfindung setzt sich zum Ziel, Verfahren und Vorrichtungen für ein Straßenmautsystem
zu schaffen, welche die Vorteile der bekannten Systeme vereinen, ohne deren jeweilige
Nachteile zu übernehmen.
[0006] Dieses Ziel wird in einem ersten Aspekt der Erfindung mit einem Verfahren der einleitend
genannten Art erreicht, das sich auszeichnet durch die Schritte:
- a) Bereitstellen eines Satzes von Ortsdaten mautpflichtiger Geoobjekte aus der jeweiligen
lokalen Umgebung einer Bake in dieser Bake,
- b) Aufzeichnen einer Folge von Positionsdaten eines Fahrzeuggeräts in diesem Fahrzeuggerät,
- c) wenn das genannte Fahrzeuggerät im Sendeempfangsbereich einer Bake ist: Empfangen
des Ortsdatensatzes von dieser Bake im Fahrzeuggerät,
- d) Vergleichen der Positionsdatenfolge mit dem empfangenen Ortsdatensatz im Fahrzeuggerät,
um daraus Mautinformationen zu erzeugen, und
- e) wenn das genannte Fahrzeuggerät im Sendeempfangsbereich einer Bake ist: Senden
der Mautinformationen vom Fahrzeuggerät über die Bake an die Mautzentrale.
[0007] Die Erfindung beruht auf einem neuartigen Einsatz von selbstlokalisierenden OBUs
im Rahmen eines infrastrukturgebundenen Mautsystems mit Funkbaken zur Verteilung lokal
begrenzter Mautkarten der Umgebung, sog. Ortsdatensätze, an passierende OBUs und zur
Entgegennahme von in den OBUs auf Grundlage dieser lokalen Karten berechneten Mautinformationen.
Damit werden die folgenden Vorteile erzielt:
- Durch die Aufteilung des gesamten Abdeckungsbereichs des Mautsystems auf einzelne
lokale Teilkarten (Ortsdatensätze) wird die Wartung und Bereitstellung der Ortsdaten
der mautpflichtigen Geoobjekte an die OBUs wesentlich vereinfacht. Bei lokalen Änderungen
brauchen in der Zentrale und/oder den zuständigen Baken jeweils nur die lokalen Ortsdatensätze
aktualisiert zu werden.
- OBUs der Erfindung sind im Vergleich zu bekannten "thick client"-OBUs wesentlich einfacher
und kostengünstiger aufgebaut, da sie nur geringen Speicher zur Aufnahme der lokalen
Mautkarten ihres Aufenthaltsgebiets benötigen.
- Auch der zur Verteilung und Aktualisierung der Mautkarten erforderliche Datenverkehr
ist wesentlich reduziert, was Bandbreite spart. Überdies ist hiefür kein Mobilfunknetz
erforderlich, was dem Benutzer beträchtliche Mobilfunkgebühren erspart.
- Schließlich gestaltet sich auch die Straßeninfrastruktur wesentlich einfacher als
bei den bekannten infrastrukturgebundenen Systemen: Da sich die OBUs selbst lokalisieren,
ist die Lokalisierungsgenauigkeit nicht mehr von den Orten und der Dichte der Baken
abhängig, so daß wesentlich weniger Baken erforderlich sind. Die Baken brauchen auch
nicht mehr - wie bei den bekannten DSRC-Systemen - Richtstrahlcharakteristik haben,
um passierende OBUs möglichst genau zu lokalisieren, sondern können mit einer Rundstrahlcharakteristik
ausgestattet sein und sogar OBUs in größerer Entfernung, z.B. 1 bis 2 km, servicieren.
- Nicht zuletzt kann eine Bake damit nicht nur für ein, sondern für viele mautpflichtige
Geoobjekte in ihrer Umgebung zuständig sein, wodurch mit einer sehr geringen Anzahl
von Baken das Auslangen gefunden werden kann.
[0008] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird demgemäß vorgesehen,
daß die genannte lokale Umgebung einer Bake größer ist als ihr Sendeempfangsbereich,
daß in Schritt a) auch der Ortsdatensatz einer benachbarten Bake in dieser Bake bereitgestellt
wird, und daß in den Schritten c) und d) auch der benachbarte Ortsdatensatz empfangen
und mit der Positionsdatenfolge verglichen wird. Die OBUs erhalten auf diese Weise
auf ihrem Weg - wenn sie in den Sendeempfangsbereich einer Bake kommen - aktuelle
Ortsdatensätze für ihr Aufenthaltsgebiet, können die zuletzt aufgezeichnete Positionsdatenfolge
auf Grundlage dieser Ortsdatensätze zu Mautinformationen verarbeiten, und liefern
die so erzeugten Mautinformationen bei einer Bake auf ihrem Weg ab.
[0009] Für die grundlegenden Funktionen des erfindungsgemäßen Systems ist es ausreichend,
wenn sich OBUs auf beliebige in der Technik bekannte Art und Weise selbst lokalisieren,
beispielsweise mittels Funkpeilung in einem Mobilfunknetz usw. Bevorzugt werden die
Positionsdaten aber mit einem Satellitennavigationsempfänger des Fahrzeuggeräts ermittelt
und aufgezeichnet, wie dies bei "thick client"-OBUs für GNSS/CN-Mautsysteme praktisch
erprobt ist.
[0010] Auch die Kurzreichweiten-Funkkommunikation zwischen den Fahrzeuggeräten und Baken
kann nach jedem in der Technik bekannten Kurzreichweitenfunkstandard erfolgen, bevorzugt
jedoch nach dem DSRC (dedicated short range communication), WAVE (wireless access
for vehicle environments) oder WLAN (wireless local area network) -Standard, was die
Verwendung bestehender Infrastrukturen ermöglicht.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Ortsdatensatz zusätzlich Gebühreninformationen
enthält, welche in die Erzeugung der Mautinformationen eingehen. Dadurch können z.B.
individuelle Mautgebühren für einzelne mautpflichtige Geoobjekte oder spezielle OBUs
oder OBU-Einstellungen vorgegeben werden.
[0012] Bevorzugt kann der Ortsdatensatz auch Prüfmechanismen wie Prüfsummen, Hash-Funktionen
od.dgl. umfassen, mit denen seine Aktualität, Gültigkeit und/oder Vollständigkeit
verifizierbar ist.
[0013] Die erzeugten Mautinformationen sind bevorzugt ortsanonymisiert, um Datenschutz zu
gewährleisten.
[0014] Die Speicher des Fahrzeuggeräts sind bevorzugt Ringspeicher, welche jeweils nur die
zuletzt aufgezeichnete(n) Positionsdatenfolge(n) bzw. den oder die zuletzt empfangenen
Ortsdatensätze aufnehmen, wodurch Speicherplatz gespart und das Fahrzeuggerät entsprechend
kostengünstiger ausgeführt werden kann.
[0015] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt
Fig. 1 eine ausschnittsweise und schematische Draufsicht eines Straßenmautsystems,
welches nach dem Verfahren der Erfindung arbeitet und Fahrzeuggeräte und Baken umfaßt;
Fig. 2 ein Blockschaltbild eines Fahrzeuggeräts; und
Fig. 3 ein Sequenzdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0016] In Fig. 1 ist ausschnittsweise ein Straßenmautsystem 1 mit einer Mautzentrale (central
system, CS) 2 und einer Vielzahl daran über Verbindungen 2' angeschlossener, geographisch
verteilter Kurzreichweiten-Funkbaken (kurz "Baken") 3 gezeigt. Die Baken 3, von denen
hier stellvertretend drei Baken RSE
1, RSE
2, RSE
3 (allgemein RSE
i) gezeigt sind, haben jeweils einen lokal begrenzten Sendeempfangsbereich S
1, S
2, S
3 (allgemein S
i), innerhalb dessen sie mit Fahrzeuggeräten bzw. OBUs 4 kommunizieren können. Zu diesem
Zweck sind die OBUs 4 mit entsprechenden Kurzreichweiten-Sendeempfängern 5 (Fig. 2)
zur Funkkommunikation mit den Baken 3 ausgestattet. Die Kurzreichweis ten-Funkkommunikation
zwischen den Baken 3 und den OBUs 4 erfolgt bevorzugt nach dem DSRC-, WAVE- oder WLAN-Standard.
[0017] Die OBUs 4 werden von Fahrzeugen 6 mitgeführt, welche sich auf Verkehrsflächen 7,
z.B. Straßen, Autobahnen, Parkplätzen, Parkhäusern usw., des Abdeckungsgebiets 8 des
Straßenmautsystems 1 bewegen.
[0018] Das Abdeckungsgebiet 8 des Straßenmautsystems 1 ist in eine Vielzahl aneinandergrenzender
lokaler Umgebungen U
0, U
1, U
2, U
3, U
4 (allgemein U
j) aufgeteilt, denen jeweils eine der Baken 3 zugeteilt ist. Die lokale Umgebung U
i einer Bake 3 ist bevorzugt größer als ihr Sendeempfangsbereich S
i. Geographische Objekte O
ij im Abdeckungsgebiet 8 des Straßenmautsystems 1, deren Ortsbenützung durch ein Fahrzeug
6, genauer dessen OBU 4, vergebührt ("vermautet") werden soll, sog. mautpflichtige
Geoobjekte, verteilen sich dementsprechend auf die lokalen Umgebungen U
i. Jede Bake 3 ist damit für die Vermautung der Geoobjekte O
ij in ihrer Umgebung U
i zuständig.
[0019] Die mautpflichtigen Geoobjekte O
ij können beliebiger Art sein. In Fig. 1 sind einige Beispiele gezeigt, wie Straßenabschnitte
O
11, O
12 und O
21, deren Befahren vermautet werden soll, ein Parkplatz O
23, dessen Benützungszeit vergebührt werden soll, und ein Schranken O
22, dessen Passieren mautpflichtig ist.
[0020] Wie in Fig. 2 im Detail gezeigt, ist jede OBU 4 mit einer Einrichtung 9 zu ihrer
autarken Positionsbestimmung ausgestattet. Die Einrichtung 9 ist bevorzugt ein Satellitennavigationsempfänger,
z.B. GPS-Empfänger, welcher fortlaufend seine Position in einem globalen Satellitennavigationssystem
ermittelt und daraus eine Abfolge ("track") t von Positionsdaten ("position fixes")
p
1, p
2, ... erzeugt, die in einem ersten Speicher 10 der OBU 4 aufgezeichnet wird. Der Speicher
10 ist bevorzugt ein Ringspeicher, der jeweils nur die zuletzt ermittelten Positionsdaten
p
i enthält.
[0021] Zurückkehrend auf Fig. 1 stellt jede Bake 3 in einem lokalen Speicher 11 die Ortsdaten
der Geoobjekte O
ij ihrer Umgebung U
i als ein Ortsdatensatz m
i für passierende OBUs 4 bereit. Der Ortsdatensatz m
i wird lokal in die Bake 3 eingepflegt oder zentral von der Mautzentrale 2 über die
Verbindungen 2' an die Baken 3 verteilt. Bevorzugt enthält jede Bake 3 zusätzlich
zu ihrem eigenen Ortsdatensatz m
i auch die Ortsdatensätze einer oder mehrerer angrenzender Umgebungen U
i, wie hier z.B. die Bake RSE
2 für die Ortsdatensätze m
1 und m
3 der benachbarten Umgebungen U
1 und U
3.
[0022] Wenn eine OBU 4 in den Sendeempfangsbereich S
i einer Bake 3 gelangt, sendet die Bake 3 die in ihrem Speicher 11 bereitgestellten
Ortsdatensätze m
i an die OBU 4, welche diese über ihren Sendeempfänger 5 empfängt und in einem zweiten
Speicher 12 speichert. Auch der zweite Speicher 12 ist bevorzugt ein Ringspeicher,
welcher nur die zuletzt empfangenen Ortsdatensätze m
i aufnimmt.
[0023] Die OBU 4 vergleicht daraufhin die im Speicher 10 aufgezeichnete Positionsdatenfolge
t mit den empfangenen Ortsdatensätzen m
i im Speicher 12 auf geographische Ähnlichkeit bzw. Zuordenbarkeit ("map maching",
Block 14), um daraus Mautinformationen tc ("toll charge") zu erzeugen.
[0024] Die in der OBU 4 erzeugten Mautinformationen tc werden über den Sendeempfänger 5
an eine Bake 3 abgesetzt, und zwar entweder an dieselbe Bake 3, wenn sich die OBU
4 noch in deren Sendeempfangsbereich S
i befindet, oder zu einem späteren Zeitpunkt an eine nächste Bake 3, in deren Sendeempfangsbereich
S
i die OBU 4 auf ihrem Weg gelangt.
[0025] Bei dem "map matching"-Vergleich 14 werden bevorzugt auch Gebühreninformationen berücksichtigt,
welche gemeinsam mit den Ortsdatensätzen m
i von den Baken 3 empfangen wurden, z.B. geoobjekt- und/oder OBU-spezifische oder OBU-Einstellungsspezifische
Mautgebühren.
[0026] Fig. 3 zeigt den Ablauf des Verfahrens noch einmal im Detail. In einem ersten Schritt
a) werden in den Baken 3 ein oder mehrere Sätze m
i mit Ortsdaten mautpflichtiger Geoobjekte O
ij der jeweiligen Umgebung U
i einer Bake 3 bereitgestellt, beispielsweise durch Empfangen von der Mautzentrale
2 über die Verbindungen 2'.
[0027] In einem Schritt b) zeichnet eine OBU 4 eine erste Folge t
1 von Positionsdaten {p
1, p
2, p
3, ...} in ihrem Speicher 10 auf. Sobald die OBU 4 in den Sendeempfangsbereich S
1 einer ersten Bake 3, hier RSE
1, gelangt, empfängt sie von dieser - nach entsprechendem Handshake ("connect") - in
einem Schritt c) den Ortsdatensatz m
1 der Bake RSE
1 und - optional - die Ortsdatensätze m
0, m
2 der benachbarten Umgebungen U
0, U
2.
[0028] In einem anschließenden Schritt d) führt die OBU 4 einen Vergleich zwischen der aufgezeichneten
Positionsdatenfolge t
1 und dem bzw. den empfangenen Ortsdatensätzen m
0, m
1, m
2 durch ("map matching"-Block 14), gegebenenfalls unter Berücksichtigung von geoobjekt-
und/oder OBU-(Einstellungs)-spezifischen Gebühreninformationen, die zusammen mit den
Ortsdatensätzen m
i empfangen wurden, und erzeugt daraus Mautinformationen tc
1. Die Mautinformationen tc
1 werden in einem darauffolgenden Schritt e) über den Sendeempfänger 5 der OBU 4 und
über die nächstverfügbare Bake 3, hier noch die Bake RSE
1, an die Mautzentrale 2 abgesetzt.
[0029] Nach Erzeugung der ersten Mautinformationen tc
1 kann der Ringspeicher 10 gelöscht und mit der Aufzeichnung der Positionsdaten p
1 neu begonnen werden, um eine nächste Positionsdatenfolge t
2 {p
1,p
2,...) aufzuzeichnen.
[0030] Sobald die OBU 4 dann in den Sendeempfangsbereich S
2 einer nächsten Bake 3, hier RSE
2, auf ihrem Weg gelangt, werden wieder die Schritte c) und d) durchgeführt. Wie in
Fig. 3 gezeigt, können die erzeugten zweiten Mautinformationen tc
2 über eine der nächsten Baken 3 auf dem Weg, hier die Bake RSE
3, an die Mautzentrale 2 abgesetzt werden, z.B. wenn der Sendeempfangsbereich S
2 der zweiten Bake RSE
2 während des Schritts d) bereits verlassen wurde.
[0031] Die Ortsdatensätze m
i der Baken 3 können auch (stationären oder mobilen) Überwachungsgeräten 15 des Straßenmautsystems
1 zur Verfügung gestellt werden, u.zw. bevorzugt durch direktes Senden von den Baken
3 über die genannte Kurzreichweiten-Funkkommunikation. Die Überwachungsgeräte 15 sind
in herkömmlicher Art und Weise befähigt, die Bewegungen von Fahrzeugen 6 mit Fahrzeuggeräten
4 in ihrer Nähe zu detektieren bzw. zu erfassen, beispielsweise mittels Foto- oder
Videoüberwachung, Lichtschranken, Radar- oder Laserscannern usw. Die Überwachungsgeräte
15 überprüfen auf Grundlage des bzw. der Ortsdatensätze m
i einer Bake 3 und der detektierten Fahrzeugbewegungen in der Umgebung U
i der Bake 3 die von den Fahrzeuggeräten 4 erzeugten Mautinformationen tc
i und können so im Falle einer Divergenz, z.B. einer Fehlfunktion oder eines Mautvergehens,
weitere Maßnahmen veranlassen, beispielsweise eine Foto- oder Videoaufnahme des Fahrzeugs
6 und/oder eine Registrierung und Speicherung von Daten des Fahrzeuggeräts 4.
[0032] Wenn das Mautsystem 1 auch "thin client"-OBUs umfaßt, welche ihre Positionsdatenfolgen
t
i direkt an eine Bake 3 senden, damit diese daraus anhand ihrer Ortsdatensätze m
i die Mautinformationen tc
i erzeugt, könnten die Überwachungsgeräte 15 auch dazu eingesetzt werden, auf Grundlage
der von einer Bake empfangenen Ortsdatensätze m
i und der detektierten Bewegungen der OBUs in der lokalen Umgebung U
i einer Bake die von dieser Bake 3 erzeugten Mautinformationen tc
i zu überprüfen.
[0033] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt, sondern
umfaßt alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der angeschlossenen Ansprüche
fallen.
1. Verfahren zum Erzeugen von Mautinformationen (tc
i) aus den Bewegungen von Fahrzeuggeräten (4) in einem Straßenmautsystem (1), das zumindest
eine Mautzentrale (2) und eine Vielzahl daran angeschlossener geographisch verteilter
Baken (3) zur Kurzreichweiten-Funkkommunikation mit den Fahrzeuggeräten (4) umfaßt,
gekennzeichnet durch die Schritte:
a) Bereitstellen eines Satzes (mi) von Ortsdaten mautpflichtiger Geoobjekte (oij) aus der jeweiligen lokalen Umgebung (Ui) einer Bake (3) in dieser Bake (3),
b) Aufzeichnen einer Folge (ti) von Positionsdaten (pi) eines Fahrzeuggeräts (4) in diesem Fahrzeuggerät (4),
c) wenn das genannte Fahrzeuggerät (4) im Sendeempfangsbereich (Si) einer Bake (3) ist: Empfangen des Ortsdatensatzes (mi) von dieser Bake (3) im Fahrzeuggerät (4),
d) Vergleichen der Positionsdatenfolge (ti) mit dem empfangenen Ortsdatensatz (mi) im Fahrzeuggerät (4), um daraus Mautinformationen (tci) zu erzeugen, und
e) wenn das genannte Fahrzeuggerät (4) im Sendeempfangsbereich (Si) einer Bake (3) ist: Senden der Mautinformationen (tci) vom Fahrzeuggerät (4) über die Bake (3) an die Mautzentrale (2).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte lokale Umgebung (Ui) einer Bake (3) größer ist als ihr Sendeempfangsbereich (Si), in Schritt a) auch der Ortsdatensatz (mi) einer benachbarten Bake (3) in dieser Bake (3) bereitgestellt wird, und in den Schritten
c) und d) auch der benachbarte Ortsdatensatz (mi) empfangen und mit der Positionsdatenfolge (ti) verglichen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Positionsdaten (pi) mit einem Satellitennavigationsempfänger (9) des Fahrzeuggeräts (4) ermittelt und
aufgezeichnet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurzreichweiten-Funkkommunikation zwischen Fahrzeuggerät (4) und Bake (3) nach
dem DSRC-, WAVE- oder WLAN-Standard erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Ortsdatensatz (mi) auch Gebühreninformationen enthält, welche in die Erzeugung der Mautinformationen
(tci) eingehen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ortsdatensatz (mi) ferner Prüfsummen, Hash-Funktionen od.dgl. enthält, mit denen seine Aktualität,
Gültigkeit und/oder Vollständigkeit verifizierbar ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die erzeugten Mautinformationen (tci) ortsanonymisiert sind.
1. Method for generating toll information (tc
i) from movements of vehicle devices (4) in a road-toll system (1) that comprises at
least one toll centre (2) and a plurality of connected, geographically distributed
beacons (3) for short-range radio communication with the vehicle devices (4), the
method comprising:
a) providing a set (mi) of location data of toll-requiring geo-objects (oij) from a local environment (Ui) of a beacon (3) in this beacon (3), a
b) recording a sequence (ti) of position data (pi) of a vehicle device (4) in this vehicle device (4),
c) when said vehicle device (4) is in the transmitting/receiving range (Si) of a beacon
(3): receiving the location-data set (mi) from this beacon (3) in the vehicle device (4),
d) comparing the position-data sequence (ti) with the received location-data set (mi) in the vehicle device (4) to generate toll information (tci) therefrom, and
e) when said vehicle device (4) is in the transmitting/receiving range (Si) of a beacon
(3): transmitting the toll information (tci) from the vehicle device (4) via the beacon (3) to the toll centre (2).
2. Method according to claim 1, characterised in that said local environment (Ui) of a beacon (3) is larger than its transmitting/receiving
range (Si), in step a) also the location-data set (mi) of an adjacent beacon (3) is provided in said beacon (3), and in steps c) and d)
also the adjacent location-data set (mi) is received and compared with the position-data sequence (ti) .
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the position data (pi) is acquired and recorded with a satellite-navigation receiver (9) of the vehicle
device (4).
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that the short-range radio communication between the vehicle device (4) and the beacon
(3) takes place according to the DSRC, WAVE or WLAN standard.
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterised in that the location-data set (mi) further includes fee information utilised for generation of the toll information
(tci) .
6. Method according to one of claims 1 to 5, characterised in that the location-data set (mi) further includes checksums or hash functions or the like with which its currentness,
validity or completeness is verifiable.
7. Method according to one of claims 1 to 6, characterised in that the generated toll information (tci) is location-anonymised.
1. Procédé de production d'informations de péage (tc
i) à partir de déplacements d'appareils de véhicule (4) dans un système de péage routier
(1), qui comporte au moins une centrale de péage (2) et une pluralité de balises (3),
réparties géographiquement et raccordées à la centrale, permettant la radiocommunication
de courte portée avec les appareils de véhicule (4),
caractérisé par les étapes:
a) mettre à disposition dans une balise (3) un ensemble (mi) de données locales d'objets géographiques assujettis au péage (oij) à partir de
l'environnement local respectif (Ui) de cette balise (3),
b) enregistrer une série (ti) de données de position (pi) d'un appareil de véhicule (4) dans cet appareil de véhicule (4),
c) lorsque ledit appareil de véhicule (4) est dans la zone d'émission-réception (Si)
d'une balise (3) : recevoir l'ensemble de données locales (mi) de cette balise (3) dans l'appareil de véhicule (4),
d) comparer la série (ti) de données de position avec l'ensemble de données locales
(mi) reçu dans l'appareil de véhicule (4) afin de produire des informations de péage
(tci) à partir de cette comparaison, et
e) lorsque ledit appareil de véhicule (4) est dans la zone d'émission-réception (Si)
d'une balise (3) : envoyer à la centrale de péage (2) les informations de péage (tci) de l'appareil de véhicule (4) par le biais de la balise (3).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que ledit environnement local (Ui) d'une balise (3) est plus grand que sa zone d'émission-réception
(Si), à l'étape a) l'ensemble de données locales (mi) d'une balise (3) voisine est également mis à disposition dans cette balise (3) et
aux étapes c) et d) l'ensemble de données locales (mi) voisin est également reçu et comparé avec la série de données de position (ti).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les données de position (pi) sont déterminées et enregistrées avec un récepteur de navigation satellitaire (9)
de l'appareil de véhicule (4).
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la radiocommunication de courte portée entre un appareil de véhicule (4) et une balise
(3) est effectuée selon un standard DSRC, WAVE ou WLAN.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'ensemble de données locales (mi) contient également des informations de taxes qui entrent dans la production des
informations de péage (tci).
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'ensemble de données locales (mi) contient en outre des sommes de contrôle, des fonctions de hachage ou des fonctions
similaires avec lesquelles on peut vérifier son caractère actuel, sa validité et/ou
son intégralité.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les informations de péage (tci) produites sont rendues anonymes quant à leur position.