[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines textilen Flächengebildes
aus Kunststoff in Form eines Gewirkes nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie
das textile Flächengebilde selbst gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 4.
[0003] Es dürfte einleuchten, dass bei Verwendung als Schlingenkomponente in einem Klettverschluss
vom Haken- und Schlingentyp gerade nach zahlreichem Verschließen und Öffnen desselben
die Festigkeit der stehenden Schlinge und damit auch des Verschlusses beeinträchtig
ist. Darüber hinaus hat sich als nachteilig bemerkbar gemacht, dass die Schlingenkomponente
auf einem Träger unter Verwendung von Klebemittel befestigt werden musste, was arbeitsaufwendig,
qualitativ nachteilig und kostenintensiv ist.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, hier Abhilfe zu schaffen
und das eingangs genannte Verfahren derart zu verbessern, dass mit ihm in einfacher
und zuverlässiger Weise die Schlingenkomponente gestärkt und ein textiles Flächengebilde
geschaffen werden kann, das kein Klebemittel aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird in überraschender Weise erfindungsgemäß durch das im Anspruch
1 gekennzeichnete Verfahren bzw. das im Anspruch 4 gekennzeichnete textile Flächengebilde
gelöst.
[0006] Folie(n)bändchen stellen ein aus Breitfolie hergestelltes, endloses linienförmiges
Gebilde mit flachem Querschnitt dar. Üblicherweise umfasst eine Vorrichtung zum Herstellen
von Folienbändchen eine Folienextrudiervorrichtung, eine Schneideinrichtung mit Messern,
eine Verstreckeinrichtung mit Temperatureinwirkung und eine Aufwickelvorrichtung.
Beim Ablauf zur Herstellung des erfindungsgemäßen textilen Flächengebildes wird jedoch
auf die Extrudier- und Aufwickelvorrichtung verzichtet, da eine Kunststofffolie, wie
beispielsweise Polyethylen oder Polypropylen in einer Dicke von vorteilhafter Weise
15 µ - 40 µ, anfänglich direkt von den Messern der Schneideinrichtung axial in eine
Folienbändchenschar zugeschnitten und durch thermische Bearbeitung (bei ca. 80°C)
an der Verstreckeinrichtung vorteilhafter Weise drei- bis sechsfach verstreckt, sowie
anschließend unmittelbar über Fadenkämme und Wippen zu den eigentlichen Wirkelementen,
der Wirkstelle, geliefert wird. Je nach Legung verwirken die maximal zwei Legebarren
die zugeführten Monofilamente bzw. Folienbändchenschar miteinander und mit den Schlingen
bildenden Garnen. Dabei wird die erfindungsgemäß vorgesehene Folienbändchenschar gleichzeitig
mit dem vorhandenen textilen Flächengebilde verwirkt, ohne dass hierfür ein Klebemittel
vorgesehen werden muss.
[0007] Mit der Erfindung ist es möglich, dünne Kunststofffolien im Bereich von 15 µ - 40
µ einzusetzen, so dass dann das gewirkte, textile Flächengebilde eine Feinheit entsprechend
mit einer Maschinenfeinheit E18 bis E28, insbesondere E24 bis E28, aufweist.
[0008] So können beispielsweise pro Zoll (2,54 cm) 21 Messer (Rasierklingen) zum Schneiden
der Folie eingesetzt werden, so dass jedes Folienbändchen eine Breite von 1,209 mm
besitzen, so dass eine Folienbändchenschar von 567 dünnsten Fäden bei einer Gesamtfolienbreite
von 73 cm erzielt werden kann.
[0009] Weiter Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung, die auch gemeinsam mit dem
Hauptanspruch von besonderer Bedeutung sein können, gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
[0010] Im Folgenden wird auf verschiedene Beispiele Bezug genommen, die anhand der Figuren
näher erläutert werden sollen, die Erfindung jedoch in keiner Weise hierauf beschränken.
Es zeigt:
- Figuren 1 bis 4
- Draufsichten, auf textile Flächengebilde (in 5-facher Vergröße- rung) mit Folienbändchen.
[0011] Schon die Draufsichten der Figuren 1 bis 4 zeigen, dass die erfindungsgemäßen textilen
Flächengebilde unterschiedliche Strukturen aufweisen können. Gemeinsam ist Ihnen jedoch,
dass die Folienbändchen(schar) [aus 40µ Folie hergestellt] in die stehenden Schlingen
mit eingewirkt sind. Außerdem weisen Sie sämtlich eine Maschinenfeinheit E28 auf.
Auch geringere Werte bis hin zu E24 oder E18 sind denkbar. Mit E wird die Anzahl der
Nadeln eines Nadelträgers je Bezugslänge bezeichnet. Man unterscheidet je nach Größe
der Bezugslänge verschiedene Feinheitssysteme der Maschinen. Die englische Nummer
E mit der Bezugslänge von einem englische Zoll (= 25,4 mm) wird am häufigsten angewendet.
E28 heißt also, dass auf 2,54 mm 28 Wirknadeln kommen, die dann mit diesen feinen
Bändchen (ca. dtex 41 errechnet) auf einer Nadel gleichzeitig mehrere Maschen bilden
können, die dann zu einer gewünschten Warenkonstruktion (textiles Flächengebilde)
verwirkt werden.
[0012] In Figur 1 werden Folienbändchen gezeigt, die über zwei Legeschienen den Nadeln zugeführt
wurden. Die erste Legeschiene bildet auf der Nadel eine Masche (A1). Die zweite Legeschiene
bildet auf der Nadel Schuss (A). Hierbei handelt es sich um ein erfindungsgemäßes
Flächengebilde, das zu 100% aus Polyethylen besteht und ein Flächengewicht von 32
g/m
2 aufweist.
[0013] Gemäß Figur 2 werden Folienbändchen über zwei Legeschienen den Nadeln zugeführt,
die dann gleichzeitig Maschen bilden, d.h. auf einer Nadel werden mit den Folienbändchen
gleichzeitig zwei Maschen (A1) gebildet. Das Flächengewicht beträgt hier 52 g/m
2 PE.
[0014] Bei der in Figur 3 gezeigten Ware werden Folienbändchen über eine Legeschiene der
Nadel zugeführt, die einen Schuss (A) bildet. Die zweite und dritte Legeschiene werden
mit Nylon oder Polyestergarnen den Nadeln zugeführt, wobei gleichzeitig Maschen (C)
und Schlingen (B) gebildet werden. Die Fig. 3a zeigt die Rückseite der Ware der Fig.
3, wobei eine dünne Fläche in Form einer Kunststofffolie (D) mit den Maschen (C) und
Schuss (A) thermisch verbunden ist.
[0015] Die Fig. 4 und 4a zeigen Vorder- und Rückseite eines erfindungsgemäßen Flächengebildes
(ohne Beschichtung mit einer weiteren Folie) mit einem Flächengewicht von 33 g/m
2. Wiederum sind die Schuss Folienbändchen mit A und die Schlingen mit B bezeichnet,
während die Maschen mit C bezeichnet sind. Schlingen (B) und Maschen C bestehen in
diesem Ausführungsbeispiel aus einem Polyethylen/Nylon Garngemisch (55/45%).
1. Verfahren zur Herstellung eines textilen Flächengebildes aus Kunststoff in Form eines
Gewirkes mit Wirkelementen einer Wirkmaschine, bei dem eine zugeführte Folienbändchenschar
miteinander und mit den Schlingen bildenden Garnfäden verwirkt wird, wobei die Garnfäden
Schlingen und Maschen als Einheit in Quer- und Längsrichtung ausbilden, und wobei
die Schlingen vom Flächengebilde senkrecht nach oben stehen unit folgenden Schritten:
Bereitstellen einer Kunststofffolie;
Schneiden der Kunststofffolie mit Messern in eine Folienbändchenschar; gekennzeichnet durch
thermisches Verstrecken der Folienbändchenschar; und
Zuführen der Folienbändchenschar über Fadenkämme und Wippen zu den Wirkelementen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststofffolie in einer Dichte von 15-40 µ bereitgestellt wird und dass die
aus Polyethylen oder Polypropylen bestehenden Folienbändchen vor einem Kettstuhl längs
mit Messern in eine Folienbändchenschar geschnitten werden und bei ca. 80°C die geschnittenen
Folienbändchenschar drei- bis sechsfach thermisch verstreckt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass gewirkt auf einer Raschel-Kettwirkmaschine mit einer Maschinenfeinheit von E18 bis
E28 hergestellt wird.
4. Textiles Flächengebilde aus Kunststoff in Form eines Gewirkes als Schlingenkomponente
für einen Klettverschluss vom Haken- und Schlingentyp, umfassend:
Garnfäden, die Schlingen und Maschen als Einheit in Quer- und Längsrichtung ausbilden,
und wobei die Schlingen vom Flächengebilde senkrecht nach oben stehen, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich Folienbändchen in die stehenden Schlingen mit eingewirkt sind.
5. Textiles Flächengebilde nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine zusätzliche thermisch verbundene Kunststofffolie.
1. A method for producing a textile fabric of synthetic material in the form of a knitted
fabric with knitting elements of a warp knitting machine, in which fed small film
ribbons are warp knitted with one another and with the yarn threads forming the loops,
whereas the yarn threads form loops and stitches as a unit in transverse and in longitudinal
direction, and whereas the loops protrude from the fabric vertically upwards with
the following steps:
preparation of a film of synthetic material;
cutting the film of synthetic material with knives to obtain a cluster of small film
ribbons;
characterised by
thermal drawing of the small film ribbons; and
Feeding the small film ribbons over yarn combs and seesaws to the knitting elements.
2. The method of claim 1, characterised in that the film of synthetic material is prepared in a density of 15-40 µ and that the small
film ribbons consisting of polyethylene or polypropylene are cut longitudinally before
a warp knitting machine with knives to form small film ribbons and the cut small film
ribbons is drawn thermally three to six times at approx. 80°C.
3. The method of claim 1 and 2, characterised in that knitted fabric is produced on a Raschel knitting machine with a machine gauge of
E18 to E28.
4. The textile fabric of synthetic material in the form of a knitted fabric as loop components
for a Velcro fastener of hook and loop type, comprising:
yarn threads, which form loops and stitches as a unit in transverse and in longitudinal
direction, and whereas the loops protrude from the fabric vertically upwards, characterised in that additional small film ribbons are warp knitted into the vertical loops.
5. The textile fabric of claim 4, characterised by an additional thermally bonded film of synthetic material.
1. Procédé de fabrication d'un tissu textile en matériau synthétique sous forme de tissu
à mailles avec éléments de tricotage d'une métier à tricoter chaîne, dans lequel des
petits rubans de film acheminés sont tricotés en chaîne les uns aux autres et avec
les fils de laine constituant des boucles, où les fils de laine forment des boucles
et des mailles d'un seul tenant dans le sens transversal et dans le sens longitudinal,
et où les boucles dépassent du tissu perpendiculairement vers le haut avec les phases
suivantes:
Préparation d'un film en matériau synthétique;
Découpe du film en matériau synthétique avec des couteaux pour obtenir des petits
rubans de film;
caractérisé par
un étirage thermique des petits rubans de film; et
l'cheminement des petits rubans de film sur des peignes de fils et des bascules jusqu'aux
éléments de tricotage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on prépare le film en matériau synthétique avec une densité de 15-40 µ et que l'on
coupe longitudinalement les petits rubans de film composés de polyéthylène ou de polypropylène
en amont d'une machine à tricoter chaîne avec des couteaux pour obtenir des petits
rubans de filmet que l'on étire thermiquement trois à six fois les petits rubans de
film découpés à environ 80°C.
3. Procédé selon la revendication 1 et 2, caractérisé en ce que l'on fabrique un tissu tricoté sur une machine à tricoter chaîne Raschel dans un
calibre de E18 à E28.
4. Tissu textile en matériau synthétique sous forme de tissu à mailles comme composants
de boucles pour fixation velcro de type crochet et boucle, comprenant:
des fils de laine formant des boucles et des mailles d'un seul tenant dans le sens
transversal et dans le sens longitudinal, et où les boucles dépassent du tissu perpendiculairement
vers le haut, caractérisé en ce que des petits rubans de film supplémentaires sont tricotés chaîne dans les boucles dépassant.
5. Tissu textile selon la revendication 4, caractérisé par un film en matériau synthétique supplémentaire relié thermiquement.
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