| (19) |
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(11) |
EP 2 328 802 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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19.06.2013 Patentblatt 2013/25 |
| (22) |
Anmeldetag: 29.09.2009 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2009/062612 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2010/037743 (08.04.2010 Gazette 2010/14) |
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| (54) |
STEUEREINRICHTUNG FÜR EINEN SCHIFFSANTRIEB
CONTROLLER FOR A SHIP'S PROPULSION
DISPOSITIF DE COMMANDE POUR UN ENTRAÎNEMENT DE BATEAU
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
02.10.2008 DE 102008042599
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.06.2011 Patentblatt 2011/23 |
| (73) |
Patentinhaber: ZF Friedrichshafen AG |
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88038 Friedrichshafen (DE) |
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Erfinder: |
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- KIRSCHNER, Tino
88048 Friedrichshafen (DE)
- KIENZLE, Alfred
88699 Frickingen (DE)
- PESCHECK, Juergen
88090 Immenstaad (DE)
- SCHULZ, Horst
88045 Friedrichshafen (DE)
- ZOTTELE, Michele
38100 Trento (IT)
- ZANONI, Nicola
38066 Riva Del Garda (IT)
- PELLEGRINETTI, Andrea
37018 MALCESINE VR (IT)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 19 845 182 DE-B- 1 012 843 US-A- 3 021 725 US-A- 5 125 858
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DE-A1-102004 058 259 GB-A- 983 462 US-A- 3 392 603
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schiffsantrieb mit einer Steuereinrichtung zur Veränderung
der Wirkungsrichtung des Propellerschubs.
[0002] Bekannte Schiffsantriebe, weisen in einer Ausführungsform mindestens eine, auch als
Ruderpropeller bezeichnete, unter Wasser angeordnete Vortriebs- und Steuereinheit
auf, welche mit ein oder zwei Propellern bestückt und um eine vertikale Steuerachse
schwenkbar ist. Durch die Verschwenkbarkeit des durch die Propeller erzeugten Schubvektors
wird eine Steuerwirkung für das Boot erreicht. Die Verschwenkung erfolgt über eine
Steuerwelle, welche von einer Steuereinrichtung angesteuert wird.
[0003] Bekannt ist es, den Ruderpropeller hydraulisch über einen Hydraulikmotor zu schwenken.
Nachteile einer hydraulischen Steuereinrichtung sind zum einen das hohe Gewicht, der
bauliche Aufwand und die Kosten der Hydraulikkomponenten. Zum Antrieb des Hydraulikmotors
wird eine Hydraulikpumpe benötigt, die ihrerseits wieder von einem Elektromotor oder
dem Verbrennungsmotor angetrieben werden muss, was nachteilig für den Wirkungsgrad
des Gesamtsystems ist.
[0004] Ein elektromotorischer Antrieb eines Ruderpropellers ist aus der
WO2005005249A1 bekannt. Hierbei treibt ein auch als Servomotor bezeichneter Elektromotor über ein
Getriebe, welches die Drehzahl des Elektromotors reduziert, die drehbar gelagerte
Steuerwelle des Ruderpropellers an und verschwenkt damit die Schubrichtung des Ruderpropellers
um eine senkrechte Achse. Durch Vorbenutzung ist eine Ausgestaltung des Getriebes
dieses elektrischen Steuerantriebs als zweistufiges Planetengetriebe bekannt, welches
nach dem Elektromotor koaxial zu diesem angeordnet ist und über eine nachfolgende
Stirnradstufe die drehbar gelagerte Steuerwelle antreibt. Nachteilig ist hierbei das
entsprechende Spiel der in Reihe geschalteten Planetengetriebesätze. Zudem benötigt
diese Art von Steuerungseinrichtung eine starke Bremseinrichtung, um eine unbeabsichtigte
Verdrehung einer schwenkbaren Antriebseinheit durch äußere und innere Kräfte zu vermeiden.
Darüber hinaus hat ein Steuergetriebe, welche aus zwei hintereinander angeordneten
Planetengetriebesätze eine relativ hohe Baulänge und weist eine relativ hohe Zahl
an Bauteilen auf.
[0005] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ist es, ein Steuerungsgetriebe für einen
Schiffsantrieb ohne die genannten Nachteile des Stands der Technik zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Ein Schiffsantrieb umfasst mindestens eine fest im Schiffsrumpf angeordnete Getriebeeinheit
und eine um eine Steuerachse schwenkbaren Antriebseinheit außerhalb des Schiffsrumpfes.
Die Antriebseinheit wird hierbei mittels einer Steuereinrichtung zur Einstellung des
Schiffskurses verschwenkt. Die Steuereinrichtung umfasst einen Steuermotor, welcher
die zur Verschwenkung erforderliche mechanische Leistung bereitstellt, und ein Steuergetriebe,
welches die relative hohe Drehzahl des Steuermotors auf eine zur exakten Verstellung
der Antriebeinheit notwendige geringe Winkelgeschwindigkeit reduziert. Zudem wird
durch das Steuergetriebe das Moment des Steuermotors auf das zur Verschwenkung der
Antriebseinheit erforderliche Moment erhöht. Das Steuergetriebe ist erfindungsgemäß
als ein reduziertes Planetenradgetriebe ausgebildet, welches aus zwei Zentralrädern
und einem Planetenradträger mit mindestens zwei Planetenrädern. Zudem ist das reduzierte
Planetenradgetriebe koaxial zur Steuerachse angeordnet.
[0008] Bevorzugt ist das Steuergetriebe als ein reduziertes Planetenradgetriebe in der Bauweise
als Wolfrom-Planetenradsatz ausgeführt.
[0009] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist ein erstes Zentralrad des Steuergetriebes
drehfest mit der Getriebeeinheit verbunden. Der vom Steuermotor angetriebene Planetenradträger
ist hierbei als Eingangsglied und ein zweites Zentralrad als Ausgangsglied wirksam,
wobei das Ausgangsglied drehfest mit der schwenkbaren Antriebseinheit verbunden ist.
[0010] In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Gegenstandes weist das Steuergetriebe einen
zentralen Durchlass auf, in welchem mindestens eine vertikale Welle zur Übertragung
einer Antriebsleistung an die Antriebseinheit angeordnet ist.
[0011] Bevorzugt sind die Zentralräder außenverzahnt ausgeführt.
[0012] Außerdem kann gemäß der Erfindung vorgesehen sein, dass an den Planetenrädern eine
durchgehende, einheitliche Verzahnung durch einen ersten und zweiten Eingriffsabschnitt
des Planetenrads ausgebildet ist und die Zentralräder unterschiedliche Zähnezahlen
aufweisen.
[0013] Schließlich wird als vorteilhaft beurteilt, dass der Antrieb des als Eingangsglied
wirksamen Planetenradträgers als Stirnradstufe mit einer Beveloid-Verzahnung ausgebildet
ist.
[0014] In einer besonderen Ausgestaltung ist die Stirnradstufe zum Antrieb des als Eingangsglied
wirksamen Planetenradträgers mit einer Beveloid-Verzahnung ausgeführt.
[0015] In einer weiteren Ausführung ist zwischen dem Steuermotor und dem Eingangsglied des
Steuergetriebes eine Getriebevorstufe zur zusätzlichen Reduktion der Drehzahl des
Steuermotors angeordnet.
[0016] Es ist außerdem möglich, dass zum Verschwenken der Antriebseinheit bei Stromausfall
eine Notbetätigungsvorrichtung vorgesehen ist, mit weicher das Eingangsglied des Steuergetriebes
verdreht werden kann.
[0017] In einer alternativen Ausführung ist bei einer Anordnung von zwei Planetenrädern
am Planetenradträger zur Reduzierung des Zahnspiels zwischen Planetenrädern und Zentralrädern
eine elastische Vorspannvorrichtung vorgesehen.
[0018] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Schwenkbarkeit der Antriebseinheit
gegenüber der feststehenden Getriebeeinheit auf einen maximalen Schwenkwinkel begrenzt
und an einer Schwenkwinkelbegrenzung zwischen Getriebeeinheit und Steuereinheit eine
Dämpfungsvorrichtung angeordnet.
[0019] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand der Zeichnungen weiter erläutert.
[0020] Es zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Antriebsanordnung zum Antreiben und Steuern eines
Schiffes;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Steuereinrichtung nach dem Stand der Technik;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Steuereinrichtung;
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Steuereinrichtung;
- Fig. 5
- eine perspektivische Darstellung der Steuereinrichtung herausgelöst aus dem Schiffsantrieb;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer vorteilhaften Ausgestaltung eines Planetenradträgers
und
- Fig. 7
- eine perspektivische Darstellung der Steuereinrichtung mit einer Steuerwinkelbegrenzung.
[0021] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Antriebsanordnung zum Antreiben
und Steuern eines Schiffes 1, wobei ein Schiff auch mehrere der beschriebenen Antriebsanordnungen
aufweisen kann. Die Antriebsanordnung umfasst einen Antriebsmotor 2 und einen Schiffsantrieb
3, welcher als Ruderpropeller ausgebildet ist. Der Schiffsantrieb 3 besteht hierbei
aus einer Getriebeeinheit 4 und einer mit dieser gekoppelten Antriebseinheit 5, wobei
die Getriebeeinheit 4 fest innerhalb des Rumpfes 6 und die Antriebseinheit 5 um eine
vertikale Steuerachse 10 schwenkbar außerhalb des Rumpfes 6 im Wasser angeordnet ist.
An der Antriebseinheit 5 ist mindestens eine Propellerwelle 7 mit einem drehfest an
dieser befestigten Propeller 8 drehbar angeordnet. Der Momentenfluss von Antriebsmotor
2 zur Propellerwelle 7 erfolgt Z-förmig durch Getriebeeinheit 4 und Antriebseinheit
5 mittels eines Antriebsstranges, der auch eine Motorwelle 9 und die Propellerwelle
7 umfasst, welche über nicht dargestellte horizontal und vertikal drehbar angeordnete
Wellen gekoppelt sind. Die Steuerbewegung des Schiffes 1 erfolgt durch das Schwenken
der Antriebseinheit 5, wodurch sich die sich die Richtung der Schubwirkung des Propellers
8 ändert. Somit erfüllt die Antriebseinheit 5 die Funktionen Antreiben und Steuern,
bzw. sowohl die Erzeugung als auch die Ausrichtung einer Schubkraft. Die Verschwenkung
der Antriebseinheit 5 gegenüber der Getriebeeinheit 4 erfolgt mittels einer unter
Figur 2 bis 7 beschriebenen Steuereinrichtung um die vertikale Steuerachse 10, welche
gleichzeitig die Drehachse der mindestens einen vertikalen Welle ist. Zusätzlich können
in der Getriebeeinheit 4 eine oder mehrere Stirnradstufen angeordnet sein, um die
Drehzahl des Antriebsmotors 2 in die gewünschte Propellerdrehzahl zu wandeln.
[0022] In Figur 2 ist eine Steuereinrichtung 100 nach dem Stand der Technik schematisch
dargestellt. Die Steuereinrichtung 100 umfasst einen elektrischen Steuermotor 120
und ein Steuergetriebe 130, wobei das Steuergetriebe 130 konzentrisch zu einer Motorachse
121 des Steuermotors 120 angeordnet ist. Eine Ausgangswelle 139 des Steuergetriebes
130 ist über eine Stirnradstufe 160 mit der um die Steuerachse 110 schwenkbaren Steuerwelle
151 gekoppelt. Die Steuerwelle 151 ist drehfest mit der nicht dargestellten Antriebseinheit
5 verbunden.
[0023] Das Steuergetriebe 130 besteht aus zwei konzentrisch in Reihe angeordneten Planetengetriebesätzen,
d.h. das Ausgangsglied eines ersten Planetengetriebesatzes ist mit dem Eingangsglied
eines zweiten Planetengetriebesatzes drehfest verbunden. Ein Planetengetriebesatz
umfasst ein auf dessen Mittelachse angeordnetes Sonnenrad, mindestens zwei Planetenräder,
welche drehbar an einem Planetenradträger angeordnet sind und mit dem Sonnenrad im
Eingriff stehen sowie ein ebenfalls zentrisch zur Getriebemittelachse angeordnetes
Hohlrad, dessen Innenverzahnung auch mit den Planetenrädern im Eingriff steht.
[0024] In der Steuereinrichtung 100 nach dem Stand der Technik ist ein Sonnenrad 131 des
ersten Planetengetriebesatzes als Eingangsglied des Steuergetriebes 130 drehfest mit
der Steuermotorwelle 122 verbunden, so dass Steuermotor 120 und Steuergetriebe 130
dieselbe Mittelachse 121 aufweisen. Die Mittelachse 121 verläuft parallel zur Steuerachse
110. Ein Hohlrad 132 ist feststehend. Das vom Steuermotor 120 angetriebene Sonnenrad
131 treibt die Planetenräder 133 an, welche sich am Hohlrad 132 abstützen und so den
Planetenradträger 134 antrieben. Der Abtrieb des ersten Planetengetriebesatzes erfolgt
über den Planetenradträger 134 als Ausgangsglied. Bei einer derart gewählten Anordnung
der Elemente eines Planetengetriebes ist die Winkelgeschwindigkeit des Ausgangsglieds
geringer als die des Eingangsglieds. Der Planetenradträger 134 und ein Sonnenrad 135
eines zweiten Planetengetriebesatzes sind drehfest miteinander verbunden. Ein Hohlrad
136 des zweiten Planetengetriebesatz ist ebenfalls feststehend, so dass das Sonnenrad
135 über mehrere Planetenräder 137 einen Planetenradträger 138 antreibt, wodurch die
Winkelgeschwindigkeit bzw. die Drehzahl nochmals reduziert wird. Der Planetenradträger
138 als Ausgangsglied des Steuergetriebes 130 ist drehfest mit einer Getriebeausgangswelle
139 verbunden, welche in einer Stirnradstufe 160 mittels einer Außenverzahnung 141
mit einer Innenverzahnung 152 im Eingriff steht. Die Innenverzahnung 152 ist koaxial
zur Steuerachse 110 angeordnet und drehfest mit der Steuerachse 151 verbunden.
[0025] Zum Steuern des Schiffes wird der Steuermotor 120 eingeschaltet, wodurch über die
Getriebeausgangswelle 140 und die Innenverzahnung 152 die Steuerwelle 151 und damit
die Antriebseinheit 5 um die vertikale Achse 110 geschwenkt wird. Das Steuergetriebe
130 reduziert die Drehzahl des Steuermotors 120, um an der Antriebseinheit 5 eine
zu deren exakter Verstellung erforderliche geringe Winkelgeschwindigkeit einzustellen.
Bei der gezeigten Anordnung von zwei Planetengetriebesätzen in Reihe entspricht die
Gesamt-übersetzung des Steuergetriebes 130 dem Produkt der Einzelübersetzungen der
Planetengetriebesätze. Eine zusätzliche Drehzahlreduzierung wird durch die Übersetzung
der Stirnradstufe 160 zwischen der an der Getriebeausgangswelle 140 ausgebildeten
Außenverzahnung 141 und der Innenverzahnung 152 erreicht.
[0026] Ist der Steuermotor 120 ausgeschaltet und das Schiff auf Kurs, können äußere Störkräfte
aus dem Wasser oder innere Kräfte wie beispielsweise eine Radialkraftkomponente aus
dem Propellerschub auf die Antriebseinheit 5 wirken. Unter der Einwirkung dieser Kräfte
kann das Steuergetriebe 130 und somit der Steuermotor 120 über die Getriebeausgangswelle
140 angetrieben werden, so dass die Antriebseinheit 5 unerwünschter Weise verdreht
wird und sich der Kurs des Schiffes ändert. Um das Durchdrehen der Steuereinrichtung
100 zu verhindern, ist zusätzlich eine schaltbare Bremsvorrichtung 125 in der Steuereinrichtung
erforderlich, welche im Falle eines ausgeschalteten Steuermotors 120 einem auf die
Antriebseinheit 5 wirkenden Störmoment einen Widerstand entgegensetzt und so eine
Verstellung der Antriebseinheit 5 verhindert.
[0027] Eine erfindungsgemäße Steuereinrichtung 200 ist in Figur 3 schematisch dargestellt.
Diese umfasst einen elektrischen Steuermotor 220, ein Steuergetriebe 230 und optional
ein als Vorstufe wirksames einstufiges Planetengetriebe 240, welches konzentrisch
zu einer Mittelachse 221 des Steuermotors 220 angeordnet ist. Das Steuergetriebe 230
ist hierbei konzentrisch um die Steuerachse 210 angeordnet und weist einen in Figur
4 gezeigten zentralen Durchlass zur Durchführung einer vertikalen Welle, welche ein
Antriebsmoment zur Propellerwelle leitet, auf.
[0028] Das Steuergetriebe 230 ist erfindungsgemäß als reduziertes Planetengetriebe ausgeführt.
In der Fachsprache wird unter einem reduzierten Planetenradgetriebe ein Planetenradgetriebe
verstanden, welches aus zwei Zentralrädern und einem Planetenradträger mit mindestens
zwei Planetenradsätzen besteht, wobei die Planetenräder eines ersten Planetenradsatzes
mit einem ersten Zentralrad und die Planetenräder eines zweiten Planetenradsatzes
mit einem zweiten Zentralrad im Eingriff stehen. Die Planetenräder beider Planetenradsätze
sind hierbei drehfest zu einem so genannten Stufenplanetenrad verbunden. Ausführungsformen
eines reduzierten Planetenradgetriebes sind beispielsweise der Wolfrom-Planetenradgetriebesatz
oder das so genannte "Hi-Red"-Getriebe. Derart gestaltete Getriebe finden ihre Anwendung
als so genannte Stellgetriebe und ermöglichen hohe Übersetzungen ins Langsame. Das
hier beschriebene Steuergetriebe 230 ist als Wolfrom-Getriebesatz ausgebildet. Er
umfasst zwei Zentralräder, die entweder als Sonnen- oder als Hohlräder ausgebildet
sind. Auch die Ausbildung eines ersten Zentralrades als Sonnenrad und eines zweiten
Zentralrades als Hohlrad ist denkbar. Außerdem umfasst das Wolfrom-Getriebe einen
Planetenradträger, an welchem zwei Planetenradsätze angeordnet sind, wobei wie oben
beschrieben die Planetenräder eines ersten Planetenradsatzes mit dem ersten Zentralrad
im Eingriff stehen und die Planetenräder eines zweiten Planetenradsatzes mit dem zweiten
Zentralrad im Eingriff stehen. Die Planetenräder der beiden Planetenradsätze drehen
sich jeweils um die gleiche Welle und sind drehfest miteinander verbunden. Um eine
Übersetzung und damit eine Drehzahlwandlung zu erreichen müssen die Zentralräder und/oder
die drehfest miteinander zu einem Stufenplanetenrad verbundenen Planetenräder eine
Zähnezahldifferenz zueinander aufweisen. Weisen entweder nur die Planetenräder oder
nur die Zentralräder gleiche Zähnezahlen auf, muss die Zähnezahldifferenz bei den
sich unterscheidenden Verzahnungen gleich der Anzahl der Planetenräder pro Planetenradsatz
sein. Um funktionierende Eingriffsverhäitnisse zu erhalten, weisen die sich unterscheidenden
Verzahnungen unterschiedliche Profiverschiebungen auf. Je geringer deren Zähnezahldifferenz
ist, umso größer ist die Übersetzung.
[0029] Das derart gestaltete Steuergetriebe 230 weist als ein erstes Zentralrad ein feststehendes
Sonnenrad 231 auf, das mit der Getriebeeinheit 204 des Schiffsantriebs fest verbunden
ist. Das zweite Zentralrad ist als ein Sonnenrad 232 ausgebildet, welches drehbar
um die Steuerachse 210 angeordnet und drehfest mit einer Steuerwelle 251 und damit
mit der nicht gezeigten Steuereinheit 205 verbunden ist. Das Sonnenrad 232 bildet
somit das Ausgangsglied des Steuergetriebes 230. Das Eingangsglied des Steuergetriebes
230 bildet ein Planetenradträger 233, der zwei Planetensätze trägt. Ein erster Planetenradsatz
besteht aus mindestens zwei Planetenrädern 234 und ein zweiter Planetenradsatz besteht
aus mindestens zwei Planetenrädern 236. Die Planetenräder 234 und 236 sind paarweise
drehfest miteinander verbunden und drehen sich um die gleiche Welle, zudem stehen
sie in oben beschriebener Weise mit den Sonnenrädern 231 und 232 im Eingriff.
[0030] Um eine Übersetzungswirkung zu erreichen müssen zumindest entweder die Sonnenräder
231 und 232 oder die Planetenräder der Planetensätze 234 und 236 eine Zähnezahldifferenz
aufweisen. Fertigungstechnisch und bezüglich des Bauraums ist es von Vorteil, die
Planetenräder beider Planetenradsätze in einer vorteilhaften Ausgestaltung bezüglich
der Verzahnungsgeometrie gleich zu gestalten und als jeweils ein, unter Figur 4 beschriebenes,
durchgehend verzahntes Stufenplanetenrad auszuführen, welches mit einem ersten Eingriffsabschnitt
235 mit dem Zentralrad 231 und mit einem zweiten Eingriffsabschnitt 237 mit dem Zentralrad
232 im Eingriff steht. Die Eingriffsbreiten der beiden Eingriffsabschnitte müssen
nicht zwangsläufig gleich sein, sondern können an die Lastverhältnisse angepasst werden.
[0031] Der als Eingangsglied des Steuergetriebes 230 wirkende Planetenradträger 233 wird
mittels einer Stirnradstufe 260 von einer Ausgangswelle 242 des Planetengetriebes
240 angetrieben, kann aber auch von einer Steuermotorwelle 222 bewegt werden, falls
auf den Planetengetriebesatz 240 verzichtet wird. Im beschriebenen Beispiel weist
die Ausgangswelle 242 des Planetengetriebesatzes 240 ein außenverzahntes Beveloidrad
241 auf, welches mit einer am Planetenradträger 233 ausgebildeten Außenverzahnung
252 im Eingriff steht und diesen antreibt. Die Beveloidverzahnung erlaubt eine Schrägstellung
der Mittelachse 221 des Steuermotors 220, wodurch sich vorteilhafterweise der Einbauraum
für den elektrischen Steuermotor 220 in der Getriebeeinheit 4 günstiger gestaltet.
Theoretisch wäre aber auch die Verwendung eines normalen Stirnrades möglich, allerdings
müssten dann Steuerachse 210 und Mittelachse 221 parallel verlaufen. Nach der Übersetzung
der Stirnradstufe 260 wird anschließend im Steuergetriebe 230 die Drehzahl weiter
reduziert. Der angetriebene Planetenradträger 233 lässt die Planetenräder 234 des
ersten Planetenradsatzes sich auf dem feststehenden Sonnenrad 231 abstützen und die
Planetenräder 236 des zweiten Planetenradsatzes auf dem Sonnenrad 232 abwälzen. Die
Zähnezahlen und Verzahnungsgeometrien der beiden Planetenradsätze sind in diesem Ausführungsbeispiel
gleich. Hätten nun weder beide Sonnenräder 231 und 232 noch die Planetenräder 234
und 236 eine Zähnezahldifferenz, würden die Planetenräder 236 leer auf dem Sonnenrad
232 abwälzen und das Sonnenrad 232 würde still stehen. Aufgrund der Zähnezahldifferenz
der Sonnenräder 231 und 232 und/oder der Zähnezahldifferenz der Planetenräder 234
und 236 jedoch dreht sich das Sonnenrad 232 bei einer Umdrehung des Planetenradträgers
233 um eine Anzahl von Zähnen die der Zähnezahldifferenz entspricht. Eine Zähnezahldifferenz
zwischen den beiden Sonnenrädern 231 und 232 oder der Planetenräder 234 und 236 ist
nur möglich, wenn diese zur Herstellung korrekter Eingriffsverhältnisse unterschiedliche
Profilverschiebungen aufweisen.
[0032] Eine weitere Besonderheit eines Wolfrom-Getriebes ist die Abhängigkeit der Durchtriebsverluste
bzw. des Getriebewirkungsgrades von der Durchtriebsrichtung. Wird der Wolfrom-Radsatz
wie beschrieben über den Planetenradträger 233 angetrieben, so sind die Durchtriebsverluste
deutlich geringer und damit der Getriebewirkungsgrad deutlich höher wie bei einem
Antrieb des Wolfrom-Getriebes über die Steuerwelle 251. Diese Eigenschaft ist für
den beschriebenen Anwendungsfall erwünscht. Sollten Störmomente an der Steuereinheit
5 angreifen, so erhöhen die für diese Antriebsseite größeren Durchtriebsverluste den
Widerstand gegen die unerwünschte Verdrehung der Steuereinheit 5. Eine am Steuermotor
220 angeordnete Bremsvorrichtung 225 kann somit für deutlich geringere Bremsmomente
ausgelegt werden als beim unter Figur 2 beschriebenen Stand der Technik. Bei einem
Stromausfall muss die Steuerung des Schiffes immer noch möglich sein. Zu diesem Zweck
ist an dem Steuermotor 220 eine Notbetätigungsvorrichtung 226 ausgebildet, welche
drehfest mit der Steuermotorwelle 222 verbunden ist. Mittels der Notbetätigungsvorrichtung
226 kann die Steuermotorwelle 222 manuell gedreht und damit die Antriebseinheit 5
geschwenkt werden.
[0033] Figur 4 zeigt einen Teilschnitt der Steuereinrichtung 200. Das Sonnenrad 231 ist
mit Befestigungsmitteln 271, welche in diesem Beispiel als Zylinderschrauben ausgebildet
sind, fest mit der Getriebeeinheit 204 verbunden. Das Sonnenrad 232 ist drehfest mittels
eines Schrumpfsitzes an der Steuerwelle 251 angeordnet. Die Steuerwelle 251 ist in
der Getriebeeinheit drehbar gelagert und als Hohlwelle gestaltet, so dass sie einen
zentralen Durchlass 253 aufweist. In dem zentralen Durchlass 253 ist eine vertikale
Antriebswelle 211 drehbar um die Steuerachse 210 angeordnet. Die in der Getriebeeinheit
204 angeordnete vertikale Antriebswelle 211 ist mittels eines Koppelglieds 213 mit
einer vertikalen Antriebswelle 212, welche durch eine Antriebseinheit 205 zur Propellerwelle
führt, drehfest verbunden. An dem Planetenradträger 233, welcher über eine Beveloid-Außenverzahnung
252 antreibbar ist, sind drei Stufenplanetenräder 238 drehbar angeordnet. Die Stufenplanetenräder
238 wurden durch eine kompakte drehfeste Verbindung der Planetenräder 234 und 236
zu einem Bauteil gebildet und sind mittels eines Wälzlagers 274 drehbar um einen Lagerbolzen
273 angeordnet. Das Stufenplanetenrad 238 weist zwei Eingriffsabschnitte 235 und 237
auf und steht mit dem Eingriffsabschnitt 235 mit dem Sonnenrad 231 und mit einem Eingriffsabschnitt
237 mit dem Sonnenrad 232 im Eingriff. Fertigungstechnisch ist es von Vorteil, die
Eingriffsabschnitte 235 und 237 bezüglich der Verzahnungsgeometrie gleich zu gestalten.
Die Eingriffsbreiten der beiden Abschnitte müssen nicht zwangsläufig gleich sein,
sondern können an die Lastverhältnisse angepasst werden.
[0034] An einem unteren Ende der Steuerwelle 251 ist ein Steuerflansch 254 nach oben drehfest
mit der Steuerwelle 251 und nach unten mit dem Steuergehäuse 255 der schwenkbaren
Antriebseinheit 205 verbunden. Somit überträgt der Steuerflansch 254 die Schwenkbewegung
der Steuerwelle 251 auf die Antriebseinheit 205 um diese bei gewünschter Kursänderung
um die Steuerachse 210 zu verdrehen.
[0035] In Figur 5 ist ein Schnitt durch eine alternativ ausgestaltete Steuereinrichtung
300 mit einem Steuergetriebe in Wolfrom-Anordnung dargestellt. Ein Steuermotor 320
ist mit seiner Mittenachse 321 parallel zu einer Steuerachse 310 angeordnet und weist
eine Steuermotorwelle 322, welche Drehfest mit einer Ausgangswelle 342 verbunden ist.
An der Ausgangswelle ist eine Stirnverzahnung 341 ausgebildet, die mit einer Außenverzahnung
352 eines Planetenradträgers 333 im Eingriff steht, so dass die Stirnverzahnung 341
und die Außenverzahnung 352 eine Stirnradstufe 360 bilden. Eine Stirnverzahnung 327
einer Notbetätigung 326 greift ebenfalls in die Außenverzahnung 352 des Planetenradträgers
333 ein und ist der Darstellung gegenüber der Stirnradstufe 360 angeordnet. Der Planetenradträger
333 ist drehbar um ein Sonnenrad 331 angeordnet, welches drehfest mit einer nicht
dargestellten Getriebeeinheit verbunden ist und trägt mindestens zwei Stufenräder
338, welche jeweils mittels eines Lagers 374 drehbar um einen Lagerbolzen 373 angeordnet
sind. Alle Stufenräder 338 zusammen bilden einen Planetenradsatz. An jedem Stufenplanetenrad
338 ist eine durchgehende Verzahnung ausgebildet, weiche mit einem Eingriffsabschnitt
335 in die Außenverzahnung des Sonnrads 331 eingreift und mit einem Eingriffsabschnitt
337 mit Außenverzahnung eines Sonnenrades 332 im Eingriff steht. Das Sonnenrad 332
als Abtriebsglied des Steuergetriebes 330 ist drehfest mit einer nicht dargestellten
Steuerwelle einer Antriebseinheit verbunden. Ein zentraler Durchlass 353 in den Sonnerädern
331 und 332 schafft den Bauraum für die Anordnung einer nicht gezeigten vertikalen
Welle, welche die Leistung des nicht dargestellten Antriebsmotors 2 an die Propellerwelle
7 weiterleitet. Die Funktionsweise des Steuergetriebes 330 ist prinzipiell gleich
dem unter Figur 3 beschriebenem Steuergetriebe 230. Da die Stufenräder 338 eine durchgehende
Verzahnung 339 durch beide Eingriffsbereiche 335 und 337 aufweisen, sind diese leicht
herstellbar und montierbar. Um ein Übersetzungsverhältnis zu erhalten, müssen die
Sonnenräder 331 und 332 eine Zähnezahldifferenz aufweisen, die gleich der Anzahl der
Stufenräder 338 ist.
[0036] Um bei einem Stromausfall immer noch den Kurs des Schiffes ändern zu können, ist
die Notbetätigung 326 vorgesehen, welche gedreht werden und damit zum Steuern des
Schiffes den Planetenradträger 333 antreiben kann. Eine Bremsvorrichtung 325 verhindert
eine Verstellung der Antriebseinheit durch Störmomente. Auch bei der Steuereinrichtung
300 eines Schiffes kann aufgrund der Verwendung eines Wolfrom-Getriebes als Steuergetriebe
330 bzw. dessen Besonderheit hinsichtlich der unterschiedlichen Wirkungsgrade bei
Umkehrung des Antriebs die Bremsvorrichtung 325 schwächer und damit kleiner ausfallen
als beim Stand der Technik.
[0037] Figur 6 zeigt eine schematische Darstellung eines Schnittes einer vorteilhaften Ausgestaltung
eines Planetenradträgers 433. Für die Anwendung als Steuergetriebe mit Anforderungen
an die Steuerpräzision ist Spielarmut der Getriebeteile sehr wichtig. Ein Planetenträger
433, an welchem zwei nicht gezeigte Planetenräder unter 180° gegenüberliegend um einen
Achsmittelpunkt 491 und einen Achsmittelpunkt 492 drehbar angeordnet sind. Der Abstand
von dem Achsmittelpunkt 491 oder 492 zu einer Steuerachse 410, welche das Zentrum
des Planetenradträgers 433 bildet, wird als ein Achsabstand a bezeichnet. Der Planetenradträger
433 kann als vorteilhafte Ausgestaltung einen elastisch begrenzt veränderlichen Achsabstand
a dadurch erhalten, dass mehrere in Richtung des Achsabstandes a angeordnete Spannschrauben
493 vorgesehen sind. Die Spannschrauben 493 sind hierbei jeweils in ein Gewinde 495,
welches im Planetenradträger 433 ausgebildet ist, eingeschraubt. Die Struktur des
Planetenradträgers 433 ist aufgrund einer Aussparung 494 nachgiebig bezüglich der
Wirkungsrichtung der Spannschrauben 493 gestaltet. Mittels der Spannschrauben 493
ist durch ein stufenlos wählbares Anzugsmoment eine begrenzte Einstellbarkeit des
Achsabstandes a der Planetenräder zur Spielverminderung möglich. Eine weitere Ausgestaltung
kann dadurch erfolgen, dass die bei Montage eingestellten Spannschrauben 493 durch
ein Sicherungsmittel gegen Lösen gesichert werden. Ein mögliches Sicherungsmittel
ist beispielsweise eine flüssige Schraubensicherung auf Basis von anaeroben Klebstoffen
im Bereich des Gewindes 495.
[0038] In Figur 7 ist eine perspektivische Ansicht einer aus der Steuereinrichtung 200 heraus
gelösten Baugruppe, welche das Steuergetriebe 230 und den Steuerflansch umfasst, dargestellt.
Theoretisch ist der Steuerflansch 254 und damit die nicht gezeigte Antriebseinheit
205 eines als Ruderpropeller ausgeführten Schiffsantriebs 203 um einen Schwenkwinkel
von über 360° um die Steuerachse 210 schwenkbar. Allerdings kann ein maximaler Schwenkwinkel
σ_max durch konstruktive Besonderheiten des Schiffsantriebs 3 oder des Rumpfes 6 eingeschränkt
sein. Beispielsweise kann eine Ausbildung einer als Tunnel bezeichneten Vertiefung
in der Außenkontur des Rumpfes 6 den Schwenkwinkel begrenzen. Der Schwenkwinkel kann
mittels einer dafür vorgesehenen Sensorik gemessen und in der Schiffssteuerung erfasst
bzw. angezeigt werden, eine mechanische Begrenzung ist jedoch aus Sicherheitsgründen
in jedem Falle erforderlich. Hierzu ist mindestens ein Anschlagelement 281 vorgesehen,
welcher fest an der nicht gezeigten Getriebeeinheit 204 angeordnet ist. Aus dem Stand
der Technik sind nur starre Anschläge bekannt, welche die Nachteile von beispielsweise
Anschlaggeräuschen oder unerwünschten Belastungsspitzen für die Bauteile mit sich
bringen. Die Steuereinrichtung 200 weist in dem verschwenkbaren Steuerflansch 254
an zwei den maximalen Schwenkwinkel σ_max begrenzenden Absätzen 282 und 283 jeweils
mindestens ein elastisches Element als Anschlagdämpfer 284 auf, welches beispielsweise
als Gummipuffer ausgeführt ist. Die Befestigung des Anschlagdämpfers 284 ist in einer
Dämpferaufnahme 285 vorgesehen, welche als Senkbohrung ausgeführt ist. Der in die
Senkbohrung eingesetzte Anschlagdämpfer 284 ist zylindrisch gestaltet. Diese Ausführung
der Dämpferaufnahme 285 hat den Vorteil einer einfachen Herstellbarkeit. Darüber hinaus
ist das elastische Element in vorteilhafter Weise zum einen fest angeordnet, zum anderen
aber auch einfach austauschbar, da elastische Elemente einem Verschleiß unterliegen.
Die Anschlagdämpfer 284 können ebenso gut an dem Anschlagelement 281 angeordnet sein.
Der Anschlagelement 281 selbst kann zur Erfüllung der Funktion auch an der schwenkbaren
Steuereinheit 205 und die Absätze 282 und 283 an der feststehenden Getriebeeinheit
204 ausgebildet sein.
Bezugszeichen
[0039]
| 1 |
Schiff |
| 2 |
Antriebsmotor |
| 3 |
Schiffsantrieb |
| 4 |
Getriebeeinheit |
| 5 |
Antriebseinheit |
| 6 |
Rumpf |
| 7 |
Propellerwelle |
| 8 |
Propeller |
| 9 |
Motorwelle |
| 10 |
Steuerachse |
| 100 |
Steuereinrichtung |
| 110 |
Steuerachse |
| 120 |
Steuermotor |
| 121 |
Mittelachse |
| 122 |
Steuermotoswelle |
| 125 |
Bremsvorrichtung |
| 130 |
Steuergetriebe |
| 131 |
Sonnenrad |
| 132 |
Hohlrad |
| 133 |
Planetenrad |
| 134 |
Planetenradträger |
| 135 |
Sonnenrad |
| 136 |
Hohlrad |
| 137 |
Planetenrad |
| 138 |
Planetenradträger |
| 139 |
Getriebeausgangswelle |
| 141 |
Außenverzahnung |
| 151 |
Steuerwelle |
| 152 |
Innenverzahnung |
| 160 |
Stirnradstufe |
| 200 |
Steuereinrichtung |
| 203 |
Schiffsantrieb |
| 204 |
Getriebeeinheit |
| 205 |
Antriebseinheit |
| 210 |
Steuerachse |
| 211 |
vertikale Antriebswelle |
| 212 |
vertikale Antriebswelle |
| 213 |
Kuppelglied |
| 220 |
Steuermotor |
| 221 |
Mittelachse |
| 222 |
Steuermotorwelle |
| 225 |
Bremsvorrichtung |
| 226 |
Notbetätigungsvorrichtung |
| 230 |
Steuergetriebe |
| 231 |
Sonnenrad |
| 232 |
Sonnenrad |
| 233 |
Planetenradträger |
| 234 |
Planetenradsatz |
| 235 |
Eingriffsabschnitt |
| 236 |
Planetenradsatz |
| 237 |
Eingriffsabschnitt |
| 238 |
Stufenplanetenrad |
| 240 |
Planetengetriebestufe |
| 241 |
Beveloidrad |
| 242 |
Ausgangswelle |
| 251 |
Steuerwelle |
| 252 |
Beveloid-Außenverzahnung |
| 253 |
zentraler Durchlass |
| 254 |
Steuerflansch |
| 255 |
Steuergehäuse |
| 260 |
Stirnradstufe |
| 271 |
Befestigungsmittel |
| 272 |
Befestigungsmittel |
| 273 |
Lagerbolzen |
| 274 |
Wälzlager |
| 281 |
Anschlagelement |
| 282 |
Absatz |
| 283 |
Absatz |
| 284 |
Anschlagdämpfer |
| 285 |
Dämpferaufnahme |
| 300 |
Steuereinrichtung |
| 310 |
Steuerachse |
| 320 |
Steuermotor |
| 321 |
Mittelachse |
| 322 |
Steuermotorwelle |
| 325 |
Bremsvorrichtung |
| 326 |
Notbetätigungsvorrichtung |
| 327 |
Stirnverzahnung |
| 330 |
Steuergetriebe |
| 331 |
Sonnenrad |
| 332 |
Sonnenrad |
| 333 |
Planetenradträger |
| 335 |
Eingriffsabschnitt |
| 337 |
Eingriffsabschnitt |
| 338 |
Stufenplanetenrad |
| 339 |
Verzahnung |
| 341 |
Stirnverzahnung |
| 342 |
Ausgangswelle |
| 352 |
Außenverzahnung |
| 353 |
zentraler Durchlass |
| 360 |
Stirnradstufe |
| 373 |
Lagerbolzen |
| 374 |
Wälzlager |
| 410 |
Steuerachse |
| 433 |
Planetenradträger |
| 491 |
Achsmittelpunkt |
| 492 |
Achsmittelpunkt |
| 493 |
Spannschraube |
| 494 |
Aussparung |
| 495 |
Gewinde |
| |
|
| a |
Achsabstand |
| σ_max |
maximaler Schwenkwinkel |
1. Schiffsantrieb (3) mit mindestens einer fest im Schiffsrumpf (6) angeordneten Getriebeeinheit
(4, 204) und einer um eine Steuerachse (10, 110, 210, 310) von einer Steuereinrichtung
(200, 300) schwenkbaren Antriebseinheit (5, 205) außerhalb des Schiffsrumpfes, wobei
die Steuereinrichtung einen Steuermotor (120, 220, 320) und mindestens ein Steuergetriebe
(130, 230, 330) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergetriebe (230, 330) als reduziertes Planetenradgetriebe, bestehend aus
zwei Zentralrädern (231, 232, 331, 332) und einem Planetenradträger (233, 333) mit
mindestens zwei Planetenrädern (238, 338) ausgebildet ist und koaxial zur Steuerachse
angeordnet ist.
2. Schiffsantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergetriebe (230, 330) als Wolfrom-Planetenradsatz ausgeführt ist.
3. Schiffsantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Zentralrad (231, 331) des Steuergetriebes (230, 330) drehfest mit der Getriebeeinheit
(204) verbunden ist und der vom Steuermotor (220, 320) angetriebene Planetenradträger
(233, 333) als Eingangsglied und ein zweites Zentralrad (232, 332) als Ausgangsglied
wirksam ist, wobei das Ausgangsglied drehfest mit der schwenkbaren Antriebseinheit
(5, 205) verbunden ist.
4. Schiffsantrieb nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergetriebe (230, 330) einen zentralen Durchlass (253, 353) aufweist, in welchem
mindestens eine vertikale Welle (211, 212) zur Übertragung einer Antriebsleistung
angeordnet ist.
5. Schiffsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentralräder (231, 232, 331, 332) außenverzahnt sind.
6. Schiffsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an den Planetenrädern (338) eine durchgehende, einheitliche Verzahnung (339) durch
einen ersten (335) und zweiten Eingriffsabschnitt (337) des Planetenrads (338) ausgebildet
ist und die Zentralräder (331, 332) unterschiedliche Zähnezahlen aufweisen.
7. Schiffsantrieb nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb des als Eingangsglied wirksamen Planetenradträgers (233, 333) als Stirnradstufe
(260,360) ausgebildet ist.
8. Schiffsantrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnradstufe (260) zum Antrieb des als Eingangsglied wirksamen Planetenradträgers
(233) als einer Beveloid-Verzahnung (241, 252) ausgebildet ist.
9. Schiffsantrieb nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Steuermotor (220) und dem Eingangsglied des Steuergetriebes eine Getriebevorstufe
(240) zur zusätzlichen Reduktion der Drehzahl des Steuermotors angeordnet ist.
10. Schiffsantrieb nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Verschwenken der Antriebseinheit (5, 205) bei Stromausfall eine Notbetätigungsvorrichtung
(226, 326, 327) vorgesehen ist, mit welcher das Eingangsglied des Steuergetriebes
(230, 330) verdreht werden kann.
11. Schiffsantrieb nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Anordnung von zwei Planetenrädern am Planetenradträger (433) zur Reduzierung
des Zahnspiels zwischen Planetenrädern und Zentralrädern eine elastische Vorspannvorrichtung
(493, 494) vorgesehen ist.
12. Schiffsantrieb nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkbarkeit der Antriebseinheit (205) gegenüber der feststehenden Getriebeeinheit
(205) auf einen maximalen Schwenkwinkel (σ_max) begrenzt ist und an einer Schwenkwinkelbegrenzung
(281, 282, 283) zwischen Getriebeeinheit und Steuereinheit eine Dämpfungsvorrichtung
(284, 285) angeordnet ist.
1. Ship propulsion system (3) having at least one gear-mechanism unit (4, 204) which
is arranged fixedly in the hull (6) and a drive unit (5, 205) outside the hull, which
drive unit (5, 205) can be pivoted about a pivot axis (10, 110, 210, 310) by a control
device (200, 300), the control device having a control motor (120, 220, 320) and at
least one control gear mechanism (130, 230, 330), characterized in that the control gear mechanism (230, 330) is configured as a reduced planetary gear mechanism,
comprising two central gears (231, 232, 331, 332) and a planetary gear carrier (233,
333) with at least two planetary gears (238, 338), and is arranged coaxially with
respect to the control axis.
2. Ship propulsion system according to Claim 1, characterized in that the control gear mechanism (230, 330) is embodied as a Wolfrom planetary gear set.
3. Ship propulsion system according to Claim 1 or 2, characterized in that the first central gear (231, 331) of the control gear mechanism (230, 330) is connected
fixedly to the gear-mechanism unit (204) so as to rotate with it, and the planetary
gear carrier (233, 333) which is driven by the control motor (220, 320) is active
as input member and a second central gear (232, 332) is active as output member, the
output member being connected fixedly to the pivotable drive unit (5, 205) so as to
rotate with it.
4. Ship propulsion system according to either of Claims 1 and 2, characterized in that the control gear mechanism (230, 330) has a central passage (253, 353), in which
at least one vertical shaft (211, 212) is arranged for transmitting a drive power.
5. Ship propulsion system according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the central gears (231, 232, 331, 332) have external toothing systems.
6. Ship propulsion system according to one of Claims 1 to 5, characterized in that a continuous, uniform toothing system (339) is formed on the planetary gears (338)
by a first (335) and second engagement section (337) of the planetary gear (338) and
the central gears (331, 332) have different tooth numbers.
7. Ship propulsion system according to at least one of the preceding claims, characterized in that the drive of the planetary gear carrier (233, 333) which is active as input member
is configured as a spur gear stage (260, 360).
8. Ship propulsion system according to Claim 7, characterized in that the spur gear stage (260) for driving the planetary gear carrier (233) which is active
as input member is configured as a beveloid toothing system (241, 252).
9. Ship propulsion system according to Claim 7 or 8, characterized in that a gear-mechanism preliminary stage (240) for the additional reduction of the rotational
speed of the control motor is arranged between the control motor (220) and the input
member of the control gear mechanism.
10. Ship propulsion system according to at least one of the preceding claims, characterized in that an emergency actuating apparatus (226, 326, 327) is provided for pivoting the drive
unit (5, 205) in the event of a power failure, by way of which emergency actuating
apparatus (226, 326, 327) the input member of the control gear mechanism (230, 330)
can be rotated.
11. Ship propulsion system according to at least one of the preceding claims, characterized in that an elastic prestressing apparatus (493, 494) for reducing the tooth play between
planetary gears and central gears is provided in the case of an arrangement of two
planetary gears on the planetary gear carrier (433).
12. Ship propulsion system according to at least one of the preceding claims, characterized in that the pivotability of the drive unit (205) with respect to the stationary gear-mechanism
unit (204) is limited to a maximum pivoting angle (σ_max), and a damping apparatus
(284, 285) is arranged on a pivoting-angle limiting means (281, 282, 283) between
the gear-mechanism unit and the control unit.
1. Entraînement de bateau (3) comprenant au moins une unité de transmission (4, 204)
disposée fixement dans la coque du bateau (6) et une unité d'entraînement (5, 205)
pouvant pivoter autour d'un axe de commande (10, 110, 210, 310) d'un dispositif de
commande (200, 300) à l'extérieur de la coque du bateau, le dispositif de commande
présentant un moteur de commande (120, 220, 320) et au moins une transmission de commande
(130, 230, 330), caractérisé en ce que la transmission de commande (230, 330) est réalisée sous forme de transmission à
train planétaire réduite, constituée de deux pignons centraux (231, 232, 331, 332)
et d'un porte-satellites (233, 333) avec au moins deux satellites (238, 338) et est
disposée coaxialement à l'axe de commande.
2. Entraînement de bateau selon la revendication 1, caractérisé en ce que la transmission de commande (230, 330) est réalisée sous forme de train planétaire
Wolfrom.
3. Entraînement de bateau selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le premier pignon central (231, 331) de la transmission de commande (230, 330) est
connecté de manière solidaire en rotation à l'unité de transmission (204) et le porte-satellites
(233, 333) entraîné par le moteur de commande (220, 320) agit en tant qu'organe d'entrée
et un deuxième pignon central (232, 332) agit en tant qu'organe de sortie, l'organe
de sortie étant connecté de manière solidaire en rotation à l'unité d'entraînement
pivotante (5, 205).
4. Entraînement de bateau selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la transmission de commande (230, 330) présente un passage central (253, 353), dans
lequel est disposé au moins un arbre vertical (211, 212) pour la transmission d'une
puissance d'entraînement.
5. Entraînement de bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les pignons centraux (231, 232, 331, 332) sont pourvus de dentures extérieures.
6. Entraînement de bateau selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'une denture unitaire continue (339) est réalisée sur les satellites (338) par une
première portion d'engagement (335) et une deuxième portion d'engagement (337) du
satellite (338) et les pignons centraux (331, 332) présentent des nombres de dents
différents.
7. Entraînement de bateau selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'entraînement du porte-satellites (233, 333) agissant en tant qu'organe d'entrée
est réalisé sous forme d'étage à pignon droit (260, 360).
8. Entraînement de bateaux selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'étage à pignon droit (260) est réalisé sous forme de denture Beveloid (241, 252)
pour l'entraînement du porte-satellites (233) agissant en tant qu'organe d'entrée.
9. Entraînement de bateau selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce qu'entre le moteur de commande (220) et l'organe d'entrée de la transmission de commande,
est disposé un étage préalable de transmission (240) pour une réduction supplémentaire
du régime du moteur de commande.
10. Entraînement de bateau selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que pour le pivotement de l'unité d'entraînement (5, 205), en cas de panne de courant,
un dispositif d'actionnement de secours (226, 326, 327) est prévu, avec lequel l'organe
d'entrée de la transmission de commande (230, 330) peut être tourné.
11. Entraînement de bateau selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que dans le cas d'un agencement de deux satellites sur le porte-satellites (433) pour
la réduction du jeu entre les dents entre les satellites et les pignons centraux,
est prévu un dispositif de précontrainte élastique (493, 494).
12. Entraînement de bateau selon au moins l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la capacité de pivotement de l'unité d'entraînement (205) par rapport à l'unité de
transmission fixe (204) est limitée à un angle de pivotement maximal (σ_max) et un
dispositif d'amortissement (284, 285) est disposé au niveau d'une limitation d'angle
de pivotement (281, 282, 283) entre l'unité de transmission et l'unité de commande.
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