[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft als Dispergiermedium geeignete Zusammensetzungen
für Feststoffpräparationen, Mahlgüter enthaltend die Dispergiermedien und die weitere
Verwendung der Mahlgüter.
[0002] Dispergiermedien dienen zur Herstellung von fließfähigen und gut handhabbaren Feststoffpräparationen
von Feststoffteilchen.
[0003] Um Feststoffe in flüssige Medien einbringen zu können, sind hohe mechanische Kräfte
erforderlich. Es ist üblich, Dispergiermittel einzusetzen, um die Dispergierkräfte
zu erniedrigen und um den zur Deflockulierung der Feststoffteilchen notwendigen Gesamtenergieeintrag
in das System und damit auch die Dispergierzeit so gering wie möglich zu halten. Bei
solchen Dispergiermitteln handelt es sich um oberflächenaktive Stoffe, anionischer,
kationischer oder neutraler Struktur. Diese Stoffe werden in kleiner Menge entweder
direkt auf den Feststoff aufgebracht oder dem Dispergiermedium zugesetzt. Bekannt
ist weiterhin, daß es auch nach vollständiger Deflockulierung der Feststoffagglomerate
in Primärteilchen, nach dem Dispergierprozeß zu Reagglomerationen kommt, wodurch der
Dispergieraufwand teilweise oder vollständig zunichte gemacht wird. Als Folge der
unzulänglichen Dispergierung bzw. durch Reagglomeration kommt es zu unerwünschten
Effekten wie: Viskositätsanstieg in flüssigen Systemen, Farbtondrift und Glanzverlusten
in Lacken und Beschichtungen sowie der Verringerung der mechanischen Festigkeit in
Kunststoffen.
[0004] Feststoffpräparationen (Konzentrate) für den Einsatz in lösemittelfreien Medien wie
zum Beispiel thermoplastischen Kunststoffen werden nach dem Stand der Technik in der
Regel in Weichmachern oder niedermolekularen Polymeren als Träger hergestellt. Als
Weichmacher finden meistens Phthalate wie Dibutylphthalat, Dioctylphthalat, Diisodecylphthalat
oder Adipate wie Dioctyladipat, Diisononyladipat oder Diisodecyladipat Verwendung.
[0005] EP 1 837355 A2 offenbart Additionsverbindungen mit uretdiongruppenhaltigen Polyisocyanaten für die
Herstellung von Lacken und Formmassen.
[0006] DE 103 14 520 A1 offenbart granulatförmige Füllstoffpräparationen, die Dispergier- und Bindemittel
enthalten.
[0007] Die bisher bekannten Dispergiermedien stellen oft nur Teillösungen für diese Probleme
dar. Aufgrund der Vielzahl der heute verwendeten anorganischen und organischen Pigmente
und Füllmaterialien ist eine hinreichende Stabilisierung der zu dispergierenden Feststoffteilchen
durch desorptionsstabile Belegung der Oberfläche nicht ausreichend gewährleistet.
Somit kommt es zu Agglomerationen, da die notwendige effiziente sterische Abschirmung
fehlt. Außerdem sind die Viskositäten der damit herstellbaren Feststoffpräparationen
sehr hoch, so daß nur niedrige Feststoffgehalte möglich sind und die Handhabung schwierig
ist.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die zuvor beschriebenen
Nachteile bekannter Dispergiermedien zu beseitigen, d.h. Dispergiermedien zu entwickeln,
die bei guter Stabilisierung von Pigmenten oder Füllstoffen die Mahlgutviskosität
der Feststoffpräparationen so weit senken, dass eine Verarbeitung bei hohem Füllgrad
möglich ist. Gleichzeitig muss speziell bei Pigment- und Füllstoffpasten eine breite
Verträglichkeit gewährleistet sein, um diese in vielen unterschiedlichen Bindemitteln
und Überzugsmaterialien einsetzen zu können. Weiterhin ist es erforderlich, daß die
verwendeten erfindungsgemäßen Dispergieradditive eine flockulationsfreie Mischbarkeit
der Pasten, bzw. der mit diesen Pasten hergestellten Bindemittel oder Kunststoffmassen,
untereinander ermöglichen. Die damit hergestellten Feststoffpräparationen sollen möglichst
weitgehend frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC = Volatile Organic Compounds)
sein und keine unter Umweltaspekten kritisch betrachteten Weichmacher, insbesondere
Phthalate enthalten, sondern möglichst auf Basis nachwachsender Rohstoffe produzierbar
sein. Unter VOC werden hier organische Verbindung mit einem Anfangssiedepunkt von
höchstens 250°C bei einem Standarddruck von 101,3 kPa verstanden. Die Dispergiermedien
sollen leicht handhabbar, also flüssig und niedrigviskos sein und dem Anwender eine
einfache Verarbeitung durch eine möglichst geringe Anzahl an aufwendigen Dosierschritten
ermöglichen.
[0009] Überraschenderweise hat es sich gezeigt, daß eine deutliche Verbesserung in der Dispergierung
und Stabilisierung von Pigmenten oder Füllstoffteilchen in Bindemitteln, Pigmentpasten
oder Kunststoffformulierungen erreicht werden kann, wenn die nachfolgend beschriebenen
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eingesetzt werden.
[0010] Weiterhin sind diese Dispergiermedien überraschend breit verträglich und können in
vielen lösemittelfeien Systemen eingesetzt werden. Sie zeichnen sich durch eine niedrige
Viskosität des Mahlgutes während der Dispergierung aus und erlauben es daher Formulierungen
mit hohem Feststoffanteil herzustellen. Des weiteren sind die Farbstärken der erfindungsgemäß
hergestellten Pigmentkonzentrate im Vergleich zu den nach dem Stand der Technik hergestellten
aufgrund einer feineren Dispergierung in der Regel deutlich höher, so dass entweder
mit gleicher Farbpigmentmenge eine intensivere Färbung oder bei gleichbleibender Färbung
eine Material- und damit Kostenersparnis zu erzielen ist.
[0011] Es wurde überraschenderweise gefunden, dass die obigen Aufgaben gelöst wurden durch
die Bereitstellung von Zusammensetzungen enthaltend als Komponente (A) 10 bis 97 Gew.-%
bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung eines oder mehrerer Monocarbonsäureester
der allgemeinen Formel R
1-CO-OR
2, worin R
1 für eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder geradkettige, aliphatische
Gruppe mit 11 bis 23 Kohlenstoffatomen steht und R
2 für eine verzweigte oder geradkettige aliphatische, eine cycloaliphatische oder aromatische
Gruppe mit 1 bis 13 Kohlenstoffatomen steht und die Summe der Kohlenstoffatome der
Gruppen R
1 und R
2 maximal 30 beträgt, wobei der oder die Monocarbonsäureester einen Siedepunkt bei
einem Standarddruck von 101,3 kPa größer 250°C besitzen und als Komponente (B) 3 bis
90 Gew.% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung eines oder mehrerer Dispergiermittel,
wobei die Zusammensetzung eine Viskosität bei 25°C von kleiner 5000 mPas besitzt.
Die Viskosität wird mit einem Brookfield Rotationsviskosimeter (Rotationsviskosimeter
RVT) bei 20 Umdrehungen pro Minute bestimmt. Dabei wird die Spindel in Abhängigkeit
der Viskosität so gewählt, dass der abzulesende Wert im Bereich von 10 bis 90 % der
Meßskala und möglichst nahe beim 50 %-Wert der Meßskala liegt.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt der gewichtsprozentuale Anteil der Komponente
(A) mindestens 15 Gew.%, vorzugsweise mindestens 25 Gew.%, besonders bevorzugt mindestens
50 Gew.% und ganz besonders bevorzugt mindestens 75 Gew.% bezogen auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung. Der maximale Anteil liegt bevorzugt bei 96 Gew.-% bezogen auf
das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
[0013] Der gewichtsprozentuale Anteil der Komponente (B) beträgt in einer bevorzugten Ausführungsform
mindestens 4 Gew.%, und besonders bevorzugt mindestens 6 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung. Der maximale Anteil liegt bevorzugt bei 75 Gew.%, besonders bevorzugt
bei 50 Gew.% und ganz besonders bevorzugt bei 25 Gew:% bezogen auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung.
[0014] Vorzugsweise beträgt die Summe der gewichtsprozentualen Anteile der Komponenten (A)
und (B) am Gesamtgewicht der Zusammensetzung mindestens 50 Gew.-%, besonders bevorzugt
mindestens 70 Gew.%, ganz besonders bevorzugt mindestens 90 Gew.% und am besten mindestens
95 Gew.-%.
[0015] Sofern die erfindungsgemäße Zusammensetzung nicht aus Komponenten (A) und (B) alleine
besteht, kann diese zusätzlich ein oder mehrere lack- oder kunststofftypische Additive
(C) enthalten, die von (A) und (B) verschieden sind und vorzugsweise gewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus Verlaufes- und Filmbildehilfsmitteln, Rheologiehiffsmitteln,
Entschäumem, Haftvermittlern, Lichtschutzmitteln, Bioziden, flüssigen oder löslichen
Stabilisatoren und Katalysatoren. Sollten lack- und/oder kunststofffypische Additive
enthalten sein, so besteht die erfindungsgemäße Zusammensetzung aus den Komponenten
(A). (B) und (C). Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist üblicherweise und vorzugsweise
frei von Bindemitteln und VOC. Als frei von flüchtigen organischen Verbindungen wird
hierin verstanden, dass die Zusammensetzung weniger als 1 Gew.% an flüchtigen organischen
Verbindungen enthält, vorzugsweise weniger als 0,1 Gew.% und ganz besonders bevorzugt
weniger als 0,01 Gew.-%.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform besteht die Zusammensetzung ausschließlich aus
Komponente (A) und Komponente (B).
[0017] Die Zusammensetzung besitzt eine wie oben angegeben zu bestimmende Viskosität bei
25°C von kleiner 5000 mPas, vorzugsweise kleiner 2000 mPas, besonders bevorzugt kleiner
1000 mPas und ganz besonders bevorzugt kleiner 500 mPas. Liegt die Viskosität bei
5000 mPas oder darüber, ist keine ausreichende Fließfähigkeit und Pumpbarkeit mehr
gegeben, insbesondere bei tieferen Temperaturen, und es lassen sich nur noch geringe
Feststoffmengen einarbeiten.
[0018] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung eignet sich hervorragend als Dispergiermedium.
Der Begriff "Dispergiermedium" wie er hierin verwendet wird steht für die kontinuierliche,
das heißt flüssige Phase eines Mahlguts, die Lösemittel (hierin entsprechend Komponente
(A)) und Dispergiermittel (hierin entsprechend Komponente (B)) und gegebenenfalls
weitere mahlguttypische Additive (hierin entsprechend Komponente (C)) enthält. Im
Dispergiermedium lassen sich weitere Mahlgutbestandteile wie beispielsweise Bindemittel
dispergieren oder lösen ohne dass solche Bestandteile hierin als zum Dispergiermedium
gehörig angesehen werden. Als solche stellt die erfindungsgemäße Zusammensetzung eine
vorzugsweise klare homogene Lösung dar, die dem bloßen Auge als kontinuierliche einheitliche
Flüssigkeit erscheint.
[0019] Da sich die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen aus Komponenten (A), (B) und gegebenenfalls
(C), als solche bereits hervorragend als Dispergiermedium eignen enthalten diese vorzugsweise
keine Phthalate, sind jedoch prinzipiell phthalatverträglich.
Komponente (A)
[0020] Die als Komponente (A) eingesetzten Monocarbonsäureester können aus natürlichen Quellen
stammen oder synthetisch durch Veresterung von Fettsäuren, vorzugsweise bei erhöhter
Temperatur und erhöhtem Druck, oder chemische oder enzymatische Umesterung von Glyceriden
wie beispielsweise Triglyceriden gewonnen werden.
[0021] Die korrespondierenden Monocarbonsäuren R
1-COOH, sind gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder geradkettige, aliphatische
Monocarbonsäuren mit 12 bis 24, vorzugsweise 12 bis 18, besonders bevorzugt 14 bis
18 und ganz besonders bevorzugt 16 bis 18 Kohlenstoffatomen. Bevorzugt sind geradkettige
Monocarbonsäuren.
[0022] Geeignete Fettsäuren sind zum Beispiel solche, die sich durch Hydrolyse von Sonnenblumenöl,
Sojaöl, Rapsöl, Rüböl, Leinöl, Tallöl, Nussöl, Mohnöl, Distelöl, Mandelöl, Rizinusöl,
Kokosnussöl, Kokosöl, Baumwollsamenöl, Fischöl, Obstkemöl, Traubenkemöl, Haselnussöl,
Talgfett, Hanfsamenöl, Maisöl, Nerzöl, Senföl, Rinderklauenöl, Olivenöl, Palmöl und
Palmkernöl ableiten.
[0023] Geignete alkoholische Veresterungskomponenten (R
2-OH) sind gradkettige oder verzweigte aliphatische, cycloaliphatische und/oder aromatische
Monoalkohole mit 1 bis 13 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise maximal 8 Kohlenstoffatomen,
besonders bevorzugt 4 Kohlenstoffatomen. Beispiele geeigneter Monoalkohole sind Methanol,
Ethanol, Propanol, Butanol, Ethylhexanol, Decanol, Laurylalkohol, Isotridecylalkohol,
Monophenylglykol und Benzylalkohol. Bevorzugt sind Methanol, Ethanol, Propanol, Butanol
und 2-Ethylhexanol, wobei Methanol besonders bevorzugt ist.
[0024] Besonders geeignet sind zum Beispiel Sojamethylester, Rapsölmethylester, Methyltalloat,
Methyloleat, Butylstearat, Butyloleat, 2-Ethylhexyloleat, Ethylhexylpalmitat, Ethylhexytstearat,
Ethylhexylcocoat, Isotridecylstearat, wobei unter diesen ganz besonders Sojamethylester,
Rapsölmethylester und Methyltalloat, Ethylhexylcocoat geeignet sind.
[0025] Aus den unter die allgemeine Formel R
1-CO-O-R
2 (mit den oben genannten Definitionen der Reste R
1 und R
2) fallenden Monocarbonsäureestem sind nur solche Verbindungen in den Zusammensetzungen
der vorliegenen Erfindung als Komponente (A) einsetzbar, die bei einem Standarddruck
von 101,3 kPa einen Siedepunkt größer 250 °C, vorzugsweise größer 280 °C und besonders
bevorzugt größer 300 °C besitzen. Liegt der Siedepunkt bei 250 °C oder darunter, so
sind diese Stoffe als VOC zu betrachten.
[0026] Derartige Verbindungen stellen zumeist Handelsprodukte dar, die häufig nicht in reiner
Form vorliegen, sondern die Gemische von Verbindungen ähnlicher Struktur darstellen.
Komponente (B)
[0027] Bei Komponente (B) handelt es sich um ein oder mehrere Dispergiermittel, das heißt
grenzflächenaktive Substanzen, die das Dispergieren eines pulver- oder faserförmigen
Stoffes, beispielsweise eines Pigmentes oder eines Füllstoffs erleichtern, indem sie
die Grenzflächenspannung zwischen dem pulver- oder faserförmigen Stoff und dem diesen
umgebenden Medium erniedrigen. Durch Dispergiermittel wird das Aufbrechen der in Form
von Agglomeraten vorliegenden-Sekundärteilchen der pulverförmigen Stoffe in Primärteilchen
erleichtert und eine Reagglomeration gehemmt. Eignen sich die Dispergiermittel auch
zur Benetzung der Teilchen, so spricht man von Netz- und Dispergiermitteln. Diese
sind somit vom Begriff des Dispergiermittels ebenfalls umfasst.
[0028] Bei den Dispergiermitteln handelt es sich um solche, die eine oder mehrere pigment-
und/oder füllstoffaffine Gruppen X aufweisen und somit kovalent, ionisch und/oder
durch Physisorption an die Pigment- oder Füllstoffoberfläche binden. Im Übrigen bewirken
sie eine Stabilisierung der Pigment- und Füllstoffprimärteilchen und verhindern somit
eine Agglomeration, die sonst zur Sedimentation der Feststoffe und somit Separation
des Mahlgutsystems bzw. eines Farbkonzentrats führt. Für diese Stabilisierung sind
in der Regel ein oder mehrere Gruppen Y im Dispergiermittel verantwortlich, die für
die Verträglichkeit mit dem umgebenden Medium sorgen.
[0029] Neben einfachen, niedermolekularen Verbindungen wie z.B. Lecithin, Fettsäuren und
deren Salzen und Alkylphenolethoxylaten werden auch komplexe Strukturen als Dispergiermittel
eingesetzt.
[0030] Bevorzugt handelt es sich bei eingesetzten Dispergiermitteln um höhermolekulare Dispergiermittel,
insbesondere polymere Dispergiermittel auf Basis von funktionellen Polymeren, vorzugsweise
mit einer zahlenmittleren Molekularmasse (M
n) von mindestens 400 g/mol, vorzugsweise mindestens 800 g/mol, bevorzugt mindestens
2000 g/mol. Das maximale Molekulargewicht M
n liegt zweckmäßig bei 100000 g/mol, bevorzugt bei 50000 g/mol und besonders bevorzugt
bei 25000 g/mol. Die zahlenmittleren Molekulargewichte sind mittels Gelpermeationschromatographie
gegen ein Polystyrol-Standard bestimmbar.
[0031] Insbesondere kann das erfindungsgemäss eingesetzte Dispergiermittel ausgewählt sein
aus der Gruppe von Polymeren und Copolymeren mit funktionellen und/oder pigmentaffinen
Gruppen, Alkylammoniumsalzen von Polymeren und Copolymeren, Polymeren und Copolymeren
mit sauren Gruppen, Kamm- und Blockcopolymeren, wie Blockcopolymeren mit insbesondere
basischen pigmentaffinen Gruppen, gegebenenfalls modifizierten Acrylatblockcopolymeren,
gegebenenfalls modifizierten Polyurethanen, gegebenenfalls modifizierten und/oder
gegebenenfalls versalzten Polyaminen, Epoxid-Amin-Addukten, Phosphorsäureestem insbesondere
von Polyethern, Polyestern und Polyether-Estern, basischen oder sauren Ethoxylaten
wie alkoxylierten Mono- oder Polyaminen oder sauren 1,2-Dicarbonsäureanhydridhalbestem
von alkoxylierten Monoalkoholen, Reaktionsprodukte von ungesättigten Fettsäuren mit
Mono-, Di- und Polyaminen, Aminoalkoholen, und ungesättigten 1,2-Dicarbonsäuren und
deren Anhydriden und deren Salze und Umsetzungsprodukte mit Alkoholen und/oder Aminen;
Polymeren und Copolymeren mit Fettsäureresten, gegebenenfalls modifizierten Polyacrylaten,
wie umgeesterten Polyacrylaten, gegebenenfalls modifizierten Polyestern, wie säurefunktionellen
und/ oder aminofunktionellen Polyestern, Polyphosphaten sowie deren Mischungen.
[0032] Bevorzugt werden als Dispergiermittel insbesondere solche Verbindungen ausgewählt,
wie sie in den Druckschriften,
EP 0 154 678 B1,
EP 0 270 126 B1,
EP 318 999 B1,
EP 0 417 490 B1,
EP 0 879 860 B1,
EP 0 893 155 B1.
EP 1081 169 B1.
EP 1416 019 A1,
EP 1486 524 A1,
EP 1593 700 B1,
EP 1640 389 A1,
EP 1650 246 A1,
EP 1742 990,
EP 1803 753,
EP 1837 355,
DE 102006048144,
DE 102006062439,
DE 102006062440,
DE 102006062441 und
DE 102007005720 beschrieben sind, besonders bevorzugt sind die in der
EP 0 893 155 B1 beanspruchten Dispergiermittel.
[0033] Polymere Dispergiermittel auf der Basis von Polyisocyanaten sind z. B. in der
EP 0 154 678, der
EP 318 999 und der
EP 0 438 836 beschrieben. Diese Produkte werden durch Addition von Monohydroxyverbindungen, diisocyanatfunktionellen
Verbindungen und Verbindungen mit einer tertiären Aminogruppe an die vorliegenden
NCO-Gruppen von Isocyanurat-, Biuret-, Urethan- und/oder Allophanatgruppen aufweisenden
Polyisocyanaten hergestellt.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform werden als Komponente (B) Dispergiermittel eingesetzt,
die erhältlich sind durch Versalzung einer aminfunktionellen Verbindung mittels einer
Säure, wobei als aminfunktionelle Verbindung ein Polyamin mit zumindest drei Aminogruppen
aus der Gruppe "nicht-modifizierte, aliphatische lineare oder verzweigte Polyamine
der Gruppe: "Diethylentriamin, Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin, Pentaethylenhexamin,
Hexamethylenheptamin, höhere lineare Polymerisate der allgemeinen Formel NH
2-(C
2H
4NH)
n-C
2H
4-NH
2 mit n>5, wobei bei diesen Protonen am Stickstoff gegen Alkyl-, Aryl- und/oder Aralkylgruppen
ausgetauscht sein können und/oder der Stickstoff quatemisiert vorliegen kann, verzweigte
(C
2-C
4)-Alkylenamine und Poly(C
2-C
4)alkylenimine mit tertiären Aminogruppen und einem zahlenmittleren Molekulargewicht
bis zu 1000000 g/mol oder eine Mischung solcher Amine"; modifizierte Polyamine auf
Basis der vorgenannten nicht-modifizierten Polyamine, wobei es sich bei diesen um
mit Mono- oder Polyisocyanaten, die v NCO-Gruppen besitzen von denen (v-1) NCO-Gruppen
vorher mit anderen Reaktanden reagiert haben, umgesetzte Polyamine, mit epoxyfunktionellen
Stoffen umgesetzte Polyamine, mit cyclischen Carbonaten umgesetzte Polyamine, mittels
einer Michael-Reaktion mit α,β-ungesättigten Verbindungen umgesetzte Polyamine, alkylierte
und/oder quaternisierte Polyamine und/oder mit Carbonsäuren amidierte Polyamine handelt,
mit der Maßgabe, daß nach der Modifikation noch drei versalzbare Aminogruppen pro
Molekül vorhanden sind, oder eine Mischung solcher Polyamine und/oder Polyamine der
Gruppe: "Homo- oder Copolymerisate von aminfunktionellen (Meth)acrylaten oder Vinylverbindungen,
sowie aminfunktionelle Homo- oder Copolymere deren Aminogruppe mittels polymeranaloger
Reaktion in das vorgefertigte Polymer eingefügt oder an diesem Polymer erzeugt wurde,
oder eine Mischung solcher Polyamine", wobei das Homo- oder Copolymerisat ein zahlenmittleres
Molekulargewicht von bis zu 1000000 g/mol aufweist" verwendet wird und wobei als Säure
ein Stoff aus der Gruppe "Phosphorsäureester der allgemeinen Formel: (OH)
3.
nPO(OR
a)
n mit n = 1 oder 2, Sulfonsäuren der allgemeinen Formel HOSO
2R
b, saure Schwefelsäureester der allgemeinen Formel HOSO
3R
b", wobei R
a und R
b einen Alkyl-, Aryl- oder Aralkylrest mit mindestens 5 C-Atomen und/oder einen Rest
eines oxalkylierten Alkohols mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht zwischen 100
und 5000 g/mol und/oder einen Rest mit mindestens einer Carbonsäureestergruppe und/oder
einer Urethangruppe mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht zwischen 100 und 5000
g/mol darstellt, oder eine Mischung solcher Stoffe, wobei R
a und R
b gleich oder verschieden sind und gegebenenfalls Wasserstoffatome in den aliphatischen
Gruppen der Reste R
a und R
b teilweise durch Halogenatome ersetzt sind und die Säure gegebenenfalls weitere, sich
bei der Versalzung inert verhaltende funktionelle Gruppen trägt, verwendet wird; und
pro Molekül mindestens eine Aminogruppe versalzt ist.
[0035] Folgende Gruppen von Dispergiermitteln zeigen eine besonders gute Wirkung in den
erfindungsgemäßen Dispersionen: (a) Phosphorestersalze von aminogruppen haltigen Oligomeren
oder Polymeren, wie beispielsweise Phosphorestersalze von gegebenenfalls fettsäuremodifizierten
oder alkoxylierten (insbesondere ethoxylierten) Polyaminen, Phosphorestersalze von
Epoxid-Polyamin-Addukten, Phosphorestersalze von aminogruppenhaltigen Acrylat- oder
Methacrylatcopolymeren und Phosphorestersalze von Acrylat-Polyamin-Addukten, (b) Mono-
oder Diester der Phosphorsäure, wie beispielsweise Mono- oder Diester der Phosphorsäure
mit Alkyl, Aryl-, Aralkyl- oder Alkylaryl-Alkoxylaten (z.B. Phosphorsäuremono- oder
diester von Nonylphenolethoxylaten, Isotridecylalkoholethoxylaten, butanolgestarteten
Alkylenoxidpolyethem), Mono- oder Diester der Phosphorsäure mit Polyestern (z. B.
Ladonpolyestern, wie Caprolactonpolyestern oder gemischten Caprolacton/Valerolacton-Polyestern),
(c) sauere Dicarbonsäurehalbester, beispielsweise sauere Dicarbonsäurehalbester (insbesondere
der Bernsteinsäure, Maleinsäure oder Phthalsäure) mit Alkyl, Aryl-, Aralkyl- oder
Alkylaryl-Alkoxylaten (z.B. Nonylphenolethoxylaten, Isotridecylalkoholethoxylaten
oder butanolgestarteten Alkylenoxidpolyethern), (d) Polyurethan-Polyamin-Addukte,
(e) polyalkoxylierte Mono- oder Diamine (z.B. ethyoxyliertes Oleylamin oder alkoxyliertes
Ethylendiamin) (f) Reaktionsprodukte von ungesättigten Fettsäuren mit Mono-, Di- und
Polyaminen, Aminoalkoholen, und ungesättigten 1,2-Dicarbonsäuren und deren Anhydriden
und deren Salze und Umsetzungsprodukte mit Alkoholen und/oder Aminen.
[0036] Derartige Dispergiermittel sind als Handelsprodukte zum Beispiel von der Firma BYK-Chemie
aus Wesel unter den Handelsbezeichnungen BYK-220 S, BYK-9076, BYK-9077, BYK-P 104,
BYK-P 104 S, BYK-P 105, BYK-W 9010, BYK-W 920, BYK-W 935, BYK-W 940, BYK-W 960, BYK-W
965, BYK-W 966, BYK-W 975, BYK-W 980, BYK-W 990, BYK-W 995, BYK-W 996, BYKUMEN, LACTIMON,
ANTI-TERRA-202, ANTI-TERRA-203, ANTI-TERRA-204, ANTI-TERRA-205, ANTI-TERRA-206, ANTI-TERRA-207,
ANTI-TERRA-U 100, ANTI-TERRA-U 80, ANTI-TERRA-U, DISPERBYK, DISPERBYK-101, DISPERBYK-102,
DISPERBYK-103, DISPERBYK-106, DISPERBYK-107, DISPERBYK-108, DISPERBYK-109, DISPERBYK-110,
DISPERBYK-111, DISPERBYK-112, DISPERBYK-115, DISPERBYK-116, DISPERBYK-130, DISPERBYK-140,
DISPERBYK-142, DISPERBYK-145, DISPERBYK-160, DISPERBYK-161, DISPERBYK-162, DISPERBYK-163,
DISPERBYK-164, DISPERBYK-165, DISPERBYK-166, DISPERBYK-167, DISPERBYK-168, DISPERBYK-169,
DISPERBYK-170, DISPERBYK-171, DISPERBYK-174, DISPERBYK-176, DISPERBYK-180, DISPERBYK-181,
DISPERBYK-182, DISPERBYK-183, DISPERBYK-184, DISPERBYK-185, DISPERBYK-187, DISPERBYK-190,
DISPERBYK-191, DISPERBYK-192, DISPERBYK-193, DISPERBYK-194, DISPERBYK-2000, DISPERBYK-2001,
DISPERBYK-2009, DISPERBYK-2010, DISPERBYK-2020, DISPERBYK-2025, DISPERBYK-2050, DISPERBYK-2070,
DISPERBYK-2090, DISPERBYK-2091, DISPERBYK-2095, DISPERBYK-2096, DISPERBYK-2150, DISPERBYK-2155,
DISPERBYK-2163, DISPERBYK-2164, DISPERPLAST-1010, DISPERPLAST-1011, DISPERPLAST-1012,
DISPERPLAST-1018, DISPERPLAST-1, DISPERPLAST-P erhältlich. Soweit eine VOC-Freiheit
erwünscht ist, sollten die obengenannten Handelsprodukte möglichst als lösemittefreie
Wirksubstanz eingesetzt werden und gegebenenfalls zum Beispiel durch Destillation
von flüchtigen Bestandteilen befreit werden.
[0037] Bevorzugt werden Dispergiermedien, die mit Gemischen verschiedener Dispergiemnittel
hergestellt werden, da sich diese Zusammensetzungen in der Regel durch eine besonders
breite Verträglichkeit und hohe Einsatzbreite hinsichtlich der verwendbaren Feststoffe
und Polymere auszeichnen.
[0038] Durch Variation der pigment- und/oder füllstoffaffinen Gruppen X einerseits und der
die Verträglichkeit gegenüber dem Medium herstellenden Gruppen Y andererseits, deren
Mengenverhältnissen und/oder deren Molekulargewichten kann die Verträglichkeit der
erfindungsgemäßen Dispergiermittel auf die unterschiedlichsten Lösemittel, Trägermedien,
Bindemittel, Harze, Feststoffe und gegebenenfalls weitere polymere Verbindungen abgestimmt
werden, welche in Überzugs- und Formmassen vorliegen, in denen die Zubereitungen gemäß
der Erfindung zur Anwendung kommen.
[0039] Für den Einsatz in hochpolaren Systemen sollten die Gruppen Y einen ausreichend hohen
Anteil an polaren Gruppen wie z.B. Polyethylenoxiden enthalten, um eine für den jeweiligen
Einsatzbereich ausreichende Polarität zu erreichen. Dieser Anteil an hydrophilen Gruppen
sollte aber auch nicht zu hoch sein, wenn es dadurch in bestimmten Anwendungen zu
einer nicht gewünschten Erhöhung der Wasserempfindlichkeit kommt.
[0040] Beim Einsatz in unpolaren Systemen wie Langölalkydlacken, PVC-Plastisolen oder Polyolefinen
sollte vorzugsweise ein entsprechender Anteil an unpolaren Gruppen vorliegen und beim
Einsatz in Systemen, bei denen eine breite Verträglichkeit wichtig ist, wie z. B.
Pigmentkonzentraten, ist eine ausgewogene Kombination von polaren und unpolaren Gruppen
von Vorteil.
[0041] Wenn die Zubereitungen z. B. in einem Polyurethanharz oder in einem Lack, dessen
Bindemittel ein Polyurethan ist, eingesetzt werden, ist es zweckmäßig, solche Dispergiermittel
einzusetzen, die in ihrem Molekül auch Urethangruppen oder ähnliche Gruppen enthalten,
die - wie dem Fachmann bekannt ist - mit Polyurethanen verträglich sind. Das gleiche
gilt sinngemäß für z. B. Polyacrylate, Polyester, Alkydharze und alle anderen Polymerklassen.
[0042] Sinngemäß gilt dies auch für die Gruppen die von besonderem Einfluß auf die Affinität
der erfindungsgemäßen Additionsverbindungen zu den verwendeten Feststoffen sind, die
dispergiert werden sollen.
[0043] Die Dispergiermittel können alleine oder zusammen mit nach dem Stand der Technik
üblichen weiteren Hilfsmitteln eingesetzt werden.
[0044] Die Dispergiermittel werden im allgemeinen in einer Menge von 0,5 bis 100 Gew. %,
bezogen auf den zu dispergierenden Feststoff, eingesetzt. Zur Dispergierung spezieller
Feststoffe können aber auch höhere Mengen der Dispergiermittel notwendig sein.
[0045] Die Menge an Dispergiermittel ist im wesentlichen abhängig von der zu belegenden
Oberfläche des zu dispergierenden Feststoffes. Ruß benötigt z.B. wesentlich größere
Dispergiermittelmengen als z.B. Titandioxid.
[0046] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können als Dispersionsmedium zur Dispergierung
unterschiedlichster pulver- oder faserförmiger Feststoffe eingesetzt werden. Daher
ist weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen-
Zusammensetzungen als Dispergiermedium für pulver- und/oder faserförmige Feststoffe,
insbesondere derartige Pigmente und Füllstoffe. Die zu verwendende Menge der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung richtet sich nach deren Gehalt an Komponente (B), d.h. des Dispergiermittels
und der oben angesprochenen Oberfläche des zu diespergierenden Feststoffs.
[0047] Beispiele für pulver- oder faserförmige Feststoffe sind insbesondere organische und
anorganische Pigmente, die in Anstrichmitteln, Überzugsmitteln, Formmassen oder sonstigen
Kunststoffen eingesetzt werden, und anorganische oder organische Füllstoffe, die zum
Füllen oder Verstärken von Anstrichmitteln, Überzugsmitteln, Formmassen oder sonstigen
Kunststoffen eingesetzt werden. Eine Untergruppe derartiger Füllstoffe sind Fasern
organischer und/oder anorganischer Natur, die ebenfalls als Füllstoffe oder Verstärkungsstoffe
verwendet werden.
[0048] Beispiele für Pigmente sind Mono-, Di-, Tri- und Polyazopigmente, Oxazin-, Dioxazin-
oder Thiazin-Pigrnente, Diketo-pyrrolo-pyrrole, Phthalocyanine und andere Metallkomplex-Pigmente,
indigoide Pigmente, Diphenylmethan-, Triarylmethan, Xanthen-, Acridin-, Chinacridon-,
Methin-Pigmente, Anthrachinon, Pyranthron-, Perylen- und andere polycyclische Carbonyl-Pigmente,
anorganische Pigmente auf Basis von Ruß, Graphit, Titandioxid, Zinkoxid, Zinksulfid,
Zinkphosphat, Bariumsulfat, Lithopone, Eisenoxid, Ultramarin, Manganphosphat, Cobaltaluminat,
Cobaltstannat, Cobaltzinkat, Antimonoxid, Antimonsulfid, Chromoxid, Zinkchromat, gemischten
Metalloxiden von Nickel, Titan, Zink, Mangan, Cobalt, Eisen, Chrom, Antimon, Magnesium,
Aluminium (beispielsweise Nickeltitangelb oder Chromtitangelb), magnetische Pigmente
auf Basis von Reineisen, Eisenoxiden und Chromoxiden oder Mischoxiden, Metalleffektpigmente
wie Aluminiumbronzen, Perlglanzpigmente, fluoreszierende und phosphoreszierende Leuchtpigmente.
[0049] Beispiele für pulver- oder faserförmige Füllstoffe sind zum Beispiel solche, die
aufgebaut sind aus pulver- oder faserförmigen Teilchen von Aluminiumoxid, Aluminiumhydroxid,
Siliziumdioxid, Kieselgur, Kieselerde, Quarz, Kieselgel, Talkum, Kaolin, Glimmer,
Perlite, Feldspat, Schiefermehl, Calciumsulfat, Bariumsulfat, Calciumcarbonat, Calcit,
Dolomit, Glas oder Kohlenstoff. Weitere Beispiele für Pigmente oder Füllstoffe finden
sich beispielsweise in der
EP-A-0 270 126.
[0050] Des Weiteren lassen sich auch mineralische Füllstoffe, wie beispielsweise Calciumoxid
aber auch Flammschutzmittel wie z.B. Magnesiumhydroxid dispergieren. Mattierungsmittel
lassen sich ebenfalls hervorragend dispergieren und stabilisieren.
[0051] Weitere Beispiele dispergierbarer Feststoffe sind Stabilisatoren und Treibmittel,
welche zwecks besserer Handhabung in ein flüssiges Konzentrat überführt werden sollen,
wie zum Beispiel Azodicarbonamid (ADC), ein organisch-chemisches Treibmittel für die
Herstellung von geschäumten Polymeren, das hauptsächliche Verwendung findet beim Aufschäumen
von PVC-Plastisolen, thermoplastischen Kunststoffen, wie Hart- und Weich-PVC, Polystyrol
(PS), Pfropfcopolymerisate von Acrylnitril und Styrol auf Butadienkautschuke, auch
als ABS-Polymerisate bekannt, Polyethylen (PE), Polyppropylen (PP), Ethylenvinylacetat
(EVA) und Natur- und Synthesekautschuken, wie Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM), Nitril Butadiene Rubber (NBR), Chloropren-Kautschuk (CR).
[0052] Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Mahlgut, welches erhältlich
ist durch Dispergieren eines oder mehrerer pulver- und/oder faserförmiger Feststoffe
in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung. Dieser Dispergiervorgang kann in Gegenwart
weiterer Substanzen, wie beispielsweise Bindemittel erfolgen, wobei die Bindemittel
vorzugsweise vor oder während des Dispergierens des oder der Feststoffe in der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung (d.h. dem Dispergiermedium) dispergiert, emulgiert oder gelöst werden.
So erhaltene Mahlgüter zeichnen sich durch hohe Festkörpergehalte aus. Derartige Mahlgüter
sind vorzugsweise frei von flüchtigen organischen Verbindungen.
[0053] Die erfindungsgemäßen Mahlgüter lassen sich vorzugsweise bei der Herstellung von
Lacken und thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen einsetzen. Beispiele
für thermoplastische Kunststoffe sind Polyolefine, Acrylharze, Styrolpotymere, Polycarbonate,
Polyamide, Polyester, thermoplastische Polyurethane, Polyethersulfone, Polysulfone,
Vinylpolymere wie Polyvinylchlorid oder deren Mischungen, wobei PVC-Plastisole besonders
geeignet sind. Auch Mischungen der vorgenannten thermoplastischen Kunststoffe sind
einsetzbar. Beispiele für geeignete duroplastische Kunststoffe sind ungesättigte Polyester,
Epoxidharze und Polyurethane oder deren Mischungen.
[0054] Daher ist weiterer Gegenstand der Erfindung auch die Verwendung die erfindungsgemäßen
Mahlgüter zur Herstellung von Lacken und thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen.
BEISPIELE
[0055] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen veranschaulicht. Bei molekular
uneinheitlichen Substanzen stellen die angegebenen Molekulargewichte Durchschnittswerte
des Zahlenmittels dar (was im Übrigen, sofern nicht anders vermerkt, für die gesamte
Beschreibung gilt). Die zahlenmittleren Molekulargewichte M
n können per Gelpermeationschromatographie gegen einen Polystyrotstandard bestimmt
werden. Sofern nicht anders ausgeführt, handelt es sich bei Teilen um Gewichtsteile
und bei Prozenten um Gewichtsprozente.
Komponente (A)- Monocarbonsäureester
[0056] In den folgenden Beispielen werden als Monocarbonsäureester der Komponente (A) Rapsölmethylester
(RME), Sojamethylester (SME), Ethylhexylcocoat (EHC) und Methyltalloat (MT) eingesetzt.
Alle vorgenannten Ester besitzen einen Siedepunkt über 300 °C.
Komponente (B) - Dispergiermittel
[0057] Sofern bei den nachfolgenden Dispergiermittel-Beispielen bedingt durch den Herstellprozess
noch flüchtige Lösemittel enthalten waren, wurden diese vor der erfindungsgemäßen
Verwendung durch Vakuumdestillation soweit wie möglich entfernt, so daß der Rest-Gehalt
an flüchtigen Komponenten unter 1% lag. Tabelle 1 führt die in den Anwendungsbeispielen
eingesetzten Dispergiermittel auf.
Tabelle 1
| (B) |
Stoffliche Zusammensetzung |
| B1 |
Phosphorestersalz eines Polyamins, Herstellungsbeispiel 5 der EP 893155 |
| B2 |
Phosphorestersalz eines Polyamins, Herstellungsbeispiel 7 der EP 893155 |
| B3 |
Phosphorestersalz eines Polyamins, Herstellungsbeispiel 10 der EP 893155 |
| B4 |
Phosphorestersalz eines Polyamins, Herstellungsbeispiel 12 der EP 893155 |
| B5 |
Phosphorestersalz eines Polyamins, Herstellungsbeispiel 14 der EP 893155 |
| B6 |
Phosphorestersalz eines fettsäuremodifizierten Polyamins, Herstellungsbeispiel 16
der EP 893155 |
| B7 |
Phosphorestersalz eines fettsäuremodifizterten Polyamins, Herstellungsbeispiel 19
der EP 893155 |
| B8 |
Phosphorestersalz eines Epoxid-Polyaminadduktes, Herstellungsbeispiel 24 der EP 893155 |
| B9 |
Phosphorestersalz eines aminogruppenhaltigen Acrylatcopolymeren, Herstellungsbeispiel
25 der EP 893155 |
| B10 |
Phosphorestersalz eines ethoxylierten Polyamins, Herstellungsbeispiel 26 der EP 893155 |
| B11 |
Phosphorestersalz eines Acrylat-Polyaminadduktes, Herstellungsbeispiel 28 der EP 893155 |
| B12 |
Phosphorestersalz eines Epoxid/Aminadduktes, Herstellungsbeispiel 6 der EP1486524 |
| B13 |
Fettsäurekondensat eines Epoxid/Aminadduktes, Herstellungsbeispiel 11 der EP1486524 |
| B14 |
Phosphorsäuremonoester eines Nonylphenolethoxylates mit 5 EO (=Ethlyenoxideinheiten) |
| B15 |
Phosphorsäuremono/diester eines Nonylphenolethoxylates mit 10 EO |
| B16 |
Phosphorsäuremonoester eines Isotridecylalkoholethoxylates mit 10 EO |
| B17 |
Phosphorsäuremonoester eines Butanolgestarteten PO-Polyethers mit Mn 700 (PO = Propylenoxid) |
| B18 |
Phosphorsäuremonoester eines Caprolactonpolyesters, Herstellungsbeispiel 1 der EP 417490 |
| B19 |
Phosphorsäuremono/diester eines Caprolactonpolyesters, Herstellungsbeispiel 2 der
EP 417490 |
| B20 |
Phosphorsäuremonoester eines Caprolactonpolyesters, Herstellungsbeispiel 8 der EP 417490 |
| B21 |
Phosphorsäuremonoester eines Caprolactonpolyesters, Herstellungsbeispiel 12 der EP 417490 |
| B22 |
mit 1 mol Maleinsäureanhydrid pro mol Fettsäure maleinisierte Sonnenblumenfettsäure |
| B23 |
mit 1 mol Maleinsäureanhydrid pro mol Fettsäure maleinisierte Sonnenblumenfettsäure,
mit 1 mol Oleylamin weiter umgesetzt |
| B24 |
ethoxyliertes Oleylamin mit 10 mol EO |
| B25 |
ethoxyliertes Oleylamin mit 2 mol EO |
| B26 |
mit 60 mol PO und 30 mol EO alkoxyliertes Ethylendiamin |
| B27 |
saurer Bemsteinsäurehalbester eines Isotridecylalkoholethoxylates mit 10 EO |
| B28 |
saurer Maleinsäurehalbester eines Butanolgestarteten PO-Polyethers mit Mn 1100 |
| B29 |
saurer Phthalsäurehalbester eines Nonylphenolethoxylates mit 7 EO |
| B30 |
Polyurethan-Polyamin-Addukt, Herstellungsbeispiel 1 der EP 1593700 |
| B31 |
Polyurethan-Polyamin-Addukt, Herstellungsbeispiel 14 der EP 1593700 |
| B32 |
Polyurethan-Polyamin-Addukt, Herstellungsbeispiel 23 der EP 1593700 |
Erfindungsgemäße Zusammensetzungen
[0058] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen wurden durch einfaches Mischen der Komponenten
(A) und (B) erhalten. In Tabelle 2 sind die Zusammensetzungen aus Komponente (A) und
(B) angegeben. Die Zusammensetzungen bestehen ausschließlich aus Komponenten (A) und
(B). Die Prozentangaben sind Gew.-% bezogen auf die Gesamtzusammensetzung.
Tabelle 2
| Beispiel |
Komponente (A) |
Komponente (B) |
| Z1 |
90 % RME |
10 % B1 |
| Z2 |
95 % SME |
5 % B2 |
| Z3 |
80 % EHC |
20 % B3 |
| Z4 |
90 % RME |
5 % B4 + 5% B24 |
| Z5 |
85 % EHC |
15 % B5 |
| Z6 |
92 % RME |
4 % B6 + 4 % B22 |
| Z7 |
91 % SME |
3 % B7 + 3 % B18 + 3 % B29 |
| Z8 |
92 % MT |
3 % B8 + 3 % B17 + 2 % B28 |
| Z9 |
93 % SME |
3 % B9 + 3 % B26 |
| Z10 |
95 % RME |
3 % B10 + 2 % B23 |
| Z11 |
92 % SME |
5 % B11 + 3 % B27 |
| Z12 |
88 % MT |
6 % B12 + 4 % B14 + 2 % B25 |
| Z13 |
90 % RME |
5 % B13 + 2 % B15 + 3 % B19 |
| Z14 |
92 % RME |
3 % B16 + 5 % B30 |
| Z15 |
92 % EHC |
3 % B20 + 5 % B31 |
| Z16 |
94 % RME |
3 % B21 + 3 % B15 |
| Z17 |
93% SME |
7 % B23 |
| Z18 |
93% RME |
3.5% B11 + 3.5% B26 |
| Z19 |
90% MT |
10% B29 |
| Z20 |
90% SME |
10% B32 |
| Z21 |
92% RME |
8% B27 |
| Z22 |
85% SME |
15% B30 |
| Z23 |
68% SME |
16% B11 + 16% B26 |
| Z24 |
30% SME |
35% B11 + 35% B26 |
| Z25 |
50% SME |
25% B11 + 25% B26 |
Legende:
RME = Rapsölmethylester , Sdp > 300°C; VOC-frei
SME = Sojamethylester, Sdp> 300 °C; VOC-frei
EHC = Ethylhexylcocoat, Sdp > 300°C; VOC-frei
MT = Methyltalloat, Sdp > 300°C; VOC-frei |
[0059] Alle oben genannten erfindungsgemäßen Zusammensetzungen besitzen eine Brookfield-Viskosität
von unter 500 mPas (bei 25 °C) und sind frei von flüchtigen organischen Verbindungen
(VOC).
Anwendungsbeispiele
[0060] Zur Beurteilung der erfindungsgemäßen Dispergiermedien wurden damit Feststoffkonzentrate
verschiedener organischer und anorganischer Feststoffe hergestellt und mit Konzentraten
nach dem Stand der Technik in phthalathaltigem Weichmacher (DINP = Diisononylphthalat,
DIDP = Diisodecylphthalat) oder reinem Fettsäuremethylester (SME. = Sojamethylester)
verglichen. Als Feststoffe wurden Titandioxid (z. B. Ti-Pure
® R 900, Rutil, von DuPont), Ruß (CI Black 7-77266, Regular Colour Fumace Black, z.
B. Spezialschwarz 4 von Degussa) und ADC (= Azodicarbonamid, z. B. ADC Porofor
® ADC/M-C1 von Lanxess) verwendet.
Dispergierbedingungen:
[0061] Die Titandioxid-Pasten und die ADC-Pasten wurden durch 5-minütiges Dispergieren des
Pigments im Dispergiermedium bei 8000 Umdrehungen pro Minute mittels eines Dispergierapparats
(Dispermat FE von Getzmann) hergestellt.
[0062] Die Rußpasten wurden mittels 3 Passagen auf einem Bühler Dreiwalzwerk SDY hergestellt.
[0063] Die jeweiligen Gewichtsverhältnisse von Dispergiermedium und Pigment sind in den
Tabellen 3, 4 und 5 angegeben.
Viskosiätsmessbedingungen:
[0064] Die Viskositäten der Pigmentkonzentrate wurden mit einem Viskosimeter des Typs Haake
RS 1 nach 24 Stunden bei 23 °C gemessen (Z 10 DIN, D (sec
-1): 400).
ADC-Konzentrate:
[0065]
Tabelle 3
| Beispiel-Nr. |
Dispergiermedium |
% |
Pigment. % |
Viskosität mPas |
Separation* |
Bodensatz* |
| 1 |
DINP** |
60 |
40 |
905 |
wenig |
ja |
| 2 |
SME** |
60 |
40 |
150 |
viel |
ja |
| 3 |
DIN** |
40 |
60 |
nicht herstellbar |
|
|
| 4 |
SME** |
40 |
60 |
nicht herstellbar |
|
|
| 5 |
Z17 |
35 |
65 |
1405 |
sehr wenig |
nein |
| 6 |
Z18 |
35 |
65 |
1145 |
sehr wenig |
wenig |
| 7 |
Z17 |
30 |
70 |
2390 |
sehr wenig |
nein |
| 8 |
Z18 |
30 |
70 |
2351 |
sehr wenig |
wenig |
| 9 |
Z19 |
40 |
60 |
1181 |
nein |
nein |
| 10 |
Z20 |
30 |
70 |
2359 |
nein |
nein |
*: Aussehen nach 5 Tagen Lagerung
**: nicht erfindungsgemäß |
[0066] Wie Tabelle 3 entnehmbar ist, zeigen die erfindungsgemäßen Beispiele selbst nach
5-tägiger Lagerung keine oder nur geringe Neigung zu Bodensatzbildung bzw. Separation
des Systems. Erfindungsgemäße Mahlgüter mit einem Pigmentgehalt von 60 Gew.-% und
mehr können erhalten werden und zeigen gute Verarbeitungsviskositäten, während die
Konzentrate der nicht erfindungsgemäßen Beispiele 3 und 4 bei einem Gewichtsanteil
von 60 Gew.% Pigment nicht mehr verarbeitbar sind. Die zwar herstellbaren Konzentrate
der nicht erfindungsgemäßen Beispiele 1 und 2 besitzen hingegen keine Lagerstabilität.
Titandioxid-Konzentrate:
[0067]
Tabelle 4
| Beispiel-Nr. |
Dispergiermedium |
% |
Pigment % |
Viskosität mPas |
Separation* |
Bodensatz* |
| 11 |
DINP** |
60 |
40 |
1698 |
wenig |
ja |
| 12 |
DIN** |
40 |
60 |
nicht herstellbar |
|
|
| 13 |
Z21 |
20 |
80 |
580 |
sehr wenig |
nein |
| 14 |
Z17 |
20 |
80 |
1844 |
nein |
nein |
| 15 |
Z16 |
35 |
65 |
1780 |
nein |
nein |
*: Aussehen nach 5 Tagen Lagerung
**: nicht erfindungsgemäß |
[0068] In Tabelle 4 zeigt ein Vergleich der erfindungsgemäßen Beispiele 14 und 15 gegenüber
dem nicht erfindungsgemäßen Beispiel 11, dass bei ähnlicher Viskosität deutlich höhere
Pigmentgehalte im Konzentrat erreichbar sind. Darüber hinaus sind die Konzentrate
der erfindungsgemäßen Beispiele 14 und 15 gegenüber Beispiel 11 lagerstabil, d.h sie
zeigen weder Separation noch einen Bodensatz nach 5-tägiger Lagerung. Beispiel 13
zeigt besonders beeindruckend, dass trotz extrem hohem Pigmentgehalt (80 Gew.-%) Viskositäten
erreichbar sind, die weit unterhalb der Viskositäten der Vergleichsversuche liegen.
Ruß-Konzentrate:
[0069]
Tabelle 5
| Beispiel-Nr. |
Dispergiermedium |
% |
Pigment % |
Viskosität mPas |
Separation* |
Bodensatz* |
| 16 |
DIDP** |
80 |
20 |
1179 |
nein |
nein |
| 17 |
DINP** |
65 |
35 |
nicht herstellbar |
|
|
| 18 |
Z18 |
65 |
35 |
488 |
nein |
nein |
| 19 |
Z22 |
65 |
35 |
418 |
nein |
nein |
| 20 |
Z23 |
60 |
40 |
872 |
nein |
nein |
| 21 |
Z24 |
60 |
40 |
4173 |
nein |
nein |
| 22 |
Z25 |
60 |
40 |
2277 |
nein |
nein |
*: Aussehen nach 5 Tagen Lagerung.
**: nicht erfindungsgemäß, DIDP = Diisodecylphthalat |
[0070] Tabelle 5 läßt sich entnehmen, dass in herkömmlichen Dispergiermedien (DIDP, DINP)
nur relativ geringe Rußmengen einarbeitbar sind. Die erfindungsgemäßen Mahlgüter (Konzentrate)
enthalten einen weithöheren Rußanteil bei hervorragenden bis guten Viskositäten.
1. Verwendung eines Mahlguts, das erhältlich ist durch Dispergieren eines oder mehrerer
pulver- und/oder faserförmiger Feststoffe in einem Dispergiermedium enthaltend als
Komponente (A): 10 bis 97 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht des Dispergiermediums
eines oder mehrerer Monocarbonsäureester der allgemeinen Formel R1-CO-OR2 , worin R1 für eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder geradkettige, aliphatische
Gruppe mit 11 bis 23 Kohlenstoffatomen steht und R2 für eine verzweigte oder geradkettige aliphatische, eine cycloaliphatische oder aromatische
Gruppe mit 1 bis 13 Kohlenstoffatomen steht und die Summe der Kohlenstoffatome der
Gruppen R1 und R2 maximal 30 beträgt, wobei der oder die Monocarbonsäureester bei einem Standarddruck
von 101,3 kPa einen Siedepunkt größer 250°C besitzen und als
Komponente (B): 3 bis 90 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht des Dispergiermediums
eines oder mehrerer Dispergiermittel,
wobei das Dispergiermedium eine Viskosität bei 25°C von kleiner 5000 mPas besitzt
zur Herstellung von Lacken und thermoplastischen oder duroplastischen Kunststoffen.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der thermoplastische Kunststoff gewählt wird aus der Gruppe bestehend aus Polyolefinen,
Acrylharzen, Styrolpolymeren, Polycarbonaten, Polyamiden, Polyestern, thermoplastischen
Polyurethanen, Polyethersulfonen, Polysulfonen, Vinylpolymeren, insbesondere PVC-Plastisolen
sowie Mischungen der vorgenannten thermoplastischen Kunststoffe und dass der duroplastische
Kunststoff gewählt wird aus der Gruppe bestehend aus ungesättigten Polyestern, Epoxidharzen
und Polyurethanen sowie deren Mischungen.
3. Zusammensetzung enthaltend als
Komponente (A): 10 bis 97 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung
eines oder mehrerer Monocarbonsäureester der allgemeinen Formel R1-CO-OR2, worin R1 für eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder geradkettige, aliphatische
Gruppe mit 11 bis 23 Kohlenstoffatomen steht und R2 für eine verzweigte oder geradkettige aliphatische, eine cycloaliphatische oder aromatische
Gruppe mit 1 bis 13 Kohlenstoffatomen steht und die Summe der Kohlenstoffatome der
Gruppen R1 und R2 maximal 30 beträgt, wobei der oder die Monocarbonsäureester bei einem Standarddruck
von 101,3 kPa einen Siedepunkt größer 250°C besitzen und als
Komponente (B): 3 bis 90 Gew.% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung eines
oder mehrerer Dispergiermittel,
wobei die Zusammensetzung eine Viskosität bei 25°C von kleiner 5000 mPas besitzt.
4. Zusammensetzung gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung die Summe der Gewichtsanteile der
Komponente (A) und der Komponente (B) mindestens 90 Gew.-% beträgt.
5. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass diese mindestens 75 Gew.-% an Komponente (A) und höchstens 25 Gew.% an Komponente
(B) enthält.
6. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung eine Viskosität bei 25°C von kleiner 500 mPas besitzt.
7. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Monocarbonsäureester einen Siedepunkt größer 280°C besitzen.
8. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass R1-CO-O zu einer geradkettigen aliphatischen Monocarbonsäure R1-COOH korrespondiert, welche 14 bis 18 Kohlenstoffatome enthält und/oder R2 zu einer alkoholischen Veresterungskomponente R2-OH korrespondiert, welche maximal 8 Kohlenstoffatome, vorzugsweise 1 Kohlenstoffatom
enthält.
9. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass Komponente (B) eine oder mehrere der Verbindungen gewählt aus der Gruppe bestehend
aus (a) Phosphorestersalzen von aminogruppenhaltigen Oligomeren oder Polymeren, (b)
Mono- oder Diestern der Phosphorsäure, (c) saueren Dicarbonsäurehalbestern, (d) Polyurethan-Polyamin-Addukten,
(e) polyalkoxylierten Mono- oder Diaminen und (f) Reaktionsprodukte von ungesättigten
Fettsäuren mit Mono-, Di- und Polyaminen, Aminoalkoholen, und ungesättigten 1,2-Dicarbonsäuren
und deren Anhydriden und deren Salze und Umsetzungsprodukte mit Alkoholen und/oder
Aminen umfasst.
10. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine zusätzliche Komponente (C) enthalten und die Komponente (C) aus einem
oder mehreren Additiven besteht, die gewählt werden aus der Gruppe bestehend aus Verlaufmitteln,
Filmbildehilfsmitteln, Rheologiehilfsrmitteln, Entschäumern, Haftvermittlern, Lichtschutzmitteln,
Bioziden, flüssigen oder löslichen Stabilisatoren und Katalysatoren.
11. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung ein Dispergiermedium ist.
12. Verwendung einer oder mehrerer der Zusammensetzungen aus Ansprüchen 3 bis 11 als Dispergiermedium.
13. Verwendung gemäß Anspruch 12 zur Dispergierung eines oder mehrerer pulver- und/oder
faserförmiger Feststoffe.
14. Mahlgut erhältlich durch Dispergieren eines oder mehrerer pulver- und/oder faserförmiger
Feststoff im Dispergiermedium des Anspruchs 11.
15. Mahlgut nach Anspruch 14, wobei der pulver- und/oder faserförmige Feststoff gewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Pigmenten, Füllstoffen, Mattierungsmitteln, Flammschutzmitteln
und Treibmitteln.
1. Use of a millbase, which is obtainable by dispersing one or more solids in powder
and/or fibre form in a dispersion medium which comprises as
component (A): 10% to 97% by weight, based on the total weight of the dispersion medium,
of one or more monocarboxylic esters of the general formula R1-CO-OR2, in which R1 is a saturated or unsaturated, branched or straight-chain, aliphatic group having
11 to 23 carbon atoms and R2 is a branched or straight-chain aliphatic group, a cycloaliphatic group or aromatic
group having 1 to 13 carbon atoms, and the sum of the carbon atoms of the groups R1 and R2 is not more than 30, the monocarboxylic ester or esters possessing a boiling point
of more than 250°C under a standard pressure of 101.3 kPa, and as
component (B): 3% to 90% by weight, based on the total weight of the dispersion medium,
of one or more dispersants,
the dispersion medium possessing a viscosity at 25°C of less than 5000 mPas, for producing
paints and thermoplastics or thermosets.
2. Use according to Claim 1, characterized in that the thermoplastic is selected from the group consisting of polyolefins, acrylic resins,
styrene polymers, polycarbonates, polyamides, polyesters, thermoplastic polyurethanes,
polyethersulphones, polysulphones, vinylpolymers, more particularly PVC plastisols,
and also mixtures of the aforementioned thermoplastics, and in that the thermoset is selected from the group consisting of unsaturated polyesters, epoxy
resins and polyurethanes and also mixtures thereof.
3. Composition comprising as
component (A): 10% to 97% by weight, based on the total weight of the composition,
of one or more monocarboxylic esters of the general formula R1-CO-OR2, in which R1 is a saturated or unsaturated, branched or straight-chain, aliphatic group having
11 to 23 carbon atoms and R2 is a branched or straight-chain aliphatic group, a cycloaliphatic group or aromatic
group having 1 to 13 carbon atoms, and the sum of the carbon atoms of the groups R1 and R2 is not more than 30, the monocarboxylic ester or esters possessing a boiling point
of more than 250°C under a standard pressure of 101.3 kPa, and as
component (B): 3% to 90% by weight, based on the total weight of the composition,
of one or more dispersants,
the composition possessing a viscosity at 25°C of less than 5000 mPas.
4. Composition according to Claim 3, characterized in that, based on the total weight of the composition, the sum of the weight fractions of
component (A) and component (B) is at least 90% by weight.
5. Composition according to either of Claims 3 and 4, characterized in that it contains at least 75% by weight of component (A) and not more than 25% by weight
of component (B).
6. Composition according to one or more of Claims 3 to 5, characterized in that the composition possesses a viscosity at 25°C of less than 500 mPas.
7. Composition according to one or more of Claims 3 to 6, characterized in that the monocarboxylic esters possess a boiling point of more than 280°C.
8. Composition according to one or more of Claims 3 to 7, characterized in that R1-CO-O corresponds to a straight-chain aliphatic monocarboxylic acid R1-COOH which contains 14 to 18 carbon atoms, and/or R2 corresponds to an alcoholic esterification component R2-OH which contains not more than 8 carbon atoms, preferably 1 carbon atom.
9. Composition according to one or more of Claims 3 to 8, characterized in that component (B) comprises one or more of the compounds selected from the group consisting
of (a) phosphorus ester salts of amino-containing oligomers or polymers, (b) monoesters
or diesters of phosphoric acid, (c) acidic dicarboxylic monoesters, (d) polyurethane-polyamine
adducts, (e) polyalkoxylated monoamines or diamines, and (f) reaction products of
unsaturated fatty acids with monoamines, diamines and polyamines, amino alcohols,
and unsaturated 1,2-dicarboxylic acids and their anhydrides and salts thereof and
reaction products with alcohols and/or amines.
10. Composition according to one or more of Claims 3 to 9, characterized in that it comprises an additional component (C) and component (C) is composed of one or
more additives selected from the group consisting of flow control agents, film-forming
additives, rheological additives, defoamers, adhesion promoters, light stabilizers,
biocides, liquid or soluble stabilizers and catalysts.
11. Composition according to one or more of Claims 3 to 10, characterized in that the composition is a dispersion medium.
12. Use of one or more of the compositions from Claims 3 to 11 as a dispersion medium.
13. Use according to Claim 12 for dispersing one or more solids in powder and/or fibre
form.
14. Millbase obtainable by dispersing one or more solids in powder and/or fibre form in
the dispersion medium of Claim 11.
15. Millbase according to Claim 14, the solid in powder and/or fibre form being selected
from the group consisting of pigments, fillers, matting agents, flame retardants and
blowing agents.
1. Utilisation d'une matière à broyer qui est obtenue par dispersion d'une ou plusieurs
matières solides sous form pulvérulente ou fibreuse dans un milieu de dispersion,
le milieu contenant en tant que
composant (A): 10 à 97 % en poids, par rapport au poids total du milieu de dispersion,
d'un ou plusieurs esters des acides monocarboxyliques de formule générale R1-CO-OR2, où R1 répresente un groupe aliphatique saturé ou non-saturé, linéaire ou ramifié, avec
11 à 23 atomes de carbone, R2 représente un groupe aliphatique ramifié ou linéaire, cycloaliphatique ou aromatique
avec 1 à 13 atomes de carbone, et la somme des atomes de carbone des groupes R1 et R2 est 30 au maximum, le ou les esters des acides monocarboxyliques ayant un point d'ébullition
supérieur à 250 °C à une pression nominale de 101,3 kPa, et en tant que
composant (B): 3 à 90 % en poids, par rapport au poids total du milieu de dispersion,
d'un ou plusieurs agents de dispersion,
le milieu de dispersion ayant une viscosité inférieure à 5000 mPas à 25 °C, pour la
fabrication des vernis et des matières thermoplastiques ou duroplastiques.
2. Utilisation selon la revendication 1, caractérisée en ce que la matière thermoplastique est choisie dans le groupe consistant à polyoléfines,
résines acryliques, polymères de styrène, polycarbonates, polyamides, polyesters,
polyuréthanes thermoplastiques, polyéthersulfones, polysulfones, vinylpolymères, en
particulier plastisols de PVC et mélanges desdites matières thermoplastiques, et en ce que la matière duroplastique est choisie dans le groupe consistant à polyesters non-saturés,
résines époxy et polyuréthanes et leurs mélanges.
3. Composition qui contient en tant que
composant (A): 10 à 97 % en poids, par rapport au poids total de la composition, d'un
ou plusieurs esters des acides monocarboxyliques de formule générale R1-CO-OR 2 où R1 répresente un groupe aliphatique saturé ou non-saturé, linéaire ou ramifié, avec
11 à 23 atomes de carbone, R2 représente un groupe aliphatique ramifié ou linéaire, cycloaliphatique ou aromatique
avec 1 à 13 atomes de carbone, et la somme des atomes de carbone des groupes R1 et R2 est 30 au maximum, le ou les esters des acides monocarboxyliques ayant un point d'ébullition
supérieur à 250 °C à une pression nominale de 101,3 kPa, et en tant que
composant (B): 3 à 90 % en poids, par rapport au poids total de la composition, d'un
ou plusieurs agents de dispersion,
la composition ayant une viscosité inférieure à 5000 mPas à 25 °C.
4. Composition selon la revendication 3, caracterisée en ce que la somme des proportions pondérales du composant (A) et du composant (B) est au moins
90 % en poids, par rapport au poids total de la composition.
5. Composition selon l'une quelconque des revendications 3 ou 4, caractérisée en ce qu'elle contient au moins 75 % en poids du composant (A) et au plus 25 % en poids du
composant (B).
6. Composition selon une ou plusieurs des revendications 3 à 5, caractérisée en ce que la composition a une viscosité inférieure à 500 mPas à 25 °C.
7. Composition selon une ou plusieurs des revendications 3 à 6, caractérisée en ce que les esters d'acides monocarboxyliques ont un point d'ébullition supérieur à 280 °C.
8. Composition selon une ou plusieurs des revendications 3 à 7, caractérisée en ce que R1-CO-O correspond à un acide monocarboxylique linéaire et aliphatique R1-COOH contenant 14 à 18 atomes de carbone, et/ou R2 correspond à un composant d'estérification alcoolique R2-OH contenant 8 atomes de carbone au maximum, de préférence 1 atome de carbone.
9. Composition selon une ou plusieurs des revendications 3 à 8, caractérisée en ce que le composant (B) comprend un ou plusieurs composés choisis dans le groupe consistant
à (a) sels des esters phosphoriques d'oligomères ou polymères contenant des groupes
amine, (b) mono- ou diesters de l'acide phosphorique, (c) demi-esters acidiques des
acides dicarboxyliques, (d) adduits de polyuréthane-polyamine, (e) mono- ou diamines
polyalcoxylées, et (f) produits de réaction des acides gras non-saturés avec des mono-,
di- et polyamines, des alcools aminés et des acides dicarboxyliques non-saturés et
leurs anhydrides et leur sels et produits de réaction avec alcools et/ou amines.
10. Composition selon une ou plusieurs des revendications 3 à 9, caractérisée en ce qu'elle contient un composant (C) additionnel, et en ce que le composant (C) consiste à un ou plusieurs additifs choisis dans le groupe consistant
à agents de nivellement, agents filmogènes, agents auxiliaires de rhéologie, agents
anti-mousse, promoteurs d'adhésion, agents photoprotecteurs, biocides, stabilisateurs
liquides ou solubles et catalyseurs.
11. Composition selon une ou plusieurs des revendications 3 à 10, caractérisée en ce que la composition est un milieu de dispersion.
12. Utilisation d'une ou plusieurs compositions des revendications 1 à 9 en tant que milieu
de dispersion.
13. Utilisation selon la revendication 12 pour la dispersion d'une ou plusieurs matières
sous forme pulvérulente et/ou fibreuse.
14. Matière à broyer obtenable par dispersion d'une ou plusieurs matières sous forme pulvérulente
et/ou fibreuse dans le milieu de dispersion de la revendication 11.
15. Matière à broyer selon la revendication 14, dans laquelle la matière solide sous forme
pulvérulente et/ou fibreuse est choisie dans le groupe consistant à pigments, materiaux
de remplissage, agents de matage, agents ignifuges et agents propulseurs.