[0001] Die Erfindung betrifft eine Skibindung mit reduziertem Gewicht.
[0002] Ein Leistungsmerkmal von Ski ist ihr Gewicht. Für Tourenski wird ein möglichst geringes
Gewicht seit jeher gefordert. Leicht sollen aber auch die üblichen Pistenski sein,
nicht zuletzt im Hinblick auf die Handhabbarkeit im abgeschnallten Zustand. Der Forderung
nach geringem Gewicht kann durch Verwendung leichter Materialien, Verbundbauweisen
und dergleichen begegnet werden. Grenzen werden diesen Bestrebungen durch die Verfügbarkeit
entsprechender Werkstoffe und den Preis gesetzt. Angesichts des bereits erreichten
Grads der Perfektionierung der Ski und Bindungen einerseits und der oft extremen Belastungen,
der hohen Funktionalität und Sicherheitsanforderungen andererseits sind weitere Gewichtsreduzierungen
allerdings nur schwer zu erreichen.
[0003] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, das Gewicht des Skigeräts, der Kombination aus
Ski und Bindung, ohne Verlust an Funktionalität und Sicherheit auf dennoch preiswerte
Weise zu verringern.
[0004] Die Erfindung geht von einer Skibindung aus, die eine mit einem Ski verbundene oder
verbindbare Lagerstruktur, einen Sohlenhalter, ein den Sohlenhalter mit der Lagerstruktur
beweglich verbindendes Gelenk und ein Federglied umfasst, gegen dessen Federkraft
der Sohlenhalter im Gelenk relativ zur Lagerstruktur beweglich ist. Die Lagerstruktur
ist Bestandteil eines Vorderteils oder Fersenteils der Bindung. Die Erfindung betrifft
entsprechend Skibindungen mit Vorderteil und Fersenteil, ebenso wie von solchen Skibindungen
nur das Vorderteil oder nur das Fersenteil. Die Erfindung betrifft die Skibindung
als solche, noch losgelöst vom Ski, ebenso wie im verbundenen, am Ski montierten Zustand.
Die Lagerstruktur ist entsprechend mit dem Ski bereits verbunden oder, soweit die
Bindung nur als solche vorliegt, mit einem Ski erst noch verbindbar. Die Lagerstruktur
erfüllt zumindest die Funktionen der Anbindung an den Ski, entweder unmittelbar oder
erst über eine weitere Lagerstruktur, und der beweglichen Lagerung des Sohlenhalters.
Sie kann entweder in einem Stück geformt oder aus mehreren voneinander separat gefertigten
Teilen zusammengesetzt sein, wobei die Teile im zusammengesetzten Zustand relativ
zueinander vorzugsweise nicht beweglich sind, d. h. relativ zueinander keine für die
Funktion der Bindung erforderlichen Bewegungen ausführen können. Mittels des Sohlenhalters
wird der Skischuh in einem Schließzustand der Bindung am Ski gehalten. Das Gelenk
wird von einem ersten Gelenkelement der Lagerstruktur und einem zweiten Gelenkelement
des Sohlenhalters gebildet. Das zweite Gelenkelement ist mit dem Sohlenhalter vorzugsweise
fest verbunden, relativ zum Sohlenhalter also nicht beweglich. Vorzugsweise ist das
erste Gelenkelement mit der Lagerstruktur fest verbunden, relativ zu dieser also nicht
beweglich. Das Federglied stützt sich an einer mit dem Sohlenhalter fest verbundenen,
relativ zum Sohlenhalter nicht beweglichen Federabstützung ab. Das Federglied kann
sich an dieser Federabstützung unmittelbar abstützen oder, bevorzugter, mittelbar
über ein Federgliedsitzelement, das seinerseits an der fest mit dem Sohlenhalter verbundenen
Federabstützung mittelbar oder unmittelbar abgestützt ist. Die Federkraft des Federglieds
wird über die Federabstützung auf den Sohlenhalter übertragen, und umgekehrt wirken
auf den Sohlenhalter ausgeübte Kräfte über die Federabstützung auf das Federglied.
[0005] Nach der Erfindung ist ein den Sohlenhalter, das zweite Gelenkelemente und die Federabstützung
als Einheit bildendes Bindungsgebäuse des Fersenteils oder des Vorderteils der Bindung
ein Gerippe. Das Wort "oder" wird von der Erfindung stets im üblichen logischen Sinne
eines "inklusiv oder" verstanden, umfasst also die Bedeutung von "entweder ... oder"
und auch die Bedeutung von "und", soweit sich aus dem jeweils konkreten Zusammenhang
nicht ausschließlich nur eine dieser beiden Bedeutungen allein ergeben kann. Bezogen
auf die Strukturierung als Gerippe bedeutet dies, dass in einer Bindung mit einem
Vorderteil und einem Fersenteil entweder nur ein Bindungsgehäuse des Vorderteils oder
nur ein Bindungsgehäuse des Fersenteils ein Gerippe ist oder, besonders bevorzugt,
sowohl ein Bindungsgehäuse des Vorderteils als auch ein Bindungsgehäuse des Fersenteils
jeweils ein Gerippe sind.
[0006] Das Bindungsgehäuse ist unter Einwirkung einer äußeren Kraft, auf die die Bindung
ausgelegt ist, in einem vom Sohlenhalter über das zweite Gelenkelement bis zur Federabstützung
verlaufenden Kraftfluss, also im Kraftfluss vom zweiten Gelenkelement bis zum Sohlenhalter
und auch im Kraftfluss vom zweiten Gelenkelement bis zur Federabstützung, ein Gerippe.
Das Gerippe kann auch als Fachwerk angesehen werden, vorzugsweise ist es ein dreidimensionales
Fachwerk. Das Fachwerk kann eine oder mehrere Krümmungen, auch Krümmungen um zueinander
nicht parallele Achsen aufweisen, also mehrdimensional gekrümmt sein. Die bei einer
Auslösung vom Sohlenhalter über das zweite Gelenkelement zur Federabstützung weitergeleiteten
Kräfte und die im Falle eines gewollten Öffnens des Fersenteils von der Federabstützung
über das zweite Gelenkelement zum Sohlenhalter weitergeleiteten Kräfte werden somit
über einen oder mehrere Stege des Gerippes übertragen. Das Bindungsgehäuse bildet
ein Skelett, indem es innerhalb besagten Kraftflusses auf Kraft- oder Drehmoment übertragende,
untereinander verbundene Gerippestege reduziert ist. Die Stege des Gerippes sind voneinander
beabstandet, so dass zwischen den Stegen freie Räume verbleiben. Die Gerippestege
sind nur in Gerippeknoten so miteinander verbunden, dass sie die auftretenden Kräfte
und Drehmomente aufnehmen und innerhalb des Gerippes weiterleiten können. Die Erfindung
reduziert das Bindungsgehäuse auf seine Grundfunktion der Kraft- und Drehmomentübertragung
und spart dadurch Material und Gewicht.
[0007] Das Bindungsgehäuse des Fersenteils kann auch einen Trittspom bilden, auf den der
Skifahrer beim Anschnallen des Ski tritt, wenn er in die Bindung steigt, und dadurch
die Bindung schließt. In einer bevorzugten Weiterbildung ist das Bindungsgehäuse auch
in einem beim Einsteigen vom Trittsporn bis zum zweiten Gelenkelement und von diesem
bis zur Federabstützung verlaufenden Kraftfluss ein Gerippe im vorstehend genannten
Sinne.
[0008] Das Bindungsgehäuse kann einen Betätigungsbereich aufweisen, durch dessen Betätigung
der Benutzer die Bindung öffnen kann, um den Ski abzuschnallen. In derartigen Ausführungen
bilden der Sohlenhalter, das zweite Gelenkelement, die Federabstützung und der Betätigungsbereich
eine Bewegungseinheit, vorzugsweise eine durch ein Verfahren der Urformung erhaltene
Einheit. Vorzugsweise ist das Bindungsgehäuse auch im Betätigungsbereich ein Gerippe.
[0009] Das Bindungsgehäuse weist in bevorzugten Ausführungen eine linke Gerippeseitenstruktur,
eine von dieser beabstandete rechte Gerippeseitenstruktur und wenigstens eine Gerippequerstruktur
auf, die die Gerippeseitenstrukturen miteinander verbindet. Die Gerippeseitenstrukturen
können vorteilhafterweise jeweils selbst, als solche, ein Gerippe sein. Vorteilhaft
sind Ausführungen, in denen jede der Gerippeseitenstrukturen einen Umfangsgurt, der
sich um das vom Bindungsgehäuse gebildete zweite Gelenkelement in einem radialen Abstand
erstreckt, und Verbindungsstege aufweist, die den Umfangsgurt mit dem zweiten Gelenkelement
verbinden, sozusagen am zweiten Gelenkelemente abstützen. Der Umfangsgurt ist in sich
steif und wird durch die Verbindungsstege weiter ausgesteift. Solch eine Gerippeseitenstruktur
ist in ihrer Geometrie und trotz andersartiger Belastung auch hinsichtlich der internen
Lastverteilung einem Rad mit Speichen vergleichbar, wobei das zweite Gelenkelement
die Nabe, der Umfangsgurt die Felge und die Verbindungsstege die Speichen des Rads
ersetzen. Die Gerippeseitenstrukturen erstrecken sich zumindest im Wesentlichen in
Längsrichtung des Skis und können daher auch als Gerippelängsstrukturen bezeichnet
werden. Die Gerippeseitenstrukturen können jeweils insbesondere in der Art eines Fachwerks
geformt sein, vorzugsweise als flächenhaftes Fachwerk mit Krümmung(en), gegebenenfalls
auch als nur zweidimensionales Fachwerk. Das Gerippe im Ganzen bildet mit seinen wenigstens
zwei, vorzugsweise nur zwei Gerippeseitenstrukturen und der wenigstens einen Gerippequerstruktur
eine Art dreidimensionales Fachwerk.
[0010] Die Gerippequerstruktur stützt die Gerippeseitenstrukturen quer zur Längsrichtung
gegeneinander ab. Sie überträgt in Querrichtung Druck- und Zugkräfte. Das Bindungsgehäuse
weist vorzugsweise mehrere Gerippequerstrukturen auf, die jeweils voneinander beabstandet
sind.
[0011] Das Gerippe ist in bevorzugten Ausführungen in sich steif. Die Stege und Knoten,
aus denen sich das Gerippe zusammensetzt, sind relativ zueinander unbeweglich, abgesehen
von bei Kraft- oder Drehmomentübertragung auftretenden elastischen Verformungen. Das
Gerippe kann insbesondere in einem Stück geformt sein. Bevorzugt wird das Gerippe
einteilig im Spritzguss aus Kunststoff geformt. Ein dreidimensionales Gerippe kann
mit einem oder mehreren in die Spritzgussform eingelegten Kem(en) geformt werden,
wobei der oder die Kem(e) nach dem Gießen aus dem Spritzgussgerippe gezogen wird oder
werden. Statt als geformte Einheit kann das Gerippe auch aus mehreren, jeweils separat
geformten Teilen zu einer Bewegungseinheit gefügt sein. So können zwei Gerippeseitenstrukturen
als Einheit im Spritzguss aus Kunststoff geformt sein, während eine Gerippequerstruktur
aus einem Kunststoff oder metallischen Werkstoff geformt und mit den Gerippeseitenstrukturen
gefügt ist, vorzugsweise zumindest unter Einschluss eines Formschlusses, beispielsweise
mittels einer Steckverbindung, optional ergänzt durch eine Rast- oder eine Stoffschlussverbindung.
[0012] Das Gelenk umfasst vorzugsweise ein Drehgelenk, und noch bevorzugter ist es ein Drehgelenk,
so dass der Sohlenhalter im Gelenk nur einen einzigen Freiheitsgrad der Bewegung,
der Rotation, hat. Das Bindungsgehäuse bildet in Bezug auf die Kraft- oder Drehmomentübertragung
einen mehrarmigen Hebel mit einem als Öffnungshebel dienenden ersten Hebelarm und
einem den Sohlenhalter bildenden zweiten Hebelarm. In einer Weiterbildung sind beide
Hebelarme als Gerippe gebildet. Der Sohlenhalter und die Federabstützung bilden über
das Gelenk eine Art Wippe mit dem Sohlenhalter als dem einen und der Federabstützung
als dem anderen Ende der Wippe. Ist der erwähnte Trittspom vorhanden, so ist dieser
am Ende eines dritten Hebelarms des Bindungsgehäuses angeordnet, wobei der dritte
Hebelarm in erster Näherung zum zweiten Hebelarm gerechnet werden kann, an dessen
Ende der Sohlenhalter angeordnet ist. Im Grunde handelt es sich jedoch um unterschiedliche
Hebelarme, von denen der eine beim Einsteigen in die Bindung und der andere im Notfall
beim Lösen der Bindung die Hebelfunktion übernimmt. In Weiterbildungen ist das Bindungsgehäuse
auch im Bereich des zum Trittsporn führenden dritten Hebelarms als Gerippe gebildet.
Der ebenfalls bereits genannte Betätigungsbereich zum Lösen der Bindung ist Bestandteil
des Öffnungshebels, in dessen Bereich vorteilhafterweise die Federabstützung angeordnet
ist. Bevorzugt ist der Öffnungshebel im Ganzen, also im Bereich zwischen dem zweiten
Gelenkelemente und der Federabstützung und auch im Betätigungsbereich, der zweckmäßigerweise
vom zweiten Gelenkelement aus gesehen noch hinter der Federabstützung gebildet ist,
ein Gerippe.
[0013] Falls das Gerippe die genannten Gerippeseitenstrukturen und jede der Gerippeseitenstrukturen
wie bereits erläutert einen Umfangsgurt aufweist, ist dieser Umfangsgurt vorteilhafterweise
um das zweite Gelenkelement umlaufend in sich geschlossen. Der Urrzfangsgurt bildet
in seinem vorderen Bereich, in Fahrtrichtung des Skis gesehen vor dem Gelenk vorteilhafterweise
auch gleich den Sohlenhalter oder einen Teil des Sohlenhalters. Vom Sohlenhalterbereich
ausgehend erstreckt sich der Umfangsgurt oberhalb und unterhalb des zweiten Gelenkelements
in Längsrichtung nach hinten bis zur Federabstützung und vorzugsweise auch noch über
die Federabstützung hinaus weiter nach hinten in den bevorzugt dort angeordneten Betätigungsbereich.
[0014] In bevorzugten ersten Ausführungen, die insbesondere beim Fersenteil, grundsätzlich
aber auch beim Vorderteil verwirklicht sein können, bilden die genannten Gerippeseitenstrukturen
das zweite Gelenkelernent. Die in Querrichtung voneinander beabstandeten Gerippeseitenstrukturen
können mittels des zweiten Gelenkelements miteinander verbunden sein, das Gelenkelement
würde sich in derartigen Ausführungen von der einen Gerippeseitenstruktur bis zur
anderen erstrecken und kann die Gerippequerstruktur oder eine von mehreren Gerippequerstrukturen
bilden. Bevorzugter bildet jedoch eine der Gerippeseitenstrukturen einen linken und
die andere einen rechten Teil des zweiten Gelenkeleznents.
[0015] In bevorzugten zweiten Ausführungen, die insbesondere beim Vorderteil, grundsätzlich
aber auch beim Fersenteil verwirklicht sein können, bildet die genannte, wenigstens
eine Gerippequerstruktur eines der Gelenkelemente des Gelenks. Insbesondere in solchen
Ausführungen kann die Gerippequerstruktur als ein Querbügel geformt sein, der die
Gerippeseitenstrukturen klammert. Der Querbügel kann mit einem sich zwischen den Gerippeseitenstrukturen
ersteckenden Bügelmittelabschnitt und von diesem links und rechts abragend einem linken
und einem rechten Bügelschenkel geformt sein.
[0016] Die wenigstens eine Gerippequerstruktur kann insbesondere im Bereich des Sohlenhalters
angeordnet sein. Solch eine Gerippequerstruktur kann gleichzeitig auch einen Mittelabschnitt
des Sohlenhalters bilden, an den sich außen, links und rechts, jeweils ein Endabschnitt
des Sohlenhalters anschließt, wobei die Endabschnitte vorzugsweise an den Gerippeseitenstrukturen
geformt sind. Die wenigstens eine Gerippequerstruktur kann auch von der Federabstützung
gebildet werden. Von Vorteil ist, wenn im vorderen Bereich des Bindungsgehäuses eine
erste Querstruktur vorhanden ist, die insbesondere einen Mittelabschnitt des Sohlenhalters
bilden kann, und wenigstens eine weitere, zweite Gerippequerstruktur die Federabstützung
bildet. Von Vorteil ist, wenn ferner eine dritte Querstruktur vom zweiten Gelenkelement
aus gesehen noch hinter der Federabstützung, vorzugsweise am hinteren Ende des Bindungsgehäuses,
vorgesehen ist. Weist das Gerippe mehrere Querstrukturen auf, sind diese vorzugsweise
in lichten Abständen voneinander entfernt, so dass das Bindungsgehäuse im Ganzen als
eine mehrfach durchbrochene, bevorzugt als Einheit geformte Struktur, als einteiliges
Gerippe, erhalten wird. Die das Gerippe bildenden Stege erfüllen nur die Funktion
der Kraft- oder Drehmomentübertragung und, optional, eine oder auch mehrere der genannten
Funktionen, wie die des Sohlenhalters und der Federabstützung.
[0017] Vorzugsweise nimmt das Bindungsgehäuse das Federglied in einem Aufnahmeraum auf und
erfüllt trotz seiner Strukturierung als Gerippe eine Gehäusefunktion, nämlich die
einer Aufnahme. Das Federglied ist mit dem Bindungsgehäuse vorzugsweise gemeinsam
beweglich, so dass es die Bewegungen des Bindungsgehäuses relativ zur Lagerstruktur
mitmacht. In Weiterbildungen, in denen das Federglied auf ein Eingriffsglied wirkt,
um dieses in einen Führungskontakt mit einer Führungskurve zu spannen, führt es das
Eingriffsglied in Richtung auf die Führungskurve hin und her beweglich, erfüllt also
eine Führungsfunktion. Wenigstens einer der Gerippestege kann eine Führung, bevorzugt
eine Gleitführung, unmittelbar für das Eingriffsglied bilden. In bevorzugten Ausführungen
erfüllt das Bindungsgehäuse beide Funktionen, die Aufnahme- und die Führungsfunktion.
[0018] Der Aufnahmeraum weist vorzugsweise eine seitliche Öffnung auf, so dass er sich über
diese Öffnung quer zur Richtung der Federkraft des Federglieds öffnet. Das Bindungsgehäuse
nimmt im Bereich des Aufnahmeraums vorzugsweise nicht nur das Federglied, sondern
auch das Eingriffsglied auf und bildet im Aufnahmeraum eine Gehäuseführung, die das
Eingriffsglied in Richtung auf eine Führungskurve und in die Gegenrichtung hin und
her beweglich führt. Das Federglied spannt das Eingriffsglied in einen Führungskontakt
mit der Führungskurve. Führungskurve und Eingriffsglied bilden miteinander ein Kurvengetriebe.
Die Führungskurve, das Eingriffsglied und das Federglied sind Bestandteil eines Steuerungsmechanismus
zur Steuerung des Öffnens und Schließens der Bindung. Die seitliche Öffnung ist vorteilhaft
für den Zusammenbau der Bindung, indem bei der Montage das Federglied und das Eingriffsglied
durch die Öffnung in Querrichtung zu der im montierten Zustand wirkenden Federkraft
in den Aufnahmeraum eingesetzt werden können.
[0019] Der Aufnahmeraum ist in bevorzugten Ausführungen so geformt, dass bei einem bevorzugten
Verfahren der Urformung, dem Spritzgießen, in der Spritzgießform ein Kern angeordnet
werden kann, der stattdessen aber auch von einer Seitenwand der Spritzgießform in
den Innenraum der Fort vorragen kann. Dieser Kern wird umspritzt, so dass er nach
dem Spritzgießen in den so erhaltenen Aufnahmeraum ragt. Der Kern ist die Negativform
des Aufnahmeraums. Nach oder bereits bei der Entnahme aus der Form wird der Kern seitlich
aus dem so geformten Aufnahmeraum gezogen oder das Bindungsgehäuse von dem Kern abgezogen,
wodurch die Öffnung erhalten wird. In bevorzugten Ausführungen wird der Aufnahmeraum
unmittelbar von den Gerippeseitenstrukturen an einander gegenüberliegenden Seiten
begrenzt. Die Gerippeseitenstrukturen können insbesondere die genannte Gehäuseführung
oder einen Teil der Gehäuseführung an ihren Innenseiten bilden.
[0020] Vorteilhafte Ausgestaltungen zu diesem Aufnahmeraum und einem den Aufnahmeraum verschließenden
Montagedeckel werden in der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2009 047 821 "Gleitbrettbindung mit Montagedeckel" offenbart. Diese Anmeldung wird hinsichtlich
des Aufnahmeraums und des Montagedeckels in Bezug genommen.
[0021] In Bezug auf den Aufnahmeraum und einen Deckel für den Aufnahmeraum sind insbesondere
die in den nachfolgenden Absätzen angeführten Merkmale von Vorteil, die mit der hier
beanspruchten Erfindung in Kombination oder auch losgelöst von dieser verwirklicht
sein können. Die in den nachfolgenden, mit Großbuchstaben nummerierten Absätzen verwendeten
Bezugszeichen sind auf die Figuren der Ausführungsbeispiele bezogen und dienen den
gleichen Zwecken wie Bezugszeichen in Patentansprüchen. So ist unter dem Aspekt des
Aufnahmeraums eine Gleitbrettbindung, insbesondere Skibindung, ein weiterer Gegenstand
wie folgt:
- (1) Gleitbrettbindung umfassend
- a) eine mit einem Gleitbrett verbundene oder verbindbare Lagerstruktur (1),
- b) einen mit der Lagerstruktur (1) in einem Gelenk (3, 4) verbundenen Sohlenhalter
(6) zum Halten eines Schuhs,
- c) ein Federglied (16), gegen dessen Federkraft (F) der Sohlenhalter (6) im Gelenk
(3, 4) beweglich ist,
- d) eine Führungskurve (14) und ein Eingriffsglied (15), das vom Federglied (16) in
einen Führungskontakt mit der Führungskurve (14) gespannt wird, um die Größe der Federkraft
(F) der Führungskurve (14) entsprechend zu steuern,
- e) ein Bindungsgehäuse (2) mit einem Aufnahmeraum für das Eingriffsglied (15) und
das Federglied (16), einer Federabstützung (9) zur Aufnahme der Federkraft (F) und
einer Gehäuseführung (24), die das Eingriffsglieds (15) in Richtung (A2) auf die Führungskurve (14) beweglich führt,
- f) wobei der Aufnahmeraum seitlich, in Querrichtung zur Federkraft (F) eine Öffnung
(20) aufweist, durch die das Eingriffsglied (15) und das Federglied (16) bei einem
Zusammenbau der Gleitbrettbindung einsetzbar sind,
- g) und einen mit dem Bindungsgehäuse (2) gefügten Deckel (25), der die Öffnung zumindest
teilweise verschließt und eine Deckelführung (27) bildet, die das Eingriffsglied (15)
gemeinsam mit der Gehäuseführung (24) in Richtung (A2) auf den Führungskontakt führt.
- (2) Gleitbrettbindung nach Absatz (1), wobei der Deckel (24) an einer Oberseite des
Bindungsgehäuses (2) angeordnet ist.
- (3) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) oder (2), wobei sich die Öffnung
(20) bis wenigstens zu der Führungskurve (14) und erstreckt und vorzugsweise bis zu
der Federabstützung (9) reicht.
- (4) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (3), wobei die Deckelführung
(27) und die Gehäuseführung (24) einander in Richtung der Federkraft (F) überlappend
gegenüberliegen und das Bindungsgehäuse (2) und der Deckel (25) zusammen das Eingriffsglied
(15) in wenigstens zwei unterschiedlichen Querrichtungen zur Federkraft (F), vorzugsweise
in jeder Querrichtung, in enger Passung halten.
- (5) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (4), wobei eine Einstelleinrichtung
(17, 18; 17-19) zum Einstellen einer Vorspannkraft des Federglieds (16) vorgesehen
ist und der Deckel (25) eine Skala oder einen Zeiger einer Anzeige für die Größe der
Vorspannkraft bildet.
- (6) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (5), wobei Einstellelemente (17,
18; 17-19) zum Einstellen einer Vorspannkraft des Federglieds (16) vorgesehen und
bei dem Zusammenbau der Gleitbrettbindung ebenfalls durch die Öffnung (20) von der
Seite in den Aufnahmeraum einsetzbar sind.
- (7) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (6), wobei eine Einstelleinrichtung
(17, 18; 17-19) zum Einstellen einer Vorspannkraft des Federglieds (16) ein erstes
Einstellelement (17), vorzugsweise eine Einstellschraube, und ein zweites Einstellelement
(18), vorzugsweise eine Einstellmutter, aufweist, die miteinander in einem Einstelleingriff,
vorzugsweise Gewindeeingriff, und im Einstelleingriff relativ zueinander verstellbar
sind, und die Federabstützung, (9) einen Anschlag für die Einstelleinrichtung (17,
18; 17-19) außerhalb des Einstelleingriffs bildet.
- (8) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (7), wobei der Deckel (25) in
Querrichtung zur Federwirkrichtung (F) formschlüssig mit dem Bindungsgehäuse (2) gefügt
ist.
- (9) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (8), wobei der Deckel (25) in
einem Drehgelenk (22, 26) mit dem Bindungsgehäuse (2) verbunden ist und eine Drehachse
des Drehgelenks (22, 26) vorzugsweise quer zur Federkraft (F) weist.
- (10) Gleitbrettbindung nach Absatz (9), wobei ein Achselement (22) des Drehgelenks
(22, 26) mit dem Bindungsgehäuse (2) gefügt ist und der Deckel (25) eine um das Achselement
(22) drehbare Buchse (26) des Drehgelenks bildet.
- (11) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (10), wobei der Deckel (25)
in einem Schubgelenk, das vorzugsweise als Nut-und-Feder-Verbindung gebildet ist,
mit dem Bindungsgehäuse (2) verbunden ist.
- (12) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (11), wobei der Deckel (25)
mittels Rasteingriff (bei 28) mit dem Bindungsgehäuse (2) verbunden ist.
- (13) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (12), wobei der Deckel (25)
vom Bindungsgehäuse (2) an wenigstens zwei einander gegenüberliegenden Seiten eingefasst
wird.
- (14) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (13), wobei das Bindungsgehäuse
(2) den Sohlenhalter (6) und ein Gelenkelement (4) des den Sohlenhalter (6) mit der
Lagerstruktur (1) verbindenden Gelenks (3, 4) bildet.
- (15) Gleitbrettbindung nach Absatz (14), wobei das Bindungsgehäuse (2) in einem vom
Sohlenhalter (6) über das zweite Gelenkelement (4) bis zur Federabstützung (9) verlaufenden
Kraftfluss ein Gerippe ist.
- (16) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (15), wobei das Bindungsgehäuse
(2) eine linke Gerippeseitenstruktur (101), eine von dieser beabstandete rechte Gerippeseitenstruktur
(10r) und eine die Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) miteinander verbindende Gerippequerstruktur
(9, 11, 12) aufweist.
- (17) Gleitbrettbindung nach Absatz (16), wobei das die Öffnung (20) zwischen den Gerippeseitenstrukturen
(101, 10r) angeordnet ist und die Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) die Öffnung (20)
vorzugsweise beidseits begrenzen.
- (18) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (16) und (17), wobei jede der Gerippeseitenstrukturen
(101; 10r) selbst ein Gerippe ist.
- (19) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (16) bis (18), wobei wenigstens eine
der Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) einen um das zweite Gelenkelement (41, 4r)
in einem Abstand erstreckten Umfangsgurt (10a) und Verbindungsstege (10b) aufweist,
die den Umfangsgurt (10a) mit dem Gelenkelement (41, 4r) des Bindungsgehäuses (2)
verbinden und bei Krafteinwirkung an diesem abstützen.
- (20) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (16) bis (19), wobei die Gerippeseitenstrukturen
(101, 10r) den Sohlenhalter (6) oder jeweils wenigstens einen Teilabschnitt des Sohlenhalters
(6) bilden.
- (21) Gleitbrettbindung nach einem Absätze (15) bis (20) und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
- (i) die Federabstützung (9) bildet eine Querstruktur des Gerippes;
- (ii) der Sohlenhalter (6) bildet eine Querstruktur (12) des Gerippes;
- (iii) das Gerippe weist in Längsrichtung (X) der Bindung eine Querstruktur (11) in
einem Bereich vor dem Gelenk (3, 4) und in einem lichten Abstand von dieser Querstruktur
(11) wenigstens eine weitere Querstruktur (9, 12) in einem Bereich hinter dem Gelenk
(3, 4) auf;
- (iv) das Gerippe weist von dem Gelenk (3, 4) aus gesehen in einem Bereich hinter der
Federabstützung (9) eine Querstruktur (12) auf.
- (22) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (21), wobei das Bindungsgehäuse
(2) einen in dem Gelenk (3, 4) relativ zu der Lagerstruktur (1) um eine Rotationsachse
(Y) rotatorisch beweglichen mehrarmigen Hebel bildet, der einen als Öffnungshebel
(8) dienenden ersten Hebelarm mit einem dem Lösen der Bindung dienenden Betätigungsbereich
und einen den Sohlenhalter (6) bildenden zweiten Hebelarm aufweist und das Bindungsgehäuse
(2) vorzugsweise auch im Betätigungsbereich ein Gerippe ist.
- (23) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (22), wobei das Bindungsgehäuse
(2) in einem Stück als Gerippe (9-12) geformt ist, vorzugsweise im Spritzguss aus
Kunststoff.
- (24) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (23), wobei die Führungskurve
(14) an einem Lagerbock (5) der Lagerstruktur (1) geformt ist, der ein Gelenkelement
(3) des den Sohlenhalter (6) mit der Lagerstruktur (1) beweglich verbindenden Gelenks
(3, 4) lagert.
- (25) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (24), wobei der Sohlenhalter
(6) um eine Rotationsachse (Y) relativ zu der Lagerstruktur (1) beweglich ist und
wenigstens in allen stabilen Positionen des Bindungsgehäuses (2) eine von der Federabstützung
(9) radial auf die Rotationsachse (R) erstreckte Verbindungsachse (A2) mit der von der Federabstützung (9) aufgenommenen Federkraft (F) oder einer von
der Federabstützung (9) in den Führungskontakt erstreckten Achse (etwa A1) einen spitzen Winkel (0° < α < 90°) einschließt.
- (26) Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis (25), wobei der Sohlenhalter
(6) um eine Rotationsachse (Y) relativ zu der Lagerstruktur (1) beweglich ist und
eine Federwirkachse (A1), längs der die Federkraft (F) des Federglieds (16) auf die Federabstützung (9) wirkt,
wenigstens in allen stabilen Positionen des Bindungsgehäuses (2) die Rotationsachse
(Y) in einem Abstand (e) kreuzt.
- (27) Verfahren der Montage einer Gleitbrettbindung nach einem der Absätze (1) bis
(26), bei dem das Bindungsgehäuse (2) durch Herstellung des Gelenks (3, 4) mit der
Lagerstruktur (1) verbunden wird und das Eingriffsglied (15) und das Federglied (16)
vorzugsweise nach Herstellung des Gelenks (3, 4) durch die Öffnung (20) quer zu der
vom Federglied (16) erzeugbaren Federkraft (F) in den Aufnahmeraum eingesetzt werden,
vorzugsweise gemeinsam, so dass das Eingriffsglied (15) in den Führungskontakt gelangt
und das Federglied (16) sich an der Federabstützung (9) abstützt.
[0022] In bevorzugten Ausführungen ist der Sohlenhalter in dem Gelenk relativ zu der Lagerstruktur
um eine Rotationsachse rotatorisch beweglich. Eines der Gelenkelemente ist eine Buchse.
Das andere der Gelenkelemente ist eine mit der Buchse in einem Drehgleitkontakt befindliche
Hohlachse oder -welle mit frei bleibendem Innenquerschnitt. Auch in solch einer Ausführung
wird es bevorzugt, wenn die Lagerstruktur und das Bindungsgehäuse jeweils eine Buchse
bilden, eine dieser Buchsen die Buchse des Gelenks ist und auch die andere dieser
Buchsen die Hohlachse oder -welle aufnimmt. Die Hohlachse oder -welle kann zumindest
über die axiale Länge des Drehgleitkontakts einen Außendurchmesser von wenigstens
10 mm, vorzugsweise wenigstens 12 mm aufweisen. Ein Durchmesser des Innenquerschnitts
ist in bevorzugten Ausführungen über wenigstens annähernd die gesamte Länge der Hohlachse
oder -welle in jeder Richtung radial zur Rotationsachse wenigstens dreimal, vorzugsweise
wenigstens viennal so groß wie die lokale Wandstärke der Hohlachse oder-welle.
[0023] In Bezug auf die Ausbildung eines der Gelenkelemente als Hohlachse oder -welle wird
ergänzend die deutsche Patentanmeldung
DE 10 2009 047 820 "Skibindung mit Hohlachse" oder -welle" in Anspruch genommen.
[0024] In Bezug auf diese weitere Erfindung, die vorteilhaft mit der hier beanspruchten
Erfindung kombiniert werden kann, sind insbesondere folgende Ausgestaltungen von Vorteil,
wobei die Bezugszeichen in den Absätzen beispielhaft in der Art wie in Patentansprüchen
angeführt sind:
- I Eine Skibindung umfassend
- a) eine mit einem Ski verbundene oder verbindbare Lagerstruktur (1),
- b) einen Sohlenhalter (6) zum Halten eines Skischuhs,
- c) ein Gelenk (3, 4; 3, 5), in dem der Sohlenhalter (6) um eine Rotationsachse (Y;
Z) beweglich mit der Lagerstruktur (1) verbunden ist und das von einem Gelenkelement
(3; 5) der Lagerstruktur (1) und einem Gelenkelement (4; 3) des Sohlenhalters (6)
gebildet wird,
- d) und ein Federglied (16), gegen dessen Federkraft der Sohlenhalter (6) im Gelenk
(3, 4; 3, 5) beweglich ist,
- e) wobei eines der Gelenkelemente (3, 4; 3, 5) eine Buchse (41, 4r; 51, 5r; 4; 5)
ist,
- f) und wobei das andere Gelenkelement (3) eine mit der Buchse (41, 4r; 51, 5r; 4;
5) in einem Drehgleitkontakt befindliche Hohlachse oder -welle (3) mit freibleibendem
Innenquerschnitt ist.
- II Skibindung nach Absatz I, wobei die Hohlachse oder -welle (3) zumindest über die
axiale Länge des Drehgleitkontakts einen Außendurchmesser (Da) von wenigstens 10 mm, vorzugsweise wenigstens 12 mm, aufweist.
- III Skibindung nach einem der Absätze I und II, wobei der Innenquerschnitt der Hohlachse
oder -welle (3) einen Durchmesser (Di) aufweist, der über wenigstens annähernd die gesamte Länge der Hohlachse oder -welle
(3) in jeder Richtung radial zur Rotationsachse (Y; Z) wenigstens dreimal, vorzugsweise
wenigstens viermal so groß wie die lokale Wandstärke der Hohlachse oder -welle (3)
ist.
- IV Skibindung nach einem der Absätze I bis III, wobei die Hohlachse oder -welle (3)
über wenigstens annähernd ihre gesamte Länge in Axialrichtung und in Umfangsrichtung
kontinuierlich glatte Mantelaußenfläche oder Mantelinnenfläche aufweist.
- V Skibindung nach einem der Absätze I bis IV, wobei die Hohlachse oder -welle (3)
über wenigstens annähernd ihre gesamte Länge eine kreiszylindrische Mantelaußenfläche
oder Mantelinnenfläche aufweist.
- VI Skibindung nach einem der Absätze I bis V, wobei die Hohlachse oder -welle (3)
eine Metall- oder Kunststoffhülse ist.
- VII Skibindung nach einem der Absätze I bis VI, wobei die Hohlachse oder -welle (3)
an wenigstens einem ihrer axialen Enden eine Aufweitung aufweist, um die Hohlachse
oder - welle (3) axial in eine Richtung gegen Verschieben zu sichern.
- VIII Skibindung nach Absatz VII, wobei die Hohlachse oder -welle (3) aus einem Metallwerkstoff
geformt und die Aufweitung durch plastische Umformung erhalten wurde, wobei die Hohlachse
oder -welle (3) mit der Aufweitung vorzugsweise an einer um die Rotationsachse (Y;
Z) umlaufenden Fase des als Buchse gebildeten Gelenkelements anliegt.
- IX Skibindung nach einem der Absätze I bis VIII, wobei die Lagerstruktur (1) Drehmoment
übertragend mit einer die Hohlachse oder -welle (3) lagernden Buchse (51, 5r; 5) und
der Sohlenhalter (6) Drehmoment übertragend mit einer die Hohlachse oder -welle (3)
umgreifenden weiteren Buchse (41, 4r; 4) verbunden ist und eine dieser Buchsen (41,
4r, 51, 5r; 4, 5) mit der Hohlachse oder-welle (3) das Gelenk (3, 4; 3, 5) bildet.
- X Skibindung nach Absatz IX, wobei die andere dieser Buchsen (41, 4r, 51, 5r; 4, 5)
mit der Hohlachse oder -welle (3) reibschlüssig verbunden ist oder ein weiteres Gelenk
mit einem Freiheitsgrad der Rotation um die gleiche Rotationsachse (Y; Z) bildet.
- XI Skibindung nach einem der Absätze IX und X, wobei wenigstens eine der Buchsen (41,
4r, 51, 5r), vorzugsweise die Drehmoment übertragend mit dem Sohlenhalter (6) verbundene
weitere Buchse (41, 4r), axial geteilt ist, so dass sie eine linke Buchse (41, 51)
und eine von dieser beabstandete rechte Buchse (4r, 5r) umfasst, und die andere der
Buchsen (41, 4r, 51, 5r) axial zwischen der linken Buchse (41) und der rechten Buchse
(4r) die Hohlachse oder -welle (3) umgreift.
- XII Skibindung nach einem der Absätze I bis XI, wobei die Hohlachse oder welle (3)
als Durchführung für einen Riemen verwendbar ist, vorzugsweise für einen Fangriemen
oder einen Riemen zur Befestigung eines mitführbaren Behältnisses oder sonstigen Gegenstands.
- XIII Skibindung nach einem der Absätze I bis XII, wobei ein den Sohlenhalter (6) umfassendes,
in dem Gelenk (3, 4; 3, 5) um die Rotationsachse (Y) schwenkbewegliches Bindungsgehäuse
(2) mittels eines Kurvengetriebes (14, 15) mit der Lagerstruktur (1) gekoppelt ist,
das Kurvengetriebe (14, 15) eine Führungskurve (14) und ein in einem Führungskontakt
längs der Führungskurve (14) bewegliches Eingriffsglied (15) umfasst und das Federglied
(16) die Führungskurve (14) und das Eingriffsglied (15) gegeneinander elastisch in
den Führungskontakt spannt.
- XIV Skibindung nach Absatz XIII, wobei die Führungskurve (14) an einem Lagerbock (5)
der Lagerstruktur (1) geformt ist, der die Hohlachse oder -welle (3) lagert, vorzugsweise
eine die Hohlachse oder -welle (3) lagernde weitere Buchse (51, 5r) oder die Buchse
(51, 5r) des Gelenks (3, 5) bildet.
- XV Skibindung nach einem der Absätze XIII und XIV, wobei sich das Federglied (16)
an einer Federabstützung (9) des Bindungsgehäuses (2) abstützt und wenigstens in allen
stabilen Positionen des Bindungsgehäuses (2) eine von der Federabstützung (9) radial
auf die Rotationsachse (Y) erstreckte Verbindungsachse (A2) mit einer von dem Federglied (16) auf die Federabstützung (9) wirkenden Federkraft
(F) oder einer von der Federabstützung (9) in den Führungskontakt erstreckten Achse
einen spitzen Winkel (0° < α < 90°) einschließt.
- XVI Skibindung nach einem der Absätze XIII bis XV, wobei sich das Federglied (16)
an einer Federabstützung (9) des Bindungsgehäuses (2) abstützt und wenigstens in allen
stabilen Positionen des Bindungsgehäuses (2) eine Federwirkachse (A1), längs der die Federkraft (F) des Federglieds (16) auf die Federabstützung (9) wirkt,
die Rotationsachse (Y) des Gelenks (3, 4; 3, 5) in einem Abstand (e) kreuzt.
- XVII Skibindung nach einem der Absätze XIII bis XVI, wobei das Bindungsgehäuse (2)
das Eingriffsglied (15) in Richtung auf die Führungskurve (14) hin und her beweglich
führt, vorzugsweise linear.
- XVIII Skibindung nach einem der Absätze I bis XVII, wobei ein den Sohlenhalter (6),
dessen Gelenkelement (4) und eine Federabstützung (9) bildendes Bindungsgehäuse (2)
in einem vom Sohlenhalter (6) über dessen Gelenkelement (4) bis zur Federabstützung
(9) verlaufenden Kraftfluss ein Gerippe ist.
- XIX Skibindung nach Absatz XVIII, wobei das Bindungsgehäuse (2) eine linke Gerippeseitenstruktur
(101), eine von dieser beabstandete rechte Gerippeseitenstruktur (10r) und eine die
Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) miteinander verbindende Gerippequerstruktur (9,
11, 12) aufweist.
- XX Skibindung nach Absatz XIX, wobei wenigstens eine der Gerippeseitenstrukturen (101,
10r) einen um das Gelenkelement (41, 4r) des Sohlenhalters (6) in einem Abstand erstreckten
Umfangsgurt (10a) und Verbindungsstege (10b) aufweist, die den Umfangsgurt (10a) mit
diesem Gelenkelement (41, 4r) verbinden und bei Krafteinwirkung an diesem abstützen.
- XXI Skibindung nach einem der Absätze XIX und XX, wobei die Gerippeseitenstrukturen
(101, 10r) die Buchse (41, 4r) des Gelenks (3, 4) oder die weitere Buchse (4r, 41)
nach Anspruch 8 bilden.
- XXII Skibindung nach einem der Absätze XVIII bis XXI und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
- (i) eine Federabstützung (9) des Bindungsgehäuses (2) bildet eine Querstruktur des
Gerippes;
- (ii) der Sohlenhalter (6) bildet eine Querstruktur (12) des Gerippes;
- (iii) das Gerippe weist in Längsrichtung (X) der Bindung eine Querstruktur (11) in
einem Bereich vor dem Gelenk (3, 4; 3, 5) und in einem lichten Abstand von dieser
Querstruktur (11) wenigstens eine weitere Querstruktur (9, 12) in einem Bereich hinter
dem Gelenk (3, 4; 3, 5) auf;
- (iv) das Gerippe weist von dem Gelenk (3, 4; 3, 5) aus gesehen in einem Bereich hinter
einer Federabstützung (9) des Bindungsgehäuses (2) eine Querstruktur (12) auf.
- XXIII Skibindung nach einem der Absätze I bis XXII, wobei das Bindungsgchäuse (2)
in einem Stück geformt ist, vorzugsweise im Spritzguss aus Kunststoff.
- XXIV Skibindung nach einem der Absätze I bis XXIII, dadurch gekennzeichnet, dass die
Lagerstruktur (1) Bestandteil eines Vorderteils der Bindung und in einem sich durch
ihr Gelenkelement (5) erstreckenden Kraftfluss ein Gerippe ist.
- XXV Skibindung nach Absatz XXIV, wobei
der Sohlenhalter (6) ein linker Sohlenhalter ist,
das Vorderteil ferner einen rechten Sohlenhalter (6) aufweist,
die Lagerstruktur (1) eine linke Gerippeseitenstruktur (101) für den linken Sohlenhalter
(6), eine von der linken Gerippeseitenstruktur (101) beabstandete rechte Gerippeseitenstruktur
(10r) Für den rechten Sohlenhalter (6)
und einen Querbügel (34) umfasst, der sich von der linken Gerippeseitenstruktur (101)
bis zur rechten Gerippeseitenstruktur (10r) erstreckt
und eine versteifende Querstruktur des Gerippes bildet.
- XXVI Skibindung nach Absatz XXV, wobei die Hohlachse oder-welle (3) den Querbügel
(34) und eine der Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) des Vorderteils der Bindung durchragt.
- XXVII Skibindung nach einem der Absätze XXV und XXVI, wobei jede der Gerippeseitenstrukturen
(101, 10r) einen Lagerbügel bildet und die Hohlachse oder -welle (3) einen der Lagerbügel
durchragt, so dass sie an diesem Lagerbügel an zwei Bügelschenkeln abgestützt ist
und vorzugsweise zwischen den Bügelschenkeln mit dem Sohlenhalter (6) verbunden ist.
- XXVIII Skibindung nach einem der Absätze XXV bis XXVII, wobei die Lagerstruktur (1)
Bestandteil des Vorderteils der Bindung ist und eine Gerippequerstruktur (11) aufweist,
von der die Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) in einem lichten Abstand voneinander
aufragen.
- XXIX Skibindung nach einem der Absätze XXIV bis XXVIII, wobei die Lagerstruktur (1)
Bestandteil des Vorderteils der Bindung und entweder aus mehreren Teilen, vorzugsweise
genau zwei Teilen, fest gefügt oder in einem Stück geformt ist.
- XXX Skibindung nach einer Kombination der Absätze XXVIII und XXIX, wobei die Gerippequerstruktur
(11) und die Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) gemeinsam in einem Stück geformt sind,
vorzugsweise im Spritzguss aus Kunststoff.
[0025] Vorteilhafte Merkmale werden auch durch die Unteransprüche und deren Kombinationen
beschrieben. Auch Teilmerkmale von Unteransprüchen bilden den Gegenstand des Hauptanspruchs
und auch die vorstehend erläuterten Ausgestaltungen vorteilhaft weiter.
[0026] In der Anmeldung werden Merkmale offenbart, die auch bei einer Bindung nur entsprechend
den Merkmalen a) bis d) des Anspruchs 1 von Vorteil sind und daher auch ohne dessen
Merkmal e) zum Gegenstand einer Teilungsanmeldung gemacht werden können. Ein solches
Merkmal ist beispielsweise die Aufnahme des Eingriffsglieds und des Federglieds in
einem Aufnahmeraum des Bindungsgehäuses, der sich seitlich, in eine Richtung quer
zur Federkraft des Federglieds öffnet. Dies erleichtert den Zusammenbau der Bindung
erheblich. Von Vorteil allein für sich ist auch die Bildung des Gelenks mittels einer
Hohlachse oder -welle mit freibleibendem Innenquerschnitt. Der Vereinfachung der Bindung
und ihrer Montage sowie der Gewichtsreduzierung ist es förderlich, wenn ein Steuerungsmechanismus,
der beim Öffnen und Schließen der Bindung die Größe der Federkraft steuert, eine Führungskurve
aufweist, die unmittelbar von der Lagerstruktur gebildet wird. Vorteilhaft auch ohne
das Merkmal e) ist auch die Anordnung des Federglieds in einer Weise, dass eine Federwirkachse,
längs der die Federkraft des Federglieds auf die Federabstützung wirkt, oder eine
von der Federabstützung in einen Führungskontakt des Steuerungsmechanismus erstreckte
Achse, die mit der Federwirkachse zusammenfallen kann aber nicht muss, von einer Verbindungsachse
abweicht, die sich von der Federabstützung radial auf eine Gelenkachse des Gelenks
erstreckt, die Gelenkachse also schneidet.
[0027] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden je einzeln und in jeder
Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche und auch die vorstehend beschriebenen
Ausgestaltungen vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Fersenteil einer Skibindung in einer Seitenansicht,
- Figur 2
- das Fersenteil in einer Sicht von schräg vorne,
- Figur 3
- das Fersenteil in einer Draufsicht auf die Oberseite,
- Figur 4
- das Fersenteil in einer Sicht auf die Rückseite,
- Figur 5
- das Fersenteil zerlegt in Einzelkomponenten,
- Figur 6
- ein längs geschnittenes Bindungsgehäuse des Fersenteils in einer Sicht auf eine Längsseite,
- Figur 7
- das längs geschnittene Bindungsgehäuse in einer Sicht auf die der in Figur 6 dargestellten
Seite gegenüberliegende Längsseite,
- Figur 8
- ein modifiziertes Fersenteil in einem Schließzustand,
- Figur 9
- das modifizierte Fersenteil zerlegt in Einzelkomponenten und
- Figur 10
- ein Vorderteil einer Skibindung.
[0028] Die Figuren 1 bis 4 zeigen ein Fersenteil einer Skibindung in unterschiedlichen Sichten.
Das Fersenteil umfasst eine Lagerstruktur 1, die an einem Ski befestigbar ist, und
ein Bindungsgehäuse 2, das in einem Gelenk mit der Lagerstruktur 1 um eine Rotationsachse
Y rotatorisch beweglich verbunden ist. Die Lagerstruktur 1 weist eine Basis mit einer
insbesondere in Figur 4 erkennbaren Befestigungseinrichtung auf, mittels der sie auf
am Ski angeordnete Schienen geschoben und diese hintergreifend mit dem Ski verbunden
wird.
[0029] Die Lagerstruktur 1 beinhaltet ein erstes Gelenkelement 3 und das Bindungsgehäuse
2 ein zweites Gelenkelement 4 des aus diesen beiden Gelenkelementen 3 und 4 gebildeten
Gelenks. Das Gelenk 3, 4 ist ein Drehgelenk. Das zweite Gelenkelement 4 bildet eine
Buchse für das Gelenkelement 3. Das Gelenk 3, 4 ist im Bereich eines Lagerbocks 5
gebildet, der von der Basis der Lagerstruktur 1 aufragt.
[0030] Das Bindungsgehäuse 2 ist multifunktional: es erfüllt eine Haltefunktion, indem es
in einer in den Figuren 1 bis 4 relativ zur Lagerstruktur 1 eingenommenen Schließposition
den Skischuh in der Bindung hält, eine Step-In-Funktion, die das Anschnallen des Skis
erleichtert, eine Öffnungsfunktion, indem es zum Abschnallen des Ski manuell betätigbar
und dadurch aus der Schließposition in eine geöffnete Position bewegbar ist, und schließlich
insbesondere eine Auslösefunktion, um das Verletzungsrisiko für den Skifahrer zu mindern.
Um die Haltefunktion und die Auslösefunktion zu erfüllen, ist an einem vorderen Ende
des Bindungsgehäuses 2 ein Sohlenhalter 6 geformt, der in der Schließposition die
Sohle des Skischuhs von oben hintergreift und den Skischuh in Richtung auf den Ski
drückt. Die Step-In-Funktion wird mittels eines Triitsporns 7 erfüllt, der ebenfalls
am vorderen Ende des Bindungsgehäuses 2 abragend in einem Abstand unterhalb des Sohlenhalters
6 geformt ist.
[0031] Das Bindungsgehäuse 2 wird mittels eines Federglieds 16 in der Schließposition gehalten.
Es ist gegen die Federkraft des Federglieds 16 um die Rotationsachse Y aus der Schließposition,
in Figur 1 im Uhrzeigersinn, in die geöffnete Position und aus dieser zurück in die
Schließposition schwenkbeweglich. Die Schließposition und die geöffnete Position sind
stabile Positionen, aus denen das Bindungsgehäuse 2 gegen die Federkraft in die jeweils
andere dieser beiden Positionen schwenken kann, so beispielsweise beim Auslösen, wenn
in der Schließposition über den Sohlenhalter 6 ein entsprechend großes Drehmoment
um die Rotationsachse Y wirkt. Das Federglied 16 stützt sich einerseits im Bereich
des Lagerbocks 5 an der Lagerstruktur 1 und andererseits in einer Federabstützung,
9 im Bereich des Öffnungshebels 8 am Bindungsgehäuse 2 ab. Die Federabstützung 9 ist
integraler Bestandteil des Bindungsgehäuses 2. Das Federglied 16 ist funktional eine
Druckfeder, also auf Druck gespannt, und der Form nach eine Schraubenfeder. Die Federabstützung
9 ist Bezug auf die Längsrichtung X hinter dem Gelenk 3, 4 angeordnet.
[0032] Das Bindungsgehäuse 2 ist im Bereich des Öffnungshebels 8 vom Gelenk 3, 4 aus gesehen
über die Federabstützung 9 hinaus nach hinten verlängert und kann insbesondere in
der Verlängerung einen Betätigungsbereich bilden, um beispielsweise durch Druck mit
dem Skistock und eine dadurch bewirkte, in der Darstellung der Figur 1 gegen den Uhrzeigersinn
erfolgende Schwenkbewegung des Bindungsgehäuses 2 die Bindung bequem öffnen und aus
der Bindung steigen zu können.
[0033] Das Bindungsgehäuse 2 führt die zur Erfüllung der Funktionen erforderlichen Bewegungen
als Einheit aus. Im Ausführungsbeispiel ist es wie bevorzugt auch als ein einziges
Teil, als Einheit, geformt, grundsätzlich könnte es stattdessen aber auch aus mehreren
Teilen zu einer Bewegungseinheit gefügt sein. Es bildet einen um die vom Gelenk 3,
4 bestimmte, quer zur Längsrichtung X weisende Rotationsachse Y schwenkbaren, in sich
steifen, mehrarmigen Hebel. Ein vom Gelenk 3, 4 nach hinten ragender erster Arm des
Hebels dient als Öffnungshebel 8. Ein vom Gelenk 3, 4 nach vorne ragender zweiter
Hebelarm erstreckt sich in den Sohlenhalter 6. Der Trittsporn 7 ist am vorderen Ende
eines dritten Hebelarms geformt, der sich zwar nahe beim zweiten Hebelarm erstreckt,
aber von diesem hinsichtlich des unter Last stattfindenden Kraftflusses unterscheidet.
[0034] Im Unterschied zu herkömmlichen Bindungsgehäusen tritt die Gehäusefunktion, das Umhüllen
von Bindungskomponenten, in den Hintergrund, eine Hüllfunktion wird allenfalls noch
als Nebenaspekt erfüllt. Das Bindungsgehäuse 2 ist ein Gerippe. Es setzt sich in der
Art eines dreidimensionalen Fachwerks aus voneinander beabstandeten, nur in Knoten
miteinander verbundenen Gerippestegen zusammen, deren Längen, Querschnittsflächen
und Querschnittsformen sowie Ausrichtungen relativ zueinander in Bezug auf die zu
übertragenden Kräfte und Drehmomente optimiert sind.
[0035] Das Gelenkelement 3 ist als Hohlelement geformt und bleibt im zusammengebauten, funktionstüchtigen
Zustand des Fersenteils innen frei. Es dient als Hohlachse oder -welle und weist eine
im Vergleich mit seinem Innendurchmesser deutlich geringere Wandstärke auf. Diese
Merkmale tragen für sich allein und insbesondere in Kombination mit der Gestaltung
des Bindungsgehäuses 2 als Gerippe zur Gewichtsreduktion bei.
[0036] Figur 5 zeigt das Fersenteil in einer Explosionsdarstellung. Die Einzelkomponenten
des Fersenteils sind relativ zueinander in für den Zusammenbau passenden Positionen
und Ausrichtungen dargestellt. Das Bindungsgehäuse 2 ist von den übrigen Komponenten
des Fersenteils losgelöst als einheitliche Gesamtheit erkennbar. Von der Lagerstruktur
1 sieht man auch den freigelegten Lagerbock 5. Der Lagerbock 5 ist in Bezug auf die
Rotationsachse Y axial unterbrochen, so dass ein linker und ein rechter Lagerbock
vorhanden sind. Jeder der Lagerböcke 5 weist einen axialen Durchgang 13 auf, in den
beim Zusammenbau das Gelenkelement 3 eingeschoben wird. Der eine Lagerbock bildet
somit eine rechte Buchse 51 und der andere in der axialen Flucht eine linke Buchse
5r für das Gelenkelemente 3.
[0037] Das Lagergehäuse 1 und das Bindungsgehäuse 2 sind mittels eines Steuerungsmechanismus,
zu dem das Federglied 16 gehört, miteinander gekoppelt. Der Steuerungsmechanismus
erzeugt mittels des Federglieds 16 ein rückstellendes Drehmoment, das überwunden werden
muss, um das Bindungsgehäuse 2 aus einer seiner beiden stabilen Endpositionen, der
Schließposition und der ausgelösten oder geöffneten Position, in die jeweils andere
Endposition zu bewegen. Der Steuerungsmechanismus umfasst eine Führungskurve 14, die
an der Lagerstruktur 1 geformt ist, und ein Eingriffsglied 15, das im zusammengebauten
Zustand des Fersenteils mit der Führungskurve 14 in einem Führungskontakt ist. Das
Federglied 16 drückt das Eingriffsglied 15 in den Führungskontakt.
[0038] Das Bindungsgehäuse 2 bildet einen Aufnahmeraum für die Aufnahme des Eingriffsglieds
15 und des Federglieds 16. Insoweit erfüllt es eine Gehäusefunktion, nämlich die des
Aufnehmens von Steuerungskomponenten des Steuerungsmechanismus. Der Aufnahmeraum weist
seitlich, quer zu einer Federwirkachse A
1, an einer von der Lagerstruktur 1 abgewandten Seite, im Ausführungsbeispiel wie bevorzugt
an der Oberseite, eine Öffnung 20 auf, die beim Zusammenbau des Fersenteils als Montageöffnung
dient, indem das Eingriffsglied 15 und das Federglied 16 durch diese seitliche Öffnung
20 in den Aufnahmeraum eingesetzt werden. Die Öffnung 20 erstreckt sich bis zur Federabstützung
9, die den Aufnahmeraum an seiner von der Führungskurve 14 abgewandten Seite begrenzt.
Von der Federabstützung 9 aus gesehen erstreckt sich die Öffnung 20 in Richtung auf
den Sohlenhalter 6 bis wenigstens zur Führungskurve 14, im Ausführungsbeispiel sogar
ein Stück weit über die Führungskurve 20 hinaus. Der Aufnahmeraum weist zwar aufgrund
der Bildung des Bindungsgehäuses 2 als Gerippe weitere Öffnungen, insbesondere seitliche
Öffnungen nach links und rechts auf, diese weiteren, nur der GcrippestrulCtur geschuldeten
Öffnungen sind jedoch für eine Montage des Eingriffsglieds 15 und des Federglieds
16 nicht geeignet. Andererseits kommen die Formung der vergleichsweise großen Montageöffnung
20 und die Strukturierung des Bindungsgehäuses 2 als Gerippe einander entgegen, die
Öffnung 20 ergibt sich auf natürliche Weise aus der Gerippestruktur.
[0039] Das Eingriffsglied 15 ist im zusammengebauten Zustand hin und her beweglich über
das Federglied 16 am Bindungsgehäuse 2, nämlich an dessen Federabstützung 9 abgestützt.
Das Bindungsgehäuse 2 bildet im Aufnahmeraum für das Eingriffsglied 15 eine Gehäuseführung
21, vorzugsweise eine Linearführung parallel zu der Federwirkachse A
1 des Federglieds 16. Lediglich zur Erfüllung der Führungsfunktion ist an der Rückseite
des Bindungsgehäuses 2 ein Flächenbereich geformt, wo das Bindungsgehäuse 2 von einem
reinen Gerippe abweicht.
[0040] Wie Figur 5 erkennen lässt, ist das Federglied 16 an der Federabstützung 9 mittelbar
über eine in sich verstellbare Auslöse-Einstelleinrichtung abgestützt, die aus einem
Auslöse-Einstellelement 17 und einem weiteren Auslöse-Einstellelement 18 besteht,
die ebenfalls in dem Aufnahmeraum des Bindungsgehäuses 2 angeordnet sind. Das Einstellelement
17 ist beispielhaft als Einstellschraube gebildet und das Einstellelement 18 als Mutter,
die gleichzeitig als Sitz für das Federglied 16 dient. Das Einstellelement 18 wird
vom Bindungsgehäuse 2 verdrehgesichert geführt, so dass es sich bei einer Einstelldrehbewegung
des Einstellelements 17 längs der Federachse bewegt, wodurch die Vorspannkraft des
Federglieds 16 eingestellt werden kann.
[0041] Ein Deckel 25 verschließt die Öffnung 20. Der Deckel 25 weist eine Skala auf, an
der die mittels der Einstelleinrichtung 17, 18 einstellbare Einstellzahl abgelesen
werden kann. Die Einstellzahl ist ein Maß für die Vorspannkraft des Federglieds 16
und somit für die zum Auslösen des Fersenteils erforderliche, dabei auf den Sohlenhalter
6 wirkende Kraft. Das Einstellelement 18 bildet einen Zeiger oder Marker der mit der
Skala gebildeten Anzeige. Um die Position des Markers auf der Skala ablesen zu können,
ist der Deckel 25 zumindest im Bereich seiner Skala transparent.
[0042] In Figur 5 sind ferner eine Andruckfeder und ein Andruck-Einstellelement einer Andruck-Einstelleinrichtung
24 dargestellt, die der Einstellung der Andruckkraft dient, mit der das Bindungsgehäuse
2 in Längsrichtung X gegen die Rückseite der Skischuhsohle drückt. In Bezug auf den
Andruck und die Andruck-Einstelleinrichtung 24 mit Andruckfeder und Einstellelement
wird beispielhaft die
DE 2006 043 493 A1 in Bezug genommen.
[0043] Das Bindungsgehäuse 2 ist wie bereits erwähnt ein Gerippe. Es gliedert sich in zwei
Gerippeseitenstrukturen, nämlich eine linke Gerippeseitenstruktur 101 und eine rechte
Gerippeseitenstruktur 10r, und mehrere Gerippequerstrukturen 9, 11 und 12. Die Gerippeseitenstrukturen
101 und 10r erstrecken sich an beiden Außenseiten des Gerippes 9-12 über die gesamte
Länge des Bindungsgehäuses 2. Die Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r sind jeweils
selbst ein Gerippe. Sie gleichen gewölbten, mehrfach durchbrochenen Schalenstrukturen,
sozusagen gekrümmten Fachwerken, können in einer ersten Näherung aber jeweils als
ein zweidimensionales Fachwerk behandelt werden. Die Gerippequerstrukturen 9, 11 und
12 überbrücken quer zur Längsrichtung X, zumindest im Wesentlichen parallel zur Rotationsachse
Y, den zwischen den Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r freien Raum, verbinden die
beiden Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r miteinander steif und verteilen die vom
Bindungsgehäuse 2 aufzunehmenden Kräfte.
[0044] Eine vorderste der Gerippequerstrukturen, die Querstruktur 11, erstreckt sich bis
zum vorderen Ende des Bindungsgehäuses 2 und bildet dort einen mittleren Abschnitt
des Sohlenhalters 6. Die Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r bilden an den mittleren
Abschnitt links und rechts außen anschließend Endabschnitte des Sohlenhalters 6. Die
Gerippequerstruktur 11 erstreckt sich vom Sohlenhalter 6 durchgehend bis zum Trittspom
7 und bildet über ihre gesamte, von der linken Gerippeseitenstruktur 101 bis zur rechten
Gerippeseitenstruktur 10r gemessenen Breite eine geschlossene Fläche. Die Federabstützung
9 wird von einer zweiten Gerippequerstruktur gebildet, die im Folgenden ebenfalls
mit "9" bezeichnet wird. Die Gerippequerstruktur 9 weist mittig einen Durchgang auf,
über den das Auslöse-Einstellelement 17 zum Einstellen der Vorspannkraft des Federglieds
16 zugänglich ist. Eine dritte Gerippequerstruktur 12 bildet das hintere Ende des
Bindungsgehäuses 2.
[0045] Die Figuren 6 und 7 zeigen eine Hälfte des in der Mitte zwischen den Gerippeseitenstrukturen
101 und 10r längs geschnittenen Bindungsgehäuses 2. Figur 6 ist eine Sicht auf die
Außenseite der linken Gerippeseitenstruktur 101, und Figur 7 auf die Schnittfläche.
Jede der Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r, von denen die linke stellvertretend
auch für die rechte dargestellt ist, weist an ihrem äußeren Umfang um die Rotationsachse
Y einen Umfangsgurt 10a auf, der in Umfangsrichtung um die Rotationsachse Y geschlossen
ist, d. h. vollständig um- und in sich zurückläuft. Der Umfangsgurt 10a ist mittels
mehrerer Verbindungsstege 10b zentral an der das zweite Gelenkelement 4 bildenden
Buchse der jeweiligen Gerippeseitenstruktur, hier der linken Buchse 4l abgestützt.
Die Buchsen 4l und 4r weisen zwischen sich längs der Rotationsachse Y einen axialen
lichten Abstand auf, so dass der Lagerbock 5 mit seinen Buchsen 5l und 5r in den zwischen
den Buchsen 4l und 4r freien Raum ragen kann. Im vorderen Bereich des Bindungsgehäuses
2 ragen um die Rotationsachse Y verteilt mehrere kurze Verbindungsstege 10b, beispielhaft
wie bevorzugt drei Verbindungsstege 10b, von der Buchse 41 zum Umfangsgurt 10a ab.
Nach hinten ragt ein demgegenüber längerer Verbindungssteg 10b ab, der sich zwischen
einem oberen Abschnitt und einem unteren Abschnitt des Umfangsgurts 10a, zu beiden
Abschnitten in etwa im gleichen Abstand bis zur Gerippequerstruktur 9 erstreckt. Etwa
in der Mitte zwischen der Buchse 4l und der nächsten Gerippequerstraktur 9 ragen zwei
weitere kurze Verbindungsstege 10b ab, der eine zum oberen Abschnitt und der andere
zum unteren Abschnitt des Umfangsgurts 10a, wodurch eine weitere Aussteifung und Kraftverteilung
erzielt wird. Bei der anderen Gerippeseitenstruktur 10r sind die Verhältnisse in Bezug
auf eine zentrale X-Z-Längsschnittebene des Bindungsgehäuses 2 spiegelsymmetrisch
gleich.
[0046] Die Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r können in einer groben Näherung mit einem
Speichenrad verglichen werden, wobei die jeweilige Buchse 4l und 4r die Radnabe, der
jeweilige Umfangsgurt 10a die Radfelge und die Verbindungsstege 10b die Radspeichen
bilden. In einer anderen Näherung können die Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r auch
als kassettenartig durchbrochene, flächenhafte, gewölbte Schalenstrukturen angesehen
werden. Die Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r können mit beispielsweise der Methode
der Finite Elemente (FEM) modelliert und die Materialverteilung, also die Form und
Ausrichtung der Gerippestege 41 bzw. 4r, 10a und 10b, optimiert werden, ebenso das
Gehäuse 2 im Ganzen.
[0047] Die Kraft- und Drehmomentverteilung kann nicht zuletzt aufgrund der Reduktion auf
ein Gerippe computergestützt sehr genau modelliert und auf die Belastungen im Betrieb
optimiert werden. Das Bindungsgehäuse 2 kann aus einem homogenen Material geformt
werden. Es bedarf keiner Verbundbauweise. Allerdings können die über die Gerippestege
übertragbaren Kräfte durch Verwendung eines Kunststoffs mit in der Kunststoffmasse
eingebetteten Verstärkungsfasern erhöht oder im Umkehrschluss die Gerippestege schlanker
und die Skibindung im Ganzen noch leichter gemacht werden. Ein Kunststoff, dem Verstärkungsfasern
zugesetzt sind, wird ebenfalls als ein homogenes Material angesehen. Obgleich der
Herstellung des Bindungsgehäuses aus einem homogenen Material und in einem einzigen
Stück der Vorzug gegeben wird, soll doch nicht ausgeschlossen werden, dass ein so
gefertigter Grundkörper des Bindungsgehäuses 2 durch eine oder mehrere damit fest
verbundene Verstärkungszusatzstruktur(en) noch verstärkt wird.
[0048] Beim Zusammenbau des Fersenteils wird das Bindungsgehäuse 2 über den Lagerbock 5
gestülpt, so dass der Lagerbock 5 in den freien Raum des Bindungsgehäuses 2 zwischen
die Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r hinein ragt und das vom Bindungsgehäuse 2
gebildete zweite Gelenkelemente 4 koaxial zum Durchgang 13 angeordnet ist. Genauer
gesagt werden die beiden Buchsen 4l und 4r der Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r,
die jeweils einen axialen Gelenkabschnitt des zweiten Gelenkelements 4 bilden, koaxial
zu den beiden Buchsen 5l und 5r angeordnet. Anschließend wird das Gelenkelement 3
durch die Buchsen 41, 51, 5r und 4r geschoben, um das Gelenk 3, 4 zu bilden. Zuvor
oder vorzugsweise nach der Montage des Gelenkelements 3 werden die Auslöse-Einstellelemente
17 und 18 im Einstelleingriff, beispielhaft ein Gewindeeingriff, durch die Öffnung
20 in den vor der Federabstützung 9 zwischen den Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r
freien Aufnahmeraum des Bindungsgehäuses 2 eingesetzt, so dass sich das Einstellelement
17 mit seiner Rückseite an einer Vorderseite der Federabstützung 9 abstützt und das
Einstellelement 18 vom Bindungsgehäuse 2 translatorisch beweglich geführt wird. Das
Federglied 16 wird durch die gleiche Öffnung 20 in den Aufnahmeraum eingesetzt, so
dass es sich nach hinten an dem Einstellelement 18 abstützt. Auch das Eingriffsglied
15 wird durch die Öffnung 20 in den Aufnahmeraum eingesetzt, so dass sich das Federglied
16 nach vorne an dem Eingriffsglied 15 abstützt.
[0049] Die Steuerungskomponenten 15 bis 18 werden vorzugsweise als Einheit durch die Öffnung
20 in den Aufnahmeraum eingesetzt, so dass einerseits die Abstützung an der Federabstützung
9 und andererseits der Führungseingriff des Eingriffsglieds 15 mit der Führungskurve
14 hergestellt ist. Das Federglied 16 wird bei dem Einsetzen innerhalb der Montageeinheit
der Steuerungskomponenten 15 bis 18 zwischen dem Eingriffsglied 15 und der Einstelleinrichtung
17, 18 vorzugsweise in einem gespannten Zustand gehalten und bereits mit einer Vorspannkraft
eingesetzt. Dabei kann es sich insbesondere um eine geringste Vorspannkraft handeln,
die im Rahmen einer für den jeweiligen Benutzer individuell vornehmbaren Einstellung
erhöht werden kann. Das Einsetzen der Steuerungskomponenten 15 bis 18 durch die an
der Oberseite der Bindung angeordnete Öffnung 20 quer zur Federwirkachse A
1 erleichtert den Zusammenbau der Bindung.
[0050] Nach dem Einsetzen der Steuerungskomponenten 15 bis 18 wird die Öffnung 20 mit dem
Deckel 25 geschlossen. Der Deckel 25 erfüllt für das Eingriffsglied 15 ebenfalls eine
Führungsfunktion, indem er das Eingriffsglied 15 an einer Seite, im Ausführungsbeispiel
an der Oberseite, in einem Gleitkontakt längs der Federwirkachse A
1 führt. Als weitere Führung erfüllt der Deckel 25 auch eine gewisse Niederhalterfunktion
für das Eingriffsglied 15. Das Bindungsgehäuse 2 und der Deckel 15 fassen im montierten
Zustand das Eingriffsglied 15 um die Federwirkachse A
1 in einer engen Gleüpassung ein und halten und führen es somit gemeinsam in Richtung
auf den Führungskontakt mit der Führungskurve 14. Die Gerippeseitenstrukturen 10r
und 101 fassen den Deckel 25 an beiden Längsseiten ein. Dennoch verschließt der Deckel
25 die Öffnung 20 nur teilweise. Zwischen dem Deckel 25 und der Gerippequerstruktur
11 verbleibt ein lichter Abstand.
[0051] Der Deckel 25 wird mittels eines Drehgelenks und einer Rastverbindung fest mit dem
Bindungsgehäuse 2 verbunden. Das Drehgelenk des Deckels 25 wird mit einem Achselement
22 gebildet, das in jeweils eine Ausnehmung 23 der Gerippeseitenstrukturen 10r und
101 eingesetzt wird. Die Ausnehmungen 23 sind als Durchgänge in Querrichtung Y gebildet,
in die das Achselement 22 axial von der Seite eingeschoben wird. Zuvor wird der Deckel
25 so positioniert, dass das Achselement 22 bei dem Einschieben auch gleich eine Buchse
26 des Deckels 25 durchsetzt und der Deckel 25 in dem so erhaltenen Drehgelenk 22,
26 formschlüssig mit dem Bindungsgehäuse 2 verbunden ist. Eine weitere Verbindung
wird mit Reibschluss im Bereich der Federabstützung 9 gebildet, beispielsweise als
Rastverbindung, indem der Deckel 25 die Federabstützung 9 an ihrer vom Aufnahmeraum
abgewandten Außenseite mit Reibschluss hintergreift. Der Deckel 25 ist somit wackelfrei
am Bindungsgehäuse 2 fixiert.
[0052] Das Gelenkelement 3 sitzt im zusammengebauten Zustand des Fersenteils vorzugsweise
kraftschlüssig, mit Reibung, spielfrei in wenigstens einer der beiden Buchsen 5l und
5r der Lagerstruktur 1, während sich das Bindungsgehäuse 2 mit seiner linken Buchse
41 und rechten Buchse 4r, die gemeinsam das zweite Gelenkelement 4 bilden, reibungsarm
drehgleitbeweglich auf dem Gelenkelement 3 abstützt, so dass beim Schwenken des Bindungsgehäuses
2 relative Drehbewegungen zumindest im Wesentlichen nur zwischen dem Bindungsgehäuse
2 und dem Gelenkelement 3 stattfinden. Das Gelenkelement 3 ist mit der Lagerstruktur
1 mit Reibung gefügt, es kann in dessen Buchsen 5l und 5r beispielsweise eingepresst
sein. In solch einer Ausführung bildet das Gelenkelement 3 eine Hohlachse des Gelenks
3, 4. In Umkehrung dieser Verhältnisse kann das Gelenkelement 3 stattdessen kraftschlüssig
in wenigstens einer der Buchsen 4l und 4r des Bindungsgehäuses 2 sitzen, also eingepresst
oder auf andere Weise kraftschlüssig gefügt sein, und reibungsarm drehgleitbeweglich
von den Buchsen 5l und 5r der Lagerstruktur gelagert werden, so dass beim Schwenken
relative Drehbewegungen zumindest im Wesentlichen nur zwischen dem Gelenkelemente
3 und der Lagerstruktur 1 stattfinden. In solch einer alternativen Ausführung wären
die Buchsen 5l und 5r das zum Lagergehäuse 1 gehörende erste Gelenkelement 5 und das
Gelenkelement 3 das zum Bindungsgehäuse 2 gehörende und als Hohlwelle ausgeführte
zweite Gelenkelement. In noch einer Modifikation kann das Gelenkelement 3 relativ
zur Lagerstruktur 1 und auch relativ zum Bindungsgehäuse 2 drehgleitbeweglich sein
und eine Hohlachse und -welle zugleich bilden. Die zweifache Drehbeweglichkeit dürfte
jedoch mit einem größeren Gesamtspiel des dann zweifachen Drehgelenks einhergehen.
[0053] Falls das Gelenkelement 3 kraftschlüssig in entweder wenigstens einer der Buchsen
5l und 5r des Lagerbocks 5 oder wenigstens einer der Buchsen 4l und 4r des Bindungsgehäuses
2 sitzt, kann der Presssitz axiale Verschiebungen des Gelenkelements 3 verhindern.
Ein kraftschlüssiges Fügen kommt einer einfachen Formgebung des Gelenkelements 3 entgegen.
[0054] Das Gelenkelement 3 ist als Hülse geformt. Es kann eine einfache, axial durchgehend
glatte kreiszylindrische Mantelinnenfläche aufweisen. Die Hülse kann auch eine einfache,
durchgehend glatte kreiszylindrische Mantelaußenfläche aufweisen. Das Gelenkelement
3 kann aber auch in einem axialen Abschnitt eine Konizität oder andersartige axiale
Verjüngung oder Aufweitung aufweisen, vorzugsweise an wenigstens einem der beiden
axialen Enden. So kann sich das Gelenkelement 3 an dem Ende, mit dem es voraus durch
die Buchsen 4r bis 51 geschoben wird, verjüngen oder am anderen Ende aufweiten, um
an der jeweiligen Mantelaußenfläche einen festen Reibschluss mit wenigstens einer
der Buchsen 41, 4r, 51 und 5r zu gewährleisten, vorzugsweise einer der Buchsen 5l
und 5r der Lagerstruktur 1. In einer Modifikation kann das Gelenkelement 3 in entweder
wenigstens eine der Buchsen 4l und 4r der Lagerstruktur 1 oder wenigstens eine der
Buchsen 5l und 5r des Bindungsgehäuses 2 eingeschrumpft werden.
[0055] Das Gelenkelemente 3 kann axial auch auf andere Weise gesichert sein, um es an axialen
Bewegungen relativ zur Lagerstruktur 1 und dem Bindungsgehäuse 2 zu hindern und dadurch
auch gleichzeitig die Komponenten des Fersenteils zusammen zu halten. Auch in dieser
Hinsicht ist die Form als Hohlachse oder -welle von Vorteil. Eine Verschiebesicherung
kann insbesondere dadurch hergestellt werden, dass das Gelenkelement 3 im eingeschobenen
Zustand an dem axialen Ende aufgeweitet wird, mit dem voraus es eingeschoben wurde,
vorzugsweise gleichmäßig konisch über den endseitigen Stirnrand. Am anderen axialen
Ende kann eine Aufweitung bereits vor dem Zusammenbau der Komponenten vorhanden sein,
vorzugsweise gleichmäßig konisch über den betreffenden Stirnrand. Alternativ kann
das Gelenkelement 3 aber auch nach der Montage an beiden axialen Enden entsprechend
aufgeweitet werden. Ein endseitiges Aufweiten kommt in erster Linie dann in Frage,
wenn das Gelenkelement 3 ein Metallteil ist oder an wenigstens einem seiner axialen
Enden eine metallische Hülse, beispielsweise nur in Form eines endseitigen Bunds,
aufweist. Solch eine Axialsicherung kann über den durch die Aufweitung erhaltenen
Formschluss hinaus auch einen Reibschluss umfassen, indem das Gelenkelement 3 durch
das Aufweiten wenigstens eines seiner Enden gegen die betreffende Buchse gedrückt
und dadurch axial gespannt wird. Ein Aufweiten oder eine andere Art einer Axialsicherung
mittels Formschluss kommt insbesondere dann in Betracht, wenn das Gelenkelement 3
relativ zu allen vier Buchsen 41, 4r, 5l und 5r drehbeweglich ist. Eine Axialsicherung
mittels Formschluss kann auch zusätzlich zu einem Drehmoment übertragenden Kraftschluss
verwirklicht sein.
[0056] Figur 8 zeigt ein modifiziertes Fersenteil in einem zentralen Längsschnitt. Das modifizierte
Fersenteil entspricht im Wesentlichen dem Fersenteil der Figuren 1 bis 7, so dass
für die funktionsgleichen Komponenten die gleichen Bezugszeichen wie dort verwendet
werden. Soweit auf Unterschiede nicht explizit hingewiesen wird, gelten die vorstehenden
und auch die nachfolgenden Ausführungen für beide Ausführungen gleichermaßen.
[0057] In Figur 8 nimmt das Bindungsgehäuse 2 die Schließposition ein, aus der es unter
einer äußeren Last, entweder einer über den Sohlenhalter 6 eingeleiteten Auslösekraft
oder einer auf den Öffnungshebel 8 ausgeübten Öffnungskraft, bis in die geöffnete
Position geschwenkt werden kann. Die Bewegung in Richtung auf die geöffnete Position
erfolgt in Figur 8 im Uhrzeigersinn. Die Führungskurve 14 bildet für die Schwenkbewegung
im Führungskontakt mit dem Eingriffsglied 15 einen Totpunkt. Die zur einen Seite des
Totpunkts gelegene Schließposition und die zur anderen Seite gelegene geöffnete Position
sind für das Bindungsgehäuses 2 stabile Positionen. Die Übergangspositionen zwischen
diesen beiden Endpositionen sind für das Bindungsgehäuse 2 labile Positionen, aus
denen es durch die Federkraft F in Abhängigkeit von der Position, die das Eingriffsglied
15 im Führungskontakt relativ zur Führungskurve 14 einnimmt, in entweder die eine
oder die andere der stabilen Positionen schwenkt.
[0058] Eine Besonderheit des Steuerungsmechanismus ist, dass die Federkraft des Federglieds
16 sowohl in der Schließposition als auch in der geöffneten Position des Bindungsgehäuses
2 eine in Bezug auf die Rotationsachse Y tangentiale Kraftkomponente aufweist, also
eine Kraftkomponente, die die Rotationsachse Y in einem Abstand kreuzt. Hieraus folgt,
dass das Federglied 16 in der Federabstützung 9 in jeder der stabilen Positionen über
den Hebelarm der Federabstützung 9 wirkt. Mit A
2 ist eine Verbindungsachse bezeichnet, die sich radial zur Rotationsachse Y und zentral
durch die Federabstützung 9 erstreckt und daher zwischen der Rotationsachse Y und
der Federabstützung 9 deren Hebelarm bildet. Die vom Federglied 16 auf das Bindungsgehäuse
2 ausgeübte Federkraft F weist bei der Federabstützung 9 längs der Federwirkachse
A
1. Die Federwirkachse A
1 ist zur Rotationsachse Y versetzt. Der Abstand, die Exzentrizität, ist mit e bezeichnet.
A
3 ist eine zur Federwirkachse A
1 parallele Radiale, zu der in der Figur die Exzentrizität e eingetragen ist. Die Federwirkachse
A
1 schließt ferner mit der Verbindungsachse A
2 einen spitzen Winkel α ein, mit 0° < α < 90°. Der Winkel α beträgt vorzugsweise wenigstens
10°. Die Exzentrizität e und der spitze Winkel α, jeweils für sich und insbesondere
in Kombination, sorgt oder sorgen dafür, dass das Federglied 16 in der Schließposition
und auch in der geöffneten Position über einen der jeweiligen Exzentrizität e entsprechenden
Hebel auf das Bindungsgehäuse 2 wirkt und das Federglied 16 dementsprechend eine weichere
Kennlinie aufweisen kann als in Ausführungen, in denen die Federwirkachse A
1 die Rotationsachse Y des Gelenks 3, 4 oder 3, 5 schneidet. Im Ausführungsbeispiel
sind eine zur Rotationsachse Y tangentiale Federkraftkomponente und daher ein Hebel
wie bevorzugt stets vorhanden, in allen Schwenkpositionen des Bindungsgehäuses 2.
Die Federwirkachse A
1 fällt in keiner der Schwenkpositionen mit der Verbindungsachse A
2 zusammen. Das Gleiche gilt für die Verbindungsachse, die sich von der Federabstützung
9 zum jeweiligen Ort des Führungskontakts erstreckt. Diese Verbindungsachse fällt
im Wesentlichen mit der Federwirkachse A
1 zusammen, ist mit dieser aber zumindest nicht in allen Positionen des Bindungsgehäuses
2 identisch.
[0059] Das Gelenkelement 3 ist wie bereits erwähnt eine Hülse, die zwischen ihren beiden
Stirnenden durchgehend eine kreiszylindrische Mantelaußenfläche und vorzugsweise auch
durchgehend eine kreiszylindrische Mantelinnenfläche aufweist. Diese Hülse ist an
ihren beiden axialen Enden vorzugsweise aufgeweitet, um das Gelenkelement 3 axial
zu sichern. Das Gelenkelement 3 weist allenfalls an seinen beiden Stirnenden von der
Kreiszylinderform ab. Das Gelenkelement 3 weist über zumindest den weitaus überwiegenden
Teil seiner axialen Länge einen freibleibenden Innenquerschnitt mit einem Durchmesser
D
i auf, der vielfach größer als die Wandstärke der Hülse ist. Der Außendurchmesser D
a ist aus dem Bereich von 8 bis 20 mm gewählt, vorzugsweise aus dem Bereich von 12
bis 15 mm, wobei ein Außendurchmesser D
a von etwa 15 mm besonders bevorzugt wird. Die Bemessungsregel gilt vorzugsweise über
die gesamte oder nahezu die gesamte axiale Länge des Gelenkelements 3, zumindest jedoch
für diejenigen Axialabschnitte, in denen Drehgleitkontakt mit dem Buchsenpaar 41,
4r oder dem Buchsenpaar 51, 5r besteht. Ein im Drehgleitbereich großer Außenumfang
ist nicht nur vorteilhaft für die Stabilität des Gelenks 3, 4 oder 3, 5. Ein großer
Außenumfang zumindest im Drehgleitbereich erlaubt auch eine großzügigere Auslegung
der Formtoleranzen. Die Wandstärke D
a - D
i beträgt vorzugsweise zwischen 0,5 und 0,8 mm, besonders bevorzugt werden Wandstärken
um 0,6 mm. Bei Herstellung des Gelenkelements 3 aus Metall kommen als Materialien
insbesondere Edelstahl, beispielsweise V2A, oder ein eloxierter Aluminiumwerkstoff
in Betracht. Alternativ kann das Gelenkelement 3 aber auch aus einem Kunststoffmaterial
gefertigt werden, wobei in Ausführungen aus Kunststoff die Wandstärke zweckmäßigerweise
vergrößert wird, allerdings immer noch mehrfach kleiner als der Innendurchmesser D
i bleibt.
[0060] Figur 9 zeigt das modifizierte Fersenteil zerlegt in seine Einzelkomponenten. Das
Bindungsgehäuse 2 weicht von dem Bindungsgehäuse 2 der Figuren 1 bis 7 nur der Form
im Ganzen nach ab, indem es weicher gerundet ist. Die Gerippeseitenstrukturen 101
und 10r sind zwischen dem vorderen Quersteg 11 und dem die Federabstützung bildenden
Quersteg 9 nach außen stärker ausgebaucht als im ersten Beispiel, jeweils mit einer
kontinuierlichen Wölbung. Eine weich nach außen ausbauchende Wölbung ist jeweils auch
von der Oberseite jeder der Gerippeseitenstrukturen 101 und 10r in Richtung auf die
der Lagerstruktur 1 zugewandte Unterseite zu erkennen. Die Gerippeseitenstrukturen
101 und 10r sind stärker als im ersten Ausführungsbeispiel bereits in sich mehrdimensional
gewölbt, als solche aber im Wesentlichen immer noch flächenhafte Gerippestrukturen.
[0061] Der Deckel 25 selbst ist in Teilbereichen, beispielhaft an seinen Längsseiten, ebenfalls
mit Gerippestegen geformt. Er weist in einem im montierten Zustand die Öffnung 20
verschließenden Flächenbereich eine als Ablesefenster dienende Durchbrechung auf,
in die ein transparentes Füllelement eingesetzt sein kann. Der Deckel 25 kann alternativ
aber auch im Ganzen aus einem transparenten Material geformt sein. Das Füllelement
kann in einem Spritzgussverfahren gleich mitgeformt werden. Grundsätzlich kann die
Durchbrechung aber auch einfach frei bleiben.
[0062] Das Bindungsgehäuse 2 weist im Bereich seiner Buchsen 4l und 4r an jeweils der Außenseite
um die Rotationsachse Y umlaufend eine Fase auf, beispielhaft eine 45°-Fase. Das Gelenkelement
3 wird nach dem Einschieben in und durch die Buchsen 41, 4r, 5l und 5r an seinen Stirnenden
gegen die jeweilige Fase plastisch aufgeweitet. Zur axialen Sicherung sei noch gemerkt,
dass das Gelenkelement 3 alternativ auch mittels eines andersartigen Formschlusses
oder Form- und Reibschlusses, beispielsweise mittels eines Bajonettverschlusses, gesichert
sein kann.
[0063] Die Auslöse-Einstelleinrichtung des modifizierten Fersenteils umfasst die Auslöse-Einstellelement
17 und 18 des ersten Ausführungsbeispiels und darüber hinaus ein weiteres Element
19, das unmittelbar einen Sitz für das Federglied 16 und somit ein Federgliedsitzelement
bildet. Im montierten Zustand drückt das Federglied 16 das Sitzelement 19 gegen das
Einstellelement 18, das wiederum über den Einstelleingriff mit dem Einstellelement
17, beispielhaft ein Gewindeeingriff, an der Federabstützung 9 abgestützt ist, so
dass die Federkraft F (Figur 8) über die Einstelleinrichtung 17 bis 19 auf die Federabstützung
9 wirkt. Das Sitzelement 19 macht beim Einstellen der Vorspannkraft die Axialbewegungen
des Einstellelements 18 mit. Es weist an einer dem Deckel 25 zugewandten Seite einen
Marker 19a auf, dessen Position durch den Deckel 25 abgelesen werden kann.
[0064] Bei der Montage der Bindung werden die vom Bindungsgehäuse 2 aufzunehmenden Steuerungskomponenten
15 bis 19 als Montageeinheit mittels eines Montagewerkzeugs gespannt und durch die
seitliche Öffnung 20 in den dahinter liegenden Aufnahmeraum eingesetzt. In der Montageeinheit
nehmen die Komponenten 15 bis 19 relativ zueinander diejenigen Positionen ein, die
sie relativ zueinander auch im montierten Zustand einnehmen. Für das Einsetzen wird
das Federglied 16 elastisch komprimiert und die Montageeinheit in diesem Sinne gespannt.
Die Montageeinheit wird im Aufnahmeraum positioniert, so dass der Spanngriff des Montagewerkzeugs
gelöst oder zunächst nur gelockert werden kann und das Eingriffsglied 15 sich im Führungskontakt
mit der Führungskurve 14 befindet und ferner das Federglied 16 sich über die Einstelleinrichtung
17 bis 19 an der Federabstützung 9 abstützt und das Eingriffsglied 15 mit einer zumindest
geringen Vorspannkraft in den Führungskontakt spannt. Schließlich wird der Deckel
25 mit dem Bindungsgehäuse 2 gefügt und dadurch die Öffnung 20 im Bereich der Gehäuseführung
21 geschlossen, so dass das Eingriffsglied 15 allseitig von Führungen, nämlich der
Gehäuseführung 21 und der Deckelführung 27, eingefasst ist.
[0065] Figur 10 zeigt ein Vorderteil einer Skibindung. Das Vorderteil kann zur gleichen
Bindung wie ein erfindungsgemäßes Fersenteil gehören. Es kann aber auch Teil einer
Bindung sein, die kein erfindungsgemäßes Fersenteil aufweist. Ebenso kann das erfindungsgemäße
Fersenteil Bestandteil einer Bindung mit einem nicht erfindungsgemäßen Vorderteil
sein. Die Kombination eines erfindungsgemäßen Vorderteils mit einem erfindungsgemäßen
Fersenteil ist jedoch besonders vorteilhaft.
[0066] Das Vorderteil umfasst eine als Gerippe geformte Lagerstruktur 1 mit einer Basis
11 für die Befestigung an einem bereits mit dem Ski verbundenen oder verbindbaren
weiteren Lagerteil. Von der Basis 11 ragen eine linke Gerippeseitenstruktur 101 und
eine rechte Gerippeseitenstruktur 10r auf, die jeweils als Lagerbügel geformt sind.
Die in Längsrichtung X, beispielhaft nach hinten, sich öffnenden Lagerbügel 101 und
10r sind bei ihren Schenkelenden an ihren einander zugewandten Innenseiten durch jeweils
einen Gerippesteg 10a versteift. Die Schenkel erstrecken sich im Wesentlichen parallel
zur Längsachse X. Eine Gerippequerstruktur 30 überbrückt den lichten Abstand zwischen
den Gerippeseitenstrukturen bzw. Lagerbügeln 101 und 10r in Querrichtung Y.
[0067] Die Schenkel der Lagerbügel 101 und 10r weisen in eine zur X- und zur Y-Achse orthogonale
Z-Richtung jeweils einen Durchgang auf, im der Basis 11 nahen unteren Schenkel gegebenenfalls
nur eine Vertiefung. Die Gerippequerstruktur 30 ist in Querrichtung Y langgestreckt.
Sie ist flächenhaft, also von geringer Dicke und weist an ihren beiden Enden jeweils
auch einen Durchgang auf. Die Durchgänge der Gerippequerstruktur 30 liegen im montierten
Zustand in der Flucht mit den oberen Durchgängen der Lagerbügel 10l und 10r. Im montierten
Zustand liegt die Gerippequerstruktur 30 auf der Oberseite jedes der Lagerbügel 10l
und 10r auf, so dass in einer Sicht auf die Front die als Gerippe gestaltete Lagerstruktur
1 und die Gerippequerstruktur 30 gemeinsam einen im Zentrum frei bleibenden Raum umgeben,
gemeinsam eine Ringform aufweisen und ein gefügtes Gerippe bilden.
[0068] Die Gerippequerstruktur 30 wird mittels eines linken und eines rechten Gelenkelements
3 mit der Lagerstruktur 1 gefügt. Die Gelenkelement 3 dienen des Weiteren der schwenkbeweglichen
Lagerung eines linken und eines rechten Sohlenhalters 6 um jeweils eine Rotationsachse
Z. Mittels der Gelenkelemente 3 wird für jeden der Sohlenhalter 6 jeweils ein Drehgelenk
mit der jeweiligen Rotationsachse Z als Gelenkachse gebildet. Für die relative Drehbeweglichkeit
zwischen den Sohlenhaltern 6 und der Lagerstruktur 1 gilt das bereits zu dem Gelenkelement
3 des Fersenteils Gesagte. Es können somit die Sohlenhalter 6 relativ zu dem jeweiligen
Gelenkelement 3 oder das jeweilige Gelenkelement 3 relativ zur Lagerstruktur 1 um
die jeweilige Rotationsachse Z drehbeweglich sein, was auch den Fall einer relativen
Drehbeweglichkeit zwischen allen drei Strukturen 1, 3 und 6 beinhaltet.
[0069] Die Gelenkelemente 3 werden bei der Montage durch die Durchgänge der Gerippequerstruktur
30 und die damit fluchtenden Durchgänge bzw. Vertiefungen der Lagerbügel, respektive
Gerippeseitenstrukturen 10l und 10r längs der jeweiligen Z-Achse eingeschoben und
axial gesichert. Die Gelenkelemente 3 sind wie beim Fersenteil jeweils als eine Hohlachse
oder -welle ausgeführt. Insoweit gelten die Ausführungen zu dem Gelenkelement 3 des
Fersenteils. Handelt es sich bei den Gelenkelementen 3 um Metallhülsen, kann eine
axiale Sicherung wie bereits zum Fersenteil erläutert durch Aufweitung der Gelenkelemente
3 an den Stimenden vorgenommen werden. Die Gerippequerstruktur 30 ist an ihrer von
der Lagerstruktur 1 abgewandten Oberseite um die jeweilige Rotationsachse Z umlaufend
mit einer Fase versehen, gegen die das jeweilige Gelenkelement 3 plastisch aufgeweitet
wird. Die Lagerbügel 10r und 101 weisen an ihren Unterseiten vorzugsweise ebenfalls
solch eine umlaufende Fase auf, so dass eine solche Aufweitung auch an dem jeweils
anderen Stirnende der Gelenkelemente 3 vorgenommen werden kann. Auch insoweit gelten
die zum Fersenteil gemachten Ausführungen.
[0070] Die Sohlenhalter 6 sind über ein Federglied 16 quer zu ihren Gelenkachsen Z elastisch
aneinander abgestützt, so dass jeder der Sohlenhalter 36 um seine Rotationsachse Z
gegen die Federkraft des Federglieds 16 schwenken kann. Die Sohlenhalter 6 sind als
doppelarmige Hebel gebildet, jeweils mit einem in Längsrichtung X vor der jeweiligen
Rotationsachse Z erstreckten vorderen Hebelarm und einem von der Z-Achse sich nach
hinten erstreckenden hinteren Hebelarm. Die Sohlenhalter 6 bilden im Bereich ihres
vorderen Hebelarms jeweils eine Federabstützung für das Federglied 16. Mit ihren hinteren
Hebelarmen halten sie im Schließzustand der Bindung den Skischuh. Das Federglied 16
ist der Form nach eine Spiralfeder und wird zwischen den Federabstützungen der Sohlenhalter
6 auf Druck beansprucht. Es spannt die hinteren Hebelarme der Sohlenhalter gegen den
Gerippesteg 10a des jeweiligen Lagerbügels 10l oder 10r. Die Sohlenhalter 6 sind mit
ihrem jeweiligen hinteren Hebelarm gegen die Federkraft von den als Anschläge dienenden
Gerippestegen 10a nach außen schwenkbar. Die Lagerbügel 101 und 10r umgeben den jeweils
zugeordneten Sohlenhalter 6 im Bereich des vorderen Hebelarms und des jeweiligen Gelenks
3, 4 oder 3, 5.
[0071] Im Ausführungsbeispiel liegt das Federglied 16 frei zwischen den Lagerbügeln 10l
und 10r. Vorzugsweise wird es mittels einer Kappe oder Haube abgedeckt, um es vor
Verschmutzungen zu schützen. Solch eine Kappe oder Haube kann transparent sein, so
dass das Federglied 16 von außen erkennbar ist.
[0072] Die Gerippequerstruktur 30 kann Bestandteil einer Anzeige für die vorzugsweise einstellbare
Vorspannkraft des Federglieds 16 sein, insbesondere eine Skala aufweisen, an der die
Einstellzahl für die Auslösekraft des Vorderteils der Bindung ablesbar ist. Insoweit
gelten die zum Deckel des Fersenteils gemachten Ausführungen.
1. Skibindung umfassend
a) eine mit einem Ski verbundene oder verbindbare Lagerstruktur (1),
b) einen Sohlenhalter (6) zum Halten eines Skischuhs,
c) ein Gelenk (3, 4), in dem der Sohlenhalter (6) beweglich mit der Lagerstruktur
(1) verbunden ist und das von einem ersten Gelenkelement (3) der Lagerstruktur (1)
und einem zweiten Gelenkelement (4) des Sohlenhalters (6) gebildet wird,
d) und ein Federglied (16), gegen dessen Federkraft der Sohlenhalter (6) im Gelenk
(3, 4) beweglich ist und das auf eine mit dem Sohlenhalter (6) fest verbundene Federabstützung
(9) wirkt,
dadurch gekennzeichnet, dass
e) ein den Sohlenhalter (6), das zweite Gelenkelement (4) und die Federabstützung
(9) bildendes Bindungsgehäuse (2) des Fersenteils in einem vom Sohlenhalter (6) über
das zweite Gelenkelement (4) bis zur Federabstützung (9) verlaufenden Kraftfluss ein
Gerippe ist.
2. Skibindung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindungsgehäuse (2) eine linke Gerippeseitenstruktur (10l), eine von dieser beabstandete
rechte Gerippeseitenstruktur (10r) und eine, vorzugsweise mehrere in Längsrichtung
(X) der Bindung voneinander beabstandete Gerippequerstrukturen (9, 11, 12) aufweist,
die die Gerippeseitenstrukturen (10l, 10r) miteinander verbindet oder verbinden.
3. Skibindung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Gerippeseitenstrukturen (10l, 10r) selbst ein Gerippe ist.
4. Skibindung nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) einen um das zweite Gelenkelement
(41, 4r) in einem Abstand erstreckten Umfangsgurt (10a) und Verbindungsstege (10b)
aufweist, die den Umfangsgurt (10a) mit dem zweiten Gelenkelement (41, 4r) verbinden
und bei Krafteinwirkung an diesem abstützen.
5. Skibindung nach einem der drei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) nur einen axialen Abschnitt des zweiten
Gelenkelement (4) bildet, vorzugsweise jeweils als eine Buchse (4l, 4r), oder die
Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) den Sohlenhalter (6) oder jeweils wenigstens einen
Teilabschnitt des Sohlenhalters (6) bilden.
6. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) die Federabstützung (9) bildet eine Querstruktur des Gerippes;
(ii) der Sohlenhalter (6) bildet eine Querstruktur (12) des Gerippes;
(iii) das Gerippe weist in Längsrichtung (X) der Bindung eine Querstruktur (11) in
einem Bereich vor dem Gelenk (3, 4) und in einem lichten Abstand von dieser Querstruktur
(11) wenigstens eine weitere Querstruktur (9, 12) in einem Bereich hinter dem Gelenk
(3, 4) auf;
(iv) das Gerippe weist von dem Gelenk (3, 4) aus gesehen in einem Bereich hinter der
Federabstützung (9) eine Querstruktur (12) auf.
7. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindungsgehäuse (2) einen in dem Gelenk (3, 4) relativ zu der Lagerstruktur (1)
um eine Rotationsachse (Y) rotatorisch beweglichen mehrarmigen Hebel bildet, der einen
als Öffnungshebel (8) dienenden ersten Hebelarm mit einem dem Lösen der Bindung dienenden
Betätigungsbereich und einen den Sohlenhalter (6) bildenden zweiten Hebelarm aufweist
und das Bindungsgehäuse (2) vorzugsweise auch im Betätigungsbereich ein Gerippe ist.
8. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindungsgehäuse (2) einen dem Einsteigen in die Bindung dienenden Trittsporn
(7) für den Skischuh bildet und auch in einem vom Trittspom (7) über das zweite Gelenkelemente
(4) bis zur Federabstützung (9) verlaufenden Kraftfluss ein Gerippe ist.
9. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindungsgehäuse (2) als Gerippe (9-12) in einem Stück geformt ist, vorzugsweise
im Spritzguss aus Kunststoff.
10. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Eingriffsglied (15) und das Federglied (16) in einem Aufnahmeraum des Bindungsgehäuses
(2) angeordnet sind, der seitlich, in Querrichtung zu einer Federwirkachse (A1) des Federglieds (16), vorzugsweise an einer von der Lagerstruktur (1) abgewandten
Oberseite des Bindungsgehäuses (2), eine Öffnung (20) aufweist, durch die das Eingriffsglied
(15) und das Federglied (16) bei einem Zusammenbau der Bindung einsetzbar sind, und
ein mit dem Bindungsgehäuse (2) gefügter Deckel (25) die Öffnung (20) zumindest teilweise
verschließt und vorzugsweise eine Deckelführung (27) bildet, die das Eingriffsglied
(15) längs der Federwirkachse (A1) hin und her beweglich führt, vorzugsweise gemeinsam mit einer von dem Bindungsgehäuse
(2) gebildeten Gehäuseführung (24).
11. Skibindung nach dem vorhergehenden Anspruch und wenigstens einem der folgenden Merkmale:
(i) die Öffnung (20) erstreckt sich bis wenigstens zu der Führungskurve (14);
(ii) die Öffnung (20) erstreckt sich bis wenigstens zu der Federabstützung (9);
(iii) die Öffnung (20) ist zwischen den Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) nach Anspruch
2 angeordnet;
(iv) die Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) nach Anspruch 2 begrenzen die Öffnung
(20) beidseits;
(v) die Gerippeseitenstrukturen (101, 10r) nach Anspruch 2 begrenzen den Aufnahmeraum
beidseits.
12. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sohlenhalter (6) in dem Gelenk (3, 4) relativ zu der Lagerstruktur (1) um eine
Rotationsachse (Y) rotatorisch beweglich ist, eines der Gelenkelemente (3, 4) eine
Buchse (41, 4r) und das andere der Gelenkelemente (3, 4) eine mit der Buchse (41,
4r) in einem Drehgleitkontakt befindliche Hohlachse oder -welle (3) mit freibleibendem
Innenquerschnitt ist, wobei die Hohlachse oder -welle (3) zumindest über die axiale
Länge des Drehgleitkontakts einen Außendurchmesser (Da) von vorzugsweise wenigstens 10 mm aufweist und ein Durchmesser (Di) des Innenquerschnitts über wenigstens annähernd die gesamte Länge der Hohlachse
oder - welle (3) in jeder Richtung radial zur Rotationsachse (Y) vorzugsweise wenigstens
dreimal so groß wie die lokale Wandstärke der Hohlachse oder -welle (3) ist.
13. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerstruktur (1, 3) einen Lagerbock (5) aufweist und das erste Gelenkelement
(3) entweder unmittelbar von dem Lagerbock gebildet wird oder separat, vorzugsweise
aus einem Metall, gefertigt und mit dem Lagerbock (5) gefügt ist.
14. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindungsgehäuse (2) eine Einstelleinrichtung (17, 18) zum Einstellen einer Vorspannkraft
des Federglieds (10) lagert.
15. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sohlenhalter (6) in dem Gelenk (3, 4) relativ zu der Lagerstruktur (1) um eine
Rotationsachse (Y) rotatorisch beweglich ist, das Bindungsgehäuse (2) mittels eines
Kurvengetriebes (14, 15) mit der Lagerstruktur (1) gekoppelt ist, das Kurvengetriebe
(14, 15) eine Führungskurve (14) und ein in einem Führungskontakt längs der Führungskurve
(14) bewegliches Eingriffsglied (15), vorzugsweise ein Schieber, umfasst und das Federglied
(16) die Führungskurve (14) und das Eingriffsglied (15) gegeneinander in den Führungskontakt
spannt, wobei das Bindungsgehäuse (2) vorzugsweise auch in seinem das Eingriffsglied
(15) und den Führungskontakt überlappenden Bereich ein Gerippe ist.
16. Skibindung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindungsgehäuse (2) das Eingriffsglied (15) in Richtung auf die Führungskurve
(14) hin und her beweglich führt, vorzugsweise linear, oder die Führungskurve (14)
an einem Lagerbock (5) der Lagerstruktur (1) geformt ist, der ein Gelenkelement (3)
des Gelenks (3, 4) lagert.
17. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sohlenhalter (6) in dem Gelenk (3, 4) relativ zu der Lagerstruktur (1) um eine
Rotationsachse (Y) rotatorisch beweglich ist, sich das Federglied (16) an der Federabstützung
(9) abstützt und wenigstens in allen stabilen Positionen des Bindungsgehäuses (2)
eine von der Federabstützung (9) radial auf die Rotationsachse (Y) erstreckte Verbindungsachse
(A2) mit einer von dem Federglied (16) auf die Federabstützung (9) wirkenden Federkraft
(F) oder einer von der Federabstützung (9) in den Führungskontakt erstreckten Achse
(etwa A1) einen spitzen Winkel (00 < α < 900) einschließt.
18. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sohlenhalter (6) in dem Gelenk (3, 4) relativ zu der Lagerstruktur (1) um eine
Rotationsachse (Y) rotatorisch beweglich ist, sich das Federglied (16) an der Federabstützung
(9) abstützt und wenigstens in allen stabilen Positionen des Bindungsgehäuses (2)
eine Federwirkachse (A1), längs der die Federkraft (F) des Federglieds (16) auf die Federabstützung (9) wirkt,
oder eine von der Federabstützung (9) in den Führungskontakt erstreckte Achse (etwa
A1) die Rotationsachse (Y) des Gelenks (3, 4) in einem Abstand (e) kreuzt.