1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren für die Beschichtung von
Platten, insbesondere von Holzwerkstoffplatten zur Herstellung von Fußbodenpaneelen,
mir einem fließfähigem Beschichtungsmaterial.
2. Hintergrund
[0002] Aus dem Stand der Technik ist eine Reihe von Holzwerkstoffplatten zur Herstellung
von Fußbodenpaneelen bekannt. Platten aus Massivholz haben eine ästhetisch besonders
ansprechende Oberfläche sind jedoch sehr teuer. Aus diesem Grund wurden Furnierplatten
entwickelt, die eine Grundplatte aus einem relativ kostengünstigen Holzwerkstoff aufweisen,
wie zum Beispiel eine kostengünstige Holzart, auf die eine dünne Furnierschicht einer
hochwertigeren Holzart aufgebracht wird. Jedoch sind auch Furnierplatten immer noch
relativ teuer, so dass viele Verbraucher Laminatpaneele bevorzugen. Laminatpaneele
bestehen im Wesentlichen aus einer ca. 6 bis 8 mm dicken Grundplatte aus MDF- oder
HDF-Material auf die eine Dekorpapierschicht aufgeklebt ist. Die Dekorpapierschicht
ist mit einem Harz imprägniert und ist in der Regel weiter mit abriebfesten Partikeln
versehen. Bei der Herstellung der Laminatpaneele wird durch die Anwendung von Druck
und Hitze das Harz ausgehärtet und es entsteht eine extrem abriebfeste und dekorative
Oberfläche. In neuester Zeit wurden neue Verfahren entwickelt, um Holzwerkstoffplatten,
wie z.B. MDF oder HDF, direkt mit einem Kunststoffmaterial zu bedrucken, d.h. ohne
die Verwendung eines Dekorpapiers. Zu diesem Zweck wird die z.B. MDF-Platte abgeschliffen
und mit einer Grundierung versehen. Auf diese Grundierung wird in einem zweiten Schritt
ein farbliches Dekor aufgedruckt, z.B. ein Holzdekor. Danach werden eine Vielzahl
von sehr dünnen Materialschichten aufgebracht, wobei die einzelnen Materialschichten
vor dem Auftragen der nächsten Schicht jeweils ausgehärtet werden. Die Materialschichten
sind z.B. mehrere, im Wesentlichen durchsichtige Lackschichten aus einem aushärtbaren
Kunststoff. Die resultierende Gesamtschicht hat somit einen schichtweisen Aufbau.
Zwischen den einzelnen Schichten entstehen Grenzflächen, in denen keine gute Vernetzung
stattfindet. Die einzelnen Schichten haben üblicherweise eine Dicke von 10 bis 15
µm und es werden üblicherweise 5 bis 7 Schichten übereinander aufgetragen, so dass
sich eine Gesamtstärke des Dünnschichtsystems oder Schichtstapels von ca. 50-105 µm
ergibt.
[0003] Aus der Druckschrift
DE 20 2004 018 710 U1 geht eine Vorrichtung für die Beschichtung von Platten im Durchlauf hervor, Mehrere
Platten werden auf einem Förderband angeordnet, die einzeln der Reihe nach u, a, Beschichtungsstationen
zugeführt werden. Eine solche Beschichtungsstation umfasst eine Auftragswalze, mit
der ein Lack auf eine Platte aufgebracht wird. Hieran schließt sich eine Nachbearbeitungsvorrichtung
an, mit der der Lack beispielsweise mit einer UV-Strahlung ausgehärtet wird. Die Auftragswalze
kann eine strukturierte Oberfläche umfassen, um Lack strukturiert auf die Oberfläche
einer Platte aufzutragen.
[0004] Aus der
DE 20 2004 018 710 U1 ist auch bekannt, Lack durch eine Strahldrucktechnik, die insbesondere bei Tintenstrahldruckern
weit verbreitet ist, strukturiert auf eine Oberfläche einer Platte aufzubringen, Hieran
schließt sich wiederum eine Nachbearbeitungsvorrichtung an, mit der die Beschichtung
ausgehärtet werden kann.
[0005] Aus der Druckschrift
DE 20 2004 018 710 U1 geht ferner eine Beschichtung von Werkstücken wie Platten hervor, die mit einer Haftvermittlerschicht
und einer Grundierungsschicht versehen ist, Hierauf befindet sich eine Druckschicht,
die ein Dekor darstellt, Oberhalb des Dekors ist eine Lackschicht angeordnet. Es kann
ein sogenannter gefüllter Lack verwendet werden. Hierunter sind solche Lacke zu verstehen,
die extrem feine Festkörperpartikel wie Korund mit Durchmessern im Nanometerbereich
enthalten.
[0006] Aus der
DE 103 58 190 AI geht ein Verfahren zur Steuerung von Druckmaschinen hervor. Mit der hieraus bekannten
Vorrichtung werden Möbelplatten bedruckt.
[0007] Es ist die Aufgabe der Erfindung eine neue Vorrichtung und ein neues Verfahren zu
schaffen, mit dem eine schnelle und kostengünstige Beschichtung von Platten, insbesondere
für die Herstellung von Fußbodenpaneelen, in guter Qualität möglich ist.
[0008] Diese und andere Ziele, welche aus der folgenden Beschreibung hervorgehen, werden
durch die vorliegende Erfindung gelöst.
3. Ausführliche Beschreibung der Erfindung
[0009] Zur Lösung der Aufgabe umfasst die Vorrichtung Transportmittel für den Transport
von Platten. Die Vorrichtung umfasst eine Zuführungseinrichtung, mit der Beschichtungsmaterial
auf die Plattenoberfläche gebracht werden kann, Im Anschluss an die Zuführungseinrichtung
sind oberhalb der Platte Mittel für das Trocknen und / oder Harten des Beschichtungsmaterials
vorgesehen. Im Unterschied zum eingangs genannten Stand der Technik
DE 20 2004 018 710 U 1 umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung Mittel, um eine Materialbahn zwischen den
Transportmitteln für den Transport von Platten und den Mitteln für das Trocknen und/
oder Härten hindurchführen zu können.
[0010] Wird eine Materialbahn mit strukturierter Oberfläche eingesetzt, so kann die Oberfläche
des Beschichtungsmaterials mit einer Struktur versehen werden, ohne großen Druck ausüben
zu müssen, Da das Beschichtungsmaterial in diesem Zustand getrocknet und/ oder gehärtet
wird. Gelingt so das Beschichten einer Platte mit strukturierter Oberfläche, ohne
hierfür wie beim aus der Druckschrift
DE 20 2004 018 710 U1 bekannten Stand der Technik entweder eine Presse einsetzen zu müssen oder aber ein
aufwendiges Druckwerk. Auch kann eine in mehreren Schritten vorgenommene Beschichtung
so in einem Arbeitsschritt einheitlich getrocknet und/ oder gehärtet werden. Vor allem
ist es so möglich, dass ein chemisches Netzwerk sich durch den gesamten Aufbau der
Schicht erstreckt, was zu einer besonders stabilen Beschichtung führt.
[0011] Wird eine Materialbahn mit glatter Oberfläche eingesetzt, so ist so ein Trocknen
und / oder Härten unter Luftabschluss möglich. Ein Trocknen und / oder Härten unter
Luftabschluss ist vielfach gewünscht, so zum Beispiel um im Fall einer Härtung eines
Lacks mit UV-Licht eine besonders große Vernetzung, also einen besonders großen Umsatz
an Doppelbindungen innerhalb des Lacks zu erzielen. Im Fall einer Härtung mit Elektronenstrahlen
ist ein Luftabschluss in der Regel erforderlich.
[0012] Die Erfindung betrifft auch ein neues Verfahren zur Beschichtung einer Holzwerkstoffplatte,
insbesondere einer Span-, MDF- oder HDF-Platte, mit einem fließfähigen Kunststoffmaterial.
Insbesondere betrifft das Verfahren die Herstellung von Paneelen, wie z.B. die Herstellung
von Fußbodenpaneelen. Bei diesem Verfahren wird in einem einzigen Arbeitsschritt eine
dicke Schicht von vorzugsweise mind. 30 µm aus einem Kunststoffmaterial auf die Holzwerkstoffplatte
aufgetragen. Das Kunststoffmaterial ist zumindest nach dem Austrocknen oder Härten
vorzugweise durchsichtig. Die Schicht wird vorzugsweise in einem einzigen Arbeitsgang
in einer Dicke von 30 bis 150 µm aufgetragen, besonders bevorzugt in einer Dicke von
80 bis 110 µm und insbesondere bevorzugt in einer Dicke von etwa 95 µm aufgetragen.
In einem weiteren Schritt wird die Schicht aus Kunststoffmaterial ausgehärtet. Die
Verwendung einer einzelnen dicken Schicht anstelle einer Folge von vielen dünnen Schichten
hat eine Reihe von Vorteilen. Zum einen können größere abriebfeste Partikel, wie z.B.
größere Korundpartikel, vorgesehen werden, als es bei einem Dünnschichtsystem möglich
ist. Bei den Dünnschichtsystemen, in denen die einzelnen dünnen Schichten nur eine
Dicke von 10 bis 15 µm haben, und die jeweils für sich nacheinander ausgehärtet werden,
können nämlich nur relativ kleine Partikel verwendet werden, da die Partikel vorzugsweise
so weit wie möglich in den Schichten eingebunden sein sollten.
[0013] Das fließfähige Kunststoffmaterial ist vorzugsweise ein Acylatsystem. Unter einem
Acrylatsystem wird hierin beispielsweise ein polymerisationsfähiges Gemisch von doppelbindungshaltigen
mono-, di- und mehrfachfunktionellen acrylsäurebasierenden Verbindungen verstanden.
Typische Vertreter sind beispielsweise Dipropylenglycoldiacrylat, 1,6-Hexandioldiacrylat,
Polyurethan-Acrylsäureester, Polyester-Acrylsäurester wie sie im Produktionsprogramm
der Firma BASF unter dem Handelsnamen Laromer™ - Typen am Markt erhältlich sind.
[0014] Die Holzwerkstoffplatte wird vor der Beschichtung mit dem fließfähigen Kunststoffmaterial
vorzugweise mit einem farbigen Dekordruck versehen, wie z.B. mit einem Holzdekor.
Das Kunststoffmaterial wird über den Dekordruck aufgetragen und ist vorzugsweise möglichst
durchsichtig. Das Verfahren kann dabei beispielsweise wie folgt ablaufen:
Zuerst wird die Trägerplatte, wie z.B. eine MDF-Platte, feingeschliffen und ausgerichtet
bzw. kalibriert. Danach wird ein Primer aufgebracht und vorzugweise eine Grundierung
aufgetragen. Anschließend erfolgt der Druck des Dekors auf den Primer bzw. die Grundierung.
In einem weiteren Schritt wird ein weiterer Primer aufgetragen, der vorzugweise ein
geeigneter Primer für die folgende Schicht aus Kunststoffmaterial ist. Dieser Primer
wird vorzugsweise in einer Menge von bis zu 10 g/m2, besonders bevorzugt von etwa 5 g/m2 aufgetragen. Auf den Primer wird dann beispielsweise eine einzelne dicke Schicht
eines Acrylatsystem durch z.B. Walzenauftrag aufgebracht. Dies geschieht vorzugsweise
in einer Menge von bis zu 100 g/m2, besonders bevorzugt von etwa 65 g/m2. Auf das noch nicht gehärtete Acrylatsystem werden dann vorzugsweise Korundpartikel
gestreut und zwar je nach geforderter Abriebklasse bis zu 70 g/m2, bevorzugt 45 g/m2. Über diese Schicht erfolgt dann vorzugweise ein Toplackauftrag über eine Strukturgeberfolie
mit bevorzugt 2 - 100 g/m2, besonders bevorzugt 30 g/m2. Zum Schluss werden dann alle Schichten in vorzugsweise einem einzigen Arbeitsgang
mittels UV ― Strahlung durchgehärtet. Das gehärtete Acylatsystem ist vorzugweise möglichst
durchsichtig, damit der darunterliegende Dekordruck sichtbar ist.
[0015] Die Aushärtung des Kunststoffmaterials erfolgt vorteilsweise über eine Polymerisation
des Kunststoffmaterials und nicht über eine Polykondensation. Das Kunststoffmaterial
ist dementsprechend vorzugsweise ein polymerisationsfähiges Acrylatsystem. Besonders
bevorzugt ist das Kunststoffmaterial, wie beispielsweise das polymerisationsfähige
Acrylatsystem, ein mit UV-Strahlen aushärtbarer Kunststoff. Dabei dient die UV-Strahlung
dazu, die Polymerisation zu starten. Da die Polymerisation jederzeit gestoppt werden
kann ist es somit möglich in der einzelnen dicken Schicht, die z.B. 95 µm betragen
kann, einen Vernetzungsgradienten und damit einen Härtungsgradienten herzustellen.
Der Härtungsgradient wird über eine einmalige, über die gesamte Schichtstärke stattfindende
Polymerisation mit möglichst vollständigem Umsatz erzeugt. Dies steht im Gegensatz
zum Lackieren mit vielen Dünnschichten, wobei diese Schicht für Schicht aufgetragen
und dann mittels Strahlung "angeliert" werden, d.h. es wird vorzeitig die Reaktion
abgebrochen. Damit hat man über den gesamten Querschnitt aller Schichten keine durchgehende
Polymerbildung sondern Grenzschichten.
[0016] In einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens werden nass in nass mehrere Schichten
aufgetragen (wie z.B. Primer, Acrylat (Walzenauftrag), Korund; Toplackauftrag) und
in einem einzigen Schritt vorzugsweise durch UV - Anregung polymerisiert. Die Acrylatschicht
wird dabei erfindungsgemäß in einer einzelnen dicken Schicht gehärtet. Die einzelnen
Schichten unterscheiden sich in ihrer Funktion und damit auch im chemischen Aufbau:
Der Primer hat die Aufgabe, eine gute Haftung zwischen Druck- und Kunststoffschicht
herzustellen. Die mittlere Schicht ist flexibel eingestellt um innere Spannungen abzubauen
und eine Versprödung zu vermeiden sowie Stoßenergie beim Begehen abzufangen, wenn
die beschichtete Platte z.B. als Fußbodenpaneel verwendet wird. Die Toplackschicht
hingegen ist so modifiziert, dass sie zu hoher Härte und Kratzfestigkeit führt. Da
es beim Nass- in Nassauftrag zu Durchmischungen der Schichten kommt, gibt es keine
Grenzschichten sondern tatsächlich einen Härtegradienten von oben nach unten. Chemisch
zusammengefasst: Die Polymerisation wird so durchgerührt, dass ein nahezu vollständiger
Doppelbindungsumsatz über die gesamte Schicht erreicht wird. Der Primer ist vorzugsweise
so ausgelegt, dass durch stärkere Funktionalisierung der Acrylatmischung ein besseres
Haften erreicht wird. Die mittlere Schicht weist insbesondere Kettenwachstum und nur
geringfiigigere Vernetzung auf. Die Toplackschicht enthält vorzugsweise ein hochvemetzungsfähiges
Acrylatsystem.
[0017] Um die Abriebfestigkeit der Schicht zu erhöhen werden vorzugsweise abriebfeste Partikel,
insbesondere Korundpartikel, in die Schicht eingebracht. Da die Schicht sehr dick
ist, ist es möglich relativ dicke Partikel einzubringen, die bessere Abriebeigenschaften
mit sich bringen, als kleinere Partikel. Abhängig von der verwendeten Schichtdicke
werden somit z.B. Korundpartikel in einem Bereich von DF 220 bis DF 280 nach FEPA-Spezifikation
(Federation of European Producers of Abrasives) eingesetzt. Diese haben dann eine
Durchschnittskomgröße D50 von 36,5 bis 63,0 µm. Besonders bevorzugt werden Partikel
im Bereich von DF 240 bis DF 280 verwendet, d.h. mit Korngrößen D50 von 44,5 bis 36,5
µm. Bei den Eingangs erwähnten Schichtsystemen mit mehreren dünnen Einzelschichten
(sogenannte Dünnschichtsysteme), die übereinander aufgetragen werden, müssen relativ
kleine Partikel (wie z.B. Korund-Partikel) verwendet werden, da diese ansonsten zu
weit aus den einzelnen Schichten hervorstehen würden. Die Partikelgröße liegt dabei
üblicherweise im Bereich von DF 320 bis DF 500 nach FEPA-Spezifikation. Das heißt,
die bisher verwendbaren Korngrößen der abriebfesten Partikel waren auf eine Durchschnittskorngröße
D50 von 29,2 bis 12,8 µm beschränkt. Diese relativ kleinen Partikel führen bei gleicher
Zusatzmenge zu niedrigeren Abriebwerten, d.h. bei gleicher Abriebklasse muss bei feineren
Partikeln eine größere Gewichtsmenge verwendet werden, als bei größeren Partikeln.
Außerdem führen feinere Partikel zu einer schlechteren Transparenz der Oberfläche
und zu Vergrauungserscheinungen.
[0018] Das Einbringen der Partikel in die Schicht kann nach Auftragen der Schicht erfolgen,
in dem die Partikel zum Beispiel auf die noch nicht ausgehärtete Schicht aufgestreut
werden. Nachdem die Partikel in die Schicht eingesunken sind oder eingepresst wurden,
wird das Material ausgehärtet, so dass die Partikel fest in der Schicht eingeschlossen
werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Partikel vor dem Auftragen der
Schicht in das fließfähige Kunststoffmaterial einzubringen, zum Beispiel in Form einer
Dispersion.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform wird vor dem Aushärtungsschritt, also nach dem
die Schicht auf die Platte aufgetragen wurde, eine Materialbahn mit strukturierter
Oberfläche, praktisch ohne Druck auszuüben, auf die Schicht aus Kunststoffmaterial
aufgebracht. Auf diese Weise wird eine Struktur in die Schicht aus Kunststoffmaterial
eingeprägt. Da die Schicht zu diesem Zeitpunkt noch flüssig ist, muss praktisch kein
Druck aufgewendet werden. In einem nächsten Schritt wird die Schicht aus Kunststoffmaterial
getrocknet und / oder gehärtet, wodurch die in die Schicht aus Kunststoffmaterial
eingebrachte Struktur fixiert wird. Danach kann in einem weiteren Schritt die Materialbahn
mit strukturierter Oberfläche wieder entfernt werden. In einem alternativen Verfahren
wird eine Strukturwalze verwendet, um eine Struktur in die Schicht aus Kunststoffmaterial
einzuprägen. Dies geschieht wiederum nach dem Auftragen des Kunststoffmaterials auf
die Platte aber vor dem Aushärten des Kunststoffmaterials. Möglichst direkt nach dem
Aufprägen der Struktur wird in einem nächsten Schritt die Schicht aus Kunststoffmaterial
getrocknet und /oder gehärtet, wodurch die in die Schicht aus Kunststoffmaterial eingebrachte
Struktur fixiert wird. Aufgrund der erfindungsgemäß großen Dicke der Schicht sind
Strukturtiefen von 0 bis zu 80 µm möglich. Besonders bevorzugt sind Strukturtiefen
von 20 bis zu 80 µm und besonders bevorzugt von bis zu ca. 35 µm. Im Stand der Technik,
bei dem ein Schichtsystem von einzelnen Dünnschichten verwendet wurde, war es bisher
nicht möglich Strukturtiefen von mehr als 5 bis 10 µm zu erzeugen. Diese geringen
Strukturtiefen sind für viele Zwecke nicht ausreichend. Um z.B. eine realistische
Echtholz-Nachahmung zu realisieren, müssen tiefere Strukturen in die Schicht eingeprägt
werden. Mit den sehr tiefen Strukturen gemäß dem vorliegenden Verfahren können daher
Muster und Strukturen in die Schicht eingebracht werden, die ästhetisch besonders
ansprechend sind und bisher nicht möglich waren. Eine Strukturtiefe von 35 µm ist
deutlich fühlbar und mit dem bloßen Auge sichtbar und eignet sich besonders, um die
Struktur von Echtholzböden nachzuahmen.
[0020] In einer alternativen Ausführungsform wird eine Materialbahn mit glatter Oberfläche
ohne größeren Druck auszuüben auf die Schicht auf Kunststoffmaterial gelegt. Auf diese
Weise wird verhindert, dass Luft an das Kunststoffmaterial gelangt. In einem nächsten
Schritt wird die Schicht aus Kunststoffmaterial unter Luftabschluss getrocknet und
/ oder gehärtet. In einem weiteren Schritt wird die Materialbahn mit glatter Oberfläche
wieder entfernt.
[0021] Die verwendeten Materialbahnen, ob mit glatter oder strukturierter Oberfläche, sind
vorzugsweise für UV-Licht durchlässig. Wenn ein UV aushärtbarer Kunststoff verwendet
wird, ist es somit möglich den Kunststoff auszuhärten, obwohl dieser von der Materialbahn
abgedeckt ist.
[0022] In einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die Zuführungseinrichtung eine Auffangeinrichtung
für das Beschichtungsmaterial, die angrenzend an die Transportmittel für den Transport
der Platten angeordnet ist. Die Auffangeinrichtung grenzt des Weiteren an eine Walze
für den Transport der Materialbahn an. Die Auffangeinrichtung ist so beschaffen, dass
flüssiges, in der Auffangeinrichtung befindliches Beschichtungsmaterial zur Walze
fließt. Es wird so erreicht, dass bei hinreichend großer Befüllung der Auffangeinrichtung
flüssiges Beschichtungsmaterial vollständig eine Materialbahn mit einem Flüssigkeitsfilm
zu überziehen vermag, wenn eine Materialbahn über die Walze transportiert wird. Insgesamt
kann so bei hinreichender Zufuhr von flüssigem Beschichtungsmaterial erreicht werden,
dass das flüssige Beschichtungsmaterial vollständig den Raum zwischen der Oberfläche
einer Platte und der darüber befindlichen Materialbahn ausfüllt. Es gelangt dann besonders
zuverlässig keine Luft in den Bereich, Eine Härtung kann so besonders zuverlässig
unter Luftabschluss durchgeführt werden.
[0023] Auch ist es bei dieser Ausführungsform möglich, relativ dicke Lackschichten mit einer
Gesamtdicke von beispielsweise 80 bis 100 µm Dicke aufzutragen und einheitlich zu
trocknen sowie zu härten. Dies wiederum ermöglicht es, relativ dicke abriebfeste Partikel
wie Korund mit einem Durchmesser von bis zu 100 µm innerhalb des Lacks einzubetten.
Da mit dem Durchmesser der abriebfesten Partikel die Abriebfestigkeit zunimmt, kann
so eine relativ hohe Abriebfestigkeit erreicht werden. Mit zunehmendem Durchmesser
der abriebfesten Partikel kann zugleich dennoch auch die Menge an Abriebmaterial gesenkt
werden. Es gelingt so sowohl eine Verbesserung von Abriebwerten als auch eine Verbesserung
der Transparenz der abriebfesten Beschichtung.
[0024] Besonders bevorzugt sind Partikelkorngrößen von DF 220 bis DF 280 FEPA. Die Dicke
der Schicht beträgt vorzugsweise 30 bis 150 µm, besonders bevorzugt 80 bis 110 µm.
[0025] In einer Ausführungsform der Erfindung umfassen die Mittel für den Transport von
Platten ein umlaufendes Transportband, auf das die Platten für den Transport abgelegt
werden.
[0026] In einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens werden nach dem Auftragen der Schicht
aus Kunststoffmaterial, aber vor dem Aushärten oder Trocknen derselben, Fremdmaterialien
in die Schicht eingebracht, zum Beispiel eingestreut, um beispielsweise einen ästhetisch
ansprechenden Effekt zu erzielen. Die Fremdmaterialien sind bevorzugt Naturstoffe
wie Kork oder Hanf, aber auch Kunststoffe und Metallpartikel sind geeignet. Die Fremdmaterialien
können so eingebracht werden, dass sie zum Teil reliefartig aus der Schicht hervorstehen
oder aber so, dass sie vollständig in der Schicht eingesunken sind. Die Schicht ist
dabei vorzugsweise durchsichtig, so dass die darin befindlichen Fremdkörper sichtbar
sind. Zum Beispiel können in die flüssige Materialschicht Blätter oder Baumnadeln
eingelegt werden, die vorzugsweise vollständig in der Schicht eingesunken und von
dieser umgeben sind. Anschließend wird die durchsichtige Schicht ausgehärtet. Da die
z.B. Naturmaterialien völlig von der Schicht, die zum Beispiel ein Acrylharz sein
kann, umgeben sind und damit vor Luft und Witterungseinflüssen geschützt sind, findet
kein Zerfall der Naturstoffe statt. Eine derartig behandelte Platte, mit einer durchsichtigen
harten Kunststoffschicht, in der Fremdmaterialien eingebracht sind, kann somit einen
ästhetisch äußerst ansprechenden Effekt haben. Weitere denkbare Materialien sind zum
Beispiel Laub, Zweige, Äste oder Wolle. Das Einbringen von Fremdmaterialien wird durch
die relativ große Dicke der Schicht ermöglicht.
[0027] In einer Ausführungsform der Erfindung wird die Materialbahn von einer Walze abgerollt,
über weitere Walzen parallel zur Oberfläche von Platten geführt, die transportiert
werden, und dann wieder von einer Walze aufgerollt. Im Unterschied zum eingangs genannten
Stand der Technik genügt ein Austausch der Materialbahn, wenn eine Oberflächenstruktur
verändert werden soll oder aber wenn eine Struktur auf der Materialbahn Beschädigungen
beispielsweise aufgrund von Verschleißerscheinungen aufweist. Durch den Einsatz einer
Materialbahn kann außerdem eine gleichbleibende Qualität einer erzeugten Oberflächenstruktur
sichergestellt werden, da im Unterschied zu einer Walze mit strukturierter Oberfläche
mit dem Abrollen der Materialbahn die Qualität der Oberfläche der Materialbahn nicht
verändert wird, die die Struktur erzeugt, Hinzu kommt, dass die Struktur in der Oberfläche
der Beschichtung praktisch drucklos erzeugt wird, so dass die Oberfläche der Materialbahn
auch aus diesem Grund praktisch keiner Verschleißerscheinung unterliegt.
[0028] In einer Ausführungsform der Erfindung sind die Walzen für den Transport einer Materialbahn
so angeordnet, dass diese mit der Auffangeinrichtung im Querschnitt einem Trichter
gleichen, Die Zuführung von Beschichtungsmaterial zur Oberfläche einer Platte erfolgt
dann schließlich über einen Spalt, Hierdurch wird die ordnungsgemäße Zufuhr von Beschichtungsmaterial
zwischen die Materialbahn und Oberfläche der zu beschichtenden Platte weiter verbessert
sichergestellt.
[0029] In einer Ausführungsform kann die Breite des vorgenannten Spalts verändert werden.
Dies dient zur Steuerung der Menge an Beschichtungsmaterial, die zur Oberfläche einer
Platte geführt wird. Auch kann der Spalt in einer Ausführungsform geschlossen werden,
um so den Zeitpunkt der Zuführung steuern zu können.
4. Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen
[0030] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figur 1 näher erläutert.
[0031] Figur 1 zeigt eine Vorrichtung, mit der ein Trägermaterial 6 , so zum Beispiel eine
Span -, MDF- oder HDF Platte im Durchlauf beschichtet werden kann, Als Beschichtungsmaterialien
werden vorzugsweise UV- oder Elektronenstrahl- vernetzbare, fließfähige Systeme mit
geeigneter Viskosität verwendet.
[0032] Eingangseitig der Beschichtungsanlage wird ein Trägermaterial 6 zugeführt und mit
einem fließfähigem Material 8 beschichtet. Die Beschichtung erfolgt über eine Auffangeinrichtung
5, die an eine Walze 4 grenzt. Ein bahnförmiges Material und zwar eine für UV- Licht
und/ oder Elektronenstrahlung durchlässige sowie strahlungsresistente Folie 3 wird
über die Walze 4 geführt, Die Folie weist eine glatte, dem Beschichtungsmaterial 8
zugewandte Oberfläche auf, wenn die Beschichtung 8 eine glatte Oberfläche aufweisen
soll. Die entsprechende Oberfläche der Folie 3 ist strukturiert, wenn die Beschichtung
8 eine strukturierte Oberfläche aufweisen soll.
[0033] Das bahnförmige Material bzw. die Folie 3 wird von einer Vorratsrolle oder Vorratswalzewalze
1 abgerollt und schließlich auf einer Walze 2 wieder aufgerollt. Zwischen der Walze
1 und der Walze 4 gibt es entlang des Transportwegs für das bahnförmige Material 3
drei weitere Walzen mit relativ kleinem Durchmesser, die der Führung des bahnförmigen
Materials dienen, Die Zuführungswalze 13 mit dem kleinen Durchmesser, die benachbart
zur Walze 4 angeordnet ist, bewirkt gemeinsam mit der Walze 4, dass das bahnförmige
Material zusammen mit der Auffangeinrichtung 5 einen im Querschnitt trichterförmigen
Einlass für Beschichtungsmaterial 8 bildet, Das Beschichtungsmaterial 8, so zum Beispiel
ein Lack, wird über diese Trichterform geeignet zwischen das Trägermaterial 6 und
bahnförmiges Material 3 gebracht.
[0034] Der im Querschnitt trichterförmige Einlass mündet in einen Spalt. Die Spaltbreite
kann geändert werden, um die Zufuhr an Beschichtungsmaterial so steuern zu können.
[0035] Zwischen der Walze 4 und der Walze 2 gibt es vier weitere Führungswalzen mit relativ
kleinem Durchmesser, die der Führung des bahnförmigen Materials von der Walze 4 zur
Walze 2 dienen, Die erste Führungswalze 10 - von der Walze 4 in Transportrichtung
des bahnförmigen Materials gesehen - bewirkt zusammen mit der Walze 4, dass das bahnförmige
Material parallel zur Oberfläche des Trägermaterials 6 geführt wird.
[0036] Zwischen der Walze 4 und der Walze 10 gibt es oberhalb der Folie 3 Einrichtungen
7, mit denen das darunter befindliche Beschichtungsmaterial getrocknet und / oder
gehärtet werden kann. Es handelt sich vor allem um Einrichtungen für das Härten mit
UV-Licht oder Elektronenstrahlen.
[0037] Mit der Vorrichtung wird während des Beschichtungsvorgangs ein bahnförmiges glattes
oder strukturiertes Material 3 zeitgleich von der Vorratsrolle 1 sowohl in Längsrichtung
als auch in Querrichtung passend ausgerichtet und synchron zum Trägermaterial 6 mittels
der Walze 4 und der Auffangeinrichtung 5 auf das noch flüssige Beschichtungsmaterial
appliziert. Ziel der Ausrichtung des bahnförmigen Materials ist es, bestimmte Punkte
des Trägermaterials 6 mit bestimmten Punkten des bahnförmigen Materials passend übereinander
zu synchronisieren, Zu diesem Zweck wird in einer Ausführungsform der Erfindung die
Geschwindigkeit eines Trägermaterials bzw. einer Platte 6 mit Messeinrichtungen gemessen,
Vorzugsweise werden optische Messeinrichtungen eingesetzt, um die Geschwindigkeit
des Trägermaterials zu ermitteln, Beispielsweise mit Hilfe von elektronischen oder
magnetischen Sensoren wird die Drehgeschwindigkeit von wenigstens einer Walze bzw.
Rolle erfasst, die an dem Transport des bahnförmigen Materials beteiligt ist. Die
so gewonnen Informationen über Transportgeschwindigkeit einer jeden Platte 6 und Transportgeschwindigkeit
des bahnförmigen Materials werden zur Steuerung genutzt. Die beiden Geschwindigkeiten
werden also so gesteuert, dass eine Platte definiert mit dem bahnförmigen Material
zusammengebracht wird, um so eine Oberfläche gezielt strukturieren zu können.
[0038] In einer Ausführungsform der Erfindung weist das bahnförmige Material beispielsweise
optische Markierungen auf, die mit optischen Sensoren erfasst werden. Der Transport
des bahnförmigen Materials und / oder der Transport der Platten 6 werden so gesteuert,
dass eine Platte in Abhängigkeit von einer solchen optischen Markierung beschichtet
und die Beschichtung in Abhängigkeit von diesen optischen Markierungen strukturiert
wird.
[0039] Das Trägermaterial mit dem flüssigen Beschichtungsmaterial und dem aufliegendem bahnförmigen
Material durchläuft anschließend die Aushärtstation 7, In dieser wird das flüssige
Beschichtungsmaterial 8 vernetzt und geht in einen festen Zustand über. Dabei wird
während des Aushärtungsvorgangs die Oberflächenstruktur des bahnförmigen Materials
in der ausgehärteten Schicht fixiert und abgebildet.
[0040] Ausgangseitig der Beschichtungsanlage wird das bahnförmige Material von dem ausgehärteten
festen Beschichtungsmaterial abgezogen und wieder zu einer Rolle aufgewickelt.
[0041] Es ist weiterhin in einer in Figur 2 gezeigten Ausführungsform vorgesehen, dass für
das bahnförmige Material mehrere Vorratsrollen 1 und Aufwickelrollen 2 vorhanden sind.
Die Vorratsrollen und die Aufwickelrollen können während der laufenden Produktion
durch eine Einrichtung ohne Stopp untereinander endlos verbunden werden.
[0042] Das Verbinden erfolgt aus Praktikabilitätsgründen vorzugsweise bei Geschwindigkeiten
bis maximal 120 m/min, Die jeweilige in Ruhestellung befindliche Folienaufnahmestation
wird mit einer Rolle des bahnförmigen Materials beschickt und die automatische Verbindung
vorbereitet, indem ein doppelseitiges Klebeband auf den Bahnanfang aufgeklebt wird.
Der Anfang des bahnförmigen Materials wird in einen Spalt eingelegt, der dem Verbinden
dient. Durch diesen Spalt wird zugleich das bahnförmige Material geführt, das aktuell
abgerollt wird, Die Auslösung der Verbindung geschieht automatisch durch elektronische
Erfassung der Laufmeter der Rolle, von der bahnförmiges Material abgerollt wird, oder
sensorische Erfassung des zugehörigen Endes eines bahnförmigen Materials. Vor dem
Verbinden wird das ablaufende bahnförmige Material in einer als Bahnspeicher arbeitenden
Tänzereinrichtung bevorratet, Die angetriebene Rolle wird auf eine Wechselgeschwindigkeit
von ca. 15 m/ min reduziert. Die zur Anlagengeschwindigkeit fehlende Länge des bahnförmigen
Materials zieht sich aus dem Tänzer heraus. Nach dem Verbindvorgang beschleunig! die
entsprechende Folienrolle wieder bis auf die maximale Geschwindigkeit von beispielsweise
120 m/min, bis die Tänzerwalze wieder ihre Arbeitsposition erreicht hat.
[0043] Die Einrichtung für das automatische Verbinden umfasst wenigstens zwei Abwickelstationen
mit Klapplagern und pneumatischen Spannwellen. Der Antrieb der Abwicklungen erfolgt
durch je einen Servomotor, Mittel sind vorhanden, um Wagen mit den Folien bzw. bahnförmigen
Materialien automatisch verstellen zu können. Die eigentliche Verbindeeinrichtung
umfasst vier pneumatisch betätigte Mangelwalzen, Es gibt ferner zwei Trennmesser für
das Abschneiden des bahnförmigen Materials nach dem Verbinden. Eine automatische Bremskraftregulierung
der Abwickelrollen ist vorhanden. Diese umfasst Tänzerwalzen, pneumatische proportional
regelbare Linearzylinder mit Leit- und Umlenkwalzen und einer automatischen Risskontrolle.
[0044] Das Trägermaterial bzw. eine Platte 6 wird zunächst durch die beiden übereinander
angeordneten, sich drehenden Walzen 4 und 11 hindurch geführt und so transportiert.
Von hier aus gelangt das Trägermaterial 6 zu einem Transportband 1 2, welches das
Trägermaterial weiter transportiert. Das bahnförmige Material bzw. die Folie 3 und
das Trägermaterial 6 werden mit gleicher Geschwindigkeit transportiert.
[0045] Der Abstand zwischen den beiden Walzen 4 und 11 kann verändert werden, um die Dicke
der Beschichtung variieren zu können. In einer Ausführungsform kann auch die Höhe
der Führungswalze 10 verändert werden, um Einfluss auf die Dicke der Beschichtung
nehmen zu können.
1. Vorrichtung mit
- Transportmitteln (11, 12) für den Transport von Platten (6),
- einer Zuführungseinrichtung für die Zuführung von Beschichtungsmaterial auf die
Oberfläche der Platte (6),
- mit Mitteln für das Trocknen und / oder Härten (7) des auf die Oberfläche der Platte
(6) zugeführten Beschichtungsmaterials, gekennzeichnet durch
Mittel, mit denen eine Materialbahn (3) zwischen den Transportmitteln für den Transport
von Platten (6) und den Mitteln für das Trocknen und / oder Härten (7) hindurchgeführt
werden kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Zuführungseinrichtung eine Auffangeinrichtung
(5) für das Beschichtungsmaterial (8) umfasst, mit der Beschichtungsmaterial zwischen
die Platte (6) und die Materialbahn gebracht werden kann.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 mit einer Materialbahn, die eine strukturierte
Oberfläche aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit ein oder mehreren Rollen (1)
für das Abrollen der Materialbahn (3) sowie ein oder mehrerer Rollen (2) für das Aufrollen
der Materialbahn (3).
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einer Auffangeinrichtung für
Beschichtungsmaterial und derart angeordneten Walzen (4, 9) für den Transport der
Materialbahn (3), dass diese mit der Auffangeinrichtung eine im Querschnitt trichterförmige
Zuführung für das Beschichtungsmaterial 8 zwischen Oberfläche der Platte (6) und der
Materialbahn (3) bildet.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der ein oder mehrere Walzen
(4, 10, 11) angehoben und/ oder gesenkt werden können, um die Dicke der Beschichtung
einstellen zu können.
7. Verfahren für das Beschichten einer Oberfläche mit einer Vorrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, bei der Beschichtungsmaterial zwischen eine Materialbahn
(3) und die Oberfläche einer Platte (6) so zugeführt wird, dass keine Luft eingeschlossen
wird und die Beschichtung dann mit UV-Licht oder Elektronenstrahlen gehärtet wird.
8. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem das Beschichtungsmaterial einen
durch UV-Licht oder Elektronenstrahlen härtbaren Lack umfasst.
9. Verfahren zur Beschichtung einer Holzwerkstoffplatte, insbesondere einer Span-, MDF-
oder HDF-Platte, mit einem fließfähigen Kunststoffmaterial,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
― Auftragen des Kunststoffmaterials als eine einzelne, dicke Schicht von mindestens
30 µm auf eine Holzwerkstoffplatte; und
― Aushärten der Schicht aus Kunststoffmaterial in einem weiteren Schritt.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
― vor dem Aushärtungsschritt eine Materialbahn mit strukturierter Oberfläche ohne
Druck auszuüben auf der Schicht aus Kunststoffmaterial angeordnet wird, um die Schicht
aus Kunststoffmaterial mit einer Struktur zu versehen;
― in einem nächsten Schritt die Schicht aus Kunststoffmaterial getrocknet und/oder
gehärtet wird, wobei die in die Schicht aus Kunststoffmaterial eingebrachte Struktur
fixiert wird, und
― in einem weiteren Schritt die Materialbahn mit strukturierter Oberfläche wieder
entfernt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
― nach dem Auftragen des Kunststoffmaterials und vor dem Aushärten, mittels einer
Strukturwalze eine Struktur in die Schicht aus Kunststoffmaterial geprägt wird, um
die Schicht aus Kunststoffmaterial mit einer Struktur zu versehen; und
― in einem nächsten Schritt die Schicht aus Kunststoffmaterial getrocknet und/oder
gehärtet wird, wobei die in die Schicht aus Kunststoffmaterial eingebrachte Struktur
fixiert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur eine Tiefe von bis zu 80 µm hat und bevorzugt von bis zu ca. 35 µm hat.
13. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
― vor dem Aushärtungsschritt eine Materialbahn mit glatter Oberfläche ohne Druck auszuüben
auf der Schicht aus Kunststoffmaterial angeordnet wird, um zu verhindern, das Luft
an das Kunststoffmaterial gelangt;
― in einem nächsten Schritt die Schicht aus Kunststoffmaterial unter Luftabschluss
getrocknet und/oder gehärtet wird, und
― in einem weiteren Schritt die Materialbahn mit glatter Oberfläche wieder entfernt
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 10 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn für UV-Licht durchlässig ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffmaterial ein mit UV-Strahlen aushärtbarer Kunststoff ist.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht in einem einzigen Arbeitsgang in einer Dicke von 30 bis 150 µm aufgetragen
wird und vorzugsweise von 80 bis 110 µm und besonders bevorzugt in einer Dicke von
ca. 35 µm.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass nach Auftragen der Schicht aus Kunststoffmaterial und vor dem Aushärten abriebfeste
Partikel, insbesondere Korund-Partikel, mit einer Korngröße D50 von 36,5 bis 63 µm
und bevorzugt D50 von 36,4 bis 44,5 µm in die Schicht aus Kunststoffmaterial eingebettet
werden.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Auftragen der Schicht aus Kunststoffmaterial abriebfeste Partikel, insbesondere
Korund-Partikel, mit einer Korngröße D50 von 36,5 bis 63 µm und bevorzugt D50 von
36,4 bis 44,5 µm in die Schicht aus Kunststoffmaterial eingebettet werden.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffmaterial ein polymerisationsfähiges Acrylatsystem ist.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Aushärtung des Kunststoffmaterials über eine Polymerisation des Kunststoffmaterials
erfolgt.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Auftragen der Schicht aus Kunststoffmaterial Fremdmaterialien, wie bsp.
Stroh, Baumnadeln, Metallspäne und ähnliches, in die Schicht eingebracht werden, um
einen ästhetischen Effekt zu erzielen.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
a) Feinschliff der Holzwerkstoffplatte;
b) Auftragen eines Primers;
c) Auftragen einer Grundierung;
d) Aufdrucken des Dekors;
e) Auftragen des Kunststoffmaterials und zwar in Form eines fließfähigen, UV-aushärtbaren
Acrylatsystems in einer Menge von bis zu 100 g/m2, bevorzugt etwa 65 g/m2;
f) Aufstreuen von Korund-Partikeln durch Streuen, vorzugweise bis zu 70 g/m2, insbesondere bevorzugt etwa 45 g/m2;
g) Auftragen eines Toplacks; und
h) Durchhärten des Kunststoffmaterials und zwar mittels UV - Strahlung.