Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft das Gebiet der Heissschmelzklebstoffe und deren Applikation.
Stand der Technik
[0002] Heissschmelzklebstoffe werden bereits seit langem eingesetzt. Heissschmelzklebstoffe
zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei erhöhter Temperatur, typischerweise über 100°C,
aufgeschmolzen und geschmolzen auf das zu verklebende Substrat aufgetragen werden.
Durch das Aufschmelzen ist die Viskosität bei der Applikation sehr gering und kann
einfach verarbeitet werden. Beim Abkühlen wird der Heissschmelzklebstoff fest (amorph
und zuweilen auch kristallin). Dieser Verfestigungsprozess erfolgt in sehr kurze Zeit
und ist primär massgebend für die Verklebung verantwortlich. Ist der Heissschmelzklebstoff
ein sogenannter nicht reaktiver Heissschmelzklebstoff ist die Verklebung durch ein
Aufheizen der Verklebung über den Schmelzpunkt des Heissschmelzklebstoffes wieder
lösbar. Dies kann je nach Verwendungszweck vorteilig oder auch nachteilig sein. Da
üblicherweise eine Verklebung durch Wärmeeinfluss nicht lösbar sein soll, insbesondere
wenn der Wärmeeinfluss nicht geplant vorkommt, wurden vermehrt sogenannte reaktive
Heissschmelzklebstoff eingesetzt. Bei diesen Klebstoffen erfolgt die Applikation gleich
wie bei den nicht reaktiven Heissschmelzklebstoffen. Nach der Applikation wird der
Klebstoff jedoch durch eine Härtungsreaktion, insbesondere mittels Luftfeuchtigkeit,
vernetzt, so dass sich der vernetzte Heissschmelzklebstoff bei einer Wärmeexposition
nicht mehr schmilzt und der Haftverbund auch bei Hitze erhalten bleibt.
[0003] Es zeigte sich jedoch, dass sowohl reaktive als auch nicht reaktive Heissschmelzklebstoffe
vor der Anwendung, insbesondere nicht reaktive Heissschmelzklebstoffe auch nach der
Anwendung, bei Raumtemperatur klebrig sind. Dies ist insbesondere bei der Lagerung
des Klebstoffs nachteilig, da der Klebstoff verklebt und fliesst. Aus diesem Grunde
wird Heissschmelzklebstoff meistens ein Blöcken, meist in einem Plastikbeutel oder
silikonisierten Karton verschlossen, gelagert und transportiert. Das Aufschmelzen
von derartigen Heissschmelzklebstoffblöcken weist jedoch einige Nachteile auf. Beispielsweise
dauert der Prozess des Aufschmelzens sehr lange und andererseits kann durch die Hitzeeinwirkung
im äussern Bereiches des Blockes die auf den Block lang einwirkende Hitze den Klebstoff
schädigen, bis gar zerstören.
[0004] Es wurde auch versucht, Heissschmelzklebstoff als Granulat zu verwenden. Aber auch
hier besteht die Tendenz, dass die einzelnen Granulate miteinander verkleben und zu
über längere Lagerzeit zu Blöcken zusammenfliessen.
[0005] Dieses Problem wurde schon länger erkannt und mit diversen Ansatzpunkten angegangen.
[0006] So wurde beispielsweise in
US 6,155,029 vorgeschlagen, Heissschmelzklebstoff zu einem Strang zu formen und diesen mit einer
Kunststofffolie zu umwickeln. Die hierfür benötigte Anlage zur Folienumwicklung und
―Verschweissung ist jedoch sehr kostenintensiv.
[0007] In
EP 1 330 391 B1 wird vorgeschlagen, geschmolzenen Heissschmelzklebstoff in einen Schlauch aus thermoplastischen
Materials zu giessen. Nachteilig bei diesem Verfahren ist jedoch, dass die Gefahr
besteht, dass im Klebstoff eingeschlossen Luftblasen oder Luftzwischenräume vorhanden
sind, welche bei einer maschinellen Förderung zu Problemen führen kann.
[0008] EP 0 115 307 A2 schliesslich offenbart ein Kontaktieren eines geschmolzenen Heissschmelzklebstoffes
mit einer wässrigen Dispersion eines Polyolefins oder Wachses. Dieses Verfahren hat
jedoch den grossen Nachteil, dass hierfür nur mikrofeine Dispersionen verwendet werden
können. Die Herstellung derartig feiner fester Polyolefin- oder Wachspartikel ist
jedoch sehr aufwändig und sind kommerziell schlecht erhältlich, so dass in der Praxis
die Auswahl an möglichen Umhüllungen stark limitiert ist. Schliesslich besteht die
grosse Gefahr, dass die Menge des in den geschmolzenen Klebstoff eindringenden Umhüllungsmaterials
beträchtlich sein kann. Dieses Eindringen ist sehr schwierig zu kontrollieren und
kann die Eigenschaften des Klebstoffes im Klebverbund stark verschlechtern.
[0009] Zudem ist mit diesem Verfahren schwierig zu kontrollieren, dass die Umhüllung eine
konstante Dicke bzw. dicht ausgebildet wird.
[0010] Weitere Aspekte der Erfindung sind Gegenstand weiterer unabhängiger Ansprüche. Besonders
bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Darstellung der Erfindung
[0011] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Herstellung
von mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffsträngen zur Verfügung zu stellen, welches
möglichst einfach ist und welches gewährleistet, dass die Wachsumhüllung in möglichst
gleichmässiger Dicke und dicht ausgestaltet wird.
[0012] Überraschenderweise wurde gefunden, dass ein Verfahren gemäss Anspruch 1 in der Lage
ist, diese Aufgabe lösen.
[0013] Infolge der Tatsache, dass ein bereits abgekühlter Heissschmelzklebstoffstrang durch
ein Bad mit geschmolzenen Wachs gezogen wird, ist die Gefahr ―im Gegensatz zum Stand
der Technik―, dass der Strang nur teilweise beschichtet würde, oder dass zuviel Umhüllungsmaterial
in den Klebstoff ausgeschlossen.
[0014] Das Verfahren ist sehr einfach zu realisieren und bietet eine einfache Methode qualitativ
hochwertige Wachsumhüllungen herzustellen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0015] Die vorliegende Erfindung betrifft in einem ersten Aspekt ein Verfahren zur Herstellung
eines mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges.
[0016] Dieses Verfahren umfasst die Schritte:
i) Aufschmelzen eines Heissschmelzklebstoffes
ii) Formen des geschmolzenen Heissschmelzklebstoffes zu einem Heissschmelzklebstoffstrang
iii) Abkühlen des Heissschmelzklebstoffstranges auf eine Oberflächentemperatur unterhalb
des Schmelzpunktes des Heissschmelzklebstoffes
iv) Durchlaufen des Heissschmelzklebstoffstranges durch ein Wachsbad mit geschmolzenem
Wachs
v) Verlassen des Heissschmelzklebstoffstranges, an dessen Oberfläche Wachs haftet,
aus dem Wachsbad unter Bildung eines mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
vi)Abkühlen des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges auf eine Temperatur,
die unter dem Schmelzpunkt des Wachses liegt.
[0017] Als Heissschmelzklebstoff ist grundsätzlich jeglicher gebräuchliche Heissschmelzklebstoff
geeignet. Die Vorteile der vorliegenden Erfindung kommen insbesondere dann zum Tragen,
wenn der Heissschmelzklebstoff bei Raumtemperatur eine klebrige Oberfläche aufweist
oder die Klebrigkeit über eine gewisse Zeit bestehen bleibt.
[0018] In einer Ausführungsform ist der Heissschmelzklebstoff ein reaktiver Heissschmelzklebstoff.
Als reaktiver Heissschmelzklebstoff wird in diesem vorliegenden Dokument Heissschmelzklebstoffe
bezeichnet, welche reaktive Gruppen, d.h. Isocyanatgruppen und/oder Alkoxysilangruppen
und/oder Acyloxysilangruppen, enthält, welche unter dem Einfluss von Wasser, insbesondere
in Form von Luftfeuchtigkeit, Anlass zu Vernetzungen geben. Als Alkoxysilangruppen
werden Gruppen der Formel (la) und als Acyloxysilangruppen werden Gruppen der Formel
(1b) verstanden.

[0019] Hierbei steht R
1 für einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, insbesondere für eine Methyl- oder Ethylgruppe,
bevorzugt für eine Methylgruppe. Weiterhin steht R
2 für einen Alkylrest mit 1 bis 6 C-Atomen, insbesondere für eine Methylgruppe. Zudem
steht a für einen Wert von 0 oder 1, insbesondere für 0.
[0020] Die gestrichelten Linien in den Formeln in diesem Dokument stellen jeweils die Bindung
zwischen einem Substituenten und dem zugehörigen Molekülrest dar.
[0021] Bevorzugt ist der reaktive Heissschmelzklebstoff ein reaktiver Heissschmelzklebstoff
auf Basis von Polyurethanen oder von Polyolefinen.
[0022] Einerseits bevorzugt ist der Heissschmelzklebstoff ein reaktiver Heissschmelzklebstoff,
welcher Isocyanatgruppen aufweisende Polyurethanprepolymere enthält.
[0023] Andererseits bevorzugt ist der Heissschmelzklebstoff ein reaktiver Heissschmelzklebstoff,
welcher Alkoxysilangruppen aufweisende Polyurethanprepolymere oder Alkoxysilangruppen
aufweisende Polyolefine, insbesondere Alkoxysilangruppen aufweisende ataktische Poly-α-Olefine
(APAO), bevorzugt mit Silan gepfropfte ataktische Poly-α-Olefine (APAO).
[0024] In einer anderen Ausführungsform ist der Heissschmelzklebstoff ein nichtreaktiver
Heissschmelzklebstoff. Derartige Heissschmelzklebstoffe weisen keine reaktiven Gruppen,
d.h. keine Isocyanatgruppen und/oder Alkoxysilangruppen und/oder Acyloxysilangruppen,
enthält. Als nichtreaktiver Heissschmelzklebstoff dienen insbesondere Heissklebstoffe,
welche insbesondere Homo- oder Copolymere von ungesättigten Monomeren, insbesondere
aus der Gruppe umfassend Ethylen, Propylen, Butylen, Isobutylen, Isopren, Vinylacetat
und Alkyl(meth)acrylate, insbesondere Polyethylene (PE), Polypropylene (PP), Polyisobutylene,
Ethylenvinylacetat-Copolymere (EVA), Styrol-Isopren-Styrol-Copolymere (SIS), Styrol-Butadien-Styrol-Copolymere
(SBS) und ataktische Poly-α-Olefine (APAO) enthalten oder daraus im Wesentlichen bestehen.
[0025] Besonders bevorzugt ist der Heissschmelzklebstoff ein nicht reaktiver Heissschmelzklebstoff
und meist bevorzugt ist es ein nicht reaktiver Heissschmelzklebstoff, welcher Ethylenvinylacetat-Copolymere
(EVA) und/oder Styrol-Isopren-Styrol-Copolymere (SIS) und/oder Styrol-Butadien-Styrol-Copolymere
(SBS) und/oder ataktische Poly-α-Olefine (APAO) enthält.
[0026] Es ist vorteilhaft, wenn der Heissschmelzklebstoff bei Raumtemperatur nicht spröde
ist und insbesondere flexibel ist. Vorteilhaft ist eine Bruchdehnung bei Raumtemperatur
von 0.5 % bis 2000 %, insbesondere von 50 % bis 1000 %, gemessen vor einer allfälligen
Feuchtigkeitsaushärtung des Heissschmelzklebstoffs nach DIN EN 53504.
[0027] Die Heissschmelzklebstoffe weisen typischerweise einen Schmelzpunkt zwischen 50 und
170 °C, insbesondere zwischen 80 und 160°C, auf. Da es sich bei Heissschmelzklebstoffen
um Polymeren handelt, wird im vorliegenden Dokument als Schmelzpunkt die Erweichungstemperatur
verstanden, die typischerweise durch die Ring & Kugel- Methode gemäss DIN ISO 4625
bestimmt wird, verstanden.
[0028] In Schritt i) wird der Heissschmelzklebstoff aufgeschmolzen. Hierbei beträgt die
Klebstofftemperatur insbesondere nicht mehr als 50°C, insbesondere nicht mehr als
30°C, über dem Schmelzpunkt des Heissschmelzklebstoffes. Für das Aufschmelzen werden
konventionelle Schmelzanlagen angewendet. Der hierfür nötige Heissschmelzklebstoff
wird der Schmelzanlage in Form von Granulaten oder Blöcken zugeführt. Vielfach kann
auch eine Fassschmelzvorrichtung für das Aufschmelzen eingesetzt werden, wie sie im
Stand der Technik bekannt sind.
[0029] In diesem Dokument wird der Term "Aufschmelzen eines Heissschmelzklebstoffes" in
Schritt i) dahingehend definiert, dass auch ein in der Schmelze
hergestellter Heissschmelzklebstoff in geschmolzenem Zustand mitbeinhaltet wird. Mit anderen Worten,
muss ein frisch hergestellter Heissschmelzklebstoff nach der Herstellung nicht zuerst
unter den Schmelzpunkt abgekühlt werden und anschliessend wieder aufgeschmolzen werden,
sondern er kann direkt als Schmelze verwendet werden.
[0030] Anschliessend wird in Schritt ii) der geschmolzene Heissschmelzklebstoff zu einem
Heissschmelzklebstoffstrang geformt. Dies erfolgt typischerweise durch Passieren einer
Düse, insbesondere durch eine Extrusion des Heissschmelzklebstoffes durch eine Extrusionsöffnung.
Die Form und der Durchmesser des Heissschmelzklebstoffstranges kann massgeblich durch
die Form und Art der Düse beeinflusst werden. Für das Formen des Heissschmelzklebstoffes
zu einem Heissschmelzklebstoffstrang ist es vorteilhaft, wenn die Klebstofftemperatur
die Schmelztemperatur aufweist oder im Bereich der Schmelztemperatur, d.h. Schmelztemperatur
± 20°C, insbesondere ± 10°C, liegt. Erfolgt die Formung des Heissschmelzklebstoffstrangs
unter Druckaufbringung auf den Klebstoff, sind Klebstofftemperaturen unterhalb der
Klebstoffschmelztemperatur durchaus möglich und zuweilen sogar bevorzugt. Es ist nämlich
bevorzugt, dass der Heissschmelzklebstoffstrang eine gewisse Formbeständigkeit besitzt.
[0031] Diese Formbeständigkeit wird auch durch Abkühlen des Heissschmelzklebstoffstranges
auf eine Oberflächentemperatur unterhalb des Schmelzpunktes des Heissschmelzklebstoffes
in Schritt iii) erreicht. Diese Abkühlung kann durch Luft oder durch Passieren eines
flüssigen Mediums erfolgen.
[0032] Die Abkühlung in Schritt iii) erfolgt vorzugsweise in einem Kühlbad, insbesondere
einem Wasserbad.
[0033] Es ist bei diesem Abkühlen jedoch vorteilhaft darauf zu achten, dass die Abkühlung
nicht zu stark ist, insbesondere dass die Klebstoffinnentemperatur nicht zu tief absinkt.
Es ist nämlich von Vorteil, wenn der Heissschmelzklebstoffstrang nach Schritt iii)
noch flexibel ist, insbesondere derart flexibel, dass er über Umlenkrollen umgelenkt
werden kann ohne dass er bricht.
[0034] In Schritt iv) durchläuft der Heissschmelzklebstoffstranges ein Wachsbad mit geschmolzenem
Wachs. Als Wachs sind einerseits pflanzliche oder tierische Wachse, wie beispielsweise
Bienenwachs oder Lanolin, und anderseits petrochemische Wachse, wie beispielsweise
Parafin oder Kohlenwasserstoffwachse, oder synthetische Wachse, wie beispielsweise
Polyalklyenwachse oder Polyethylenglycolwachse, besonderes geeignet.
[0035] Es ist wesentlich, dass der Wachs im Wachsbad geschmolzen vorliegt.
[0036] Besonders geeignete Wachse weisen einen Schmelzpunkt von 50 ― 90 °C, insbesondere
von 60 ― 80 °C, auf. Oberhalb des Schmelzpunktes ist die Viskosität des Wachses sehr
gering, typischerweise unter 1 Pas, vorzugsweise unter 50 mPas.
[0037] Das Wachsbad kann wesentlich vollständig aus geschmolzenem Wachs sein.
[0038] Andererseits ist es möglich, dass das Wachsbad auch Wasser enthält. Ein derartiges
Wasser enthaltendes Wachsbad ist insoweit vorteilhaft, als dass die Temperaturstabilität
aufgrund der grossen Wärmekapazität von Wasser einfacher gewährleistet werden kann.
Weiterhin kann in diesem Fall mit bedeutend weniger Wachs gearbeitet werden, als dies
in einem Rein-Wachsbad der Fall wäre. Aufgrund der Nichtmischbarkeit von Wasser und
geschmolzenem Wachs schwimmt das Wachs an der Oberfläche des Wachsbades oder aber
es kann unter Einsatz eines Dispergierrührers eine Wachs-in-Wasser- oder Wassser-in-Wachs-Emulsion
hergestellt werden. In letzterem Fall enthält das Wachsbad weiterhin bevorzugt Emulgatoren
und/oder Tenside. Es ist vorteilhaft, dass derartige Wachs/Wasser-Emulsionen möglichst
homogen ausgebildet sind. Dies kann beispielsweise durch den Einsatz von Rühren unterstützt
werden.
[0039] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn das Wachsbad genügend Wachs speichern kann, dass
für einen gewissen Zeitraum, zumindest während zwei bis drei Stunden, kein Wachs zugeführt
werden muss, um den durch die Wachsummantelung des Heissschmelzklebstoffstrangs aus
dem Wachsbad entfernten Wachs ersetzen zu müssen. In grosstechnischen Anlagen kann
es jedoch durchaus angebracht sein, dem Wachsbad die jeweilige Menge des durch die
Wachsummantelung verbrauchten Wachses kontinuierlich zuzuführen.
[0040] Die Temperatur des Wachsbades ist derart gewählt, dass zwar der Wachs geschmolzen
ist, aber nicht so hoch ist, dass sie in die Nähe des Schmelzpunktes des Heissschmelzklebstoffs
kommt. Es gilt nämlich zu verhindern, dass der Heissschmelzklebstoffstrang zu stark
in seiner Form durch Anschmelzen verändert wird, bzw. dass sich Heissschmelzklebstoff
im ins Wachsbad abwandern oder im Wachs in grösseren Mengen löst. Es ist deshalb bevorzugt,
dass die Temperatur maximal 10 °C höher als die Schmelztemperatur des Wachses beträgt.
[0041] Es ist besonders bevorzugt, dass der Behälter des Wachsbades nach oben offen ausgebildet
ist.
[0042] Der Heissschmelzklebstoffstrang wird dem Wachsbad zugeführt. Dies kann durch Zuführen
durch eine seitliche Öffnung erfolgen. Dies führt aber zu erheblichen Abdichtungsproblemen
beim Wachsbad. Es ist deshalb besonders bevorzugt, wenn der Heissschmelzklebstoffstrang
dem Wachsbad von oben durch aus einer Luftumgebung in das Wachsbad eintaucht, das
Wachsbad durchläuft und das Wachsbad wieder verlässt.
[0043] Der Heissschmelzklebstoffstrang ist vorzugsweise zwischen 5 mm und 5 cm, insbesondere
zwischen 8 mm und 3 cm, dick.
[0044] In Schritt v) verlässt der Heissschmelzklebstoffstrang, an dessen Oberfläche Wachs
haftet, das Wachsbad. Hierbei wird ein mit Wachs umhüllter Heissschmelzklebstoffstranges
gebildet.
[0045] Besteht das Wachsbad wesentlich aus flüssigem Wachs oder aus einer Wachs/Wasser-Emulsion,
kann der Heissschmelzklebstoffstrang, der durch den Kontakt mit dem Wachs oberflächlich
beschichtet wird, an irgendeiner Stelle das Wachsbad verlassen.
[0046] Dies kann beispielsweise durch eine seitliche Austrittsöffnung, welche vorzugsweise
auf der der Eintrittsöffnung gegenüber liegenden Seite des Wachsbades, bzw. des Wachsbadbehälters
angeordnet ist. Es gilt hierbei jedoch wie bereits oben für eine seitliche Zuführöffnung
beschrieben die Abdichtungsprobleme zu beachten und zu lösen.
[0047] Es ist vorteilhaft, wenn der Heissschmelzklebstoffstrang das Wachsbad unter Durchdringen
einer Phasengrenze Wachs/Luft verlässt. Diese Ausführungsform ist insbesondere für
den Fall, dass im Wachsbad das geschmolzene Wachs auf Wasser schwimmt. Bei Durchdringen
der Phasengrenze Wachs/Luft haftet der den der Heissschmelzklebstoffstrang umgebenden
Wachs an der Oberfläche des Heissschmelzklebstoffstranges und führt so zur Ausbildung
einer Wachsummantelung des Heissschmelzklebstoffstranges.
[0048] Die Schichtdicke des Wachses des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
kann sehr unterschiedlich gestaltet werden und ist beispielsweise stark von der Wachsbad-Temperatur,
vom verwendeten Wachs, von der Heissschmelzklebstoffzusammensetzung und der Geschwindigkeit,
mit der der Heissschmelzklebstoffstrang durch das Wachsbad gezogen wird, abhängig.
Die Schichtdicke des Wachses des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
beträgt vorteilhaft zwischen 1 und 100 µm. Ist die Schichtdicke wesentlich kleiner,
können Probleme mit der Restklebrigkeit der Oberfläche auftreten. Ist die Schichtdicke
wesentlich dicker, kann ―insbesondere mit den bevorzugten Heissschmelzklebstoffstrangdurchmessern―
der Wachsanteil zu gross werden, wodurch die mechanischen und Hafteigenschaften des
Heissschmelzklebstoffzusammensetzung unter Umständen ungünstig beeinflusst werden.
[0049] Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Anteil der Wachsumhüllung am Gewicht des mit
Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges maximal 1 Gew.-%, insbesondere zwischen
0.05 und 0.8 Gew.-%, beträgt.
[0050] In Schritt vi) wird der Heissschmelzklebstoffstrang abgekühlt. Dieses Abkühlen erfolgt
auf eine Temperatur, die unter dem Schmelzpunkt des Wachses liegt. Diese Temperatur
ist vorteilhaft Raumtemperatur. Die Abkühlung kann durch Luft oder insbesondere durch
ein Kühlbad erfolgen. Als Kühlbad bevorzugt ist ein auf die Abkühltemperatur temperiertes
Wasserbad.
[0051] Für ein besonders effizientes Verfahren zur Herstellung eines mit Wachs umhüllten
Heissschmelzklebstoffstranges wird das Verfahren so ausgelegt, dass der nach Schritt
ii) gebildete Heissschmelzklebstoffstrang ungetrennt durch die einzelnen Stationen
der Verfahrensschritte iii), iv), v) und vi) durchläuft. Dies wird insbesondere dadurch
erreicht, dass der nach Schritt vi) abgekühlte Strang gezogen wird. Als besonders
geeignet hat sich erwiesen, wenn die Zugkraft auf den Heissschmelzklebstoffstrang
durch das Drehen einer Rolle, auf die der Strang aufgewickelt wird, ausgeübt wird.
[0052] Es ist deshalb besonders vorteilhaft, wenn sich an Schritt vi) ein Schritt vii) anschliesst:
vii) Aufrollen des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrangs zu einer Rolle.
[0053] Ein auf einen Rolle aufgerollter mit Wachs umhüllter Heissschmelzklebstoffstrang
ist ideal für die Lagerung und den Transport eines Heissschmelzklebstoffstranges.
[0054] Um eine möglichst Platz sparende Rolle zu bilden, ist es vorteilhaft, wenn der Heissschmelzklebstoffstrang
nach Schritt v) einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist.
[0055] Eine Umformung des Heissschmelzklebstoffstranges kann insbesondere durch Umlenkrollen
erfolgen. Durch entsprechende Anordnung der Umlenkrollen kann durch auf den Heissschmelzklebstoffstrang
wirkende Zugkraft genutzt werden um das gewollte Querschnittsprofil zu erzeugen. Dies
ist insbesondere dann einfach der Fall, wenn die Temperatur des Heissschmelzklebstoffstranges
noch nicht allzu weit unter dem Schmelzpunkt des Heissschmelzklebstoffes liegt, d.h.
solange der Heissschmelzklebstoff noch weich und demzufolge noch plastisch verformbar
ist.
[0056] Ist der Heissschmelzklebstoff ein reaktiver Heissschmelzklebstoff ist Wasser als
Bestandteil von Kühlbad in Schritt iii), vom Wachsbad in Schritt iv) und/oder vom
Kühlbad in Schritt vi) nicht geeignet, da der reaktive Heissschmelzklebstoff mit dem
Wasser reagieren würde und der Heissschmelzklebstoff in unerwünschter Art und Weise
chemisch modifiziert würde.
[0057] Anstelle dem vorgängig beschriebenen Aufrollen des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
kann dieser auch in einen Behälter, beispielsweise in ein Fass, gegeben werden. Es
ist hierbei vorteilhaft, wenn der Heissschmelzklebstoffstrang möglichst platzsparend,
zum Beispiel in Form von übereinander liegenden Spiralformen, in diesem Behältnis
gelagert werden. Hierbei ist es ebenfallsvorteilhaft, wenn dieses Lagern in Form eines
möglichst langen Stranges erfolgt. Mit anderen Worten, es ist erwünscht, dass in einem
Behältnis ein möglichst langer einzelner Strang gelagert wird (ein sogenannter "Endlosstrang").
Der mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang kann ohne Beeinträchtigung seiner
Eigenschaften über längere Zeit problemlos gelagert werden. Infolge der hydrophoben
Eigenschaften der Wachsumhüllung ist der Heissschmelzklebstoffstrang besonders gut
und effizient gegen den Einfluss von Feuchtigkeit, insbesondere auch in Form von Wasser
in gasförmigen Zustand, geschützt. Besonders effizient geschützt vor dem Einfluss
von Wasser sind Stränge von reaktiven Heissschmelzklebstoffen, welche ja funktionelle
Gruppen aufweisen, welche unter dem Einfluss von Wasser vernetzen. Der mit Wachs umhüllte
Heissschmelzklebstoffstrang kann bei Bedarf problemlos für Verklebungen verwendet
werden. Dabei wurde gefunden, dass der mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang
auch nach längere Lagerzeit, zum Beispiel in Form einer Rolle, nicht verklebt.
[0058] Somit bildet ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung eine Packung bestehend
aus einem Behälter als Packung und einem mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrang
hergestellt nach einem Verfahren, wie es vorgängig im Detail beschrieben wurde, als
Packgut.
[0059] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung stellt die Verwendung eines mit Wachs
umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges, wie er vorgängig beschrieben wurde, für das
Verkleben von Substraten dar.
[0060] Für eine Verklebung muss der mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang auf eine
Temperatur über dem Schmelzpunkt des Heissschmelzklebstoffes aufgeheizt werden. Es
ist hierbei insbesondere nicht nötig, dass die Wachsumhüllung vorgängig entfernt werden
müsste. Aufgrund der Tatsache, dass der Heissschmelzklebstoffstranges in der Lage
ist im geschmolzenen Zustand problemlos eine gewisse Menge an Wachs aufzunehmen, ohne
dass die mechanischen Eigenschaften und Hafteigenschaften stark negativ beeinflusst
würden, wird der Wachs der Wachsumhüllung vom Klebstoff ohne weitere Massnahmen aufgenommen.
Bei steigendem Verhältnis von Wachs zu Heissschmelzklebstoff kann es angebracht sein,
einen Mischer, beispielsweise einen Statikmischer, einzusetzen, um eine möglichst
homogene Einarbeitung des Wachses in den Klebstoff zu gewährleisten. Der so aufgeschmolzene
Heissschmelzklebstoff kann in für Heissschmelzklebstoffe üblicher Art und Weise appliziert
und damit Substrate miteinander verklebt werden.
[0061] Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zum Applizieren
eines Heissschmelzklebstoffes, bei welchem ein vorgängig beschriebener mit Wachs umhüllter
Heissschmelzklebstoffstrang direkt einer Schmelzvorrichtung einer Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
zugeführt wird. Diese Zuführung erfolgt insbesondere von einer Rolle oder einer Packung,
wie sie vorgängig beschrieben wurde. Ein derartiges Verfahren ist vorteilhaft, weil
es sehr einfach und effizient ist. Somit kann mit einer derartigen Rolle oder einer
Packung, insbesondere eines Endlosstrang-Fasses über eine längere Zeit kontinuierlich
Heissschmelzklebstoff verwendet werden. Neigt der Klebstoff zur Neige kann bequem
eine neue Rolle oder eine neue Packung bereitgestellt werden und nahtlos ein Wechsel
eingeleitet werden. Im Gegensatz zu einer konventioneller Heissschmelzklebstoffanlage
ist hier kein grossvolumiges Aufschmelzen des Klebstoffs erforderlich, was die Wärmebelastung
des Klebstoffs bei bzw. vor der der Applikation stark reduziert und somit die durch
hohe Temperaturen bedingte Schädigungen stark reduziert und damit die Qualität des
mit diesem Klebstoff gefertigten Verbunde stark erhöht. Durch die Tatsache, dass jeweils
gerade nur die Menge des gerade applizierten Heissschmelzklebstoff aufgeschmolzen
werden muss, ist die vorliegende Erfindung neben der reduzierten Wärmeschädigung des
Klebstoffs insbesondere auch aus Gründen der Energieeinsparung besonders vorteilhaft.
Schliesslich sind aufgrund der geringeren Menge an aufzuschmelzendem Klebstoff die
im Rahmen dieser Erfindung einsetzbaren Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtungen
bedeuten platzsparender als diejenigen Vorrichtungen, welche für die Applikationen
von konventionellen Heissschmelzklebstoffen benötigt werden. Die Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
kann beispielsweise eine Heissschmelzklebstoffapplikationspistole oder aber eine Heissschmelzklebstoffapplikationswalze
oder Heissschmelzklebstoffapplikationsrakel sein. Die Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
weist neben einer Schmelzvorrichtung typischerweise weiterhin eine Düse, Rakel oder
Auftragsschlitzdüse, zuweilen einen Mischer, insbesondere einen Statikmischer mit
aufgesetzter oder integrierter Düse, auf.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0062] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen mit
Hilfe der Figuren näher beschrieben, wobei darauf hingewiesen wird, dass nur die für
das unmittelbare Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt sind. Gleiche
Elemente sind in den verschiedenen Figuren mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass es sich bei den hier gezeigten Figuren um
schematische Darstellungen ohne Grössenbezüge handelt.
[0063] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen schematischen Querschnitt durch eine Anlage zur Herstellung eines mit Wachs
umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges 1;
- Fig. 2a
- einen schematischen Querschnitt durch einen mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrang
mit rundem Querschnitt
- Fig. 2b
- einen schematischen Querschnitt durch einen mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrang
mit rechteckigem Querschnitt
- Fig. 2c
- einen schematischen Teil-Querschnitt durch einen Rolle mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrang
mit rundem Querschnitt
- Fig. 2d
- einen schematischen Teil-Querschnitt durch einen Rolle mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrang
mit rechteckigem Querschnitt
- Fig. 3a
- einen schematischen Längsschnitt durch eine Packung 7
- Fig. 3b
- einen schematischen Querschnitt durch eine Packung 7 entlang der Linie A-A in Fig.
2a;
- Fig. 4
- einen schematischen Querschnitt durch eine Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
10.
[0064] Die Zeichnungen sind schematisch. Es sind nur die für das unmittelbare Verständnis
der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt.
[0065] Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine Anlage 11 zur Herstellung eines
mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges 1.
[0066] Der Heissschmelzklebstoff 2 wird in Schritt i) aufgeschmolzen. Dies erfolgt in einer
für den ersten Schritt geeigneten Schmelzanlage 12. In Schritt ii) erfolgt das Formen
des geschmolzenen Heissschmelzklebstoffes zu einem Heissschmelzklebstoffstrang 3.
Hierfür wird eine Düse 13 eingesetzt. In der hier gezeigten Ausführungsform ist der
Heissschmelzklebstoff ein nicht reaktiver Heissschmelzklebstoff auf Basis eines ataktischen
Poly-α-Olefins (APAO) mit einem Schmelzpunkt von 140°C.
[0067] Der so geformte Heissschmelzklebstoffstrang 3 wird in Schritt iii) auf eine Oberflächentemperatur
unterhalb des Schmelzpunktes des Heissschmelzklebstoffes abgekühlt. Hierfür wird der
die Düse 13 verlassende Heissschmelzklebstoffstrang 3 über Umlenkrollen 14 einem Abkühlbad
15 zugeführt. In der vorliegenden Ausführungsform ist das Abkühlbad ein auf 80 °C
temperiertes Wasserbad.
[0068] Nach dem Abkühlen des Heissschmelzklebstoffstranges 3 wird er über Umlenkrollen 14
in ein Wachsbad 4 mit geschmolzenem Wachs 5 eingeführt und durchläuft dieses. In der
hier gezeigten Ausführungsform besteht das Wachsbad 4 aus Wasser und aus geschmolzenem
Wachs, welches an der Oberfläche des Wassers schwimmt; der Wachs ist hier ein Parafinwachs
mit einem mit einem Schmelzpunkt von 65 °C und das Wachsbad ist auf Wasser ist auf
70°C temperiert; der Heissschmelzklebstoffstrang wird hier durch Umlenkrollen 14 dem
Wachsbad 4 von oben zugeführt und nach oben abgeführt; und hierbei wird jeweils die
Wachsbad 4 unter die Phasengrenze 19 Wachs/Luft durchdrungen.
[0069] In Schritt v) verlässt der Heissschmelzklebstoffstrang, an dessen Oberfläche Wachs
5 haftet, aus dem Wachsbad 4 unter Bildung eines mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
1. In der hier gezeigten Ausführungsform beträgt die Schichtdicke der der Wachsumhüllung
60 Mikrometer.
[0070] In Schritt vi) wird der mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang 1 auf eine
Temperatur, die unter dem Schmelzpunkt des Wachses 5 liegt, abgekühlt. In der hier
gezeigten Ausführungsform wird hierfür ein zweites Abkühlbad 15', welches ein auf
30 °C temperiertes Wasserbad darstellt, verwendet; und der mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang
1 wird über Umlenkrollen 14 in dieses umgeleitet.
[0071] Weiterhin wird in der hier gezeigten Ausführungsform nach dem Durchlaufen des Abkühlbades
15' der mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang 1, welcher nun eine rechteckige
Form aufweist, in Schritt vii) zu einer Rolle 6 aufgerollt. Durch die Aufwickelbewegung,
bzw. Drehgeschwindigkeit der Rolle, welche per Computer so gesteuert ist, dass die
auf den Heissschmelzklebstoffstrang, welcher wie oben beschrieben nach dessen Bildung
in Schritt ii) ungetrennt durch die einzelnen Stationen der Verfahrensschritte iii),
iv), v) und vi) durchläuft, wirkende Kraft so eingestellt, wird, dass der Heissschmelzklebstoffstrang
3, bzw. der mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang, in gewollter Art und Weise,
insbesondere in Bezug auf gleichbleibender Dicke (sowohl Strangdicke als auch Wachsumhüllungsdicke)
und Geometrie, hergestellt wird. Es muss hierbei auch daraufgeachtet werden, dass
vor allem der Heissschmelzklebstoffstrang in Schritt ii) nicht abreisst. Die Aufwickelgeschwindigkeit
ist insbesondere abhängig von den im gesamten Prozess gewählten Temperaturen und Materialien.
[0072] Der so aufgerollte mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang ist problemlos
über längere Zeit lagerbar. Die Rolle kann einfach an den Ort der Verwendung transportiert
werden, wo der Heissschmelzklebstoffstrang 1 dann problemlos, insbesondere ohne Verkleben
der Rolle (sogenanntes Blocken) abgerollt werde kann und einer Verklebungsstation
zugeführt werden kann.
[0073] Figur 2a und 2b zeigen je einen schematischen Querschnitt durch einen mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrang.
In Figur 2a ist eine Ausführungsform mit rundem Querschnitt aufgeführt und in Figur
2b ist eine Ausführungsform mit rechteckigem Querschnitt aufgeführt. Der Heissschmelzklebstoffstrang
3 wird im Wachsbad 4 wie in Fig.1 beschrieben mit Wachs 5 umhüllt. Die Dicke der Wachsumhüllung
beträgt vorteilhaft zwischen 1 und 100 µm und der Anteil der Wachsumhüllung am Gewicht
des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges maximal 1 Gew.-%. Die Dicke
der Wachsumhüllung ist in der hier gezeigten Ausführungsformen nicht massstabsgerecht
dargestellt. Der rechteckige Strang-Querschnitt kann einerseits durch eine im Wesentliche
rechteckige Düse 13 bereits in Schritt ii) geformt werden. Andererseits kann der Strang
kann zum Beispiel nach Schritt ii) zuerst einen runden Querschnitt haben, was vorteilhaft
in Hinblick auf Reinigungsunterhalt ist, und kann anschliessend durch Umformen, insbesondere
Umformen über Umlenkrollen 14, je nach Weichheit, bzw. Formbarkeit des Stranges 3,
bzw. 1, in den Schritten iii), iv), v) und unter Umständen vi), erfolgen. Hierbei
kann beispielsweise der Strang nacheinander über orthogonal zueinanderstehenden Rollen
umgelenkt werden und aufgrund der auf den Strang wirkenden Zugdruck, bzw. Anpressdruck
auf die Umlenkrollen, sich plastisch verformen so dass ein im Wesentlichen rechteckiger
Querschnitt entsteht.
[0074] Figur 2c und 2d einen schematischen Teil-Querschnitt durch einen Rolle mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrang.
In Figur 2c ist ein Strang mit rundem Querschnitt, wie in Fig. 2a beschrieben, und
in Figur 2c ist ein Strang mit rechteckigem Querschnitt, wie in Fig. 2b beschrieben,
gezeigt. Es zeigt sich, dass ein Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang viel platzsparender
aufgerollt werden kann, da beim Rollen von Strängen mit rechteckigem Querschnitt,
weitgehend keine Luftzwischenräume 18 mehr vorhanden sind.
[0075] Figur 3a und 3b zeigen eine weitere bevorzugte Art der Aufbewahrung eines mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstranges
1. Die Umhüllung aus Wachs 4 ist aus Gründen der zeichnerischen Vereinfachung nicht
dargestellt. Eine Packung 7 besteht aus einem Behälter 8 als Packung und einem mit
Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrang 1 als Packgut, welcher nach einem vorgängig
beschriebenen Verfahren, insbesondere wie in Figur 1 beschrieben wurde, hergestellt
wurde. In der hier gezeigten Ausführungsform, wird der mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstrang
1 spiralförmig in ein Fass 8, als Beispiel eines Behälters 8, gelegt. Um eine möglichst
effiziente Platzausnutzung zu gewährleisten, sind die Stapel von einzelnen mit einander
verbundenen Spiralen so gefertigt, dass die Spiralen abwechslungsweise "von innen
nach aussen" und "von aussen nach innen" gewickelt, d.h. bei den Spiralen liegt abwechslungsweise
der Anfangspunkt der einen Spirale in der Peripherie der Spirallage, während der Anfangspunkt
der jeweils nächsten Spirale in der Mitte der Spirale liegt. Diese Art der Fassfüllung
ist im schematischen Längsschnitt durch eine Packung 7 in Figur 3a schematisch dargestellt.
[0076] Figur 3b zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine Packung 7 entlang der Linie
A-A in Figur 3a. In dieser Darstellung ist die spiralförmige Gestalt der Schichtung
des mit Wachs umhüllte Heissschmelzklebstoffstranges 1 innerhalb des Fasses 8, besonders
gut ersichtlich.
[0077] Figur 4 zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
10. Diese Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung 10, weist eine Schmelzvorrichtung
9. auf In der hier gezeigten Ausführungsform wird der mit Wachs umhüllter Heissschmelzklebstoffstrang
1 von einer Rolle 6 abgerollt und direkt der Schmelzvorrichtung 9 der Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
10 zugeführt. In der hier gezeigten Ausführungsform ist die Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
10 eine Heissschmelzklebstoffapplikationspistole. Aus der Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
10 wird der aufgeschmolzene Heissschmelzklebstoff auf ein Substrat 16 aufgetragen.
Der Auftrag des Klebstoffs erfolgt hier in Form einer Klebstoffraupe 17. Anschliessend
(nicht gezeigt in Fig. 4) erfolgt die Kontaktierung mit einem weiteren Substrat unter
Herstellung eines Klebverbundes.
Bezugszeichenliste
[0078]
- 1
- mit Wachs umhüllter Heiss-schmelzklebstoffstrang
- 2
- Heissschmelzklebstoff
- 3
- Heissschmelzklebstoffstrang
- 4
- Wachsbad
- 5
- Wachs
- 6
- Rolle
- 7
- Packung
- 8
- Behälter
- 9
- Schmelzvorrichtung
- 10
- Applikationsvorrichtung
- 11
- Anlage zur Herstellung eines Wachs um-hüllten Heissschmelzklebstoffstranges
- 12
- für Schritt i) geeignete Schmelzanlage
- 13
- Düse
- 14
- Umlenkrolle
- 15,15'
- Abkühlbad
- 16
- Substrat
- 17
- Klebstoffraupe
- 18
- Luftzwischenräume
- 19
- Phasengrenze Wachs/Luft
1. Verfahren zur Herstellung eines mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
(1) umfassend die Schritte
i) Aufschmelzen eines Heissschmelzklebstoffes (2)
ii) Formen des geschmolzenen Heissschmelzklebstoffes zu einem Heissschmelzklebstoffstrang
(3)
iii) Abkühlen des Heissschmelzklebstoffstranges auf eine Oberflächentemperatur unterhalb
des Schmelzpunktes des Heissschmelzklebstoffes
iv) Durchlaufen des Heissschmelzklebstoffstranges durch ein Wachsbad (4) mit geschmolzenem
Wachs (5)
v) Verlassen des Heissschmelzklebstoffstranges, an dessen Oberfläche Wachs (5) haftet,
aus dem Wachsbad (4) unter Bildung eines mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
(1)
vi)Abkühlen des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges (1) auf eine Temperatur,
die unter dem Schmelzpunkt des Wachses (5) liegt.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlung in Schritt ii) in einem Kühlbad, insbesondere einem Wasserbad, erfolgt.
3. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wachs (5) des Wachsbades (4) einen Schmelzpunkt von 50 ― 90 °C, insbesondere
von 60 ― 80 °C, aufweist.
4. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Heissschmelzklebstoffstrang nach Schritt v) einen im Wesentlichen rechteckigen
Querschnitt aufweist.
5. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der nach Schritt ii) gebildete Heissschmelzklebstoffstrang ungetrennt durch die einzelnen
Stationen der Verfahrensschritte iii), iv), v) und vi) durchläuft.
6. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sich an Schritt vi) ein Schritt vii) anschliesst:
vii) Aufrollen des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstrangs (1) zu einer Rolle
(6).
7. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Heissschmelzklebstoff ein nicht reaktiver Heissklebstoff ist.
8. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wachsbad (4) Wasser enthält.
9. Verfahren gemäss Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Heissschmelzklebstoffstrang das Wachsbad (4) unter Durchdringen einer Phasengrenze
Wachs/Luft verlässt.
10. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke des Wachses des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
(1) zwischen 1 und 100 µm beträgt.
11. Verfahren gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Wachsumhüllung am Gewicht des mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges
(1) maximal 1 Gew.-%, insbesondere zwischen 0.05 und 0.8 Gew.-%, beträgt.
12. Mit Wachs umhüllter Heissschmelzklebstoffstrang (1) hergestellt nach einem Verfahren
gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11.
13. Packung (7) bestehend aus einem Behälter (8) als Packung und einem mit Wachs umhüllten
Heissschmelzklebstoffstrang (1) hergestellt nach einem Verfahren gemäss einem der
Ansprüche 1 bis 11, als Packgut.
14. Verwendung eines mit Wachs umhüllten Heissschmelzklebstoffstranges (1), wie er in
einem der Ansprüche 1 bis 11 beschreiben ist, für das Verkleben von Substraten.
15. Verfahren zum Applizieren eines Heissschmelzklebstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit Wachs umhüllter Heissschmelzklebstoffstrang (1), wie er in einem der Ansprüche
1 bis 11 beschreiben ist, einer direkt einer Schmelzvorrichtung (9) einer Heissschmelzklebstoffapplikationsvorrichtung
(10) zugeführt wird.