[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten,
insbesondere einen Hochleistungs-Slicer, mit einer Produktzuführung, die dazu ausgebildet
ist, wenigstens ein Produkt einer Schneidebene zuzuführen, in der zum Abtrennen von
Scheiben von dem Produkt sich wenigstens ein Schneidmesser, insbesondere rotierend
und/oder umlaufend, bewegt.
[0002] Derartige Vorrichtungen sind grundsätzlich bekannt und dienen dazu, Lebensmittelprodukte
wie beispielsweise Wurst, Fleisch und Käse mit hoher Geschwindigkeit in Scheiben zu
schneiden. Typische Schnittgeschwindigkeiten liegen zwischen mehreren 100 bis einigen
1.000 Schnitten pro Minute. Moderne Hochleistungs-Slicer unterscheiden sich unter
anderem in der Ausgestaltung des Schneidmessers sowie in der Art und Weise des Rotationsantriebs
für das Schneidmesser. So genannte Sichel- oder Spiralmesser rotieren um eine Rotationsachse,
wobei diese Rotationsachse selbst keine zusätzliche Bewegung ausführt. Um einen Vorschub
des Produkts über die Schneidebene hinaus, d.h. überhaupt das Abtrennen von Produktscheiben
zu ermöglichen, sind diese Messer derart gestaltet, dass sie für einen bestimmten
Drehwinkelbereich während eines Umlaufs den Weg für den Vorschub des Produkts freigeben.
Eine solche vorübergehende Freigabe wäre mit ausschließlich rotierenden Kreismessern
ersichtlich nicht möglich. Bei Slicern mit Kreismessern ist deshalb vorgesehen, das
rotierende Kreismesser zusätzlich um eine von der Rotationsachse beabstandete weitere
Achse planetarisch umlaufen zu lassen, um während des Aufschneidens für die notwendige
Freigabe zum Vorschieben des Produkts zu sorgen. Welchem Messertyp bzw. welcher Antriebsart
der Vorzug zu geben ist, ist von der jeweiligen Anwendung abhängig. Generell lässt
sich sagen, dass mit lediglich rotierenden Sichelmessern höhere Schnittgeschwindigkeiten
erzielt werden können, wohingegen rotierende und zusätzlich planetarisch umlaufende
Kreismesser ohne Einbußen bei der Schneidqualität universeller einsetzbar sind.
[0003] Die vorstehend erwähnten hohen Schnittgeschwindigkeiten machen es ― und dies gilt
unabhängig vom Messertyp und von der Antriebsart - erforderlich, dass bei einem portionsweisen
Aufschneiden von Produkten so genannte Leerschnitte durchgeführt werden, in denen
sich das Messer weiterhin bewegt, d.h. seine Schneidbewegung ausführt, dabei jedoch
nicht in das Produkt, sondern "ins Leere" schneidet, damit vorübergehend keine Scheiben
vom Produkt abgetrennt werden und diese "Schneidpausen" dazu genutzt werden können,
eine mit den zuvor abgetrennten Scheiben gebildete Portion, beispielsweise einen Scheibenstapel
oder geschindelt angeordnete Scheiben, abzutransportieren. Die zwischen zwei aufeinanderfolgend
abgetrennten Scheiben verstreichende Zeit reicht ab einer bestimmten Schneidleistung
bzw. Schnittgeschwindigkeit für einen ordnungsgemäßen Abtransport der Scheibenportionen
nicht aus. Die Länge dieser "Schneidpausen" und die Anzahl der Leerschnitte pro "Schneidpause"
sind von der jeweiligen Anwendung abhängig.
[0004] Ein in der Praxis bekanntes Problem in Verbindung mit der Durchführung von Leerschnitten
besteht darin, dass es in den meisten Fällen nicht genügt, einfach die Zufuhr des
Produktes vorübergehend anzuhalten, um das Abtrennen von Scheiben zu verhindern. Bei
Produkten mit weicher Konsistenz kommt es nämlich regelmäßig vor, dass sich nach dem
Anhalten des Produktvorschubs Entspannungseffekte einstellen, wodurch das vordere
Produktende über die Schneidebene hinaus und damit in den Wirkungsbereich des Schneidmessers
gelangt. Die Folge ist ein unerwünschtes Abtrennen so genannter Produktschnipsel oder
Produktschnitzel. Zu einer solchen Schnitzelbildung kann es auch bei Produkten mit
fester Konsistenz kommen, bei denen also die vorstehend erwähnten Entspannungseffekte
nicht auftreten, und zwar dann, wenn die Produkte während des Aufschneidebetriebs
kontinuierlich zugeführt werden.
[0005] Die vorstehend beschriebenen Phänomene sind dem Fachmann hinreichend bekannt, weshalb
hierauf nicht näher eingegangen wird.
[0007] Demnach wurde bereits vorgeschlagen, für die Durchführung von Leerschnitten die Produktzufuhr
nicht nur zu unterbrechen, sondern zusätzlich das Produkt - gegebenenfalls samt Produktauflage
- zurückzuziehen. Dieser Ansatz stößt insbesondere dann an Grenzen, wenn die Schnittgeschwindigkeiten
und/oder die dabei zu bewegenden Massen zu groß werden, da dann nicht mehr sichergestellt
werden kann, dass das vordere Produktende ausreichend schnell zurückgezogen werden
kann. Als Alternative zum Zurückziehen des Produkts wurde ferner bereits vorgeschlagen,
das Schneidmesser vom vorderen Produktende wegzubewegen. Beide Lösungsansätze haben
zur Folge, dass zwischen dem vorderen Produktende und dem Schneidmesser ein ausreichend
großer Abstand hergestellt wird, der eine Schnitzelbildung sicher verhindert. Der
erforderliche Messerhub beträgt lediglich einige Millimeter, muss allerdings in einer
sehr kurzen Zeit in der Größenordnung von einigen Hundertstel Sekunden erfolgen.
[0008] Der Stand der Technik schlägt verschiedene Möglichkeiten vor, diesen Abstand durch
eine Verlagerung des Messers herzustellen. Generell ist hierbei zu beachten, dass
eine Bewegung des gesamten Schneidkopfs genau den Nachteil hat, der auch bei der Alternative
- nämlich dem Zurückziehen des Produkts - besteht, dass nämlich eine vergleichsweise
große Masse bewegt werden muss. Eine Bewegung lediglich des Messers samt Antriebswelle
hat zwar den Vorteil einer geringeren zu bewegenden Masse, bedeutet jedoch einen erheblichen
konstruktiven Aufwand, da ein Gegenstand entlang einer Achse verschoben werden muss,
der gleichzeitig mit hoher Geschwindigkeit um eben diese Achse rotiert. Hierfür sind
ganz spezielle Probleme in Verbindung mit der Lagerung des Messers bzw. der Messerwelle
zu lösen, was zwar keine grundsätzlichen Probleme bedeutet, gleichwohl aber aufwändig
und teuer ist.
[0009] Hinzu kommt, dass nicht alle der im Stand der Technik vorgeschlagenen Konzepte zur
Bewegung des Messers ohne weiteres für alle in Verbindung mit Slicern gängigen Messertypen
bzw. Antriebsarten realisierbar sind. Während die vorstehend erwähnten Sichel- oder
Spiralmesser lediglich um eine Achse rotieren, diese Achse aber nicht zusätzlich eine
Umlaufbewegung ausführt, lassen sich Konzepte zur Axialbewegung des Messers trotz
der oben erwähnten Lagerungsproblematik in der Praxis mit vertretbarem Aufwand realisieren.
Slicer mit rotierenden und gleichzeitig planetarisch umlaufenden Kreismessern stellen
den Fachmann dagegen vor bislang nicht gelöste Probleme, wie mit vertretbarem konstruktiven
Aufwand eine Verlagerung nur des Messers bzw. der Messerwelle bewerkstelligt werden
kann.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, eine mit vertretbarem konstruktiven Aufwand realisierbare
Möglichkeit zu schaffen, bei einer Aufschneidevorrichtung der eingangs genannten Art,
insbesondere einem Hochleistungs-Slicer, einen Abstand zwischen Schneidmesser und
vorderem Produktende durch eine Verlagerung des Schneidmessers herzustellen, wobei
hierdurch insbesondere die Vermeidung von Schnitzelbildung bei der Durchführung von
Leerschnitten möglich sein soll.
[0011] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0012] Erfindungsgemäß ist das Schneidmesser schwenkbar gelagert und zur Durchführung wenigstens
einer Zusatzfunktion, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung
und/oder zur Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung, derart verschwenkbar, dass sich
der Abstand zwischen dem Schneidmesser und einer Bezugsebene, die parallel zur Schneidebene
verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert und dabei das Schneidmesser
parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt oder eine Parallelausrichtung verlässt.
[0013] Der Begriff "Zusatzfunktion" ist dahingehend zu verstehen, dass damit eine Funktion
gemeint ist, die nicht ausschließlich die eigentliche Aufschneidefunktion, also die
Rotations- bzw. Umlaufbewegung des Schneidmessers betrifft. Bei der Zusatzfunktion
handelt es sich insbesondere um die Durchführung von Leerschnitten oder um das Einstellen
des Schneidspalts, worauf nachstehend näher eingegangen wird. Bei der Zusatzfunktion
kann es sich auch um eine Höheneinstellung bzw. Einstellung der Eintauchtiefe des
Schneidmessers, insbesondere in Bezug auf das oder die aufzuschneidenden Produkte
bzw. die Produktauflage, handeln. Das Verschwenken des Schneidmessers erfolgt erfindungsgemäß
also dann, wenn die Zusatzfunktion durchgeführt werden soll, wobei diese Zusatzfunktion
- je nach ihrer Art - bei rotierendem bzw. umlaufendem Schneidmesser und/oder bei
stillstehendem Schneidmesser durchführbar ist.
[0014] Die erfindungsgemäße schwenkbare Lagerung hat den Vorteil, dass die zum Verschwenken
erforderlichen Kräfte relativ gering gehalten werden können. Ferner hat die Schwenklagerung
den Vorteil, dass keine Gleit- oder Schiebelager benötigt werden, wie sie bei einer
rein translatorischen, beispielsweise axialen, Verstellbewegung erforderlich sind.
[0015] Die erfindungsgemäß mögliche Ausgestaltung der schwenkbaren Lagerung derart, dass
das Schneidmesser parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt, hat unter anderem
den Vorteil, dass die Bewegbarkeit des Schneidmessers auch für solche Funktionen genutzt
werden kann, bei denen eine nicht parallele Ausrichtung des Schneidmessers relativ
zur Schneidebene, also beispielsweise ein Verkippen des Schneidmessers während der
Verstellbewegung, nicht akzeptiert werden kann. Während es für die Durchführung von
Leerschnitten unerheblich ist, welche Orientierung das Schneidmesser bezüglich der
Schneidebene einnimmt, solange ein ausreichend großer Abstand zwischen dem Schneidmesser
und dem vorderen Produktende vorhanden ist, ist es bei einem Verstellen des Schneidmessers
zum Zwecke der Schneidspalteinstellung ersichtlich zwingend erforderlich, dass das
Schneidmesser in jeder Stellung parallel zur Schneidebene ausgerichtet ist, da das
Schneidmesser in jeder Stellung die eigentliche Schneidefunktion erfüllen muss.
[0016] Die erfindungsgemäß mögliche Ausgestaltung der schwenkbaren Lagerung derart, dass
das Schneidmesser eine Parallelausrichtung verlässt, kann insbesondere dann zum Einsatz
kommen, wenn eine nicht parallele Ausrichtung des Schneidmessers relativ zur Schneidebene
nicht nur unkritisch, sondern überdies mit einem Vorteil verbunden ist, weil z.B.
besonders schnell und/oder einfach ein gewünschter großer Abstand zwischen Schneidmesser
und vorderem Produktende hergestellt werden kann, wie dies insbesondere für die Durchführung
von Leerschnitten sinnvoll ist.
[0017] In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, dass ein das Schneidmesser
umfassender und als Ganzes verschwenkbarer Schneidkopf vorgesehen ist. Diese Weiterbildung
der Erfindung hat unter anderem den Vorteil, dass ein für eine Rotation des Schneidmessers
erforderliches Lager von der Verstellbewegung nicht betroffen ist. Zur praktischen
Umsetzung der Erfindung ist es somit nicht erforderlich, spezielle Schneidköpfe zu
entwickeln, da die Erfindung in Verbindung mit herkömmlichen Schneidköpfen eingesetzt
werden kann, die ohne eine Verstellbewegung des Schneidkopfs als Ganzes keine Verstellbewegung
des Messers oder der Messerwelle ermöglichen.
[0018] Ein weiterer Vorteil dieser Ausgestaltung der Erfindung ist, dass sie vom Messertyp
und von der Art und Weise des Antriebs des Messers unabhängig ist. Sowohl ein Sichelmesser-Schneidkopf,
bei dem das Schneidmesser lediglich rotiert, als auch ein Kreismesser-Schneidkopf,
bei dem das Kreismesser rotiert und zusätzlich planetarisch umläuft, kann in der erfindungsgemäßen
Weise als Ganzes verschwenkt werden.
[0019] Der Begriff "Schneidkopf' ist insofern breit zu verstehen, als hierdurch die Größe
oder der Umfang der als Ganzes verschwenkbaren Einheit nicht festgelegt ist. Insbesondere
kann je nach konkreter Ausgestaltung der Aufschneidevorrichtung ein für den Drehantrieb
des Schneidmessers sorgender Antriebsmotor entweder zu dem Schneidkopf gehören und
somit gemeinsam mit dem Schneidmesser und den übrigen Komponenten verschwenkt werden
oder an diesem Verschwenken nicht teilnehmen. Die Antriebsmittel zwischen insofern
stationärem Antriebsmotor einerseits und Schneidmesser oder Messerwelle andererseits
können in diesem Fall so ausgestaltet werden, dass sie die Schwenkbewegung zulassen.
Des Weiteren kann der Schneidkopf nur einen so genannten Messerkopf, der insbesondere
das Schneidmesser samt Halterung und Getriebe umfassen kann, oder den Messerkopf und
ein so genanntes Messerkopfgehäuse umfassen, das den Messerkopf zumindest teilweise
umgibt und den für den Drehantrieb des Schneidmessers sorgender Antriebsmotor umfassen
kann, wobei letzteres aber nicht zwingend ist.
[0020] In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass es für die in der Praxis relevanten
Situationen, in denen ein Verstellen des Schneidmessers erforderlich oder gewünscht
ist, ein maximaler Verstellweg von nicht mehr als 5 bis 10 mm ausreichend ist, wobei
in vielen Fällen die maximal notwendigen Verstellwege sogar kleiner als 5 mm sind.
Insbesondere reicht es für die Durchführung schnitzelfreier Leerschnitte aus, wenn
zwischen dem Schneidmesser und dem vorderen Produktende ein Abstand von wenigen Millimetern
hergestellt wird. Dies gilt auch für die Schneidspalteinstellung, da in den meisten
Fällen eine maximale Spaltgröße von wenigen Millimetern nicht überschritten zu werden
braucht oder überhaupt nicht überschritten werden darf.
[0021] Auch andere Komponenten als der erwähnte Antriebsmotor, die insbesondere im weitesten
Sinne mit Antrieb, Halterung und/oder Lagerung des Schneidmessers zu tun haben, können
insofern nicht zum Schneidkopf gehören, als sie an der zur Durchführung der wenigstens
einen Zusatzfunktion erfolgenden Schwenkbewegung nicht teilhaben. Des Weiteren können
zusätzlich zum Antriebsmotor weitere Komponenten, die im weitesten Sinne mit Antrieb,
Halterung und/oder Halterung des Schneidmessers zu tun haben, an der Schwenkbewegung
teilhaben.
[0022] In der Praxis kann die insgesamt als Ganzes zu verschwenkende Einheit beispielsweise
ein Gewicht von 50 bis 100 kg aufweisen. Diese Masse kurzzeitig in Bewegung zu setzen,
stellt jedoch aufgrund der erfindungsgemäßen schwenkbaren Lagerung kein Problem dar,
das nicht mit vertretbarem konstruktiven Aufwand lösbar wäre, da bei entsprechender
relativer Anordnung von Schwenklagerung und Schwenkantrieb insbesondere unter Ausnutzung
langer Hebelarme die aufzubringenden Kräfte relativ gering gehalten werden können,
ohne den Schwenkantrieb selbst unnötig kompliziert ausgestalten zu müssen.
[0023] Wenn im Folgenden von einem Verschwenken des Schneidmessers die Rede ist, dann soll
- sofern nichts anderes erwähnt ist - darunter auch die Möglichkeit eines Verschwenkens
eines das Schneidmesser umfassenden Schneidkopfes als Ganzes zu verstehen sein.
[0024] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist zum Verschwenken des Schneidmessers
wenigstens eine Parallelogrammführung, wenigstens ein Parallelogrammlenker und/oder
wenigstens ein Viergelenkhebel vorgesehen, die bzw. der vorzugsweise einerseits am
Schneidmesser oder an einem Schneidkopf bzw. dessen Aufnahme oder Halterung und andererseits
an einer Basis angelenkt ist.
[0025] Hierdurch kann auf eine in konstruktiver Hinsicht relativ einfache Weise ein Verschwenken
des Schneidmessers bei unveränderter Ausrichtung des Schneidmessers bezüglich der
Schneidebene realisiert werden.
[0026] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann zum Verschwenken des Schneidmessers
wenigstens ein Paar von Lenkern und/oder Hebeln vorgesehen sein, die jeweils einerseits
am Schneidmesser oder an einem Schneidkopf und andererseits an einer Basis angelenkt
sind.
[0027] Unter Basis ist hier ein Bestandteil der Aufschneidevorrichtung zu verstehen, relativ
zu welchem die Schwenkbewegung des Schneidmessers erfolgt, wobei es zwar nicht zwingend,
in den meisten praktischen Fällen gleichwohl aber vorgesehen ist, dass die Basis bezüglich
der Umgebung stationär ist, selbst also keine wie auch immer geartete Bewegung relativ
zur Umgebung ausführt.
[0028] Die Parallelogrammführung, der Parallelogrammlenker bzw. der Viergelenkhebel können
derart ausgebildet sein, dass deren maßgeblichen Elemente, insbesondere Lenker und/oder
Hebel, jeweils die gleiche Länge aufweisen. Alternativ oder zusätzlich können die
Anlenkpunkte der Elemente bzw. Lenker und/oder Hebel so gewählt werden, dass sich
die jeweils gewünschte Bewegung des Schneidmessers ergibt. Des Weiteren können die
Längen und/oder die Anlenkpunkte der Lenker und/oder Hebel veränderlich ausgebildet
sein, um - je nach gewählter Einstellung bzw. eingestellter Konfiguration - unterschiedliche
Bewegungen des Schneidmessers beim Verschwenken realisieren zu können.
[0029] Gemäß einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Schneidmesser
verschwenkbar aufgehängt. Die Aufhängung kann insbesondere an einer zur Aufschneidevorrichtung
gehörenden Basis erfolgen, wobei die Basis selbst bezüglich der Umgebung feststehen
kann.
[0030] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, dass für das Schneidmesser
ein Schwenkantrieb vorgesehen ist. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass dieser
Schwenkantrieb, der dazu dient, das Schneidmesser zur Durchführung der wenigstens
einen Zusatzfunktion zu verschwenken, zusätzlich zu einem Rotationsantrieb des Schneidmessers
vorgesehen ist, der für die Bewegung des Schneidmessers in der Schneidebene sorgt,
also für das Rotieren und/oder Umlaufen des Schneidmessers zuständig ist. Für das
eigentliche Schneiden einerseits und das Verschwenken des Schneidmessers andererseits
ist dann also jeweils ein eigener Antrieb vorgesehen. Es ist erfindungsgemäß jedoch
auch möglich, den Schwenkantrieb durch geeignete Mittel von einem Rotationsantrieb
des Schneidmessers abzuleiten. Diese Mittel sind dann insbesondere derart ausgelegt,
dass das Schneidmesser ununterbrochen rotiert, das Verschwenken des Schneidmessers
jedoch nur bei Bedarf durchgeführt wird, also dann, wenn zur Durchführung der wenigstens
einen Zusatzfunktion ein Verschwenken des Schneidmessers erforderlich ist.
[0031] Der Schwenkantrieb zum Verschwenken des Schneidmessers kann dazu ausgebildet sein,
das Schneidmesser längs einer zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Schneidebene
verlaufenden Wirkungslinie zu beaufschlagen. Hierdurch ist es möglich, den Schwenkantrieb
konstruktiv besonders einfach auszulegen. Es kann beispielsweise eine einfache Kolben-/Zylinder-Anordnung
als Schwenkantrieb dienen. Wenn das Verschwenken des Schneidmessers mit einem Hub,
also einer Bewegungskomponente des Schneidmessers in der Schneidebene, verbunden ist,
dann kann die Koppelung zwischen Schwenkantrieb und Schneidmesser derart ausgebildet
sein, dass eine solche in der Schneidebene erfolgende Relativbewegung zwischen Schwenkantrieb
und Schneidmesser zugelassen wird, ohne das Verschwenken des Schneidmessers mittels
des Schwenkantriebs zu beeinträchtigen.
[0032] Es ist auch möglich, den Schwenkantrieb beweglich zu lagern. Eine Relativbewegung
zwischen Schwenkantrieb und Schneidmesser, insbesondere im Sinne eines Spiels zwischen
Schwenkantrieb und Schneidmesser, kann auf diese Weise vermieden werden.
[0033] Ferner wird gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung vorgeschlagen, dass eine Verstelleinrichtung
für das Schneidmesser vorgesehen ist, mit der das Schneidmesser in einer Verstellrichtung
bewegbar ist, wobei die Messerachse und/oder Mittelachse des Schneidmessers während
des Aufschneidens gegenüber der Horizontalen geneigt ist, und wobei die Verstellrichtung
des Schneidmessers schräg zur Messerachse und/oder Mittelachse des Schneidmessers
verläuft.
[0034] Dieser Aspekt wird sowohl in Kombination mit den in den Ansprüchen offenbarten Gegenständen
als auch als unabhängiger Aspekt offenbart und beansprucht.
[0035] Das Schneidmesser kann demnach also derart verschwenkbar sein, dass sich effektiv,
d.h. beim Abstellen auf Anfang und Ende der Verstellbewegung, eine schräg zur Messerachse
und/oder Mittelachse des Schneidmessers verlaufende Verstellrichtung ergibt. Die Verstellbewegung
des Schneidmessers muss keine Linearbewegung sein, wobei die schwenkbare Lagerung
des Schneidmessers aber auch derart ausgebildet sein kann, dass sich eine lineare
Verstellbewegung des Schneidmessers ergibt,
[0036] Dieser weitere Aspekt der Erfindung bedeutet eine Abkehr von der durch den Stand
der Technik dokumentierten eingefahrenen Vorstellung der Fachwelt, die Verstellbewegung
des Schneidmessers müsse parallel zur Rotationsachse des Schneidmessers erfolgen,
in der hier verwendeten Terminologie also parallel zur Messerachse und/oder Mittelachse.
Durch den Ansatz, das Schneidmesser schräg zu dessen Rotationsachse zu bewegen, kann
der zu überwindende Anteil der Gewichtskraft verringert oder - wie in einer bevorzugten
Ausgestaltung mit horizontal verlaufender Verstellrichtung - auf Null reduziert werden.
Dies ermöglicht somit eine gewichtskraftneutrale Messerverstellung, bei welcher im
Fall einer horizontalen Verstellbewegung aus der Sicht der Verstelleinrichtung lediglich
die träge Masse der zu bewegenden Baueinheit eine Rolle spielt.
[0037] Damit erreicht man aber nicht nur den Vorteil einer geringeren Leistungsanforderung
an die Verstelleinrichtung, sondern es werden darüber hinaus weitere Vorteile erzielt:
Wenn gemäß dem Stand der Technik das Messer parallel zu seiner Rotationsachse verstellt
wird, dann ist der Verstellweg identisch mit der durch das Verstellen erzielten Abstandsänderung
zwischen Messer und vorderem Produktende oder zwischen Messer und Schneidkante, da
die Rotationsachse des Messers und die Produktzuführrichtung parallel zueinander verlaufen.
Wenn dagegen die Verstellrichtung schräg zur Rotationsachse des Messers verläuft,
dann muss das Messer im Vergleich zum Stand der Technik einen größeren Weg zurücklegen,
um die gleiche Abstandsänderung zu bewirken. Diese Vergrößerung des Verstellweges
ist tatsächlich ein Vorteil, da - wie eingangs bereits erläutert - die hier in Rede
stehenden Verstellwege ohnehin klein sind, nämlich lediglich einige Millimeter bis
maximal wenige Zentimeter betragen, was im Hinblick auf Auslegung und Betrieb der
Verstelleinrichtung grundsätzlich problematisch ist. Die Genauigkeit von Stellbewegungen
ist nämlich umso schwieriger zu gewährleisten, je kürzer der Verstellweg ist. Gerade
die an Hochleistungs-Slicern benötigten Messerbewegungen erfordern ein Höchstmaß an
Präzision, so dass entsprechend hohe Anforderungen an die Antriebstechnik gestellt
werden, zumal nur extrem kurze Zeiten für die Stellbewegungen zur Verfügung stehen,
wie ebenfalls im Einleitungsteil erläutert. Solange der erforderliche Verstellweg
insgesamt nicht zu groß wird, stellt somit jede sich - aus Sicht der Verstelleinrichtung
- ergebende Vergrößerung des Verstellweges eine Erleichterung insofern dar, als die
geforderte Präzision der Verstellbewegung einfacher realisiert werden kann oder überhaupt
erst ermöglicht wird.
[0038] Um diese Zusammenhänge zu illustrieren, sei beispielhaft erwähnt, dass im Falle eines
Spindelantriebs für die Messerbewegung, wie er beispielsweise aus
DE 101 47 348 A1 bekannt ist, für die parallel zur Rotationsachse des Messers erfolgende Verstellbewegung
die Spindel lediglich etwa eine halbe Umdrehung ausführt, was in Bezug auf die verwendete
Antriebstechnik zum Drehen der Spindel bereits eine Optimierung darstellt. In der
Praxis hat sich gezeigt, dass sich hierdurch Probleme in Verbindung mit der Schmierung
der Spindel ergeben, was nicht der Fall wäre, wenn die Spindel wenigstens eine volle
Umdrehung z.B. in einem Ölbad ausführen könnte.
[0039] Auch angesichts dieses Sachverhalts wird deutlich, dass eine Vergrößerung des Verstellweges
unerwartete Zusatzvorteile bieten kann, indem beispielsweise bei Verwendung eines
Spindelantriebs für die Verstelleinrichtung die erforderliche Spindelschmierung vereinfacht
wird.
[0040] Des Weiteren kann generell gesagt werden, dass dieser Aspekt der Erfindung eine höhere
Regelgüte für die Antriebe ermöglicht, da gleichmäßigere Lastverhältnisse und größere
Verstellwege vorhanden sind.
[0041] Wie vorstehend bereits erwähnt, kann gemäß einer möglichen Ausgestaltung dieses Aspektes
vorgesehen sein, dass die Verstellrichtung des Schneidmessers zumindest näherungsweise
horizontal verläuft. Der "Gewichtsanteil" des Messers beim Verstellen wird auf diese
Weise auf Null reduziert, d.h. die Verstelleinrichtung braucht das Messer nicht mehr
"anzuheben".
[0042] Die Messerachse und/oder die Mittelachse des Schneidmessers kann zumindest näherungsweise
parallel zur Produktzuführrichtung verlaufen.
[0043] Die Verstellbewegung des Schneidmessers kann eine Linearbewegung sein.
[0044] Die Verstelleinrichtung für das Schneidmesser kann einen Linearantrieb umfassen,
beispielsweise einen Spindelantrieb oder eine Kolben-Zylinder-Anordnung. Bevorzugt
verläuft die Drehachse des Spindelantriebs bzw. die Längsachse der Kolben-Zylinder-Anordnung
parallel zur Verstellrichtung des Schneidmessers. Alternativ kann die Verstelleinrichtung
für das Schneidmesser einen Exzenterantrieb umfassen.
[0045] Der Neigungswinkel zwischen der Messerachse und/oder Mittelachse des Schneidmessers
und der Horizontalen während des Aufschneidens kann im Bereich von 30° bis 50° liegen
und insbesondere zumindest näherungsweise 40° betragen.
[0046] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass eine Messerhalterung, an der das Schneidmesser
auswechselbar anbringbar ist, in der Verstellrichtung bewegbar ist.
[0047] Ferner kann vorgesehen sein, dass eine Messerhalterung, an der das Schneidmesser
auswechselbar anbringbar ist, in der Verstellrichtung relativ zu wenigstens einem
Drehlager für die Bewegung des Schneidmessers um die Messerachse und/oder um die Mittelachse
und/oder relativ zu einem Basisteil, über welches die Messerhalterung an einem gestellfesten
Träger anbringbar ist, bewegbar ist.
[0048] In einer möglichen Ausgestaltung ist zum Verstellen des Messers ein Messerkopf als
Ganzes in der Verstellrichtung bewegbar. Der Messerkopf umfasst insbesondere eine
Messerhalterung, an der das Schneidmesser auswechselbar angebracht ist, und zumindest
ein Drehlager für die Bewegung des Schneidmessers um die Messerachse und/oder um die
Mittelachse. Durch die Bewegung des Messerkopfs als Ganzes erfolgt keine Relativbewegung
in Verstellrichtung zwischen der Messerhalterung und dem Drehlager. Dies bedeutet
in konstruktiver Hinsicht eine Vereinfachung.
[0049] Ein besonderer Vorteil einer Bewegung des Messerkopfes als Ganzes besteht darin,
dass es sich bei dem Messerkopf sowohl um einen Sichelmesserkopf für ein um die Messerachse
rotierendes Sichelmesser als auch um einen Kreismesserkopf für ein um die Messerachse
rotierendes und um die Mittelachse planetarisch umlaufendes Kreismesser handeln kann.
Wie auch immer die Verstelleinrichtung konkret ausgestaltet ist, bedeutet dies also,
dass das jeweilige Verstellprinzip sowohl für ein Sichelmesser als auch für ein Kreismesser
anwendbar ist.
[0050] Es kann ein bezüglich der Verstellrichtung stationärer Träger, der beispielsweise
ein Bestandteil eines ortsfesten Gestells der Aufschneidevorrichtung oder der an dem
Gestell befestigbar ist, vorgesehen sein, relativ zu welchem der Messerkopf als Ganzes
in Verstellrichtung bewegbar ist. Dieser Träger kann universell derart ausgebildet
sein, dass zwischen einem Sichelmesserkopf und einem Kreismesserkopf gewechselt werden
kann. Damit kann auf besonders einfache Weise ein Sichelmesser-Slicer in einen Kreismesser-Slicer
umgewandelt werden, und umgekehrt.
[0051] Ferner kann zwischen dem Messerkopf und dem Träger oder zwischen einer Messerhalterung,
an der das Schneidmesser auswechselbar anbringbar ist, und wenigstens einem Drehlager
für die Bewegung des Schneidmessers um die Messerachse und/oder um die Mittelachse
ein Gleit- oder Schiebelager vorgesehen sein.
[0052] Der Träger kann an oder in einem Schneidkopfgehäuse angeordnet sein.
[0053] Der Träger für den Messerkopf kann universell derart ausgebildet sein, dass zwischen
einem Sichelmesserkopf und einem Kreismesserkopf gewechselt werden kann.
[0054] Es kann ein Messerkopf vorgesehen sein, dem ein Rotationsantrieb zugeordnet ist.
[0055] Der Rotationsantrieb kann gestellfest angeordnet oder zu einer auf die Verstellbewegung
des Schneidmessers abgestimmten Kompensationsbewegung in der Lage sein.
[0056] Ferner kann der Rotationsantrieb zusammen mit dem Messerkopf an oder in einem gestellfesten
Schneidkopfgehäuse angeordnet sein.
[0057] Der Rotationsantrieb kann mit dem die Verstellbewegung als Ganzes ausführenden Messerkopf
oder mit einem die Verstellbewegung ausführenden Teil des Messerkopfes, insbesondere
einer Messerhalterung, zusammenwirken, insbesondere über wenigstens einen Antriebsriemen.
[0058] Des Weiteren ist insbesondere vorgesehen, dass das Schneidmesser in der Verstellrichtung
zur Durchführung wenigstens einer Zusatzfunktion bewegbar ist, insbesondere zur Durchführung
von Leerschnitten, die z.B. bei einem portionsweisen Aufschneiden und/oder im Rahmen
einer Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung durchgeführt werden, und/oder zur Schneidspalteinstellung.
[0059] Wie bereits erwähnt, ist der Begriff "Zusatzfunktion" dahingehend zu verstehen, dass
damit eine Funktion gemeint ist, die nicht ausschließlich die eigentliche Aufschneidefunktion,
also die Rotations- bzw. Umlaufbewegung des Schneidmessers betrifft. Bei der Zusatzfunktion
handelt es sich insbesondere um die Durchführung von Leerschnitten oder um das Einstellen
des Schneidspalts, worauf nachstehend näher eingegangen wird. Bei der Zusatzfunktion
kann es sich auch um eine Höheneinstellung bzw. Einstellung der Eintauchtiefe des
Schneidmessers, insbesondere in Bezug auf das oder die aufzuschneidenden Produkte
bzw. die Produktauflage, handeln, genauer gesagt um die Vermeidung einer Schnitzelbildung
bei im Rahmen der Höhen- bzw. Eintauchtiefeneinstellung durchgeführten Leerschnitten.
Die Verstellbewegung des Messers erfolgt also bei Bedarf dann, wenn die Zusatzfunktion
durchgeführt werden soll, wobei diese Zusatzfunktion - je nach ihrer Art - bei rotierendem
bzw. umlaufendem Schneidmesser und/oder bei stillstehendem Schneidmesser durchführbar
ist.
[0060] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass das Schneidmesser derart in der Verstellrichtung
bewegbar ist, dass sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser und einer Bezugsebene,
die parallel zu einer durch die Schneide des Schneidmessers definierten Schneidebene
verläuft, verändert.
[0061] In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass für die meisten der in der Praxis relevanten
Situationen, in denen ein Verstellen des Schneidmessers erforderlich oder gewünscht
ist, ein maximaler Verstellweg von nicht mehr als 5 bis 10 mm ausreichend ist, wobei
in vielen Fällen die maximal notwendigen Verstellwege sogar kleiner als 5 mm sind.
Insbesondere reicht es für die Durchführung schnitzelfreier Leerschnitte aus, wenn
zwischen dem Schneidmesser und dem vorderen Produktende ein Abstand von wenigen Millimetern
hergestellt wird. Dies gilt auch für die Schneidspalteinstellung, da in den meisten
Fällen eine maximale Spaltgröße von wenigen Millimetern nicht überschritten zu werden
braucht oder überhaupt nicht überschritten werden darf.
[0062] Bei der Schneidspalteinstellung wird der Spalt zwischen dem Schneidmesser - genauer
gesagt der durch die Schneide des Messers definierten Schneidebene - und einer Schneidkante
auf ein vorgegebenes Maß eingestellt. Die auch als Gegenmesser bezeichnete Schneidkante
wirkt beim Abtrennen von Scheiben vom Produkt mit dem Schneidmesser zusammen. Die
Schneidkante bildet insbesondere das in Produktzuführrichtung vorne liegende Ende
der Produktauflage. Schneidkanten kommen in der Praxis in vielerlei Ausgestaltungen
vor. Selbst relativ komplexe Anordnungen, die beispielsweise als so genannte Manschetten
oder Formschalen mit in Umfangsrichtung offenen oder geschlossenen Durchführungen
für die aufzuschneidenden Produkte versehen sind, um zur Erhöhung der Schneidqualität
das vordere Produktende optimal zu fixieren, werden in der Praxis häufig einfach als
"Schneidkante" bezeichnet.
[0063] In Abhängigkeit von dem aufzuschneidenden Produkt sowie gegebenenfalls von anderen
Gegebenheiten ist es für eine optimale Schneidqualität erforderlich, den - in Produktzuführrichtung,
also senkrecht zur Schneidebene gemessenen - Abstand zwischen dem Schneidmesser und
der Schneidkante auf ein bestimmtes Maß einzustellen. Die axiale Lage der Schneidebene
ist insoweit nicht exakt definiert, da die durch die Schneidkante definierte Ebene
einerseits und die durch das Schneidmesser - genauer: durch die Messerschneide - definierte
Ebene andererseits ebenfalls nicht zusammenfallen. Dies ist aber insofern unproblematisch,
als beispielsweise die durch die Schneidkante definierte Ebene als Bezugsebene herangezogen
werden kann, wenn ein Bezug in axialer Richtung, also in Produktzuführrichtung, benötigt
oder gewünscht wird.
[0064] Ein weiterer Vorteil der Erfindung, der auch in diesem Zusammenhang von Bedeutung
ist, besteht darin, dass es möglich ist, dass das Schneidmesser seine Orientierung
relativ zur Produktzuführrichtung beibehält, insbesondere also die Schneidebene in
jeder Messerstellung senkrecht zur Produktzuführrichtung verläuft. Damit kann die
Bewegbarkeit des Schneidmessers auch für solche Funktionen - wie z.B. die vorstehend
erläuterte Schneidspalteinstellung - genutzt werden, bei denen eine nicht parallele
Ausrichtung des Schneidmessers relativ zur ursprünglichen Schneidebene, also beispielsweise
ein Verkippen des Schneidmessers während der Verstellbewegung, nicht akzeptiert werden
kann. Während es für die Durchführung von Leerschnitten prinzipiell unerheblich ist,
welche Orientierung das Schneidmesser bezüglich der Produktzuführrichtung einnimmt,
solange ein ausreichend großer Abstand zwischen Schneidmesser und vorderem Produktende
vorhanden ist, ist es bei einem Verstellen des Schneidmessers zum Zwecke der Schneidspalteinstellung
ersichtlich zwingend erforderlich, dass das Schneidmesser in jeder Stellung mit der
Schneidebene senkrecht zur Produktzuführrichtung ausgerichtet ist, da das Schneidmesser
in jeder Stellung die eigentliche Schneidefunktion erfüllen muss.
[0065] Die Erfindung betrifft auch eine Verwendung einer Vorrichtung der beschriebenen Art
zur Durchführung von Leerschnitten, insbesondere beim portionsweisen Aufschneiden
von Lebensmittelprodukten und/oder bei einer Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung.
[0066] Dabei kann zur vorübergehenden Unterbrechung des Abtrennens von Scheiben von dem
Produkt das Schneidmesser von dem vorderen Produktende weggeschwenkt und nach Durchführung
eines oder mehrerer Leerschnitte zur Wiederaufnahme des Abtrennens von Scheiben von
dem Produkt wieder zurückgeschwenkt werden. Hierbei wird die Vorrichtung also nicht
nur zum Aufschneiden der Produkte verwendet, sondern während des Aufschneidens eines
Produkts bei Bedarf zur Durchführung eines oder mehrerer Leerschnitte, um auf diese
Weise insbesondere ein portionsweises Aufschneiden mit einem geordneten Abtransport
der jeweils gebildeten Portionen zu ermöglichen. Die Unterbrechung des Abtrennens
von Scheiben von dem Produkt kann selbstverständlich mehrmals während des Aufschneidens
eines Produkts erfolgen, da bei einem portionsweisen Aufschneiden des Produkts die
Anzahl der "Leerschnitt-Phasen" mit der Anzahl der aus dem Produkt gebildeten Scheibenportionen
korrespondiert.
[0067] Gemäß einem Ausführungsbeispiel dieser Verwendung werden die Leerschnitte bei angehaltenem
Produktvorschub durchgeführt.
[0068] Des Weiteren betrifft die Erfindung die Verwendung einer Vorrichtung der beschriebenen
Art zur Schneidspalteinstellung, wobei durch Verschwenken des Schneidmessers der Spalt
zwischen dem Schneidmesser und einer Schneidkante auf ein vorgegebenes Maß eingestellt
wird. Die auch als Gegenmesser bezeichnete Schneidkante wirkt beim Abtrennen von Scheiben
von dem Produkt mit dem Schneidmesser zusammen. Die Schneidkante bildet insbesondere
das in Produktzuführrichtung vorne liegende Ende der Produktauflage. Schneidkanten
kommen in der Praxis in vielerlei Ausgestaltungen vor. Selbst relativ komplexe Anordnungen,
die beispielsweise als so genannte Manschetten oder Formschalen mit in Umfangsrichtung
offenen oder geschlossenen Durchführungen für die aufzuschneidenden Produkte versehen
sind, um zur Erhöhung der Schneidqualität das vordere Produktende optimal zu fixieren,
werden in der Praxis häufig einfach als "Schneidkante" bezeichnet.
[0069] In Abhängigkeit von dem aufzuschneidenden Produkt sowie gegebenenfalls von anderen
Gegebenheiten ist es für eine optimale Schneidqualität erforderlich, den - in Produktzuführrichtung,
also senkrecht zur Schneidebene gemessenen - Abstand zwischen dem Schneidmesser und
der Schneidkante auf ein bestimmtes Maß einzustellen. Die axiale Lage der Schneidebene
ist insoweit nicht exakt definiert, da die durch die Schneidkante definierte Ebene
einerseits und die durch das Schneidmesser - genauer: durch die Messerschneide - definierte
Ebene andererseits nicht zusammenfallen. Dies ist aber insofern unproblematisch, als
beispielsweise die durch die Schneidkante definierte Ebene als Bezugsebene herangezogen
werden kann, wenn ein Bezug in axialer Richtung, also in Produktzuführrichtung, benötigt
oder gewünscht wird.
[0070] Bei einer möglichen Ausführung dieser Verwendung kann die Schneidspalteinstellung
bei stillstehendem Schneidmesser durchgeführt werden. Alternativ ist es aber auch
möglich, die Schneidspalteinstellung bei sich in der Schneidebene bewegendem Schneidmesser
durchzuführen, was auch als "dynamische Schneidspalteinstellung" bezeichnet wird und
gegenüber einer "statischen" Schneidspalteinstellung bei stillstehendem Schneidmesser
Vorteile bietet, auf die hier ebenfalls nicht näher eingegangen werden soll.
[0071] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten,
insbesondere mittels der beschriebenen Vorrichtung, bei dem mittels einer Produktzuführung
wenigstens ein Produkt einer Schneidebene zugeführt wird, in der zum Abtrennen von
Scheiben von dem Produkt sich wenigstens ein Schneidmesser, insbesondere rotierend
und/oder umlaufend, bewegt, und das Schneidmesser zur Durchführung wenigstens einer
Zusatzfunktion, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung
und/oder zur Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung, derart verschwenkt wird, dass
sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser und einer Bezugsebene, die parallel zur
Schneidebene verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert und dabei
das Schneidmesser parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt oder eine Parallelausrichtung
verlässt.
[0072] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind auch in den abhängigen Ansprüchen,
der Beschreibung sowie der Zeichnung angegeben.
[0073] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1a - 1c
- schematisch eine erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung mit in unterschiedlichen
Schwenkstellungen befindlichem Schneidmesser,
- Fig. 2
- schematisch eine erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform,
- Fig. 3
- schematisch eine erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung des Funktionsprinzips eines Slicers mit axial verstellbarem
Schneidmesser gemäß dem Stand der Technik,
- Fig. 5
- eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Slicers mit horizontal verstellbarem
Messerkopf,
- Fig. 6
- schematisch eine Seitenansicht einer möglichen konkreten Ausgestaltung eines Schneidkopfes
eines erfindungsgemäßen Slicers,
- Fig. 7
- einen vergrößert dargestellten Ausschnitt von Fig. 6 bei in der Schneidposition befindlichem
Messer, und
- Fig. 8
- eine Darstellung entsprechend Fig. 7 mit in einer ausgerückten Position befindlichem
Schneidmesser.
[0074] Nachstehend werden unterschiedliche Bezugsziffern auch für solche Teile und Begriffe
verwendet, die tatsächlich einander entsprechen.
[0075] Die nachstehend erläuterten Ausführungsbeispiele können entweder miteinander kombiniert
oder jeweils separat realisiert werden.
[0076] In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1a bis 1c ist ein ein Schneidmesser 17 umfassender
Schneidkopf 21 als Ganzes an einer Basis 43 des hier nicht vollständig dargestellten
Slicers verschwenkbar gelagert.
[0077] Bei dem Schneidmesser 17 handelt es sich um ein Sichel- oder Spiralmesser, das durch
einen nicht dargestellten Rotationsantrieb zur Rotation um eine Rotationsachse 18
antreibbar ist. Alternativ kann die schwenkbare Lagerung auch für einen Kreismesserkopf
vorgesehen sein, dessen Messer rotiert und zusätzlich planetarisch umläuft.
[0078] Zur schwenkbaren Lagerung des Schneidkopfs 21 ist ein in diesem Ausführungsbeispiel
zwei Lenkerpaare umfassenden Parallelogrammlenker vorgesehen. Von dem in Produktzuführrichtung
F (vgl. Fig. 1c) vorderen und hinteren Lenkerpaar ist jeweils nur ein Lenker 25 bzw.
27 dargestellt.
[0079] Die Schwenkachsen 33 bis 39 der Lenker 25, 27 an der Basis 43 und am Schneidkopf
21 liegen in parallelen, jeweils senkrecht zu einer Bezugsebene 19 verlaufenden Ebene.
Die Lenker 25, 27 haben außerdem die gleiche Länge. Die Orientierung oder Lage des
Schneidmessers 17 im Raum ändert sich folglich bei einem Verschwenken nicht, wie der
Vergleich der Fig. 1a bis 1c untereinander zeigt. In jeder Schwenkstellung bleibt
das Schneidmesser 17 parallel zur Bezugsebene 19 ausgerichtet.
[0080] Alternativ können die Lenker bzw. Lenkerpaare 25, 27 von unterschiedlicher Länge
sein und/oder die Schwenkachsen 33 bis 39 bzw. Anlenkpunkte in nicht senkrecht zur
Bezugsebene 19 verlaufenden Ebenen liegen. Je nach konkreter Ausgestaltung kann entweder
trotzdem eine stets zur Bezugsebene 19 parallele Ausrichtung des Schneidmessers 17
oder eine davon abweichende Bewegung des Schneidmessers 17 beim Verschwenken realisiert
werden, letzteres z.B. mit dem Ziel, das Schneidmesser 17 bewusst aus einer Parallelstellung
herauszuschwenken. Die Länge der Lenker bzw. Lenkerpaare 25, 27 und/oder die Lage
der Schwenkachsen 33 bis 39 können bzw. kann auch verstellbar ausgeführt sein, um
auf diese Weise gezielt unterschiedliche Bewegungen des Schneidmessers 17 beim Verschwenken
vorgeben zu können.
[0081] Ein die Schwenkbewegung des Schneidkopfs 21 bewirkender Schwenkantrieb ist in den
Fig. 1a bis 1c nicht dargestellt.
[0082] Die erwähnte Bezugsebene 19 ist hinsichtlich ihrer axialen Lage, also ihrer Lage
bezüglich der Produktzuführrichtung F, durch die das Ende einer Produktauflage 13
bildende Schneidkante 23 definiert. Außerdem verläuft die Bezugsebene 19 senkrecht
zur Produktzuführrichtung. Die Rotationsachse 18 des Schneidmessers 17 verläuft senkrecht
zur Produktzuführrichtung und somit parallel zur Produktzuführrichtung F.
[0083] Aufgrund des Parallelogrammlenkers, der auch als Parallelogrammführung oder Viergelenkhebel
bezeichnet werden kann, bleibt die Rotationsachse 18 in jeder Schwenkstellung des
Schneidmessers 17 parallel zur Produktzuführrichtung F ausgerichtet.
[0084] Aufgrund der erfindungsgemäßen schwenkbaren Lagerung des Schneidmessers 17 bzw. des
das Schneidmesser 17 umfassenden Schneidkopfs 21 ist eine axial bewegliche Lagerung
des Schneidmessers 17 nicht erforderlich, d.h. es ist nicht notwendig, das Schneidmesser
17 zu verschieben. Spezielle Schiebe- oder Gleitlagermittel wie beispielsweise Gleitlagerbuchsen
sind folglich in Verbindung mit der Erfindung nicht nötig. Erfindungsgemäß erfolgt
die gewünschte Veränderung des Abstandes zwischen Schneidmesser 17 und Bezugsebene
19 ausschließlich durch ein Verschwenken bzw. durch eine oder mehrere Drehbewegungen.
[0085] Die Bewegung, die der Schneidkopf 21 beim Verschwenken ausführt, ist eine Überlagerung
zweier Schwenkbewegungen bzw. Einzel-Schwenkbewegungen: Beim Verschwenken des Schneidkopfs
21 wird dieser zum einen mittels des vorderen Lenkerpaares 25 um die Schwenkachse
33 relativ zur Basis 43 verschwenkt. Zum anderen wird der Schneidkopf 21 um die andere
Schwenkachse 35 des vorderen Lenkerpaares 25 verschwenkt. Hierfür sorgt im Sinne einer
Zwangsführung das hintere Lenkerpaar 27. In Abhängigkeit von der Schwenkbewegung um
die Schwenkachse 33 wird das Verschwenken des Schneidkopfs 21 um die Schwenkachse
35 durch das hintere Lenkerpaar 27 derart geführt, dass sich die Lage der Rotationsachse
18 und des Schneidmessers 17 im Raum nicht ändert. Das Schneidmesser 17 bleibt folglich
während des Verschwenkens stets parallel zur Bezugsebene 19 und damit zur Schneidebene
ausgerichtet.
[0086] Diese Wirkung des erfindungsgemäßen Parallelogrammlenkers lässt sich analog ausgehend
vom hinteren Lenkerpaar 27 beschreiben: der Schneidkopf 21 wird als Ganzes um die
Schwenkachse 37 relativ zur Basis 43 und gleichzeitig in durch das vordere Lenkerpaar
25 geführter Weise um die andere Schwenkachse 39 des hinteren Lenkerpaares 27 verschwenkt.
[0087] In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1a bis 1c ist der Schneidkopf 21 an der Basis
43 verschwenkbar aufgehängt. Die "tiefste" Stellung des Schneidkopfs 21 zeigt Fig.
1a, in welcher die Lenker 25, 27 parallel zur Bezugsebene 19 verlaufen. Beim Verschwenken
in die eine oder in die andere Richtung bewegt sich der Schneidkopf 21 folglich längs
des betreffenden Astes einer U-förmigen Bahn, wodurch der Schneidkopf 21 und damit
das Schneidmesser 17 außerdem geringfügig angehoben, d.h. parallel zur Bezugsebene
19, bewegt wird.
[0088] Dieser schwenkbedingte Messerhub ist in der Praxis und insbesondere für die Schneidqualität
jedoch vollkommen unproblematisch, denn es ist in diesem Zusammenhang - wie vorstehend
bereits erwähnt - zu berücksichtigen, dass der axiale, also in Produktzuführrichtung
F gemessene, Verstellweg des Schneidmessers 17, der durch das Verschwenken des Schneidkopfs
21 bewirkt wird, lediglich in der Größenordnung von Millimetern liegt.
[0089] Wie im Einleitungsteil bereits erläutert, kann das Verschwenken des Schneidkopfs
21 und der daraus resultierende Axialversatz des Schneidmessers 17 unterschiedlichen
Zwecken dienen, und zwar insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten und zur Schneidspalteinstellung.
[0090] Lediglich zum Zwecke einer anschaulichen Erläuterung wurden die Darstellungen in
Fig. 1a bis 1c derart gewählt, dass Fig. 1a und 1b rein beispielhaft zwei mögliche
Schneidspalteinstellungen zeigen. In Fig. 1a ist der Spalt zwischen Schneidkante 23
und Schneidmesser 17 relativ groß (und hier tatsächlich überproportional groß dargestellt),
während in Fig. 1b die durch die Messerschneide des Schneidmessers 17 definierte Ebene
und die durch die Schneidkante 23 definierte Ebene 19 zusammenfallen und somit ein
Schneidspalt von Null eingestellt ist. In der Praxis kann sowohl mit einem auf Null
eingestellten Schneidspalt gemäß Fig. 1b geschnitten werden, insbesondere in Verbindung
mit einer dynamischen Schneidspalteinstellung, als auch ein von Null verschiedener
Schneidspalt zwischen Schneidkante 23 und Schneidmesser 17 während des Schneidens
vorhanden sein.
[0091] Aus Fig. 1a ist ersichtlich, dass - wie vorstehend bereits erläutert - die Definition
einer Schneidebene nur dann exakt möglich ist, wenn man die Schneidebene entweder
als durch die Schneide des Messers 17 oder als durch die Schneidkante 23 definiert
ansieht, solange die betreffenden Ebenen nicht zusammenfallen.
[0092] Fig. 1c veranschaulicht eine Situation während des Aufschneidens eines Produkts 15,
in der gerade Leerschnitte durchgeführt werden. Der am hinteren Produktende angreifende
Produktvorschub 11, der während des Aufschneidens in Produktzuführrichtung F antreibbar
ist, um das Produkt 15 dem Schneidmesser 17 zuzuführen, ist in dieser Situation außer
Betrieb gesetzt. Außerdem ist der Schneidkopf 21 mittels eines nicht dargestellten
Schwenkantriebs derart weit verschwenkt worden, dass ein ausreichend großer Abstand
zwischen dem an der Schneidkante 23 anstehenden vorderen Produktende 57 einerseits
und dem Schneidmesser 17 andererseits vorhanden ist, um in dieser Situation das Abtrennen
von Schnitzeln vom Produkt 15 durch das auch in dieser Situation weiterhin um die
Achse 18 rotierende Schneidmesser 17 sicher zu verhindern.
[0093] Sobald die zuvor durch Abtrennen von Scheiben von dem Produkt 15 gebildete Scheibenportion
(nicht dargestellt) abtransportiert ist, wird zur Wiederaufnahme des Abtrennens von
Scheiben von dem Produkt 15 der Schneidkopf 21 wieder zurückgeschwenkt, so dass das
Schneidmesser 17 wieder seine ursprüngliche Schneidstellung einnimmt, die beispielsweise
der Stellung gemäß Fig. 1a, der Stellung gemäß Fig. 1b oder einer dazwischen liegenden
Stellung entspricht.
[0094] Bei der in Fig. 2 schematisch dargestellten Ausführungsform greift der Parallelogrammlenker
25, 27 nicht unmittelbar am Schneidkopf 21, sondern an einem Träger 55 an, der mit
dem Schneidkopf 21 verbunden ist.
[0095] Der Schneidkopf 21 befindet sich zwischen einem oberen Abschnitt des Trägers 55,
der mit einer Basis 43 des Slicers über den Parallelogrammlenker verbunden ist, und
einem unteren Abschnitt, an welchem ein Schwenkantrieb 45 angreift, der ebenfalls
an der Basis 43 abgestützt ist. Bei dem Schwenkantrieb 45 handelt es sich beispielsweise
um eine Kolben/Zylinder-Anordnung, die - wie durch den Doppelpfeil in Fig. 2 angedeutet
- dazu in der Lage ist, den Träger 55 längs einer Wirkungslinie zu beaufschlagen,
die parallel zur Rotationsachse 18 des Schneidmessers 17 und somit senkrecht zur Schneidebene
verläuft.
[0096] Dabei ist der Schwenkantrieb 45 mit dem Träger 55 derart gekoppelt, dass zum einen
eine Bewegung des Trägers 55 in beiden Richtungen möglich ist, der Träger 55 samt
Schneidkopf 21 also sowohl "gestoßen" als auch "gezogen" werden kann, und zum anderen
der durch das Verschwenken des Trägers 55 auch erfolgende Hub senkrecht zur Rotationsachse
18 aufgenommen werden kann (beispielsweise durch eine Langlochführung), ohne dass
hierzu eine entsprechende Hubbewegung des Schwenkantriebs 45 erforderlich wäre. Alternativ
kann der Schwenkantrieb 45 beweglich gelagert sein, um der Bewegung des Schneidkopfs
21 folgen zu können und so ein Spiel zwischen Schwenkantrieb 45 und Schneidkopf 21
zu vermeiden.
[0097] Fig. 3 zeigt eine schematische Ansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Aufschneidevorrichtung
längs der Rotationsachse 18 des hier nicht dargestellten Schneidmessers. Der Schneidkopf
21 umfasst einen Messerhalter 53, an welchem das Schneidmesser auswechselbar befestigt
werden kann. Ein in diesem Ausführungsbeispiel nicht zum Schneidkopf 21 gehörender
Rotationsantrieb 47 ist dazu in der Lage, mittels eines Antriebsriemens 49 den Messerhalter
53 in Rotation um die Achse 18 zu versetzen.
[0098] Der Schneidkopf 21, in diesem Ausführungsbeispiel aber nicht der Rotationsantrieb
47, ist an einer Basis 43 verschwenkbar aufgehängt, und zwar wiederum über einen Parallelogrammlenker,
von dem hier lediglich ein Lenkerpaar 25, 29 dargestellt ist, dessen Lenker um Schwenkachsen
31, 33 an der Basis 43 und um Schwenkachsen 35, 41 am Schneidkopf 21 angelenkt sind.
[0099] Sowohl die Schwenkbewegung des Schneidkopfs 21 als auch der sich dabei einstellende
Hub des Schneidkopfs 21 senkrecht zur Rotationsachse 18 kann durch den Antriebsriemen
49 problemlos aufgenommen werden, ohne den Drehantrieb des Messerhalters 53 zu beeinträchtigen.
[0100] Grundsätzlich ist es abweichend von dem Konzept der Fig. 3 erfindungsgemäß auch möglich,
den Rotationsantrieb 47 in einen als Ganzes verschwenkbaren Schneidkopf zu integrieren.
[0101] Wie in Fig. 3 durch die vier nebeneinander auf der Produktauflage 13 aufliegenden
Produkte 15 angedeutet ist, können mit dem erfindungsgemäßen Slicer auch mehrere Produkte
15 gleichzeitig aufgeschnitten werden, und zwar mit lediglich einem einzigen Schneidmesser.
[0102] Fig. 4 zeigt in einer schematischen Seitenansicht einen aus dem Stand der Technik
bekannten Hochleistungs-Slicer, der dazu dient, Lebensmittelprodukte 127, wie beispielsweise
Fleisch, Wurst, Schinken oder Käse, in Scheiben zu schneiden. Während des Schneidvorgangs
liegt das Produkt 127 auf einer Produktauflage 137 auf und wird mittels einer Produktzuführung
113 entlang einer Produktzuführrichtung F 1 in Richtung einer Schneidebene S 1 bewegt.
Die Produktzuführrichtung F 1 verläuft senkrecht zur Schneidebene S 1. Wie im Einleitungsteil
erwähnt, sind auch solche Slicer bekannt, bei denen der Winkel zwischen Produktzuführrichtung
und Schneidebene von 90° verschieden ist. Von der Produktzuführung 131 sind in Fig.
4 lediglich die bereits erwähnte Produktauflage 137 sowie ein so genannter Produkthalter
125 dargestellt, der mit Krallen bzw. Greifern in das hintere Ende des Produkts 127
eingreift und durch nicht dargestellte Antriebsmittel in und gegen die Produktzuführrichtung
F1 antreibbar ist, wie es durch den Doppelpfeil angedeutet ist.
[0103] Die Schneidebene S 1 ist durch die Schneide eines Schneidmessers 111 definiert, das
während des Aufschneidebetriebs mit einer auch als Gegenmesser bezeichneten Schneidkante
131 zusammenwirkt, die den vorderen Abschluss der Produktauflage 137 bildet. In der
Praxis handelt es sich bei der Schneidkante meist um ein separates, auswechselbares
Bauteil z.B. aus Kunststoff oder Stahl, welches hier aus Gründen der Einfachheit nicht
dargestellt ist.
[0104] Wie im Einleitungsteil erwähnt, kann es sich bei dem Schneidmesser 111 um ein so
genanntes Kreismesser handeln, das sowohl um eine Mittelachse planetarisch umläuft
als auch um eine eigene Messerachse rotiert. Alternativ kann es sich bei dem Schneidmesser
111 um ein so genanntes Sichel- oder Spiralmesser handeln, das nicht planetarisch
umläuft, sondern lediglich um die Messerachse A 1 rotiert. Der Antrieb für das Schneidmesser
111 ist in Fig. 4 nicht dargestellt.
[0105] Um im Rahmen einer Zusatzfunktion des Slicers zwischen dem Messer 111 und dem vorderen
Ende des Produkts 127 einen Abstand herzustellen, ist eine nicht dargestellte Verstelleinrichtung
vorgesehen, die dazu ausgebildet ist, das Schneidmesser 111 zu bewegen. Wie durch
den Doppelpfeil in Fig. 4 angedeutet, ist es aus dem Stand der Technik bekannt, das
Schneidmesser parallel zu seiner Rotationsachse (Messerachse) A 1 zu bewegen. Hierzu
kann das Schneidmesser 111 parallel zur Rotationsachse A 1 verschieblich gelagert
sein. In Verbindung mit der Durchführung von Leerschnitten wird bei ausgerücktem Messer
111 (in Fig. 4 durch eine gestrichelte Linie angedeutet), also bei vom vorderen Produktende
beabstandeten Messer 111, eine Schnitzel- oder Schnipselbildung sicher vermieden.
[0106] Bei einem portionsweisen Aufschneiden des Produkts 127, wie es in Fig. 4 dargestellt
ist, bilden die abgetrennten Produktscheiben 133 Portionen 135, die in Fig. 4 als
Scheibenstapel dargestellt sind. Sobald eine Portion 135 fertig gestellt ist, wird
diese Portion 135 in einer Richtung T1 abtransportiert. Damit für den Abtransport
der fertigen Scheibenportionen 135 genügend Zeit zur Verfügung steht, werden bis zum
Beginn der Bildung der nächsten Portion 135 die erwähnten Leerschnitte ausgeführt,
wozu einerseits die auch als Produktvorschub bezeichnete Produktzufuhr (hier also
der Produkthalter 125) gestoppt und andererseits das Schneidmesser 111 mittels der
erwähnten Verstelleinrichtung in die in Fig. 4 gestrichelt dargestellte Stellung bewegt
wird.
[0107] Fig. 5 zeigt schematisch einen erfindungsgemäßen Slicer in einer Seitenansicht. Die
Produktzuführung 113 ist in derjenigen Stellung gezeigt, in welcher das Produkt 127
aufgeschnitten wird. Zum Beladen mit einem neuen Produkt kann die Produktzuführung
113 in eine zumindest näherungsweise horizontale Stellung verschwenkt werden. In der
dargestellten Schneidestellung jedoch ist die Produktzuführung 113 und damit die Produktzuführrichtung
F1 gegenüber der Horizontalen geneigt, und zwar um einen Winkel α1, der beispielsweise
etwa 40° beträgt. Da in diesem Ausführungsbeispiel die Produktzuführrichtung F1 1
und damit die durch die Produktauflage 137 definierte Ebene parallel zur Messerachse
A1 verläuft (was aber - wie vorstehend bereits erwähnt - nicht zwingend ist), ist
hier der Neigungswinkel α 1 zwischen der Horizontalen H 1 und der Ebene der Produktauflage
137 eingezeichnet.
[0108] Während des Aufschneidens stellt die Produktauflage 137 somit eine schiefe Ebene
für das Produkt 127 dar. Die Vorschubbewegung des Produkts 127 wird hierdurch von
der Erdanziehung unterstützt. Von größerer Bedeutung ist jedoch, dass aufgrund der
Schrägstellung der Produktzuführung 113 das vordere Produktende nicht - wie es bei
einem horizontal liegenden Produkt der Fall wäre - vertikal orientiert ist, so dass
aufgrund der Neigung des vorderen Produktendes die Ablage der abgetrennten Produktscheiben
133 - hier auf einem Abtransportband 145 - verbessert oder überhaupt erst eine brauchbare
Produktablage ermöglicht wird.
[0109] Das Aufschneiden von Lebensmittelprodukten 127 mit gegenüber der Horizontalen H 1
geneigter Produktzuführung 113 ist aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt.
Praktisch alle Hochleistungs-Slicer arbeiten mit einer derartigen schrägen Produktzuführung
113.
[0110] Während bei aus dem Stand der Technik bekannten Slicern das Schneidmesser 111 - entsprechend
der Darstellung in Fig. 4 - parallel zur Messerachse A 1 bewegt wird, um beispielsweise
zur Durchführung von Leerschnitten einen Abstand zwischen Schneidmesser 111 und vorderem
Produktende zu erzielen, ist erfindungsgemäß in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
der Fig. 4 eine horizontale Verstellbewegung des Schneidmessers 111 vorgesehen, wie
es durch den die Verstellrichtung V1 andeutenden, horizontal verlaufenden Doppelpfeil
angedeutet ist.
[0111] Während mit durchgezogenen Linien die Schneidposition des Messers 111 dargestellt
ist, in welcher die Schneidebene S 1 und eine durch die Schneidkante 131 definierte
Bezugsebene zusammenfallen, ist in Fig. 5 mit gestrichelten Linien die ausgerückte
Stellung des Messers 111 angedeutet. Dabei wird nicht das Messer 111 bzw. eine Messerhalterung
alleine verstellt, sondern der hier lediglich schematisch angedeutete Messerkopf 119
als Ganzes. Hierauf wird nachstehend in Verbindung mit den Fig. 6 bis 8 näher eingegangen.
Die Verstellbewegung des Messers 111 bzw. des Messerkopfs 119 erfolgt letztlich relativ
zu einem ortsfesten Rahmen oder Gestell 123 des Slicers. Auch hierauf wird nachstehend
in Verbindung mit den Fig. 6 bis 8 näher eingegangen.
[0112] Während der Aufbau und das Verstellen des Messerkopfs 119 näher anhand der Fig. 7
und 8 erläutert wird, gibt Fig. 6 einen Überblick über diese mögliche konkrete Ausgestaltung
der Erfindung. Bei dem Messerkopf 119 handelt es sich um einen Sichelmesserkopf, d.h.
das Schneidmesser 111 ist ein Sichelmesser, das eine Eigenrotationsbewegung um die
Messerachse A1 ausführt und nicht zusätzlich planetarisch umläuft.
[0113] Das Messer 111 ist auswechselbar an einer hier so bezeichneten Messerhalterung 117
angebracht, die auch als Messeraufnahme, Rotor oder Messerwelle bezeichnet wird. Die
mögliche Bezeichnung als Messerwelle wird auch deshalb gewählt, da es sich in der
hier dargestellten Ausgestaltung bei der Messerhalterung 117 um diejenige Komponente
des Messerkopfs 119 handelt, die unmittelbar - nämlich mit einem Antriebsriemen 143
- vom Rotationsantrieb 139 des Slicers in Rotation versetzt wird.
[0114] Der als Ganzes in Verstellrichtung V1 hin- und herbewegbare Messerkopf 119 umfasst
des Weiteren ein Basisteil 149, welches nicht rotiert. Zwischen der Messerhalterung
117 und dem Basisteil 149 sind Wälzlager 121 angeordnet.
[0115] Über Gleit- oder Schiebelager 122 ist das Basisteil 149 und damit der Messerkopf
119 in Verstellrichtung V1, also horizontal, und damit schräg zur Messerachse A 1
und zur Produktzuführrichtung F1 relativ zu einem Träger 124 verschiebbar.
[0116] Der hier näherungsweise eine S- oder Z-Form aufweisende Träger 124 ist fest mit einer
Wand 147 verbunden, die Bestandteil eines Schneidkopfgehäuses 141 ist, welches bezüglich
der Verstellrichtung V1 an einem ortsfesten Gestell oder Rahmen 123 (vgl. Fig. 5)
angebracht ist. Eine Verstellbarkeit des Schneidkopfgehäuses 141 als Ganzes in Richtungen,
die in der Schneidebene S 1 liegen, relativ zur Produktauflage 137 sind darüber hinaus
möglich, für den Gegenstand der Erfindung ansonsten aber nicht weiter von Bedeutung.
[0117] Eine Abdeckung oder Haube, die mit dem Schneidkopfgehäuse 141 verbunden ist und während
des Schneidebetriebs das Schneidmesser zumindest teilweise umgibt, ist ebenfalls vorgesehen,
in den Fig. 6 bis 8 aber nicht dargestellt.
[0118] Eine Verstelleinrichtung für den Messerkopf 119, die einen Spindelantrieb mit einer
Spindel 151 und einer Spindelmutter 153 umfasst, stützt sich am Schneidkopfgehäuse
141 ab, wobei alternativ auch eine Abstützung des Spindelantriebs (oder allgemein
eines wie auch immer ausgestalteten Verstellantriebs für das Schneidmesser 111 bzw.
den Messerkopf 119) am Träger 124 vorgesehen sein kann.
[0119] Ein nicht dargestellter Antriebsmotor ist dazu ausgebildet, die in Verstellrichtung
V1 fest mit dem Schneidkopfgehäuse 141 verbundene Spindelmutter 153 auf Anforderung
um eine Drehachse D 1 des Spindelantriebs zu drehen. Je nach Drehrichtung der Spindelmutter
153 bewegt sich infolgedessen die Spindel 151 in Fig. 6 nach links oder nach rechts.
Das vordere, in Fig. 6 linke Ende der Spindel 151 ist bezüglich der Verstellrichtung
V1 fest mit dem Basisteil 149 und damit dem Messerkopf 119 verbunden. Das Aktivieren
des Spindelantriebs sorgt somit - je nach Drehrichtung der Spindelmutter 153 - für
eine Bewegung des Schneidmessers 111 vom vorderen Ende des Produkts 127 bzw. von der
Schneidkante 131 weg oder auf das vordere Produktende bzw. die Schneidkante 131 zu.
[0120] Während Fig. 7 die Schneidposition zeigt, in welcher die durch das Messer 111 definierte
Schneidebene S 1 mit einer durch die Schneidkante 131 definierten Bezugsebene zusammenfällt,
befindet sich in Fig. 8 das Messer 111 in einer ausgerückten Stellung.
[0121] Da die Verstellbewegung des Messerkopfs 119 und damit des Messers 111 in horizontaler
Richtung und somit schräg zur Produktzuführrichtung F1 erfolgt, ist der in Produktzuführrichtung
F1 gemessene Abstand 155 (Fig. 8) zwischen dem vorderen Produktende und der durch
die Messerschneide definierten Ebene kleiner als der vom Messerkopf 119 in Verstellrichtung
V1 zurückgelegte Weg, d.h. kleiner als der durch die Verstellbewegung entstandene
Spalt 157 zwischen dem fest mit dem Schneidkopfgehäuse 141 (vgl. Fig. 6) verbundenen
Träger 124 und dem Basisteil 149.
[0122] Während in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 6 bis 8 der Messerkopf 119 als Ganzes
verstellt wird, ist es prinzipiell alternativ auch möglich, lediglich die Messerhalterung
117 in horizontaler Verstellrichtung V 1 zu bewegen, und zwar relativ zu dem übrigen
Bauteilen des Messerkopfs 119, insbesondere relativ zu dem für die rotierende Messerhalterung
117 erforderlichen Drehlager. Bei einem - wie hier gegeben - von Null verschiedenen
Winkel zwischen Verstellrichtung V1 der rotierenden Messerhalterung 117 und der Rotationsachse
A1 des Drehlagers stellt eine Bewegung lediglich der Messerhalterung relativ zu ihrem
eigenen Drehlager keine triviale Konstruktionsaufgabe dar, die gleichwohl für den
Fachmann lösbar ist, wenn ihm diese Aufgabe gestellt wird.
[0123] In einer weiteren Alternative der dargestellten Ausführungsform kann anstelle des
dargestellten Sichelmesserkopfs 119 auch ein Kreismesserkopf vorgesehen sein und in
horizontaler Richtung V verstellt werden. Insbesondere können diese unterschiedlichen
Messerköpfe einerseits und der Träger 124, relativ zu welchem die Verstellbewegung
in Verstellrichtung V1 erfolgt, andererseits in Form einer universellen, aufeinander
abgestimmten Schnittstelle oder Kopplungseinrichtung ausgebildet sein, so dass ein
einziges Schneidkopfgehäuse 141 mit Verstelleinrichtung, z.B. mit Spindelantrieb 151,
153, sowohl mit einem Sichelmesserkopf als auch mit einem Kreismesserkopf gekoppelt
werden kann. Bei Abstimmung der unterschiedlichen Messerköpfe auch hinsichtlich des
erforderlichen Rotationsantriebs kann dann auch der gleiche Rotationsantrieb für die
unterschiedlichen Messerköpfe verwendet werden.
[0124] Im Hinblick auf den in Fig. 6 dargestellten Antriebsriemen 143 für den Rotationsantrieb
der Messerhalterung 117 um die Messerachse A1 ist noch zu erwähnen, dass erfindungsgemäß
zusätzliche Maßnahmen, die bislang nicht erwähnt wurden, vorgesehen sein können, um
die Auslenkung bzw. die Längung des Antriebsriemens 143, die beim Verstellen des Messerkopfs
119 und damit der unmittelbar vom Antriebsriemen 143 drehangetriebenen Messerhalterung
117 in Verstellrichtung V1 auftritt, zumindest teilweise zu kompensieren. Eine Maßnahme
hierzu kann darin bestehen, beim Verstellen des Messerkopfes 119 auch den Drehantriebsmotor
des Rotationsantriebs 139 in auf die Verstellbewegung des Messerkopfs 119 abgestimmter
Weise derart zu bewegen, dass zumindest bis zu einem gewissen Grad die Auswirkungen
der Messerkopf-Verstellbewegung auf den Antriebsriemen 143 kompensiert werden.
[0125] Der Effekt der Riemenlängung bzw. -auslenkung kann auch durch eine geeignete Orientierung
des Messerkopfes zumindest weitgehend eliminiert werden. Hierzu kann der Messerkopf
so eingebaut werden, dass seine Längsachse mit der Rotationsachse nicht zusammenfällt,
sondern gegenüber dieser um einen bestimmten Winkel verkippt montiert ist. Dabei kann
sich ergeben, dass die Verstellrichtung nicht exakt horizontal, sondern schräg zur
Horizontalen verläuft. -.-.-.
Bezugszeichenliste
[0126]
- 11
- Produktvorschub
- 13
- Produktauflage
- 15
- Produkt
- 17
- Schneidmesser
- 18
- Rotationsachse des Messers
- 19
- Bezugsebene
- 21
- Schneidkopf
- 23
- Schneidkante
- 25
- Lenker
- 27
- Lenker
- 29
- Lenker
- 31
- Schwenkachse
- 33
- Schwenkachse
- 35
- Schwenkachse
- 37
- Schwenkachse
- 39
- Schwenkachse
- 41
- Schwenkachse
- 43
- Basis
- 45
- Schwenkantrieb
- 47
- Rotationsantrieb
- 49
- Antriebsriemen
- 51
- Gehäuse
- 53
- Messerhalter
- 55
- Träger
- 57
- vorderes Produktende
- F
- Produktzuführrichtung
- 111
- Schneidmesser
- 113
- Produktzuführung
- 115
- Verstelleinrichtung
- 117
- Messerhalterung
- 119
- Messerkopf
- 121
- Drehlager
- 122
- Gleit- oder Schiebelager
- 123
- Gestell
- 124
- gestellfester Träger
- 125
- Produkthalter
- 127
- Produkt
- 131
- Schneidkante
- 133
- Produktscheibe
- 135
- Scheibenportion
- 137
- Produktauflage
- 139
- Rotationsantrieb
- 141
- Schneidkopfgehäuse
- 143
- Antriebsriemen
- 145
- Abtransportband
- 147
- Wand
- 149
- Basisteil
- 151
- Spindel
- 153
- Spindelmutter
- 155
- Abstand
- 157
- Spalt
- F1
- A1 Messerachse Produktzuführrichtung
- S1
- Schneidebene
- T1
- Abtransportrichtung
- V1
- Verstellrichtung
- H1
- Horizontale
- D1
- Drehachse des Spindelantriebs
- α1
- Neigungswinkel
1. Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere Hochleistungs-Slicer,
mit
einer Produktzuführung (11, 13; 113), die dazu ausgebildet ist, wenigstens ein Produkt
(15; 127) einer Schneidebene zuzuführen, in der zum Abtrennen von Scheiben von dem
Produkt (15; 127) sich wenigstens ein Schneidmesser (17; 111), insbesondere rotierend
und/oder umlaufend, bewegt,
wobei das Schneidmesser (17; 111) schwenkbar gelagert und zur Durchführung wenigstens
einer Zusatzfunktion, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung
und/oder zur Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung, derart verschwenkbar ist, dass
sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser (17; 111) und einer Bezugsebene (19),
die parallel zur Schneidebene verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert
und dabei das Schneidmesser (17; 111) parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt
oder eine Parallelausrichtung verlässt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkbewegung des Schneidmessers (17; 111) um wenigstens zwei Achsen erfolgt
und/oder eine Überlagerung von wenigstens zwei Schwenkbewegungen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein das Schneidmesser (17; 111) umfassender und als Ganzes verschwenkbarer Schneidkopf
(21; 119) vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zum Verschwenken des Schneidmessers (17; 111) wenigstens eine Parallelogrammführung,
wenigstens ein Parallelogrammlenker und/oder wenigstens ein Viergelenkhebel vorgesehen
ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zum Verschwenken des Schneidmessers (17; 111) wenigstens ein Paar von Lenkern und/oder
Hebeln (25-29) vorgesehen ist, die jeweils einerseits am Schneidmesser (17; 111) und
andererseits an einer Basis (43) angelenkt sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass das Schneidmesser (17; 111) verschwenkbar aufgehängt ist, insbesondere an einer Basis
(43).
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass für das Schneidmesser (17; 111) ein Schwenkantrieb (45) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zum Verschwenken des Schneidmessers (17; 111) der Schwenkantrieb (45) dazu ausgebildet
ist, das Schneidmesser (17; 111) längs einer zumindest im Wesentlichen senkrecht zur
Schneidebene verlaufenden Wirkungslinie zu beaufschlagen.
9. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Durchführung
von Leerschnitten, insbesondere beim portionsweisen Aufschneiden von Lebensmittelprodukten,
wobei zur vorübergehenden Unterbrechung des Abtrennens von Scheiben von dem Produkt
(15; 127) das Schneidmesser (17; 111) von dem vorderen Produktende (57) weggeschwenkt
und nach Durchführung eines oder mehrerer Leerschnitte zur Wiederaufnahme des Abtrennens
von Scheiben von dem Produkt (15; 127) wieder zurückgeschwenkt wird.
10. Verwendung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leerschnitte bei angehaltenem Produktvorschub (11) durchgeführt werden.
11. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zur Schneidspalteinstellung,
wobei durch Verschwenken des Schneidmessers (17; 111) der Spalt zwischen dem Schneidmesser
(17; 111) und einer Schneidkante (23; 131) auf ein vorgegebenes Maß eingestellt wird.
12. Verwendung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Schneidspalteinstellung bei stillstehendem Schneidmesser (17; 111) durchgeführt
wird.
13. Verwendung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Schneidspalteinstellung bei sich in der Schneidebene bewegendem Schneidmesser
(17; 111) durchgeführt wird.
14. Verfahren zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere mittels einer Vorrichtung
nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem
mittels einer Produktzuführung (11, 13; 113) wenigstens ein Produkt (15; 127) einer
Schneidebene zugeführt wird, in der zum Abtrennen von Scheiben von dem Produkt (15;
127) sich wenigstens ein Schneidmesser (17; 111), insbesondere rotierend und/oder
umlaufend, bewegt, und
das Schneidmesser (17; 111) zur Durchführung wenigstens einer Zusatzfunktion, insbesondere
zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung und/oder zur Höhen-
oder Eintauchtiefeneinstellung derart verschwenkt wird, dass sich der Abstand zwischen
dem Schneidmesser (17; 111) und einer Bezugsebene (19), die parallel zur Schneidebene
verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert und dabei das Schneidmesser
(17; 111) parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt oder eine Parallelausrichtung
verlässt.