(19)
(11) EP 2 329 931 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.06.2011  Patentblatt  2011/23

(21) Anmeldenummer: 10015143.0

(22) Anmeldetag:  30.11.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B26D 7/26(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 02.12.2009 DE 102009056670
16.02.2010 DE 102010008047

(71) Anmelder: Weber Maschinenbau GmbH Breidenbach
35236 Breidenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Manitz, Finsterwald & Partner GbR 
Postfach 31 02 20
80102 München
80102 München (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere Hochleistungs-Slicer, mit einer Produktzuführung, die dazu ausgebildet ist, wenigstens ein Produkt einer Schneidebene zuzuführen, in der zum Abtrennen von Scheiben von dem Produkt sich wenigstens ein Schneidmesser, insbesondere rotierend und/oder umlaufend, bewegt, wobei das Schneidmesser schwenkbar gelagert und zur Durchführung wenigstens einer Zusatzfunktion, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung und/oder zur Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung, derart verschwenkbar ist, dass sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser und einer Bezugsebene, die parallel zur Schneidebene verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert und dabei das Schneidmesser parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt oder eine Parallelausrichtung verlässt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere einen Hochleistungs-Slicer, mit einer Produktzuführung, die dazu ausgebildet ist, wenigstens ein Produkt einer Schneidebene zuzuführen, in der zum Abtrennen von Scheiben von dem Produkt sich wenigstens ein Schneidmesser, insbesondere rotierend und/oder umlaufend, bewegt.

[0002] Derartige Vorrichtungen sind grundsätzlich bekannt und dienen dazu, Lebensmittelprodukte wie beispielsweise Wurst, Fleisch und Käse mit hoher Geschwindigkeit in Scheiben zu schneiden. Typische Schnittgeschwindigkeiten liegen zwischen mehreren 100 bis einigen 1.000 Schnitten pro Minute. Moderne Hochleistungs-Slicer unterscheiden sich unter anderem in der Ausgestaltung des Schneidmessers sowie in der Art und Weise des Rotationsantriebs für das Schneidmesser. So genannte Sichel- oder Spiralmesser rotieren um eine Rotationsachse, wobei diese Rotationsachse selbst keine zusätzliche Bewegung ausführt. Um einen Vorschub des Produkts über die Schneidebene hinaus, d.h. überhaupt das Abtrennen von Produktscheiben zu ermöglichen, sind diese Messer derart gestaltet, dass sie für einen bestimmten Drehwinkelbereich während eines Umlaufs den Weg für den Vorschub des Produkts freigeben. Eine solche vorübergehende Freigabe wäre mit ausschließlich rotierenden Kreismessern ersichtlich nicht möglich. Bei Slicern mit Kreismessern ist deshalb vorgesehen, das rotierende Kreismesser zusätzlich um eine von der Rotationsachse beabstandete weitere Achse planetarisch umlaufen zu lassen, um während des Aufschneidens für die notwendige Freigabe zum Vorschieben des Produkts zu sorgen. Welchem Messertyp bzw. welcher Antriebsart der Vorzug zu geben ist, ist von der jeweiligen Anwendung abhängig. Generell lässt sich sagen, dass mit lediglich rotierenden Sichelmessern höhere Schnittgeschwindigkeiten erzielt werden können, wohingegen rotierende und zusätzlich planetarisch umlaufende Kreismesser ohne Einbußen bei der Schneidqualität universeller einsetzbar sind.

[0003] Die vorstehend erwähnten hohen Schnittgeschwindigkeiten machen es ― und dies gilt unabhängig vom Messertyp und von der Antriebsart - erforderlich, dass bei einem portionsweisen Aufschneiden von Produkten so genannte Leerschnitte durchgeführt werden, in denen sich das Messer weiterhin bewegt, d.h. seine Schneidbewegung ausführt, dabei jedoch nicht in das Produkt, sondern "ins Leere" schneidet, damit vorübergehend keine Scheiben vom Produkt abgetrennt werden und diese "Schneidpausen" dazu genutzt werden können, eine mit den zuvor abgetrennten Scheiben gebildete Portion, beispielsweise einen Scheibenstapel oder geschindelt angeordnete Scheiben, abzutransportieren. Die zwischen zwei aufeinanderfolgend abgetrennten Scheiben verstreichende Zeit reicht ab einer bestimmten Schneidleistung bzw. Schnittgeschwindigkeit für einen ordnungsgemäßen Abtransport der Scheibenportionen nicht aus. Die Länge dieser "Schneidpausen" und die Anzahl der Leerschnitte pro "Schneidpause" sind von der jeweiligen Anwendung abhängig.

[0004] Ein in der Praxis bekanntes Problem in Verbindung mit der Durchführung von Leerschnitten besteht darin, dass es in den meisten Fällen nicht genügt, einfach die Zufuhr des Produktes vorübergehend anzuhalten, um das Abtrennen von Scheiben zu verhindern. Bei Produkten mit weicher Konsistenz kommt es nämlich regelmäßig vor, dass sich nach dem Anhalten des Produktvorschubs Entspannungseffekte einstellen, wodurch das vordere Produktende über die Schneidebene hinaus und damit in den Wirkungsbereich des Schneidmessers gelangt. Die Folge ist ein unerwünschtes Abtrennen so genannter Produktschnipsel oder Produktschnitzel. Zu einer solchen Schnitzelbildung kann es auch bei Produkten mit fester Konsistenz kommen, bei denen also die vorstehend erwähnten Entspannungseffekte nicht auftreten, und zwar dann, wenn die Produkte während des Aufschneidebetriebs kontinuierlich zugeführt werden.

[0005] Die vorstehend beschriebenen Phänomene sind dem Fachmann hinreichend bekannt, weshalb hierauf nicht näher eingegangen wird.

[0006] Aus dem Stand der Technik sind bereits Maßnahmen bekannt, die dazu dienen, eine Schnitzelbildung bei der Durchführung von Leerschnitten zu vermeiden. Hierzu wird beispielsweise auf EP 0 289 765 A1, DE 42 14 264 A1, EP 1 046 476 A2, DE 101 147 348 A1 und DE 154 952 verwiesen.

[0007] Demnach wurde bereits vorgeschlagen, für die Durchführung von Leerschnitten die Produktzufuhr nicht nur zu unterbrechen, sondern zusätzlich das Produkt - gegebenenfalls samt Produktauflage - zurückzuziehen. Dieser Ansatz stößt insbesondere dann an Grenzen, wenn die Schnittgeschwindigkeiten und/oder die dabei zu bewegenden Massen zu groß werden, da dann nicht mehr sichergestellt werden kann, dass das vordere Produktende ausreichend schnell zurückgezogen werden kann. Als Alternative zum Zurückziehen des Produkts wurde ferner bereits vorgeschlagen, das Schneidmesser vom vorderen Produktende wegzubewegen. Beide Lösungsansätze haben zur Folge, dass zwischen dem vorderen Produktende und dem Schneidmesser ein ausreichend großer Abstand hergestellt wird, der eine Schnitzelbildung sicher verhindert. Der erforderliche Messerhub beträgt lediglich einige Millimeter, muss allerdings in einer sehr kurzen Zeit in der Größenordnung von einigen Hundertstel Sekunden erfolgen.

[0008] Der Stand der Technik schlägt verschiedene Möglichkeiten vor, diesen Abstand durch eine Verlagerung des Messers herzustellen. Generell ist hierbei zu beachten, dass eine Bewegung des gesamten Schneidkopfs genau den Nachteil hat, der auch bei der Alternative - nämlich dem Zurückziehen des Produkts - besteht, dass nämlich eine vergleichsweise große Masse bewegt werden muss. Eine Bewegung lediglich des Messers samt Antriebswelle hat zwar den Vorteil einer geringeren zu bewegenden Masse, bedeutet jedoch einen erheblichen konstruktiven Aufwand, da ein Gegenstand entlang einer Achse verschoben werden muss, der gleichzeitig mit hoher Geschwindigkeit um eben diese Achse rotiert. Hierfür sind ganz spezielle Probleme in Verbindung mit der Lagerung des Messers bzw. der Messerwelle zu lösen, was zwar keine grundsätzlichen Probleme bedeutet, gleichwohl aber aufwändig und teuer ist.

[0009] Hinzu kommt, dass nicht alle der im Stand der Technik vorgeschlagenen Konzepte zur Bewegung des Messers ohne weiteres für alle in Verbindung mit Slicern gängigen Messertypen bzw. Antriebsarten realisierbar sind. Während die vorstehend erwähnten Sichel- oder Spiralmesser lediglich um eine Achse rotieren, diese Achse aber nicht zusätzlich eine Umlaufbewegung ausführt, lassen sich Konzepte zur Axialbewegung des Messers trotz der oben erwähnten Lagerungsproblematik in der Praxis mit vertretbarem Aufwand realisieren. Slicer mit rotierenden und gleichzeitig planetarisch umlaufenden Kreismessern stellen den Fachmann dagegen vor bislang nicht gelöste Probleme, wie mit vertretbarem konstruktiven Aufwand eine Verlagerung nur des Messers bzw. der Messerwelle bewerkstelligt werden kann.

[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, eine mit vertretbarem konstruktiven Aufwand realisierbare Möglichkeit zu schaffen, bei einer Aufschneidevorrichtung der eingangs genannten Art, insbesondere einem Hochleistungs-Slicer, einen Abstand zwischen Schneidmesser und vorderem Produktende durch eine Verlagerung des Schneidmessers herzustellen, wobei hierdurch insbesondere die Vermeidung von Schnitzelbildung bei der Durchführung von Leerschnitten möglich sein soll.

[0011] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1.

[0012] Erfindungsgemäß ist das Schneidmesser schwenkbar gelagert und zur Durchführung wenigstens einer Zusatzfunktion, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung und/oder zur Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung, derart verschwenkbar, dass sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser und einer Bezugsebene, die parallel zur Schneidebene verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert und dabei das Schneidmesser parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt oder eine Parallelausrichtung verlässt.

[0013] Der Begriff "Zusatzfunktion" ist dahingehend zu verstehen, dass damit eine Funktion gemeint ist, die nicht ausschließlich die eigentliche Aufschneidefunktion, also die Rotations- bzw. Umlaufbewegung des Schneidmessers betrifft. Bei der Zusatzfunktion handelt es sich insbesondere um die Durchführung von Leerschnitten oder um das Einstellen des Schneidspalts, worauf nachstehend näher eingegangen wird. Bei der Zusatzfunktion kann es sich auch um eine Höheneinstellung bzw. Einstellung der Eintauchtiefe des Schneidmessers, insbesondere in Bezug auf das oder die aufzuschneidenden Produkte bzw. die Produktauflage, handeln. Das Verschwenken des Schneidmessers erfolgt erfindungsgemäß also dann, wenn die Zusatzfunktion durchgeführt werden soll, wobei diese Zusatzfunktion - je nach ihrer Art - bei rotierendem bzw. umlaufendem Schneidmesser und/oder bei stillstehendem Schneidmesser durchführbar ist.

[0014] Die erfindungsgemäße schwenkbare Lagerung hat den Vorteil, dass die zum Verschwenken erforderlichen Kräfte relativ gering gehalten werden können. Ferner hat die Schwenklagerung den Vorteil, dass keine Gleit- oder Schiebelager benötigt werden, wie sie bei einer rein translatorischen, beispielsweise axialen, Verstellbewegung erforderlich sind.

[0015] Die erfindungsgemäß mögliche Ausgestaltung der schwenkbaren Lagerung derart, dass das Schneidmesser parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt, hat unter anderem den Vorteil, dass die Bewegbarkeit des Schneidmessers auch für solche Funktionen genutzt werden kann, bei denen eine nicht parallele Ausrichtung des Schneidmessers relativ zur Schneidebene, also beispielsweise ein Verkippen des Schneidmessers während der Verstellbewegung, nicht akzeptiert werden kann. Während es für die Durchführung von Leerschnitten unerheblich ist, welche Orientierung das Schneidmesser bezüglich der Schneidebene einnimmt, solange ein ausreichend großer Abstand zwischen dem Schneidmesser und dem vorderen Produktende vorhanden ist, ist es bei einem Verstellen des Schneidmessers zum Zwecke der Schneidspalteinstellung ersichtlich zwingend erforderlich, dass das Schneidmesser in jeder Stellung parallel zur Schneidebene ausgerichtet ist, da das Schneidmesser in jeder Stellung die eigentliche Schneidefunktion erfüllen muss.

[0016] Die erfindungsgemäß mögliche Ausgestaltung der schwenkbaren Lagerung derart, dass das Schneidmesser eine Parallelausrichtung verlässt, kann insbesondere dann zum Einsatz kommen, wenn eine nicht parallele Ausrichtung des Schneidmessers relativ zur Schneidebene nicht nur unkritisch, sondern überdies mit einem Vorteil verbunden ist, weil z.B. besonders schnell und/oder einfach ein gewünschter großer Abstand zwischen Schneidmesser und vorderem Produktende hergestellt werden kann, wie dies insbesondere für die Durchführung von Leerschnitten sinnvoll ist.

[0017] In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, dass ein das Schneidmesser umfassender und als Ganzes verschwenkbarer Schneidkopf vorgesehen ist. Diese Weiterbildung der Erfindung hat unter anderem den Vorteil, dass ein für eine Rotation des Schneidmessers erforderliches Lager von der Verstellbewegung nicht betroffen ist. Zur praktischen Umsetzung der Erfindung ist es somit nicht erforderlich, spezielle Schneidköpfe zu entwickeln, da die Erfindung in Verbindung mit herkömmlichen Schneidköpfen eingesetzt werden kann, die ohne eine Verstellbewegung des Schneidkopfs als Ganzes keine Verstellbewegung des Messers oder der Messerwelle ermöglichen.

[0018] Ein weiterer Vorteil dieser Ausgestaltung der Erfindung ist, dass sie vom Messertyp und von der Art und Weise des Antriebs des Messers unabhängig ist. Sowohl ein Sichelmesser-Schneidkopf, bei dem das Schneidmesser lediglich rotiert, als auch ein Kreismesser-Schneidkopf, bei dem das Kreismesser rotiert und zusätzlich planetarisch umläuft, kann in der erfindungsgemäßen Weise als Ganzes verschwenkt werden.

[0019] Der Begriff "Schneidkopf' ist insofern breit zu verstehen, als hierdurch die Größe oder der Umfang der als Ganzes verschwenkbaren Einheit nicht festgelegt ist. Insbesondere kann je nach konkreter Ausgestaltung der Aufschneidevorrichtung ein für den Drehantrieb des Schneidmessers sorgender Antriebsmotor entweder zu dem Schneidkopf gehören und somit gemeinsam mit dem Schneidmesser und den übrigen Komponenten verschwenkt werden oder an diesem Verschwenken nicht teilnehmen. Die Antriebsmittel zwischen insofern stationärem Antriebsmotor einerseits und Schneidmesser oder Messerwelle andererseits können in diesem Fall so ausgestaltet werden, dass sie die Schwenkbewegung zulassen. Des Weiteren kann der Schneidkopf nur einen so genannten Messerkopf, der insbesondere das Schneidmesser samt Halterung und Getriebe umfassen kann, oder den Messerkopf und ein so genanntes Messerkopfgehäuse umfassen, das den Messerkopf zumindest teilweise umgibt und den für den Drehantrieb des Schneidmessers sorgender Antriebsmotor umfassen kann, wobei letzteres aber nicht zwingend ist.

[0020] In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass es für die in der Praxis relevanten Situationen, in denen ein Verstellen des Schneidmessers erforderlich oder gewünscht ist, ein maximaler Verstellweg von nicht mehr als 5 bis 10 mm ausreichend ist, wobei in vielen Fällen die maximal notwendigen Verstellwege sogar kleiner als 5 mm sind. Insbesondere reicht es für die Durchführung schnitzelfreier Leerschnitte aus, wenn zwischen dem Schneidmesser und dem vorderen Produktende ein Abstand von wenigen Millimetern hergestellt wird. Dies gilt auch für die Schneidspalteinstellung, da in den meisten Fällen eine maximale Spaltgröße von wenigen Millimetern nicht überschritten zu werden braucht oder überhaupt nicht überschritten werden darf.

[0021] Auch andere Komponenten als der erwähnte Antriebsmotor, die insbesondere im weitesten Sinne mit Antrieb, Halterung und/oder Lagerung des Schneidmessers zu tun haben, können insofern nicht zum Schneidkopf gehören, als sie an der zur Durchführung der wenigstens einen Zusatzfunktion erfolgenden Schwenkbewegung nicht teilhaben. Des Weiteren können zusätzlich zum Antriebsmotor weitere Komponenten, die im weitesten Sinne mit Antrieb, Halterung und/oder Halterung des Schneidmessers zu tun haben, an der Schwenkbewegung teilhaben.

[0022] In der Praxis kann die insgesamt als Ganzes zu verschwenkende Einheit beispielsweise ein Gewicht von 50 bis 100 kg aufweisen. Diese Masse kurzzeitig in Bewegung zu setzen, stellt jedoch aufgrund der erfindungsgemäßen schwenkbaren Lagerung kein Problem dar, das nicht mit vertretbarem konstruktiven Aufwand lösbar wäre, da bei entsprechender relativer Anordnung von Schwenklagerung und Schwenkantrieb insbesondere unter Ausnutzung langer Hebelarme die aufzubringenden Kräfte relativ gering gehalten werden können, ohne den Schwenkantrieb selbst unnötig kompliziert ausgestalten zu müssen.

[0023] Wenn im Folgenden von einem Verschwenken des Schneidmessers die Rede ist, dann soll - sofern nichts anderes erwähnt ist - darunter auch die Möglichkeit eines Verschwenkens eines das Schneidmesser umfassenden Schneidkopfes als Ganzes zu verstehen sein.

[0024] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist zum Verschwenken des Schneidmessers wenigstens eine Parallelogrammführung, wenigstens ein Parallelogrammlenker und/oder wenigstens ein Viergelenkhebel vorgesehen, die bzw. der vorzugsweise einerseits am Schneidmesser oder an einem Schneidkopf bzw. dessen Aufnahme oder Halterung und andererseits an einer Basis angelenkt ist.

[0025] Hierdurch kann auf eine in konstruktiver Hinsicht relativ einfache Weise ein Verschwenken des Schneidmessers bei unveränderter Ausrichtung des Schneidmessers bezüglich der Schneidebene realisiert werden.

[0026] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann zum Verschwenken des Schneidmessers wenigstens ein Paar von Lenkern und/oder Hebeln vorgesehen sein, die jeweils einerseits am Schneidmesser oder an einem Schneidkopf und andererseits an einer Basis angelenkt sind.

[0027] Unter Basis ist hier ein Bestandteil der Aufschneidevorrichtung zu verstehen, relativ zu welchem die Schwenkbewegung des Schneidmessers erfolgt, wobei es zwar nicht zwingend, in den meisten praktischen Fällen gleichwohl aber vorgesehen ist, dass die Basis bezüglich der Umgebung stationär ist, selbst also keine wie auch immer geartete Bewegung relativ zur Umgebung ausführt.

[0028] Die Parallelogrammführung, der Parallelogrammlenker bzw. der Viergelenkhebel können derart ausgebildet sein, dass deren maßgeblichen Elemente, insbesondere Lenker und/oder Hebel, jeweils die gleiche Länge aufweisen. Alternativ oder zusätzlich können die Anlenkpunkte der Elemente bzw. Lenker und/oder Hebel so gewählt werden, dass sich die jeweils gewünschte Bewegung des Schneidmessers ergibt. Des Weiteren können die Längen und/oder die Anlenkpunkte der Lenker und/oder Hebel veränderlich ausgebildet sein, um - je nach gewählter Einstellung bzw. eingestellter Konfiguration - unterschiedliche Bewegungen des Schneidmessers beim Verschwenken realisieren zu können.

[0029] Gemäß einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Schneidmesser verschwenkbar aufgehängt. Die Aufhängung kann insbesondere an einer zur Aufschneidevorrichtung gehörenden Basis erfolgen, wobei die Basis selbst bezüglich der Umgebung feststehen kann.

[0030] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, dass für das Schneidmesser ein Schwenkantrieb vorgesehen ist. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass dieser Schwenkantrieb, der dazu dient, das Schneidmesser zur Durchführung der wenigstens einen Zusatzfunktion zu verschwenken, zusätzlich zu einem Rotationsantrieb des Schneidmessers vorgesehen ist, der für die Bewegung des Schneidmessers in der Schneidebene sorgt, also für das Rotieren und/oder Umlaufen des Schneidmessers zuständig ist. Für das eigentliche Schneiden einerseits und das Verschwenken des Schneidmessers andererseits ist dann also jeweils ein eigener Antrieb vorgesehen. Es ist erfindungsgemäß jedoch auch möglich, den Schwenkantrieb durch geeignete Mittel von einem Rotationsantrieb des Schneidmessers abzuleiten. Diese Mittel sind dann insbesondere derart ausgelegt, dass das Schneidmesser ununterbrochen rotiert, das Verschwenken des Schneidmessers jedoch nur bei Bedarf durchgeführt wird, also dann, wenn zur Durchführung der wenigstens einen Zusatzfunktion ein Verschwenken des Schneidmessers erforderlich ist.

[0031] Der Schwenkantrieb zum Verschwenken des Schneidmessers kann dazu ausgebildet sein, das Schneidmesser längs einer zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Schneidebene verlaufenden Wirkungslinie zu beaufschlagen. Hierdurch ist es möglich, den Schwenkantrieb konstruktiv besonders einfach auszulegen. Es kann beispielsweise eine einfache Kolben-/Zylinder-Anordnung als Schwenkantrieb dienen. Wenn das Verschwenken des Schneidmessers mit einem Hub, also einer Bewegungskomponente des Schneidmessers in der Schneidebene, verbunden ist, dann kann die Koppelung zwischen Schwenkantrieb und Schneidmesser derart ausgebildet sein, dass eine solche in der Schneidebene erfolgende Relativbewegung zwischen Schwenkantrieb und Schneidmesser zugelassen wird, ohne das Verschwenken des Schneidmessers mittels des Schwenkantriebs zu beeinträchtigen.

[0032] Es ist auch möglich, den Schwenkantrieb beweglich zu lagern. Eine Relativbewegung zwischen Schwenkantrieb und Schneidmesser, insbesondere im Sinne eines Spiels zwischen Schwenkantrieb und Schneidmesser, kann auf diese Weise vermieden werden.

[0033] Ferner wird gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung vorgeschlagen, dass eine Verstelleinrichtung für das Schneidmesser vorgesehen ist, mit der das Schneidmesser in einer Verstellrichtung bewegbar ist, wobei die Messerachse und/oder Mittelachse des Schneidmessers während des Aufschneidens gegenüber der Horizontalen geneigt ist, und wobei die Verstellrichtung des Schneidmessers schräg zur Messerachse und/oder Mittelachse des Schneidmessers verläuft.

[0034] Dieser Aspekt wird sowohl in Kombination mit den in den Ansprüchen offenbarten Gegenständen als auch als unabhängiger Aspekt offenbart und beansprucht.

[0035] Das Schneidmesser kann demnach also derart verschwenkbar sein, dass sich effektiv, d.h. beim Abstellen auf Anfang und Ende der Verstellbewegung, eine schräg zur Messerachse und/oder Mittelachse des Schneidmessers verlaufende Verstellrichtung ergibt. Die Verstellbewegung des Schneidmessers muss keine Linearbewegung sein, wobei die schwenkbare Lagerung des Schneidmessers aber auch derart ausgebildet sein kann, dass sich eine lineare Verstellbewegung des Schneidmessers ergibt,

[0036] Dieser weitere Aspekt der Erfindung bedeutet eine Abkehr von der durch den Stand der Technik dokumentierten eingefahrenen Vorstellung der Fachwelt, die Verstellbewegung des Schneidmessers müsse parallel zur Rotationsachse des Schneidmessers erfolgen, in der hier verwendeten Terminologie also parallel zur Messerachse und/oder Mittelachse. Durch den Ansatz, das Schneidmesser schräg zu dessen Rotationsachse zu bewegen, kann der zu überwindende Anteil der Gewichtskraft verringert oder - wie in einer bevorzugten Ausgestaltung mit horizontal verlaufender Verstellrichtung - auf Null reduziert werden. Dies ermöglicht somit eine gewichtskraftneutrale Messerverstellung, bei welcher im Fall einer horizontalen Verstellbewegung aus der Sicht der Verstelleinrichtung lediglich die träge Masse der zu bewegenden Baueinheit eine Rolle spielt.

[0037] Damit erreicht man aber nicht nur den Vorteil einer geringeren Leistungsanforderung an die Verstelleinrichtung, sondern es werden darüber hinaus weitere Vorteile erzielt:

Wenn gemäß dem Stand der Technik das Messer parallel zu seiner Rotationsachse verstellt wird, dann ist der Verstellweg identisch mit der durch das Verstellen erzielten Abstandsänderung zwischen Messer und vorderem Produktende oder zwischen Messer und Schneidkante, da die Rotationsachse des Messers und die Produktzuführrichtung parallel zueinander verlaufen. Wenn dagegen die Verstellrichtung schräg zur Rotationsachse des Messers verläuft, dann muss das Messer im Vergleich zum Stand der Technik einen größeren Weg zurücklegen, um die gleiche Abstandsänderung zu bewirken. Diese Vergrößerung des Verstellweges ist tatsächlich ein Vorteil, da - wie eingangs bereits erläutert - die hier in Rede stehenden Verstellwege ohnehin klein sind, nämlich lediglich einige Millimeter bis maximal wenige Zentimeter betragen, was im Hinblick auf Auslegung und Betrieb der Verstelleinrichtung grundsätzlich problematisch ist. Die Genauigkeit von Stellbewegungen ist nämlich umso schwieriger zu gewährleisten, je kürzer der Verstellweg ist. Gerade die an Hochleistungs-Slicern benötigten Messerbewegungen erfordern ein Höchstmaß an Präzision, so dass entsprechend hohe Anforderungen an die Antriebstechnik gestellt werden, zumal nur extrem kurze Zeiten für die Stellbewegungen zur Verfügung stehen, wie ebenfalls im Einleitungsteil erläutert. Solange der erforderliche Verstellweg insgesamt nicht zu groß wird, stellt somit jede sich - aus Sicht der Verstelleinrichtung - ergebende Vergrößerung des Verstellweges eine Erleichterung insofern dar, als die geforderte Präzision der Verstellbewegung einfacher realisiert werden kann oder überhaupt erst ermöglicht wird.



[0038] Um diese Zusammenhänge zu illustrieren, sei beispielhaft erwähnt, dass im Falle eines Spindelantriebs für die Messerbewegung, wie er beispielsweise aus DE 101 47 348 A1 bekannt ist, für die parallel zur Rotationsachse des Messers erfolgende Verstellbewegung die Spindel lediglich etwa eine halbe Umdrehung ausführt, was in Bezug auf die verwendete Antriebstechnik zum Drehen der Spindel bereits eine Optimierung darstellt. In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich hierdurch Probleme in Verbindung mit der Schmierung der Spindel ergeben, was nicht der Fall wäre, wenn die Spindel wenigstens eine volle Umdrehung z.B. in einem Ölbad ausführen könnte.

[0039] Auch angesichts dieses Sachverhalts wird deutlich, dass eine Vergrößerung des Verstellweges unerwartete Zusatzvorteile bieten kann, indem beispielsweise bei Verwendung eines Spindelantriebs für die Verstelleinrichtung die erforderliche Spindelschmierung vereinfacht wird.

[0040] Des Weiteren kann generell gesagt werden, dass dieser Aspekt der Erfindung eine höhere Regelgüte für die Antriebe ermöglicht, da gleichmäßigere Lastverhältnisse und größere Verstellwege vorhanden sind.

[0041] Wie vorstehend bereits erwähnt, kann gemäß einer möglichen Ausgestaltung dieses Aspektes vorgesehen sein, dass die Verstellrichtung des Schneidmessers zumindest näherungsweise horizontal verläuft. Der "Gewichtsanteil" des Messers beim Verstellen wird auf diese Weise auf Null reduziert, d.h. die Verstelleinrichtung braucht das Messer nicht mehr "anzuheben".

[0042] Die Messerachse und/oder die Mittelachse des Schneidmessers kann zumindest näherungsweise parallel zur Produktzuführrichtung verlaufen.

[0043] Die Verstellbewegung des Schneidmessers kann eine Linearbewegung sein.

[0044] Die Verstelleinrichtung für das Schneidmesser kann einen Linearantrieb umfassen, beispielsweise einen Spindelantrieb oder eine Kolben-Zylinder-Anordnung. Bevorzugt verläuft die Drehachse des Spindelantriebs bzw. die Längsachse der Kolben-Zylinder-Anordnung parallel zur Verstellrichtung des Schneidmessers. Alternativ kann die Verstelleinrichtung für das Schneidmesser einen Exzenterantrieb umfassen.

[0045] Der Neigungswinkel zwischen der Messerachse und/oder Mittelachse des Schneidmessers und der Horizontalen während des Aufschneidens kann im Bereich von 30° bis 50° liegen und insbesondere zumindest näherungsweise 40° betragen.

[0046] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass eine Messerhalterung, an der das Schneidmesser auswechselbar anbringbar ist, in der Verstellrichtung bewegbar ist.

[0047] Ferner kann vorgesehen sein, dass eine Messerhalterung, an der das Schneidmesser auswechselbar anbringbar ist, in der Verstellrichtung relativ zu wenigstens einem Drehlager für die Bewegung des Schneidmessers um die Messerachse und/oder um die Mittelachse und/oder relativ zu einem Basisteil, über welches die Messerhalterung an einem gestellfesten Träger anbringbar ist, bewegbar ist.

[0048] In einer möglichen Ausgestaltung ist zum Verstellen des Messers ein Messerkopf als Ganzes in der Verstellrichtung bewegbar. Der Messerkopf umfasst insbesondere eine Messerhalterung, an der das Schneidmesser auswechselbar angebracht ist, und zumindest ein Drehlager für die Bewegung des Schneidmessers um die Messerachse und/oder um die Mittelachse. Durch die Bewegung des Messerkopfs als Ganzes erfolgt keine Relativbewegung in Verstellrichtung zwischen der Messerhalterung und dem Drehlager. Dies bedeutet in konstruktiver Hinsicht eine Vereinfachung.

[0049] Ein besonderer Vorteil einer Bewegung des Messerkopfes als Ganzes besteht darin, dass es sich bei dem Messerkopf sowohl um einen Sichelmesserkopf für ein um die Messerachse rotierendes Sichelmesser als auch um einen Kreismesserkopf für ein um die Messerachse rotierendes und um die Mittelachse planetarisch umlaufendes Kreismesser handeln kann. Wie auch immer die Verstelleinrichtung konkret ausgestaltet ist, bedeutet dies also, dass das jeweilige Verstellprinzip sowohl für ein Sichelmesser als auch für ein Kreismesser anwendbar ist.

[0050] Es kann ein bezüglich der Verstellrichtung stationärer Träger, der beispielsweise ein Bestandteil eines ortsfesten Gestells der Aufschneidevorrichtung oder der an dem Gestell befestigbar ist, vorgesehen sein, relativ zu welchem der Messerkopf als Ganzes in Verstellrichtung bewegbar ist. Dieser Träger kann universell derart ausgebildet sein, dass zwischen einem Sichelmesserkopf und einem Kreismesserkopf gewechselt werden kann. Damit kann auf besonders einfache Weise ein Sichelmesser-Slicer in einen Kreismesser-Slicer umgewandelt werden, und umgekehrt.

[0051] Ferner kann zwischen dem Messerkopf und dem Träger oder zwischen einer Messerhalterung, an der das Schneidmesser auswechselbar anbringbar ist, und wenigstens einem Drehlager für die Bewegung des Schneidmessers um die Messerachse und/oder um die Mittelachse ein Gleit- oder Schiebelager vorgesehen sein.

[0052] Der Träger kann an oder in einem Schneidkopfgehäuse angeordnet sein.

[0053] Der Träger für den Messerkopf kann universell derart ausgebildet sein, dass zwischen einem Sichelmesserkopf und einem Kreismesserkopf gewechselt werden kann.

[0054] Es kann ein Messerkopf vorgesehen sein, dem ein Rotationsantrieb zugeordnet ist.

[0055] Der Rotationsantrieb kann gestellfest angeordnet oder zu einer auf die Verstellbewegung des Schneidmessers abgestimmten Kompensationsbewegung in der Lage sein.

[0056] Ferner kann der Rotationsantrieb zusammen mit dem Messerkopf an oder in einem gestellfesten Schneidkopfgehäuse angeordnet sein.

[0057] Der Rotationsantrieb kann mit dem die Verstellbewegung als Ganzes ausführenden Messerkopf oder mit einem die Verstellbewegung ausführenden Teil des Messerkopfes, insbesondere einer Messerhalterung, zusammenwirken, insbesondere über wenigstens einen Antriebsriemen.

[0058] Des Weiteren ist insbesondere vorgesehen, dass das Schneidmesser in der Verstellrichtung zur Durchführung wenigstens einer Zusatzfunktion bewegbar ist, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, die z.B. bei einem portionsweisen Aufschneiden und/oder im Rahmen einer Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung durchgeführt werden, und/oder zur Schneidspalteinstellung.

[0059] Wie bereits erwähnt, ist der Begriff "Zusatzfunktion" dahingehend zu verstehen, dass damit eine Funktion gemeint ist, die nicht ausschließlich die eigentliche Aufschneidefunktion, also die Rotations- bzw. Umlaufbewegung des Schneidmessers betrifft. Bei der Zusatzfunktion handelt es sich insbesondere um die Durchführung von Leerschnitten oder um das Einstellen des Schneidspalts, worauf nachstehend näher eingegangen wird. Bei der Zusatzfunktion kann es sich auch um eine Höheneinstellung bzw. Einstellung der Eintauchtiefe des Schneidmessers, insbesondere in Bezug auf das oder die aufzuschneidenden Produkte bzw. die Produktauflage, handeln, genauer gesagt um die Vermeidung einer Schnitzelbildung bei im Rahmen der Höhen- bzw. Eintauchtiefeneinstellung durchgeführten Leerschnitten. Die Verstellbewegung des Messers erfolgt also bei Bedarf dann, wenn die Zusatzfunktion durchgeführt werden soll, wobei diese Zusatzfunktion - je nach ihrer Art - bei rotierendem bzw. umlaufendem Schneidmesser und/oder bei stillstehendem Schneidmesser durchführbar ist.

[0060] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass das Schneidmesser derart in der Verstellrichtung bewegbar ist, dass sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser und einer Bezugsebene, die parallel zu einer durch die Schneide des Schneidmessers definierten Schneidebene verläuft, verändert.

[0061] In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass für die meisten der in der Praxis relevanten Situationen, in denen ein Verstellen des Schneidmessers erforderlich oder gewünscht ist, ein maximaler Verstellweg von nicht mehr als 5 bis 10 mm ausreichend ist, wobei in vielen Fällen die maximal notwendigen Verstellwege sogar kleiner als 5 mm sind. Insbesondere reicht es für die Durchführung schnitzelfreier Leerschnitte aus, wenn zwischen dem Schneidmesser und dem vorderen Produktende ein Abstand von wenigen Millimetern hergestellt wird. Dies gilt auch für die Schneidspalteinstellung, da in den meisten Fällen eine maximale Spaltgröße von wenigen Millimetern nicht überschritten zu werden braucht oder überhaupt nicht überschritten werden darf.

[0062] Bei der Schneidspalteinstellung wird der Spalt zwischen dem Schneidmesser - genauer gesagt der durch die Schneide des Messers definierten Schneidebene - und einer Schneidkante auf ein vorgegebenes Maß eingestellt. Die auch als Gegenmesser bezeichnete Schneidkante wirkt beim Abtrennen von Scheiben vom Produkt mit dem Schneidmesser zusammen. Die Schneidkante bildet insbesondere das in Produktzuführrichtung vorne liegende Ende der Produktauflage. Schneidkanten kommen in der Praxis in vielerlei Ausgestaltungen vor. Selbst relativ komplexe Anordnungen, die beispielsweise als so genannte Manschetten oder Formschalen mit in Umfangsrichtung offenen oder geschlossenen Durchführungen für die aufzuschneidenden Produkte versehen sind, um zur Erhöhung der Schneidqualität das vordere Produktende optimal zu fixieren, werden in der Praxis häufig einfach als "Schneidkante" bezeichnet.

[0063] In Abhängigkeit von dem aufzuschneidenden Produkt sowie gegebenenfalls von anderen Gegebenheiten ist es für eine optimale Schneidqualität erforderlich, den - in Produktzuführrichtung, also senkrecht zur Schneidebene gemessenen - Abstand zwischen dem Schneidmesser und der Schneidkante auf ein bestimmtes Maß einzustellen. Die axiale Lage der Schneidebene ist insoweit nicht exakt definiert, da die durch die Schneidkante definierte Ebene einerseits und die durch das Schneidmesser - genauer: durch die Messerschneide - definierte Ebene andererseits ebenfalls nicht zusammenfallen. Dies ist aber insofern unproblematisch, als beispielsweise die durch die Schneidkante definierte Ebene als Bezugsebene herangezogen werden kann, wenn ein Bezug in axialer Richtung, also in Produktzuführrichtung, benötigt oder gewünscht wird.

[0064] Ein weiterer Vorteil der Erfindung, der auch in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist, besteht darin, dass es möglich ist, dass das Schneidmesser seine Orientierung relativ zur Produktzuführrichtung beibehält, insbesondere also die Schneidebene in jeder Messerstellung senkrecht zur Produktzuführrichtung verläuft. Damit kann die Bewegbarkeit des Schneidmessers auch für solche Funktionen - wie z.B. die vorstehend erläuterte Schneidspalteinstellung - genutzt werden, bei denen eine nicht parallele Ausrichtung des Schneidmessers relativ zur ursprünglichen Schneidebene, also beispielsweise ein Verkippen des Schneidmessers während der Verstellbewegung, nicht akzeptiert werden kann. Während es für die Durchführung von Leerschnitten prinzipiell unerheblich ist, welche Orientierung das Schneidmesser bezüglich der Produktzuführrichtung einnimmt, solange ein ausreichend großer Abstand zwischen Schneidmesser und vorderem Produktende vorhanden ist, ist es bei einem Verstellen des Schneidmessers zum Zwecke der Schneidspalteinstellung ersichtlich zwingend erforderlich, dass das Schneidmesser in jeder Stellung mit der Schneidebene senkrecht zur Produktzuführrichtung ausgerichtet ist, da das Schneidmesser in jeder Stellung die eigentliche Schneidefunktion erfüllen muss.

[0065] Die Erfindung betrifft auch eine Verwendung einer Vorrichtung der beschriebenen Art zur Durchführung von Leerschnitten, insbesondere beim portionsweisen Aufschneiden von Lebensmittelprodukten und/oder bei einer Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung.

[0066] Dabei kann zur vorübergehenden Unterbrechung des Abtrennens von Scheiben von dem Produkt das Schneidmesser von dem vorderen Produktende weggeschwenkt und nach Durchführung eines oder mehrerer Leerschnitte zur Wiederaufnahme des Abtrennens von Scheiben von dem Produkt wieder zurückgeschwenkt werden. Hierbei wird die Vorrichtung also nicht nur zum Aufschneiden der Produkte verwendet, sondern während des Aufschneidens eines Produkts bei Bedarf zur Durchführung eines oder mehrerer Leerschnitte, um auf diese Weise insbesondere ein portionsweises Aufschneiden mit einem geordneten Abtransport der jeweils gebildeten Portionen zu ermöglichen. Die Unterbrechung des Abtrennens von Scheiben von dem Produkt kann selbstverständlich mehrmals während des Aufschneidens eines Produkts erfolgen, da bei einem portionsweisen Aufschneiden des Produkts die Anzahl der "Leerschnitt-Phasen" mit der Anzahl der aus dem Produkt gebildeten Scheibenportionen korrespondiert.

[0067] Gemäß einem Ausführungsbeispiel dieser Verwendung werden die Leerschnitte bei angehaltenem Produktvorschub durchgeführt.

[0068] Des Weiteren betrifft die Erfindung die Verwendung einer Vorrichtung der beschriebenen Art zur Schneidspalteinstellung, wobei durch Verschwenken des Schneidmessers der Spalt zwischen dem Schneidmesser und einer Schneidkante auf ein vorgegebenes Maß eingestellt wird. Die auch als Gegenmesser bezeichnete Schneidkante wirkt beim Abtrennen von Scheiben von dem Produkt mit dem Schneidmesser zusammen. Die Schneidkante bildet insbesondere das in Produktzuführrichtung vorne liegende Ende der Produktauflage. Schneidkanten kommen in der Praxis in vielerlei Ausgestaltungen vor. Selbst relativ komplexe Anordnungen, die beispielsweise als so genannte Manschetten oder Formschalen mit in Umfangsrichtung offenen oder geschlossenen Durchführungen für die aufzuschneidenden Produkte versehen sind, um zur Erhöhung der Schneidqualität das vordere Produktende optimal zu fixieren, werden in der Praxis häufig einfach als "Schneidkante" bezeichnet.

[0069] In Abhängigkeit von dem aufzuschneidenden Produkt sowie gegebenenfalls von anderen Gegebenheiten ist es für eine optimale Schneidqualität erforderlich, den - in Produktzuführrichtung, also senkrecht zur Schneidebene gemessenen - Abstand zwischen dem Schneidmesser und der Schneidkante auf ein bestimmtes Maß einzustellen. Die axiale Lage der Schneidebene ist insoweit nicht exakt definiert, da die durch die Schneidkante definierte Ebene einerseits und die durch das Schneidmesser - genauer: durch die Messerschneide - definierte Ebene andererseits nicht zusammenfallen. Dies ist aber insofern unproblematisch, als beispielsweise die durch die Schneidkante definierte Ebene als Bezugsebene herangezogen werden kann, wenn ein Bezug in axialer Richtung, also in Produktzuführrichtung, benötigt oder gewünscht wird.

[0070] Bei einer möglichen Ausführung dieser Verwendung kann die Schneidspalteinstellung bei stillstehendem Schneidmesser durchgeführt werden. Alternativ ist es aber auch möglich, die Schneidspalteinstellung bei sich in der Schneidebene bewegendem Schneidmesser durchzuführen, was auch als "dynamische Schneidspalteinstellung" bezeichnet wird und gegenüber einer "statischen" Schneidspalteinstellung bei stillstehendem Schneidmesser Vorteile bietet, auf die hier ebenfalls nicht näher eingegangen werden soll.

[0071] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere mittels der beschriebenen Vorrichtung, bei dem mittels einer Produktzuführung wenigstens ein Produkt einer Schneidebene zugeführt wird, in der zum Abtrennen von Scheiben von dem Produkt sich wenigstens ein Schneidmesser, insbesondere rotierend und/oder umlaufend, bewegt, und das Schneidmesser zur Durchführung wenigstens einer Zusatzfunktion, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung und/oder zur Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung, derart verschwenkt wird, dass sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser und einer Bezugsebene, die parallel zur Schneidebene verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert und dabei das Schneidmesser parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt oder eine Parallelausrichtung verlässt.

[0072] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind auch in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie der Zeichnung angegeben.

[0073] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1a - 1c
schematisch eine erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung mit in unterschiedlichen Schwenkstellungen befindlichem Schneidmesser,
Fig. 2
schematisch eine erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform,
Fig. 3
schematisch eine erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform,
Fig. 4
eine schematische Darstellung des Funktionsprinzips eines Slicers mit axial verstellbarem Schneidmesser gemäß dem Stand der Technik,
Fig. 5
eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Slicers mit horizontal verstellbarem Messerkopf,
Fig. 6
schematisch eine Seitenansicht einer möglichen konkreten Ausgestaltung eines Schneidkopfes eines erfindungsgemäßen Slicers,
Fig. 7
einen vergrößert dargestellten Ausschnitt von Fig. 6 bei in der Schneidposition befindlichem Messer, und
Fig. 8
eine Darstellung entsprechend Fig. 7 mit in einer ausgerückten Position befindlichem Schneidmesser.


[0074] Nachstehend werden unterschiedliche Bezugsziffern auch für solche Teile und Begriffe verwendet, die tatsächlich einander entsprechen.

[0075] Die nachstehend erläuterten Ausführungsbeispiele können entweder miteinander kombiniert oder jeweils separat realisiert werden.

[0076] In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1a bis 1c ist ein ein Schneidmesser 17 umfassender Schneidkopf 21 als Ganzes an einer Basis 43 des hier nicht vollständig dargestellten Slicers verschwenkbar gelagert.

[0077] Bei dem Schneidmesser 17 handelt es sich um ein Sichel- oder Spiralmesser, das durch einen nicht dargestellten Rotationsantrieb zur Rotation um eine Rotationsachse 18 antreibbar ist. Alternativ kann die schwenkbare Lagerung auch für einen Kreismesserkopf vorgesehen sein, dessen Messer rotiert und zusätzlich planetarisch umläuft.

[0078] Zur schwenkbaren Lagerung des Schneidkopfs 21 ist ein in diesem Ausführungsbeispiel zwei Lenkerpaare umfassenden Parallelogrammlenker vorgesehen. Von dem in Produktzuführrichtung F (vgl. Fig. 1c) vorderen und hinteren Lenkerpaar ist jeweils nur ein Lenker 25 bzw. 27 dargestellt.

[0079] Die Schwenkachsen 33 bis 39 der Lenker 25, 27 an der Basis 43 und am Schneidkopf 21 liegen in parallelen, jeweils senkrecht zu einer Bezugsebene 19 verlaufenden Ebene. Die Lenker 25, 27 haben außerdem die gleiche Länge. Die Orientierung oder Lage des Schneidmessers 17 im Raum ändert sich folglich bei einem Verschwenken nicht, wie der Vergleich der Fig. 1a bis 1c untereinander zeigt. In jeder Schwenkstellung bleibt das Schneidmesser 17 parallel zur Bezugsebene 19 ausgerichtet.

[0080] Alternativ können die Lenker bzw. Lenkerpaare 25, 27 von unterschiedlicher Länge sein und/oder die Schwenkachsen 33 bis 39 bzw. Anlenkpunkte in nicht senkrecht zur Bezugsebene 19 verlaufenden Ebenen liegen. Je nach konkreter Ausgestaltung kann entweder trotzdem eine stets zur Bezugsebene 19 parallele Ausrichtung des Schneidmessers 17 oder eine davon abweichende Bewegung des Schneidmessers 17 beim Verschwenken realisiert werden, letzteres z.B. mit dem Ziel, das Schneidmesser 17 bewusst aus einer Parallelstellung herauszuschwenken. Die Länge der Lenker bzw. Lenkerpaare 25, 27 und/oder die Lage der Schwenkachsen 33 bis 39 können bzw. kann auch verstellbar ausgeführt sein, um auf diese Weise gezielt unterschiedliche Bewegungen des Schneidmessers 17 beim Verschwenken vorgeben zu können.

[0081] Ein die Schwenkbewegung des Schneidkopfs 21 bewirkender Schwenkantrieb ist in den Fig. 1a bis 1c nicht dargestellt.

[0082] Die erwähnte Bezugsebene 19 ist hinsichtlich ihrer axialen Lage, also ihrer Lage bezüglich der Produktzuführrichtung F, durch die das Ende einer Produktauflage 13 bildende Schneidkante 23 definiert. Außerdem verläuft die Bezugsebene 19 senkrecht zur Produktzuführrichtung. Die Rotationsachse 18 des Schneidmessers 17 verläuft senkrecht zur Produktzuführrichtung und somit parallel zur Produktzuführrichtung F.

[0083] Aufgrund des Parallelogrammlenkers, der auch als Parallelogrammführung oder Viergelenkhebel bezeichnet werden kann, bleibt die Rotationsachse 18 in jeder Schwenkstellung des Schneidmessers 17 parallel zur Produktzuführrichtung F ausgerichtet.

[0084] Aufgrund der erfindungsgemäßen schwenkbaren Lagerung des Schneidmessers 17 bzw. des das Schneidmesser 17 umfassenden Schneidkopfs 21 ist eine axial bewegliche Lagerung des Schneidmessers 17 nicht erforderlich, d.h. es ist nicht notwendig, das Schneidmesser 17 zu verschieben. Spezielle Schiebe- oder Gleitlagermittel wie beispielsweise Gleitlagerbuchsen sind folglich in Verbindung mit der Erfindung nicht nötig. Erfindungsgemäß erfolgt die gewünschte Veränderung des Abstandes zwischen Schneidmesser 17 und Bezugsebene 19 ausschließlich durch ein Verschwenken bzw. durch eine oder mehrere Drehbewegungen.

[0085] Die Bewegung, die der Schneidkopf 21 beim Verschwenken ausführt, ist eine Überlagerung zweier Schwenkbewegungen bzw. Einzel-Schwenkbewegungen: Beim Verschwenken des Schneidkopfs 21 wird dieser zum einen mittels des vorderen Lenkerpaares 25 um die Schwenkachse 33 relativ zur Basis 43 verschwenkt. Zum anderen wird der Schneidkopf 21 um die andere Schwenkachse 35 des vorderen Lenkerpaares 25 verschwenkt. Hierfür sorgt im Sinne einer Zwangsführung das hintere Lenkerpaar 27. In Abhängigkeit von der Schwenkbewegung um die Schwenkachse 33 wird das Verschwenken des Schneidkopfs 21 um die Schwenkachse 35 durch das hintere Lenkerpaar 27 derart geführt, dass sich die Lage der Rotationsachse 18 und des Schneidmessers 17 im Raum nicht ändert. Das Schneidmesser 17 bleibt folglich während des Verschwenkens stets parallel zur Bezugsebene 19 und damit zur Schneidebene ausgerichtet.

[0086] Diese Wirkung des erfindungsgemäßen Parallelogrammlenkers lässt sich analog ausgehend vom hinteren Lenkerpaar 27 beschreiben: der Schneidkopf 21 wird als Ganzes um die Schwenkachse 37 relativ zur Basis 43 und gleichzeitig in durch das vordere Lenkerpaar 25 geführter Weise um die andere Schwenkachse 39 des hinteren Lenkerpaares 27 verschwenkt.

[0087] In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1a bis 1c ist der Schneidkopf 21 an der Basis 43 verschwenkbar aufgehängt. Die "tiefste" Stellung des Schneidkopfs 21 zeigt Fig. 1a, in welcher die Lenker 25, 27 parallel zur Bezugsebene 19 verlaufen. Beim Verschwenken in die eine oder in die andere Richtung bewegt sich der Schneidkopf 21 folglich längs des betreffenden Astes einer U-förmigen Bahn, wodurch der Schneidkopf 21 und damit das Schneidmesser 17 außerdem geringfügig angehoben, d.h. parallel zur Bezugsebene 19, bewegt wird.

[0088] Dieser schwenkbedingte Messerhub ist in der Praxis und insbesondere für die Schneidqualität jedoch vollkommen unproblematisch, denn es ist in diesem Zusammenhang - wie vorstehend bereits erwähnt - zu berücksichtigen, dass der axiale, also in Produktzuführrichtung F gemessene, Verstellweg des Schneidmessers 17, der durch das Verschwenken des Schneidkopfs 21 bewirkt wird, lediglich in der Größenordnung von Millimetern liegt.

[0089] Wie im Einleitungsteil bereits erläutert, kann das Verschwenken des Schneidkopfs 21 und der daraus resultierende Axialversatz des Schneidmessers 17 unterschiedlichen Zwecken dienen, und zwar insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten und zur Schneidspalteinstellung.

[0090] Lediglich zum Zwecke einer anschaulichen Erläuterung wurden die Darstellungen in Fig. 1a bis 1c derart gewählt, dass Fig. 1a und 1b rein beispielhaft zwei mögliche Schneidspalteinstellungen zeigen. In Fig. 1a ist der Spalt zwischen Schneidkante 23 und Schneidmesser 17 relativ groß (und hier tatsächlich überproportional groß dargestellt), während in Fig. 1b die durch die Messerschneide des Schneidmessers 17 definierte Ebene und die durch die Schneidkante 23 definierte Ebene 19 zusammenfallen und somit ein Schneidspalt von Null eingestellt ist. In der Praxis kann sowohl mit einem auf Null eingestellten Schneidspalt gemäß Fig. 1b geschnitten werden, insbesondere in Verbindung mit einer dynamischen Schneidspalteinstellung, als auch ein von Null verschiedener Schneidspalt zwischen Schneidkante 23 und Schneidmesser 17 während des Schneidens vorhanden sein.

[0091] Aus Fig. 1a ist ersichtlich, dass - wie vorstehend bereits erläutert - die Definition einer Schneidebene nur dann exakt möglich ist, wenn man die Schneidebene entweder als durch die Schneide des Messers 17 oder als durch die Schneidkante 23 definiert ansieht, solange die betreffenden Ebenen nicht zusammenfallen.

[0092] Fig. 1c veranschaulicht eine Situation während des Aufschneidens eines Produkts 15, in der gerade Leerschnitte durchgeführt werden. Der am hinteren Produktende angreifende Produktvorschub 11, der während des Aufschneidens in Produktzuführrichtung F antreibbar ist, um das Produkt 15 dem Schneidmesser 17 zuzuführen, ist in dieser Situation außer Betrieb gesetzt. Außerdem ist der Schneidkopf 21 mittels eines nicht dargestellten Schwenkantriebs derart weit verschwenkt worden, dass ein ausreichend großer Abstand zwischen dem an der Schneidkante 23 anstehenden vorderen Produktende 57 einerseits und dem Schneidmesser 17 andererseits vorhanden ist, um in dieser Situation das Abtrennen von Schnitzeln vom Produkt 15 durch das auch in dieser Situation weiterhin um die Achse 18 rotierende Schneidmesser 17 sicher zu verhindern.

[0093] Sobald die zuvor durch Abtrennen von Scheiben von dem Produkt 15 gebildete Scheibenportion (nicht dargestellt) abtransportiert ist, wird zur Wiederaufnahme des Abtrennens von Scheiben von dem Produkt 15 der Schneidkopf 21 wieder zurückgeschwenkt, so dass das Schneidmesser 17 wieder seine ursprüngliche Schneidstellung einnimmt, die beispielsweise der Stellung gemäß Fig. 1a, der Stellung gemäß Fig. 1b oder einer dazwischen liegenden Stellung entspricht.

[0094] Bei der in Fig. 2 schematisch dargestellten Ausführungsform greift der Parallelogrammlenker 25, 27 nicht unmittelbar am Schneidkopf 21, sondern an einem Träger 55 an, der mit dem Schneidkopf 21 verbunden ist.

[0095] Der Schneidkopf 21 befindet sich zwischen einem oberen Abschnitt des Trägers 55, der mit einer Basis 43 des Slicers über den Parallelogrammlenker verbunden ist, und einem unteren Abschnitt, an welchem ein Schwenkantrieb 45 angreift, der ebenfalls an der Basis 43 abgestützt ist. Bei dem Schwenkantrieb 45 handelt es sich beispielsweise um eine Kolben/Zylinder-Anordnung, die - wie durch den Doppelpfeil in Fig. 2 angedeutet - dazu in der Lage ist, den Träger 55 längs einer Wirkungslinie zu beaufschlagen, die parallel zur Rotationsachse 18 des Schneidmessers 17 und somit senkrecht zur Schneidebene verläuft.

[0096] Dabei ist der Schwenkantrieb 45 mit dem Träger 55 derart gekoppelt, dass zum einen eine Bewegung des Trägers 55 in beiden Richtungen möglich ist, der Träger 55 samt Schneidkopf 21 also sowohl "gestoßen" als auch "gezogen" werden kann, und zum anderen der durch das Verschwenken des Trägers 55 auch erfolgende Hub senkrecht zur Rotationsachse 18 aufgenommen werden kann (beispielsweise durch eine Langlochführung), ohne dass hierzu eine entsprechende Hubbewegung des Schwenkantriebs 45 erforderlich wäre. Alternativ kann der Schwenkantrieb 45 beweglich gelagert sein, um der Bewegung des Schneidkopfs 21 folgen zu können und so ein Spiel zwischen Schwenkantrieb 45 und Schneidkopf 21 zu vermeiden.

[0097] Fig. 3 zeigt eine schematische Ansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Aufschneidevorrichtung längs der Rotationsachse 18 des hier nicht dargestellten Schneidmessers. Der Schneidkopf 21 umfasst einen Messerhalter 53, an welchem das Schneidmesser auswechselbar befestigt werden kann. Ein in diesem Ausführungsbeispiel nicht zum Schneidkopf 21 gehörender Rotationsantrieb 47 ist dazu in der Lage, mittels eines Antriebsriemens 49 den Messerhalter 53 in Rotation um die Achse 18 zu versetzen.

[0098] Der Schneidkopf 21, in diesem Ausführungsbeispiel aber nicht der Rotationsantrieb 47, ist an einer Basis 43 verschwenkbar aufgehängt, und zwar wiederum über einen Parallelogrammlenker, von dem hier lediglich ein Lenkerpaar 25, 29 dargestellt ist, dessen Lenker um Schwenkachsen 31, 33 an der Basis 43 und um Schwenkachsen 35, 41 am Schneidkopf 21 angelenkt sind.

[0099] Sowohl die Schwenkbewegung des Schneidkopfs 21 als auch der sich dabei einstellende Hub des Schneidkopfs 21 senkrecht zur Rotationsachse 18 kann durch den Antriebsriemen 49 problemlos aufgenommen werden, ohne den Drehantrieb des Messerhalters 53 zu beeinträchtigen.

[0100] Grundsätzlich ist es abweichend von dem Konzept der Fig. 3 erfindungsgemäß auch möglich, den Rotationsantrieb 47 in einen als Ganzes verschwenkbaren Schneidkopf zu integrieren.

[0101] Wie in Fig. 3 durch die vier nebeneinander auf der Produktauflage 13 aufliegenden Produkte 15 angedeutet ist, können mit dem erfindungsgemäßen Slicer auch mehrere Produkte 15 gleichzeitig aufgeschnitten werden, und zwar mit lediglich einem einzigen Schneidmesser.

[0102] Fig. 4 zeigt in einer schematischen Seitenansicht einen aus dem Stand der Technik bekannten Hochleistungs-Slicer, der dazu dient, Lebensmittelprodukte 127, wie beispielsweise Fleisch, Wurst, Schinken oder Käse, in Scheiben zu schneiden. Während des Schneidvorgangs liegt das Produkt 127 auf einer Produktauflage 137 auf und wird mittels einer Produktzuführung 113 entlang einer Produktzuführrichtung F 1 in Richtung einer Schneidebene S 1 bewegt. Die Produktzuführrichtung F 1 verläuft senkrecht zur Schneidebene S 1. Wie im Einleitungsteil erwähnt, sind auch solche Slicer bekannt, bei denen der Winkel zwischen Produktzuführrichtung und Schneidebene von 90° verschieden ist. Von der Produktzuführung 131 sind in Fig. 4 lediglich die bereits erwähnte Produktauflage 137 sowie ein so genannter Produkthalter 125 dargestellt, der mit Krallen bzw. Greifern in das hintere Ende des Produkts 127 eingreift und durch nicht dargestellte Antriebsmittel in und gegen die Produktzuführrichtung F1 antreibbar ist, wie es durch den Doppelpfeil angedeutet ist.

[0103] Die Schneidebene S 1 ist durch die Schneide eines Schneidmessers 111 definiert, das während des Aufschneidebetriebs mit einer auch als Gegenmesser bezeichneten Schneidkante 131 zusammenwirkt, die den vorderen Abschluss der Produktauflage 137 bildet. In der Praxis handelt es sich bei der Schneidkante meist um ein separates, auswechselbares Bauteil z.B. aus Kunststoff oder Stahl, welches hier aus Gründen der Einfachheit nicht dargestellt ist.

[0104] Wie im Einleitungsteil erwähnt, kann es sich bei dem Schneidmesser 111 um ein so genanntes Kreismesser handeln, das sowohl um eine Mittelachse planetarisch umläuft als auch um eine eigene Messerachse rotiert. Alternativ kann es sich bei dem Schneidmesser 111 um ein so genanntes Sichel- oder Spiralmesser handeln, das nicht planetarisch umläuft, sondern lediglich um die Messerachse A 1 rotiert. Der Antrieb für das Schneidmesser 111 ist in Fig. 4 nicht dargestellt.

[0105] Um im Rahmen einer Zusatzfunktion des Slicers zwischen dem Messer 111 und dem vorderen Ende des Produkts 127 einen Abstand herzustellen, ist eine nicht dargestellte Verstelleinrichtung vorgesehen, die dazu ausgebildet ist, das Schneidmesser 111 zu bewegen. Wie durch den Doppelpfeil in Fig. 4 angedeutet, ist es aus dem Stand der Technik bekannt, das Schneidmesser parallel zu seiner Rotationsachse (Messerachse) A 1 zu bewegen. Hierzu kann das Schneidmesser 111 parallel zur Rotationsachse A 1 verschieblich gelagert sein. In Verbindung mit der Durchführung von Leerschnitten wird bei ausgerücktem Messer 111 (in Fig. 4 durch eine gestrichelte Linie angedeutet), also bei vom vorderen Produktende beabstandeten Messer 111, eine Schnitzel- oder Schnipselbildung sicher vermieden.

[0106] Bei einem portionsweisen Aufschneiden des Produkts 127, wie es in Fig. 4 dargestellt ist, bilden die abgetrennten Produktscheiben 133 Portionen 135, die in Fig. 4 als Scheibenstapel dargestellt sind. Sobald eine Portion 135 fertig gestellt ist, wird diese Portion 135 in einer Richtung T1 abtransportiert. Damit für den Abtransport der fertigen Scheibenportionen 135 genügend Zeit zur Verfügung steht, werden bis zum Beginn der Bildung der nächsten Portion 135 die erwähnten Leerschnitte ausgeführt, wozu einerseits die auch als Produktvorschub bezeichnete Produktzufuhr (hier also der Produkthalter 125) gestoppt und andererseits das Schneidmesser 111 mittels der erwähnten Verstelleinrichtung in die in Fig. 4 gestrichelt dargestellte Stellung bewegt wird.

[0107] Fig. 5 zeigt schematisch einen erfindungsgemäßen Slicer in einer Seitenansicht. Die Produktzuführung 113 ist in derjenigen Stellung gezeigt, in welcher das Produkt 127 aufgeschnitten wird. Zum Beladen mit einem neuen Produkt kann die Produktzuführung 113 in eine zumindest näherungsweise horizontale Stellung verschwenkt werden. In der dargestellten Schneidestellung jedoch ist die Produktzuführung 113 und damit die Produktzuführrichtung F1 gegenüber der Horizontalen geneigt, und zwar um einen Winkel α1, der beispielsweise etwa 40° beträgt. Da in diesem Ausführungsbeispiel die Produktzuführrichtung F1 1 und damit die durch die Produktauflage 137 definierte Ebene parallel zur Messerachse A1 verläuft (was aber - wie vorstehend bereits erwähnt - nicht zwingend ist), ist hier der Neigungswinkel α 1 zwischen der Horizontalen H 1 und der Ebene der Produktauflage 137 eingezeichnet.

[0108] Während des Aufschneidens stellt die Produktauflage 137 somit eine schiefe Ebene für das Produkt 127 dar. Die Vorschubbewegung des Produkts 127 wird hierdurch von der Erdanziehung unterstützt. Von größerer Bedeutung ist jedoch, dass aufgrund der Schrägstellung der Produktzuführung 113 das vordere Produktende nicht - wie es bei einem horizontal liegenden Produkt der Fall wäre - vertikal orientiert ist, so dass aufgrund der Neigung des vorderen Produktendes die Ablage der abgetrennten Produktscheiben 133 - hier auf einem Abtransportband 145 - verbessert oder überhaupt erst eine brauchbare Produktablage ermöglicht wird.

[0109] Das Aufschneiden von Lebensmittelprodukten 127 mit gegenüber der Horizontalen H 1 geneigter Produktzuführung 113 ist aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt. Praktisch alle Hochleistungs-Slicer arbeiten mit einer derartigen schrägen Produktzuführung 113.

[0110] Während bei aus dem Stand der Technik bekannten Slicern das Schneidmesser 111 - entsprechend der Darstellung in Fig. 4 - parallel zur Messerachse A 1 bewegt wird, um beispielsweise zur Durchführung von Leerschnitten einen Abstand zwischen Schneidmesser 111 und vorderem Produktende zu erzielen, ist erfindungsgemäß in dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Fig. 4 eine horizontale Verstellbewegung des Schneidmessers 111 vorgesehen, wie es durch den die Verstellrichtung V1 andeutenden, horizontal verlaufenden Doppelpfeil angedeutet ist.

[0111] Während mit durchgezogenen Linien die Schneidposition des Messers 111 dargestellt ist, in welcher die Schneidebene S 1 und eine durch die Schneidkante 131 definierte Bezugsebene zusammenfallen, ist in Fig. 5 mit gestrichelten Linien die ausgerückte Stellung des Messers 111 angedeutet. Dabei wird nicht das Messer 111 bzw. eine Messerhalterung alleine verstellt, sondern der hier lediglich schematisch angedeutete Messerkopf 119 als Ganzes. Hierauf wird nachstehend in Verbindung mit den Fig. 6 bis 8 näher eingegangen. Die Verstellbewegung des Messers 111 bzw. des Messerkopfs 119 erfolgt letztlich relativ zu einem ortsfesten Rahmen oder Gestell 123 des Slicers. Auch hierauf wird nachstehend in Verbindung mit den Fig. 6 bis 8 näher eingegangen.

[0112] Während der Aufbau und das Verstellen des Messerkopfs 119 näher anhand der Fig. 7 und 8 erläutert wird, gibt Fig. 6 einen Überblick über diese mögliche konkrete Ausgestaltung der Erfindung. Bei dem Messerkopf 119 handelt es sich um einen Sichelmesserkopf, d.h. das Schneidmesser 111 ist ein Sichelmesser, das eine Eigenrotationsbewegung um die Messerachse A1 ausführt und nicht zusätzlich planetarisch umläuft.

[0113] Das Messer 111 ist auswechselbar an einer hier so bezeichneten Messerhalterung 117 angebracht, die auch als Messeraufnahme, Rotor oder Messerwelle bezeichnet wird. Die mögliche Bezeichnung als Messerwelle wird auch deshalb gewählt, da es sich in der hier dargestellten Ausgestaltung bei der Messerhalterung 117 um diejenige Komponente des Messerkopfs 119 handelt, die unmittelbar - nämlich mit einem Antriebsriemen 143 - vom Rotationsantrieb 139 des Slicers in Rotation versetzt wird.

[0114] Der als Ganzes in Verstellrichtung V1 hin- und herbewegbare Messerkopf 119 umfasst des Weiteren ein Basisteil 149, welches nicht rotiert. Zwischen der Messerhalterung 117 und dem Basisteil 149 sind Wälzlager 121 angeordnet.

[0115] Über Gleit- oder Schiebelager 122 ist das Basisteil 149 und damit der Messerkopf 119 in Verstellrichtung V1, also horizontal, und damit schräg zur Messerachse A 1 und zur Produktzuführrichtung F1 relativ zu einem Träger 124 verschiebbar.

[0116] Der hier näherungsweise eine S- oder Z-Form aufweisende Träger 124 ist fest mit einer Wand 147 verbunden, die Bestandteil eines Schneidkopfgehäuses 141 ist, welches bezüglich der Verstellrichtung V1 an einem ortsfesten Gestell oder Rahmen 123 (vgl. Fig. 5) angebracht ist. Eine Verstellbarkeit des Schneidkopfgehäuses 141 als Ganzes in Richtungen, die in der Schneidebene S 1 liegen, relativ zur Produktauflage 137 sind darüber hinaus möglich, für den Gegenstand der Erfindung ansonsten aber nicht weiter von Bedeutung.

[0117] Eine Abdeckung oder Haube, die mit dem Schneidkopfgehäuse 141 verbunden ist und während des Schneidebetriebs das Schneidmesser zumindest teilweise umgibt, ist ebenfalls vorgesehen, in den Fig. 6 bis 8 aber nicht dargestellt.

[0118] Eine Verstelleinrichtung für den Messerkopf 119, die einen Spindelantrieb mit einer Spindel 151 und einer Spindelmutter 153 umfasst, stützt sich am Schneidkopfgehäuse 141 ab, wobei alternativ auch eine Abstützung des Spindelantriebs (oder allgemein eines wie auch immer ausgestalteten Verstellantriebs für das Schneidmesser 111 bzw. den Messerkopf 119) am Träger 124 vorgesehen sein kann.

[0119] Ein nicht dargestellter Antriebsmotor ist dazu ausgebildet, die in Verstellrichtung V1 fest mit dem Schneidkopfgehäuse 141 verbundene Spindelmutter 153 auf Anforderung um eine Drehachse D 1 des Spindelantriebs zu drehen. Je nach Drehrichtung der Spindelmutter 153 bewegt sich infolgedessen die Spindel 151 in Fig. 6 nach links oder nach rechts. Das vordere, in Fig. 6 linke Ende der Spindel 151 ist bezüglich der Verstellrichtung V1 fest mit dem Basisteil 149 und damit dem Messerkopf 119 verbunden. Das Aktivieren des Spindelantriebs sorgt somit - je nach Drehrichtung der Spindelmutter 153 - für eine Bewegung des Schneidmessers 111 vom vorderen Ende des Produkts 127 bzw. von der Schneidkante 131 weg oder auf das vordere Produktende bzw. die Schneidkante 131 zu.

[0120] Während Fig. 7 die Schneidposition zeigt, in welcher die durch das Messer 111 definierte Schneidebene S 1 mit einer durch die Schneidkante 131 definierten Bezugsebene zusammenfällt, befindet sich in Fig. 8 das Messer 111 in einer ausgerückten Stellung.

[0121] Da die Verstellbewegung des Messerkopfs 119 und damit des Messers 111 in horizontaler Richtung und somit schräg zur Produktzuführrichtung F1 erfolgt, ist der in Produktzuführrichtung F1 gemessene Abstand 155 (Fig. 8) zwischen dem vorderen Produktende und der durch die Messerschneide definierten Ebene kleiner als der vom Messerkopf 119 in Verstellrichtung V1 zurückgelegte Weg, d.h. kleiner als der durch die Verstellbewegung entstandene Spalt 157 zwischen dem fest mit dem Schneidkopfgehäuse 141 (vgl. Fig. 6) verbundenen Träger 124 und dem Basisteil 149.

[0122] Während in dem Ausführungsbeispiel der Fig. 6 bis 8 der Messerkopf 119 als Ganzes verstellt wird, ist es prinzipiell alternativ auch möglich, lediglich die Messerhalterung 117 in horizontaler Verstellrichtung V 1 zu bewegen, und zwar relativ zu dem übrigen Bauteilen des Messerkopfs 119, insbesondere relativ zu dem für die rotierende Messerhalterung 117 erforderlichen Drehlager. Bei einem - wie hier gegeben - von Null verschiedenen Winkel zwischen Verstellrichtung V1 der rotierenden Messerhalterung 117 und der Rotationsachse A1 des Drehlagers stellt eine Bewegung lediglich der Messerhalterung relativ zu ihrem eigenen Drehlager keine triviale Konstruktionsaufgabe dar, die gleichwohl für den Fachmann lösbar ist, wenn ihm diese Aufgabe gestellt wird.

[0123] In einer weiteren Alternative der dargestellten Ausführungsform kann anstelle des dargestellten Sichelmesserkopfs 119 auch ein Kreismesserkopf vorgesehen sein und in horizontaler Richtung V verstellt werden. Insbesondere können diese unterschiedlichen Messerköpfe einerseits und der Träger 124, relativ zu welchem die Verstellbewegung in Verstellrichtung V1 erfolgt, andererseits in Form einer universellen, aufeinander abgestimmten Schnittstelle oder Kopplungseinrichtung ausgebildet sein, so dass ein einziges Schneidkopfgehäuse 141 mit Verstelleinrichtung, z.B. mit Spindelantrieb 151, 153, sowohl mit einem Sichelmesserkopf als auch mit einem Kreismesserkopf gekoppelt werden kann. Bei Abstimmung der unterschiedlichen Messerköpfe auch hinsichtlich des erforderlichen Rotationsantriebs kann dann auch der gleiche Rotationsantrieb für die unterschiedlichen Messerköpfe verwendet werden.

[0124] Im Hinblick auf den in Fig. 6 dargestellten Antriebsriemen 143 für den Rotationsantrieb der Messerhalterung 117 um die Messerachse A1 ist noch zu erwähnen, dass erfindungsgemäß zusätzliche Maßnahmen, die bislang nicht erwähnt wurden, vorgesehen sein können, um die Auslenkung bzw. die Längung des Antriebsriemens 143, die beim Verstellen des Messerkopfs 119 und damit der unmittelbar vom Antriebsriemen 143 drehangetriebenen Messerhalterung 117 in Verstellrichtung V1 auftritt, zumindest teilweise zu kompensieren. Eine Maßnahme hierzu kann darin bestehen, beim Verstellen des Messerkopfes 119 auch den Drehantriebsmotor des Rotationsantriebs 139 in auf die Verstellbewegung des Messerkopfs 119 abgestimmter Weise derart zu bewegen, dass zumindest bis zu einem gewissen Grad die Auswirkungen der Messerkopf-Verstellbewegung auf den Antriebsriemen 143 kompensiert werden.

[0125] Der Effekt der Riemenlängung bzw. -auslenkung kann auch durch eine geeignete Orientierung des Messerkopfes zumindest weitgehend eliminiert werden. Hierzu kann der Messerkopf so eingebaut werden, dass seine Längsachse mit der Rotationsachse nicht zusammenfällt, sondern gegenüber dieser um einen bestimmten Winkel verkippt montiert ist. Dabei kann sich ergeben, dass die Verstellrichtung nicht exakt horizontal, sondern schräg zur Horizontalen verläuft. -.-.-.

Bezugszeichenliste



[0126] 
11
Produktvorschub
13
Produktauflage
15
Produkt
17
Schneidmesser
18
Rotationsachse des Messers
19
Bezugsebene
21
Schneidkopf
23
Schneidkante
25
Lenker
27
Lenker
29
Lenker
31
Schwenkachse
33
Schwenkachse
35
Schwenkachse
37
Schwenkachse
39
Schwenkachse
41
Schwenkachse
43
Basis
45
Schwenkantrieb
47
Rotationsantrieb
49
Antriebsriemen
51
Gehäuse
53
Messerhalter
55
Träger
57
vorderes Produktende
F
Produktzuführrichtung
111
Schneidmesser
113
Produktzuführung
115
Verstelleinrichtung
117
Messerhalterung
119
Messerkopf
121
Drehlager
122
Gleit- oder Schiebelager
123
Gestell
124
gestellfester Träger
125
Produkthalter
127
Produkt
131
Schneidkante
133
Produktscheibe
135
Scheibenportion
137
Produktauflage
139
Rotationsantrieb
141
Schneidkopfgehäuse
143
Antriebsriemen
145
Abtransportband
147
Wand
149
Basisteil
151
Spindel
153
Spindelmutter
155
Abstand
157
Spalt
F1
A1 Messerachse Produktzuführrichtung
S1
Schneidebene
T1
Abtransportrichtung
V1
Verstellrichtung
H1
Horizontale
D1
Drehachse des Spindelantriebs
α1
Neigungswinkel



Ansprüche

1. Vorrichtung zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere Hochleistungs-Slicer, mit
einer Produktzuführung (11, 13; 113), die dazu ausgebildet ist, wenigstens ein Produkt (15; 127) einer Schneidebene zuzuführen, in der zum Abtrennen von Scheiben von dem Produkt (15; 127) sich wenigstens ein Schneidmesser (17; 111), insbesondere rotierend und/oder umlaufend, bewegt,
wobei das Schneidmesser (17; 111) schwenkbar gelagert und zur Durchführung wenigstens einer Zusatzfunktion, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung und/oder zur Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung, derart verschwenkbar ist, dass sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser (17; 111) und einer Bezugsebene (19), die parallel zur Schneidebene verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert und dabei das Schneidmesser (17; 111) parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt oder eine Parallelausrichtung verlässt.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkbewegung des Schneidmessers (17; 111) um wenigstens zwei Achsen erfolgt und/oder eine Überlagerung von wenigstens zwei Schwenkbewegungen ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein das Schneidmesser (17; 111) umfassender und als Ganzes verschwenkbarer Schneidkopf (21; 119) vorgesehen ist.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zum Verschwenken des Schneidmessers (17; 111) wenigstens eine Parallelogrammführung, wenigstens ein Parallelogrammlenker und/oder wenigstens ein Viergelenkhebel vorgesehen ist.
 
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zum Verschwenken des Schneidmessers (17; 111) wenigstens ein Paar von Lenkern und/oder Hebeln (25-29) vorgesehen ist, die jeweils einerseits am Schneidmesser (17; 111) und andererseits an einer Basis (43) angelenkt sind.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass das Schneidmesser (17; 111) verschwenkbar aufgehängt ist, insbesondere an einer Basis (43).
 
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet ,
dass für das Schneidmesser (17; 111) ein Schwenkantrieb (45) vorgesehen ist.
 
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zum Verschwenken des Schneidmessers (17; 111) der Schwenkantrieb (45) dazu ausgebildet ist, das Schneidmesser (17; 111) längs einer zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Schneidebene verlaufenden Wirkungslinie zu beaufschlagen.
 
9. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Durchführung von Leerschnitten, insbesondere beim portionsweisen Aufschneiden von Lebensmittelprodukten,
wobei zur vorübergehenden Unterbrechung des Abtrennens von Scheiben von dem Produkt (15; 127) das Schneidmesser (17; 111) von dem vorderen Produktende (57) weggeschwenkt und nach Durchführung eines oder mehrerer Leerschnitte zur Wiederaufnahme des Abtrennens von Scheiben von dem Produkt (15; 127) wieder zurückgeschwenkt wird.
 
10. Verwendung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leerschnitte bei angehaltenem Produktvorschub (11) durchgeführt werden.
 
11. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zur Schneidspalteinstellung,
wobei durch Verschwenken des Schneidmessers (17; 111) der Spalt zwischen dem Schneidmesser (17; 111) und einer Schneidkante (23; 131) auf ein vorgegebenes Maß eingestellt wird.
 
12. Verwendung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Schneidspalteinstellung bei stillstehendem Schneidmesser (17; 111) durchgeführt wird.
 
13. Verwendung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Schneidspalteinstellung bei sich in der Schneidebene bewegendem Schneidmesser (17; 111) durchgeführt wird.
 
14. Verfahren zum Aufschneiden von Lebensmittelprodukten, insbesondere mittels einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem
mittels einer Produktzuführung (11, 13; 113) wenigstens ein Produkt (15; 127) einer Schneidebene zugeführt wird, in der zum Abtrennen von Scheiben von dem Produkt (15; 127) sich wenigstens ein Schneidmesser (17; 111), insbesondere rotierend und/oder umlaufend, bewegt, und
das Schneidmesser (17; 111) zur Durchführung wenigstens einer Zusatzfunktion, insbesondere zur Durchführung von Leerschnitten, zur Schneidspalteinstellung und/oder zur Höhen- oder Eintauchtiefeneinstellung derart verschwenkt wird, dass sich der Abstand zwischen dem Schneidmesser (17; 111) und einer Bezugsebene (19), die parallel zur Schneidebene verläuft oder mit der Schneidebene zusammenfällt, verändert und dabei das Schneidmesser (17; 111) parallel zur Schneidebene ausgerichtet bleibt oder eine Parallelausrichtung verlässt.
 




Zeichnung




























Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente