[0001] Die Erfindung betrifft ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit einem Papiersubstrat,
das vorderseitig mindestens eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht trägt, die
ihrerseits mindestens einen Farbstoffvorläufer und mindestens einen Farbakzeptor aufweist,
welche unter Einwirkung von Wärme farbbildend miteinander reagieren. Das vorgeschlagene
wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial trägt ein authentizitätsnachweisendes Sicherheitsmerkmal,
mit dessen Hilfe die Echtheit eines vorliegenden Aufzeichnungsmaterials nachgewiesen
werden kann.
[0002] Aufzeichnungsmaterialien bestimmen das tägliche Leben in der Gesellschaft und innerhalb
des Berufslebens. Für den Einsatz von Aufzeichnungsmaterialien, deren berechtigte
Verwendung allgemein durch eine spezifische Markierung des für diesen Zweck zugelassenen
Materials nachzuweisen ist, wurden in der Vergangenheit bereits verschiedene Lösungen
authentizitätsnachweisender Sicherheitsmerkmale vorgeschlagen.
[0003] Authentizitätsnachweise für Dokumente in Form passiver Untersuchungen werden beispielsweise
ermöglicht durch Wasserzeichen. Dabei versteht man unter einem Wasserzeichen allgemein
eine Zeichnung im Papier, die durch unterschiedliche Papierdicke hervorgerufen wird.
Es wird unterschieden zwischen echten Wasserzeichen, die durch Verdrängung (sogenannte
Licht-Wasserzeichen) oder durch Anreicherung (sogenannte Schatten-Wasserzeichen) der
Fasermasse beispielsweise unter Verwendung eines Egoutteurs in der Siebpartie einer
Papiermaschine hergestellt werden, halbechten, sogenannten Moletten-Wasserzeichen,
die durch die Prägung des noch nassen Papiers in der Pressenpartie einer Papiermaschine
erzeugt werden, und schließlich unechten Wasserzeichen, wobei letztere entweder durch
das Bedrucken des fertig gestellten Papiers außerhalb der Papiermaschine mit einem
farblosen Lack oder durch das Prägen des fertig gestellten Papiers außerhalb der Papiermaschine
erstellt werden.
[0004] Vorschläge für unechte Wasserzeichen finden sich in der
EP 0 203 499 B1, die eine Papierbahn vorsieht, die durch Zusatz geeigneter Stoffe mittels Wärme gegebenenfalls
auch unter gleichzeitiger Anwendung von Druck verformbar ist, sowie in der
DE 39 20 378 A1, gemäß der die Anordnung eines Wasserzeichens außerhalb der Papiermaschine durch Aufdruck
eines Lackes offenbart wird. Die Nachteile dieser Vorschläge liegen darin, dass die
widerrechtliche Nachahmung eines solchen Wasserzeichens eher einfach ist.
[0005] Einem Vorschlag der
DE 690 01 677 T 2 zufolge wird ein synthetischer Druckträger mit Pseudowasserzeichen zur Verfügung
gestellt. Dieser bekannte Druckträger umfasst ein Substrat aus Kunststoff, mindestens
ein, bevorzugt mittels Tiefdruck aufgebrachtes, die Opazität des Druckträgers veränderndes
Authentifikations- bzw. Sicherheitszeichen und mindestens eine das Zeichen abdeckende
bedruckbare Pigmentbeschichtung. Das mono- oder polychrom ausgeführte Zeichen soll
im reflektierten Licht kaum, im Durchlicht dagegen gut sichtbar sein. Auch für diesen
bekannten Druckträger gilt der grundsätzliche Nachteil, dass das aufgedruckte Pseudowasserzeichen
relativ leicht gefälscht werden kann, was auch durch darauf aufzubringende einfache
Pigmentbeschichtungen nicht zu verhindern ist.
[0006] Grundsätzlich sind auch wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterialien mit authentizitätsnachweisenden
Sicherheitsmerkmalen in Form von Wasserzeichen bekannt. So offenbart die
EP 0 844 097 A 1 für ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial als ein erstes Sicherheitsmerkmal
in Form eines unechten Wasserzeichens ein auf der Rückseite des Aufzeichnungsmaterials
aufgedrucktes latentes Bild, das mittels einer ein fluoreszierendes Reagenz enthaltenden
Sicherheitstinte hergestellt wird. Zur Ausbildung eines zweiten Sicherheitsmerkmals
in Form eines wasserdichten Bildes auf der Rückseite des wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
enthält die Sicherheitstinte ein wasserabweisendes Mittel. Die das als Pigment oder
Farbstoff verwendete fluoreszierende Reagenz und das wasserabweisende Mittel enthaltende
Sicherheitstinte ist in einem wässrigen Träger enthalten bzw. dispergiert, der außer
diesen Komponenten noch ein Bindemittel enthalten kann.
[0007] Nachteilig bei diesem Vorschlag wie grundsätzlich bei allen Vorschlägen, die in Richtung
einer Verwendung von unechten Wasserzeichen weisen, ist deren eher einfach zu realisierende
Fälschung bzw. Nachahmung. Gerade wenn die gewünschten bzw. auszubildenden Sicherheitsmerkmale
inmitten des Produktionsprozesses entstehen sollen, entstehen zusätzliche Probleme
hoher Investitionskosten und mitunter auch geringer Flexibilität.
[0008] Ausgehend von der beschriebenen Problematik sieht die Erfindung ihre Aufgabe in der
Entwicklung eines ein authentizitätsnachweisendes Sicherheitsmerkmal aufweisenden
wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials, dass
□ kostengünstig herstellbar ist,
□ einen sicheren Authentizitätsnachweis ermöglicht,
□ flexibel in der Verwendung ist, und
□ eine Aufzeichnungsschicht aufweist, die ein unter der Einwirkung von Wärme bewirktes
Druckbild ausbilden kann.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial vorgeschlagen,
mindestens aufweisend:
- ein Papiersubstrat,
- eine auf der Vorderseite des Substrates angeordnete wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
mit mindestens einem Farbstoffvorläufer und mindestens einem Farbakzeptor, wobei Farbstoffvorläufer
und Farbakzeptor unter Einwirkung von Wärme farbbildend miteinander reagieren,
- ein authentizitätsnachweisendes Sicherheitsmerkmal,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das authentizitätsnachweisende Sicherheitsmerkmal eine rückseitig auf das Papiersubstrat
aufbrachte Markierung aus einer Tinktur mit mindestens einem organischem Lösungsmittel
ist,
- und dass eine Barrierebeschichtung zwischen Papiersubstrat und wärmeempfindlicher
Aufzeichnungsschicht angeordnet ist, geeignet zum Schutz der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
vor einem rückseitigen Eindringen der Tinktur in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht.
[0010] Der Auftrag der Tinktur mit dem mindestens einen organischen Lösungsmittel auf das
zur Ausbildung des Authentifikationsmerkmals aus Papier bestehende Substrat bewirkt
eine Änderung der Opazität bzw. der Transparenz des Papiersubstrates an den mit der
Tinktur benetzten Stellen im Vergleich zu den nicht benetzten Stellen des Substrates.
Hält man das derart behandelte, hier vorgeschlagene wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial
gegen eine Lichtquelle, macht sich die Transparenzänderung in der Durchsicht scharfkantig
als leicht zu erkennendes Bild oder Muster aus. Dabei ist es auch möglich, dass die
Tinktur eine Mischung aus mehreren organischen Lösungsmitteln umfasst. ln einer ebenfalls
beanspruchten Ausführungsform sind in der Tinktur neben dem mindestens einen organischen
Lösungsmittel weitere Bestandteile enthalten, wie beispielsweise fluoreszierende Fasern
und/oder Pigmente.
[0011] Zum Auftrag der das Authentifikationsmerkmal ausbildenden Tinktur bieten sich beispielsweise
analoge Druckverfahren, wie beispielsweise das Flexo- und das Tiefdruckverfahren an.
ln einer bevorzugten Ausführungsform ist die Tinktur mittels digitaler Druckverfahren
aufgebracht. Sofern der Auftrag der Tinktur digitaldrucktechnisch erfolgt, bietet
sich unter anderem als besonders effektiv das Inkjet-Druckverfahren an, was auch deshalb
als ganz besonders bevorzugt gilt, weil die Ausbildung eines individuellen Authentifikationsmerkmals
pro Einzelbogen bzw. Einzelabschnitt des hier vorgeschlagenen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
ermöglicht wird. Wird das hier vorgeschlagene wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial
als Ticket und/oder insbesondere als Eintrittskarte verwendet, kann jede einzelne
Eintrittskarte mit einem individuellen Authentifikationsmerkmal versehen werden. lm
Falle einer Eintrittskarte beispielsweise für ein Fußballspiel können Veranstalter,
Veranstaltungsort, Veranstaltungszeit, gegeneinander antretende Fußballmannschaften,
Verkaufsort und Verkaufszeit des Tickets und vielleicht noch eine fortlaufende Kontrollziffer
als individuelles Authentifikationsmerkmal auf das hier vorgeschlagene wärmeempfindliche
Aufzeichnungsmaterial ausgebildet werden. Die Verfälschung eines solchen Authentifikationsmerkmals
ist schwierig und mit entsprechender Kontrolle am Veranstaltungsort absolut aussichtslos.
Mit einem zur Lösung des Problems vorgeschlagenen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterial,
dessen authentizitätsnachweisendes Sicherheitsmerkmal eine rückseitig auf das Substrat
aufbrachte Markierung aus einer Tinktur mit mindestens einem organischem Lösungsmittel
ist, das individuell pro Einzelabschnitt ausgebildet ist, wird der Öffentlichkeit
ein Ticketmaterial zur Verfügung gestellt, das als Eintrittskarte praktisch nicht
mehr erfolgversprechend gefälscht werden kann: der Nachweis des Fälschungsversuchs
ist durch die besonders einfache ldentifikation des individuellen Sicherheitsmerkmals
sofort möglich.
[0012] Da die organischen Lösungsmittel in der Tinktur entweder eine ungewollte farbbildende
Reaktion in der Aufzeichnungsschicht oder aber - je nach weiteren Komponenten in der
Tinktur - eine Schwächung bzw. Löschung eines in der Aufzeichnungsschicht auszubildenden
oder ausgebildeten Schriftbildes bewirken können, ist es erfindungswesentlich, dass
die rückseitig auf das Papiersubstrat aufgebrachte Tinktur verlässlich und nachhaltig
von der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht ferngehalten wird. Das ist de Aufgabe
der Barrierebeschichtung. Zu diesem Zweck umfasst die Barrierebeschichtung bevorzugt
hauptsächlich Bindemittel, ausgesucht aus der Liste, umfassend:
- voll- oder teilverseifte Polyvinylalkohole, bevorzugt vernetzt mittels Borax oder
Borsäure,
- Carboxylgruppen- oder Silanol-modifizierte Polyvinylalkohole,
- filmbildende Acrylcopolymere,
wobei die genannten Bindemittel allein oder untereinander kombiniert eingesetzt werden
können.
[0013] In einer ersten besonders bevorzugten Ausführungsvariante gemäß dieses Absatzes und
der nächst folgenden Absätze [0014] bis [0016], mit der sehr gute Versuchsergebnisse
erzielt werden konnten, weist die Barrierebeschichtung als Bindemittel zu mindestens
60 Gew.-%, besonders bevorzugt zu mindestens 85 Gew.-% Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol
auf, wobei sich die Werte zu den Gew.-% beziehen auf den Gesamtanteil an Bindemittel
in der Barrierebeschichtung.
[0014] Die Barrierebeschichtung kann neben dem Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol weitere
Bindemittel, insbesondere Mischungen verschiedener voll- oder teilverseifte Polyvinylalkohole,
Carboxylgruppen- oder Silanol-modifizierter Polyvinylalkohole sowie filmbildende Acrylcopolymere
aufweisen. Diese machen dann maximal 40 Gew.-%, besonders bevorzugt nur maximal 15
Gew.-% aus, erneut bezogen auf den Gesamtanteil an Bindemittel in der Barrierebeschichtung.
In einer zweiten möglichen Ausführungsform innerhalb dieser ersten Ausführungsvariante
weist die Barrierebeschichtung des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
als Bindemittel ausschließlich Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol auf.
[0015] Als Vernetzungshilfsmittel in der Barrierebeschichtung lt. erster Ausführungsvariante
bieten sich insbesondere solche an, die ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend:
Borsäure, Polyamin, Epoxyharz, Dialdehyd, Formaldehydoligomere, Epiochlorhydrinharz,
Adipinsäuredihydrazid, Dimethylharnstoff, Melaminformaldehyd. Auch Mischungen verschiedener
Vernetzungshilfsmittel sind möglich.
[0016] Es ist bevorzugt, wenn innerhalb der Barrierebeschichtung das Verhältnis der Gew.-%
des Bindemittels, insbesondere des Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohols zu dem
Vernetzungshilfsmittel in einem Bereich von 20 : 1 bis 5 : 1 und besonders bevorzugt
in einem Bereich von 12 : 1 bis 7 : 1 liegt.
[0017] In einer zweiten besonders bevorzugten Ausführungsvariante gemäß dieses Absatzes
und des nächst folgenden Absatzes, mit der ebenfalls sehr gute Versuchsergebnisse
erzielt werden konnten, enthält die Barrierebeschichtung Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer
(EVOH). ln Versuchen zeigte sich, dass selbst eine lang andauernde Exposition mit
größeren Mengen der mindestens ein Lösungsmittel enthaltenden Tinktur, welche rückseitig
auf das Papiersubstrat aufgebracht wurde, die Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer (EVOH)
enthaltende Barrierebeschichtung nicht zu durchdringen vermag. Somit wird die wärmeempfindliche
Aufzeichnungsschicht zuverlässig durch die Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer (EVOH)
enthaltende Barrierebeschichtung vor der mindestens ein Lösungsmittel enthaltenden
Tinktur ferngehalten.
[0018] Dabei umfasst die Barrierebeschichtung bevorzugt zu mindestens 90 Gew.-%, ganz besonders
bevorzugt zu mindestens 98 Gew.-% ― jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Barrierebeschichtung,
das Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer. Weitere Bestandteile dieser Barrierebeschichtung
sind dann beispielsweise Entschäumer und/oder Mittel zur Stabilisierung des Farbvorhangs
bei einem möglichen Auftrag der Beschichtungsmasse mittels Curtain- bzw. Slide-Coaters.
[0019] Das Auftragsgewicht für die Barrierebeschichtung, gleichgültig nach welcher Ausführungsform
und -variante, liegt bevorzugt in einem Bereich von 0,9 bis 5,0 g/m
2, ganz besonders bevorzugt in einem Bereich von 1,5 bis 3,5 g/m
2. Als zum Auftrag dieser Barrierebeschichtung besonders geeignete Streichwerke kommen
insbesondere kontaktlose Auftragsvorrichtungen wie Luftbürste sowie Curtain- bzw.
Slide-Coater in Betracht, ohne darauf in irgendeiner Art und Weise beschränkt zu sein.
[0020] Die Ausgestaltung der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht ist wenig limitiert.
Hier erkannten die Erfinder mit Bezug auf die gestellte Aufgabe, dass die Aufzeichnungsschicht
zunächst grundsätzlich alle bekannten Farbstoffvorläufer beinhalten kann, wobei auch
Kombinationen mehrerer Farbstoffvorläufer möglich sind.
[0021] Dabei weist das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial als Farbstoffvorläufer in
der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht bevorzugt mindestens eine Substanz aus,
die ausgesucht ist aus der Liste, umfassend: 3-diethylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
3-dibutylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran, 3-(N-methyl-N-propyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
3-(N-ethyl-N-isoamyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran, 3-(N-methyl-N-cyclohexyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
3-(N-ethyl-N-tolyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran und 3-(N-ethyl-N-tetrahydrofuryl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran.
Ganz besonders bevorzugt ist dabei 3-dibutylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran - auch
bekannt als ODB-2.
[0022] Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial kann jedoch neben diesen als Farbstoffvorläufer
angegebenen Substanzen weiterhin auch eine oder mehrere der folgenden, im nahen lnfrarot-Bereich
absorbierenden Verbindungen enthalten:
[0023] 3,6-Bis(dimethylamino)fluoren-9-spiro-3'-(6'-dimethylaminophthalid), 3-Diethylamino-6-dimethylaminofluoren-9-spiro-3'-(6'-dimethylaminophthalid),
3,6-Bis(diethylamino)-fluoren-9-spiro-3'-(6'-dimethylaminophthalid), 3-Dibutylamino-6-dimethylaminofluoren-9-spiro-3'-(6'-dimethylaminophthalid),
3-Dibutylamino-6-diethylaminofluoren-9-spiro-3'-(6'-dimethylaminophthalid), 3,6-Bis(dimethylamino)fluoren-9-spiro-3'-(6'-diethylamino-phthalid),
3-Diethylamino-6-dimethylaminofluoren-9-spiro-3'-(6'-diethylaminophthalid), 3-Dibutylamino-6-dimethylaminofluoren-9-spiro-3'-(6'-diethylaminophthalid),
3,6-Bis-(diethylamino)fluoren-9-spiro-3'-(6'-diethylaminophthalid), 3,6-Bis-(dimethylamino)-fluoren-9-spiro-3'-(6'-dibutylaminophthalid),
3-Dibutylamino-6-di-ethylaminofluoren-9-spiro-3'-(6'-diethylaminophthalid), 3-Diethylamino-6-dimethylaminofluoren-9-spiro-3'-(6'-dibutylaminophthalid),
3,3-Bis[2-(4-dimethylamino-phenyl)-2-(4-methoxyphenyl)-ethenyl]-4,5,6,7-tetrachlorophthalid.
[0024] Allgemein ist als möglicher Farbakzeptor insbesondere mindestens eine der Substanzen
möglich, ausgesucht aus der Liste, umfassend:
■ 2,2 bis (4-hydroxyphenyl)-propan,
■ 4-[(4-(1-methylethoxy)phenyl)sulfonyl]phenol,
■ 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon,
■ N-(p-toluensulphonyl)-N'-(3-p-toluensulphonyl-oxy-phenyl)-harnstoff,
■ 2,4'-dihydroxy-diphenylsulfon,
■ N-(2-hydroxyphenyl)-2-[(4-hydroxyphenyl)thio]acetamid,
ohne auf die oberen Farbakzeptoren in irgendeiner Art und Weise beschränkt zu sein.
[0025] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform gemäß dieses Absatzes und der nächstfolgenden
Absätze [0026] bis [0029] weist die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Farbakzeptor
zu mindestens 331/3 Gew.-%, bezogen auf den Gesamtanteil an Farbakzeptoren in der
wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht, N-(p-toluensulphonyl)-N'-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff
gemäß der folgenden Formel (1) auf, wobei die beiden CH
3-Endmoleküle in der Literatur auch häufig weggelassen werden.

[0026] N-(p-toluensulphonyl)-Nʹ-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff gemäß obiger
Formel (1) ist bekannt als Pergafast
® 201 der Firma CIBA Speciality Chemicals Inc.
[0027] Als ganz besonders bevorzugt innerhalb dieser ersten Ausführungsform gilt es, wenn
N-(p-toluensulphonyl)-Nʹ-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)-harnstoff gemäß der Formel
(1) alleiniger Farbakzeptor ist. Bezogen auf das Gesamtgewicht der Aufzeichnungsschicht
macht dann der Farbakzeptor bis zu 32 Gew.-%, bevorzugt jedoch einen Anteil in einem
Bereich von 18 bis 30 Gew.-% und noch besser zwischen 20 und 28,5 Gew.-% der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht aus.
[0028] Die Aufzeichnungsschicht des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
innerhalb dieser ersten Ausführungsform kann zur Erhöhung der thermischen Ansprechempfindlichkeit
bevorzugt auch Sensibilisatoren enthalten. Derartige Sensibilisatoren sind zum einen
die im Absatz [0034] aufgeführten Substanzen; besonders bevorzugt ist jedoch innerhalb
dieser ersten Ausführungsform 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-p-cresol gemäß der folgenden
Formel (2), wobei auch hier das CH
3-Endmolekül in der Literatur häufig weggelassen wird:

[0029] 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-p-cresol gemäß Formel (2), erhältlich als Tinuvin® der Firma
CIBA Speciality Chemicals Inc., kann als alleiniger Sensibilisator oder in Kombination
mit den in Absatz [0034] genannten Sensibilisatoren in der Aufzeichnungsschicht des
erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials eingesetzt werden.
[0030] In einer zweiten ebenfalls bevorzugten Ausführungsform gemäß dieses Absatzes und
der nächstfolgenden Absätze [0031] bis [0033] und [0035] weist die wärmeempfindliche
Aufzeichnungsschicht als Farbakzeptor zu mindestens 66 2/3 Gew.-% - bezogen auf den
Gesamtanteil an Farbakzeptoren in der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht - 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon
auf.
[0031] 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon wird auch häufig als 4,4'-Sulfonyldiphenol bezeichnet
und ist genauso unter der Handelsbezeichnung 4,4 Bisphenol S bekannt. 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon
weist die chemische Summenformel C12H10O4S auf und ist darstellbar als folgende Formel
(3):

[0032] Die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterials kann neben 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon weitere Farbakzeptoren
aufweisen, ausgesucht aus der Liste, umfassend
- 2,2 bis (4-hydroxyphenyl)-Propan - auch bekannt als Bisphenol A,
- 4-[(4-(1-methylethoxy)phenyl)sulfonyl]-Phenol - auch bekannt als D8 sowie
- Pergafast® 201.
[0033] Bevorzugt sind die obigen Farbakzeptoren, einzeln oder auch untereinander kombiniert,
zu maximal 10 Gew.-% ― bezogen auf den Gesamtanteil an Farbakzeptoren in der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht - in dieser wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht eingebunden,
den Rest bildet 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon. Schließlich gilt eine Ausführungsform,
bei der 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon einziger Farbakzeptor in der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht ist, als ganz besonders bevorzugt.
[0034] Die Aufzeichnungsschicht des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
kann zur Erhöhung der thermischen Ansprechempfindlichkeit bevorzugt auch Sensibilisatoren
mit einem Schmelzpunkt idealerweise von 60°C bis 180°C, besonders bevorzugt mit einem
Schmelzpunkt von 80°C bis 140°C, enthalten. Derartige Sensibilisatoren sind beispielsweise:
Benzyl-p-benzyloxy-benzoat, Methylolstearamid, Stearinsäureamid, p-Benzylbiphenyl,
1,2-Di(phenoxy)-ethan, 1,2-Di(m-methylphenoxy)ethan, m-Terphenyl, Dibenzyloxalat,
Benzylnaphthylether, Dimethylterephtalat und Diphenylsulfon, wobei Methylolstearamid,
und insbesondere Stearinsäureamid und Dimethylterephtalat als ganz bevorzugt gelten.
[0035] In zahlreichen Versuchen zur zweiten bevorzugten Ausführungsform betreffend die wärmeempfindliche
Aufzeichnungsschicht zeigte sich, dass ein auf die Gew.-% innerhalb der Aufzeichnungsschicht
bezogenes Verhältnis
- Farbakzeptorgesamt : Sensibilisatorgesamt und insbesondere
- 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon : Sensibilisator, ausgesucht aus der Liste umfassend
Methylolstearamid, Stearinsäureamid und Dimethylterephtalat
bevorzugt in einem Bereich von 1 : 0,5 bis 1 : 2, und
ganz besonders bevorzugt in einem Bereich von 1 : 0,8 bis 1 : 1,4, liegt.
[0036] Geeignete Bindemittel zur Einbindung in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
sind beispielsweise wasserlösliche Bindemittel wie Stärke, Hydroxyethylzellulose,
Methylzellulose, Carboxymethylzellulose, Gelatine, Kasein, Polyvinylalkohole, modifizierte
Polyvinylalkohole, Ethylen-Vinylalkohol-Coplymere, Natriumpolyacrylate, Acrylamid-Acrylat-Copolymere,
Acrylamid-Acrylat-Methacrylat-Terpolymere sowie Alkalisalze von Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymer
oder Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer, wobei die Bindemittel allein oder in Kombination
untereinander eingesetzt werden können; auch wasserunlösliche Latexbinder wie Styrol-Butadiene-Copolymere,
Acrylnitril-Butadien-Copolymere und Methyl-Acrylat-Butadien-Copolymere bieten sich
als Bindemittel zur Einbindung in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht an. lm
Sinne der vorliegenden Erfindung gelten Polyvinylalkohol, Ethylen-Vinylalkohol-Coplymere
oder Polyvinylalkohol in Verbindung mit Ethylen-Vinylalkohol-Coplymeren als besonders
bevorzugte Bindemittel, die zusammen, bezogen auf das Gesamtgewicht der Aufzeichnungsschicht,
in einem Bereich von 10 bis 20 Gew.-% in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
eingebunden sind.
[0037] Zur Vermeidung des Klebens an einem Thermokopf und zur Vermeidung einer übermäßigen
Abnutzung des Thermokopfes kann die Beschichtungsmasse zur Ausbildung der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht - allgemein sowie innerhalb der ersten bevorzugten wie auch innerhalb
der zweiten bevorzugten Ausführungsform bereffend die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
- weiterhin Gleit- und Trennmittel enthalten wie Metallsalze höherer Fettsäuren, zum
Beispiel Zinkstearat, Kalziumstearat sowie Wachse, wie zum Beispiel Paraffin, oxidiertes
Paraffin, Polyethylen, Polyethylenoxid, Stearamide und Kastorwachs. Weitere Bestandteile
der Aufzeichnungsschicht sind gegebenenfalls beispielsweise Pigmente, bevorzugt anorganische
Pigmente wie beispielsweise Aluminium(hydr)oxid, Kieselsäure und Kalziumkarbonat,
wobei hier insbesondere Kalziumkarbonat, das bevorzugt in einer Menge von 0 bis 28
Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Aufzeichnungsschicht, in die Aufzeichnungsschicht
eingebunden sein soll, als bevorzugt gilt.
[0038] Als Beschichtungsvorrichtung zum Auftrag der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
- allgemein sowie innerhalb der ersten bevorzugten wie auch innerhalb der zweiten
bevorzugten Ausführungsform bereffend die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht -
bieten sich insbesondere Rollrakelstreichwerk, Messerstreichwerk, Vorhangbeschichter
oder Luftbürste an. Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform ist die zur Ausbildung
der Aufzeichnungsschicht genutzte Beschichtungsmasse wässerig. Die anschließende Trocknung
der Beschichtungsmasse geschieht üblicherweise durch ein Verfahren, bei dem Wärme
zugeführt wird, wie es durch Heißluft-Schwebetrockner oder auch Kontakttrockner geschieht.
Bewährt ist auch eine Kombination aus den aufgeführten Trockenverfahren. Die flächenbezogene
Masse der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht liegt bevorzugt zwischen 2 und 6
g/m
2 und noch besser zwischen 2,2 und 4,8 g/m
2.
[0039] In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform weist das erfindungsgemäße wärmeempfindliche
Aufzeichnungsmaterial eine pigmenthaltige Zwischenschicht auf, welche zwischen Barrierebeschichtung
und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht angeordnet ist.
[0040] Als Pigmente der Zwischenschicht bieten sich sowohl organische Hohlraum-Pigmente
wie auch anorganische Pigmente an, letztere bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
natürliches wie kalziniertes Kaolin, Siliziumoxid und hier besonders Bentonit, Kalziumkarbonat
sowie Aluminiumhydroxid und hier besonders Böhmit. Eine solche Zwischenschicht kann
zum einen einen positiven Beitrag zur Egalisierung der zu beschichtenden Oberfläche
leisten, womit sich die Menge an notwendigerweise aufzubringender Streichfarbe für
die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht reduziert. Aus diesem Grund bieten sich
zum Auftrag der pigmenthaltigen Zwischenschicht egalisierende Streichwerke an, wie
beispielsweise Walzenstreichwerke, Streichmesser- und (Roll-)Rakelstreichwerke. Zum
anderen können die Pigmente dieser Zwischenschicht die durch Hitzeeinwirkung verflüssigten
Wachsbestandteile der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht bei der Schriftbildausbildung
aufnehmen und begünstigen so eine sichere und schnelle Funktionsweise der wärmeinduzierten
Aufzeichnung. Die flächenbezogene Masse der pigmenthaltigen Zwischenschicht liegt
bevorzugt zwischen 5 und 20 g/m
2 und noch besser zwischen 7 und 11 g/m
2.
[0041] Bei dem erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterial, das mindestens
ein Papiersubstrat aufweist und die in dieser Reihenfolge auf der Vorderseite des
Substrates vorzusehenden Barrierebeschichtung und die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
ist die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht zum Substrat hin durch die Barrierebeschichtung
abgeschirmt, die einen perfekten und dauerhaften Schutz vor organischen Lösungsmitteln
darzustellen hat.
[0042] Wird die Tinktur mit dem mindestens einen organischen Lösungsmittel zur Ausbildung
einer Markierung als authentizitätsnachweisendes Sicherheitsmerkmal frühzeitig innerhalb
der Produktion des vorgeschlagenen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterial auf die
Rückseite des Substrates aufgebracht, ist zu beachten, dass bei einer Produktion und
anschließenden Lagerung in Rollenform jeweils Vorder-und Rückseite des Aufzeichnungsmaterials
in der Rolle in Kontakt kommen. Durch die Anordnung einer die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
abdeckenden Schutzschicht kann die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht auch nach
außen bzw. zum Substrat der nächsten Lage innerhalb einer Rolle hin durch eine solche
Schutzschicht abgeschirmt werden. Aus diesem Grund ist die Ausbildung einer die wärmeempfindliche
Aufzeichnungsschicht abdeckenden Schutzschicht bevorzugt, wobei diese so auszubilden
ist, dass sie einen guten Schutz vor organischen Lösungsmitteln darstellt.
[0043] Neben einer Schutzschicht, die genauso wie die Barrierebeschichtung auf der Basis
von Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer (EVOH) hergestellt ist und die dann bevorzugt
zu mindestens 90 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zu mindestens 98 Gew.-% - jeweils
bezogen auf das Gesamtgewicht einer solchen Schutzschicht, das Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer
enthält, konnten auch sehr gute Ergebnisse erzielt werden mit einer Schutzschicht,
die als Bindemittel zu mindestens 60 Gew.-%, besonders bevorzugt zu mindestens 85
Gew.-% Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol aufweist, wobei sich die beiden Werte
zu den Gew.-% auf den Gesamtanteil an Bindemittel in der Schutzschicht beziehen. Eine
derart aufgebaute Schutzschicht gilt als bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung.
[0044] Die Schutzschicht des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
kann neben dem Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol in einer ersten möglichen Ausführungsform
weitere Bindemittel, insbesondere Mischungen verschiedener Carboxylgruppen- oder Silanol-modifizierter
Polyvinylalkohole aufweisen. Diese machen dann maximal 40 Gew.-%, besonders bevorzugt
nur maximal 15 Gew.-%, aus, erneut bezogen auf den Gesamtanteil an Bindemittel in
der Schutzschicht. ln einer zweiten möglichen Ausführungsform weist die Schutzschicht
des erfindungsgemäßen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials als Bindemittel ausschließlich
Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol auf. Insbesondere wenn Diaceton-modifizierten
Polyvinylalkohol alleiniges Bindemittel in der die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
abdeckenden Schutzschicht ist, gilt es als ganz besonders bevorzugt, wenn der Bindemittelanteil
in der Schutzschicht in einem Bereich von 35 bis 65 Gew.-% liegt, bezogen auf das
Gesamtgewicht der Schutzschicht.
[0045] Als Vernetzungshilfsmittel in der Schutzschicht bieten sich insbesondere solche an,
die ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend: Borsäure, Polyamin, Epoxyharz, Dialdehyd,
Formaldehydoligomere, Epiochlorhydrinharz, Adipinsäuredihydrazid, Dimethylharnstoff,
Melaminformaldehyd. Auch Mischungen verschiedener Vernetzungshilfsmittel sind möglich.
[0046] Es ist bevorzugt, wenn innerhalb der Schutzschicht das Verhältnis der Gew.-% des
Bindemittels, insbesondere des Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohols zu dem Vernetzungshilfsmittel
in einem Bereich von 20 : 1 bis 5 : 1 und besonders bevorzugt in einem Bereich von
12 : 1 bis 7 : 1 liegt.
[0047] Besonders gute Ergebnisse wurden erzielt, wenn die Schutzschicht zusätzlich ein anorganisches
Pigment enthält. Dabei empfiehlt es sich besonders, wenn das anorganische Pigment
ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Siliziumdioxid, Aluminiumhydroxid, Bentonit,
Kalziumkarbonat, Kaolin oder einer Mischung aus den genannten anorganischen Pigmenten.
Dabei ist insbesondere ein Verhältnis Pigment und hier ganz besonders bevorzugt von
Kaolin zu dem Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol in einem Bereich von 1 : 1,5
bis 1 : 4,5 einzustellen, die Verhältniswerte dabei bezogen auf die jeweiligen Gew.-%
von Pigment und Polyvinylalkohol in der Schutzschicht.
[0048] Als Beschichtungsvorrichtung zum Auftrag der die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
abdeckenden Schutzschicht bieten sich insbesondere Rollrakel-streichwerk, Messerstreichwerk,
Vorhangbeschichter oder Luftbürste an. Die flächenbezogene Masse der Schutzschicht
liegt bevorzugt zwischen 1,0 und 3,0 g/m
2 und noch besser zwischen 1,6 und 2,3 g/m
2.
[0049] Entsprechend den obigen Ausführungen gilt es also als besonders bevorzugt, das hier
vorgeschlagene wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial in all seinen Ausführungsformen
und -varianten als Ticket, ganz besonders bevorzugt, als Eintrittskarte zu verwenden.
Dabei ist es vorstellbar, dass das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial gemäß vorliegender
Schrift weitere Sicherheitsmerkmale aufweist, wie beispielsweise
- fluoreszierende Fasern und/oder Pigmente in Substrat und/oder mindestens einer der
Beschichtungen aus Barrierebeschichtung, pigmenthaltiger Zwischenschicht, wärmeempfindlicher
Aufzeichnungsschicht und Schutzschicht,
- substituierte Phthalide (beispielsweise: Thymolphthalein oder Phenolphthalein) bevorzugt
in der Schutzschicht, die bei Kontakt mit organischen Lösungsmitteln zeitlich begrenzt
eine farbbildende Reaktion zeigen,
ohne jedoch auf die genannten Sicherheitsmerkmale in irgendeiner Art und Weise beschränkt
zu sein.
[0050] Die Erfindung soll anhand der nachfolgenden Beispiele 1 bis 3 weiter verdeutlicht
werden:
[0051] Zu diesem Zweck wird zunächst auf einer Langsieb-Papiermaschine als Substrat eine
Papierbahn aus gebleichten und gemahlenen Laub- und Nadelholzzellstoffen mit einer
flächenbezogenen Masse von 130 g/m
2 unter Zusatz üblicher Zuschlagstoffe in üblichen Mengen hergestellt. Aus der Papierbahn
werden 3 Musterrollen zur Weiterbehandlung geschnitten.
[0052] Zur Ausbildung der drei erfindungsgemäßen Beispiele werden drei verschiedene Streichmassen
für eine vorderseitige Beaufschlagung des jeweiligen Substrates der 3 Musterrollen
mit jeweils einer Barrierebeschichtung vorbereitet:
■ Streichmasse BS1 (für Beispiel1) enthält zu 99,5 Gew.-% Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer (EVOH), genauer Exceval HR
3010 (Kuraray), weitere Bestandteile sind in erster Linie Entschäumer.
■ Streichmasse BS2(für Beispiel 2) enthält zu 99,5 Gew.% üblichen Polyvinylalkohol, genauer Gohsenol NM 11 (Nippon Gohsei),
weitere Bestandteile sind in erster Linie Entschäumer.
■ Streichmasse BS3(furBeispie 3) enthält zu 99,5 Gew.-% silanisierten Polyvinylalkohol, genauer R 1130 (Kuraray),
weitere Bestandteile sind in erster Linie Entschäumer.
[0053] Die Streichmassen für die Beispiele 1 und 2 werden zum beabsichtigten Auftrag mittels
Luftbürste auf einen Feststoffgehalt von 12 % mit Wasser verdünnt, die Streichmasse
für Beispiel 3 auf einen Feststoffgehalt von 8,5 %. Anschließend werden die jeweiligen
Viskositäten der Streichmassen nach Brookfield (Spindel 3 / 100 rpm / 23 °C) bestimmt,
es ergeben sich die Messwerte:
■ Streichmasse BS1: 750,
■ Streichmasse BS2: 690,
■ Streichmasse BS3: 910.
[0054] Zur Ausbildung der Beispiele 1 bis 3 werden die drei Streichmassen nunmehr vorderseitig
auf das jeweilige Substrat der 3 Musterrollen mit einer jeweiligen flächenbezogenen
Masse von 2,8 g/m
2(für Beispiel 1 und 2) bzw. von
2,0 g/m2
(für Beispiel 3) aufgetragen.
[0055] Auf die getrocknete Barrierebeschichtung wird jeweils bei allen 3 Musterrollen innerhalb
von einem Durchgang durch die zur Anwendung kommenden Mehrkopf-Streichmaschine
- mittels Rollrakel-Streichwerk eine hauptsächlich kalziniertes Kaolin und organische
Hohlraum-Pigmente als Pigmentmischung, Styrolbutadienlatex als Bindemittel und Stärke
als Cobinder aufweisende Zwischenschicht von 8 g/m2 und anschließend
- mittels Rollrakel-Streicheinrichtung eine wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht mit
einer flächenbezogenen Masse von 4,2 g/m2
aufgebracht.
[0056] Die für die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht zum Einsatz kommende Streichmasse
enthält im wesentlichen die folgenden Komponenten:
Farbstoffvorläufer: |
3-dibutylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran, das ist ODB-2; |
Farbakzeptor: |
N-(p-toluensulphonyl)-N´-3-(p-toluensulphonyl-Oxy-phenyl)- |
|
harnstoff, das ist Pergafast® 201; |
Sensibilisator: |
Benzylnaphthylether, das ist BNE; |
Bindemittel: |
Polyvinylalkohol; |
Cobinder: |
Acrylat-Copolymer; |
Pigment : |
Kalziumkarbonat. |
[0057] Auf die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht wird schließlich mittels Luftbürste
jeweils bei allen 3 Musterrollen eine Schutzschicht von 2,0 g/m
2 aufgetragen. Dafür kommt eine Streichmasse zum Einsatz, die im wesentlichen die folgenden
Komponenten enthält:
Bindemittel: |
Diaceton-modifizierter Polyvinylalkohol; 61,3 Gew.-% (atro) |
Vernetzer: |
Adipinsäuredihydrazid; 6,0 Gew.-% (atro) |
Pigment: |
Kaolin; 16,6 Gew.-% (atro) |
Gleitmittel: |
Hidorin Z-7-30; 8,1 Gew.-% (atro) |
Hilfsmittel: |
pH-Regler, optische Aufheller; 8,0 Gew.-% (atro) |
[0058] Auf die Substratrückseiten der 3 Musterrollen wird anschließend mittels eines Stempels
eine Tinktur mit Ethanol als Hauptbestandteil zur Ausbildung einer Markierung als
authentizitätsnachweisendes Sicherheitsmerkmal aufgebracht. Die Auswirkung des Tinkturauftrags
auf die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht wird visuell beurteilt.
[0059] Die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht des erfindungsgemäßen Beispiels 1 zeigt
überhaupt keine Thermoreaktionen, eine Barrierebeschichtung auf der Basis von Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer
(EVOH) wird hinsichtlich ihrer Güte hervorragend bestätigt. Bei dem Beispiel 2 zeigen
sich angesichts der eher geringen rückwärtigen Benetzung des Papiersubstrates mit
Ethanol leichte Thermoreaktionen. Diese Barrierebeschichtung ist aber noch geeignet,
eine ausreichende Schutzwirkung gegenüber organischen Lösemitteln aus Richtung des
Substrates zu entfalten, solange Menge und Einwirkzeit des Lösemittels bewusst sehr
gering gehalten werden. Bei dem Beispiel 3 zeigen sich wie bei Beispiel 1 überhaupt
keine Thermoreaktionen auf der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht: hier reicht
die geringere Menge an aufgetragener Streichmasse mit dem silanisierten Polyvinylalkohol
aus, um eine ausreichende Schutzwirkung gegenüber organischen Lösemitteln aus Richtung
des Substrates zu entfalten. Auch hier sollten Menge und Einwirkzeit des Lösemittels
nicht zu groß sein.
[0060] Damit kann die schließlich seitens der Erfinder erwartete Funktionsfähigkeit des
vorgeschlagenen wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials bestätigt werden.
1. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, mindestens aufweisend:
□ ein Papiersubstrat,
□ eine auf der Vorderseite des Substrates angeordnete wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
mit mindestens einem Farbstoffvorläufer und mindestens einem Farbakzeptor, wobei Farbstoffvorläufer
und Farbakzeptor unter Einwirkung von Wärme farbbildend miteinander reagieren,
□ ein authentizitätsnachweisendes Sicherheitsmerkmal,
dadurch gekennzeichnet,
■ dass das authentizitätsnachweisende Sicherheitsmerkmal eine rückseitig auf das Papiersubstrat
aufbrachte Markierung aus einer Tinktur mit mindestens einem organischem Lösungsmittel
ist,
■ und dass eine Barrierebeschichtung zwischen Papiersubstrat und wärmeempfindlicher
Aufzeichnungsschicht angeordnet ist, geeignet zum Schutz der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
vor einem rückseitigen Eindringen der Tinktur in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
2. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das authentizitätsnachweisende Sicherheitsmerkmal individuell pro Einzelbogen aufgebracht
ist.
3. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Tinktur mittels Inkjet-Druckverfahren aufgebracht ist.
4. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Barrierebeschichtung als Bindemittel zu mindestens 60 Gew.-% ― bezogen auf das
Gesamtgewicht der Barrierebeschichtung - Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol aufweist.
5. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Barrierebeschichtung ein Vernetzungshilfsmittel aufweist, ausgewählt aus der
Gruppe, umfassend: Borsäure, Polyamin, Epoxyharz, Dialdehyd, Formaldehydoligomere,
Epiochlorhydrinharz, Adipinsäuredihydrazid, Dimethylharnstoff, Melaminformaldehyd.
6. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Barrierebeschichtung zu mindestens 90 Gew.-% ― bezogen auf das Gesamtgewicht
der Barrierebeschichtung - Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer (EVOH) enthält.
7. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Barrierebeschichtung zu mindestens 98 Gew.-% ― bezogen auf das Gesamtgewicht
der Barrierebeschichtung - Ethylen-Vinyl-Alkohol-Copolymer (EVOH) enthält.
8. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Farbakzeptor mindestens eine Substanz
enthält, ausgesucht aus der Liste, umfassend:
■ 2,2 bis (4-hydroxyphenyl)-propan,
■ 4-[(4-(1-methylethoxy)phenyl)sulfonyl]phenol,
■ 4,4´-Dihydroxydiphenylsulfon,
■ N-(p-toluensulphonyl)-N´-(3-p-toluensulphonyl-oxy-phenyl)-harnstoff,
■ 2,4´-dihydroxy-diphenylsulfon,
■ N-(2-hydroxyphenyl)-2-[(4-hydroxyphenyl)thio]acetamid,
9. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Patentanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon einziger Farbakzeptor in der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
ist.
10. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Patentanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass N-(p-toluensulphonyl)-N´-3-(p-toluensulphonyl-Oxyphenyl)-harnstoff einziger Farbakzeptor
in der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht ist.
11. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 1 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Farbstoffvorläufer mindestens eine
Substanz aufweist, die ausgesucht ist aus der Liste, umfassend: 3-diethylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
3-dibutylamino-6-methyl-7-Anilinofluoran, 3-(N-methyl-N-propyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
3-(N-ethyl-N-isoamyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran, 3-(N-methyl-N-cyclohexyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
3-(N-ethyl-N-tolyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran und 3-(N-ethyl-N-tetrahydrofuryl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran.
12. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein auf die Gew.-% innerhalb der Aufzeichnungsschicht bezogenes Verhältnis 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon
: Sensibilisator, ausgesucht aus der Liste umfassend: Methylolstearamid, Stearinsäureamid
und Dimethylterephtalat, in einem Bereich von 1 : 0,5 bis 1 : 2 liegt.
13. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Bindemittel eine Substanz enthält,
ausgesucht aus die Liste, umfassend: Polyvinylalkohol, Ethylen-Vinylalkohol-Coplymer
oder eine Kombination aus Polyvinylalkohol und Ethylen-Vinylalkohol-Coplymer.
14. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass das Aufzeichnungsmaterial ferner eine pigmenthaltige Zwischenschicht aufweist, welche
zwischen Barrierebeschichtung und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht angeordnet
ist.
15. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass das Aufzeichnungsmaterial ferner eine Schutzschicht aufweist.
16. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Patentanspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht als Bindemittel zu mindestens 60 Gew.-% ―bezogen auf den
Gesamtanteil an Bindemittel in der Schutzschicht - Diaceton-modifizierten Polyvinylalkohol
aufweist.
17. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach einem der Patentansprüche 15 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht ein Vernetzungshilfsmittel enthält, ausgewählt aus der Gruppe,
umfassend: Borsäure, Polyamin, Epoxyharz, Dialdehyd, Formaldehydoligomere, Epiochlorhydrinharz,
Adipinsäuredihydrazid, Dimethylharnstoff, Melaminformaldehyd.
18. Wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Patentanspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das auf Gew.-% bezogene Verhältnis von dem Diacetonmodifiziertem Polyvinylalkohol
zu dem Vernetzungshilfsmittel in einem Bereich von 20 : 1 bis 5 : 1 und besonders
bevorzugt in einem Bereich von 12 : 1 bis 7 : 1 liegt.