[0002] Die Erfindung geht aus von einer Heftklammer aus Kunststoff.
[0003] Heftklammern aus Kunststoff sind seit langem bekannt. Sie enthalten in der Regel
einen Bügel mit zwei Klemmschenkeln, die im Gebrauch auf der einen Seite des Papierstapels
liegen, und zwei innere Klemmschenkel, die dann auf der anderen Seite des Papierstapels
liegen. Die Verbindung zwischen den beiden Arten von Klemmschenkeln geschieht über
Querstege, die außerhalb der Stirnkante des Blattstapels liegen (
EP 274085). Die Klemmkraft zum Zusammenhalten der Blätter des Papierstapels wird als Reaktion
auf die Verbiegung der Heftklammer erzeugt. Aufgrund der Materialeigenschaften des
Kunststoffs sind Heftklammern aus Kunststoff üblicherweise auf eine bestimmte Dicke
des Blattstapels beschränkt. Um dickere Blattstapel zusammenzuhalten, wird in der
Regel die gesamte Größe der Heftklammer vergrößert, so dass große Heftklammern für
dicke Papierstapel und kleine Heftklammern für dünne Papierstapel verwendbar sind.
[0004] Für einen dickeren Papierstapel sind spezielle Formen von Heftklammern aus Kunststoff
bekannt (
FR 2099355).
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Heftklammer aus Kunststoff zu schaffen,
die bei einfachem Aufbau für einen größeren Dickenbereich, also sowohl dünne als auch
dicke Stapel, anwendbar ist.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung eine Heftklammer mit den im Anspruch
1 genannten Merkmalen vor. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0007] Alle bekannten Heftklammern aus Kunststoff sind symmetrisch zu einer Mittellinie
ausgebildet und haben daher auch symmetrisch zu dieser Mittellinie gleiche Eigenschaften.
Bei der von der Erfindung vorgeschlagenen Heftklammer ist die durch die Verformung
hervorgerufene Klemmkraft auf der einen Seite der Mittellinie zwischen den beiden
äußeren Klemmschenkeln beziehungsweise auf der einen Seite des Schlitzes größer als
auf der anderen. Bei einem dünnen Papierstapel wirkt die eine Seite der Heftklammer
wie eine für einen dünnen Stapel bestimmte Heftklammer. Überraschenderweise stört
diese Seite mit der größeren Klemmkraft auch bei einem dickeren Papierstapel, für
den eigentlich die andere Seite der Heftklammer bestimmt ist, nicht. Es hat sich herausgestellt,
dass diese erste für den dünneren Papierstapel bestimmte Seite sich bei einem dickeren
Papierstapel zwar stärker verformt, dass diese stärkere Verformung aber in erster
Linie zu einer stärkeren Verformung des Papierstapels und nicht zu einer Beschädigung
der Heftklammer führt. Dies führt dazu, dass die Heftklammer sowohl für dünne als
auch für dicke Papierstapel geeignet ist, oder anders ausgedrückt, dass der Bereich
der Dicken der Papierstapel, für die die Heftklammer geeignet ist, vergrößert wird.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Heftklammer zusätzlich
zu den inneren und den äußeren Klemmschenkeln Klemmflügel aufweisen kann, die an dem
Verbindungsbereich der inneren Klemmschenkel angeformt sind und sich von diesem Verbindungsbereich
in Richtung auf die Querstege bis kurz vor diesen erstrecken. Diese vor den Querstegen
endenden Flügel sind von den inneren Klemmschenkeln durch jeweils einen Schlitz getrennt.
[0009] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass diese Klemmflügel mindestens angenähert parallel
zu den äußeren Klemmschenkeln verlaufen. Dadurch wird zwischen den Klemmflügeln und
den äußeren Klemmschenkeln ein Schlitz mit parallelen Seitenkanten gebildet.
[0010] Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, dass die inneren Klemmschenkel parallel zueinander
verlaufen.
[0011] Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um zu erreichen, dass die auf beiden Seiten
der Heftklammer wirksame Federkraft unterschiedlich groß ist.
[0012] Um diese unterschiedliche Federkraft, die damit zu einer Klemmkraft wird, mit geringem
Aufwand unterschiedlich zu gestalten, kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die
inneren Klemmschenkel unterschiedlich lang ausgebildet sind. Kürzere Klemmschenkel
führen bei einer gleichen Papierstapeldicke zu einer größeren Klemmkraft als längere
Schenkel.
[0013] Eine weitere Möglichkeit zur Erzielung einer unterschiedlichen Klemmkraft auf beiden
Seiten der Heftklammer kann darin bestehen, dass die Klemmflügel unterschiedlich lang
ausgebildet sind.
[0014] Eine nochmals weitere Möglichkeit der Beeinflussung der Klemmkraft kann darin bestehen,
dass die Schlitze zwischen den inneren Klemmschenkeln und den Klemmflügeln auf beiden
Seiten der Heftklammer unterschiedlich lang sind.
[0015] Weitere Möglichkeiten bestehen darin, dass die beiden inneren Klemmschenkel unterschiedlich
breit und/oder unterschiedlich dick ausgebildet sind.
[0016] Eine nochmals weitere von der Erfindung bevorzugte Möglichkeit besteht darin, die
beiden zwischen sich den Schlitz bildenden inneren Klemmschenkel schräg verlaufen
zu lassen, also mit einer Winkelhalbierenden zwischen den äußeren Klemmschenkeln einen
Winkel einschließen zu lassen. Die Winkelhalbierende bildet eine Mittellinie.
[0017] Nicht nur für den Fall, dass die äußeren Klemmschenkel geradlinig ausgebildet sind,
kann erfindungsgemäß in Weiterbildung vorgesehen sein, dass die beiden inneren Klemmschenkel
parallel zu einem der beiden äußeren Klemmschenkel verlaufen.
[0018] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen
und der Zusammenfassung, deren beider Wortlaut durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung
gemacht wird, der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfi n-dung
sowie anhand der Zeichnung. Hierbei zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht einer Heftklammer nach der Erfindung,
- Figur 2
- eine Seitenansicht der Heftklammer.
[0019] Die in Figur 1 dargestellte aus Kunststoff bestehende Heftklammer enthält einen äußeren
Bügel 1, der zwei äußere Klemmschenkel 2 enthält. Bei der dargestellten Ausführungsform
divergieren die beiden äußeren Klemmschenkel 2 von einem unteren Ende 3, das abgerundet
verläuft. An ihrem dem Verbindungsende 3 abgewandten Ende gehen die äußeren Klemmschenkel
2 in jeweils einen Quersteg 4 über. Die beiden Querstege 4 sind aufeinander zu gerichtet
und liegen in gegenseitiger Verlängerung. Der Übergang zwischen den äußeren Klemmschenkeln
2 und den Querstegen 4 verläuft abgerundet.
[0020] An den aufeinander zu gerichteten sich gegenüberliegenden Enden der beiden Querstege
4 gehen diese in jeweils einen inneren Klemmschenkel 5 über.
[0021] Bildet man zwischen den Außenseiten der beiden äußeren Klemmschenkel 2 eine Winkelhalbierende,
die damit eine Mittellinie der Heftklammer darstellt, so verlaufen die beiden inneren
Klemmschenkel 5 schräg gegenüber dieser Winkelhalbierenden beziehungsweise Mittellinie.
Die beiden inneren Klemmschenkel 5 verlaufen parallel zueinander und weisen überall
die gleiche Breite auf. Sie bilden zwischeneinander einen Schlitz 6, der parallele
Seitenkanten aufweist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel verläuft der Schlitz 6
ebenso wie die beiden inneren Klemmschenkel 5 parallel zu dem linken äußeren Klemmschenkel
2.
[0022] Die beiden inneren Klemmschenkel 5 sind am Ende des zwischen ihnen gebildeten Schlitzes
6 miteinander verbunden. Von diesem Verbindungsbereich 7 geht auf der in Figur 1 rechten
Seite ein Klemmflügel 8 in Richtung auf den Quersteg 4 aus. Der Klemmflügel 8 ist
von dem ihm zugeordneten inneren Klemmschenkel 5 durch einen keilförmigen Schlitz
9 getrennt.
[0023] Von dem Verbindungsbereich 7 geht auf der anderen Seite ebenfalls ein Klemmflügel
10 aus, der in Richtung auf den anderen Quersteg 4 gerichtet ist und kurz vor diesem
endet. Auch dieser Klemmflügel 10 ist von dem zugehörigen inneren Klemmschenkel 5
durch einen Schlitz 11 getrennt.
[0024] Die Figur 2 zeigt im gleichen Maßstab wie die Figur 1 eine Seitenansicht der Heftklammer.
In einem ersten von den Querstegen 4 ausgehenden Bereich weisen die dargestellten
Klemmschenkel 2 ebenso wie die inneren Klemmschenkel 5 die gleiche Dicke auf, so dass
die Vorderseite und die Rückseite der Heftklammer in diesem Bereich in parallelen
Ebenen liegen. Von einer Stelle, die in Figur 2 durch die Markierung 13 angedeutet
ist, verlaufen Vorderseite und Rückseite der Heftklammer konvergierend, so dass sich
die Dicke der Heftklammer bis zu dem Verbindungsbereich 3 verringert. Die Stelle,
von der aus die Verringerung stattfindet, liegt etwa auf halber Länge der Heftklammer.
[0025] Die Heftklammer, die in der Figur 1 und 2 dargestellt ist, wird folgendermaßen verwendet.
Sie wird in Figur 1 von oben nach unten auf eine Stirnkante eines Blattstapels oder
eines einzigen Blattes so aufgeschoben, dass der Bügel 1 mit den beiden äußeren Klemmschenkeln
2 auf der einen Seite des Blattstapels und die inneren Klemmschenkel 5 mit ihrem Verbindungsbereich
7 und den beiden Klemmflügeln 8, 10 auf der anderen Seite des Blattstapels liegen.
Die Stirnkante des Blattstapels liegt dann auf der Innenseite der beiden Querstege
4 an.
[0026] Da der rechte innere Klemmschenkel 5 kürzer ist als der linke Klemmschenkel 5, was
durch den schrägen Verlauf beider Klemmschenkel 5 erreicht ist, und da zusätzlich
der rechte Klemmflügel 8 kürzer ist als der linke Klemmflügel 10, was ebenfalls für
die Schlitze 9, 11 gilt, wird auf der in Figur 1 rechten Seite bei gleicher Stapeldicke
eine größere Klemmkraft erreicht. Damit wird bei einem dünnen Blattstapel die Heftklammer
auf der rechten Seite ausreichend kräftig festgelegt. Bei einem dünneren Papierstapel
dient die linke Hälfte zur Festlegung, während die rechte Hälfte der Klammer zu einer
stärkeren Verformung des Papierstapels und damit zu einer Verstärkung der Festlegung
der Heftklammer durch die linke Hälfte führt.
1. Heftklammer aus Kunststoff, mit
1.1 einem äußeren zwei Klemmschenkel (2) aufweisenden Bügel (1),
1.2 zwei an den Enden der Klemmschenkel (2) angeformten aufeinander zu gerichteten
Querstegen (4),
1.3 zwei von den Enden der Querstege (4) ausgehenden in das Innere des Bügels (1)
hineinragenden inneren Klemmschenkeln (5), die
1.4 zwischen sich einen Schlitz (6) bilden und
1.5 an ihren Enden miteinander verbunden sind, wobei
1.6 die Federkraft auf beiden Seiten des die inneren Klemmschenkel (5) trennenden
Schlitzes (6) unterschiedlich groß ist.
2. Heftklammer nach Anspruch 1, bei der an dem Verbindungsbereich (7) der beiden inneren
Klemmschenkel (5) Klemmflügel (8, 10) angeformt sind, die sich von dem Verbindungsbereich
(7) in Richtung auf die Querstege (4) erstrecken.
3. Heftklammer nach Anspruch 2, bei der die Klemmflügel (8, 10) mindestens angenähert
parallel zu den äußeren Klemmschenkeln (2) verlaufen.
4. Heftklammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die inneren Klemmschenkel
(5) parallel zueinander verlaufen.
5. Heftklammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die inneren Klemmschenkel
(5) unterschiedlich lang ausgebildet sind.
6. Heftklammer nach einem der Ansprüche 2 - 5, bei der die Klemmflügel (8, 10) unterschiedlich
lang ausgebildet sind.
7. Heftklammer nach einem der Ansprüche 2 - 6, bei der die Schlitze (9, 11) zwischen
den inneren Klemmschenkeln (5) und den Klemmflügeln (8, 10) auf beiden Seiten der
Heftklammer unterschiedlich lang sind.
8. Heftklammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die beiden inneren Klemmschenkel
(5) unterschiedlich breit und/oder unterschiedlich dick ausgebildet sind.
9. Heftklammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die beiden zwischen sich
den Schlitz (6) bildenden inneren Klemmschenkel (5) von der Richtung einer Winkelhalbierenden
zwischen den beiden äußeren Klemmschenkeln (2) abweichen.
10. Heftklammer nach Anspruch 9, bei der die beiden inneren Klemmschenkel (5) parallel
zu einem der beiden äußeren Klemmschenkel (2) verlaufen.