[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur Verwendung in einer Geschirrspülmaschine.
[0002] Obgleich moderne Geschirrspülmaschinen in den meisten Fällen eine Vielzahl von unterschiedlichen
Spülprogrammen besitzen, die sich in Dauer und Temperatur der einzelnen Spülgänge
unterscheiden, bestehen alle im wesentlichen aus den folgenden Grundschritten: Vorspülgang;
Hauptreinigungsgang; ein oder mehrere Zwischenspülgänge; ein Klarspülgang; und Trocknung.
Im Verlauf eines Geschirrspülzyklus werden dabei eine Reihe von Produkten in die Geschirrspülmaschine
zudosiert, um die jeweilige Zyklusstufe zu unterstützen. So wird, z.B., das eigentliche
Maschinengeschirrspülmittel, das die Reinigungswirkung entfalten soll, zu Beginn des
Hauptreinigungsgangs zugesetzt.
[0003] Im Klarspülgang kommen spezielle Mittel zum Einsatz, z.B. Klarspüler. Klarspüler
sollen verhindern, daß beim Spülen mit Wasser Wassertröpfchen auf dem Spülgut zurückbleiben,
die nach Antrocknen Flecken aus in den Tropfen gelösten/dispergierten Substanzen,
insbesondere Salzen, zurücklassen.
[0004] Neben dem Einsatz von Klarspülem können weitere Mittel, die ihre Aktivität im Klarspülgang
entfalten, verwendet werden, z.B. antibakterielle Aktivität (z.B. kationische Verbindungen
oder Triclosan), Silberschutz (z.B. Benzotriazol), Duftwirkung (Duftstoffe, Parftim),
Bleichwirkung/Desinfektion (z.B. Chlorbleiche), Geruchsmaskierung (z.B. Polyvinylpyrrolidon),
Antibelagmittel und Enzyme (z..B. Lipase zur Entfernung von Fettablagerungen im Geschirrspüler).
[0005] Es ist bekannt, daß alkalische Reinigurzgsmittelgemische in der Geschirspülmaschine
in Kombination mit enthärtetem Leitungswasser eingesetzt werden müssen, damit Kalkbeläge
auf Maschinenteilen und Spülgut vermieden werden. Die Enthärtung des Leitungswassers
erfolgt in der Geschirrspülmaschine durch einen Ionentauscher. Zur Regenerierung des
Ionentauschers muß regelmäßig Salz, z.B. Natriumchlorid, in eine dafür vorgesehene
Vorrichtung der Geschirrspülmaschine eingefüllt werden.
[0006] Möchte man eine Geschirrspülmaschine ohne Ionenaustauscher oder ohne lästiges Nachfüllen
von Salz betreiben, so gilt es einen leistungsfähigen Weg zur Verhinderung von Kalkbelägen
oder ähnlichen Ablagerungen zu finden.
[0007] Ein Lösungsansatz ist die Verwendung saurer Reinigungsmittelgernische. In diesem
Falle kann man mit hartem Leitungswasser arbeiten und auf den Einsatz eines lonentauschers
in der Geschirrspülmaschine ganz verzichten, womit auch der Einsatz und damit das
Nachfüllen des Regeneriersalzes überflüssig wird. Der pH-Wert dieser Reiniger sorgt
dabei für eine Verschiebung des Carbonat-Bicarbonat-Gleichgewichtes in der Weise,
daß vorwiegend Bicarbonat vorliegt, das nicht zur Bildung der genannten Beläge führt.
So ist z.B. in der deutschen Patentschrift
DE 38 33 047 C2 ein pulverförmiges, saures Maschinengeschirrspülmittel auf Basis nicht-ionischer
Tenside beschrieben, dessen 0,5 bis 0,7 %ige wäßrige Lösung einen pH-Wert von 2 bis
6 aufweist und den Einsatz eines Ionentauschers überflüssig macht. Als Buildersubstanzen
werden hier Hydroxycarbonsäuren, z.B. Zitronensäure, und als Komplexbildner Nitrilotriessigsäure
(NTA) und Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) verwendet. Ein wesentlicher Nachteil
dieser Reinigerrezepturen ist die unbefriedigende Reinigungskraft, die insbesondere
auf der Abwesenheit von Alkalität beruht, vor allem auf Anschmutzungen, die auf Stärke
basieren.
[0008] Bislang ist es nicht gelungen, die Reinigerfunktion, die Funktionen der im Klarspülgang
zuzusetzenden Substanzen und die Funktion, die Kalkablagerungen bei Verwendung von
hartem Wasser und alkalischen Reinigungsmittel verhindert, bei möglichst gleichbleibender
Leistung gegenüber den Ergebnissen, die mit jeweils separaten Dosierungen erzielt
werden können, so in einem Produkt zu kombinieren bzw. zu vereinigen, daß insbesondere
auf einen Ionentauscher und die damit verbundene Regenerierung desselben verzichtet
werden kann. Ziel der vorliegenden Erfindung war es, die drei obengenannten Funktionen
in einem einzigen Produkt zu vereinen, so daß nur eine einmalige Dosierung des Produkts
in die Geschirrspülmaschine durch den Benutzer vorgenommen werden muß.
[0009] Aus der
EP 0 851 024 A2 ist eine Maschinengeschirrspülreinigungstablette bekannt, die eine kontrollierte
Freigabe der funktionalen Inhaltsstoffe in den Spülzyklus ermöglichen soll. Die Tablette
umfaßt zwei Schichten, wobei die erste Schicht beim Auflösen einen pH-Wert von 8,5
bis 11 im Waschwasser erzeugt, und die zweite Schicht einen pH-Wert von 6,5 bis 9.
Mit dieser Zweischichttablette soll es möglich sein, spezielle Inhaltsstoffe, insbesondere
eine Säurequelle, Anti-Ablagerungsmittel und oberflächenaktive Stoffe, erst verzögert
in den Klarspülgang der Geschirrspülmaschine abzugeben. Dabei sind die Komponenten
der zweiten Schicht in ein kontinuierliches Medium eingebettet sind, das erst im abschließenden
Spülgang aufschmelzen und die Komponenten freisetzen soll. Dieses temperaturabhängige
System hat sich in der Praxis nicht bewährt, insbesondere weil angesichts der ebenfalls
hohen Temperaturen im Hauptspülgang eine kontrollierte Freisetzung der Komponenten
der zweiten Schicht erst im Klarspülgang nicht zuverlässig funktioniert und daher
keine befriedigenden Reinigungsergebnisse erzielt werden können. So weist das in europäischen
Haushalten am häufigsten gewählte Temperaturprogramm im Hauptspülgang die gleiche
Temperatur auf wie im Klarspülgang. Dies führt zu einer verfrühten Freisetzung der
Aktivstoffe aus der zweiten Schicht. Darüber hinaus bilden die für das Medium der
zweiten Schicht verwendeten Wachse oft Rückstände in der Maschine und auf dem Spülgut.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt angesichts des geschilderten Standes der Technik
die Aufgabe zugrunde, eine Zusammensetzung zu schaffen, die die Reinigerfunktion,
die Funktionen der im Klarspülgang zuzusetzenden Substanzen und die Funktion, die
Kalkablagerung bei Verwendung von hartem Wasser verhindern, in sich kombiniert und
diese Funktionen während eines Geschirrspülzyklus zu festgelegten Zeitpunkten aktiviert,
d.h. entsprechende funktionelle Substanzen während des Geschirrspülzyklus kontrolliert
freisetzt.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe in einer Alternative durch eine gattungsgemäße
Zusammensetzung gelöst, die gekennzeichnet ist durch eine Basiszusammensetzung, die
ihre Funktion im wesentlichen im Hauptreinigungsgang der Geschirrspülmaschine entfaltet,
in Form einer Tablette; mindestens einen in oder an der Tablette separat angeordneten
Bereich, der sowohl wenigstens eine Substanz, die ihre Funktion im wesentlichen im
Klarspülgang der Geschirrspülmaschine entfalten soll, als auch wenigstens eine Substanz,
die Kalkablagerungen in der Geschirrspülmaschine und/oder auf dem Spülgut verhindert,
umfaßt; und Mittel, um sicherzustellen, daß wenigstens diejenige Substanz, die ihre
Funktion im wesentlichen im Klarspülgang der Geschirrspülmaschine entfalten soll,
zumindest überwiegend erst frühestens zu Beginn des Klarspülganges freigesetzt wird.
[0012] Es kann vorgesehen sein, daß die Substanzen in dem separat angeordneten Bereich miteinander
vermischt vorliegen.
[0013] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, daß die Substanzen in dem separat angeordneten
Bereich getrennt in zwei Teilbereichen vorliegen, insbesondere daß die Substanz(en),
die ihre Funktion im wesentlichen im Klarspülgang der Geschirrspülmaschine entfalten
soll(en), in dem einen Teilbereich und die Substanz(en), die Kalkablagerungen in der
Geschirrspülmaschine und/oder auf dem Spülgut verhindert (verhindern), in dem anderen
Teilbereich vorliegt (vorliegen).
[0014] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, daß der (die) Bereich(e) einen Kern, der im wesentlichen
die Substanz umfaßt, die ihre Funktion im wesentlichen im Klarspülgang der Geschirrspülmaschine
entfalten soll; und einen Mantel um diesen Kern, der die Substanz umfaßt, die Kalkablagerungen
in der Geschirrspülmaschine und/oder auf dem Spülgut verhindert, umfaßt (umfassen).
[0015] Bevorzugt ist zwischen den beiden Teilbereichen eine für die Substanzen im wesentlichen
undurchlässige Trennschicht vorgesehen ist.
[0016] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, daß die Mittel (zur Verhinderung einer vorzeitigen
Freisetzung der Klarspülsubstanz) eine geeignet angeordnete Umhüllung umfassen, die
mindestens eine Verbindung umfaßt, deren Löslichkeit mit sinkender Konzentration eines
spezifischen Ions im umgebenden Medium zunimmt.
[0017] In einer zweiten Alternative wird die erfindungsgemäße Aufgabe durch eine gattungsgemäße
Zusammensetzung gelöst, die gekennzeichnet ist durch eine Basiszusammensetzung, die
ihre Funktion im wesentlichen im Hauptreinigungsgang der Geschirrspülmaschine entfaltet,
in Form einer Tablette; zwei in oder an der Tablette separat angeordnete Bereiche,
von denen ein erster Bereich mindestens eine Substanz umfaßt, die ihre Funktion im
wesentlichen im Klarspülgang, der Geschirrspülmaschine entfalten soll, und ein zweiter
Bereich, der mindestens eine Substanz umfaßt, die Kalkablagerungen in der Geschirrspülmaschine
und/oder auf dem Spülgut verhindert; und jeweils eine die Bereiche im wesentlichen
vollständig umgebende Umhüllung, die mindestens eine Verbindung umfaßt, deren Löslichkeit
mit sinkender Konzentration eines spezifischen Ions im umgebenden Medium zunimmt.
[0018] Für beide Alternativen ist bevorzugt vorgesehen, daß Mittel vorgesehen sind, um sicherzustellen,
daß die Substanz(en), die Kalkablagerung in der Geschirrspülmaschine und/oder auf
dem Spülgut verhindert (verhindern), zumindest teilweise vor dem Klarspülgang freigesetzt
wird (werden).
[0019] Die Erfindung schlägt weiterhin vor, daß als äußerste Schicht eine zusätzliche wasserlösliche
Schutzumhüllung vorgesehen ist.
[0020] Weiterhin ist vorgesehen, daß die Substanz zur Verhinderung von Kalkablagerungen
eine Substanz ist, die zur Komplexbildung in der Lage ist, insbesondere eine Substanz,
die ausgewählt ist aus der Gruppe, die aus Phosphonaten und Polymeren besteht, wobei
Polymere bevorzugt Polyacrylate oder Copolymere derselben sind.
[0021] Alternativ ist die Substanz zur Verhinderung von Kalkablagerungen bevorzugt eine
Substanz, die im Klarspülgang das Gleichgewicht Carbonat/Bicarbonat im Spülmedium
in Richtung Bicarbonat verschiebt, vorzugsweise eine Säure oder ein Säuregemisch.
Bevorzugt handelt es sich hierbei um eine Säure aus der Gruppe der Carbonsäuren, vorzugsweise
der Fruchtsäuren, besonders bevorzugt um Zitronensäure.
[0022] Die Erfindung sieht in einer bevorzugten Ausführungsform vor, daß die Umhüllung wenigstens
eine Verbindung umfaßt, deren Löslichkeit mit sinkender OH"-Ionenkonzentration und
damit abnehmendem pH-Wert im umgebenden Medium zunimmt.
[0023] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung zeichnet sich dadurch aus, daß sie hervorragende
Ergebnisse sowohl im Hauptreinigungsgang als auch im Klarspülgang einer Geschirrspülmaschine
liefert und zudem den Einsatz eines Ionentauschers bzw. den Einsatz von Salz zu dessen
Regenerierung in den meisten Fällen überflüssig macht (zumindest in Haushalten mit
einer Wasserhärte bis zu 35° dH). Die Tablette wird während des Hauptreinigungsganges
gelöst und kann ihre entsprechende beabsichtigte Wirkung entfalten. Der bzw. die an
der Tablette angeordneten Bereiche(n) enthält (enthalten) die Substanzen mit den gewünschten
weiteren Funktionalitäten, nämlich zum einen die Substanz(en) für den Klarspülgang,
z.B. Klarspüler, zum anderen die Substanz(en), die den Einsatz von Ionentauschern
überflüssig macht (machen).
[0024] Die Substanzen in dem (den) separat angeordneten Bereich(en) können durch eine Umhüllung
geschützt sein, die bei der Konzentration eines spezifischen Ions, z.B. des OH
--Ions und damit bei dem pH-Wert, und der Temperatur des Hauptreinigungsganges stabil
ist und sich nicht oder nur unwesentlich auf- oder ablöst. Erst wenn diese Konzentration
durch Verdünnung signifikant absinkt, z.B. der pH-Wert zum Neutralen bzw. Sauren hin
verschoben wird, d.h. frühestens zu Beginn des Klarspülgangs, wird die Löslichkeit
des Umhüllungsmaterials so stark herabgesetzt, daß diese sich schnell auf oder ablöst
und das eigentlich wirksame Kernmaterial in das umgebende Medium freisetzt.
[0025] Zusätzlich können die Substanzen durch eine Komponente in der Umhüllung geschützt
werden, die einen sogenannten Trübungspunkt aufweist. Diese Komponenten sind bei hohen
Temperaturen vermindert löslich und schützen bei Anwendungen mit hohen Temperaturen
im Reinigungsgang vor verfrühter Freisetzung von Aktivsubstanzen. Beispiele für Substanzen
mit einem derartigen Trübungspunkt sind Cellulosen, einige Polyacrylatderivate, etc.
[0026] Insbesondere ist dieser Schutz für diejenige(n) Substanz(en) sinnvoll, die ihre Funktion
im wesentlichen im Klarspülgang der Geschirrspülmaschine entfalten soll, wie bspw.
ein Klarspüler. Diese Substanz(en) soll(en) daher auch zumindest überwiegend (d.h.
zu mehr als 50 %) erst frühestens zu Beginn des Klarspülganges freigesetzt werden.
Zwar kann auch diejenige(n) Substanz(en), die Kalkablagerungen in der Geschirrspülmaschine
und/oder auf dem Spülgut verhindert, durch z.B. eine entsprechende Umhüllung vor einer
vorzeitigen Freisetzung geschützt werden, so daß auch diese Substanz(en) erst im Klarspülgang
freigesetzt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform wird (werden) aber die Substanz(en),
die vor Kalkablagerungen schützt (schützen), bereits zu einem früheren Zeitpunkt,
d.h. vor dem Beginn des Klarspülganges freigesetzt, um ihre Wirkung nicht nur im Klarspülgang,
sondern über eine längere Zeit im Waschzyklus auszuüben.
[0027] Die Erfindung wird nunmehr detaillierter anhand der folgenden Beispiele, die durch
die beigefügte Zeichnung veranschaulicht sind, beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung im Querschnitt;
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung im Querschnitt;
- Fig. 3
- eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung im Querschnitt;
und
- Fig. 4
- eine vierte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung im Querschnitt.
[0028] Fig. 1 zeigt eine Tablette 1, die als Zweischichttablette mit einer unteren Schicht
2 und einer oberen Schicht 3 ausgebildet ist. Beispielsweise kann als Grundlage eine
der üblichen, kommerziell vertriebenen Zweischichttabletten verwendet werden, bei
der die beiden Schichten üblicherweise eine unterschiedliche Zusammensetzung aufweisen
und unterschiedlich eingefärbt sind.
[0029] In der oberen Schicht 3 ist eine Mulde 4 ausgebildet, in der ein Teilchen 10 aufgenommen
ist. Das (üblicherweise separat hergestellte) Teilchen 10 kann beispielsweise durch
einen Kleber in der Mulde 4 fixiert sein.
[0030] In der dargestellten Ausführungsform ist das Teilchen 10 als Kern 12 mit einer mehrschichtige
Umhüllung (13, 14, 15, 16) dargestellt, wobei darauf hinzuweisen ist, daß es sich
sowohl bei dieser Darstellung als auch bei den Darstellungen von Fig. 2 und Fig. 3
aus Veranschaulichungsgründen nicht um maßstabsgerechte Darstellungen handelt.
[0031] In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform umfaßt der Kern 12 des Teilchens 10
diejenige Substanz(en), die ihre hauptsächliche Wirkung im wesentlichen im Klarspülgang
der Geschirrspülmaschine entfaltet (entfalten), z.B. ein oder mehrere als Klarspüler
einsetzbare Tenside. Dieser Klarspüler-Kern 12 ist von einer ersten Trennschicht 13
umgeben, die aus einem wasserlöslichen Material besteht, das für die Substanzen des
Kerns 12 im wesentlichen undurchlässig ist, sich aber im Klarspülgang der Geschirrspülmaschine
schnell auflösen kann, um die Substanzen im Kern 12 freizusetzen.
[0032] Um diesen Mantel 13 herum ist eine weitere Umhüllung 14 ausgebildet, die so aufgebaut
ist, daß sie sich im wesentlichen erst zu Beginn des Klarspülganges auflöst. Zu diesem
Zweck umfaßt sie mindestens eine Verbindung, deren Löslichkeit mit sinkender Konzentration
eines spezifischen Ions im umgebenden Medium zunimmt.
[0033] Im einfachsten Fall kann die Löslichkeit mit einer sinkenden Konzentration des OH
--Ions und damit einem sinkenden pH-Wert gekoppelt sein. Beispiele für derartige Verbindungen
sind in der (nicht vorveröffentlichten) Patentanmeldung 198 34 180.6 beschrieben,
die hierdurch ausdrücklich in ihrer gesamten Offenbarung mit einbezogen werden soll.
[0034] Ein beispielhaftes Umhüllungsmaterial, das in der genannten Patentanmeldung aufgeführt
ist, ist das aus der Japanischen Patentanmeldung KOKAI
61-28440 beschriebene Polymer mit der folgenden Formel, wobei 1/(1+m+n) = 0,35; m/(1+m+n)
= 0,45; 1+m+n = 1.500 bis 1.800.

[0036] Ein weiteres pH-empfindliches Polymer, mit der Wiederholungseinheit II

ist kommerziell von der Firma SANKYO unter dem Markennamen AEA
® erhältlich.
[0037] Weitere Polymere, die für die Zwecke der vorliegenden Erfindung geeignet sind, sind
Polymere von Isomeren oder Derivaten von Pyridin, vorzugsweise Copolymere mit Styrol
oder Acrylnitril der folgenden Formel III und IV, in denen G einen Substituenten an
einer beliebigen Stelle des Pyridinringes darstellt.

sowie (z.B. statistische) Polymere, die von Chitosan abgeleitet sind, auf der Grundlage
der folgenden Monomer-Einheiten V und VI

[0038] Ein Beispiel für ein Ionenkonzentrations-empfindliches Polymere ist das Polysaccharid
κ-Carrageenan mit der folgenden Formel VI

das ein von der Kalium-Ionen-Konzentration im umgebenden Medium abhängiges Polymer
ist.
[0039] Selbstverständlich sind die in der Umhüllung 14 einsetzbaren Substanzen nicht auf
die soeben beschriebenen beschränkt, sondern umfassen sämtliche bekannten bzw. geeigneten
Verbindungen mit der entsprechenden Funktionalität.
[0040] Um diese Umhüllung 14 herum ist ein Mantel 15 ausgebildet, der die zweite funktionelle
Substanz für den Klarspülgang umfaßt, nämlich diejenige Substanz, die Kalkablagerungen
in der Geschirrspülmaschine und auf dem Spülgut verhindern soll, wie bspw. eine derjenigen
Substanzen, die oben erwähnt sind, d.h. entweder ein Komplexbildner, wie Phosphonat
oder Polymer, oder eine Substanz, die durch Bereitstellung ausreichender Acidität
das Carbonat/Bicarbonat-Gleichgewicht zum Bicarbonat hin verschiebt, um Ablagerungen
von Carbonat in der Geschirrspülmaschine und auf dem Spülgut zu verhindern, wie z.B.
eine Fruchtsäure wie Zitronensäure.
[0041] Als äußerste Schicht kann vorzugsweise noch eine wasserlösliche Schutzumhüllung 16
vorgesehen sein, um die Teilchen 10 während Lagerung und Transport zu schützen.
[0042] Die Schutzumhüllung 16 wird sich während der Auflösung der Tablette 1 im wesentlichen
bereits im Hauptspülgang der Geschirrspülmaschine auflösen.
[0043] Alternativ zu dieser Ausführungsform können sowohl die klarsµülaktive Komponente
als auch die kalkbelagsverhindernde Komponente (zumindest teilweise) im Kern 12 vereint
vorliegen. In dieser Ausführungsform ist der Mantel 15 nicht mehr zwingend erforderlich,
kann aber zusätzlich als Träger von zusätzlichen Mengen der kalkbelagsverhindemden
Komponente und/oder einer (ggf. weiteren) Aktivkomponente zur Verhinderung von Belägen
vorgesehen werden.
[0044] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Zusammensetzung in
Form einer Tablette 1, die in diesem Falle nur aus einer einzigen Schicht 2 besteht,
in der - wie in Fig. 1 - eine Mulde 4 zur Aufnahme eines entsprechenden bifunktionellen
Teilchens ausgebildet ist. In diesem Falle besteht der Kern aus zwei Halbkernen 12,
12', wobei ein erster Kern 12 die Substanz mit der einen Funktionalität, der zweite
Halbkern 12' die Substanz mit der anderen Funktionalität umfaßt. Vorzugsweise sind
beide Halbkerne durch eine Trennschicht 13 getrennt, die in ihrer Zusammensetzung
der entsprechenden Trennschicht 13 aus Fig. 1 entsprechen kann. Dies ist insbesondere
dann sinnvoll, wenn die Substanzen in den Halbkernen nicht miteinander verträglich
sind. Der Kern 12, 12' ist von der Umhüllung 14 umschlossen, die sicherstellt, daß
die Inhaltsstoffe des Kernes erst im Klarspülgang freigesetzt werden. In dieser Ausführungsform
werden daher beide Substanzen, d.h. Klarspüler-Substanz und Kalkbelagverhinderungs-Substanz,
erst im Klarspülgang freigesetzt. Aus Vereinfachungsgründen ist im vorliegenden Fall
die weitere Schutzumhüllung 16 weggelassen worden.
[0045] Fig. 3 beschreibt schließlich eine weitere Alternative der erfindungsgemäßen Zusammensetzung,
bei der die Tablette 1 - wie in Fig. 1 - wieder aus zwei Schichten, einer unteren
Schicht 2 und einer oberen Schicht 3, besteht. In diesem Falle ist allerdings in beiden
Schichten eine Mulde 4 bzw. 4' ausgebildet, die zur Aufnahme entsprechender Teilchen
10 bzw. 10' dienen. Die Kerne 12 bzw. 12' der Teilchen 10 bzw. 10' sind dabei so ausgebildet,
daß der eine Kern (bspw. 12) diejenige Substanz umfaßt, die ihre Funktion im wesentlichen
im Klarspülgang entfalten soll, z.B. als Klarspüler geeignetes Tensid, während der
andere Kern (12') diejenige Substanz enthält, die Kalkablagerungen in der Geschirrspülmaschine
und auf dem Spülgut verhindert, bspw. ein Komplexbildner wie Phosphonate oder entsprechende
Polymere oder ein Acidierungsmittel wie Zitronensäure. Während Kern 12 wie zuvor mit
einer Umhüllung 14 umgeben ist, die vorzugsweise, aber nicht notwendigerweise aus
demselben Material besteht und die - wie zuvor beschrieben - sicherstellt, daß die
Freisetzung der im Kern enthaltenden Substanz erst im Klarspülgang erfolgt, kann Kern
12' lediglich von einer Schutzumhüllung 16 umgeben sein, wie zuvor beschrieben. Natürlich
ist es auch möglich, auch Kern 12' mit derselben Umhüllung 14 zu umgeben wie Kern
12.
[0046] Die beschriebenen Teilchen können dabei entweder durch einen Preßvorgang oder durch
ein anderes Herstellungsverfahren hergestellt werden. Wenn zwei oder mehr Teilchen
verwendet werden, wie in der Ausführungsform nach Fig. 3 oder der nachfolgenden Ausführungsform
nach Fig. 4, können die Teilchen selbstverständlich auch mit unterschiedlichen Verfahren
hergestellt werden.
[0047] Fig. 4 zeigt schließlich eine weitere Alternative der erfindungsgemäßen Zusammensetzung.
Tablette 1, bestehend aus einer einzigen Schicht 2, weist in einer Oberfläche zwei
Mulden 4, 4' auf. Die Oberfläche mit den Mulden 4 und 4' wird dann mit einem Film
20 überzogen, der bspw. aus einem der Materialien besteht, die in den vorherigen Ausführungsformen
für die Schutzumhüllung 14 beschrieben sind. Daraufhin wird Mulde 4 mit einem klarspülaktiven
Material 12 und Mulde 4' mit einem kalkbelagsverhindernden Material 12' gefüllt. Die
Materialien 12 und 12' können - wie in den vorherigen Ausführungsformen - zu einem
Teilchen ausgeformt sein, können aber auch als Pulverzusammensetzungen oder viskose,
gelartige Zusammensetzungen eingefüllt werden. Abschließend wird ein weiterer Film
20' aufgebracht, der die gleiche oder eine ähnliche Rezeptur wie Film 20 aufweist.
Auf diese Weise werden das klarspülaktive Material 12 und das kalkbelagverhindernde
Material 12' ebenfalls vollständig von einem Schutzüberzug umhüllt (und/oder auch
beide erst im Klarspülgang freigesetzt).
[0048] Zu weiteren möglichen Ausgestaltungen von Tabletten mit darin oder daran angeordneten
Teilchen bzw. weiteren Details zur Zusammensetzung und Herstellung von Klarspülerteilchen
bzw. pH- bzw. Ionenkonzentrations-empfindlichen Umhüllungen, wird erneut Bezug genommen
auf die bereits zuvor genannte Patentanmeldung
DE 198 34 180.6.
Beispiel
[0049] Zur weiteren Veranschaulichung wird im folgenden ein Beispiel für eine mögliche Ausführungsform
vorgelegt. Dabei kann die Rezeptur der Tablette derjenigen einer handelsüblichen Zweischichttablette
entsprechen. Kern 12 enthält als klarspülaktive Substanzen 57 Gew.-% Polyethylenglykol
(Molekulargewicht ca. 35.000) sowie 28 Gew.-% Fettalkohol-ethoxylat-propoxylat. Als
Substanz zur Verhinderung von Kalkablagerungen sind im Kern 12 15 Gew.-% Zitronensäure
enthalten.
[0050] Alternativ kann die Zitronensäure in Kern 12 ganz oder teilweise weggelassen und
ganz oder teilweise in der Umhüllung 14 vorgesehen werden.
[0051] Schutzumhüllung 15 enthält (in Gew.-% des gesamten Teilchens) 1,3 % des oben näher
beschriebenen Polymers gemäß der Japanischen Patentanmeldung Kokai
61-28440, 3,0% Hydroxypropylmethylcellulose und 3,0 % Polyvinylalkohol.
[0052] Eine Trennschicht 13 und eine Schutzumhüllung 16 sind im vorliegenden Fall nicht
vorgesehen.
[0053] Für eine handelsübliche Zweischichttablette wurden Kerne mit einem Durchmesser von
ca. 12 mm (1 g) hergestellt und in geeigneten Vorrichtungen mit den beschriebenen
Umhüllungsmaterialien ummantelt.
[0054] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen sowie in den Zeichnungen offenbarten
Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für
die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich
sein.
1. Zusammensetzung zur Verwendung in einer Geschirrspülmaschine,
gekennzeichnet durch
- eine Basiszusammensetzung, die ihre Funktion im wesentlichen im Hauptreinigungsgang
der Geschirrspülmaschine entfaltet, in Form einer Tablette (1);
- mindestens einen in oder an der Tablette (1) separat angeordneten Bereich (10),
der so wohl wenigstens eine Substanz, die ihre Funktion im wesentlichen im Klarspülgang
der Geschirrspülmaschine entfalten soll, als auch wenigstens eine Substanz, die Kalkablagerungen
in der Geschirrspülmaschine und/oder auf dem Spülgut verhindert, umfasst; und
- Mittel (14), um sicherzustellen, dass wenigstens diejenige Substanz, die ihre Funktion
im wesentlichen im Klarspülgang der Geschirrspülmaschine entfalten soll, zumindest
überwiegend erst frühestens zu Beginn des Klarspülganges freigesetzt wird.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Substanzen in dem separat angeordneten Bereich (10) miteinander vermischt vorliegen.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Substanzen in dem separat angeordneten Bereich (10) getrennt in zwei Teilbereichen
(12,15 ; 12,12') vorliegen.
4. Zusammensetzung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Substanz(en), die ihre Funktion im wesentlichen im Klarspülgang der Geschirrspülmaschine
entfalten soll(en), in dem einen Teilbereich (12 oder 15 ; 12 oder 12') und die Substanz(en),
die Kalkablagerungen in der Geschirrspülmaschine und/oder auf dem Spülgut verhindert
(verhindern), in dem anderen Teilbereich (15 oder 12 ; 12'oder 12) vorliegt (vorliegen).
5. Zusammensetzung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der (die) Bereich(e) (10) einen Kern (12), der im wesentlichen die Substanz umfasst,
die ihre Funktion im wesentlichen im Klarspülgang, der Geschirrspülmaschine entfalten
soll; und einen Mantel (15) um diesen Kern (12), der die Substanz umfasst, die Kalkablagerungen
in der Geschirrspülmaschine und/oder auf dem Spülgut verhindert, umfasst (umfassen).
6. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Teilbereichen (12,15 ; 12,12') eine für die Substanzen im wesentlichen
undurchlässige Trennschicht (13) vorgesehen ist.
7. Zusammensetzung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (14) eine geeignet angeordnete Umhüllung umfassen, die mindestens eine
Verbindung umfasst, deren Löslichkeit mit sinkender Konzentration eines spezifischen
Ions im umgebenden Medium zunimmt.
8. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, um sicherzustellen, dass die Substanz(en), die Kalkablagerungen
in der Geschirrspülmaschine und/oder auf dem Spülgut verhindert (verhindern), zumindest
teilweise vor dem Klarspülgang freigesetzt wird (werden).
9. Zusammensetzung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als äußerste Schicht eine zusätzliche wasserlösliche Schutzumhüllung (16) vorgesehen
ist.
10. Zusammensetzung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Substanz zur Verhinderung von Kalkablagerungen eine Substanz ist, die zur Komplexbildung
in der Lage ist
11. Zusammensetzung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Substanz ausgewählt ist aus der Gruppe, die aus Phosphonaten und Polymeren besteht
12. Zusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymere Po-Iyacrylate oder Copolymere derselben sind.
13. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Substanz zur Verhinderung von Kalkablagerungen eine Substanz ist, die im Klarspülgang
das Gleichgewicht CarbonatBicarbonat im Spülmedium in Richtung Bicarbonat verschiebt.
14. Zusammensetzung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Substanz eine Säure oder ein Säuregemisch ist.
15. Zusammensetzung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Säure(n) ausgewählt ist (sind) aus der Gruppe der Carbonsäuren.
16. Zusammensetzung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Säure(n) ausgewählt ist (sind) aus der Gruppe der Fruchtsäuren.
17. Zusammensetzung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Fruchtsäure Zitronensäure ist.
18. Zusammensetzung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung (14) wenigstens eine Verbindung umfasst, deren Löslichkeit mit sinkender
OH--Ionenkonzentration und damit abnehmendem pH-Wert im umgebenden Medium zunimmt.