[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Falten von insbesondere Hosenbeine aufweisenden
Bekleidungsstücken gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft weiterhin
eine Vorrichtung zum Falten von insbesondere Hosenbeine aufweisenden Bekleidungsstücken
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 5.
[0002] In Wäscherei- und Konfektionsbetrieben werden zu faltende Bekleidungsstücke von sogenannten
Faltautomaten automatisch gefaltet. Die Bekleidungsstücke werden dabei in einem Faltbereich
des Faltautomaten mindestens einmal quergefaltet. Erforderlichenfalls erfolgt auch
wengistens eine Längsfaltung.
[0003] Bei Hosenbeinen aufweisenden Bekleidungsstücken, und zwar insbesondere Arbeitsbekleidungsstücke,
wie Latzhosen, aber auch gewöhnliche Hosen, erfolgt zunächst ein Übereinanderlegen
der Hosenbeine. Dabei werden die Hosenbeine in der Regel nur größtenteils zur Überlappung
gebracht, obwohl sie bei bestimmten Hosen auch vollständig überlappen können. Die
Erfindung betrifft beide Möglichkeiten, also sowohl das ganze als auch teilweise Überlappen
der Hosenbeine.
[0004] Bei bekannten Faltautomaten werden die Hosenbeine im hängenden Zustand hintereinander
verschränkt. Das erfordert einen erheblichen apparativen Aufwand. Außerdem kann es
sein, dass im hängenden Zustand mindestens teilweise in Deckung gebrachte Hosenbeine
sich bis zum Erreichen des Faltbereichs wieder auseinanderbewegen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine einfache Vorrichtung
zum Falten von insbesondere Hosenbeine aufweisenden Bekleidungsstücken zu schaffen,
die das Übereinanderlegen der Hosenbeine mit geringem Aufwand zulassen und sicherstellen,
dass die Hosenbeine bis zum Erreichen des Faltbereichs sich nicht wieder auseinanderbewegen.
[0006] Ein Verfahren zur Lösung dieser Aufgabe weist die Maßnahmen des Anspruchs 1 auf.
Das Übereinanderlegen der Hosenbeine im liegenden Zustand kann kurz vor dem eigentlichen
Faltbereich erfolgen. Wenn die Hosenbeine flach übereinanderliegen, können sie sich
bis zum Faltbereich nicht so leicht auseinanderbewegen wie das der Fall ist, wenn
die Hosenbeine im hängenden Zustand zur Überlappung gebracht werden.
[0007] Bevorzugt ist vorgesehen, die Hosenbeine des Bekleidungsstücks auf einer etwa horizontalen
Unterlage liegend übereinander zu legen. Vorzugsweise geschieht das Übereinanderlegen
der sich auf der etwa horizontalen Unterlagen befindenden Hosenbeine während des Weitertransports
des Bekleidungsstücks in Richtung zum Faltbereich. Die auf der Unterlagen liegenden
Hosenbeine lassen sich besonders einfach zusammen- bzw. übereinanderlegen. Das gilt
vor allem, wenn die Hosenbeine während des Weitertransports zum Faltbereich übereinandergelegt
werden.
[0008] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens ist es vorgesehen, die Hosenbeine
des Bekleidungsstücke während des Weitertransports in Richtung zum Faltbereich von
schräggerichteten Bürstenwalzen aufeinander zu legen. Bei den Bürstenwalzen handelt
es sich um einfach zu realisierende Hilfsmittel zum Übereinanderlegen der Hosenbeine,
zumal sie nicht angetrieben zu sein brauchen. Es hat sich gezeigt, dass die Bürstenwalzen
ausreichen können, um die Hosenbeine in der gewünschten Weise übereinander zu legen,
wobei außerdem ein Glattziehen der Hosenbeine erfolgt.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens werden die Hosenbeine vor dem
Übereinanderlegen in verschiedene parallele Ebenen gebracht. Mit anderen Worten wird
vor dem Übereinanderlegen der Hosenbeine ein Hosenbein angehoben, und zwar der Länge
nach. Dadurch liegen die Hosenbeine zum Übereinanderlegen in verschiedenen Ebenen
mit geringfügigem Abstand übereinander. Infolge dessen berühren sich die Hosenbeine
beim Übereinanderlegen nicht, was ein faltenfreies Übereinanderlegen der Hosenbeine
zur Folge hat, und zwar insbesondere dann, wenn das Übereinanderlegen mit schräggerichteten
Bürstenwalzen erfolgt.
[0010] Eine Vorrichtung zur Lösung der eingangs genannten Aufgabe weist die Merkmale des
Anspruchs 5 auf. Demnach ist eine Beinlegestation mit einer horizontalen oder nahezu
horizontalen Legefläche vorgesehen, auf der die Hosenbeine übereinanderlegbar sind.
Die Hosenbeine ruhen auf der horizontalen Legefläche und werden dadurch selbsttätig
auf der Legefläche fixiert. Die auf der horizontalen Legefläche ruhenden Hosenbeine
sind einfach und faltenfrei übereinanderlegbar. Eine solche Vorrichtung verfügt einen
einfachen Aufbau.
[0011] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Vorrichtung sieht es vor, dass die. Legefläche
eine auf-und abbewegbare Zusatzlegefläche aufweist. Diese Zusatzlegefläche erstreckt
sich vorzugsweise nur über eine Hälfte der Legefläche. Die Zusatzlegefläche kann sich
aber auch über etwas mehr als die Hälfte der Legefläche erstrecken. Es ruht so ein
Hosenbein auf der festen Legefläche, während das andere Hosenbeine auf der daneben
angeordneten Zusatzlegefläche aufliegt. Die Zusatzlegefläche ist ebenso horizontal
oder annähernd horizontal verlaufend wie die Legefläche. Durch eine Aufwärtsbewegung
der Zusatzlegefläche kann das auf dieser liegende Hosenbein in eine andere, höherliegende
Ebene gebracht werden als das auf der festen Legefläche aufliegende andere Hosenbein.
Die so in unterschiedliche Ebenen gebrachten Hosenbeine lassen sich besonders einfach
glatt übereinanderlegen.
[0012] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht es vor, der Legefläche und vorzugsweise
auch der Zusatzlegefläche frei drehbare Bürstenwalzen zum Übereinanderlegen der Hosenbeine
zuzuordnen. Die Bürstenwalzen straffen die Hosenbeine und bewegen sie zusammen, um
sie so in eine überlappende Position zueinander zu bringen. Das geschieht, während
das Bekleidungsstück, insbesondere die Latzhose, in Richtung zum Faltbereich der Vorrichtung
weitertransportiert wird und ein Hosenbein von der Zusatzlegefläche etwas angehoben
worden ist. Die ohnehin erforderliche Transportbewegung wird somit erfindungsgemäß
ausgenutzt, um ohne zusätzliche angetriebene Komponenten die Hosenbeine übereinander
zu legen.
[0013] Bevorzugt ist es vorgesehen, der Legefläche auf jeder Seite ihrer Längsmittelachse
jeweils ein Bürstenpaar aus zwei übereinanderliegenden Bürstenwalzen zuzuordnen. Dadurch
ist jedes Hosenbein zwischen den Bürstenwalzen eines Bürstenwalzenpaars hindurchbewegbar.
Dabei legen die Bürstenwalzenpaare die Beine übereinander, wobei sie von den Bürstenwalzenpaaren
gleichzeitig geglättet werden.
[0014] Eine Weiterbildung der Vorrichtung sieht es vor, den Abstand zwischen den Bürstenwalzen
jedes Bürstenwalzenpaars zu verändern. Auf diese Weise können die Bürstenwalzen durch
Auseinanderfahren außer Betrieb gesetzt werden, so dass sie mit Bekleidungsstücken
nicht in Kontakt kommen. Hingegen sind die Bürstenwalzen der Bürstenwalzenpaare zusammenfahrbar,
wenn Hosenbeine aufweisende Bekleidungsstücke gefaltet werden sollen. Zweckmäßigerweise
werden die Bürstenwalzen erst dann zusammengefahren, wenn die Hosenbeine einer Hose
bereits die Legefläche erreicht haben und an den Bundbereich der Hose anschließende
Bereiche der Hosenbeine sich schon zwischen den Bürstenwalzen jedes Bürstenwalzenpaars
befinden.
[0015] Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Vorrichtung sind die auf Längsmittelachsen
der Bürstenwalze liegenden Drehachsen jedes Bürstenwalzenpaars parallel verlaufend
übereinanderliegend angeordnet, wobei die parallelen Drehachsen der Bürstenwalzen
der unterschiedlichen Bürstenwalzenpaare unter einem stumpfen Winkel V-förmig zueinander
verlaufen. Dieser V-förmige Verlauf der Bürstenwalzenpaare ist so getroffen, dass
der von den Bürstenwalzenpaaren eingeschlossene stumpfe Winkel in Transportrichtung
des Bekleidungsstücks gesehen auf der Vorderseite der Bürstenwalzenpaare angeordnet
ist. Durch diese gezielte V-förmige Relativanordnung ziehen die Bürstenwalzenpaare
die Hosenbeine beim Hindurchlaufen durch die Bürstenwalzenpaare zusammen, wodurch
es zu einem gezielten Übereinanderlegen der Hosenbeine kommt. Die Hosenbeine werden
sozusagen beim Hindurchziehen durch die Bürstenwalzenpaare auf gegenüberliegenden
Seiten der Längsmittelachse der Legefläche sowohl glatt gezogen als auch im liegenden
Zustand übereinandergelegt. Dadurch ist ein faltenfreies nachfolgendes Falten des
Bekleidungsstücks, insbesondere der Hosenbeine, gewährleistet.
[0016] Es ist eine Weiterbildung der Vorrichtung denkbar, bei der auf beiden Seiten der
Legefläche ein- und ausfahrbare Legeflächenverbreiterungen angeordnet sind. Diese
Legeflächenverbreiterungen können dazu dienen, breitere Bekleidungsstücke zu stützen,
wenn diese über die Legefläche hinweg transportiert werden.
[0017] Die Erfindung sieht es weiterhin vor, im Bereich der Legefläche oder auch davor mindestens
ein Detektionsmittel anzuordnen. Dieses Detektionsmittel ist so ausgebildet und positioniert,
dass es detektiert, ob das der Legefläche zugeführt Bekleidungsstück Hosenbeine aufweist
oder nicht. Auf diese Weise ist es möglich, die Zusatzlegefläche nur dann anzuheben
und die Bürstenwalzen der Bürstenwalzenpaare nur dann zusammenzufahren, wenn der Legefläche
Hosenbeine aufweisende Bekleidungsstücke zugeführt werden. Bei anderen Bekleidungsstücken
hingegen, die ein Übereinanderlegen von Hosenbeinen nicht erfordern, bleiben die Bürstenwalzen
auseinandergefahren, so dass sie mit solchen Bekleidungsstücken nicht in Kontakt kommen.
Auch bleibt die Zusatzlegefläche abgesenkt, so dass ihre Oberseite etwa bündig mit
der ebenen Legefläche abschließt. Dadurch beeinträchtigen die Bürstenwalzen und die
Zusatzlegefläche bei Nichtgebrauch, nämlich beim Vorhandensein von Bekleidungsstücken
ohne Hosenbeine, die Bekleidungsstücke nicht.
[0018] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf eine Legefläche der Vorrichtung bei nebeneinanderliegenden Hosenbeinen
einer punkt-strich-liniert dargestellten Latzhose,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Legefläche der Vorrichtung analog zur Fig. 2 bei übereinandergelegten
Hosenbeinen,
- Fig. 4
- einen Schnitt IV-IV durch die in der Fig. 2 dargestellte Vorrichtung,
- Fig. 5
- einen Schnitt V-V durch die Vorrichtung der Fig. 2,
- Fig. 6
- einen Schnitt analog zur Fig. 5 bei übereinandergelegten Hosenbeinen, und
- Fig. 7
- einen Schnitt analog zur Fig. 5 bei in einem deaktivierten Zustand auseinandergefahrenen
Zwischenwalzen.
[0019] Die Figuren zeigen einen Teil einer im Fachjargon als Faltautomaten bezeichneten
Vorrichtung zum Falten von Bekleidungsstücken, insbesondere Berufsbekleidungsstücken.
Der Faltautomat eignet sich zum Falten von Bekleidungsstücken jeglicher Art. Die Erfindung
bezieht sich auf eine besondere Ausbildung des Faltautomaten zum Falten von Hosenbeine
10 aufweisenden Bekleidungsstücken wie Latzhosen oder Bundhosen. In einigen Figuren
ist beispielhaft punkt-strich-liniert eine Latzhose 10 mit Hosenbeinen 11 dargestellt.
[0020] Die vom Faltautomaten jeweils zu faltende Latzhose 10 wird an nicht gezeigten Transportbügeln
hängend dem Faltautomaten zugeführt. Dazu dient ein schematisch in der Fig. 1 dargestelltes
Schienenfördersystem mit entsprechende Verläufe aufweisenden Förderschienen 12. Der
jeweilige Transportbügel hängt mit einem Bügelhaken auf der Förderschiene 12. Nicht
gezeigte Mitnehmer der Förderschiene 12 transportieren die am Transportbügel hängende
Latzhose 10 in Zuführrichtung 13 zum Faltautomaten. In Zuführrichtung 13 gesehen befindet
sich am Anfang des Faltautomaten eine horizontale Legefläche 14. Abweichend vom gezeigten
Ausführungsbeispiel kann die Legefläche 14 auch leicht schräg verlaufen, und zwar
in Zuführrichtung 13 etwas ansteigend. Auf die Legefläche 14 folgt ein Faltbereich
15 des Faltautomaten. Im Faltbereich 15 wird die Latzhose 10 je nach Bedarf ein- oder
mehrmals quergefaltet. Der Faltbereich 15 ist so ausgebildet, dass er auch zum Falten
anderer Bekleidungsstücke, insbesondere Berufsbekleidungsstücke, geeignet ist und
gegebenenfalls auch andere Faltungen, beispielsweise Längsfaltungen, ausführen kann.
[0021] In erfindungsgemäß besonderer Weise erfolgt das Übereinanderlegen der Hosenbeine
11 vor dem Zuführen der Latzhose 10 zum Faltbereich 15. Die Hosenbeine 11 werden im
liegenden Zustand auf der Liegefläche 14 übereinandergelegt, und zwar so, dass sie
teilweise überlappen, und zwar insbesondere die Enden 16 der Hosenbeine 11 größtenteils
übereinanderliegen (Fig. 3).
[0022] Die im gezeigten Ausführungsbeispiel vor dem Faltbereich 15 sowohl in Zuführrichtung
13 als auch quer dazu horizontal verlaufende Legefläche 14 verfügt über eine sich
in Zuführrichtung 13 erstreckende Längsmittelachse 17, die mittig durch die Legefläche
14 verläuft. Dadurch befindet sich auf beiden Seiten der Längsmittelachse 17 eine
gleich große Hälfte der Legefläche 14. Einer Hälfte (in den Fig. 2 und 3 der linken
Hälfte) der Legefläche 14 ist eine Zusatzlegefläche 18 zugeordnet. Die Zusatzlegefläche
18 überlappt die (linke) Hälfte der Legefläche 14 vollständig, wobei im gezeigten
Ausführungsbeispiel eine innere Längskante 19 der Zusatzlegefläche 18 etwas über die
Längsmittelachse 17 hinausragt (Fig. 2 bis 7), so dass die Zusatzlegefläche 18 geringfügig
größer ist als eine Hälfte der Legefläche 14. Die Zusatzlegefläche 18 ist durch geeignete
Antriebe, beispielsweise Pneumatikzylinder, auf- und abbewegbar. Im vollständig abgesenkten
Zustand liegt die Zusatzlegefläche 18 auf der Legefläche 14 auf (Fig. 7). Im angehobenen
Zustand befindet sich die Zusatzlegefläche 18 mit parallelem Abstand etwas über der
Legefläche 14, und zwar so weit, dass in einem Spalt 25 zwischen der angehobenen Zusatzlegefläche
18 und dem sich darunter befindlichen Teil der Legefläche 14 ein Teil eines nicht
von der Zusatzlegefläche 18 angehobenen Hosenbeins 11 (im gezeigten Ausführungsbeispiels
des rechten Hosenbeins 11) liegen kann.
[0023] Der Legefläche 14 sind zwei gleich ausgebildete Bürstenwalzenpaare aus jeweils zwei
übereinanderliegenden Bürstenwalzen 20 zugeordnet. Jede Bürstenwalze 20 ist frei drehbar
um eine durch die Längsmittelachse der jeweiligen Bürstenwalze 20 verlaufende Drehachse
21. Die Drehachsen 21 beider Bürstenwalzen 20 jedes Bürstenwalzenpaars verlaufen parallel
zueinander, und zwar horizontalgerichtet.
[0024] Von oben auf die Legefläche 14 gesehen sind die beiden Bürstenwalzenpaare V-förmig
zueinander angeordnet, so dass die Drehachsen 21 der Bürstenwalzen unter einem stumpfen
Winkel von weniger als 180° zur Längsmittelachse 17 verlaufen. Die V-förmige Anordnung
der Bürstenwalzenpaare ist so getroffen, dass der von den beiden Bürstenwalzenpaaren
auf gegenüberliegenden Seiten der Längsmittelachse 17 eingeschlossene Winkel von weniger
als 180° auf der dem Faltbereich 15 zugewandten Seite liegt. Zwischen den Bürstenwalzen
20 jedes einer Hälfte der Legefläche 14 zugeordneten Bürstenwalzenpaars läuft ein
Hosenbein 11 beim Herüberziehen der am Transportbügel hängenden Latzhose 10 in Zuführrichtung
13 hindurch (Fig. 2 und 3).
[0025] Die Bürstenwalzen 20 jedes Bürstenwalzenpaars sind durch einen geeigneten Antrieb,
beispielsweise Pneumatikzylinder, zusammen- und auseinanderbewegbar. Bei zusammenbewegten
Bürstenwalzen 20 berühren die Enden der Borsten die zwischen den Bürstenwalzen 20
hindurchgezogenen Hosenbeine 11 auf der Ober- und Unterseite, die dadurch in reibschlüssiger
Verbindung mit den Borsten der Bürstenwalzen 20 stehen. Im auseinandergefahrenen Zustand
sind die Enden der Borsten der Bürstenwalze 20 jedes Bürstenwalzenpaars so weit voneinander
beabstandet, dass zwischen ihnen ein ausreichend großer Spalt 25 vorhanden ist, durch
den Teile der Latzhose 10, insbesondere aber andere Bekleidungsstücke, ohne Kontakt
mit den Bürstenwalzen 20 hindurchziehbar sind. Wenn die Bürstenwalzen 20 auseinandergefahren
sind (Fig. 7), befinden sich die untenliegenden Borsten der oberen Bürstenwalzen 20
mit Abstand über der Legefläche 14, während die obenliegenden Borsten der unteren
Bürstenwalze 20 sich unterhalb der Legefläche 14 und insbesondere auch unterhalb der
Zusatzlegefläche 18 befinden. Zu diesem Zweck weisen die Legeflächen 14 und die Zusatzlegeflächen
18 in den Bereichen der Bürstenwalzenpaare Durchbrüche 26 für die unteren Bürstenwalzen
20 auf, wodurch in deaktiviertem Zustand (Fig. 7) die unteren Bürstenwalzen 20 unter
die Legefläche 14 und die Zusatzlegefläche 18 zurückgefahren werden können.
[0026] Bei der gezeigten Vorrichtung (Faltautomat) verfügt die Legefläche 14 über seitlich
ein-und ausfahrbare Legeflächenverbreiterungen 22. In der Fig. 2 sind die ausgefahrenen
Legeflächenverbreiterungen 22 dargestellt. Diese plattenförmigen Legeflächenverbreiterungen
22 verbreitern den in Zuführrichtung 13 vornliegenden Bereich der Legefläche 14, indem
die Legeflächenverbreiterungen 22 gegenüberliegende Längsränder 23 der Legefläche
14 verbreitern. In der Fig. 3 ist die Legefläche bei eingefahrenen Legeflächenverbreiterungen
22 dargestellt. In diesem Zustand sind die Legeflächenverbreiterungen 22 unter der
Legefläche 14 zusammengefahren, so dass sie nicht oder nicht nennenswert gegenüber
den Längsrändern 23 vorstehen. Die Legeflächenverbreiterungen 22 können alternativ
auch aus ein- und ausfahrbaren Stangen, Bügeln oder dergleichen gebildet sein.
[0027] Die Vorrichtung verfügt des Weiteren über wenigstens ein nicht gezeigtes Detektionsmittel,
das vorzugsweise in Zuführrichtung 13 gesehen vor der Legefläche 17 angeordnet ist.
Diese Detektionsmittel ermitteln die Art des dem Faltautomaten zugeführten Bekleidungsstücks.
Insbesondere ist das mindestens eine Detektionsmittel so ausgebildet und vor der Legefläche
14 angeordnet, dass es Bekleidungsstücke mit Hosenbein 11, also im vorliegenden Falle
Latzhosen 10, erkennt und dementsprechend die Zusatzlegefläche 18 hoch- und die Bürstenwalzen
20 jedes Bürstenwalzenpaars zusammenfährt, sobald der Bundbereich 24 der Latzhose
10 die Bürstenwalzen 20 in Zuführrichtung 13 gesehen passiert hat.
[0028] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend unter Bezugnahme auf den zuvor beschriebenen
Faltautomaten, insbesondere die Fig. 2 bis 7, im Zusammenhang mit der dargestellten
Latzhose 10 näher erläutert:
[0029] Die an einem Transportbügel hängende Latzhose 10 wird in Zuführrichtung 13 dem Faltautomaten
zugeführt und mit dem am Transportbügel hängenden Bundbereich 24 voran auf die Legefläche
14 aufgezogen. Dabei wird von dem mindestens einen Detektionsmittel wenigstens ein
Hosenbein 11 detektiert, wenn sich dieses noch vor der Legefläche 14 befindet, also
frei herunterhängt. Dabei wird erkannt, dass eine Latzhose 10 mit Hosenbeinen 11 zu
falten ist und die Steuerung des Faltautomaten entsprechend aktiviert. Es werden dann
als erstes erforderlichenfalls die Legeflächenverbreiterungen 22 gegensinnig auseinandergefahren,
so dass sie gegenüber den Längsrändern 23 der Legefläche 14 auf beiden Seiten vorstehen
(Fig. 2).
[0030] Mit dem längs der Förderschiene 12 in Zuführrichtung 13 weiterbewegten Transportbügel
wird die Latzhose 10 zunächst mit dem Bundbereich 24 über die flache, horizontale
Legefläche 14 gezogen. Dabei ist die Zusatzlegefläche 18 noch auf den darunterliegenden
(linken) Teil der Legefläche 14 abgesenkt und es sind die Bürstenwalzen 20 beider
Bürstenwalzenpaare auseinandergefahren (Fig. 7), so dass der Bundbereich 24 der Latzhose
10 über die Legefläche 14 und die Zusatzlegefläche 18 entlanggleiten kann, ohne dass
dabei die Latzhose 10, insbesondere der Bundbereich 24, in Kontakt mit den Bürstenwalzen
20 gelangt.
[0031] Sobald der Bundbereich 24 der Latzhose 11 mindestens die Bürstenwalzenpaare und vorzugsweise
auch einen Großteil der Zusatzlegefläche 18 passiert hat (Fig. 2), werden die Zusatzlegefläche
18 hoch und die Bürstenwalzen 20 beider Bürstenwalzenpaare zusammengefahren. Dieses
kann gleichzeitig, aber gegebenenfalls auch zeitversetzt erfolgen, indem zuerst die
Zusatzlegefläche 18 hochgefahren wird und erst anschließend ein Zusammenfahren der
Bürstenwalzen 20 erfolgt oder auch umgekehrt.
[0032] Durch das Hochfahren der Zusatzlegefläche 18 wird diese von der darunterliegenden
(linken) Hälfte der Legeflächen 14 beabstandet und dabei das (linke) Hosenbein 11
angehoben, so dass das (rechte) Hosenbein 11 auf der nach dem Anheben der Zusatzlegefläche
18 tieferliegenden Legefläche 14 liegen bleibt. Die auf der Legefläche 14 etwa horizontalgerichtet
liegenden Hosenbeine 11 befinden sich dann in zwei unterschiedlichen Ebenen. Durch
das Zusammenfahren der Bürstenwalzen 20 beider Bürstenwalzenpaare wird jedes Hosenbein
11 quasi zwischen den Bürstenwalzen 20 jeweils eines Bürstenwalzenpaars eingeklemmt.
Die Borsten der Bürstenwalzen 20 kommen dabei zur reibschlüssigen Anlage an die Hosenbeine
11, und zwar sowohl an der Oberseite als auch an der Unterseite jedes Hosenbeins 11
(Fig. 5).
[0033] Bei der Weiterbewegung der Latzhose 10 in Zuführrichtung 13 werden die frei drehbaren
Bürstenwalzen 20 von den zwischen den Bürstenwalzen 20 jedes Bürstenwalzenpaars liegenden
Hosenbeine 11 in Drehung versetzt. Infolge der V-förmigen Anordnung der Bürstenwalzenpaare
wird von den Bürstenwalzen 20 eine quer zu den Drehachsen 21 der Bürstenwalzen 20
gerichtete Kraft auf die Hosenbeine 11 ausgeübt, die in Zuführrichtung gesehen zur
Längsmittelachse 17 hin konvergiert. Dadurch werden beim Weiterbewegen der Hosenbeine
11 zwischen den Bürstenwalzen 20 der Bürstenwalzenpaare hindurch die Hosenbeine 11
zusammenbewegt und übereinandergelegt (Fig. 6). Dieses Übereinanderlegen der Hosenbeine
11 wird begünstigt durch die angehobene Zusatzlegefläche 18, wodurch sich die Hosenbeine
11 in unterschiedlichen Ebenen befinden und die flachliegenden Hosenbeine 11 ohne
sich gegenseitig zu berühren, übereinandergelegt werden können.
[0034] Die Reibung der frei drehbaren Bürstenwalzen 20 begünstigt das im liegenden Zustand
erfolgende Übereinanderlegen der Hosenbeine 11 und führt gleichzeitig zu einer Streckung
der Hosenbeine 11 infolge des beim Übereinanderlegen der Hosenbeine 11 erfolgenden
Weitertransport der Latzhose 10 in Zuführrichtung 13. Dabei kann es gegebenenfalls
zu einem geringen Schlupf zwischen den Bürstenwalzen 20 und den Hosenbeinen 11 kommen,
was zu einem verbesserten Glättungseffekt der Hosenbeine 11 beim im liegenden Zustand
erfolgenden Übereinanderliegen derselben führt.
[0035] Die Faltvorrichtung eignet sich auch zum Falten anderer Bekleidungsstücke, insbesondere
Berufsbekleidungsstücke, und zwar vor allem auch solche, die keine Hosenbeine 11 aufweisen.
Werden solche Bekleidungsstücke dem Faltautomaten zugeführt, wird das vor der Legefläche
14 durch das mindestens eine dort angeordnete Detektionsmittel festgestellt. Es erfolgt
daraufhin eine geeignete Einstellung der Steuerung des Faltautomaten. Das keine Hosenbeine
11 aufweisende Bekleidungsstücke wird dann bei abgesenkter Zusatzlegefläche 18 und
auseinandergefahrenen Bürstenwalzen 20 über die Legefläche 14 herübergezogen, wobei
durch die auseinandergefahrenen Bürstenwalzen 20 ein solches Bekleidungsstück mit
den Bürstenwalzen 20 nicht in Kontakt tritt. Je nach Bekleidungsstück können die Legeflächenverbreiterungen
22 kurzfristig ausgefahren sein oder auch zusammengefahren bleiben.
Bezugszeichenliste:
[0036]
- 10
- Latzhose
- 11
- Hosenbein
- 12
- Förderschiene
- 13
- Zuführrichtung
- 14
- Legefläche
- 15
- Faltbereich
- 16
- Ende
- 17
- Längsmittelachse
- 18
- Zusatzlegefläche
- 19
- Längskante
- 20
- Bürstenwalze
- 21
- Drehachse
- 22
- Legeflächenverbreiterung
- 23
- Längsrand
- 24
- Bundbereich
- 25
- Spalt
- 26
- Durchbruch
1. Verfahren zum Falten von insbesondere Hosenbeine (11) aufweisenden Bekleidungsstücken,
wobei zunächst die Hosenbeine (11) zur Überlappung miteinander gebracht werden und
anschließend das Bekleidungsstück gefaltet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Hosenbeine (11) im liegenden Zustand übereinandergelegt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hosenbeine (11) des Bekleidungsstücks auf einer horizontalen Unterlage liegend
übereinandergelegt werden, insbesondere während des Weitertransports über die Unterlage.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hosenbeine (11) des Bekleidungsstücks während des Weitertransports von schräggerichteten
Bürstenwalzen (20) übereinandergelegt werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hosenbein (11) zum Übereinanderlegen der Hosenbeine (11) angehoben wird, insbesondere
die Hosenbeine (11) vor dem Übereinanderlegen in verschiedene, vorzugsweise parallele,
Ebenen gebracht werden.
5. Vorrichtung zum Falten von insbesondere Hosenbeine (11) aufweisenden Bekleidungsstücken
mit einer Einrichtung zur Herbeiführung einer Überlappung der Hosenbeine (11), einem
nachfolgenden Faltbereich (15) und einer Transporteinrichtung zum Weitertransport
der an Transportbügeln hängenden Bekleidungsstücke, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Herbeiführung der Überlappung der Hosenbeine (11) eine horizontale
oder zumindest nahezu horizontale Legefläche (14) aufweist, auf der die Hosenbeine
(11) übereinanderlegbar sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Legefläche (14) eine auf- und abbewegbare Zusatzlegefläche (18) zugeordnet ist,
vorzugsweise die Zusatzlegefläche (18) sich mindestens über eine neben einer in Zuführrichtung
(13) verlaufenden Längsmittelachse (17) liegende Hälfte der Legefläche (14) erstreckt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Legefläche (14) Bürstenwalzen (20) zum Übereinanderlegen der Hosenbeine (11)
zugeordnet sind, wobei vorzugsweise die Bürstenwalzen (20) frei drehbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Legefläche (14) auf jeder Seite neben ihrer Längsmittelachse (17) ein Bürstenwalzenpaar
aus zwei übereinander angeordneten Bürstenwalzen (20) zugeordnet ist, wobei vorzugsweise
der Abstand zwischen den Bürstenwalzen (20) jedes Bürstenwalzenpaars veränderbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass Drehachsen (21) der Bürstenwalzen (20) jedes Bürstenwalzenpaars parallel verlaufend
übereinanderliegen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachsen (21) der Bürstenwalzen (20) der Bürstenwalzenpaare auf die Legefläche
(14) gesehen unter einem stumpfen Winkel V-förmig zueinander verlaufen, wobei der
von den Bürstenwalzenpaaren eingeschlossene Winkel auf der zum nachfolgenden Faltbereich
(15) weisenden Seite der Bürstenwalzenpaare angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass auf beiden Seiten der Legefläche (14) ein- und ausfahrbare Legeflächenverbreiterungen
(22) angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass vor und/oder im Bereich der Legefläche (14) mindestens ein Detektionsmittel zum Detektieren
von Hosenbeine (11) aufweisende Bekleidungsstücke vorgesehen ist.