Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Rakel, insbesondere zum Abrakeln von Druckfarbe von einer
Oberfläche einer Druckform und/oder zur Verwendung als Papierstreichmesser, umfassend
einen flachen und länglichen Grundkörper mit einem in einer longitudinalen Richtung
ausgebildeten Arbeitskantenbereich, wobei wenigstens der Arbeitskantenbereich mit
einer ersten Beschichtung auf der Basis einer Nickel-Phosphor-Legierung überzogen
ist. Des Weiteren bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung sowie
die Verwendung einer Rakel.
Stand der Technik
[0002] In der Druckindustrie kommen Rakel insbesondere zum Abstreichen überschüssiger Druckfarbe
von den Oberflächen von Druckzylindern bzw. Druckwalzen zum Einsatz. Besonders beim
Tiefdruck und Flexodruck hat die Qualität der Rakel einen entscheidenden Einfluss
auf das Druckergebnis. Unebenheiten oder Unregelmässigkeiten der mit dem Druckzylinder
in Kontakt stehenden Arbeitskanten der Rakel führen z. B. zu einer unvollständigen
Abstreifung der Druckfarbe von den Stegen der Druckzylinder. Dadurch kann es auf dem
Druckträger zu einer unkontrollierten Abgabe von Druckfarbe kommen.
[0003] Die Arbeitskantenbereiche der Rakel sind während dem Abstreifen an die Oberflächen
der Druckzylinder oder Druckwalzen angepresst und werden relativ zu diesen bewegt.
Somit sind die Arbeitskanten, insbesondere bei Rotationsdruckmaschinen, hohen mechanischen
Belastungen ausgesetzt, welche einen entsprechenden Verschleiss mit sich bringen.
Rakel sind daher grundsätzlich Verbrauchsgegenstände, welche periodisch ausgetauscht
werden müssen.
[0004] Rakel basieren meist auf einem Grundkörper aus Stahl mit einer speziell ausgeformten
Arbeitskante bzw. Arbeitskantenbereich. Um die Lebensdauer der Rakel zu verbessern,
können die Arbeitskanten der Rakel zudem mit Beschichtungen oder Überzügen aus Metallen
und/oder Kunststoffen versehen werden. Metallische Beschichtungen enthalten oft Nickel
oder Chrom, welche gegebenenfalls mit anderen Atomen und/oder Verbindungen vermischt
bzw. legiert vorliegen. Die stofflichen Beschaffenheiten der Beschichtungen beeinflussen
dabei im Besonderen die mechanischen und tribologischen Eigenschaften der Rakel massgeblich
[0005] In der
WO 2003/064157 (Nihon New Chrome Co. Ltd.) sind z. B. Rakel für die Drucktechnik beschrieben, welche
eine erste Lage aus chemischem Nickel mit darin dispergierten Hartstoffpartikeln und
eine zweite Lage mit einer niedrigen Oberflächenenergie aufweisen. Die zweite Lage
besteht bevorzugt aus einem Überzug aus chemisch Nickel mit Fluor-basierten Harzpartikeln
oder aus einem rein organischen Harz. Derartig beschichtete Rakel verfügen zwar gegenüber
unbeschichteten Rakeln über eine verbesserte Verschleissfestigkeit. Die Lebensdauer
ist jedoch nach wie vor nicht vollständig befriedigend. Zudem hat sich gezeigt, dass
es bei der Verwendung derartiger Rakel insbesondere in der Einlaufphase zu unkontrollierter
Streifenbildung kommen kann, was ebenfalls unerwünscht ist.
[0006] Es besteht daher nach wie vor Bedarf nach einer verbesserten Rakel, welche im Besonderen
über eine längere Lebensdauer verfügt und gleichzeitig ein optimales Abstreichen erlaubt.
Darstellung der Erfindung
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörende
Rakel zu schaffen, welche eine verbesserte Verschleissfestigkeit aufweist und während
der gesamten Lebensdauer ein exaktes Abstreichen, insbesondere von Druckfarbe, ermöglicht.
[0008] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der
Erfindung sind in der ersten Beschichtung monokristalline und/oder polykristalline
Diamantpartikel dispergiert, wobei eine Partikelgrösse der Diamantpartikel wenigstens
5 nm und weniger als 50 nm misst.
[0009] Unter einer Nickel-Phosphor-Legierung, welche die Basis für die erste Beschichtung
bildet, wird in diesem Zusammenhang eine Mischung aus Nickel und Phosphor verstanden,
wobei der Phosphorgehalt der Legierung insbesondere bei 1 - 15 Gew.-% liegt. Derartige
Legierungen können insbesondere stromlos abgeschieden werden und werden dann auch
als chemisch Nickel bezeichnet. Der Ausdruck "auf der Basis einer Nickel-Phosphor-Legierung"
bedeutet, dass die Nickel-Phosphor-Legierung den Hauptbestandteil der ersten Beschichtung
bildet. Dabei können in der ersten Beschichtung zusätzlich zur Nickel-Phosphor-Legierung
durchaus noch andere Atomsorten und/oder chemische Verbindungen vorliegen, welche
einen geringeren Anteil aufweisen als die Nickel-Phosphor-Legierung. Die Nickel-Phosphor-Legierung
und die gegebenenfalls vorhandenen anderen Atomsorten und/oder chemischen Verbindungen
bilden eine Matrix für die monokristallinen und/oder polykristallinen Diamantpartikel.
Bevorzugt beträgt der Anteil der Nickel-Phosphor-Legierung in der Matrix wenigstens
50 Gew.-%, insbesondere bevorzugt wenigstens 75 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt
wenigstens 95 Gew.-%. Besonders vorteilhaft besteht die Matrix der ersten Beschichtung
bis auf unvermeidbare Verunreinigungen ausschliesslich aus einer Nickel-Phosphor-Legierung.
Idealerweise besteht die erste Beschichtung entsprechend bis auf unvermeidbare Verunreinigungen
ausschliesslich aus einer Nickel-Phosphor-Legierung mit darin dispergierten monokristallinen
und/oder polykristallinen Diamantpartikeln.
[0010] Erfindungsgemäss sind die monokristallinen und/oder polykristallinen Diamantpartikel
in der ersten Beschichtung dispergiert. Dies bedeutet insbesondere, dass die Diamantpartikel
im Wesentlichen gleichmässig verteilt in der ersten Beschichtung vorliegen.
[0011] Unter der Partikelgrösse wird in diesem Zusammenhang insbesondere eine maximale Dimension
und/oder äussere Abmessung der monokristallinen und/oder polykristallinen Diamantpartikel
verstanden. Bezüglich der Partikelgrösse weisen die Diamantpartikel im Allgemeinen
zudem eine gewisse Verteilung bzw. eine Streubreite auf. In der ersten Beschichtung
liegen daher insbesondere zugleich Diamantpartikel mit unterschiedlichen Partikelgrössen
vor.
[0012] Wie sich gezeigt hat, verbessern die in der ersten Beschichtung auf der Basis einer
Nickel-Phosphor-Legierung dispergierten monokristallinen und/oder polykristallinen
Diamantpartikel mit den erfindungsgemässen Partikelgrössen von wenigstens 5 nm und
weniger als 50 nm die Verschleissfestigkeit der Arbeitskanten bzw. Arbeitskantenbereiche
der Rakel wesentlich. Dies bringt insbesondere eine lange Lebensdauer der erfindungsgemässen
Rakel mit sich.
[0013] Zugleich werden die Arbeitskanten durch die erste Beschichtung auf der Basis einer
Nickel-Phosphor-Legierung mit den darin dispergierten Diamantpartikeln optimal stabilisiert.
Daraus ergibt sich eine scharf begrenzte Kontaktzone zwischen der Rakel und dem Druckzylinder
bzw. der Druckwalze, was wiederum insbesondere ein äusserst exaktes Abstreichen bzw.
Abrakeln von Druckfarbe ermöglicht. Die Kontaktzone bleibt dabei über die gesamte
Lebensdauer der Rakel bzw. über den gesamten Druckprozess weitgehend stabil.
[0014] Des Weiteren weisen die erfindungsgemässen Rakel äusserst günstige Gleiteigenschaften
auf den üblicherweise verwendeten Druckzylindern bzw. Druckwalzen auf. Dadurch wird
bei der Verwendung der erfindungsgemässen Rakel zum Abraklen auch ein Verschleiss
der Druckzylinder bzw. Druckwalzen reduziert.
[0015] Um die Verbesserung der Verschleissfestigkeit und die optimale Stabilisierung der
Arbeitskanten der Rakel zu erreichen, haben sich monokristalline und/oder polykristalline
Diamantpartikel mit einer Partikelgrösse von wenigstens 5 nm und weniger als 50 nm
als bestmögliche Wahl herausgestellt. Diamant mit mono- und/oder polykristalliner
Struktur hat sich dabei insbesondere aufgrund seiner hohen Härte und seiner chemischen
Inertheit gegenüber einer Vielzahl von potentiellen Reaktionspartnern als optimales
Material für die erfindungsgemässen Partikel herausgestellt. Dabei ist Diamant mit
mono- und/oder polykristalliner Struktur nicht zu verwechseln mit anderen Formen von
Kohlenstoff, wie z. B. Graphit, Glaskohlenstoff, Graphen, Russ oder dem amorphen diamantartigen
Kohlenstoff ("diamond-like carbon"; "DLC"). Diese Formen des Kohlenstoffs bringen
die erfindungsgemässen Vorteile nur beschränkt oder gar nicht mit sich.
[0016] Bei den erfindungsgemässen Partikelgrössen ist der Anteil der Partikeloberfläche
im Verhältnis zum Partikelvolumen im Vergleich zu Partikelgrössen im Mikrometerbereich
sehr gross. Entsprechend hat die Partikeloberfläche, welche zudem mit der umgebenden
Nickel-Phosphor-Legierung in Kontakt steht und wechselwirkt, einen nicht unwesentlichen
Einfluss auf die Eigenschaften der Diamantpartikel, was sich augenscheinlich positiv
auf die Eigenschaften der erfindungsgemässen Rakel auswirkt.
[0017] Bei der Verwendung von Diamantpartikeln mit geringeren Partikelgrössen als 5 nm nimmt
insbesondere die Verschleissfestigkeit der Arbeitskante der Rakel ab, womit sich die
Lebensdauer der Rakel verkürzt. Bei Partikelgrössen von 50 nm und mehr reduziert sich
insbesondere die Stabilisierung der Arbeitskante der Rakel, was das exakte Abstreichen
von Druckfarbe verschlechtert.
[0018] Die Zugabe von Diamantpartikeln mit einer Partikelgrösse von wenigstens 5 nm und
weniger als 50 nm ergibt daher im Zusammenspiel mit Nickel-Phosphor-Legierungen neuartige
Beschichtungen für Rakel mit überlegenen mechanischen und tribologischen Eigenschaften.
[0019] Bevorzugt beträgt ein Phosphorgehalt der Nickel-Phosphor-Legierung 7 - 12 Gew-%.
Derartige Beschichtungen haben sich in Kombination mit den erfindungsgemässen monokristallinen
und/oder polykristallinen Diamantpartikeln als besonders geeignet erwiesen, da dadurch
insbesondere eine höhere Verschleissfestigkeit während der gesamten Lebensdauer der
Rakel erhalten wird. Ein Phosphorgehalt von 7 - 12 Gew-% verbessert zudem die Korrosionsbeständigkeit,
die Anlaufbeständigkeit und die Inertheit der Nickel-Phosphor-Legierung. Ebenfalls
positiv wirkt sich ein Phosphorgehalt von 7 - 12 Gew-.% auf die Gleiteigenschaften
der Rakel sowie die Stabilität der Arbeitskante aus, womit ein besonders exaktes Abstreichen
bzw. Abrakeln von Druckfarbe möglich ist. Des Weiteren ist bei einem Phosphorgehalt
von 7 - 12 Gew-% auf den üblicherweise verwendeten Grundkörpern für Rakel, wie z.
B. Stahl, eine gute Anhaftung gegeben.
[0020] Prinzipiell ist es aber auch möglich einen geringeren Phosphorgehalt als 7 Gew.-%
oder eine grösseren Phosphorgehalt als 12 Gew.-% vorzusehen. Die vorstehend genannten
positiven Effekte verringern sich jedoch dadurch oder entfallen gar gänzlich.
[0021] Eine Schichtdicke der ersten Beschichtung beträgt mit Vorteil 1 - 10 µm. Derartige
Dicken der ersten Beschichtung bieten einen optimalen Schutz der Arbeitskante der
Rakel. Zudem weisen derart bemessene erste Beschichtungen eine hohe Eigenstabilität
auf, was die teilweise oder vollständige Delamination der ersten Beschichtung, beispielsweise
während des Abrakeln von Druckfarbe von einem Druckzylinder, wirkungsvoll reduziert.
[0022] Dicken von weniger als 1 µm sind zwar möglich, die Verschleissfestigkeit der Arbeitskante
bzw. der Rakel nimmt dabei aber rasch ab. Grössere Dicken als 10 µm sind auch machbar.
Diese sind einerseits aber weniger ökonomisch und wirken sich teilweise negativ auf
die Qualität der Arbeitskante aus.
[0023] Insbesondere beträgt eine Volumendichte der monokristallinen und/oder polykristallinen
Diamantpartikel in der ersten Beschichtung 5 - 20 %, besonders bevorzugt 15 - 20 %.
Rakel mit derartigen Volumendichten zeigen eine äusserst gute Verschleissfestigkeit
und lange Lebensdauer. Gleichzeitig ergibt sich auch eine optimal scharf begrenzte
Kontaktzone zwischen Rakel und Druckzylinder bzw. Druckwalze, wobei die Kontaktzone
über die gesamte Lebensdauer der Rakel im Wesentlichen konstant bzw. stabil bleibt.
[0024] Es ist grundsätzlich auch möglich, monokristalline und/oder polykristalline Diamantpartikel
mit grösseren oder kleineren Volumenanteilen vorzusehen. Dabei wird aber unter Umständen
die Verschleissfestigkeit und/oder die Stabilität der Rakel während dem Druckprozess
beeinträchtigt.
[0025] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind in der ersten Beschichtung zusätzliche
Hartstoffpartikel enthalten. Unter dem Begriff Hartstoffpartikel werden in diesem
Zusammenhang insbesondere Metallcarbide, Metallnitride, Keramiken und intermetallische
Phasen, welche bevorzugt eine Härte von wenigstens 1000 HV aufweisen, verstanden.
Hierzu zählen beispielsweise kubisches Bornitrid (BN), Borcarbid (BC), Chromoxid (Cr
2O
3), Titandiborid (TiB
2), Zirkonnitrid (ZrN), Zirkoncarbid (ZrC), Titancarbid (TiC), Siliziumcarbid (SiC),
Titannitrid (TiN), Aluminium-Oxid bzw. Korund (Al
2O
3), Wolframcarbid (WC), Vanadiumcarbid (VC), Tantalcarbid (TaC), Zirkondioxid (ZrO
2) und/oder Siliziumnitrid (Si
3N
4).
[0026] Sind zusätzliche Hartstoffpartikel in der ersten Beschichtung vorhanden, kann insbesondere
die Verschleissfestigkeit der Arbeitskante weiter verbessert werden. Idealerweise
umfassen die zusätzlichen Hartstoffpartikel Aluminiumoxid-Partikel bzw. Partikel aus
Korund (Al
2O
3) mit einer Partikelgrösse von 0.3 - 0.5 µm. Derartige Hartstoffpartikel zeichnen
sich insbesondere durch ihre Härte, mechanische Festigkeit, chemische Resistenz und
guten Gleiteigenschaften aus. Durch die Aluminiumoxid-Partikel, insbesondere bei einer
Partikelgrösse von 0.3 - 0.5 µm wird die Stabilität der ersten Beschichtung bzw. der
Nickel-Phosphor-Legierung in Kombination mit den monokristallinen und/oder polykristallinen
Diamantpartikel weiter erhöht, was die Qualität der Arbeitskante verbessert und ein
über die gesamte Lebensdauer der Rakel besonders gleichmässiges und exaktes Abrakeln
ermöglicht.
[0027] Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, andere Hartstoffpartikel als Partikel aus
Aluminiumoxid einzusetzen und/oder Partikelgrössen von weniger als 0.3 µm und/oder
mehr als 0.5 µm vorzusehen. Dies geht aber unter Umständen zu Lasten der Verschleissfestigkeit
und/oder Stabilität der Rakel. Ob und welche Sorte von zusätzlichen Hartstoffpartikeln
der ersten Beschichtung zugegeben wird, kann auch vom Verwendungszweck der Rakel abhängen
und wird z. B. vom Material und der Oberflächenbeschaffenheit der Druckzylinder und/oder
Druckwalzen mitbestimmt.
[0028] Erfindungsgemäss ist auf der ersten Beschichtung eine zweite Beschichtung auf der
Basis einer weiteren Nickel-Phosphor-Legierung angeordnet. Eine zweite Beschichtung
auf der Basis einer weiteren Nickel-Phosphor-Legierung kann insbesondere als Schutzschicht
für die erste Beschichtung dienen, wodurch die Verschleissfestigkeit und Stabilität
der Arbeitskante der Rakel weiter erhöht werden kann. Eine zweite Beschichtung kann
zudem als stabile Matrix für weitere Zusatzstoffe dienen, welche das Abrakeln mit
der erfindungsgemässen Rakel positiv beeinflussen.
[0029] Erfindungsgemäss ist ein Phosphorgehalt der weiteren Nickel-Phosphorlegierung der
zweiten Beschichtung kleiner als ein Phosphorgehalt der Nickel-Phosphorlegierung der
ersten Beschichtung. Durch die Kombination von Beschichtungen mit unterschiedlichen
Phosphoranteilen wird insbesondere ein höherer Verschleissschutz der Arbeitskante
erzielt und zugleich eine weitere Stabilisierung der Arbeitskante erhalten. Ein Phosphorgehalt
der weiteren Nickel-Phosphor-Legierung der zweiten Beschichtung von 6 - 9 Gew.-% hat
sich hierbei als besonders geeignet erwiesen.
[0030] Grundsätzlich kann der Phosphorgehalt der weiteren Nickel-Phosphor-Legierung der
zweiten Beschichtung aber auch weniger als 6 % oder mehr als 9 % betragen. Ebenso
ist es prinzipiell möglich, in der ersten Beschichtung und der zweiten Beschichtung
einen vergleichbaren Phosphorgehalt vorzusehen oder in der zweiten Beschichtung einen
höheren Phosphorgehalt auszubilden als in der ersten Beschichtung. Dies kann jedoch
zu Lasten der Qualität der Arbeitskante der Rakel gehen.
[0031] Eine Schichtdicke der zweiten Beschichtung misst insbesondere 0.5 - 3 µm. Derartige
Schichtdicken garantieren im Besonderen eine hohe Eigenstabilität der zweiten Beschichtung
und zugleich eine gute Schutzwirkung für die erste Beschichtung, was der Stabilität
der Arbeitskante insgesamt zu Gute kommt.
[0032] Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, eine zweite Beschichtung mit einer
Schichtdicke von weniger als 0.5 µm oder mehr als 3 µm zu realisieren. Dies verringert
aber unter Umständen die Stabilität und Verschleissfestigkeit der Arbeitskante der
Rakel.
[0033] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthält die zweite Beschichtung Polymerpartikel.
Dabei enthalten die Polymerpartikel mit Vorteil Polytetrafluorethylen (PTFE) und weisen
insbesondere eine Partikelgrösse von 0.5 - 1 µm auf. Mit Vorteil bestehen die Polymerpartikel,
bis auf unvermeidbare Verunreinigungen, vollständig aus Polytetrafluorethylen.
[0034] Polymerpartikel in der zweiten Beschichtung können insbesondere eine Schmierwirkung
hervorrufen, was wiederum die Gleiteigenschaften der Arbeitskante der Rakel beim Abrakeln
verbessert. Polymerpartikel umfassend Polytetrafluorethylen und ganz besonders Polymerpartikel,
welche vollständig aus Polytetrafluorethylen bestehen, haben sich dabei insbesondere
bei einer Partikelgrösse von 0.5 - 1 µm als besonders vorteilhaft erwiesen. Im Besonderen
in Verbindung mit einer Nickel-Phosphor-Legierung mit einem Phosphorgehalt von 6 -
9 % tragen derartige Polymerpartikel zu einer qualitativ hochstehenden Arbeitskante
bei, welche ein äusserst präzises und für einen Druckzylinder und/oder eine Druckwalze
schonendes Abraklen ermöglicht.
[0035] Grundsätzlich können Polymerpartikel, welche Polytetrafluorethylen enthalten, auch
zusätzliche Polymermaterialien enthalten. Ebenso ist es möglich, Polymerpartikel ohne
Polytetrafluorethylen einzusetzen oder Partikelgrössen von weniger als 0.5 oder mehr
als 1 µm vorzusehen. Auch ist es möglich, voll ständig auf Polymerpartikel in der
zweiten Beschichtung zu verzichten. Dabei entfallen jedoch die vorstehend genannten
Vorteile wenigstens teilweise.
[0036] Zur Herstellung einer Rakel, insbesondere einer erfindungsgemässen Rakel, kann auf
einem in einer longitudinalen Richtung eines flachen und länglichen Grundkörpers ausgebildeten
Arbeitskantenbereich der Rakel eine erste Beschichtung auf der Basis einer Nickel-Phosphor-Legierung
abgeschieden werden. Dabei werden in der ersten Beschichtung monokristalline und/oder
polykristalline Diamantpartikel mit einer Partikelgrösse von wenigstens 5 nm und weniger
als 50 nm dispergiert.
[0037] Mit Vorteil erfolgt die Abscheidung der ersten Beschichtung durch ein stromloses
Abscheide- bzw. Beschichtungsverfahren. Zur Abscheidung der ersten Beschichtung auf
der Basis einer Nickel-Phosphor-Legierung wird in diesem Fall kein elektrischer Strom
verwendet, wodurch sich derartige Abscheideverfahren klar von den galvanischen Abscheidetechniken
unterscheiden. Zur stromlosen Abscheidung bzw. Beschichtung wird die Arbeitskante
oder gegebenenfalls der gesamte Grundkörper der Rakel in ein geeignetes Elektrolytbad
mit darin suspendierten monokristallinen und/oder polykristallinen Diamantpartikeln
eingetaucht und in an und für sich bekannter Weise beschichtet. Die im Elektrolytbad
suspendierten monokristallinen und/oder polykristallinen Diamantpartikel werden während
dem Beschichtungs- bzw. Abscheideprozess in die Nickel-Phosphor-Legierung mit eingebaut
und werden so im Wesentlichen zufällig verteilt in der abgeschiedenen Nickel-Phosphor-Legierung
dispergiert. Aufgrund der relativ geringen Partikelgrösse von wenigstens 5 nm und
weniger als 50 nm und dem damit verbundenen relativ grossen Verhältnis von Oberfläche
zu Volumen, sind die Diamantpartikel trotz ihrer erheblichen Dichte gleichmässig in
der gesamten Elektrolytlösung verteilt. Da die zwischen der Oberfläche der Diamantpartikel
und der Flüssigkeit im Elektrolytbad auftretenden Reibkräfte im Allgemeinen grösser
sind als die auf die Diamantpartikel wirkende Gravitationskraft, wird ein Absinken
der Diamantpartikel während dem Abscheideprozess nämlich weitgehend verhindert. Dies
führt schliesslich auch zu einem äusserst gleichmässigen Einbau der Diamantpartikel
in die erste Beschichtung.
[0038] Durch ein stromloses Abscheideverfahren kann daher eine qualitativ hochstehende erste
Beschichtung erzeugt werden, welche insbesondere eine hohe Konturentreue gegenüber
der Arbeitskante der Rakel bzw. gegenüber dem Grundkörper der Rakel sowie eine sehr
gleichmässige Schichtdickenverteilung aufweist. Mit anderen Worten wird durch die
stromlose Abscheidung eine äusserst gleichmässige Nickel-Phosphor-Legierung mit besonders
gleichmässig verteilten monokristallinen und/oder polykristallinen Diamantpartikeln
gebildet, welche der Kontur der Arbeitskante der Rakel bzw. dem Grundkörper optimal
folgt, was entscheidend zur Qualität der Rakel beiträgt.
[0039] Aufgrund der stromlosen Abscheidung der Nickel-Phosphor-Legierung können grundsätzlich
auch Kunststoffe als Grundkörper für die Rakel eingesetzt und in einfacher Art und
Weise mit der ersten Beschichtung aus der Nickel-Phosphor-Legierung versehen werden.
[0040] Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, die erste Beschichtung durch ein galvanisches
Verfahren auf dem Grundkörper abzuscheiden. Es hat sich aber gezeigt, dass derartig
abgeschiedene erste Beschichtungen weniger gleichmässig ausgebildet sind und insgesamt
eine reduzierte Stabilität und Anhaftung auf dem Grundkörper aufweisen.
[0041] Falls eine zweite Beschichtung auf der Basis einer weiteren Nickel-Phosphor-Legierung
auf der ersten Beschichtung angebracht wird, kann diese sowohl durch ein stromloses
Beschichtungsverfahren, als auch durch ein galvanisches Beschichtungsverfahren abgeschieden
werden. Insbesondere für das Abscheiden einer zweiten Beschichtung auf der Basis einer
weiteren Nickel-Phosphor-Legierung mit darin dispergierten Polymerpartikeln hat sich
aber die stromlose Abscheidung als besonders geeignet erwiesen.
[0042] Weiter bevorzugt wird die erste Beschichtung zur Aushärtung einer Wärmebehandlung,
insbesondere bei einer Temperatur von 100 = 500°C, insbesondere 170 - 300°C, unterzogen.
Falls vorhanden wird mit Vorteil auch die zweite Beschichtung dieser Wärmebehandlung
unterzogen. Durch die Wärmebehandlung werden Festkörperreaktionen in den Nickel-Phosphor-Legierungen
induziert, welche die Härte der Nickel-Phosphor-Legierungen in der ersten Beschichtung,
und gegebenenfalls auch in der zweiten Beschichtung, erhöhen. Die Temperaturen von
100 - 500°C, insbesondere 170 - 300°C, werden dabei bevorzugt während einer Haltezeit
von 0.5 - 15 Stunden, besonders bevorzugt 0.5 - 8 Stunden, gehalten. Derartige Temperaturen
und Haltezeiten haben sich als optimal erwiesen, um ausreichende Härten der Nickel-Phosphor-Legierungen
zu erzielen.
[0043] Temperaturen von weniger als 100°C sind hierbei ebenfalls möglich. In diesem Fall
sind jedoch sehr lange und meist unökonomische Haltezeiten erforderlich. Höhere Temperaturen
als 500°C sind, je nach Material des Grundkörpers, prinzipiell auch machbar, dabei
ist jedoch der Härteprozess der Nickel-Phosphor-Legierung schwieriger steuerbar.
[0044] Grundsätzlich kann aber auch vollständig auf eine Wärmebehandlung verzichtet werden.
Allerdings geht dies zu Lasten der Verschleissfestigkeit bzw. Lebensdauer der Rakel.
[0045] Falls zwei Beschichtungen auf dem Grundkörper angeordnet werden, erfolgt die Wärmebehandlung
mit Vorteil erst nach dem Abscheiden bzw. dem Auftragen der zweiten Beschichtung auf
der ersten Beschichtung. Dadurch wird insbesondere eine Oxidbildung auf der Oberfläche
der ersten Beschichtung, welche von der zweiten Beschichtung bedeckt ist, verhindert.
Dies bringt einerseits eine bessere Haftung zwischen der ersten Beschichtung und der
zweiten Beschichtung mit sich und andererseits wird die Gleichmässigkeit der Rakel
im Bereich der Arbeitskante insgesamt verbessert.
[0046] Falls eine zweite Beschichtung vorgesehen ist, wird diese insbesondere auf einem
bezüglich der longitudinalen Richtung vorliegenden Mantelbereich des Grundkörpers,
bevorzugt auf dem gesamten Grundkörper, allseitig abgeschieden. In diesem Fall ist
der bezüglich der longitudinalen Richtung vorliegenden Mantelbereich des Grundkörpers
oder bevorzugt der gesamte Grundkörper, allseitig mit der zweiten Beschichtung bedeckt.
Abgesehen davon, dass der Grundkörper der Rakel so bestmöglich vor Umwelteinflüssen
und insbesondere den teilweise chemisch aggressiven Druckfarben geschützt wird, vereinfacht
sich dadurch der Beschichtungsvorgang. Der Grundkörper kann z. B. vollständig in das
Elektrolytbad eingetaucht werden. Dies ist bei der alleinigen Beschichtung der mit
der ersten Beschichtung versehenen Arbeitskante nicht möglich, da der Grundkörper
dann unter Umständen in aufwändiger Weise bezüglich der Flüssigkeitsoberfläche des
Elektrolytbads ausgerichtet werden muss.
[0047] Prinzipiell kann aber auch lediglich die mit der ersten Beschichtung versehene Arbeitskante
mit der zweiten Beschichtung versehen werden.
[0048] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0049] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- Einen Querschnitt durch einen ersten Lamellenrakel mit einer Beschichtung im Bereich
der Arbeitskante;
- Fig. 2
- Einen Querschnitt durch eine erfindungsgemässe Lamellenrakel mit einer Zweifachbeschichtung
im Bereich der Arbeitskante;
- Fig. 3
- Eine schematische Darstellung eines Verfahrens zur Herstellung einer Rakel.
[0050] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0051] In Fig. 1 ist eine erste Lamellenrakel 100 im Querschnitt dargestellt. Die Lamellenrakel
100 beinhaltet einen Grundkörper 111 aus Stahl, welcher auf der in Fig. 1 linken Seite
einen hinteren Bereich 112 mit einem im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist.
Eine Rakeldicke, gemessen von der Oberseite 112.1 zur Unterseite 112.2 des hinteren
Bereichs, beträgt ca. 0.2 mm. Eine senkrecht zur Blattebene gemessene Länge des Grundkörpers
111 bzw. der Lamellenrakel 100 beträgt beispielsweise 1000 mm.
[0052] Auf der in Fig. 1 rechten Seite ist der Grundkörper 111 zur Ausbildung eines Arbeitskantenbereichs
113 bzw. einer Arbeitskante von der Oberseite 112.1 des hinteren Bereichs 112 her
stufenartig verjüngt. Eine Oberseite 113.1 der Arbeitskante 113 liegt auf einer Ebene
unterhalb der Ebene der Oberseite 112.1 des hinteren Bereichs 112, ist aber im Wesentlichen
parallel bzw. planparallel zur Oberseite 112.1 des hinteren Bereichs 112 ausgebildet.
Zwischen dem hinteren Bereich 112 und der Arbeitskante 113 liegt ein konkav ausgeformter
Übergangsbereich 112.5 vor. Die Unterseite 112.2 des hinteren Bereichs 112 und die
Unterseite 113.2 der Arbeitskante 113 liegen in einer gemeinsamen Ebene, welche planparallel
zur Oberseite 112.1 des hinteren Bereichs 112 und planparallel zur Oberseite 113.1
der Arbeitskante 113 ausgebildet ist. Eine Breite des Grundkörpers 111, gemessen vom
freien Ende des hinteren Bereichs bis zur Stirnseite 114 der Arbeitskante 113, misst
beispielsweise 40 mm. Eine Dicke der Arbeitskante 113, gemessen von der Oberseite
113.1 zur Unterseite 113.2 der Arbeitskante, beträgt beispielsweise 0.060 - 0.150
mm, was ungefähr der halben Rakeldicke im hinteren Bereich 112 entspricht. Eine Breite
des Arbeitskantenbereichs 113, gemessen an der Oberseite 113.1 der Arbeitskante 113
von der Stirnseite 114 bis zum Übergangsbereich 112.5, beträgt beispielsweise 0.8
- 5 mm.
[0053] Eine freie Stirnseite 114 des rechts liegenden freien Endes der Arbeitskante 113
verläuft von der Oberseite 113.1 der Arbeitskante 113 schräg nach links unten zur
Unterseite 113.2 der Arbeitskante 113 hin. Die Stirnseite 114 weist dabei bezüglich
der Oberseite 113.1 der Arbeitskante 113 bzw. bezüglich der Unterseite 113.2 der Arbeitskante
113 einen Winkel von ca. 45° bzw. 135° auf. Ein oberer Übergangsbereich zwischen der
Oberseite 113.1 und der Stirnseite 114 der Arbeitskante 113 ist abgerundet. Ebenso
ist ein unterer Übergangsbereich zwischen der Stirnseite 114 und der Unterseite 113.2
der Arbeitskante 113 abgerundet.
[0054] Die Arbeitskante 113 der Lamellenrakel 100 ist des Weiteren von einer ersten Beschichtung
120 umgeben. Die erste Beschichtung 120 bedeckt dabei die Oberseite 113.1 der Arbeitskante
113, den konkav ausgeformten Übergangsbereich 112.5 und einen an diesen anschliessenden
Teilbereich der Oberseite 112.1 des hinteren Bereichs 112 des Grundkörpers 111 vollständig.
Ebenso bedeckt die erste Beschichtung 120 die Stirnseite 114, die Unterseite 113.2
der Arbeitskante 113 und einen an die Unterseite 113.2 der Arbeitskante 113 anschliessenden
Teilbereich der Unterseite 112.2 des hinteren Bereichs 112 des Grundkörpers 111.
[0055] Die erste Beschichtung 120 besteht z. B. im Wesentlichen aus einer stromlos abgeschiedenen
Nickel-Phosphor-Legierung mit einem Phosphoranteil von z. B. 10 Gew.-%. Darin sind
polykristalline Diamantpartikel 120.1 mit einer Partikelgrösse von beispielsweise
15 - 40 nm dispergiert. Der Volumenanteil der polykristallinen Diamantpartikel 120.1
beträgt z. B. 18 %. Die Schichtdicke der ersten Beschichtung 120 misst im Bereich
der Arbeitskante 113 z. B. 5 µm. Im Bereich der Oberseite 112.1 und der Unterseite
112.2 des hinteren Bereichs 112 nimmt die Schichtdicke der ersten Beschichtung 120
kontinuierlich ab, so dass die erste Beschichtung 120 in einer Richtung von der Arbeitskante
113 weg keilförmig ausläuft.
[0056] In Fig. 2 ist eine erfindungsgemässe Lamellenrakel 200 im Querschnitt dargestellt.
Die Lamellenrakel 200 beinhaltet einen Grundkörper 211 aus Stahl, welcher im Wesentlichen
identisch ausgebildet ist wie der Grundkörper 111 der ersten Lamellenrakel 100 aus
Fig. 1.
[0057] Die Arbeitskante 213 der zweiten Lamellenrakel 200 ist von einer ersten Beschichtung
220 umgeben. Die erste Beschichtung 220 bedeckt dabei die Oberseite 213.1 der Arbeitskante
213, den Übergangsbereich 212.5 und einen an diesen anschliessenden Teilbereich der
Oberseite 212.1 des hinteren Bereichs 212 des Grundkörpers vollständig. Ebenso bedeckt
die erste Beschichtung 220 die Stirnseite 214, die Unterseite 213.2 der Arbeitskante
213 und einen an die Unterseite 213.2 der Arbeitskante 213 anschliessenden Teilbereich
der Unterseite 212.2 des hinteren Bereichs 212 des Grundkörpers 211.
[0058] Die erste Beschichtung 220 der zweiten Lammellenrakel 200. besteht z.B. im Wesentlichen
aus einer stromlos abgeschiedenen Nickel-Phosphor-Legierung mit einem Phosphoranteil
von z. B. 12 Gew.-%. In der ersten Beschichtung sind polykristalline Diamantpartikel
220.1 (in Fig. 2 durch Kreise symbolisiert) und Haftstoffpartikel 220.2 aus Aluminiumoxid
(Al
2O
3) (in Fig. 2 durch Fünfecke symbolisiert) dispergiert. Die Diamantpartikel 220.1 weisen
dabei eine Partikelgrösse von beispielsweise 15 - 40 nm auf, während die Hartstoffpartikel
220.2 bzw. die Partikel aus Aluminiumoxid eine Partikelgrösse von 0.4 µm aufweisen.
Der Volumenanteil der polykristallinen Diamantpartikel 220.1 beträgt z. B. 15%. Die
Schichtdicke der ersten Beschichtung 220 misst im Bereich der Arbeitskante 213 z.
B. 5 µm. Im Bereich der Oberseite 212.1 und der Unterseite 212.2 des hinteren Bereichs
212 nimmt die Schichtdicke der ersten Beschichtung 220 kontinuierlich ab, so dass
die erste Beschichtung 220 in einer Richtung von der Arbeitskante 213 weg keilförmig
ausläuft.
[0059] Die erste Beschichtung 220 und die übrigen Bereiche des Grundkörpers 211, welche
nicht von der ersten Beschichtung 220 bedeckt sind, sind vollständig von einer zweiten
Beschichtung 221 umgeben. Somit sind auch die Oberseite 212.1 und die Unterseite 212.2
des hinteren Bereichs 212 sowie die hintere Stirnseite des Grundkörpers 211 mit der
zweiten Beschichtung 221 bedeckt. Der Mantelbereich des Grundkörpers 211 bezüglich
der senkrecht zur Blattebene liegenden longitudinalen Richtung des Grundkörpers 211
bzw. des zweiten Lamellenrakels 200 ist damit vollständig und rundum von wenigstens
einer der beiden Beschichtungen 220, 221 umgeben. Die planparallel zur Blattebene
liegenden und in Fig. 2 nicht sichtbaren vorderen und hinteren Seitenflächen des Grundkörpers
211 können ebenfalls mit der zweiten Beschichtung 221 bedeckt sein.
[0060] Die zweite Beschichtung 221 besteht aus einer weiteren stromlos abgeschiedenen Nickel-Phosphor-Legierung
mit einem Phosphoranteil von ca. 7%. Der Phosphoranteil der ersten Beschichtung 210
ist damit grösser als der Phosphoranteil der zweiten Beschichtung 220. Die Schichtdicke
der zweiten Beschichtung 221 beträgt beispielsweise 1.8 µm. In der zweiten Beschichtung
221 sind zudem Polymerpartikel 221.1 dispergiert. Die Polymerpartikel 221.1 bestehen
z. B. aus Polytetrafluorethylen (PTFE) und weisen eine Partikelgrösse von beispielsweise
0.6 - 0.8 µm auf.
[0061] In Fig. 3 ist ein Verfahren 300 zur Herstellung einer Rakel, wie sie z. B. in den
Fig. 1 und 2 abgebildet sind, schematisch dargestellt. Dabei werden in einem ersten
Schritt 301 die zu beschichtenden Arbeitskanten 113, 213 der Grundkörper 111, 211
in ein geeignetes und an sich bekanntes wässriges Elektrolytbad mit darin suspendierten
polykristallinen und/oder monokristallinen Diamantpartikeln 120.1, 220.1 mit einer
Partikelgrösse von beispielsweise 10 - 40 nm eingetaucht. Falls, wie bei der Lammellenrakel
aus Fig. 2 zusätzliche Hartstoffpartikel 220 in die Beschichtung eingebaut werden
sollen, werden die zusätzlichen Hartstoffpartikel 220 ebenfalls im Elektrolytbad suspendiert.
Während dem anschliessenden Abscheideprozess werden unter anderem Nickelionen aus
einem Nickelsalz, z. B. Nickelsulfat, durch ein Reduktionsmittel, z. B. Natriumhypophosphit,
in wässriger Umgebung zu elementarem Nickel reduziert und auf den Arbeitskanten 113,
213 unter Ausbildung einer Nickel-Phosphor-Legierung und unter Einbettung der polykristallinen
und/oder monokristallinen Diamantpartikeln 120.1, 220.1 sowie, falls vorhanden, der
zusätzlichen Hartstoffpartikel 220.2 abgeschieden. Dies geschieht ohne das Anlegen
einer elektrischen Spannung bzw. vollständig stromlos unter mässig sauren Bedingungen
(pH 4 - 6.5) und bei erhöhten Temperaturen von beispielsweise 70 - 95°C. Der Phosphorgehalt
in den ersten Beschichtungen 120, 220 kann in an sich bekannter Weise durch die Konzentrationen
und Mischverhältnisse der Edukte im Elektrolytbad kontrolliert werden.
[0062] Falls wie bei der zweiten Lamellenrakel 200 aus Fig. 2 zusätzlich eine zweite Beschichtung
220 vorgesehen ist, wird in einem zweiten Schritt 302 der Grundkörper 211 mit der
ersten Beschichtung 210 in ein weiteres und an sich bekanntes wässriges Elektrolytbad
mit darin suspendierten Polymerpartikeln 220.1, z. B. aus Polytetrafluorethylen mit
einer Partikelgrösse von 0.6 - 0.8 µm, eingetaucht. Der anschliessende Abscheideprozess
verläuft in der gleichen Weise wie bereits beim ersten Schritt 301 für die ersten
Beschichtungen 120, 220 beschrieben. Für den Fall, dass wie bei der ersten Lamellenrakel
aus Fig. 1 keine zweite Beschichtung vorgesehen ist, entfällt der zweite Schritt 302
und es wird, falls erwünscht, direkt der dritte Schritt 303 durchgeführt.
[0063] In einem dritten Schritt 303 werden die beschichteten Grundkörper 111, 211 während
beispielsweise zwei Stunden und bei einer Temperatur von 300°C einer Wärmebehandlung
zugeführt. Damit härten die ersten Beschichtungen 120, 220 und falls vorhanden die
zweite Beschichtung 221 aus. Zum Schluss werden die fertigen Lamellenrakel 100, 200
abgekühlt und sind damit einsatzbereit.
[0064] Wie sich in Testversuchen gezeigt hat, weist die in Fig. 1 abgebildete erste Lamellenrakel
100 eine sehr hohe Verschleissfestigkeit und Stabilität über die gesamte Lebensdauer
auf. Zum Vergleich wurde bei einer Lamellenrakel, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist,
in einem ersten Vergleichsversuch auf das Einbringen von Diamantpartikeln 120.1 in
die erste Beschichtung 120 verzichtet. Dabei hat sich gezeigt, dass derartige Rakel
ohne Diamantpartikel eine geringere Verschleissfestigkeit und entsprechend kürzere
Lebensdauer aufweisen als die erfindungsgemässe Lamellenrakel 100 aus Fig. 1.
[0065] In einem zweiten Vergleichsversuch wurden bei einer Lamellenrakel, wie sie in Fig.
1 dargestellt ist, anstelle der Diamantpartikel 120.1, welche eine Partikelgrösse
von ca. 10-40 nm aufweisen, grössere Diamantpartikel mit einer Partikelgrösse von
ca. 100 nm eingesetzt. Die Arbeitskante der Rakel war in diesem Fall jedoch über die
gesamte Lebensdauer der Rakel betrachtet weniger stabil als bei der Lamellenrakel
100 aus Fig. 1.
[0066] Die zweite Lamellenrakel 200 aus Fig. 2 hat sich in weiteren Testversuchen im Vergleich
mit der ersten Lamellenrakel 100 als teilweise noch stabiler und verschleissfester
erwiesen.
[0067] Die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen sowie die Herstellungsverfahren sind
lediglich als illustrative Beispiele zu verstehen, welche im Rahmen der Erfindung
beliebig abgewandelt werden können.
[0068] So kann der Grundkörper 11 in Fig. 1 auch aus einem anderen Material, wie z. B. rostfreier
Stahl oder einem Karbon-Stahl, gefertigt sein. In diesem Fall kann es aus ökonomischen
Gründen vorteilhaft sein, die zweite Beschichtung 21 lediglich im Bereich der Arbeitskante
13 anzubringen, um den Materialverbrauch bei der Beschichtung zu reduzieren. Grundsätzlich
kann der Grundkörper 11 aber auch aus einem nichtmetallischen Material, wie z. B.
Kunststoffen, bestehen. Dies kann insbesondere für Anwendungen im Flexodruck vorteilhaft
sein.
[0069] Es ist aber auch möglich, anstelle der Grundkörper 111, 211 aus den Fig. 1 und 2
Grundkörper mit anderen Formen zu verwenden. Insbesondere können die Grundkörper eine
keilförmige Arbeitskante oder einen nicht verjüngten Querschnitt mit abgerundeter
Arbeitskante aufweisen. Die freien Stirnseiten 114, 214 der rechts liegenden freien
Enden der Arbeitskanten 113, 213 können beispielsweise auch vollständig abgerundet
ausgeformt sein.
[0070] Des Weiteren können die erfindungsgemässen Rakeln 100, 200 aus den Fig. 1 und 2 auch
anders dimensioniert sein. So können beispielsweise die Dicken der Arbeitsbereiche
113, 213, gemessen von den Oberseiten 113.1, 213.1 zu den Unterseiten 113.2, 213.2
der Arbeitsbereiche 113, 213, in einem Bereich von 0.040 - 0.200 mm variieren.
[0071] Ebenso können sämtliche Beschichtungen 120, 220, 221 der beiden Lamellenrakel 100,
200 weitere Legierungskomponenten und/oder zusätzliche Stoffe, wie z. B. Metallatome,
Nichtmetallatome, anorganische Verbindungen und/oder organische Verbindungen, enthalten.
[0072] Bei den beiden in den Fig. 1 und 2 dargestellten Lamellenrakeln 100, 200 ist es auch
möglich, die Mantelbereiche der Grundkörper 111, 211 bezüglich der senkrecht zur Blattebene
liegenden longitudinalen Richtung der Grundkörper 111, 211 vollständig und rundum
mit den ersten Beschichtungen 120, 220 zu umgeben.
[0073] Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein neuartiger Aufbau für Rakel geschaffen
wurde, welcher eine hohe Verschleissfestigkeit und Stabilität der Rakel mit sich bringt.
Mit den erfindungsgemässen Rakeln wird insbesondere während der gesamten Lebensdauer
ein exakteres Abstreichen, insbesondere von Druckfarbe auf Druckzylindern bzw. Druckwalzen,
möglich.
1. Rakel (100, 200), insbesondere zum Abrakeln von Druckfarbe von einer Oberfläche einer
Druckform und/oder zur Verwendung als Papierstreichmesser, umfassend einen flachen
und länglichen Grundkörper (111, 211) mit einem in einer longitudinalen Richtung ausgebildeten
Arbeitskantenbereich (113, 213), wobei wenigstens der Arbeitskantenbereich (113, 213)
mit einer ersten Beschichtung (120, 220) auf der Basis einer Nickel-Phosphor-Legierung
überzogen ist, und in der ersten Beschichtung (120, 220) monokristalline und/oder
polykristalline Diamantpartikel (120.1, 220.1) dispergiert sind, wobei eine Partikelgrösse
der Diamantpartikel (120.1, 220.1) wenigstens 5 nm und weniger als 50 nm misst, und
auf der ersten Beschichtung (120, 220) eine zweite Beschichtung (221) auf der Basis
einer weiteren Nickel-Phosphor-Legierung angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Phosphorgehalt der weiteren Nickel-Phosphor-Legierung der zweiten Beschichtung
(221) kleiner als ein Phosphorgehalt der Nickel-Phosphorlegierung der ersten Beschichtung
ist,
2. Rakel (100, 200) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Phosphorgehalt der Nickel-Phosphor-Legierung in der ersten Beschichtung (120,
220) 7 - 12 Gew.-% beträgt.
3. Rakel (100, 200) nach einem der Ansprüche 1 - 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schichtdicke der ersten Beschichtung (120, 220) 1 - 10 µm beträgt.
4. Rakel (100, 200) nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Volumendichte der Diamantpartikel (120.1, 220.1) in der ersten Beschichtung
5 - 20 %, insbesondere 15 - 20 %, beträgt.
5. Rakel (100, 200) nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Beschichtung (220) zusätzliche Hartstoffpartikel (220.2) enthalten
sind.
6. Rakel (100, 200) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzlichen Hartstoffpartikel (220.2) Aluminiumoxid-Partikel mit einer Partikelgrösse
von 0.3-0.5 µm umfassen.
7. Rakel (100, 200) nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Phosphorgehalt der weiteren Nickel-Phosphor-Legierung der zweiten Beschichtung
(221) 6 - 9 Gew.-% beträgt.
8. Rakel (100, 200) nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schichtdicke der zweiten Beschichtung (221) 0.5 - 3 µm misst.
9. Rakel (100, 200) nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Beschichtung (221) Polymerpartikel (221.1) enthält.
10. Rakel (100, 200) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerpartikel (221.1) Polytetrafluorethylen enthalten und insbesondere eine
Partikelgrösse von 0.5 - 1 µm aufwelsen.
11. Verfahren (300) zur Herstellung einer Rakel, insbesondere einer Rakel (100, 200) nach
einem der Ansprüche 1 - 10, wobei auf einem in einer longitudinalen Richtung eines
flachen und länglichen Grundkörpers (111, 211) ausgebildeten Arbeitskantenbereich
(113, 213) der Rakel (100, 200) eine erste Beschichtung (120, 220) auf der Basis einer
Nickel-Phosphor-Legierung abgeschieden wird, und in der ersten Beschichtung (120,
220) monokristalline und/oder polykristalline Diamantpartikel (120.1, 220.1) mit einer
Partikelgrösse von wenigstens 5 nm und weniger als 50 nm dispergiert werden, und auf
der ersten Beschichtung (220) eine zweite Beschichtung (221) auf der Basis einer weiteren
Nickel-Phosphor-Legierung abgeschieden wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Phosphorgehalt der weiteren Nickel-Phosphor-Legierung der zweiten Beschichtung
(221) kleiner als ein Phosphorgehalt der Nickel-Phosphorlegierung der ersten Beschichtung
ist.
12. Verfahren (300) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Beschichtung (120, 220) durch ein stromloses Beschichtungsverfahren abgeschieden
wird.
13. Verfahren (300) nach einem der Ansprüche 11 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Beschichtung (221) mit darin dispergierten Polymerpartikeln (221.1) abgeschieden
wird.
14. Verfahren (300) nach einem der Ansprüche 11 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Beschichtung (120, 220) zur Aushärtung einer Wärmebehandlung, insbesondere
bei einer Temperatur von 100 - 500°C, Insbesondere 170 - 300°C, unterzogen wird.
15. Verwendung einer Rakel (100, 200) nach einem der Ansprüche 1 - 10 zum Abrakeln von
Druckfarbe von einer Oberfläche einer Druckform, insbesondere einer Druckform für
den Flexodruck, den Tiefdruck und/oder den Dekortiefdruck.
1. A doctor blade (100, 200), In particular for doctoring off printing ink from a surface
of a printing form and/or for use as a paper doctor knife, comprising a flat and elongated
main body (111, 211) having a working edge region (113, 213) formed in a longitudinal
direction, wherein at least the working edge region (113, 213) is covered with a first
coating (120, 220) on the basis of a nickel-phosphorus alloy, and monocrystalline
and/or polycrystalline diamond particles (120.1, 220.1) are dispersed in the first
coating (120, 220), wherein the particle size of the diamond particles (120.1, 220.1)
measures at least 5 nm and less than 50 nm, and wherein a second coating (221) on
the basis of a further nickel-phosphorus alloy is arranged on the first coating (120,
220), characterized in that a phosphorus content of the further nickel-phosphorus coating of the second coating
(221) is less than a phosphorus content of the nickel-phosphorus coating of the first
coating,
2. The doctor blade (100, 200) as claimed in claim 1, characterized in that the phosphorus content of the nickel-phosphorus alloy in the first coating (120,
220) is 7-12% by weight.
3. The doctor blade (100, 200) as claimed in either of claims 1-2, characterized in that the layer thickness of the first coating (120, 220) is 1-10 µm.
4. The doctor blade (100, 200) as claimed in one of claims 1-3, characterized in that the volume density of the diamond particles (120.1, 220.1) in the first coating is
5-20%, in particular 15-20%.
5. The doctor blade (100, 200) as claimed in one of claims 1-4, characterized in that additional hard material particles (220.2) are present in the first coating (220).
6. The doctor blade (100, 200) as claimed in claim 5, characterized in that the additional hard material particles (220.2) comprise aluminum oxide particles
having a particle size of 0.3-0.5 µm.
7. The doctor blade (100, 200) as claimed in one of claims 1 - 6, characterized in that the phosphorus content of the further nickel-phosphorus alloy of the second coating
(221) is 6-9% by weight.
8. The doctor blade (100, 200) as claimed in either of claims 1 - 7, characterized in that the layer thickness of the second coating (221) measures 0.5-3 µm.
9. The doctor blade (100, 200) as claimed in one of claims 1 - 8, characterized in that the second coating (221) contains polymer particles (221.1).
10. The doctor blade (100, 200) as claimed in claim 9, characterized in that the polymer particles (221.1) contain polytetrafluoroethylene and, in particular,
have a particle size of 0.5-1 µm.
11. A process (300) for producing a doctor blade, in particular a doctor blade (100, 200)
as claimed in one of claims 1-10, wherein a first coating (120, 220) on the basis
of a nickel-phosphorus alloy is deposited on a working edge region (113, 213) of the
doctor blade (100, 200) formed in a longitudinal direction of a flat and elongated
main body (111, 211), and monocrystalline and/or polycrystalline diamond particles
(120.1, 220.1) having a particle size of at least 5 nm and less than 50 nm are dispersed
in the first coating (120, 220), and wherein a second coating (221) on the basis of
a further nickel-phosphorus alloy is arranged on the first coating (120, 220), characterized in that a phosphorus content of the further nickel-phosphorus coating of the second coating
(221) is less than a phosphorus content of the nickel-phosphorus coating of the first
coating.
12. The process (300) as claimed in claim 11, characterized in that the first coating (120, 220) is deposited by an electroless coating process.
13. The process (300) as claimed in either of claims 11-12, characterized in that the second coating (221) with polymer particles (221,1) dispersed therein, is deposited.
14. The process (300) as claimed in one of claims 11-13, characterized in that the first coating (120, 220) is subjected to heat treatment for hardening purposes,
in particular at a temperature of 100-500°C, in particular 170-300°C.
15. The use of a doctor blade (100, 200) as claimed in one of claims 1-10 for doctoring
off printing Ink from a surface of a printing form, in particular a printing form
for flexographic printing, gravure printing and/or decorative gravure printing.
1. Racle (100, 200), en particulier destinée à racler une encre d'impression de la surface
d'une forme d'impression et/ou à être utilisée comme lame de couchage pour papier,
comprenant un corps de base plat et allongé (111, 211) présentant une zone de bord
de travail (113, 213) réalisée dans un sens longitudinal, au moins la zone de bord
de travail (113, 213) étant revêtue d'un premier revêtement (120, 220) à base d'un
alliage de nickel-phosphore et des particules de diamant (120.1, 220.1) monocristallines
et/ou polycristallines étant dispersées dans le premier revêtement (120, 220), une
grosseur des particules de diamant (120.1, 220.1) mesurant au moins 5 nm et moins
de 50 nm, et un deuxième revêtement (221) à base d'un autre alliage de nickel-phosphore
étant disposé sur le premier revêtement (120, 220), caractérisée en ce qu'une teneur en phosphore de l'autre alliage de nickel-phosphore du deuxième revêtement
(221) est inférieure à une teneur en phosphore de l'alliage de nickel-phosphore du
premier revêtement.
2. Racle (100, 200) selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'une teneur en phosphore de l'alliage de nickel-phosphore dans le premier revêtement
(120, 220) est de 7-12% en poids.
3. Racle (100, 200) selon l'une quelconque des revendications 1-2, caractérisée en ce qu'une épaisseur de couche du premier revêtement (120, 220) est de 1-10 µm.
4. Racle (100, 200) selon l'une quelconque des revendications 1-3, caractérisée en ce qu'une densité volumique des particules de diamant (120.1, 220.1) dans le premier revêtement
est de 5-20%, en particulier de 15-20%.
5. Racle (100, 200) selon l'une quelconque des revendications 1-4, caractérisée en ce que des particules supplémentaires en matériau dur (220.2) sont contenues dans le premier
revêtement (220).
6. Racle (100, 200) selon la revendication 5, caractérisée en ce que les particules supplémentaires en matériau dur (220.2) comprennent des particules
d'oxyde d'aluminium d'une grosseur de particule de 0,3-0,5 µm.
7. Racle (100, 200) selon l'une quelconque des revendications 1-6, caractérisée en ce qu'une teneur en phosphore de l'autre alliage de nickel-phosphore du deuxième revêtement
(221) est de 6-9%.
8. Racle (100, 200) selon l'une quelconque des revendications 1-7, caractérisée en ce qu'une épaisseur de couche du deuxième revêtement (221) mesure 0,5-3 µm.
9. Racle (100, 200) selon l'une quelconque des revendications 1-8, caractérisée en ce que le deuxième revêtement (221) contient des particules polymères (221.1).
10. Racle (100, 200) selon la revendication 9, caractérisée en ce que des particules polymères (221.1) contiennent du polytétrafluoroéthylène et présentent
en particulier une grosseur de particule de 0,5-1 µm.
11. Procédé (300) pour la fabrication d'une racle, en particulier d'une racle (100, 200)
selon l'une quelconque des revendications 1-10, un premier revêtement (120, 220) à
base d'un alliage de nickel-phosphore étant déposé sur une zone de bord de travail
(113, 213) réalisée dans un sens longitudinal d'un corps de base plat et allongé (111,
211) de la racle (100, 200) et des particules de diamant (120.1, 220.1) monocristallines
et/ou polycristallines d'une grosseur de particule d'au moins 5 nm et inférieure à
50 nm étant dispersées dans le premier revêtement (120, 220) et un deuxième revêtement
(221) à base d'un autre alliage de nickel-phosphore étant déposé sur le premier revêtement
(220), caractérisé en ce qu'une teneur en phosphore de l'autre alliage de nickel-phosphore du deuxième revêtement
(221) est inférieure à une teneur en phosphore de l'alliage de nickel-phosphore du
premier revêtement.
12. Procédé (300) selon la revendication 11, caractérisé en ce que le premier revêtement (120, 220) est déposé par un procédé de revêtement sans courant.
13. Procédé (300) selon l'une quelconque des revendications 11-12, caractérisé en ce que le deuxième revêtement (221) est déposé avec des particules polymères (221.1) qui
y sont dispersées.
14. Procédé (300) selon l'une quelconque des revendications 11-13, caractérisé en ce que le premier revêtement (120, 220) est soumis à un traitement thermique, en particulier
à une température de 100-500°C, en particulier de 170-300°C, en vue du durcissement.
15. Utilisation d'une racle (100, 200) selon l'une quelconque des revendications 1-10
pour racler une encre d'impression d'une surface d'une forme d'impression, en particulier
d'une forme d'impression pour la flexographie, l'héliographie et/ou l'impression en
creux décoratif.