[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kunstrasenbelag gemäss dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 und dessen Verwendung für einen Sportplatz oder Spielplatz, insbesondere
einen Fussballplatz.
[0002] Kunstrasen werden insbesondere auf Sport- und Spielplätzen oft als Alternative für
einen natürlichen Rasen verwendet. Gegenüber letzterem weisen Kunstrasen den Vorteil
auf, dass sie über eine höhere Belastbarkeit verfügen und relativ pflegeleicht sind.
Zudem sind sie gegenüber einem natürlichen Rasen auch bei schlechter Witterung bespielbar.
[0003] Entsprechende Kunstrasenbeläge umfassen einen Rasenflor, welcher von Florfäden aus
Kunststoff gebildet wird, die auf einem Träger angebracht sind. Um den Kunstrasenbelag
gegenüber Verformungen, wie sie etwa durch Temperaturschwankungen oder dynamische
Krafteinwirkungen auftreten können, zu stabilisieren, wurde vorgeschlagen, diesen
mit Sand zu verfüllen und derart zu beschweren. Ein mit Sand verfüllter Kunstrasen
wird etwa in
US 2001/0033902 beschrieben.
[0004] Im Übrigen wurde insbesondere im Hinblick auf die Verwendung für einen Fussballrasen
vorgeschlagen, auf die Sandschicht zusätzlich eine Gummigranulatschicht aufzubringen,
mit dem Ziel eine bessere Schockabsorption zu gewährleisten und den Belag griffiger
zu machen.
[0005] Ein entsprechendes Beispiel eines solchen verfüllten Kunstrasens stellt etwa der
"Granulat-Kunstrasen CASOLON" von Prestige System dar. Um die Kosten in einem annehmbaren
Rahmen zu halten, wird als Gummigranulat in solchen verfüllten Kunstrasenbelägen oft
ein relativ preiswerter Recycling-Gummi, wie z.B. SBR, verwendet.
[0006] Allerdings ist aufgrund der hohen Dicke der Sand- und der Gummigranulatschicht eine
Tiefenreinigung des Kunstrasens sehr aufwendig. Nebst einer bedenklichen Umweltverträglichkeit
ist aufgrund des enormen Gewichts solcher Kunstrasen eine Entsorgung auch mit relativ
hohen Kosten verbunden.
[0007] Im Übrigen ergibt sich das Problem, dass sich die Sandschicht auf die Dauer verdichtet,
sodass ein Abfliessen von Wasser behindert ' wird. Bei schlechter Witterung mit entsprechend
tiefen Temperaturen kann das aufgestaute Wasser gefrieren, wodurch die Schockabsorptionseigenschaften
und die Griffigkeit des Kunstrasens stark minimiert werden.
[0008] Ausgehend von den geschilderten Nachteilen des Stands der Technik liegt die Aufgabe
der vorliegenden Erfindung darin, einen Kunstrasenbelag zur Verfügung zu stellen,
welcher einfach unterhalten werden kann und welcher es gleichzeitig erlaubt, auch
bei tiefen Temperaturen eine hohe Schockabsorption und Griffigkeit zu gewährleisten.
[0009] Die Erfindung wird gelöst durch den Kunstrasenbelag gemäss Anspruch 1. Bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen wiedergegeben.
[0010] Der erfindungsgemässe Kunstrasenbelag umfasst einen flächigen Träger (auch als "Rücken"
oder "Tragrücken" bezeichnet), mindestens eine auf der Oberseite des Trägers angeordnete
Granulatschicht und einen Rasenflor. Der Rasenflor wird aus Florfäden gebildet, die
mit dem Träger verbunden sind und die die Granulatschicht durchdringen. Gemäss der
vorliegenden Erfindung umfasst die mindestens eine Granulatschicht eine unmittelbar
auf der Oberseite des Trägers angeordnete Kunststoffgranulatschicht.
[0011] In der Regel besteht die Granulatschicht dabei im Wesentlichen lediglich aus der
Kunststoffgranulatschicht; es liegt somit eine einzige Granulatschicht in Form der
Kunststoffgranulatschicht vor. Auf eine Sandschicht, wie sie in den konventionellen
verfüllten Kunstrasenbelägen vorliegt, wird somit verzichtet. Dies hat insbesondere
den Vorteil, dass das Abfliessen von Wasser auch nach längerer Beanspruchung des Kunstrasens
gewährleistet bleibt und somit auch bei kalter Witterung die Schockabsorption und
Griffigkeit des Kunstrasens nicht beeinträchtigt werden. Gerade hinsichtlich der Verwendung
des Kunstrasenbelags für einen Fussballplatz wird somit auch bei tiefen Temperaturen
das Unfallrisiko der Spieler vermindert bzw. eine Schonung der Gelenke gewährleistet.
[0012] Im Weiteren ist der Träger des Kunstrasenbelags der vorliegenden Erfindung dimensionsstabil,
wodurch der Kunstrasen wirksam stabilisiert wird und somit eine hohe Ortsfestigkeit
erzielt werden kann. Gemäss dieser Ausführungsform wird somit auch bei der Einwirkung
mechanischer Kräfte mit einer relativ grossen parallel zur Kunstrasenebene verlaufenden
Komponente ein Falten verhindert. Im Weiteren wird durch die Stabilisierung ein gegenüber
einer torsionalen Krafteinwirkung erhöhter Widerstand erreicht. Dadurch wird insbesondere
bei der Verwendung des Kunstrasenbelags für einen Fussballrasen eine hohe Bewegungssicherheit
der Spieler, etwa bei ruckartigen Drehbewegungen, gewährleistet.
[0013] Als Material für den Träger kann beispielsweise Polypropylen, Polyester, Polyamid
und/oder Glasfasern verwendet werden.
[0014] Im Besonderen ist der Träger vorzugsweise zwei- oder mehrlagig ausgebildet, wobei
er besonders bevorzugt einen Glasfasern enthaltenden Hilfsträger umfasst. Denkbar
ist etwa, dass der Hilfsträger als eine die Unterseite des Trägers bildende Lage ausgebildet
ist. Diese kann mit der/den übrigen Lage(n) des Trägers etwa mit einem Klebstoff,
wie beispielsweise einem wasserfesten Latex, Hotmelt, Polyethylen oder Polyurethan
verbunden werden. Denkbar ist etwa, dass als Glasfasern enthaltender Hilfsträger ein
Glasgewebe, wie z.B. Bafa 80/25, verwendet wird.
[0015] Eine besonders hohe Ortsfestigkeit wird dann erzielt, wenn der Kunstrasenbelag am
Randbereich des Rasenplatzes mit dem Boden verschraubt oder verklebt wird.
[0016] Da die Notwendigkeit einer Beschwerung des Kunstrasenbelags weitgehend wegfällt,
erlaubt es die vorliegende Erfindung auch, Granulatschichten von wesentlich geringerer
Dicke zu verwenden, als dies bei den konventionellen verfüllten Kunstrasenbelägen
der Fall ist.
[0017] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Granulatschicht
bevorzugt eine Dicke von höchstens 10 mm auf.
[0018] Insbesondere hinsichtlich der Verwendung des Kunstrasenbelags für einen Fussballplatz
liegt die durchschnittliche Länge der Florfäden bevorzugt im Bereich von 2,5 cm bis
4 cm.
[0019] Das Verhältnis der Dicke der Granulatschicht zur Länge der Florfäden liegt dabei
gemäss einem bevorzugten Beispiel bei ca. 1:5.
[0020] Als Länge der Florfäden wird dabei die von der Oberseite des Trägers gemessene durchschnittliche
Länge bezeichnet.
[0021] Aufgrund der gegenüber konventionellen Kunstrasenbelägen erfindungsgemäss erreichbaren
Verminderung der Dicke der Granulatschicht und der Länge der Florfäden wird der Unterhalt
des Kunstrasens und insbesondere dessen Reinigung stark vereinfacht.
[0022] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform ist ein erster Teil der Florfäden von der
Oberseite des Trägers an gemessen länger als ein zweiter Teil der Florfäden. Dabei
ist weiter bevorzugt, dass der zweite Teil der Florfäden aus einem steiferen Material
gebildet ist als der erste Teil der Florfäden.
[0023] Bei geeigneter Wahl der Länge der Florfäden bzw. des Unterschieds in der Länge des
ersten Teils der Florfäden zum zweiten Teil der Florfäden erlaubt es diese Ausführungsform
der Erfindung einerseits, ein im Vergleich zu einem Naturrasen täuschend ähnlich aussehendes
Erscheinungsbild von hoher Authentizität zu erhalten. Diese kann dadurch noch erhöht
werden, dass für die Florfäden des ersten Teils und die Florfäden des zweiten Teils
unterschiedliche Grünabstufungen verwendet werden. Insbesondere wird für die Florfäden
des zweiten Teils ein helleres Grün verwendet, als für die Florfäden des ersten Teils.
[0024] Andererseits erlaubt es die besagte Ausführungsform, dass das Ballrollverhalten und
das Ballrückspringverhalten insbesondere hinsichtlich der Verwendung des Kunstrasenbelags
für einen Fussballrasen zu optimieren.
[0025] In diesem Zusammenhang ist es insbesondere bevorzugt, dass die Florfäden des ersten
Teils um 5 bis 10 mm länger sind als die Florfäden des zweiten Teils.
[0026] Anstelle unterschiedlicher Florfadenlängen kann insbesondere hinsichtlich des optischen
Erscheinungsbilds ein ähnlicher Effekt erzielt werden, wenn ein Teil der Florfäden
texturiert wird.
[0027] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Kunststoffgranulatschicht
ein antistatisches Kunststoffgranulat.
[0028] Aufgrund der Verwendung eines antistatischen Kunststoffgranulats wird ermöglicht,
dass selbst bei intensiver Beanspruchung des Kunstrasens die Kunststoffgranulatschicht
im Wesentlichen erhalten bleibt. Ein Mitriss von Kunststoffgranulatpartikeln, etwa
durch elektrostatisches Anhaften an Ball und Fussballschuh, wird, gegebenenfalls weiter
unterstützt durch den relativ dichten Rasenflor, somit weitgehend unterbunden. Dies
hat nicht nur den Vorteil, dass der Verlust an Kunststoffgranulat aus dem Kunstrasenbelag
vermindert wird, sondern dass eine durch Mitnahme des Granulats verursachte Verschmutzung
abseits des Kunstrasens, z.B. einer Fussballerkabine, vermindert wird.
[0029] Im Übrigen bringt die Verwendung eines antistatischen Kunststoffgranulats den Vorteil
mit sich, dass die Benutzer des Kunstrasens, d.h. im Besonderen die Fussballspieler,
vor lästigen elektrischen Schlägen verschont werden.
[0030] Als antistatisches Kunststoffgranulat im Sinne der vorliegenden Erfindung wird ein
Kunststoffgranulat bezeichnet, welches bei Reibung keine elektrostatische Aufladung
zeigt. Dieses umfasst sowohl Kunststoffgranulate, die aus einem antistatischen Stoff
gebildet sind als auch solche, die lediglich eine antistatische Beschichtung aufweisen.
Denkbar ist etwa, dass auf die einzelnen Körner des Kunststoffgranulats ein Tensid
als Antistatikum aufgetragen wird.
[0031] Alternativ zur Verwendung eines antistatischen Kunststoffgranulats ist zudem denkbar,
Fäden aus einem elektrisch leitfähigen Material in die Nutzschicht des Kunstrasenbelags
einzubringen.
[0032] Im Sinne der Verhinderung einer elektrostatischen Aufladung wird vorzugsweise auch
der Träger derart ausgestaltet, dass er elektrisch leitfähig ist.
[0033] Die durch die Verhinderung des Materialmitrisses erreichte Verminderung an Materialverlust
trägt das ihrige dazu bei, dass die Dicke der Granulatschicht relativ gering gewählt
werden kann, ohne dass die Griffigkeit des Kunstrasenbelags auch bei intensiver Beanspruchung
stark nachlassen würde.
[0034] Vorzugsweise umfasst das Kunststoffgranulat Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM).
Dieses weist nebst seinen antistatischen Eigenschaften den Vorteil auf, dass es selbst
bei hohen Temperaturen praktisch geruchlos ist. Im Übrigen wird eine Verfärbung, etwa
von Ball und Kleidung, bei Verwendung dieses Materials kaum beobachtet. Dies steht
etwa im Gegensatz zu dem konventionellerweise als Kunststoffgranulat verwendeten SBR,
welches nebst seiner hohen Geruchsbelastung aufgrund seiner dunklen Farbe bei Sonneneinstrahlung
unerwünscht hohe Temperaturen annimmt und dessen dunkler Abriebstaub im Übrigen Ball
und Kleidung der Spieler verfärben kann, was aus offensichtlichen Gründen unerwünscht
ist.
[0035] In der Regel ist auf der Unterseite des Trägers des erfindungsgemässen Kunstrasenbelags
eine Elastikschicht angeordnet, sodass eine wirksame Schockabsorption auch bei einer
relativ geringen Dicke der Granulatschicht gewährleistet wird.
[0036] Die Florfäden sind bevorzugt aus Polyolefin, insbesondere Polyethylen oder Polypropylen,
gebildet. Dadurch können Florfäden mit einem sehr geringen Reibungswiderstand erhalten
werden. Durch die dadurch verminderte Reibungswärme können Hautverbrennungen auch
dann vermieden werden, wenn ein Spieler mit relativ hoher Geschwindigkeit über den
Kunstrasenbelag rutscht, was insbesondere bei Fussballspielen sehr häufig der Fall
ist.
[0037] Nebst den genannten Polyolefinen ist für die Florfäden auch die Verwendung von z.B.
Polyamid denkbar.
[0038] Die Florfäden können zumindest teilweise gekräuselt, ineinander verdreht und/oder
fibrilliert sein. Die Garnfeinheit der Florfäden liegt vorzugsweise in einem Bereich
von 800 bis 3'500 dtex pro Filament.
[0039] Bevorzugt ist der Rasenflor mittels eines Tuftingverfahrens hergestellt. Der Rasenflor
weist vorzugsweise eine Stichdichte im Bereich von 20'000 bis 30'000/m
2 auf.
[0040] Die Vorteile des erfindungsgemässen Kunstrasenbelags kommen insbesondere bei dessen
Verwendung für einen Sportplatz oder Spielplatz, im Speziellen einen Fussballplatz,
zum Tragen.
[0041] Die Erfindung wird anhand der anliegenden Figuren im Detail erläutert, von denen:
- Fig. 1
- eine rein schematische Schnittdarstellung eines Teils eines verfüllten Kunstrasenbelags
gemäss dem Stand der Technik; und
- Fig. 2
- eine rein schematische Schnittdarstellung eines Kunstrasenbelags gemäss der vorliegenden
Erfindung zeigt.
[0042] Der in Fig. 1 gezeigte verfüllte Kunstrasenbelag 2' weist einen flächigen Träger
4' auf, welcher auf einer Elastikunterlage 6' angeordnet ist. Auf seiner der Elastikunterlage
6' abgewandten Oberseite 8' sind auf dem Träger 4' zwei Granulatschichten aufgebracht,
nämlich nacheinander eine unmittelbar auf dem Träger angeordnete Quarzsandschicht
10' zur Beschwerung und Stabilisierung des Kunstrasenbelags 2' und eine auf der Quarzsandschicht
10' angeordnete Kunststoffgranulatschicht 12'. Sowohl die Quarzsandschicht 10' als
auch die Kunststoffgranulatschicht 12' werden von Florfäden 14' durchdrungen, die
am Träger 4' befestigt sind und in Fadenbündeln 16' vorliegen. Die Florfäden 14' bzw.
die Fadenbündel 16' ragen aus den Granulatschichten 10', 12' heraus und bilden einen
Rasenflor 18'. Der Träger 4', die Granulatschichten 10', 12' und der Rasenflor 18'
bilden den Nutzteil 19' des Kunstrasenbelags 2'.
[0043] Die Elastikunterlage 6' liegt mit ihrer dem Träger 4' abgewandten Unterseite 20'
auf einer gebundenen oder ungebundenen ersten Tragschicht 22' auf, welche ihrerseits
auf ihrer von der Elastikunterlage 6' abgewandten Unterseite 24' auf einer ungebundenen
zweiten Tragschicht 26' aufliegt. Diese läuft in einen ein Sickerrohr 28' umfassenden
Fortsatz 30' aus, welcher mit Rundkies 32' gefüllt ist. In dem dem Nutzteil 19' gegenüberliegenden
distalen Endbereich des Kunstrasenbelags 2' ist in der Tragschicht 26' bzw. im Fortsatz
30' ein Geotextil 36' angeordnet.
[0044] Gemäss dem in Fig. 2 gezeigten, erfindungsgemässen Kunstrasenbelag 2 liegt lediglich
eine einzige Granulatschicht in Form einer Kunststoffgranulatschicht 12 vor, die unmittelbar
auf der Oberseite 8 des Trägers 2 angeordnet ist. Eine dazwischen liegende Sandschicht,
wie sie gemäss Fig. 1 für einen konventionellen Kunstrasenbelag gemäss dem Stand der
Technik vorgesehen ist, liegt somit nicht vor. Die Kunststoffgranulatschicht wird
von Florfäden 14a, 14b durchdrungen, die den Rasenflor 18 bilden, und weist in der
gezeigten Ausführungsform eine gemittelte Dicke A von ca. 6 mm auf.
[0045] Weiter ist gemäss der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform ein erster Teil der Florfäden
14a länger als ein zweiter Teil der Florfäden 14b. In der gezeigten Ausführungsform
liegt die von der Oberseite 8 des Trägers 4 gemessene Länge der Florfäden 14a des
ersten Teils bei ca. 27 mm, während die entsprechende Länge der Florfäden 14b des
zweiten Teils bei ca. 32 mm liegt, sodass sich eine Differenz B von ca. 5 mm ergibt.
In besagter Ausführungsform sind die Florfäden 14a des ersten Teils und die Florfäden
14b des zweiten Teils je in separaten Fadenbündeln 16a bzw. 16b angeordnet. Diese
werden vorzugsweise mittels eines Tuftingverfahrens in den Träger 4 eingebracht und
mit diesem verbunden. Obwohl in der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform innerhalb
eines Fadenbündels 16a bzw. 16b die Schenkel gleich lang sind und somit die Florfäden
14a bzw. 14b von der Oberseite 8 des Trägers 4 gemessen über eine identische Länge
verfügen, ist es denkbar, in einem Fadenbündel ungleich lange Schenkel/Florfäden 14a
bzw. 14b vorzusehen.
[0046] Der Träger 2 ist in der Ausführungsform gemäss Fig. 2 mehrlagig ausgebildet und umfasst
unterseitig einen Hilfsträger 17 aus einem Glasgewebe.
[0047] Der Träger 4, die Kunststoffgranulatschicht 12 und der Rasenflor 18 bilden dabei
den Nutzteil 19 des Kunstrasenbelags.
[0048] Auf der der Kunststoffgranulatschicht 12 abgewandten Unterseite des Trägers 4 ist
eine Elastikschicht 6 angeordnet, welche ihrerseits mit ihrer vom Träger 4 abgewandten
Unterseite 20 auf einer Tragschicht 23 angeordnet ist.
[0049] Sowohl die Elastikschicht 6 und die Tragschicht 23 als auch eine allfällige weitere
Tragschicht bzw. ein Fortsatz sind aus einem porösen bzw. kieselartigen Material und
erlauben somit, dass Wasser gut absickern kann.
[0050] Da erfindungsgemäss keine Sandschicht vorliegt, die sich über die Dauer verdichten
kann, wird somit gewährleistet, dass das Wasser zuverlässig in die Tragschicht bzw.
in einen für das Abführen des Wassers vorgesehenen Kanal geleitet wird.
[0051] Alle Komponenten des erfindungsgemässen Kunstrasenbelags sind in der Regel aus einem
verrottungs- und witterungsbeständig Material gefertigt, sodass er sich gut für die
Verwendung im Freien eignet.
1. Kunstrasenbelag umfassend
einen flächigen Träger (4),
mindestens eine auf der Oberseite (8) des Trägers (4) angeordnete Granulatschicht
und
einen Rasenflor (18), der aus Florfäden (14a, 14b) gebildet ist, welche mit dem Träger
(4) verbundenen sind und welche die mindestens eine Granulatschicht durchdringen,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Granulatschicht eine unmittelbar auf der Oberseite (8) des Trägers
(4) angeordnete Kunststoffgranulatschicht (12) umfasst.
2. Kunstrasenbelag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Granulatschicht im Wesentlichen lediglich aus der Kunststoffgranulatschicht (12)
besteht.
3. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (4) dimensionsstabil ist.
4. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (4) zwei- oder mehrlagig ausgebildet ist.
5. Kunstrasenbelag nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (4) einen Glasfasern enthaltenden Hilfsträger (17) umfasst.
6. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Granulatschicht eine Dicke von höchstens 10 mm, bevorzugt von 5 bis 10 mm aufweist.
7. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Florfäden (14a, 14b) im Bereich von 2,5 cm bis 4 cm liegt.
8. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der Dicke der Granulatschicht zur Länge der Florfäden (14a, 14b) ca.
1:5 beträgt.
9. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Teil der Florfäden (14a) von der Oberseite (8) des Trägers (4) an gemessen
länger ist als ein zweiter Teil der Florfäden (14b).
10. Kunstrasenbelag nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Florfäden (14a) des ersten Teils um 5 bis 10 mm länger sind als die Florfäden
(14b) des zweiten Teils.
11. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Florfäden (14b) des zweiten Teils steifer sind als die Florfäden (14a) des ersten
Teils.
12. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rasenflor (18) mittels eines Tuftingverfahrens hergestellt ist.
13. Kunstrasenbelag gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffgranulatschicht (12) ein antistatisches Kunststoffgranulat umfasst.
14. Kunstrasenbelag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Florfäden (14a, 14b) aus einem Polyolefin, insbesondere Polyethylen, gebildet
sind.
15. Verwendung des Kunstrasenbelags nach einem der vorhergehenden Ansprüche für einen
Sportplatz oder Spielplatz, insbesondere einen Fussballplatz.