[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Einblasen
von Einblasdämmstoff, insbesondere von Cellulose, in Dämmstoffkammern von Bauelementen.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Vorrichtungen zum Einblasen von Einblasdämmstoff
in Dämmstoffkammern bekannt. Dabei wird im Wesentlichen unterschieden, ob eine verschlossene
Dämmstoffkammer durch so genannte Füllöffnungen mit lanzenförmigen Einblasstutzen
befüllt wird, oder ob eine offene Dämmstoffkammer mit einer Befüllhaube abgedeckt
und die Dämmstoffkammer erst nach dem kompletten Befüllen und einer visuellen Kontrolle
verschlossen wird. Aus Gründen der Qualitätsüberwachung wird die zweite Variante bevorzugt.
[0003] EP 1 255 001 B1 zeigt eine Einblasvorrichtung zum Einblasen von Einblasdämmstoffen in Dämmstoffkammern,
welche eine Einblashaube, eine Andrückeinrichtung und eine Einebnungseinrichtung aufweist.
Zum Einblasen des Dämmstoffes wird die Einblashaube, welche eine mit Löchern versehene
Abdeckplatte aufweist, auf die Dämmstoffkammer abgesenkt. Die Luft, welche zum Einblasen
des Dämmstoffes benötigt wird, wird durch Öffnungen in der Abdeckplatte abgesaugt.
Diese Öffnungen sind in einem speziellen Muster angeordnet, sodass eine gleichmässige
Befüllung erreicht werden soll. Nach dem Befüllen der Dämmstoffkammer wird die Einblashaube
angehoben und das eingeblasene Dämmstoffmaterial mit der Andrückeinrichtung in der
Kammer verpresst. Um eine unzureichende und ungleichmässige Befüllung zu verhindern,
wird mit der Einebnungseinrichtung nachfolgend an das Verpressen der Füllstand in
der Kammer ausgeglichen. Gleichzeitig werden die Stege, auf welche eine die Dämmstoffkammer
verschliessende Platte aufgelegt wird, von Füllmaterial befreit.
[0004] In
EP 0 841 444 B1 wird eine Einfüllvorrichtung gezeigt, welche mindestens die Breite oder die Länge
der zu befüllenden Kammer überdeckt und während dem Befüllen über die Kammer bewegt
wird. Die Einfüllvorrichtung besteht dabei aus einer Einfüllhaube welche aus einem
trichterförmigen Gebilde besteht. Auf der in Richtung der Bewegung vorderen Seite
ist die Einfüllhaube mit einer Abdichtplatte versehen. Diese Abdichtplatte soll verhindern,
dass eingeblasenes Material dort wieder austritt. Auf der in der Bewegungsrichtung
hinteren Seite der Einfüllhaube soll ein Austreten des eingeblasenen Materials durch
das dort schon deponierte Material verhindert werden.
[0005] Die aus dem Stand der Technik bekannten Einfüllvorrichtungen weisen allesamt den
Nachteil auf, dass eine Befüllung nicht gleichmässig erreicht werden kann oder eine
gleichmässige Verteilung nur mit komplexen Zusatzeinrichtungen ermöglicht wird. Ausserdem
müssen vor dem Verschliessen der Dämmstoffkammern die Querstreben, welche die einzelnen
Dämmstoffkammern begrenzen, in einem separaten Arbeitsschritt gereinigt und von Dämmstoffmaterial
befreit werden.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden.
Insbesondere soll ein gleichmässiges Befüllen der Dämmstoffkammer sichergestellt und
nachfolgende Verfahrensschritte, insbesondere das Verschliessen der Dämmstoffkammern,
vereinfacht werden.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die in den unabhängigen Patentansprüchen definierte Vorrichtung
bzw. Verfahren gelöst. Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.
Eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Einblasen von Einblasdämmstoff, insbesondere
Cellulose, in Dämmstoffkammern von Bauelementen, weist ein Abdeckelement und mindestens
einen Einfüllstutzen auf. Das Abdeckelement dient zum wenigstens teilweisen Abdecken
der zu befüllenden Dämmstoffkammer. Der mindestens eine Einfüllstutzen wird durch
das Abdeckelement hindurch geführt und dient dem Einbringen des Einblasdämmstoffes
in die Dämmstoffkammer. Das Abdeckelement ist auf der der zu befüllenden Dämmstoffkammer
zugewandten Seite mit einer luftdurchlässigen Membran versehen. Der mindestens eine
Einfüllstutzen ist in einer Öffnung der Membran angeordnet.
[0008] Der Einfüllstutzen kann fest mit der Membran verbunden sein. Beispielsweise kann
dieser an seinem membranseitigen Ende an einer Platte befestigt sein, an welcher wiederum
die Membran befestigt ist. Alternativ kann der Stutzen jedoch auch senkrecht zur Ebene
der Membran und relativ zur Membran beweglich gelagert sein, so dass zu Beginn des
Einblasens der Einfüllstutzen tief in die zu befüllende Dämmstoffkammer hineinreicht.
Der Einfüllstutzen kann während dem Befüllen in seiner Position verharren oder während
des Befüllens kontinuierlich oder schrittweise aus der Dämmstoffkammer hinausgezogen
werden. Hierzu muss die Platte so ausgestaltet sein, dass die entsprechende Bewegung
des Einfüllstutzens möglich ist.
[0009] Dadurch, dass die Dämmstoffkammer beim Einfüllen mit einer luftdurchlässigen Membran
abgedeckt wird, kann die für das Einblasen des Einblasdämmstoffes benötigte Luft gleichmässig
durch die luftdurchlässige Membran entweichen. Es sind keine diskreten Abluftöffnungen
nötig. Dadurch wird eine homogene Befüllung der Dämmstoffkammer gewährleistet.
[0010] Unter einer Membran wird hier und im Folgenden eine Trennschicht verstanden, welche
es insbesondere erlaubt, das eingeblasene Einblasdämmstoffmaterial von der Transportluft
zu trennen. Eine Membran in diesem Sinne kann einschichtig oder mehrschichtig aufgebaut
sein. Eine luftdurchlässige Membran weist insbesondere keine diskreten Öffnungen zum
Abführen der für das Einblasen benötigten Luft auf, sondern ist auf ihrer gesamten
Fläche luftdurchlässig.
[0011] Die Dämmstoffkammern der Bauelemente sind seitlich mit Stegen oder Querlatten begrenzt
und auf der Rückseite mit einer geschlossenen Platte als Rückwand versehen. Unter
Bauelementen werden hier und im Folgenden insbesondere Wand-, Boden-, Decken- oder
Dachelemente verstanden. Solche Bauelemente können werkseitig vorgefertigt werden
oder aber direkt auf der Baustelle hergestellt und mit mobilen Vorrichtungen befüllt
werden.
[0012] Die Vorrichtung ist nicht nur für das Einblasen von Cellulose-Dämmstoffen geeignet.
Es ist auch denkbar, dass andere Materialien zum Dämmen, wie beispielsweise Mineralfasern,
Schafwolle, Holzfaserdämmstoffe, Glaswolle, Steinwolle, Holzspäne, usw. mit der Vorrichtung
eingeblasen werden. Ebenso ist es denkbar, dass andere lose Materialien, wie beispielsweise
Kies oder Kalkschrot eingeblasen werden.
[0013] Die Vorrichtung kann Mittel aufweisen, welche ein Heben und Senken des Abdeckelementes
und gleichzeitig ein Anpressen des Abdeckelementes auf die Dämmstoffkammer ermöglichen.
Somit wird die Bedienung der Vorrichtung für das Bedienpersonal wesentlich vereinfacht
und das Abdeckelement wird durch den Einblasdruck nicht von der Dämmstoffkammer abgehoben.
Wenn das Abdeckelement ein genügend grosses Eigengewicht aufweist, kann auf eine Vorrichtung
zum Anpressen verzichtet werden. Das Eigengewicht genügt dann um ein sicheres Anpressen
auf den Stegen oder Querlatten der Dämmstoffkammer zu gewährleisten.
[0014] Um beim Abheben des Abdeckelementes und damit dem Abheben des Einsfüllstutzens ein
Herausfallen des im Einfüllstutzen vorhandenen Pfropfens oder Teilen davon aus Einblasdämmstoff
zu verhindern, kann der Einfüllstutzen über einen Schieber verfügen, welcher den Einfüllstutzen
verschliesst. Alternativ kann der Einfüllstutzen auch mit einem Abreisskragen versehen
sein. Ein solcher Abreisskragen kann beispielsweise in Gestalt einer Verengung des
Innendurchmessers des Einfüllstutzens, insbesondere durch einen eingebrachten Ring
oder eine Bördelung, ausgestaltet sein. Ein solcher Abreisskragen kann direkt an der
Mündung des Einfüllstutzens vorgesehen oder um die Eintauchtiefe des Einfüllstutzens
zurückgesetzt sein, wenn der Einfüllstutzen beim Einblasen des Einblasdämmstoffes
in die Dämmstoffkammer eingetaucht werden soll. Ein solcher Abreisskragen stellt sicher,
dass beim Abheben des Abdeckelementes und des Einsfüllstutzens der Pfropfen oberhalb
des Abreisskragens im Einfüllstutzen verbleibt, während das Dämmstoffmaterial unterhalb
des Abreisskragens in der Dämmstoffkammer verbleibt. Es kann somit effektiv verhindert
werden, dass undefinierte und/oder mangelhaft befüllte Bereiche in der Dämmstoffkammer
entstehen. Der verbleibende Pfropfen kann beim nächsten Füllvorgang beim erneuten
Einblasen durch den Einblasdruck oder gegebenenfalls durch einen leichten Überdruck
wieder ausgestossen werden.
[0015] Ausserdem kann die Vorrichtung eine Transportvorrichtung aufweisen, welche ein mit
zu befüllenden Dämmstoffkammern versehenes Bauelement aufnimmt. Eine solche Transportvorrichtung
ermöglicht eine Relativ-Verschiebung zwischen Abdeckelement und Dämmstoffkammer. Ein
kontinuierliches oder stufenweises Befüllen einer nur teilweise abgedeckten Dämmstoffkammer
wird so erleichtert. Ausserdem können mehrere Dämmstoffkammern des gleichen Bauelementes
der Reihe nach einfach befüllt werden. Die Transportvorrichtung kann einerseits das
Abdeckelement verschieben oder aber so ausgestaltet sein, dass das Bauelement verschoben
wird.
[0016] Es hat sich als vorteilhaft gezeigt, wenn das Abdeckelement mindestens eine Dämmstoffkammer
eines Bauelementes in mindestens einer Richtung komplett überdeckt. Somit wird die
Relativ-Verschiebung zwischen Abdeckelement und Dämmstoffkammer nur noch in die andere
Richtung benötigt. Die entsprechende Transportvorrichtung wird dadurch wesentlich
vereinfacht.
[0017] Es ist auch denkbar, dass das Abdeckelement mindestens eine Dämmstoffkammer komplett
überdeckt. Somit kann beim Befüllen mit höherer Einblasleistung gearbeitet werden,
ohne dass der Einblasdämmstoff seitlich aus der Dämmstoffkammer austreten kann. Dabei
ist sicher zu stellen, dass der Anpressdruck bzw. das Eigengewicht des Abdeckelementes
entsprechend gewählt wird, dass das Abdeckelement nicht abgehoben wird. Insbesondere
bei der Befüllung von mehreren grossen Kammern ist somit eine wesentliche Zeitersparnis
und somit Kostenreduktion möglich.
[0018] Die luftdurchlässige Membran kann mit einer Polsterschicht versehen sein. Es versteht
sich von selbst, dass eine solche Polsterschicht bevorzugt ebenfalls luftdurchlässig
ist. Dadurch, dass die luftdurchlässige Membran eine Polsterschicht aufweist, kann
die Membran Unebenheiten, welche die die Dämmstoffkammer begrenzenden Stege oder Querlatten
aufweisen, kompensieren. Die Dämmstoffkammer wird trotzdem dicht abgeschlossen.
[0019] Die luftdurchlässige Membran kann eine Dicke von 0,5 bis 10 cm, insbesondere 0,5
bis 5 cm, vorzugsweise 0,5 bis 2 cm aufweisen. Die Oberfläche der luftdurchlässigen
Membran, welche der zu befüllenden Dämmstoffkammer zugewandt ist, kann mit einer Schicht
versehen werden, welche ein Anballen von Einblasdämmstoffen verhindert. Durch eine
solche Schicht wird ein gleichmässiges Verteilen des Einblasdämmstoffes in der Dämmstoffkammer
begünstigt. Ausserdem wird sichergestellt, dass beim Anheben und erneuten Absenken
des Abdeckelementes auf einem Steg bzw. einer Querlatte der Dämmstoffkammer kein Einblasdämmstoff
aufgebracht wird.
[0020] Eine solche Schicht kann Fluorcarbon, insbesondere PTFE enthalten. Die Verwendung
anderer geeigneter Materialien ist jedoch auch denkbar. Alternativ oder zusätzlich
kann die Vorrichtung eine Reinigungseinheit umfassen, welche bei Bedarf oder regelmässig,
beispielsweise nach jedem Abheben das Abdeckelement von anhaftendem Dämmstoffmaterial
befreit. Eine solche Reinigungseinheit kann beispielsweise eine Saugdüse aufweisen,
welche auf die Membran gesetzt und über diese bewegt wird. Es ist auch denkbar, dass
sich die Membran über die Saugdüse bewegt. Es hat sich gezeigt, dass vorzugsweise
je eine Saugdüse seitlich der Vorrichtung angeordnet ist und dass die Membran über
diese Saugdüsen bewegt wird.
[0021] Die luftdurchlässige Membran kann flexibel und elastisch sein. Unter flexibel und
elastisch wird dabei verstanden, dass die Membran als Ganzes biegsam ist, ohne dass
diese durch eine Biegung beschädigt wird. Ausserdem sollen Unebenheiten durch deren
Elastizität ausgeglichen werden können.
[0022] Dabei soll bei einer Kompression der luftdurchlässigen Membran nur eine elastische
Verformung stattfinden. Somit ist gewährleistet, dass die Membran nach dem Zusammendrücken
wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehrt. Diese Eigenschaft ist insbesondere
beim dichten Abdecken der Stege der Dämmstoffkammer von Vorteil. Auch kann dadurch
die Membran an den Stegen komprimiert werden, während im Raum zwischen den Stegen
die Membran ihre ursprüngliche Dicke bewahrt. Durch diese Eigenschaft der Membran
wird sichergestellt, dass eine Dämmstoffkammer unabhängig vom Einblasdruck nicht überfüllt
werden kann und die Stege nach dem Entfernen des Abdeckelementes frei von Einblasdämmstoff
bleiben.
[0023] Die Membran kann beispielsweise aus einem Material bestehen, welches in der Autoindustrie
als Autohimmel bekannt ist.
[0024] Die luftdurchlässige Membran kann von einem ebenfalls luftdurchlässigen Stützkörper
gestützt sein. Dieser Stützkörper gewährleistet, dass beim Einblasen die luftdurchlässige
Membran nicht aus ihrer Ebene gehoben und somit die Dämmstoffkammer ungleichmässig
befüllt wird. Ein solcher Stützkörper gewährleistet ausserdem, dass verschieden grosse
Dämmstoffkammern jeweils dicht abgeschlossen werden können.
[0025] Wenn die luftdurchlässige Membran gemeinsam mit dem Einfüllstutzen in der Ebene der
Membran beweglich ist, kann ein gleichmässiges Befüllen insbesondere von grossen Dämmstoffkammern
optimiert werden. Ausserdem wird dadurch ermöglicht, dass eine Transportvorrichtung
eine Verschiebung zwischen Abdeckelement und Dämmstoffkammer nur in eine Richtung
gewährleisten muss. Beispielsweise können somit mehrere voneinander getrennte Dämmstoffkammern,
welche sich im Arbeitsbereich der Vorrichtung befinden nacheinander befüllt werden.
Auch können grössere Kammern durch ein Verschieben des Einfüllstutzens kontinuierlich
oder schrittweise befüllt werden.
[0026] Der Stützkörper kann dabei einen Schlitz aufweisen, in welchem sich der Einfüllstutzen
bewegen kann. Der Einfüllstutzen kann zusätzlich an einer separaten Führung befestigt
sein. Diese Führung befindet sich dabei möglichst nahe am Schlitz, so dass keine unnötigen
Toleranzen berücksichtigt werden müssen. Wenn der Einfüllstutzen synchron mit der
Membran bewegt wird, kann eine übermässige Belastung der Schnittstelle zwischen Einfüllstutzen
und Membran verhindert werden.
[0027] Die luftdurchlässige Membran kann ein Band sein, welches über mindestens zwei Rollen
seitlich beweglich und insbesondere antreibbar gelagert ist. Ein solches Band ermöglicht
eine Verschiebung des Einfüllstutzens bis an den Rand der Vorrichtung. In gewissen
Fällen kann eine solche Ausrichtung der Einfüllstutzen vorteilhaft sein. Das Band
kann auch als Endlosband ausgebildet sein.
[0028] Da es sich bei der Membran um ein Verschleissteil handelt, kann in einer alternativen
Ausführungsform die Membran als Teilbereich des Bandes ausgebildet sein oder sogar
als separates Teil am Band angeordnet werden. Falls die Membran nur seitlich von je
einem Band aufgenommen wird, muss das Material der Bänder nicht luftdurchlässig sein.
Falls die Membran jedoch flächig auf dem Band befestigt wird, ist es von Vorteil,
wenn das Band ebenfalls luftdurchlässig ist.
[0029] Die luftdurchlässige Membran kann lösbar, beispielsweise mittels Klettverschlüssen
am Band befestigt werden. Andere Formen der Befestigung der Membran am Band sind ebenfalls
denkbar. Als Material für das Band kann beispielsweise ein gelochtes Gummiband oder
ein Textilband verwendet werden. Andere Ausführungsformen des Bandes sind ebenfalls
denkbar.
[0030] Das Abdeckelement kann mindestens auf seiner in Transportrichtung vorderen Seite
ein Abschlussmittel aufweisen, welches bei einer nicht kompletten Überdeckung der
zu befüllenden Dämmstoffkammer in diese Kammer hineinragt und den Zwischenraum zwischen
dem Abdeckelement und einer Rückwand der Dämmstoffkammer auf einer oder mehreren Seiten
abschliesst. Insbesondere bei der Befüllung von grossen Dämmstoffkammern ist ein solches
Abschlussmittel vorteilhaft. Es ermöglicht die kontinuierliche Befüllung der Dämmstoffkammer,
ohne dass auf der in Transportrichtung vorderen Seite des Abdeckelementes das eingeblasene
Dämmstoffmaterial austritt. Solche Abschlussmittel können in Form einer gummiartigen
Lippe, mehrerer gummiartiger Lappen, von Lamellen, eines elastischen Körpers, eines
aufblasbaren Ballons oder eines Kettenvorhanges, beispielsweise aus mehreren Kugelketten,
ausgebildet sein.
[0031] Eine erfindungsgemäss Ausführungsform einer Vorrichtung, welche für sich alleine
oder in Kombination mit einer der vorgängig genannten Ausführungsformen vorteilhaft
ist, beinhaltet ein Abdeckelement zum Abführen der für das Einblasen benötigten Transportluft
sowie mindestens einen Einfüllstutzen. Dieser mindestens eine Einfüllstutzen dient
dem Einbringen des Einblasdämmstoffes in die Dämmstoffkammer. Die Vorrichtung verfügt
weiter über Sensorelemente, welche die Grösse und/oder die Form der zu befüllenden
Dämmstoffkammer ausmisst. Mit einem solchen Sensorelement kann gleichzeitig die Position
der zu befüllenden Dämmstoffkammer bestimmt werden. Der Einfüllstutzen kann somit
an geeigneter Stelle, z.B. in etwa mittig in der Dämmstoffkammer platziert werden
oder auch während der Befüllung bewegt werden. Ein gleichmässiges Einfüllen wird dadurch
vereinfacht.
[0032] Zum Ausmessen der Grösse und/oder der Form der Dämmstoffkammer können optische Sensorelemente,
Infrarot-, Ultraschall-, Hochfrequenz- oder Lasersensorelemente verwendet werden.
Sensorelemente basierend auf anderen Technologien sind ebenfalls denkbar. Die Grösse
und/oder die Form der zu befüllenden Dämmstoffkammer kann auch von einem entsprechenden
CAD-System geliefert oder direkt in Form eines Koordinatensatzes eingegeben werden.
[0033] Die Vorrichtung kann Rechenmittel zum Auswerten der von den Sensorelementen gelieferten
Daten und zur Bestimmung der zur Befüllung benötigten Menge des Einblasdämmstoffes
aufweisen. Alternativ kann die benötigte Menge des Einblasdämmstoffes auch aus Daten
bestimmt werden, welche von einem CAD-System geliefert oder direkt in Form eines Koordinatensatzes
eingegeben werden. Somit wird ermöglicht, dass basierend auf der Grösse und/oder Form
der Dämmstoffkammer eine optimale Menge des Einblasdämmstoffes eingeblasen wird.
[0034] Alternativ kann die Vorrichtung Drucksensoren aufweisen, durch welche ein optimaler
Befüllungsgrad bestimmt wird. Solche Drucksensoren messen den Druck auf die Membran,
welcher von dem eingeblasenen Dämmstoffmaterial auf die Membran wirkt. Die Drucksensoren
können direkt in oder auf der Membran angebracht sein. Ebenso ist es denkbar, dass
die Drucksensoren zwischen der Membran und dem Stützkörper angeordnet sind. Drucksensoren
können auch direkt im Einfüllstutzen angeordnet sein. Dies erlaubt einen Rückschluss
auf die Fülldruck und/oder den Förderdruck. Solche Drucksensoren können auch benutzt
werden, um das Einblasen beim Erreichen bestimmter Druckkriterien zu unterbrechen
oder ganz zu stoppen. Beispielsweise können Druckkriterien definiert sein, bei deren
Erreichen von einer Position des Befüllens auf eine andere Position umgestellt werden
kann. Weitere Kriterien können Sicherheitskriterien definieren, so dass eine Beschädigung
der Dämmstoffkammer durch überhöhten Druck verhindert werden kann.
[0035] Ausserdem können die Daten der Sensorelemente bzw. des CAD-Systems auch verwendet
werden, um die Einfüllstutzen optimal zu Positionieren. So können beispielsweise für
jede Dämmstoffkammer eine Fülllinie und die entsprechenden Stutzenpositionen bestimmt
werden. Die Fülllinie bestimmt dabei die Linie, auf welcher die Stutzenpositionen
angeordnet sind. Die Fülllinie ist im Normalfall die Mittellinie der Dämmstoffkammer,
kann jedoch unter vorgegebenen Umständen auch davon abweichen. Bei den Stutzenpositionen
handelt es sich um diejenigen Positionen, an denen der Einfüllstutzen zum Befüllen
der Dämmstoffkammern angesetzt wird. Die Stutzenpositionen werden aufgrund der Dimension
der Dämmstoffkammer bestimmt. Dabei werden minimale Wandabstände der ersten und letzten
Stutzenposition eingehalten. Es hat sich gezeigt, dass ein optimaler Wandabstand zwischen
20 und 70cm, insbesondere zwischen 25 und 55cm, besonders bevorzugt zwischen 30 und
40cm beträgt. Die weiteren Stutzenpositionen werden dann auf der Fülllinie, bevorzugt
äquidistant, mit einem Abstand zwischen 35 und 100cm, bevorzugt zwischen 45 und 80cm
angeordnet.
[0036] Die Sensorelemente bzw. das CAD-System bestimmen auch die Tiefe der zu befüllenden
Dämmstoffkammern. Mit Hilfe dieser Tiefenwerte kann auch eine optimale Eintauchtiefe
des Einfüllstutzens bestimmt werden. Hierzu sind beispielsweise Daten in einer Tabelle
im Rechenmittel abgelegt.
[0037] Ebenfalls ist es denkbar, dass die Sensoren die Art der Oberfläche der die Dämmstoffkammer
begrenzenden Elemente wie Rückwand und seitliche Stege oder Querlatten bestimmen können.
Diese Daten können verwendet werden, um abhängig von der Rauheit eine Fülldichte zu
bestimmen, welche für eine optimale Befüllung der Dämmstoffkammer nötig ist. Zur Bestimmung
der Fülldichte kann auch die angestrebte Verwendung des Bauelementes als beispielsweise
Wand, Dach oder Decke berücksichtigt werden. Entsprechende Werte bzw. Korrekturfaktoren
können in einer Tabelle im Rechenmittel hinterlegt sein. Die Fülldichte wird vorzugsweise
durch eine geeignete Einstellung des Luft-Material-Gemisches, sowie durch den Förderdruck
eingestellt.
[0038] Zur Kontrolle der korrekten Füllmenge kann die Vorrichtung mit einer Wägezelle versehen
sein. Eine solche Wägezelle kann im Einblassystem oder auf der Transportvorrichtung
angeordnet sein. Im ersten Fall wird die Abnahme des Gewichtes des Dämmstoffmaterials
im Einblassystem gemessen, während im zweiten Fall die Gewichtszunahme des mit Dämmstoffkammern
versehenen Bauelementes bestimmt wird. Vorzugsweise wird die korrekte Füllmenge anhand
einer solchen Wägezelle und eines Drucksensors wie vorstehend beschrieben ermittelt.
Insbesondere kann bei jeder Stutzenposition die Vorrichtung bei Erreichen eines definierten
Druckes abgestellt werden. Bei der letzten Stutzenposition kann die Sollfüllmenge
als Kriterium herangezogen werden, wobei die Anordnung ausserdem bei Erreichen eines
Grenzdruckes aus Sicherheitsgründen abgestellt werden kann.
[0039] Die Vorrichtung kann ausserdem Schliessmittel aufweisen, sodass basierend auf der
Grösse und/oder Form der zu befüllenden Dämmstoffkammer ein oder mehrere Einfüllstutzen
verschliessbar sind. Solche Schliessmittel ermöglichen, dass ein Einfüllstutzen, welcher
nicht in einer zu befüllenden Dämmstoffkammer zu liegen kommt, nicht mit Einblasdämmstoff
beschickt wird. Ausserdem kann dadurch ein sequentielles Befüllen der Dämmstoffkammer
realisiert werden. Typischerweise wird bei einer Mehrzahl von Stutzen jeweils ein
Stutzen zum Einblasen verwendet während die anderen Stutzen inaktiv sind. Es ist aber
auch denkbar, dass mehrere Stutzen gleichzeitig betreiben werden. Die Schliessmittel
können Schieber im Stutzen oder aktive Weichen sein.
[0040] Ein erfindungsgemässes Verfahren zum Einblasen von Einblasdämmstoff, insbesondere
Cellulose oder anderen vorgängig genannten Materialien, in Dämmstoffkammern von Bauelementen
mit einer Einblasvorrichtung umfasst die folgenden Schritte:
- Bereitstellen eines Elementes mit wenigstens einer zu befüllenden Dämmstoffkammer,
- Verschliessen der zu befüllenden Dämmstoffkammer mit einem mit einer luftdurchlässigen
Membran versehen Abdeckelement,
- Einblasen von Einblasdämmstoff durch mindestens einen Einfüllstutzen, und
- Abführen der für das Einblasen benötigten Luft durch die Membran.
[0041] Das Verfahren kann mit einer Vorrichtung gemäss einer der vorhergehenden Ausführungsformen
durchgeführt werden.
[0042] Beim Verschliessen der zu befüllenden Dämmstoffkammer mit dem Abdeckelement kann
das Abdeckelement insbesondere durch sein Eigengewicht so auf die Dämmstoffkammer
gedrückt werden, dass die Membran an den vom Abdeckelement überdeckten Stegen, welche
die Dämmstoffkammer begrenzen, komprimiert wird. Durch diese Kompression wird sichergestellt,
dass kein Einblasdämmstoff seitlich aus der Kammer austreten kann.
[0043] Vor dem Einblasen von Einblasdämmstoff kann mittels einem oder mehreren Sensorelementen
die Grösse und/oder die Form der zu befüllenden Dämmstoffkammer bestimmt werden. Diese
Daten können jedoch auch von einem externen CAD-System zur Verfügung gestellt oder
direkt als Koordinatensatz eingegeben werden. Durch entsprechende Rechenmittel kann
somit gewährleistet werden, dass nur die benötigte Menge von Einblasdämmstoff eingeblasen
wird. Ein Unterbefüllen der Dämmstoffkammer bzw. ein Überfüllen wird dadurch verhindert.
Sowohl ein Überfüllen oder ein Unterfüllen würde eine geringere Wärmedämmung bewirken.
Ausserdem würde durch Überfüllen unnötiges Material verbraucht.
[0044] Wenn die Einblasvorrichtung Drucksensoren umfasst, welche den Druck des eingeblasenen
Dämmstoffes auf die Membran messen, kann ein Unter- und/oder Überbefüllen der Kammern
ebenfalls zuverlässig verhindert werden.
[0045] Vor dem Einblasen von Einblasdämmstoff kann mittels einem oder mehreren Sensorelementen
eine nicht zu befüllende Kammer erkannt werden. Eine solche Kammer muss vorgängig
entsprechend markiert werden. Es ist auch denkbar, dass die Sensorelemente eine nicht
zu befüllende Kammer selbständig, insbesondere wenn diese ohne Rückwand ausgestattet
ist, erkennen. Es ist somit möglich, dass diese Kammer nicht befüllt wird bzw. dass
kein Einblasdämmstoff eingeblasen wird. Solche leeren Kammern sind beispielsweise
vorteilhaft, wenn bauseitig an dieser Stelle eine Aussparung benötigt wird, z.B. für
Hausinstallationen, Fenster oder Türen.
[0046] Anhand von Figuren, welche lediglich Ausführungsbeispiele darstellen, wird die Erfindung
im Folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung, wobei ein Arbeitstisch
nur teilweise sichtbar ist,
- Figur 2
- einen Querschnitt durch die Vorrichtung gemäss Figur 1 entlang einer Ebene durch die
Einfüllstutzen,
- Figur 3
- eine perspektivische Ansicht des Abdeckelementes gemäss der Vorrichtung nach Figur
1,
- Figur 4
- eine Prinzipdarstellung eines Abdeckelementes auf einem Bauelement,
- Figur 5
- eine perspektivische Ansicht auf die Vorrichtung aus Figur 1,
- Figur 6a
- eine schematische Darstellung eines Einfüllstutzens mit einem Abreisskragen an der
Mündung, und
- Figur 6b
- eine schematische Darstellung eines Einfüllstutzens mit einem im Einfüllstutzen zurückversetzten
Abreisskragen.
[0047] Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung 1, wobei
ein Arbeitstisch 4 nur teilweise sichtbar ist und ein Abdeckgehäuse der Vorrichtung
entfernt ist. Auf dem Arbeitstisch 4 ist ein Bauelement 30 abgelegt. Das Bauelement
30 verfügt über eine Rückwand 33, auf der mit verschiedenen Stegen 32 eine rahmenähnliche
Konstruktion aufgebaut ist. Zwischen den Stegen 32 sind Dämmstoffkammern 31 ausgebildet.
Die Dämmstoffkammern 31 sollen mit Einblasdämmstoff gefüllt werden.
[0048] Die Vorrichtung 1 weist neben dem Arbeitstisch 4 ein Abdeckelement 10 auf, welches
an einer Hebe- und Senkvorrichtung 2 zum Heben und Senken der Vorrichtung 1 montiert
ist. Die Hebe- und Senkvorrichtung 2 ist auf einer Transportvorrichtung 3 montiert,
welche es erlaubt, das Abdeckelement 10 in horizontaler Richtung zu verschieben.
[0049] Das Abdeckelement 10 weist eine Membran 12 auf, welche über vier Rollen 5 (siehe
Figur 2) in Form eines Endlosbandes geführt ist. Die Membran 12 ist in Figur 1 transparent
dargestellt, sodass ein Einblick in das Innere des Abdeckelementes 10 möglich ist.
Die Membran 12 wird auf der Unterseite des Abdeckelementes 10 von einem Stützkörper
17 in Position gehalten. Der Stützkörper 17 weist quer zur Bewegungsrichtung der Transportvorrichtung
3 einen Schlitz auf, in welchem zwei Einfüllstutzen 20 hin und her bewegt werden können.
Die Einfüllstutzen 20 bewegen sich dabei synchron mit der Membran 12 auf der Unterseite
des Abdeckelements 10.
[0050] Das Bauelement 30 weist neben Dämmstoffkammern 31, welche mit dem Einblasdämmstoff
zu befüllen sind, auch Kammern 37 auf, welche nicht zu befüllen sind. Eine solche
nicht befüllte Kammer 37 kann beispielsweise bauseitig Elemente für die Hausinstallation
aufnehmen.
[0051] Die Vorrichtung 1 weist ausserdem Sensorelemente 6 auf, welche vor dem Befüllen die
Grösse und/oder Form der zu befüllenden Dämmstoffkammern 31 ausmessen. Diese Sensorelemente
6 sind auf einem Stützrahmen montiert, welcher mit der Transportvorrichtung 3 fix
verbunden ist. Somit können die Sensorelemente 6 über das Bauelement bewegt werden.
Bei den verwendeten Sensorelementen handelt es sich um Laserscanner. Sensorelemente
basierend auf anderen Technologien können ebenfalls eingesetzt werden.
[0052] Seitlich ist eine Bedieneinheit 8 zu erkennen, welche die Bedienung der Vorrichtung
erlaubt.
[0053] In
Figur 2 ist ein Querschnitt durch die Vorrichtung 1 gemäss Figur 1 entlang einer Ebene durch
die Einfüllstutzen 20 dargestellt. Auf dem Arbeitstisch 4 ist wiederum ein Bauelement
30 angeordnet, welches eine Rückwand 33 und Stege 32 umfasst. Über dem Arbeitstisch
4 bzw. dem Bauelement 30 ist das Abdeckelement 10 dargestellt. Deutlich zu erkennen
ist die Membran 12, welche über die vier Rollen 5 das Abdeckelement 10 räumlich begrenzen.
Auf der Unterseite des Abdeckelementes 10 ist die Membran 12 mit einer Polsterschicht
13 (siehe Figur 4) versehen. Durch Öffnungen 16 in der Membran ragen zwei Einfüllstutzen
20 aus dem Abdeckelement 10 heraus. Die Einfüllstutzen 20 können sich seitlich hin
und her bewegen. Dabei werden jedoch nicht nur die beiden Einfüllstutzen 20 bewegt,
sondern auch die Membran 12, welche in ihren Öffnungen 16 die beiden Einfüllstutzen
20 aufnimmt, bewegt sich synchron dazu. Der Antrieb der Membran 15 erfolgt dabei über
eine der vier Rollen 5. Es ist aber auch denkbar, dass mehrere Rollen 5 angetrieben
sind. Ausserdem sind die Einfüllstutzen 20 durch die Öffnungen 16 individuell absenkbar.
Hierdurch wird das Einblasen und gleichmässige Einfüllen des Einblasdämmstoffes noch
verbessert. Einer der beiden Einfüllstutzen 20 ist in der abgesenkten Position gezeigt.
[0054] Um die Membran 12 beim Einblasen in ihrer Position zu halten, weist das Abdeckelement
10 einen Stützkörper 17 auf, welcher die Membran 12 abstützt. Dieser Stützkörper 17
weist einen Schlitz auf, welcher es erlaubt, dass die Einfüllstutzen 20 seitlich mit
der Membran 12 bewegbar sind.
[0055] Das gesamte Abdeckelement 10 ist an einer Hebe- und Senkvorrichtung 2 zum Heben und
Senken der Vorrichtung 1 befestigt. Diese Hebe- und Senkvorrichtung 2 besteht aus
einem Kettenantrieb. Denkbar ist auch eine Ausgestaltung mit einer Gewindespindel
oder einer hebebühneartig ausgebildeten Hebe- und Senkvorrichtung. Das Abdeckelement
10 mit seiner Hebe- und Senkvorrichtung 2 ist weiter auf einer Transportvorrichtung
3 montiert. Diese Transportvorrichtung 3 erlaubt ein Verschieben des Abdeckelementes
10 in einer Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung der Einfüllstutzen 20. Die Transportvorrichtung
3 weist ein bekanntes Rollen- und Schienensystem mit einem Zahnriemenantrieb auf.
Andere Arten von Transportvorrichtungen und/oder Antrieben sind ebenfalls denkbar.
[0056] Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht des Abdeckelementes 10 gemäss der Vorrichtung
nach Figur 1. Das Abdeckelement 10 weist vier Rollen 5 auf, welche die Membran 12
aufspannen. Die komplette Membran 12 ist dabei als Endlosband ausgebildet. Auf der
Unterseite des Abdeckelementes 10 wird die Membran 12 durch einen zweiteiligen Stützkörper
17 gegen ein Verschieben nach Innen abgestützt. Dieser Stützkörper 17 wird durch zwei
Lochbleche gebildet, welche zusätzlich mit Querstreben zur Erhöhung ihrer Stabilität
versehen sind. Die beiden Teile des Stützkörpers 17 sind stirnseitig miteinander zu
einer Platte verbunden. Zwischen den beiden Teilen des Stützkörpers 17 ist ein Spalt
18 ausgebildet, welcher ein seitliches Verschieben der Einfüllstutzen 20 erlaubt.
Neben dem Spalt 18 ist ein Führungselement montiert, an welchem die Einfüllstutzen
20 verschiebbar gelagert sind.
[0057] Ebenfalls sichtbar sind Sensorelemente 6, welche auf einem Stützrahmen montiert sind
und das Erkennen der zu befüllenden Dämmstoffkammern ermöglichen. Ausserdem ist seitlich
am Abdeckelement 10 beidseitig ein Reinigungselement 25 angeordnet, wobei jedoch nur
ein Reinigungselement 25 sichtbar ist. Diese Reinigungselemente 25 umfassen im Wesentlichen
eine schwenkbare Saugdüse 26, welche bei Bedarf auf die Membran 12 geschwenkt werden
kann, so dass evtl. anhaftendes Material, insbesondere Einblassdämmstoff, entfernt
werden kann. Die Saugdüse 26 kann anstelle einer Schwenkbewegung auch mittels einer
anderen Bewegung auf die Membran 12 bringbar sein. Die Saugdüse 26 ist vorzugsweise
länglich ausgebildet, so dass sie die gesamte Breite der Membran 12 überdecken kann.
[0058] In einer Prinzipdarstellung ist in
Figur 4 ein Teilbereich eines Abdeckelementes 10 auf einem Bauelement 30 dargestellt. Das
Bauelement 30 weist eine Rückwand 33 auf, welche mit Stegen 32 versehen ist. Das Abdeckelement
10 ist auf die Stege 32 aufgelegt. Dabei wird über den Stützkörper 17 ein Anpressdruck
auf die Membran 12 ausgeübt, so dass diese auf die Stege 32 gepresst wird. Die Membran
12 wird in der Folge im Bereich über den Stegen 32 komprimiert.
[0059] Die Membran 12 umfasst einen Träger 19, eine Polsterschicht 13 und eine Gleitschicht
15. Die Gleitschicht 15 ist so ausgestaltet, dass an der Oberfläche 14 keine Anballungen
von Einblasdämmstoff gebildet werden kann. Die Membran 12 weist eine Dicke D von 1.5
cm auf. Andere Dicken sind ebenfalls denkbar. Im Bereich über den Stegen 32 ist die
Membran 12 komprimiert und ihre Dicke ist entsprechend kleiner. Dadurch, dass die
12 Membran flexibel und elastisch ausgestaltet ist, wirkt sich die Kompression nur
im Bereich der Stege 32 aus. Unmittelbar neben den Stegen 32 nimmt die Membran 12
wieder ihre ursprüngliche Dicke D ein.
[0060] Zwischen der Membran 12 und der Rückwand 33 des Bauelementes wird ein Zwischenraum
35 gebildet. Dieser Zwischenraum kann seitlich begrenzt werden durch die Stege 32.
Somit wird eine geschlossene Dämmstoffkammer 31 bzw. eine nicht zu befüllende Kammer
37 gebildet. Im Normalfall weisen nicht zu befüllende Kammern 37 keine Rückwand auf,
wenn diese beispielsweise für Fenster, Türen oder Installationen ausgespart werden
sollen. Es ist jedoch auch denkbar, dass Kammern nicht befüllt werden sollen, welche
eine Rückwand aufweisen. Solche Kammern können zur beispielsweise vorübergehend zur
Markierung mit einem Körper, zum Beispiel mit einem Holzklotz, bestückt werden.
[0061] In
Figur 5 ist in einer perspektivischen Ansicht die Rückseite der Vorrichtung 1 aus Figur 1
dargestellt. Auf dem Arbeitstisch 4 ist wiederum ein Bauelement 30 abgelegt, welches
mittels der Sensorelemente 6 vor dem Befüllen mit Einblasdämmstoff abgescannt wird.
Mit den Sensorelementen 6 kann somit die Grösse und/oder Form der zu befüllenden Dämmstoffkammern
31 ausgemessen werden. Die Sensorelemente 6 sind fix an der Vorrichtung 1 montiert
und können nicht mit dem Abdeckelement 10 abgesenkt werden.
[0062] In den
Figuren 6a und 6b ist je eine schematische Darstellung eines Einfüllstutzens 20 in unterschiedlicher
Ausführung gezeigt. Der Einfüllstutzen 20 aus Figur 6a weist dabei an seine Mündung
24 einen Abreisskragen 23 in Form einer ringförmigen Verdickung auf. Der Einfüllstutzen
20 gemäss Figur 6b eignet sich zum Eintauchen in die Dämmstoffkammer während des Befüllens
und weist ebenfalls einen Abreisskragen 23 auf. Dieser Abreisskragen 23 ist jedoch
in Bezug auf die Mündung 24 zurückversetzt und wird durch eine umlaufende Bördelung
des Einfüllstutzens 20 gebildet. Der Abreisskragen kann ein angeschweisster Ring,
eine Bördelung oder eine Einschnürung sein. Der Kragen kann umlaufend oder segmentweise
ausgebildet sein.
[0063] Im Bereich des Abreisskragens 23 ist der Innendurchmesser des Einfüllstutzens 20
verringert, so dass sich am Ende des Befüllungsvorganges ein Pfropfen 22 im Einfüllstutzen
20 ausbildet. Durch die definierte Verengung am Abreisskragen 23 reisst nun beim Anheben
des Abdeckelementes und somit des Einfüllstutzens 20 das Material des Einblasdämmstoffes
exakt an dieser Stelle ab. Der Pfropfen 22 verbleibt im Einfüllstutzen 20 und eine
saubere Befüllung wird gewährleistet.
[0064] Beim erneuten Einblasen in einer weiteren Dämmstoffkammer oder in derselben Dämmstoffkammer
an einer weiteren Stutzenposition wird der Pfropfen 22 durch einen kurzzeitig, beispielsweise
während ca. 2s erhöhten Förderdruck wieder aus dem Einfüllstutzen 20 ausgebracht.
Anschliessend kann mit dem herkömmlichen Förderdruck das Befüllen fortgesetzt werden.
1. Vorrichtung (1) zum Einblasen von Einblasdämmstoff, insbesondere Cellulose, in Dämmstoffkammern
(31) von Bauelementen (30) mit einem Abdeckelement (10) zum wenigsten teilweisen Abdecken
einer Dämmstoffkammer (31) und mindestens einem Einfüllstutzen (20) zum Einbringen
des Einblasdämmstoffes in die Dämmstoffkammer (31), dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (10) auf der der zu befüllenden Dämmstoffkammer (31) zuwendbaren
Seite mit einer luftdurchlässige Membran (12) versehen ist und dass der mindestens
eine Einfüllstutzen (20) in einer Öffnung (16) der Membran (12) angeordnet ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) Mittel (2) aufweist, welche ein Heben und Senken des Abdeckelementes
(10) und insbesondere ein Anpressen des Abdeckelementes (10) auf die Dämmstoffkammer
(31) ermöglichen.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) eine Transportvorrichtung (3) aufweist um eine Relativverschiebung
zwischen Abdeckelement (10) und Dämmstoffkammer (31) zu ermöglichen.
4. Vorrichtung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (10) mindestens eine Dämmstoffkammer (31) eines Bauelementes (30),
welches von der Transportvorrichtung (3) aufgenommen ist, in mindestens einer Richtung
komplett überdeckt.
5. Vorrichtung (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (10) mindestens eine Dämmstoffkammer (31), welche von der Transportvorrichtung
(3) aufgenommen ist, in beiden Richtungen komplett überdeckt.
6. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die luftdurchlässige Membran (12) mit einer Polsterschicht (13) versehen ist.
7. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die luftdurchlässige Membran (12) eine Dicke (D) von 0.5-10 cm aufweist.
8. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Oberfläche (14) der luftdurchlässigen Membran (12), welche der zu befüllenden
Dämmstoffkammer (31) zugewandt ist, mit einer Schicht (15) versehen ist, welche ein
Anballen von Einblasdämmstoff verhindert.
9. Vorrichtung (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (15) Fluorcarbone, insbesondere PTFE enthält.
10. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die luftdurchlässige Membran (12) flexibel und elastisch ist.
11. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die luftdurchlässige Membran (12) von einem luftdurchlässigen Stützkörper (17) gestützt
ist.
12. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die luftdurchlässige Membran (12) gemeinsam mit dem Einfüllstutzen (20) in der Ebene
der Membran (12) beweglich ist.
13. Vorrichtung (1) nach Anspruch 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (17) einen Schlitz (18) aufweist, in welchem der Einfüllstutzen (20)
bewegbar ist.
14. Vorrichtung (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die luftdurchlässige Membran (12) als Band, insbesondere als Endlosband ausgebildet
ist, welches über mindestens zwei Rollen (5) seitlich beweglich, vorzugsweise antreibbar
gelagert ist.
15. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (10) mindestens auf seiner in Transportrichtung vorderen Seite
eine Abschlussmittel (11) aufweist, welches bei einer nicht kompletten Überdeckung
der zu befüllenden Dämmstoffkammer (31) in die zu befüllende Dämmstoffkammer (31)
hineinragt und den Zwischenraum (35) zwischen dem Abdeckelement (10) und einer Rückwand
(33) der zu befüllenden Dämmstoffkammer (31) abschliesst.
16. Vorrichtung (1), insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 15, zum Einblasen von
Einblasdämmstoff in Dämmstoffkammern (31) von Bauelementen (30) mit einem Abdeckelement
(10) zum Abführen der für das Einblasen benötigten Transportluft und mindestens einem
Einfüllstutzen (20) zum Befüllen des Einblasdämmstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) über Sensorelemente (6) verfügt, welche die Grösse und/oder die
Form der zu befüllenden Dämmstoffkammer (31) ausmisst.
17. Vorrichtung (1) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) Rechenmittel (7) zum Auswerten der Sensordaten und/oder von einem
CAD-System gelieferten Daten zur Bestimmung der Menge des benötigen Einblasdämmstoffes
und/oder zum Positionieren der Einblasstutzen (20) aufweist.
18. Vorrichtung (1) nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) Schliessmittel (21) aufweist, so dass basierend auf der Grösse
und/oder Form der zu befüllenden Dämmstoffkammer (31) ein oder mehrere Einfüllstutzen
(20) verschliessbar sind.
19. Verfahren zum Einblasen von Einblasdämmstoff, insbesondere Cellulose, in Dämmstoffkammern
(31) von Bauelementen (30), insbesondere mit einer Vorrichtung (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 18, umfassend die Schritte:
- Bereitstellen eines Bauelementes (30) mit mindestens einer zu befüllenden Dämmstoffkammer
(31),
- Verschliessen der zu befüllenden Dämmstoffkammer (31) mit einem mit einer luftdurchlässigen
Membran (12) versehenen Abdeckelement (10),
- Einblasen von Einblasdämmstoff durch mindestens einen Einfüllstutzen (20),
- Abführen der für das Einblasen benötigten Luft durch die Membran (12).
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass beim Verschliessen der zu befüllenden Dämmstoffkammer (31) mit dem Abdeckelement
(10) das Abdeckelement (10) auf die Dämmstoffkammer (31), insbesondere durch sein
Eigengewicht, gedrückt wird, so dass die Membran (12) an vom Abdeckelement (10) überdeckten
Stegen (32), welche die Dämmstoffkammer (31) begrenzen, komprimiert wird.
21. Verfahren nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Einblasen von Einblasdämmstoff mittels eines oder mehrerer Sensorelementen
(6) die Grösse und/oder die Form der zu befüllenden Dämmstoffkammer (31) bestimmt
wird.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Einblasen von Einblasdämmstoff mittels eines oder mehrerer Sensorelementen
(31) eine nicht zu befüllende und entsprechend markierte Kammer (37) erkannt wird
und somit in diese Kammer (37) kein Einblasdämmstoff eingeblasen wird.