[0001] Die Erfindung betrifft eine Hörvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Einstellung der akustischen Eigenschaften
einer Hörvorrichtung.
[0002] Hörgeräteträger haben das Bedürfnis, die Einstellung ihrer Hörgeräte, wie z.B. die
Lautstärke und den Klang des Hörgeräts, bestimmten Situationen anzupassen. Zusätzlich
leiden Hörgeräteträger in bestimmten Situationen unter dem sogenannten Okklusionseffekt.
[0003] Bei handelsüblichen Hörgeräten kann der Klang und die Lautstärke des Hörgeräts, gegebenenfalls
über eine so genannte Klangwaage, an einer Fernbedienung, die zur Bedienung des Hörgeräts
dient, vom Hörgeräteträger verändert werden. Die Lautstärke kann weiterhin gegebenenfalls
zusätzlich direkt am Hörgerät über ein Potentiometer verändert werden. Bei beiden
Lösungen werden dabei die eingestellten elektronischen Parameter der Elektronik des
Hörgeräts verändert.
[0004] Die Durchführung der Veränderung der elektronischen Parameter des Hörgeräts ist in
der Praxis dabei oft mit Schwierigkeiten verbunden, da die Wirkung der Veränderung
der Hörgeräteeinstellung von dem Hörgeräteträger oft nicht verstanden wird und somit
es zu fehlerhaften Bedienhandlungen kommt.
[0005] Aus
US 2007/0019832 A1 ist eine im Ohr tragbare Hörvorrichtung bekannt, die ein Hörgerät und eine Haltevorrichtung
in Form einer Schutzkappe umfasst. Das Hörgerät beinhaltet hierbei die Elektronik
der Hörvorrichtung und weist einen universellen Aufbau auf, während die Schutzkappe
eine individuell an den Gehörgang eines Hörgerätenutzers angepasste Form aufweist.
Das Hörgerät kann in die Schutzkappe geschoben werden, wobei das Hörgerät und die
Schutzkappe aber nur in einer Position verbindbar sind.
[0006] Aus
US 2008/0279405 A1 und
DE 10 2007 042 591 A1 ist jeweils ein Hörgerät mit einer Zugfaser bekannt, die als Angriffspunkt zum Herausziehen
des Hörgeräts aus dem Ohrkanal eines Hörgeräteträgers dient. Die Zugfaser ist hierbei
jeweils gegenüber dem Gehäuse des Hörgeräts verschiebbar.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Hörvorrichtung zu schaffen, die eine einfache
intuitiv verständliche Änderung der Lautstärke- und/oder Klangeigenschaften ermöglicht.
Es ist weiterhin Aufgabe der Erfindung, ein einfach und intuitiv durchführbares Verfahren
zur Einstellung der akustischen Eigenschaften einer Hörvorrichtung anzugeben.
[0008] Bezüglich einer Hörvorrichtung wird diese Aufgabe gelöst durch die Merkmale des Anspruchs
1. Bezüglich des Verfahrens wird die Aufgabe gelöst durch die Merkmale des Anspruchs
3.
[0009] Die Erfindung ermöglicht somit eine mechanische Lautstärke-, Klang- und Okklusionsanpassung,
ohne dass die eingestellten Parameter der Elektronik des Hörgeräts verändert werden
müssen.
[0010] Die erfindungsgemäße Art der Hörgeräteeinstellung kann vom Träger der Hörvorrichtung
intuitiv verstanden und nachvollzogen werden.
[0011] Vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung ergeben sich aus dem abhängigen Anspruch.
[0012] Es ist vorteilhaft, wenn zur Bewegung des Hörgeräts am ohreingangsseitigen Ende des
Hörgeräts ein Stab angeordnet ist und mit dem Hörgerät verbunden ist, da mit Hilfe
des Stabs auf einfache Art und Weise die Position des Hörgeräts im Ohr in Bezug zum
Trommelfell verändert werden kann.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
Folgenden näher erläutert. Dabei zeigt die Figur eine schematisierte perspektivische
Ansicht einer erfindungsgemäßen Hörvorrichtung.
[0014] Bei der erfindungsgemäßen Hörvorrichtung 1 handelt es sich um eine sogenannte Im-Ohr-Hörvorrichtung,
das heißt die Hörvorrichtung 1 ist zum Tragen im Ohr eines insbesondere menschlichen
Ohrs ausgebildet und wird in den Ohrkanal eingeführt und im Ohrkanal positioniert.
[0015] Erfindungsgemäß werden die akustischen Eigenschaften der Hörvorrichtung 1 mechanisch
verändert und nicht wie bei handelsüblichen Hörgeräten elektrisch. Die erfindungsgemäße
Hörvorrichtung 1 weist ein Hörgerät 2 und eine Haltevorrichtung 3 auf. Das Hörgerät
2 enthält im Rahmen des Ausführungsbeispiels alle elektronischen Komponenten der Hörvorrichtung
und entspricht im Wesentlichen einem handelsüblichen sogenannten Im-Ohr-Hörgerät.
Es besitzt als wesentliche Komponenten einen Eingangswandler, einen Verstärker und
einen Ausgangswandler. Der Eingangswandler ist in der Regel ein Schallempfänger, z.B.
ein Mikrophon, und/oder ein elektromagnetischer Empfänger, z.B. eine Induktionsspule.
Der Ausgangswandler ist in der Regel als elektroakustischer Wandler, z.B. als Miniaturlautsprecher,
realisiert. Vom Hörgerät 2 wird mittels eines Eingangswandlers, der im Rahmen des
Ausführungsbeispiels in Form des Mikrophons 6 ausgebildet ist, ein akustisches Eingangssignal
aufgenommen und in ein Audiosignal umgewandelt, anschließend in der Signalverarbeitungseinheit
verarbeitet und verstärkt und danach, mittels z.B. eines Miniaturlautsprechers, auf
der Seite des Trommelfells ausgegeben. Die Seite des Trommelfells ist dabei in der
Figur mit A bezeichnet und die Seite des Ohreingangs mit B.
[0016] Die Haltevorrichtung 3 weist ein Endstück 8 und eine Schiene 4 auf. Erfindungsgemäß
ist das Hörgerät 2 mit der Schiene 4 bewegbar verbunden und entlang der Schiene 4
bewegbar angeordnet. Im Rahmen des Ausführungsbeispiels weist die Schiene 4 hierzu
eine Führung 7 auf, die im Rahmen des Ausführungsbeispiels in Form einer Schwalbenschwanzführung
ausgebildet ist. Das Hörgerät 2 wird bei seiner Bewegung durch die Führung 7 geführt.
Das Hörgerät 2 kann somit im Bezug zur Haltevorrichtung 3 entlang der Schiene 4 bewegt
werden. Das Hörgerät 2 kann solchermaßen gegenüber der Haltevorrichtung 3 in X-Richtung
verschoben werden.
[0017] Die Haltevorrichtung 3 wird dabei in der Regel so weit in den Ohrkanal eingeführt,
dass ihr Endstück 8 in unmittelbarer Nähe des Trommelfells angeordnet ist. Das Hörgerät
2 ist dabei in der Figur an zwei unterschiedlichen Positionen gezeichnet, wobei es
an der ersten Position mit durchgezogenen Linien und an einer zweiten Position mit
strichpunktierten Linien dargestellt ist.
[0018] Wird das Hörgerät 2 auf die erste Position bewegt, d.h. am Endstück 8 positioniert,
dann sitzt es tief im Ohrkanal. Hieraus resultieren eine große Lautstärke und eine
gute Abdichtung des Ohrs, sowie eine sehr gute Abschirmung von Störgeräuschen.
[0019] Wird das Hörgerät 2 entlang der Schiene 4 in Richtung des B-seitigen Endes der Schiene
4 auf die zweite Position hin bewegt, wird das Ohr mehr belüftet und es dringt Direktschall
von der Umgebung des Trägers der Hörvorrichtung am Hörgerät 2 vorbei zum Trommelfell
und der Träger verspürt einen geringeren Okklusionseffekt. Außerdem verringert sich
die wahrgenommene Lautstärke und der wahrgenommene Frequenzgang verschiebt sich in
Richtung Hochtönigkeit, da tiefere Frequenzen durch die Belüftung gedämpft werden
und hohe Frequenzen verstärkt an das Trommelfell gelangen.
[0020] Die Haltevorrichtung 3 bleibt beim Bewegen des Hörgeräts 2 in ihrer Position gegenüber
dem Ohrkanal und dem Trommelfell unverändert.
[0021] Um zu verhindern, dass das Hörgerät 2, z.B. durch Kopfbewegungen des Trägers der
Hörvorrichtung, sich in seiner Position gegenüber der Haltevorrichtung 3 ungewollt
verändert, ist die Schwalbenschwanzführung in ihren Toleranzen im Rahmen des Ausführungsbeispiels
so toleriert, dass eine gewisse Kraft notwendig ist, um das Hörgerät 2 entlang der
Schiene 4 zu bewegen. Alternativ hierzu ist es allerdings auch möglich, die Führung
7 leichtgängig auszugestalten und entsprechende Reibmittel vorzusehen, so dass eine
Reibung zwischen Hörgerät 2 und der Schiene 4 entsteht und folglich ein gewisser Kraftaufwand
notwendig ist, um das Hörgerät 2 gegenüber der Schiene 4 zu bewegen.
[0022] Um dem Träger der Hörvorrichtung auf einfache Art und Weise ein Bewegen des Hörgeräts
2 gegenüber der Schiene 4 zu ermöglichen ist, im Rahmen einer vorteilhaften Ausbildung
der Erfindung, am ohreingangsseitigen Ende des Hörgeräts ein Stab 5 angeordnet und
mit dem Hörgerät 2 verbunden. Der Stab 5 weist dabei eine derartige Länge auf, dass
das ohreingangsseitige Ende des Stabs 5 (B-seitiges Ende) von außen vom Träger der
Hörvorrichtung mit seinen Fingern greifbar ist, so dass der Träger der Hörvorrichtung
durch den Stab 5, das Hörgerät 2 in seiner Position im Bezug zur Haltevorrichtung
3 und damit gegenüber der Position des Trommelfells, je nach Umgebungssituation, verändern
kann. Somit kann der Träger der Hörvorrichtung durch eine von ihm intuitiv verstehbare
und nachvollziehbare Bedienhandlung, die Lautstärke, den Klang und die Okklusion anpassen.
[0023] Es sei dabei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dass es sich bei der gezeigten
Figur um eine schematisierte Darstellung handelt, bei der das Endstück 8 und das Hörgerät
schematisiert in Form von zylinderförmigen Körpern dargestellt sind. In der Realität
weisen die Haltevorrichtung 3 und insbesondere das Endstück 8 und das Hörgerät 2 in
der Regel eine an den individuellen Ohrkanal des Trägers der Hörvorrichtung angepasste
geometrische Form auf.
1. Hörvorrichtung, wobei die Hörvorrichtung (1) im Ohr tragbar ist, wobei die Hörvorrichtung
(1) ein Hörgerät (2) und eine Haltevorrichtung (3) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (3) eine Schiene (4) aufweist, mit der das Hörgerät (2) bewegbar
verbunden ist, wobei das Hörgerät (2) zur mechanischen Veränderung der akustischen
Eigenschaften der Hörvorrichtung entlang der Schiene (4) bewegbar angeordnet ist,
wobei die Haltevorrichtung (3) beim Bewegen des Hörgeräts (2) in ihrer Position gegenüber
dem Ohrkanal und dem Trommelfell unverändert bleibt.
2. Hörvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Bewegung des Hörgeräts (2) am ohreingangsseitigen Ende (B) des Hörgeräts (2)
ein Stab (5) angeordnet ist und mit dem Hörgerät (2) verbunden ist.
3. Verfahren zur Einstellung der akustischen Eigenschaften einer im Ohr getragenen Hörvorrichtung
(1), die ein Hörgerät (2) und eine Haltevorrichtung (3) mit einer Schiene (4), mit
der das Hörgerät (2) bewegbar verbunden ist, aufweist, wobei das Hörgerät (2) zur
mechanischen Veränderung der akustischen Eigenschaften der Hörvorrichtung entlang
der Schiene (4) bewegt wird, so dass die Haltevorrichtung (3) in ihrer Position gegenüber
dem Ohrkanal und dem Trommelfell unverändert bleibt.
1. Hearing device, wherein the hearing device (1) can be worn in the ear, wherein the
hearing device (1) has a hearing aid (2) and a support device (3), characterized in that the support device (3) has a runner (4) to which the hearing aid (2) is movably connected,
wherein the hearing aid (2) is arranged to be movable along the runner (4) in order
to mechanically change the acoustic properties of the hearing device, wherein the
support device (3), during the movement of the hearing aid (2), remains unchanged
in its position relative to the auditory canal and the eardrum.
2. Hearing device according to Claim 1, characterized in that, in order to permit the movement of the hearing aid (2), a rod (5) is arranged at
the end (B) of the hearing aid (2) opposite the entrance to the ear and is connected
to the hearing aid (2) .
3. Method for adjusting the acoustic properties of an in-the-ear hearing device (1) which
has a hearing aid (2) and a support device (3) with a runner (4) to which the hearing
aid (2) is movably connected, wherein the hearing aid (2) is moved along the runner
(4) in order to mechanically change the acoustic properties of the hearing device,
such that the support device (3) remains unchanged in its position relative to the
auditory canal and the eardrum.
1. Dispositif d'audition, le dispositif d'audition (1) pouvant être porté dans l'oreille,
le dispositif d'audition (1) possédant un appareil auditif (2) et un dispositif de
maintien (3),
caractérisé en ce que
le dispositif de maintien (3) possède une éclisse (4) avec laquelle l'appareil auditif
(2) est relié avec mobilité, l'appareil auditif (2) étant monté mobile le long de
l'éclisse (4) en vue de la modification mécanique des propriétés acoustiques du dispositif
d'audition, la position du dispositif de maintien (3) par rapport au canal auriculaire
et au tympan restant inchangée lors du déplacement de l'appareil auditif (2) .
2. Dispositif d'audition selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une tige (5) est reliée à l'extrémité du côté de l'entrée de l'oreille (B) de l'appareil
auditif (2) pour le déplacement de l'appareil auditif (2), et celle-ci est reliée
à l'appareil auditif (2).
3. Procédé de réglage des propriétés acoustiques d'un dispositif d'audition (1) porté
dans l'oreille, lequel possède un appareil auditif (2) et un dispositif de maintien
(3) muni d'une éclisse (4) avec laquelle l'appareil auditif (2) est relié avec mobilité,
l'appareil auditif (2) étant déplacé le long de l'éclisse (4) en vue de la modification
mécanique des propriétés acoustiques du dispositif d'audition, de sorte que la position
du dispositif de maintien (3) par rapport au canal auriculaire et au tympan reste
inchangée.