[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Warmband-Walzgut
aus siliziumlegierten Stählen zur Weiterverarbeitung zu kornorientiertem Elektroband.
Die Weiterverarbeitung des Warmbands ist nicht Gegenstand dieser Anmeldung; sie erfolgt
durch Wärmebehandlungen und Kaltwalzen.
[0002] Kornorientiertes Elektroband, beispielsweise für eine nachfolgende Verarbeitung zu
laminiertem Elektroblech für Transformatoren oder elektrische Maschinen, zeichnet
sich durch niedrige spezifische Ummagnetisierungsverluste und eine hohe magnetische
Permeabilität aus. Da der Verbrauch an elektrischer Energie steigt und immer höhere
Ansprüche an die Wirkungsgrade elektrischer Maschinen gestellt werden, ist eine hohe
Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und preisgünstigen Elektroblechen gegeben.
[0003] Die Herstellung von Elektroband kann in folgende Prozessschritte unterteilt werden:
Stahl-, Warmband- und Kaltbanderzeugung, Wärmebehandlung und Bandbeschichtung (siehe
Merkblatt 401 "Elektroband und -blech", Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf, Ausgabe
2005).
[0004] Dem Fachmann sind Gieß-Walz-Verbundanlagen für eine besonders wirtschaftliche Herstellung
von qualitativ hochwertigen Warmbändern bekannt, beispielsweise für eine nachfolgende
Verarbeitung zu Automobilblechen (siehe z.B.
EP 1662011 A1).
[0005] Aus der
WO 98/46802 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von kornorientierten Elektroblechen bekannt, wobei
entweder
- a) eine spezifische Stahllegierung erschmolzen und daraus ein dünner Strang in einer
Stranggießanlage gegossen wird, anschließend wird der Strang zerteilt, die Brammen
geglüht, fertiggewalzt, abgekühlt und das Warmband aufgewickelt; oder
- b) eine spezifische Stahllegierung erschmolzen und daraus ein dünner Strang in einer
Stranggießanlage gegossen wird, anschließend wird der Strang fertiggewalzt, abgekühlt
und das Warmband aufgewickelt.
Im Anschluss an die Arbeitsschritte gemäß a) oder b) wird das Warmband im Wesentlichen
geglüht, in einer Kaltwalzstraße auf die Enddicke gewalzt, entkohlt und einer gezielten
Sekundärrekristallisation unterzogen. Die erschmolzene Stahllegierung beinhaltet sog.
Wachstumsinhibitoren, nämlich Sulfide, Karbide oder Nitride der Elemente Mn, Cu und
Al, die das Kornwachstum des nach dem Fertigwalzen vorliegenden Gefüges verhindern.
Diese Ausscheidungen wirken des Weiteren je nach Temperatur bereits während der Verformung
und unmittelbar danach auf die Rekristallisation in einer Weise ein, dass ein Gefüge
entstehen kann, welches in weiterer Folge zur Produktion eines Materials mit den gewünschten
Korneigenschaften geeignet ist.
[0006] Das Verfahren nach dem Stand der Technik für die Herstellung von Warmband-Walzgut
ist entweder sehr energieaufwändig, oder resultiert in Qualitätseinbußen der weiterverarbeiteten
kornorientierten Elektrobleche. Die für das Glühen der Brammen verwendeten Ausgleichsöfen
sind zudem wenig kompakt, was wiederum die Investitionskosten der Gesamtanlage erhöht.
[0007] Aus der
US 4 718 951 A ist es bekannt, siliziumhältige Stähle für kornorientiertes Elektroblech durch Vorwalzen
mit hohen Umformgraden von 10 - 50%, einer Zwischenerhitzung auf 1260 - 1400 °C und
nachfolgendes Warmwalzen herzustellen.
[0008] Schließlich ist aus der nicht vorveröffentlichten
WO 2009/012963 A1 ein Verfahren zur Herstellung von Warmband-Walzgut aus siliziumlegierten Stahl auf
einer Gieß-Walz-Verbundanlage bekannt, umfassend die Schritte:
- Gießen einer Bramme in einer Stranggießanlage;
- Entzundern der Bramme;
- Vorwalzen der entzunderten Bramme zu einem Zwischenband;
- Aufheizen des Zwischenbands in einem Ofen;
- Fertigwalzen des Bands in einer Fertigwalzstraße; und
- Abkühlen und Aufhaspeln des Bands.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen,
mit welchem hochqualitatives Warmband-Walzgut zur Weiterverarbeitung zu kornorientiertem
Elektroband mit hervorragenden magnetischen, elektrischen und geometrischen Eigenschaften
kostengünstig hergestellt werden kann. Unter einem hochqualitativen Warmband-Walzgut
solcher Art versteht man ein Warmband, bei dem die Wachstumsinhibitoren feindispers
und homogen im Warmband verteilt sind.
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gelöst, bei dem folgende Verfahrensschritte
in der genannten Reihenfolge auf einer Gieß-Walz-Verbundanlage durchgeführt werden:
- a) Erschmelzen eines Stahl mit einer chemischen Zusammensetzung in Gewichts % von
Si 2 bis 7 %, C 0,01 bis 0,1 %, Mn < 0,3 %, Cu 0,1 bis 0,7 %, Sn < 0,2 %, S < 0,05
%, Al < 0,09 %, Cr < 0,3 %, N < 0,02 %, P < 0,1 %, Rest Fe und Verunreinigungen;
- b) Gießen eines Strangs mit einer Dicke von 25 bis 150 mm auf einer Stranggießanlage;
- c) Walzen zu einem Band in bis zu 4 Walzstichen unmittelbar nach dem Gießen des Strangs,
wobei zumindest bei einem Walzstich ein Umformgrad > 30 % oder der Gesamtumformgrad
aller Stiche > 50 % beträgt;
- d) Aufheizen des Bands auf eine Endtemperatur von 1050 bis 1250 °C, bevorzugt 1100
bis 1180 °C, wobei die Endtemperatur nach dem Aufheizen des Bands für eine Dauer t,
t > 15 s, aufrechterhalten wird;
- e) Fertigwalzen des Bands in einer zweiten Walzstraße, anschließend
- f) Abkühlen und Aufhaspeln des Bands.
[0011] Bei diesem Herstellverfahren wird die Bildung von homogen verteilten und feindispers
vorliegenden Wachstumsinhibitoren, nämlich Sulfide, Nitride und Karbide der Elemente
Mn, Cu, Al aber auch Cr, durch das Erschmelzen einer spezifischen Stahllegierung (Schritt
a) und das dem Gießen eines dünnen Strangs (Schritt b) unmittelbar folgende Walzen
eines Bands mit hohen Umformgraden (Schritt c) auf einer ersten Walzstraße gefördert.
Der Umformgrad ϕ ist definiert als

wobei h
0 die Dicke vor der Umformung und h
1 die Band- bzw. Strangdicke nach einem bzw. mehreren Umformschritten angibt; der Umformgrad
wird in dieser Anmeldung in Prozent angegeben. Das Aufheizen des Bands (Schritt d)
bewirkt, dass das weitere Ausscheiden von Wachstumsinhibitoren gestoppt wird und bereits
gebildete Ausscheidungen mit gegebener Kinetik wieder aufgelöst werden. Bei einer
erneuten Temperaturabsenkung beim Fertigwalzen auf einer zweiten Walzstraße (Schritt
e) und dem anschließenden Abkühlen des Bands (Schritt f), werden weitere homogen verteilte
und feindispers vorliegende Wachstumsinhibitoren gebildet. Das Herstellverfahren kann
entweder vollkontinuierlich, dh. basierend auf einem Strang bzw. einem unzerteilten
Band, oder im nicht-kontinuierlichen Batch-Betrieb, dh. basierend auf Brammen, durchgeführt
werden.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsform des Herstellverfahrens wird die Endtemperatur
nach dem Aufheizen des Bands für eine Dauer t, für die gilt t > 60 s, aufrechterhalten.
Durch diese Maßnahme wird ein höherer Anteil an gegebenenfalls bereits im Band in
groben Clustern vorliegenden Ausscheidungen aufgelöst. Eine Aufrechterhaltung der
Temperatur für eine Zeit t, t > 90 s, ist nicht sinnvoll, da nach dieser Zeit bereits
sämtliche Ausscheidungen aufgelöst vorliegen.
[0013] Im vollkontinuierlichen Betrieb wird die Endtemperatur des Bands vorteilhafterweise
in einem Durchlaufofen, welcher beispielsweise als ein gasbefeuerter Ofen oder als
ein Induktionsofen ausgeführt ist, aufrechterhalten. Dadurch kann die Temperatur des
Bands im vollkontinuierlichen Betrieb auf besonders kompakte Art und Weise aufrechterhalten
werden.
[0014] Im nicht-kontinuierlichen Batch-Betrieb wird die Endtemperatur des Bands vorteilhafterweise
durch ein Auf- und Abwickeln in einem Haspelofen aufrechterhalten. Dadurch kann die
Temperatur des Bands im nicht-kontinuierlichen Betrieb auf besonders kompakte Art
und Weise aufrechterhalten werden.
[0015] In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das
Band auf einer zweiten Walzstraße in 2 bis 6, bevorzugt in 3 bis 5, Walzstichen fertiggewalzt.
Dadurch können gängige Banddicken auf besonders wirtschaftliche Weise erzeugt werden.
[0016] Beim Fertigwalzen ist es günstig, wenn das Band nach dem Fertigwalzen eine Endwalztemperatur
von 900 bis 1050 °C aufweist. Dadurch wird sichergestellt, dass das Band in einem
günstigen Temperaturbereich fertiggewalzt wird.
[0017] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform besteht darin, dass das Band innerhalb
von max. 10 s, bevorzugt innerhalb von max. 6 s, nach dem Fertigwalzen auf eine Haspeltemperatur
von 300 bis 600 °C mittels eines Intensiv-Abkühlungsschrittes abgekühlt wird.
[0018] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht
darin, dass das Band am Beginn des Intensiv-Abkühlungsschrittes mit einer doppelt,
bevorzugt dreifach, so hohen Abkühlrate wie am Ende des Abkühlschrittes abgekühlt
wird. Mittels dieser Temperaturführung wird sichergestellt, dass das nach dem Fertigwalzen
vorliegende Gefüge möglichst rasch für die nachfolgenden Schritte "eingefroren" wird.
[0019] Bezüglich der Ausbildung von Wachstumsinhibitoren ist es vorteilhaft, dass in der
Stahlschmelze die Summe der Legierungselemente Cu+Mn > 0,35 Gewichts %, bevorzugt
> 0,55 Gewichts %, beträgt. Zur Ausbildung einer genügend hohen Anzahl von Wachstumsinhibitoren
ist es vorteilhaft, dass in der Stahlschmelze die Summe der Legierungselemente S+N
> 100 ppm, bevorzugt > 200 ppm, beträgt. Eine hinreichende Menge an Cu, Mn, S und
N in der Stahlschmelze ist vorteilhaft, um mengenmäßig genügend Wachstumsinhibitoren
in das Warmband hinein ausscheiden zu können.
[0020] Vorteilhafterweise beträgt in der Stahlschmelze der Quotient der Legierungselemente
Cu/Mn > 2,5, bevorzugt > 3,5. Da Cu-Sulfide eine geringere Größe und Ausscheidetemperatur
als Mn-Sulfide aufweisen und daher zu bevorzugen sind, ist es vorteilhaft, wenn die
Stahlschmelze mehr Cu als Mn enthält. Da jedoch Mn affiner zu S ist als Cu, muss ein
"Überangebot" an Cu vorhanden sein, um mengenmäßig mehr Cu-Sulfide als Mn-Sulfide
bilden zu können.
[0021] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die folgenden Figuren
Bezug genommen wird, die Folgendes zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Gieß-Walz-Verbundanlage zur nicht-kontinuierlichen
Herstellung von Warmband-Walzgut zur Weiterverarbeitung zu kornorientierten Blechen
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Gieß-Walz-Verbundanlage zur vollkontinuierlichen
Herstellung von Warmband-Walzgut zur Weiterverarbeitung zu kornorientierten Blechen
Ausführungsbeispiel 1
[0022] In Fig. 1 ist eine Gieß--Walz-Verbundanlage 1 zur Herstellung von Warmband-Walzgut
aus siliziumlegierten Stählen dargestellt; die Anlagenteile zur Weiterverarbeitung
des Warmbands zu einem kornorientierten Elektroband sind nicht gezeigt. Die Zustände,
dh. die Temperaturen und Dicken, des Strangs bzw. Bands bei den einzelnen Verfahrensschritten
sind in Tab. I angegeben; die Zustände werden als P1 bis P15 bezeichnet. In einer
Stranggussanlage 2 zur Herstellung von Dünnbrammen wird aus einer spezifischen Stahllegierung,
in Gewichts % bestehend aus Si 3,2 %, C 0,08 %, Mn 0,1 %, Cu 0,3 %, Sn 0,08 %, S 0,01
%, Al 0,03 %, Cr 0,1 %, N 0,012 %, P 0,05 %, Rest Fe und Verunreinigungen, ein Strang
3 mit einer Dicke von 90 mm gegossen. Unmittelbar nach der Durcherstarrung (Temperatur
des Strangs 1174 °C, Zustand P1) wird der Strang 3 einem ersten Walzschritt, bestehend
aus 2 Walzstichen, auf einer ersten Walzstraße 5 unterzogen. Dabei betragen die Einzel-Umformgrade
jeweils 53 % und 52 %, dh. es wird zuerst ein Band mit einer Dicke von 42 mm (Zustand
P2) und anschließend ein 20 mm dickes Band (Zustand P3) gewalzt. Die Temperatur des
Bandes nach dem ersten Stich beträgt 1171 °C, nach dem zweiten Stich 1086 °C. Dieser
erste Walzschritt begünstigt die Bildung von homogen verteilten und feindispers vorliegenden
Clustern von Wachstumsinhibitoren, nämlich Sulfide, Nitride und Karbide der Elemente
Cu, Al, Mn und Cr, im Band, wodurch das weitere Kornwachstum gehemmt wird. Im Anschluss
an den ersten Walzschritt wird das Band 4 mittels eines Rollgangs zu einer Aufheizvorrichtung
6, ausgeführt als Induktionsofen, transportiert, in welcher das einlaufende, auf 944
°C abgekühlte (Zustand P4), Band auf eine Endtemperatur von 1150 °C (Zustand P5) aufgeheizt
wird. Anschließend wird die Temperatur des Bands in einem Haspelofen 7 (Temperatur
am Eingang des Haspelofens 1134 °C, Zustand P6) für mindestens 30 s aufrechterhalten.
Die Verweilzeit eines Bandbereichs, die sog. örtliche Verweilzeit, ist je nach Bandposition
unterschiedlich. Aufgrund des Auf- und Abwickelns des Bands, verbleibt z.B. der -
vor dem Wickeln vorhandene - Bandkopf länger im Haspelofen als das Bandende; in diesem
Sinne wird der vor dem Wickeln vorhandene Bandkopf zum Bandende und umgekehrt. Durch
das Aufheizen des Bands 4 wird ein Ausscheiden von Wachstumsinhibitoren bis zu einem
Fertigwalzen des Bands in einer zweiten Walzstraße 8 verhindert; durch das Aufrechterhalten
der Temperatur für eine Zeit t werden grobe Cluster von Wachstumsinhibitoren aufgelöst,
welche bei einer erneuten Temperaturabsenkung beim Fertigwalzen fein verteilt wieder
gebildet werden. Nach einem Auf- und Abwickeln des Vorbands im Haspelofen 7 wird das
Band mittels einer Entzunderungsanlage 12 von Zunder befreit, wodurch die Temperatur
des Bandes von 1101°C auf 1070 °C abfällt (Temperaturen vor und nach der Entzunderung,
Zustände P7 und P8). Anschließend wird das Band auf einer zweiten Walzstraße 8 in
vier Walzstichen (Einzel-Umformgrade 55, 53, 28 und 16 %, dh. Banddicken von 9,1,
4,3, 3,1 und 2,6 mm, Zustände P9 bis P12) auf eine Warmband-Enddicke von 2,6 mm fertiggewalzt.
Bei diesen Walzstichen kühlt das Band von 1043, 1012 und 984 auf eine Endwalztemperatur
von 955 °C nach dem letzten Walzstich ab. Nach dem Fertigwalzen wird das Band auf
einer Kühlstrecke 9 innerhalb von 3 s nach dem letzten Stich in der zweiten Walzstraße
8 von 932 °C (Eingang Kühlstrecke, Zustand P13) auf eine Temperatur von 560 °C am
Ausgang der Kühlstrecke abgekühlt (Zustand P14). Beim Fertigwalzen und Abkühlen des
Bands werden die im Strang vorhandenen Cluster von Wachstumsinhibitoren feindispers,
dh. mit einer typischen Clustergröße < 60 nm, ausgeschieden. Nach einem Abschneiden
des Warmbands mittels einer Schere 10 wird das Band in einer Aufwickelvorrichtung
11 aufgewickelt; die Wickeltemperatur beträgt dabei 540 °C (Zustand P15). In weiterfolgenden,
nicht mehr dargestellten, Herstellschritten wird das vorliegende Warmband geglüht,
in einer Kaltwalzstraße auf die Enddicke gewalzt, entkohlt und einer gezielten Sekundärrekristallisation
unterzogen.
Ausführungsbeispiel 2
[0023] In Fig. 2 ist eine weitere Gieß-Walz-Verbundanlage 1 zur vollkontinuierlichen Herstellung
von Warmband-Walzgut aus siliziumlegierten Stählen dargestellt; die Anlagenteile zur
Weiterverarbeitung des Warmbands zu einem kornorientierten Elektroband sind wiederum
nicht gezeigt. Die Zustände P1 bis P5 und P7 bis P15 des Strangs bzw. Bands bei den
einzelnen Verfahrensschritten sind der Tab. I zu entnehmen. Hierbei wird wiederum
eine spezifische Stahllegierung (chemische Zusammensetzung siehe Ausführungsbeispiel
1) erschmolzen und daraus in einer Stranggießanlage 2 ein Strang 3 gegossen (Zustand
P1). Unmittelbar nach der Durcherstarrung wird der Strang einem ersten Walzschritt,
bestehend aus 2 Walzstichen, auf einer ersten Walzstraße 5 unterzogen (Zustände P2
und P3). Anschließend wird das Band 4 in einer Aufheizvorrichtung 6, ausgeführt als
Induktionsofen, aufgeheizt (Zustände P4 und P5). Der wesentliche Unterschied zum Ausführungsbeispiel
1 besteht nun darin, dass die Temperatur des Bands 4 nach dem Aufheizen in einem Durchlaufofen
13, ausgeführt als gasbefeuerter Ofen, für mindestens 15 s aufrechterhalten wird;
die örtliche Verweilzeit im Durchlaufofen ist für alle Bandbereiche (Bandkopf, Bandfuß)
konstant. Die weiteren Verfahrensschritte (Entzunderung P7 bis P8, Fertigwalzen P9
bis P12, Abkühlen P13 bis P14 und Aufhaspeln P15) sind dem Ausführungsbeispiel 1 zu
entnehmen.
Tab. I
| |
Ort |
Dicke [mm] |
Temp. [° C] |
| P1 |
Ende Gieß-Walz-Verbundanlage |
90 |
1174 |
| P2 |
Nach 1. Stich in erster Walzstraße |
42 |
1171 |
| P3 |
Nach 2. Stich in erster Walzstraße |
20 |
1086 |
| P4 |
Eingang Aufheizvorrichtung |
20 |
944 |
| P5 |
Ausgang Aufheizvorrichtung |
20 |
1150 |
| P6 |
Eingang Haspelofen |
20 |
1134 |
| P7 |
Eingang Entzunderungsanlage |
20 |
1101 |
| P8 |
Ausgang Entzunderungsanlage |
20 |
1070 |
| P9 |
Nach 1. Stich in zweiter Walzstraße |
9.1 |
1043 |
| P10 |
Nach 2. Stich in zweiter Walzstraße |
4.3 |
1012 |
| P11 |
Nach 3. Stich in zweiter Walzstraße |
3.1 |
984 |
| P12 |
Nach 4. Stich in zweiter Walzstraße |
2.6 |
955 |
| P13 |
Eingang Kühlstrecke |
2.6 |
932 |
| P14 |
Ausgang Kühlstrecke |
2.6 |
560 |
| P15 |
In Aufwickelvorrichtung |
2.6 |
540 |
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Gieß-Walz-Verbundanlage
- 2
- Stranggussanlage
- 3
- Strang
- 4
- Band
- 5
- Erste Walzstraße
- 6
- Aufheizvorrichtung
- 7
- Haspelofen
- 8
- Zweite Walzstraße
- 9
- Kühlstrecke
- 10
- Schere
- 11
- Aufwickelvorrichtung
- 12
- Entzunderungsanlage
- 13
- Durchlaufofen
1. Verfahren zur Herstellung von Warmband-Walzgut aus siliziumlegierten Stählen auf einer
Gieß-Walz-Verbundanlage zur Weiterverarbeitung zu kornorientiertem Elektroband, umfassend
die folgenden Verfahrensschritte in der genannten Reihenfolge:
a) Erschmelzen eines Stahl mit einer chemischen Zusammensetzung in Gewichts % von
Si 2 bis 7 %, C 0,01 bis 0,1 %, Mn < 0,3 %, Cu 0,1 bis 0,7 %, Sn < 0,2 %, S < 0,05
%, Al < 0,09 %, Cr < 0,3 %, N < 0,02 %, P < 0,1 %, Rest Fe und Verunreinigungen;
b) Gießen eines Strangs mit einer Dicke von 25 bis 150 mm auf einer Stranggießanlage;
c) Walzen eines Bands in bis zu 4 Walzstichen unmittelbar nach dem Gießen des Strangs,
wobei zumindest bei einem Walzstich ein Umformgrad > 30 % oder der Gesamtumformgrad
aller Stiche > 50 % beträgt;
d) Aufheizen des Bands auf eine Endtemperatur von 1050 bis 1250 °C, bevorzugt 1100
bis 1180 °C, wobei die Endtemperatur nach dem Aufheizen des Bands für eine Dauer t,
t > 15 s, aufrechterhalten wird;
e) Fertigwalzen des Bands in einer zweiten Walzstraße, anschließend
f) Abkühlen und Aufhaspeln des Bands.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Endtemperatur nach dem Aufheizen des Bands für eine Dauer t, t > 60 s, aufrechterhalten
wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Endtemperatur des Bands in einem Durchlaufofen aufrechterhalten wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Endtemperatur des Bands während eines Aufwickelns und eines anschließendes Abwickelns
in einem Haspelofen aufrechterhalten wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Band in der zweiten Walzstraße in 2 bis 6, bevorzugt 3 bis 5, Walzstichen fertiggewalzt
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Band nach dem Fertigwalzen eine Endwalztemperatur von 900 bis 1050 °C aufweist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Band innerhalb von 10 s, bevorzugt innerhalb von 6 s, nach dem Fertigwalzen auf
eine Haspeltemperatur von 300 bis 600 °C mittels eines Intensiv-Abkühlungsschrittes
abgekühlt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Band am Beginn des Intensiv-Abkühlungsschrittes mit einer doppelt, bevorzugt
dreifach, so hohen Abkühlrate wie am Ende des Abkühlschrittes abgekühlt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Stahlschmelze die Summe der Legierungselemente Cu+Mn > 0,35 Gewichts %, bevorzugt
> 0.55 Gewichts %, beträgt.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Stahlschmelze die Summe der Legierungselemente S+N > 100 ppm, bevorzugt >
200 ppm, beträgt.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Stahlschmelze der Quotient der Legierungselemente Cu/Mn > 2,5, bevorzugt >
3,5, beträgt.
1. Process for producing hot-rolled strip from silicon-alloyed steels on a combined casting/rolling
installation for further processing to form grain-oriented magnetic steel strip, comprising
the following process steps in the sequence given:
a) a steel having a chemical composition (in % by weight) of Si 2 to 7%, C 0.01 to
0.1%, Mn < 0.3%, Cu 0.1 to 0.7%, Sn < 0.2%, S < 0.05%, Al < 0.09%, Cr < 0.3%, N <
0.02%, P < 0.1%, remainder Fe and impurities is melted;
b) a strand having a thickness of 25 to 150 mm is cast on a continuous casting installation;
c) a strip is rolled in up to 4 roll passes immediately after the strand has been
cast, wherein at least in one roll pass a degree of deformation is > 30% or the total
degree of deformation of all the passes is > 50%;
d) the strip is heated to a final temperature of 1050 to 1250°C, preferably 1100 to
1180°C, wherein the final temperature after the strip has been heated is maintained
for a duration t, where t > 15 s;
e) the strip is finish-rolled in a second rolling mill train, and then
f) the strip is cooled and coiled.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the final temperature after the strip has been heated is maintained for a duration
t, where t > 60 s.
3. Process according to Claims 1 and 2, characterized in that the final temperature of the strip is maintained in a continuous furnace.
4. Process according to one of Claims 1 and 2, characterized in that the final temperature of the strip is maintained during winding-up and subsequent
unwinding in a coiling furnace.
5. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the strip is finish-rolled in 2 to 6, preferably 3 to 5, roll passes in the second
rolling mill train.
6. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the strip has a final rolling temperature of 900 to 1050°C after the finish-rolling.
7. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the strip is cooled to a coiling temperature of 300 to 600°C by means of an intensive
cooling step within 10 s, preferably within 6 s, after the finish-rolling.
8. Process according to Claim 7, characterized in that, at the start of the intensive cooling step, the strip is cooled at a cooling rate
which is twice as high, preferably three times as high, as the cooling rate at the
end of the cooling step.
9. Process according to Claim 1, characterized in that the sum of the alloying elements Cu+Mn in the steel melt is > 0.35% by weight, preferably
> 0.55% by weight.
10. Process according to Claim 1, characterized in that the sum of the alloying elements S+N in the steel melt is > 100 ppm, preferably >
200 ppm.
11. Process according to Claim 1, characterized in that the quotient of the alloying elements Cu/Mn in the steel melt is > 2.5, preferably
> 3.5.
1. Procédé destiné à la fabrication de feuillards laminés à chaud en acier au silicium
sur une installation composite de coulée et de laminage en vue d'un finissage en feuillard
électrique à grains orientés, comprenant les étapes de procédé suivantes dans l'ordre
indiqué :
a) fusion d'un acier avec une composition chimique en pourcentages en poids de 2 à
7 % de Si, de 0,01 à 0,1 % de C, de moins de 0,3 % de Mn, de 0,1 à 0,7 % de Cu, de
moins de 0,2 % de Sn, de moins de 0,05 % de S, de moins de 0,09 % de Al, de moins
de 0,3 % de Cr, de moins de 0,02 % de N, de moins de 0,1 % de P, le reste étant du
Fe et des impuretés ;
b) coulée d'une barre avec une épaisseur de 25 à 150 mm sur une installation de coulée
continue ;
c) laminage d'un feuillard en 1 à 4 passes de laminage directement après la coulée
de la barre, dans lequel au moins lors d'une passe de laminage un degré de transformation
est supérieur à 30 % ou le degré de transformation total de toutes les passes est
supérieur à 50 % ;
d) chauffage du feuillard à une température finale de 1050 à 1250°C, de préférence
de 1100 à 1180°C, dans lequel la température finale à l'issue du chauffage du feuillard
est maintenue pendant une durée t, t étant supérieure à 15 s ;
e) laminage de finition du feuillard dans un deuxième train de laminage, puis
f) refroidissement et bobinage du feuillard.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la température finale à l'issue du chauffage du feuillard est maintenue pendant une
durée t, t étant supérieure à 60 s.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la température finale du feuillard est maintenue dans un four à passage continu.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la température finale du feuillard est maintenue pendant un enroulement et un déroulement
consécutif dans un four à dévidoir.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le feuillard est soumis à un laminage de finition dans le deuxième train de laminage
en 2 à 6, de préférence 3 à 5, passes de laminage.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le feuillard présente à l'issue du laminage de finition une température finale de
laminage de 900 à 1050°C.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le feuillard est refroidi en l'espace de 10 s, de préférence en l'espace de 6 s,
à l'issue du laminage de finition à une température de bobinage de 300 à 600°C au
moyen d'une étape de refroidissement intensif.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le feuillard est refroidi au début de l'étape de refroidissement intensif avec un
taux de refroidissement doublé, de préférence triplé, aussi élevé qu'à la fin de l'étape
de refroidissement.
9. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans l'acier fondu la somme des éléments d'alliage Cu + Mn est supérieure à 0,35
% en poids, de préférence supérieure à 0,55 % en poids.
10. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans l'acier fondu la somme des éléments d'alliage S + N est supérieure à 100 ppm,
de préférence supérieure à 200 ppm.
11. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans l'acier fondu le quotient des éléments d'alliage Cu/Mn est supérieur à 2,5,
de préférence supérieur à 3,5.